München, Gärtnerplatz Theater, Spielplan Juli 2019


Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Spielplan Juli 2019

Die Reihe »Sinfonische Lyrik« wird am 19. Juli mit der FAUST-SINFONIE von Franz Liszt im Gärtnerplatztheater fortgesetzt. Ergänzt durch Texte von Christopher Marlowe, Johann Wolfgang von Goethe und Nikolaus Lenau – rezitiert von Michael Dangl – präsentiert das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz unter der musikalischen Leitung von Chefdirigent Anthony Bramall diesen viel zu wenig beachteten musikalischen Beitrag zur Faustrezeption. Faust, Gretchen und Mephistopheles werden dabei zu klingenden Gestalten. Ernst, romantisch und rauschhaft beleben sie den alten Mythos mit neuer Kraft.

Am 2., 9., und 15. Juli ist die neue Episode der kultigen Dancesoap MINUTEMADE des Balletts des Staatstheaters am Gärtnerplatz auf der Studiobühne des Gärtnerplatztheaters und im Carl-Orff-Saal des Gasteig zu erleben. Die Choreografen Andonis Foniadakis, Iván Pérez, Lukas Timulak und Jeroen Verbruggen stellen sich in dieser Saison der Herausforderung innerhalb von nur einer Woche Probenzeit ein neues Stück zu kreieren, das genau dort weitermacht, wo sein Vorgänger beim letzten Mal aufgehört hat.

Am 4. Juli feiert die Produktion des Jungen Gärtnerplatztheaters FRIDA KAHLO Premiere auf der Studiobühne des Gärtnerplatztheaters. Unter der musikalischen Leitung von Bettina Ostermeier und in der Regie von Susanne Schemschies widmet sich die Gärtnerplatz Jugend der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo. Die Jugendlichen haben auch dieses Jahr das Musiktheaterstück selbst geschrieben und erarbeitet.

Die vom Publikum gefeierte Uraufführung der Oper LILIOM steht vom 6. bis 14. Juli auf dem Spielplan des Gärtnerplatztheaters. Die österreichische Komponistin Johanna Doderer verwandelte zusammen mit Staatsintendant Josef E. Köpplinger Ferenc Molnárs legendäre Vorstadtlegende erstmalig in eine Oper. Unter der musikalischen Leitung von Michael Brandstätter und in der Regie von Josef E. Köpplinger erleben Sie in den Hauptrollen Daniel Prohaska als Liliom, Camille Schnoor als Julie und Angelika Kirchschlager als Frau Muskat.

Das frenetisch bejubelte Musical PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE von Stephan Elliott und Allan Scott mit den Discohits der 70er und 80er ist ab 15. Juli wieder zurück im Gärtnerplatztheater. Basierend auf dem gleichnamigen, fulminanten Kinoerfolg erzählt »Priscilla – Königin der Wüste« die packende, zu Herzen gehende Geschichte von drei Freunden aus dem Traviestiekünstler-Milieu, die sich gemeinsam auf die Reise ihres Lebens in einem abgetakelten alten Bus namens »Priscilla« quer durchs australische Outback machen – und am Ende mehr gewinnen, als sie sich jemals zu träumen gewagt hatten.

Zum Abschluss der Saison am 25. Juli  präsentiert das Gärtnerplatztheater FINALISSIMO nach dem Motto »Das Beste zum Schluss!«. Solistinnen und Solisten, der Chor, das Ballett und das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz zeigen noch einmal die Höhepunkte der vergangenen elf Monate aus Oper, Operette, Musical und Tanz unter der musikalischen Leitung von Anthony Bramall, Michael Brandstätter und Andreas Kowalewitz. Staatsintendant Josef E. Köpplinger wird den Abend moderieren. Feiern Sie gemeinsam mit uns und unseren Künstlerinnen und Künstlern das Ende der Spielzeit und tanken Sie Melodien für die Sommerpause, bis es im September dann wieder heißt: »Vorhang auf!«

Im Repertoire zeigen wir Giacomo Puccinis Oper LA BOHÈME, das Musical MY FAIR LADY von Frederick Loewe und das Expeditionsballett ATLANTIS von Ballettdirektor Karl Alfred Schreiner.


