Bielefeld, Theater Bielefeld, Premiere DIE HOCHZEIT DES FIGARO, 28.09.2019

September 4, 2019 by  
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Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

DIE HOCHZEIT DES FIGARO
(LE NOZZE DI FIGARO)
WOLFGANG AMADEUS MOZART

Opera buffa in vier Akten / Text von Lorenzo Da Ponte / In italienischer Sprache mit
deutschen Übertiteln

PREMIERE Sa. 28.09.19, 19:30 Uhr, Stadttheater

Musikalische Leitung Alexander Kalajdzic Inszenierung Alexander Charim Bühne Ivan Bazak Kostüme Aurel Lenfert Dramaturgie Anne Christine Oppermann Choreinstudierung Hagen Enke Mit Nohad Becker, Dušica Bijelic, Cornelie Isenbürger, Yoshiaki Kimura, Veronika Lee, Hasti Molavian, Moon Soo Park, Lorin Wey, Frank Dolphin Wong; Bielefelder Opernchor, Bielefelder Philharmoniker Figaro heiratet seine Susanna! Endlich ist er da, der schönste Tag im Leben! So sollte es zumindest sein. Aber ausgerechnet am Hochzeitsmorgen gesteht Susanna ihrem Bräutigam, dass auch sein Dienstherr Graf Almaviva ein Auge auf sie geworfen hat.

Und dass das Zimmer, das er dem Brautpaar zur Verfügung stellt, zwar schön und geräumig ist, hauptsächlich aber sehr günstig für heimliche Grafenbesuche gelegen wäre. So hat sich Figaro seine Hochzeit nicht vorgestellt. Und mit Sicherheit wird er nicht klein beigeben und diese Situation akzeptieren. Bloß verfolgen alle im gräflichen Schloss ihre ganz eigene Agenda, so dass jeder noch so gut durchdachte Plan in nur noch größeres Durcheinander mündet. Innerhalb nur eines einzigen, aberwitzigen Tages wird das Unterste zuoberst gekehrt, sorgfältig Verborgenes offenbar und der Blick in eigene und fremde Abgründe geworfen. Führt ein Weg aus diesem allzu menschlichen Chaos?

Nach dem großen Erfolg der Entführung aus dem Serail suchte Wolfgang Amadeus Mozart lange nach einem neuen Opernsujet, er hatte »leicht hundert – ja wohl mehr Bücheln durchgesehen«, aber mehrere Opernentwürfe blieben Fragment. In der skandalumwitterten, nur kurz vorher in Österreich erschienenen Komödie Dertolle Tag oder Die Hochzeit des Figaro von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais fand Mozart endlich das Gesuchte: einen höchst gegenwärtigen Stoff, zugleich gesellschaftskritisch und humorvoll. Und mit dem Textdichter Lorenzo Da Ponte traf Mozart auf einen kongenialen Partner, der auch vor diesem politisch wie moralisch heiklen Stück nicht zurückschreckte (eine Schauspielaufführung hatte Kaiser Joseph II. kurz vorher noch verbieten lassen). Gemeinsam schufen sie eine spritzig-bissige Komödie, die durch ihren überwältigenden musikalischen Reichtum gleichzeitig die tiefsten menschlichen Sehnsüchte, Verletzungen und Hoffnungen fühlbar macht.

Auch wenn Mozart und Da Ponte der Gesellschaft ihrer Zeit den Spiegel vorhielten, hat die Oper seit der Uraufführung im Jahr 1786 nichts an Relevanz verloren. Beaumarchais sprach im Vorwort seiner Komödie vom »Missbrauch jeden Standes«. Die Ständegesellschaft mag untergegangen sein, doch weniger sichtbare Abhängigkeitsverhältnisse ermöglichen bis heute den Missbrauch der Stellung, der Macht, des Geldes oder auch erotischer Anziehungskraft in quasi feudaler Manier, wo auch immer Menschen einander begegnen. Die Hochzeit des Figaro entfächert ein Kaleidoskop des menschlichen Lebens und Eros’: Arme treffen auf Reiche, Gebildete auf Ungebildete, Junge auf Alte; Pubertierende entdecken ihre Sexualität, Verlobte freuen sich auf die Hochzeit, in einer anderen Ehe kriselt es und ein Paar in den reiferen Jahren blickt – höchstens ein bisschen weise geworden – auf das Leben zurück. Regisseur Alexander Charim und sein Team führen wie unter einem Brennglas vor, wie an nur einem einzigen »tollen Tag« das ungeschriebene Regelwerk zwischenmenschlicher Beziehungen ins Rutschen geraten kann. Hierarchien verschieben sich, Geschlechtergrenzen werden getestet, aus Anarchie entsteht Freiheit – aber auch Gefahr. Welcher Neuanfang wird auf den Zusammenbruch des Althergebrachten folgen?

Um seine Hochzeit zu retten, ist der von Yoshiaki Kimura verkörperte Figaro bereit, das Äußerste zu wagen. Glücklicherweise ist Susanna (Cornelie Isenbürger) jedoch nicht allein auf den Beschützerinstinkt ihres Verlobten angewiesen, sondern ist voll und ganz in der Lage, selbst »ihre Frau zu stehen«, wenn Graf Almaviva, gesungen von Frank Dolphin Wong, ihr begehrlich zu nahe rückt. In der Partie der durch die notorische Untreue ihres Mannes gekränkten Gräfin Almaviva stellt sich das neue Ensemblemitglied Dušica Bijeli? erstmals dem Bielefelder Publikum vor. Aufkeimende erotische Gefühle stürzen Cherubino (Hasti Molavian) in größte Verwirrung. Alternierend übernimmt Susan Zarrabi in den Vorstellungen von November bis Januar die Rolle. Auch die junge Barbarina, dargestellt von dem neuen Ensemblemitglied Veronika Lee, muss erst lernen, sich im Spannungsfeld erotischer Kräfte zu behaupten. Marcellina (Nohad Becker) und Bartolo (Moon Soo Park) machen im Laufe des Tages überaus überraschende Entdeckungen, die sie ihr Leben neu überdenken lassen. Mit großer Lust an der Intrige spinnt Lorin Wey als Basilio seine Fäden.

Es singen und spielen der Bielefelder Opernchor sowie die Bielefelder Philharmoniker unter der Leitung von GMD Alexander Kalajdzic.

Die weiteren Vorstellungstermine 03.10. // 06.10. // 18.10. // 23.10. // 27.10. // …
Karten 0521 / 51 54 54 // www.theater-bielefeld.de

MUSIKALISCHE LEITUNG
Alexander Kalajdzic, geboren in Zagreb, Kroatien, begann seine musikalische Ausbildung mit sechs Jahren und gab ab dem achten Lebensjahr regelmäßig Konzerte als Pianist. Er gewann mehrere Preise bei Bundeswettbewerben und setzte anschließend sein Studium an der Musikhochschule in Wien fort, wo er die Dirigierklasse von Karl Österreicher mit Auszeichnung absolvierte. Darüber hinaus studierte er Klavier, Viola und Korrepetition. Schon während des Studiums dirigierte er Symphoniekonzerte mit den Zagreber Philharmonikern sowie dem Orchester des Kroatischen Rundfunks.

Sein beruflicher Weg führte ihn nach Krefeld-Mönchengladbach, wo er als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung erste Theatererfahrungen sammelte. Danach war er als Kapellmeister in München, als erster Dirigent des Nationaltheaters Weimar und von 2008 bis 2010 als 1. Kapellmeister am Nationaltheater Mannheim tätig, wo er sich ein großes Repertoire erarbeiten konnte. Er gastierte u. a. in den USA, Mexiko, Südafrika, Italien, Frankreich, in der Schweiz und in Tschechien.

Alexander Kalajdzic ist sowohl in der Oper als auch im Konzertbereich gefragt. Sein Repertoire reicht vom frühen Barock bis zur Moderne, wobei sein besonderes Interesse der französischen Musik gilt. So führte er fast das gesamte Orchesterwerk von Ravel und Debussy mehrmals auf. Auch war er lange Zeit als Liedbegleiter und Kammermusiker aktiv und hatte bis vor kurzem einen Lehrstuhl für Orchestererziehung
in Zagreb inne.

Alexander Kalajdzic leitet als GMD seit Spielzeitbeginn 2010/11 die musikalischen
Geschicke des Theaters Bielefeld und der Bielefelder Philharmoniker.

INSZENIERUNG
Alexander Charim studierte Germanistik und Geschichte in seiner Heimatstadt Wien. Als Regieassistent am Burgtheater Wien und an der Wiener Staatsoper arbeitete er unter anderem mit Luc Bondy und Peter Zadek. Von 2003 bis 2007 studierte er Schauspielregie an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin. Er inszenierte unter anderem an der Staatsoper Hannover, dem Schauspielhaus Wien, der Deutschen Oper Berlin, dem Theater Basel, dem Theater St. Pölten, der Oper Frankfurt, dem Staatstheater Karlsruhe, dem Theater Aachen, dem Theater Osnabrück, den Kunstfestspielen Hannover, dem Radialsystem Berlin, dem Theater Chur, den Operadagen Rotterdam und dem Theater Trier. Zu seinen letzten Arbeiten gehörten Castor et Pollux von Rameau an der Staatsoper Hannover, Carousel von Rodgers/Hammerstein am Theater Basel, Dantons Tod von Georg Büchner am Theater Osnabrück und Prinz Friedrich von Homburg von Heinrich von Kleist am Hans-Otto-Theater Potsdam. Alexander Charim war Stipendiat der Akademie Musiktheater Heute bei der Deutschen Bank Stiftung und wurde 2015 für seine Inszenierung von Franz Grillparzers Weh dem, der lügt! am Theater St. Pölten für den Nestroy-Preis nominiert. 2016 erhielt er den Dr.-Otto-Kasten-Preis der Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins. Für seine Inszenierung von Kaurismäkis Lichter der Vorstadt am Landestheater Niederösterreich hat er den Wiener Theaterpreis Nestroy 2016 in der Kategorie Beste Bundesländer Aufführung erhalten. Am Theater Bielefeld inszenierte er bereits Massenets Oper Werther.

BÜHNE
Der Bildende Künstler und Bühnenbildner Ivan Bazak, geboren 1980 in der Ukraine, studierte an der Akademie der Bildenden Künste und Architektur in Kiew Malerei und Bühnenbild. Von 2001 bis 2006 absolvierte er ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf und war von 2005 bis 2006 Meisterschüler bei Karl Kneidl. Seine bildnerischen Werke wurden auf zahlreichen internationalen Ausstellungen und Biennalen gezeigt. Seit 2006 ist er als freier Bühnen- und Kostümbildner für Schauspiel, Tanz- und Musiktheater tätig. Es entstanden Arbeiten u. a. am HAU, am Theater Osnabrück, an der Staatsoper Hannover, an der Deutschen Oper Berlin, am Theater Bielefeld, am Volkstheater Wien und am Theater Basel. 2008 wurde Bazak mit dem Henkel-Kunst-Preis (Wien) ausgezeichnet. Für die Ausstattung der Produktion Johnny Breitwieser am Schauspielhaus Wien (2014) erhielt Ivan Bazak 2015 den renommierten österreichischen Nestroy-Theaterpreis.

KOSTÜME
Aurel Lenfert wurde 1971 in Recklinghausen geboren und absolvierte eine Tischlerlehre in Köln. Er studierte Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Kneidl, dessen Meisterschüler er 2004 wurde. Erste Engagements führten ihn als Bühnenbild- und Kostümbildassistent ans Berliner Ensemble, an das Deutsche Theater Berlin, die Oper und das Schauspiel Frankfurt, die Wiener Festwochen, die Staatstheater Stuttgart, die Hamburger Kammerspiele, das Düsseldorfer Schauspielhaus und das Wiener Burgtheater. Er arbeitete dabei u. a. mit Peter Zadek, Peter Palitzsch, Andrea Breth, Karin Beier und Hans Neuenfels zusammen. Seit 2003 arbeitet Aurel Lenfert freischaffend als Bühnen- und Kostümbildner, u. a. an der Staatsoper u. Schauspiel Stuttgart, Burgtheater Wien, Schauspielhaus Wien, Bregenzer Festspiele, Thalia Theater Hamburg, Nationaltheater Mannheim, Staatsoper und Schauspiel Hannover, Staatsschauspiel Dresden, Centraltheater Leipzig, Theater Magdeburg, Stadttheater Klagenfurt, Landestheater Linz, Konzert Theater Bern, den Salzburger Festspielen und dem Festival Avignon. Er arbeitet unter anderem mit Bernd Liepold-Mosser, Claudia Meyer, Cornelia Rainer, Roger Vontobel und Susanne Lietzow. Mit Alexander Charim verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit.