SINFONISCHE LYRIK
FAUST-SINFONIE
von Franz Liszt
mit Texten von Christopher Marlowe, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau u.a.
Dirigat: Anthony Bramall
Rezitation: Michael Dangl
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz
19. Juli 2019


Uraufführung
MINUTEMADE
Die wöchentliche Dancesoap des Gärtnerplatztheaters
Choreografie: Andonis Foniadakis / Iván Pérez / Lukas Timulak / Jeroen Verbruggen
Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz
ACT ONE 2. Juli 2019 Studio Gärtnerplatztheater
ACT TWO 9. Juli 2019 Carl-Orff-Saal, Gasteig
ACT THREE 15. Juli 2019 Carl-Orff-Saal, Gasteig


JUNGES GÄRTNERPLATZTHEATER
Premiere
FRIDA KAHLO
Eine Produktion der Gärtnerplatz Jugend
Musikalische Leitung: Bettina Ostermeier
Regie: Susanne Schemschies
Choreografie: Roberta Pisu
Bühne und Kostüme: Stephanie Thurmair
Mit der Gärtnerplatz Jugend
Premiere am 04. Juli 2019


Wiederaufnahme
LILIOM
Oper
Musik von Johanna Doderer | Libretto von Josef E. Köpplinger
Frei nach dem Bühnenstück »Liliom« von Ferenc Molnár
Auftragswerk des Staatstheaters am Gärtnerplatz
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung: Michael Brandstätter | Regie: Josef E. Köpplinger
Bühne: Rainer Sinell | Kostüme: Alfred Mayerhofer
Licht: Josef E. Köpplinger, Michael Heidinger | Video: Meike Ebert, Raphael Kurig
Choreinstudierung: Felix Meybier | Dramaturgie: Michael Alexander Rinz
Mit: Daniel Prohaska, Camille Schnoor, Cornelia Zink, Angelika Kirchschlager, Matija Mei?,
Jasmina Sakr, Dagmar Hellberg, Christoph Filler, Holger Ohlmann, Juan Carlos Falcón,
Christoph Seidl, Peter Neustifter, Martin Hausberg, Erwin Windegger, Alexandros
Tsilogiannis, Holger Ohlmann
Chor, Kinderchor und Statisterie des Staatstheaters am Gärtnerplatz,
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz
ab 6. Juli 2019
zum letzten Mal am 14.07.2019


Wiederaufnahme
PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE
Musical
Buch von Stephan Elliott und Allan Scott
Nach dem Kinofilm von Latent Image / Specific Films
In Zusammenarbeit mit Nullarbor Productions und MGM On Stage und outside eye Wien
Mit den Discohits der 70er und 80er
Musikalische Arrangements und Orchestration von Stephen ›Spud‹ Murphy
Für die Bühne entwickelt von Simon Phillips | Deutsch von Michael Alexander Rinz
In Kooperation mit dem Theater St. Gallen
In deutscher Sprache. Songs in englischer Originalsprache
Musikalische Leitung: Jeff Frohner | Regie: Gil Mehmert | Choreografie: Melissa King
Bühne: Jens Kilian | Kostüme: Alfred Mayerhofer | Licht: Michael Heidinger
Video: Meike Ebert | Dramaturgie: Michael Alexander Rinz
Mit: Armin Kahl, Erwin Windegger, Terry Alfaro, Alex Frei, Frank Berg, Jasper Baumann /
Clemens von Bechtolsheim / Matthias Thomas, Katharina Lochmann / Tanja Schön, Dorina
Garuci, Jessica Kessler, Amber Schoop, Marides Lazo, Angelika Sedlmeier, Eric
Rentmeister, Jurriaan Bles, Karim Ben Mansur / David Eisinger, Andreas Nützl, Adriano
Sanzò, Alan Byland, John Baldoz, Rachel Marshall, Susanne Seimel, Samantha Turton
Orchester des Staatstheaters

ab 15. Juli 2019


KONZERT
»Finalissimo«
Dirigat: Anthony Bramall, Michael Brandstätter, Andreas Kowalewitz
Moderation: Josef E. Köpplinger
Staging: Lukas Wachernig
Solist/innen: Mária Celeng, Juan Carlos Falcón, Martin Hausberg, Mathias Hausmann,
Lucian Krasznec, Frances Lucey, Maximilian Mayer, Matija Mei?, Maximilian Berling, Sophie
Mitterhuber, Ann-Katrin Naidu, Jennifer O’Loughlin, Holger Ohlmann, Elaine Ortiz Arandes,
Levente Páll, Gyula Rab, Christoph Seidl, Timos Sirlantzis, Valentina Stadler, Ilia Staple,
Anna-Katharina Tonauer, Alexandros Tsilogiannis
Ballett und Chor des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz
25. Juli 2019


Repertoire


ATLANTIS
Ballett von Karl Alfred Schreiner

LA BOHÈME
Oper von Giacomo Puccini

MY FAIR LADY
Musical von Frederick Loewe


Juli 2019


Di 02.07. Uraufführung
MINUTEMADE
Die wöchentliche Dancesoap des Gärtnerplatztheaters
21.00
Studiobühne