BESETZUNG
Figaro Yoshiaki Kimura
Susanna, seine Verlobte Cornelie Isenbürger
Graf Almaviva Frank Dolphin Wong
Gräfin Almaviva Dušica Bijeli?
Cherubino, Page des Grafen Hasti Molavian / Susan Zarrabi
Marcellina Nohad Becker
Bartolo Moon Soo Park
Basilio, Musiklehrer Lorin Wey
Barbarina Veronika Lee
Don Curzio, Richter Dumitru-Bogdan Sandu
Antonio Tae-Woon Jung

—| Pressemeldung Theater Bielefeld |—

Bielefeld, Theater Bielefeld, Spielplan August / September 2019

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Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld


Spielplan August / September 2019


Sa. 31.08.
14:00 Uhr
FEST!
EIN TAG FÜR DIE GANZE FAMILIE
Stadttheater und Open Air
Eintritt frei


So. 01.09
19:30 Uhr
OTELLO DARF NICHT PLATZEN! DAS MUSICAL PREMIERE
Brad Caroll // Peter Sham
Stadttheater
28,00 – 52,00 €


Fr. 06.09.
20:00 Uhr
SPIN PREMIERE
David Gieselmann
Theater am Alten Markt
31,00 – 37,00 €


Sa. 07.09.
19:30 Uhr
FESTLICHER AUFTAKT
Theater und Konzertfreunde Bielefeld e.V.
Rudolf-Oetker-Halle, Großer Saal
25,00 – 45 €


So. 08.09.
19:30 Uhr
DER AUFHALTSAME AUFSTIEG DES ARTURO UI PREMIERE
Bertold Brecht
Stadttheater
27,00 – 45,00 €


Di. 10.09.
20:00 Uhr
DADDY LANGBEIN (DADDY LONG LEGS)
Paul Gordon & John Caird
Loft
22,00 €


Mi. 11.09.
20:00 Uhr
SPIN
David Gieselmann
Theater am Alten Markt
22,00 – 28,00 €


Do. 12.09.
20:00 Uhr
DEM INGO WIRD DIE OPER ERKLÄRT
OTELLO DARF NICHT PLATZEN!
Loft
10,50 € (inkl. Freigetränk)

20:00 Uhr
SPIN
David Gieselmann
Theater am Alten Markt
22,00 – 28,00 €


Fr. 13.09.
20:00 Uhr
DEMIAN PREMIERE
Hermann Hesse
TAMZWEI
22,00 €

20:00 Uhr
DADDY LANGBEIN (DADDY LONG LEGS)
Paul Gordon & John Caird
Loft
22,00 €


Sa. 14.09.
14:00 Uhr
STADTTHEATER-FÜHRUNG
Stadttheater
6,00 €

18:04 Uhr
LIVE-WDR 3-KONZERT DER BIELEFELDER PHILHARMONIKER
Im Anschluss Public Viewing der
BBC LAST NIGHT OF THE PROMS
Rudolf-Oetker-Halle, Großer Saal
Eintritt frei // Einlasskarten ab dem 01.08. über das WDR 3-Hörertelefon 0221 56789333

19:30 Uhr
DER AUFHALTSAME AUFSTIEG DES ARTURO UI
Bertold Brecht
Stadttheater
19,00 – 37,00 €


So. 15.09.
15:00 Uhr (Audiodeskription // Einführung um 14:30 Uhr)
OTELLO DARF NICHT PLATZEN! DAS MUSICAL
Brad Caroll // Peter Sham
Stadttheater
20,00 – 44,00 €

21:00 Uhr
KALEIDOSCOPE_TO THE DARK SIDE OF THE MOON WIEDER DA
Ray Bradbury, Pink Floyd
Theater am Alten Markt
27,00 – 33,00 €


Di. 17.09.
19:00 Uhr
INGO BÖRCHERS: FERIEN AUF SAGROTAN
KABARETT FÜR PFLEGENDE ANGEHÖRIGE
Veranstalter: Büro für Integrierte Sozialplanung und Prävention
Rudolf-Oetker-Halle, Kleiner Saal
Eintritt frei //Anmeldung erforderlich 0521 51-2371

19:30 Uhr
DER AUFHALTSAME AUFSTIEG DES ARTURO UI
Bertold Brecht
Stadttheater
15,00 – 33,00 €


Mi. 18.09.
20:00 Uhr
DEMIAN
Hermann Hesse
TAMZWEI
18,00 €


Do. 19.09.
20:00 Uhr
SPIN
David Gieselmann
Theater am Alten Markt
22,00 – 28,00 €


Fr. 20.09.
19:30 Uhr
DER AUFHALTSAME AUFSTIEG DES ARTURO UI
Bertold Brecht
Stadttheater
19,00 – 37,00 €

20:00 Uhr
SPIN
David Gieselmann
Theater am Alten Markt
25,00 – 31,00 €

20:00 Uhr
DEMIAN
Hermann Hesse
TAMZWEI
18,00 €

20:00 Uhr
TRADITIONSLINIEN KONZERT DER BIELEFELDER PHILHARMONIKER ALS PROLOG ZUM 10. HÖRERFEST NEUE MUSIK
Veranstalter: Initiative Neue Musik OWL e.V.
Rudolf-Oetker-Halle, Großer Saal
Karten über Veranstalter


Sa. 21.09.
19:30 Uhr
OTELLO DARF NICHT PLATZEN! DAS MUSICAL
Brad Caroll // Peter Sham
Stadttheater
20,00 – 44,00 €

19:30 Uhr
SPIN
David Gieselmann
Theater am Alten Markt
25,00 – 31,00 €

20:00 Uhr
SEBASTIAN PUFPAFF: WIR NACH
Veranstalter: Zukunftsmusik
Rudolf-Oetker-Halle, Großer Saal
26,80 €
Karten über die Tourist-Info


So. 22.09.
11:15 Uhr
KLASSIK AB NULL
Rudolf-Oetker-Halle, Kleiner Saal
6,00 €
Karten nur über die Theater- und Konzertkasse

17:00 Uhr
EIN STÜCK STELLT SICH VOR DIE HOCHZEIT DES FIGARO
Wolfgang Amadeus Mozart
Theater am Alten Markt
Eintritt frei

18:00 Uhr
FREIES SINFONIEORCHESTER BIELEFELD LIED EINES SOMMERS
Veranstalter: Freies SinfonieOrchester Bielefeld
Rudolf-Oetker-Halle, Großer Saal
Eintritt frei

19:30 Uhr
DER AUFHALTSAME AUFSTIEG DES ARTURO UI
Bertold Brecht
Stadttheater
19,00 – 37,00 €


Mi. 25.09.
19:30 Uhr
OTELLO DARF NICHT PLATZEN! DAS MUSICAL
Brad Caroll // Peter Sham
Stadttheater
16,00 – 40,00 €


Do. 26.09.
20:00 Uhr
HOW TO DATE A FEMINIST
Samantha Ellis
TAMZWEI
18,00 €


Fr. 27.09.
19:30 Uhr
OTELLO DARF NICHT PLATZEN! DAS MUSICAL
Brad Caroll // Peter Sham
Stadttheater
20,00 – 44,00 €

20:00 Uhr
KALEIDOSCOPE_TO THE DARK SIDE OF THE MOON S
Ray Bradbury, Pink Floyd
Theater am Alten Markt
27.00 – 33,00 €


Sa. 28.09.
11:00 – 12:30 Uhr
ÖFFENTLICHE PROBE OPUS FÜNFUNDSECHZIG
Tanzstudio
Eintritt frei
Karten über die Theater- und Konzertkasse; Besucherzahl begrenzt

19:30 Uhr
DIE HOCHZEIT DES FIGARO PREMIERE
Wolfgang Amadeus Mozart
Stadttheater
28,00 – 52,00 €

19:30 Uhr
HOW TO DATE A FEMINIST
Samantha Ellis
TAMZWEI
18,00 €


So. 29.09.
18:00 Uhr
JUNGE SINFONIKER SYMPHONIEKONZERT
Veranstalter: Junge Sinfoniker
Rudolf-Oetker-Halle, Großer Saal
Eintritt frei

19:30 Uhr
DADDY LANGBEIN (DADDY LONG LEGS)
Paul Gordon & John Caird
Loft
22,00 €


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Bielefeld, Theater Bielefeld, Premiere OTELLO DARF NICHT PLATZEN!, 01.09.2019

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Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

OTELLO DARF NICHT PLATZEN! Das Musical
Brad Carroll / Peter Sham

Premiere So. 01.09.19, 19:30 Uhr, Stadttheater

Musical nach der Komödie von Ken Ludwig // Buch und Gesangstexte von Peter
Sham // Musik von Brad Carroll // Deutsch von Roman Hinze

Musikalische Leitung William Ward Murta Inszenierung Thomas Winter Bühne und Kostüme Ulv Jakobsen Choreografie Dominik Büttner Dramaturgie Jón Philipp von Linden Mit Dirk Audehm, Yun-Geun Choi, Mark Coles, Michaela Duhme, Christin Enke-Mollnar, Joshua Farrier, Patricia Forbes, Krzysztof Gornowicz, Jonas Hein, Navina Heyne, Franziska Hösli, Evelina Quilichini, Carlos Horacio Rivas, Roberta Valentini, Jeannine Michèle Wacker; Bielefelder Opernchor, Bielefelder Philharmoniker

Theaterdirektor Saunders ist verzweifelt: Das Opernhaus Cleveland fiebert einer Galavorstellung von Verdis Otello entgegen, die Theatergilde rotiert seit Wochen wegen des Festbanketts, der Saal ist lange ausverkauft, selbst Präsident Roosevelt hat sich angekündigt (wir schreiben 1934)! Als endlich der große Tag da ist, fehlt der wichtigste Gast: Startenor Tito Merelli. Was tun? Souffleur und Regieassistent Max ist bereit, einzuspringen, aber niemand darf etwas davon merken. Zwar taucht der vermisste Gast doch noch auf, hat auch sein Originalkostüm dabei, fällt aber nach einem handfesten Streit mit seiner Frau mithilfe von Beruhigungsmitteln in einen derart tiefen Schlaf, dass er die Vorstellung buchstäblich verschläft. Max brilliert als Otello, der Skandal ist abgewendet, das Publikum tobt – doch die Show hinter der Bühne geht jetzt erst richtig los, da diverse weibliche Mitglieder des Hauses die Chance auf ein Schäferstündchen mit dem Startenor durchaus nutzen wollen und Merelli selbst nicht nur aufgewacht ist, sondern sich ebenfalls in sein Otello-Kostüm geworfen hat …

Ken Ludwig schrieb 1986 die Komödie Otello darf nicht platzen als Schauspiel und landete damit seinen bisher größten Erfolg. Peter Sham und Brad Carroll, zwei Broadway-Autoren der jüngeren Generation, waren 2004 überraschenderweise die ersten, die auf die Idee kamen, ein Musical daraus zu machen. Was naheliegend war, schließlich lässt sich eine Komödie über die Oper und ihre Lieblings-Klischees mithilfe von Musik, Orchester, SängerInnen und Chor noch viel authentischer und spritziger erzählen.

Mit Jonas Hein (Max Garber) und Joshua Farrier (Tito Merelli) treffen ein Musical und ein Operntenor am Theater Bielefeld aufeinander, hochkarätig flankiert von Dirk Audehm (bekannt aus My Fair Lady), Jeannine Michèle Wacker (Daddy Langbein), Roberta Valentini (Das Molekül, City of Angels, Jekyll & Hyde u.v.a.m.) und Navina Heyne (Bonnie & Clyde) sowie dem überaus spielfreudigen Bielefelder Opernchor. Die musikalische Leitung liegt in den bewährten Händen von William Ward Murta. Mit Thomas Winter (Inszenierung), Ulv Jakobsen (Bühne und Kostüme) sowie Dominik Büttner (Choreografie) ist ein Regieteam am Start, das der Komödie das richtige Timing, den nötigen »Drive« und jede Menge Charme zu verleihen imstande ist.

MUSIKALISCHE LEITUNG
William Ward Murta, geboren in Fort Smith/Arkansas und aufgewachsen in Oklahoma, ist seit 1984 Musical-Kapellmeister am Theater Bielefeld. Er übernahm die musikalische Leitung vieler Produktionen wie Cabaret, Evita, Chicago, La Cage aux Folles, Piaf, Die Comedian Harmonists, der Uraufführung von James Lyons Für mich soll’s rote Rosen regnen, Franz Wittenbrinks Männer – Tore, Tränen und Triumphe, Sekretärinnen und Mütter, außerdem She Loves Me, Jekyll & Hyde, Me and My Girl, Crazy For You, The Scarlet Pimpernel, Chess, Company, The Birds of Alfred Hitchcock, City of Angels, Die Hexen von Eastwick, Bonnie & Clyde, Sunset Boulevard, A Little Night Music, Hochzeit mit Hindernissen, Avenue Q, Frühlings Erwachen (Spring Awakening), My Fair Lady und Lazarus. Murta ist in Musikerkreisen ein gefragter Arrangeur; zahlreiche seiner Arrangements gehören zu den Standards von Musical- und Gala-Aufführungen im In- und Ausland. Darüber hinaus komponiert Murta eigene Musicals: 1987 M … wie Marilyn
und sein Werk über das Leben von Galileo Galilei, Starry Messenger (Sternenbote), das 2004 sehr erfolgreich am Theater Bielefeld uraufgeführt wurde. Zu Beginn der Spielzeit 2010/11 folgte ebenso erfolgreich die Uraufführung von The Birds of Alfred Hitchcock und in der Spielzeit 2016/17 die Uraufführung von Das Molekül, für das er in fünf Kategorien beim Deutschen Musical-Theaterpreis nominiert und mit dem von New England Biolabs (NEB) ausgelobten »Passion in Science Award 2019« in der Kategorie »Arts & Creativity« ausgezeichnet wurde.