Do 04.07 Premiere
FRIDA KAHLO
Gärtnerplatz Jugend
19.30
Studiobühn


Fr 05.07 FRIDA KAHLO
Gärtnerplatz Jugend
19.30
Studiobühn


Sa 06.07 Spielzeitpremiere
LILIOM
Oper
19.30

FRIDA KAHLO
Gärtnerplatz Jugend
15.00
Studiobühne


So 07.07 ATLANTIS
Expeditionsballett
18.00


Di 09.07 Uraufführung
MINUTEMADE
Die wöchentliche Dancesoap des Gärtnerplatztheaters
21.00
Carl-Orff-Saal, Gasteig


Mi 10.07. LILIOM
Oper
19.30


Do 11.07 LA BOHÈME
Oper
19.30


Fr 12.07. LILIOM
Oper
19.30


Sa 13.07 LA BOHÈME
Oper
19.30


So 14.07. LILIOM
Oper
18.00


Mo 15.07. Spielzeitpremiere
PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE
Musical
19.30

Uraufführung
MINUTEMADE
Die wöchentliche Dancesoap des Gärtnerplatztheaters
21.00
Carl-Orff-Saal, Gasteig


Di 16.07. PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE
Musical
19.30


Mi 17.07. PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE
Musical
19.30


Do 18.07. LA BOHÈME
Oper
19.30


Fr. 19.07 »FAUST-SINFONIE«
Sinfonische Lyrik
19.30


Sa 20.07. MY FAIR LADY
Musical
19.30


So 21.07 MY FAIR LADY
Musical


Mo 22.07. PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE
Musical
19.30


Di 23.07. PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE
Musical
19.30


Mi 24.07 PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE
Musical
19.30


Do 25.07. Konzert
FINALISSIMO
Das Beste kommt zum Schluss
20.30


Ende der Spielzeit 2018|2019
Beginn der Spielzeit 2019|2020 am 14. September

 

—| IOCO Kritik Staatstheater am Gärtnerplatz |—

Nürnberg, Staatstheater Nürnberg, 2017/18 – Spannend, Schön, Kontrovers, IOCO Aktuell, 22.07.2017

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Staatstheater Nürnberg

Staatstheater Nürnberg © Ludwig Olah

Staatstheater Nürnberg © Ludwig Olah

Der Spielplan 2017/2018 des Staatstheater Nürnberg
Letzte Spielzeit von Peter Theiler

Staatstheater Nürnberg / Intendant Peter Theiler © Ludwig Olah

Staatstheater Nürnberg / Intendant Peter Theiler © Ludwig Olah

Staatsintendant Peter Theiler stellte den Spielplan für die Saison 2017/2018 gemeinsam mit dem Geschäftsführenden Direktor Christian Ruppert, den Spartenleitern des Staatstheaters, Schauspieldirektor Klaus Kusenberg, Generalmusikdirektor Marcus Bosch und der Leiterin der Theaterpädagogik Anja Sparberg vor. Es wird die letzte Spielzeit von Peter Theiler am Staatstheater Nürnberg sein; 2018 wechselt er als Intendant an die seit Jahren von Managementproblemen geplagte Semperoper in Dresden. Jens Daniel Herzog, *1963, heutiger Intendant der Oper Dortmund, wird 2018 Nachfolger von Peter Theiler.

Das Staatstheater Nürnberg ist eines der großen Vierspartentheater Deutschlands, Oper, Schauspiel, Ballett und Konzert. Pro Saison besuchen 270.000 Besucher die etwa 650 Vorstellungen. Zentraler Spielort des Staatstheaters ist das  architektonisch attraktive Opernhaus. Weitere Spielstätten sind das Schauspielhaus Nürnberg mit den Kammerspielen und der BlueBox und die Meistersingerhalle, in der die Konzertreihen der Staatsphilharmonie Nürnberg stattfinden,