INSZENIERUNG
Thomas Winter war Sänger der Kölner Soulfunk Band Upstairs bevor er von 1995 bis 1999 an der Folkwang Hochschule Essen Schauspiel, Gesang und Tanz studierte. 1997 gewann er den 1. Preis beim Bundeswettbewerb Gesang (Musical, Chanson, Song). Von 1999 bis 2001 war er fest als Schauspieler am Theater Heilbronn und von 2001 bis 2005 am Staatstheater Oldenburg engagiert.
Seit 2005 arbeitet er als freier Schauspieler, war in Film- und Fernsehproduktionen wie Das Duo, SOKO München oder Der Baader-Meinhof-Komplex zu sehen und spielte unter anderem am Theater Bielefeld, im Winterhuder Fährhaus in Hamburg, am Theater Münster, in der Bar jeder Vernunft in Berlin, an der Deutschen Oper am Rhein und am Nationaltheater Mannheim.
Darüber hinaus ist er als Regisseur tätig und inszeniert u. a. an der Oper Chemnitz, am Volkstheater Rostock, am Theater Konstanz und am Theater Bielefeld, wo er auch seit 2011 die Spielstätte Loft künstlerisch betreut. Am Bielefelder Theater inszenierte er u. a. mit großem Erfolg City of Angels, Sunset Boulevard, Cyrano, Hochzeit mit Hindernissen, Das Molekül und My Fair Lady.

BÜHNE UND KOSTÜME
Ulv Jakobsen wurde 1962 in Berlin-Pankow geboren. Er absolvierte sein Design- und Bühnenbildstudium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und machte 1993 sein Diplom. 1992 war er Assistent bei Robert Wilson. Jakobsen war an über 80 Produktionen als Bühnen- und Kostümbildner an verschiedenen Theatern beteiligt. Darunter das Nationaltheater Lubljana (Slowenien), das Deutsche Theater Berlin, das Staatstheater Schwerin und das Theatret Vårt in Norwegen. Darüber hinaus arbeitete Jakobsen als Theater- und Filmautor in Schwerin, Bremerhaven und für den Kinofilm Die Datsche (2003). Seine Theaterplakate wurden mehrfach ausgezeichnet und fanden Aufnahme in staatliche und private Sammlungen. Am Theater Bielefeld war Ulv Jakobsen an den Musicalproduktionen City of Angels, Sunset Boulevard, Cyrano, Das Molekül und My Fair Lady als Bühnen- und Kostümbildner beteiligt.

CHOREOGRAFIE
Dominik Büttner studierte Schauspiel, Gesang und Tanz in Wien und sammelte bereits als Balletteleve erste Bühnenerfahrungen an der Wiener Staatsoper und an der Volksoper. Es folgten zahlreiche Engagements als Musicaldarsteller und Schauspieler, u. a. am Theater an der Wien, Theater des Westens Berlin, Nationaltheater Mannheim, Staatstheater Karlsruhe, Bad Hersfelder Festspiele, Oper Kiel, Stadttheater Ingolstadt, Komödie Düsseldorf, Apollo Theater Stuttgart, Theater 11 Zürich und bei der Japan-Tournee von Elisabeth der Vereinigten Bühnen Wien. Dabei arbeitete er beispielsweise mit Helmut Baumann, Jürg Burth, Stefan Huber, Melissa King, Kim Duddy, Bernd Mottl, Otto Pichler, Harry Kupfer, Dennis Callahan, Werner Sobotka und Roman Polanski zusammen. Außerdem spielte er Rollen in TV-Produktionen von ZDF, NDR, WDR und im Kinofilm Polly Blue Eyes. Inzwischen ist er vermehrt auch als Choreograf und/oder Regisseur tätig, u. a. am Theater Bielefeld, Theater für Niedersachsen Hildesheim, den Schauspielbühnen Stuttgart, Stadttheater Ingolstadt, Tipi am Kanzleramt Berlin sowie für Theaterprojekte und Produktionen in Namibia, Russland, der Türkei und den USA. Daneben hat er einen Lehrauftrag an der Universität der Künste Berlin im Studiengang Musical und war Gastdozent an der University of Namibia und der University of North Carolina/USA.

BESETZUNG
Henry Saunders Dirk Audehm
Bernie Guter, Inspizient Carlos Horacio Rivas
Max Garber, Assistent Jonas Hein
Anna 1 (Dame der Operngilde) Evelina Quilichini
Anna 2 (Dame der Operngilde) Franziska Hösli
Anna 3 (Dame der Operngilde) Michaela Duhme
Diana Divane, Operndiva Navina Heyne
Maggie Saunders, Henrys Tochter Jeannine Michèle Wacker
Tito Merelli, Startenor Joshua Farrier
Maria Merelli, seine Frau Roberta Valentini
Bürgermeister von Cleveland Paata Tsivtsivadze
Harry, Liftboy Vladimir Lortkipanidze
Mickey, Polizist Krzysztof Gornowicz
Joe, auch Polizist Mark Coles

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Bielefeld, Theater Bielefeld, Premiere ORPHEUS IN DER UNTERWELT, 07.06.2019

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Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

ORPHEUS IN DER UNTERWELT
Jacques Offenbach

PREMIERE Fr. 07.06.19, 19:30 Uhr, Stadttheater

Originaltitel Orphée aux Enfers / Libretto von Hector Crémieux und Ludovic Halévy / Textfassung von Nadja Loschky, Anne Christine Oppermann und Gregor Rot unter der Verwendung der deutschen Textfassung von Ludwig Kalisch / Frank Harders- Wuthenow / In deutscher Sprache

Musikalische Leitung Gregor Rot Inszenierung Nadja Loschky Bühne und Kostüm Timo Dentler, Okarina Peter Choreografie Ivica Novakovic Dramaturgie Anne Christine Oppermann Choreinstudierung Hagen Enke Mit Nohad Becker // Katja Brenner // Orsolya Ercsényi // Cornelie Isenbürger // Alexander Kaimbacher // Yoshiaki Kimura // Caio Monteiro // Nienke Otten / Daniel Pataky // Lorin Wey // Thomas Wolff // Mitglieder von E-Motion // Statisterie des Theaters Bielefeld // Bielefelder Opernchor / Bielefelder Philharmoniker

Eine Liebe, so groß, dass sie über den Tod hinausreicht. Eine Musik, so ergreifend, dass sie Naturgesetze außer Kraft setzt. Der antike Mythos um den treuen Sänger Orpheus, der in das Totenreich hinabstieg, um seine verstorbene Geliebte zurückzufordern, ist einfach wunderschön. Zu schön, um wahr zu sein, dachte sich Jacques Offenbach im Jahr 1858 und entwarf eine alternative Erzählung, die gleichermaßen die mythische Gattentreue wie auch die zeitgenössische Gesellschaft in ein satirisches Licht rückte. Rechtzeitig zu Offenbachs 200. Geburtstag im Juni 2019 kommt das Werk in einer eigens für Bielefeld erstellten Fassung im Stadttheater auf die Bühne.

Die Ehe ist wahrlich kein Zuckerschlecken! Am liebsten würden Orpheus und Eurydike ihren Bund fürs Leben schleunigst annullieren lassen, wenn dann nicht so ein Skandal drohte. Und Orpheus’ konservative Mama pocht sowieso auf der Einhaltung des Satzes: Bis dass der Tod euch scheidet. Insofern passt es allen eigentlich ganz gut, dass sich Eurydikes Geliebter als Gott der Unterwelt zu erkennen gibt, sie bei einem außerehelichen Schäferstündchen kurzerhand umbringt und in sein Reich entführt. Nur sein großer Bruder Jupiter findet das sehr ärgerlich, hatte er doch auch ein Auge auf die sinnenfreudige, göttlichen Besuchern nicht abgeneigte Erdentochter geworfen. Im brüderlichen Konkurrenzkampf greift Jupiter zu unlauteren Mitteln und manipuliert Orpheus dahingehend, dass er im Olymp seine ungeliebte Gattin zurückfordert. Nun kann Jupiter als höchster der Götter dieser Entführung offiziell nachgehen, ohne das Misstrauen seiner eigenen Gattin zu erregen. Nur allzu gern nutzen die durch ihren ewigen Dienst gelangweilten Götter diesen Anlass zu einem Betriebsausflug in die Unterwelt, um sich an diesem reizvoll verrufenen Ort selbst ein Bild der Lage zu machen.

Es soll Jacques Offenbachs Traum gewesen sein, »eine Versicherungsgesellschaft auf Gegenseitigkeit zur Bekämpfung der Langeweile zu gründen«. Orpheus in der Unterwelt mit seinen intelligenten Seitenhieben auf die Antike, aberwitzig grotesken Nummern wie dem Fliegenduett oder natürlich seinem Markenzeichen, dem als Höllen-Cancan berühmt gewordenen Galop infernal, dürfte sicherlich ein Kassenschlager unter den Versicherungspolicen gegen Langweile sein. Doch geht das Stück weit über bloße Unterhaltung und Parodie hinaus. Obwohl durchdrungen vom Geist ironischer Respektlosigkeit, zeichnet Offenbach hier ein liebevolles Bild einer Gesellschaft, die auf allen Ebenen vom Frust über das Vorhandene und dem Begehren nach dem (vermeintlich besseren) Fehlenden angetrieben wird. Selbst der Rausch droht so permanent in die Revolte umzuschlagen. Offenbachs sezierend genauer Blick zeigt die Zeitlosigkeit auf von menschlichen Sehnsüchten, Machtverhältnissen und Doppelmoral von der Antike über das Zweite Kaiserreich bis hin zur Gegenwart.

Und nichts beweist die bürgerliche Doppelmoral wohl besser, als dass sich der exorbitante Erfolg von Offenbachs Operette erst einstellte, nachdem ein Kritiker sich bitterlich über deren Lasterhaftigkeit beklagte …

Nadja Loschky und ihrem Team war es wichtig, Orpheus in der Unterwelt auch vom letzten Rest altertümlicher Behäbigkeit zu befreien, die durch einige ältere deutsche Übersetzungen transportiert wird. Sanft modernisiert und dem Ensemble auf den Leib geschrieben, verstellt so nichts den Blick auf die absurde Komik, aber auch tiefe Melancholie von Offenbachs Erfolgsstück. Als immer neue Varianten des Ewiggleichen präsentierten sich Erde, Himmel und Hölle im Bühnenbild von Timo Dentler und Okarina Peter, Sehnsuchtsorte nur für diejenigen, die noch nie dort waren. Wohin kann sich der Mensch noch wenden, wenn er die Götterwelt entzaubert hat? Daniel Pataky wird als Orpheus nicht nur seine Qualitäten als Sänger, sondern auch als Geiger unter Beweis stellen. Seine aufreizende Ehefrau Eurydike, verkörpert von Cornelie Isenbürger, weckt nicht nur die Begierde des Höllenfürsten Pluto (Lorin Wey), sondern auch die seines großen Bruders Jupiter. Nach seinen umjubelten Auftritten als Loge (Das Rheingold) und Aschenbach (Death in Venice) kehrt Alexander Kaimbacher als oberster Gott nach Bielefeld zurück. Die gelangweilten Götter Venus (Nienke Otten), Diana (Nohad Becker), Cupido (Yoshiaki Kimura) und Mercurio (Caio Monteiro) kann Jupiter allerdings nur mit Hilfe seiner Gattin Juno, dargestellt von der Schauspielerin Katja Brenner, unter Kontrolle halten. Dass eine missgünstige Schwiegermutter die Ehe bereits zur Hölle auf Erden machen kann, beweist Orsolya Ercsényi, die ihren Orpheus unter der Fuchtel hat. In diesem – trotz vieler Götter – allzu menschlichem Chaos bewahrt nur Styx, in Gestalt von Thomas Wolff, einen kühlen Kopf und einen klaren Blick auf Allgemein-Überzeitliches. Der Bielefelder Opernchor und die Bielefelder Philharmoniker spielen unter der Leitung von Gregor Rot.

Weitere Termine 12.06. // 23.06. // 04.07. // 06.07. Wiederaufnahme 05.10.
Karten 0521 51 54 54 // www.theater-bielefeld.de

MUSIKALISCHE LEITUNG
Der österreichische Dirigent Gregor Rot wurde in Wien geboren und studierte dort Gesang, Cembalo sowie Dirigieren bei Georg Mark. Noch während des Studiums übernahm er die musikalische Leitung der Sommerfestspiele Röttingen (Taubertal, Franken). 2008/09 fuhr er als Cembalist und Assistent für Così fan tutte und Le nozze di Figaro nach Venezuela zum Simón Bolivar Youth Orchestra. Es folgte eine Einladung als Gastdozent für Gesang und Deutsches Lied nach Caracas. Erste Engagements führten Gregor Rot zum Schönbrunner Schlossorchester, dem Leipziger Sinfonieorchester sowie als Assistent an die Opéra national du Rhin in Straßburg. Seine Theaterlaufbahn begann er am Südthüringischen Staatstheater Meiningen als Repetitor mit Dirigierverpflichtung und leitete bereits in seiner ersten Spielzeit fast 50 Vorstellungen (darunter Richard Wagners Rienzi). Nach zwei Jahren stieg er in Meiningen zum 2. Kapellmeister auf und dirigierte ein umfangreiches Repertoire in Musiktheater und Ballett. Für die überregional beachtete deutsche Erstaufführung der kasachischen Nationaloper Abai übernahm er die Einstudierung und die Umarbeitung des musikalischen und textlichen Materials für die Meininger Aufführung. 2013 bis 2017 war Gregor Rot 1. Kapellmeister des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin und dirigierte dort u. a. die Premieren von Aida, The Rake’s Progress, Die Verkaufte Braut, Die Zauberflöte, Jake Heggies Dead Man Walking und zahlreiche Konzerte. Gastdirigate führten ihn u. a. an die Theater Duisburg, Würzburg, Regensburg und Eisenach. 2016 gab Gregor Rot sein Debüt beim Bruckner Orchester im Brucknerhaus Linz und dem Wuppertaler Sinfonieorchester in der Historischen Stadthalle Wuppertal. Seit 2017 ist er 1. Kapellmeister des Theaters Bielefeld und der Bielefelder Philharmoniker.

INSZENIERUNG
Nadja Loschky studierte Musiktheaterregie an der HfM »Hanns Eisler« in Berlin. Parallel zu ihrem Studium assistierte sie Hans Neuenfels und arbeitete als freie Regisseurin an den Städtischen Bühnen Osnabrück. An diesem Theater entstanden in den folgenden Jahren unter ihrer Regie auch erste Inszenierungen im Bereich Kinder- und Jugendtheater. 2006 wurde ihre Interpretation von Frieds Monooper Das Tagebuch der Anne Frank zum Theatertreffen der Jugend nach Berlin eingeladen. Es folgten weitere Engagements, unter anderem am Staatstheater Kassel. Im Anschluss an ihre praktische Diplomprüfung 2009 inszenierte Nadja Loschky Verdis La Traviata und Rossinis Der Barbier von Sevilla an den Städtischen Bühnen Osnabrück sowie Faust von Charles Gounod am Staatstheater Kassel. 2011 debütierte sie mit der Uraufführung der Familienoper Mikropolis von Christian Jost an der Komischen Oper Berlin. Im Jahr 2012 entstanden Inszenierungen von Brittens A Midsummer Night’s Dream am Staatstheater Kassel, Mozarts Entführung aus dem Serail am Theater Heidelberg sowie der Familienoper Die Schatzinsel (Frank Schwemmer) am Opernhaus Zürich, denen 2013 Verdis Simon Boccanegra am Theater Aachen und Händels Alcina am Luzerner Theater folgten. 2014 führte sie Mozarts Così fan tutte erneut ans Theater Heidelberg und mit Madama Butterfly inszenierte sie am Theater Bielefeld ihre erste Puccini-Oper. Für diese Produktion wurde sie 2015 mit dem Götz-Friedrich-Preis ausgezeichnet. Im selben Jahr arbeitete sie erneut am Opernhaus Zürich und brachte Christian Josts Rote Laterne zur Uraufführung. Anschließend inszenierte sie Boieldieus selten gespielte Oper La dame blanche am Oldenburgischen Staatstheater und Mozarts Le nozze di Figaro am Theater Heidelberg. 2016 präsentierte sie sich erneut am Luzerner Theater,
diesmal mit einer Interpretation von Bellinis Oper Norma. Für ihre im gleichen Jahr entstandene Produktion Death in Venice von Benjamin Britten am Theater Bielefeld erhielt sie im Jahresheft der Fachzeitschrift »Opernwelt« eine Nominierung in der Kategorie »Beste Regie«.

Zu Beginn der Spielzeit 2016/17 inszenierte sie Verdis Macbeth am Oldenburgischen Staatstheater, dem Zingarellis Giulietta e Romeo am Barocktheater Schwetzingen folgte. Mit Monteverdi L’incoronazione di Poppea kam es im Frühjahr 2017 zu einer weiteren Arbeit am Theater Bielefeld, 2018 gab sie ihr Regiedebüt an der Oper Graz mit Ariane et Barbe-Bleue von Paul Dukas. In derselben Spielzeit wurde Nadja Loschky Hausregisseurin am Theater Bielefeld, wo sie Rihms Jakob Lenz inszenierte und dort im Anschluss die Spielzeit 2018/19 mit Verdis La Traviata eröffnete. Im Frühjahr 2019 debütierte sie an der Oper Köln mit Dvoraks Märchenoper Rusalka. Neben ihrer Regietätigkeit ist sie projektbezogen auch als Dozentin an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« sowie der »UDK« Berlin tätig. Nadja Loschky übernimmt ab der Spielzeit 2019/20 die künstlerische Leitung des Musiktheaters am Theater Bielefeld.

BÜHNE UND KOSTÜME
Timo Dentler, geboren in Ulm, studierte von 1990 bis 2000 Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Kneidl, dessen Meisterschüler er 1999 wurde. 1996 erhielt er den Markus-Lüpertz-Preis der Kunstakademie Düsseldorf. Erste Engagements führten ihn von 1992 bis 1998 als Bühnenbild- und Kostümbildassistent ans Berliner Ensemble, an die Oper Frankfurt, die Wiener Festwochen und die Münchner Kammerspiele. Er arbeitete in der Zeit u. a. eng mit Peter Zadek und Peter Palitzsch zusammen. Seit 1999 arbeitet Timo Dentler international als Bühnen- und Kostümbildner für Häuser wie die Staatsoper Stuttgart, das Zürcher Schauspielhaus, die Bregenzer Festspiele, das Nationaltheater Mannheim, das Staatstheater Nürnberg, das Badische Staatstheater Karlsruhe, das Düsseldorfer Schauspielhaus, das Kölner Schauspielhaus, das Staatstheater am Gärtnerplatz München, das Centraltheater Leipzig, das Staatstheater Mainz, das Staatstheater Wiesbaden sowie die Theater in Darmstadt, Magdeburg, Augsburg, Bremen, Bern, Luzern, Freiburg, Cottbus und Osnabrück.

Seit 2002 verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit Okarina Peter, mit der er gemeinsam 2009, 2011, 2013 und 2016 von der Fachzeitschrift Opernwelt als bester Bühnenbildner und 2011 und 2016 als bester Kostümbildner nominiert wurde. An der Staatsoper Stuttgart unter Klaus Zehelein stattete er Moskau Tscherjomuschki von Schostakowitsch, Mario und der Zauberer, Die Reisende Ceres von Haydn sowie Aeneas in Kartago aus. Am Theater Bielefeld entstanden u. a. die Bilder zu Viaggio a Reims, Oedipe von Enescu, Tristan und Isolde, Le nozze di Figaro, L’arbore di Diana, Don Pasquale, Falstaff sowie Ruslan und Ludmilla, am Theater Freiburg Le Negres, für die Bregenzer Festspiele Brittens Paul Bunyan sowie für das Staatstheater Mannheim Catone in Utica. Für den Regisseur Immo Karaman entwarf er Bühnenbilder und Kostüme für die Produktionen Die Bestmannoper (Theater Osnabrück), Prova di Orchestra (Oper Bern), Nabucco (Staatstheater Nürnberg), Aida (Staatstheater Wiesbaden) sowie Die Liebe zu den drei Orangen (Staatstheater am Gärtnerplatz und Theater Klagenfurt). Im Team von Walter Sutcliffe entstanden Don Giovanni, Orpheus in der Unterwelt, Zar und Zimmermann, Manon Lescaut und Der Zwerg, mit der Regisseurin Petra Luisa Meyer Peter Grimes und Violanta. Timo Dentler arbeitet auch erfolgreich als Bühnen- und Kostümbildner für Schauspielproduktionen. Diese Tätigkeit führte ihn an Häuser wie das Deutsche Theater Berlin, das Schauspielhaus Zürich, das Düsseldorfer Schauspielhaus, das Schauspiel Köln, das Staatstheater Mainz, das Staatstheater Karlsruhe, das Theater Bremen, das Staatstheater Darmstadt, das Nationaltheater Mannheim sowie zu den Mühlheimer Theatertagen. Musical-Produktionen in seiner Ausstattung waren u. a. Hair und Blues Brothers am Theater Augsburg, Company am Nationaltheater Mannheim/Theater Bielefeld, Die Hexen von Eastwick am Theater Bielefeld, Titanic bei den Bad Hersfelder Festspiele und Next to Normal am Theater Dortmund. Zuletzt entwarf er Bühne und Kostüme für La Forza del Destino am Staatstheater Wiesbaden und für Händels Siore bei den Internationalen Händelfestspielen Göttingen. Die aktuellsten Arbeiten führten ihn u. a. zusammen mit Peter Konwitschny an die Königliche Oper nach Kopenhagen. An der Semperoper Dresden debütierte er gemeinsam mit Okarina Peter 2011 mit der Ausstattung für Simplicius Simplicissimus. 2012 folgten dort Bühnenbild und Kostüme für Die Prinzessin auf der Erbse sowie 2013 für Ernst Kreneks Das geheime Königreich und 2014 für die Uraufführung Karl May, Raum der Wahrheit von Manos Tsangaris und Marcel Beyer. In der Saison 2014/15 entwarf er an der Semperoper gemeinsam mit Okarina Peter das Bühnenbild und die Kostüme für Die Brüder Löwenherz. Als Team zeichnen sie 2015/16 für die Ausstattung von R.Hot bzw. Die Hitze von Friedrich Goldmann verantwortlich, 2016/17 für die Uraufführung The Killer in me is the Killer in you my darling. Weitere Projekte mit Okarina Peter führten ihn in jüngster Zeit an die Oper Graz (Il Barbiere di Siviglia / R: Axel Köhler), an das Theater Chemnitz (Der Zwerg / R: Walter Sutcliffe), ans Theater Dortmund (Next to Normal / R: Stefan Huber) sowie zu den Maifestspielen ans Staatstheater Wiesbaden (Forza del Destino / R: Immo Karaman). In Zusammenarbeit mit Peter Konwitschny entstanden Boris Godunov für die Oper Nürnberg, die Oper Göteborg, das Theater Lübeck und die Volksoper Wien sowie Lady Macbeth von Mzensk für das Theater Augsburg und Königliche Oper Kopenhagen.

Okarina Peter, geboren in Konstanz, studierte von 1994 bis 2000 Bühnen- und Kostümbild an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Kreidl, dessen Meisterschülerin sie 1999 wurde. Als Bühnen- und Kostümbildassistentin arbeitete sie bereits während ihres Studiums am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Theater Bremen, an den Münchner Kammerspielen und bei den Wiener Festwochen u. a. bei Karl Kneidl und Peter Zadek. Seit 1999 ist Okarina Peter als freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin tätig und hat sich seitdem als eine der interessantesten Ausstatterinnen ihrer Generation etabliert. Sie arbeitet für Schauspiel und Oper, wobei das Musiktheater in den letzten Jahren zu einem Schwerpunkt geworden ist. Die von ihr ausgestatteten Werke gehören häufig nicht zu den Standardwerken des Repertoires und zeugen vom großen Phantasiereichtum und der Neugier von Okarina Peter: Händels Siroe (Händelfestspiele Göttingen 2013, Rezniceks Ritter Blaubart (Augsburg 2012), K. A. Hartmanns Simplicius Simplicissimus (Semperoper 2011), Prokofjews Liebe zu den drei Orangen (Staatstheater am Gärtnerplatz 2011) sind ebenso darunter wie eine Reihe Uraufführungen. »Klassikern« wie Aida und La Forza del Destino (Wiesbaden 2012 bzw. 2014), Die Zauberflöte (Leipzig 2010) und Tristan und Isolde (Bielefeld 2008), Otello (Augsburg 2017) weiß sie dabei ebenso ein modernes Bild zu verleihen. Seit 2002 verbindet sie eine enge Zusammenarbeit mit Timo Dentler, mit dem
gemeinsam sie 2009, 2013 und 2016 von der Fachzeitschrift Opernwelt als beste Bühnenbildnerin sowie 2011 und 2016 als beste Kostümbildnerin nominiert wurde. Zu ihren bisherigen Auftraggebern zählen Häuser wie die Staatsoper Stuttgart, das Zürcher Schauspielhaus, die Bregenzer Festspiele, das Nationaltheater Mannheim, das Staatstheater Nürnberg, das Staatsschauspiel Dresden, das Opernhaus Halle, das Badische Staatstheater Karlsruhe, das Staatstheater am Gärtnerplatz München, das Centraltheater Leipzig, das Kölner Schauspielhaus, das Staatstheater Wiesbaden sowie die Theater von Luzern, Magdeburg, Freiburg, Augsburg und Bielefeld. Weitere Produktionen führten sie unter anderem an die Oper Graz (Il Barbiere di Siviglia / R: Axel Köhler), an das Theater Chemnitz (Der Zwerg / R: Walter Sutcliffe), ans Theater Osnabrück (Manon Lescaut / R: Walter Sutcliff) und ans Theater Dortmund (Next to Normal / R: Stefan Huber).

Mit vielen Häusern, darunter die Semperoper Dresden, verbindet Okarina Peter mittlerweile eine regelmäßige Zusammenarbeit: Hier gab sie gemeinsam mit Timo Dentler 2011 ihr Debüt mit der Ausstattung für Simplicius Simplicissimus. Es folgten 2012 Bühnenbild und Kostüme für Die Prinzessin auf der Erbse sowie 2013 für Ernst Kreneks Das geheime Königreich und 2014 für die Uraufführung Karl May, Raum der Wahrheit von Manos Tsangaris und Marcel Beyer. In der Saison 2014/15 entwarf sie gemeinsam mit Timo Dentler Bühnenbild und Kostüme für die Auftragskomposition Die Brüder Löwenherz. 2015/16 zeichneten sie als Team für die Ausstattung von R.Hot bzw. Die Hitze von Friedrich Goldmann verantwortlich, 2016/17 für die Uraufführung

The Killer in me is the Killer in You My Darling. In Zusammenarbeit mit Peter Konwitschny entstanden Lady Macbeth von Mzensk an der Königlichen Oper Kopenhagen und am Theater Augsburg, sowie Boris Godunow am Staatstheater Nürnberg. Diese Produktion wird auch an der Oper Göteborg sowie am Theater Lübeck und an der Volksoper Wien zu sehen sein.

BESETZUNG
Orpheus Daniel Pataky
Eurydike Cornelie Isenbürger
Jupiter / öffentliche Meinung Alexander Kaimbacher
Pluto Lorin Wey
Venus Nienke Otten
Diana Nohad Becker
Cupido Yoshiaki Kimura
Mercurio Caio Monteiro
Juno Katja Brenner
Orpheus Mama Orsolya Ercsényi
Styx Thomas Wolff

—| Pressemeldung Theater Bielefeld |—

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