Die Opernsaison 2017/18 eröffnet am Stattstheater Nürnberg mit Hector Berlioz‘ Großwerk Die Trojaner (Les Troyens) in einer Neuinszenierung des spanischen Regisseurs Calixto Bieito unter der Musikalischen Leitung von GMD Marcus Bosch (Premiere: 08.10.2017). Diese Produktion setzt nicht nur die Pflege der französischen Grand Opéra und insbesondere der Werke Berlioz‘ im Nürnberger Repertoire fort, sie schlägt auch einen Bogen zur Eröffnung von Peter Theilers Nürnberger Intendanz im Herbst 2008 mit Berlioz‘ Opernerstling Benvenuto Cellini. Mit der Eröffnungsproduktion setzt Peter Theiler einen inhaltlichen Schwerpunkt, der sich durch den Spielplan 2017/2018 zieht, denn Berlioz‘ Die Trojaner ist nur eine von drei Neuproduktionen, die im Sagenkreis des Trojanischen Krieges angesiedelt ist. Auch Wolfgang Amadeus Mozarts selten gespielter Idomeneo erzählt von einem der Kriegsheimkehrer; inszeniert wird das Drama per musica von David Bösch, der damit zum ersten Mal in Nürnberg arbeitet. Die Musikalische Leitung der Produktion hat Marcus Bosch, die auch eine Koproduktion mit der Opera Vlaanderen in Antwerpen ist (Premiere: 17.02.2018). Die dritte Produktion, die thematisch an den Troja-Mythos anknüpft, ist Claudio Monteverdis Die Rückkehr des Odysseus (Il ritorno d’Ulisse in patria). Die in Nürnberg durch ihre Inszenierungen von Platée und Die Hochzeit des Figaro bestens bekannte Regisseurin Mariame Clément führt Regie, die Musikalische Leitung liegt in den Händen eines Spezialisten für Alte Musik, des Dirigenten und Lautenisten Wolfgang Katschner. Es ist die zweite Koproduktion des Staatstheaters mit dem Théatre des Champs-Èlysées, Paris, und die erste mit der Opéra de Dijon (Premiere: 03.06.2018). Das Symposium „Krieg, Irrfahrten und Heimkehr“ widmet sich am 19. November 2017 von wissenschaftlicher Seite dem Mythos Troja bei Berlioz, Mozart und Monteverdi, steht aber auch interessierte Laien und Opernliebhabern offen (Eintritt frei). Das Symposium setzt die langjährige Zusammenarbeit mit dem Institut für Theater- und Medienwissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen fort.

Im Jahr 2018 wäre Bernd Alois Zimmermann 100 Jahre alt geworden. Mit einer Neuinszenierung seiner Oper Die Soldaten durch Regiealtmeister Peter Konwitschny feiert das Staatstheater Nürnberg den Geburtstag eines der bedeutendsten Komponisten der Nachkriegszeit. BR-Klassik überträgt die Premiere live, die unter der Musikalischen Leitung von Marcus Bosch steht (Premiere: 17.03.2018). Darüber hinaus bietet das Staatstheater zusammen mit der Bernd Alois Zimmermann-Gesamtausgabe, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz sowie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ein öffentliches zweitägiges Symposium am 14. und 15. April 2018 unter dem Titel „Wahrnehmungstheater“ an.

Staatstheater Nürnberg / Norma © Jutta Missbach

Staatstheater Nürnberg / Norma © Jutta Missbach

Sie ist wohl die bekannteste aller Belcanto-Opern und im Schaffen Gioacchino Rossinis der große Wurf schlechthin: Der Barbier von Sevilla (Il barbiere di siviglia), inszeniert wird das muntere Spektakel von Josef E. Köpplinger, Staatsintendant am Münchner Gärtnerplatztheater, unter der Musikalischen Leitung des 2. Kapellmeisters Volker Hiemeyer (Premiere: 13.05.2018). Den hochdramatischen Gegenpol dieser Gattung schafft im Staatstheaterspielplan die Wiederaufnahme von Vincenzo Bellinis Norma, die erst am 13. Mai 2017 in Nürnberg Premiere feiert, in einer Inszenierung von Stéphane Braunschweig, unter der Musikalischen Leitung von Marcus Bosch (WA: 22.09.2017).

Für das Fach des gut gemachten Unterhaltungs-Musiktheaters steht schon seit einigen Jahren der Name des österreichischen Regisseurs Thomas Enzinger am Staatstheater Nürnberg. Gemeinsam mit seinem Ausstatter Toto setzt er Franz Lehárs Operette Die lustige Witwe in Szene, unter der Musikalischen Leitung des 1. Kapellmeisters Guido Johannes Rumstadt (Premiere: 05.11.2017). Zum Jahresausklang und anknüpfend an zahlreiche erfolgreich Musical-Produktionen der zurückliegenden Jahre bringt das Staatstheater eine eigene Musical-Revue heraus: The Lights of Broadway. Für Konzept und Inszenierung zeichnet Gaines Hall verantwortlich, der den Nürnbergern als Sängerdarsteller und Tänzer bestens bekannt ist, vor allem aus den Musical-Klassikern im Opernhaus: „Silk Stockings“ (Steve Canfield) und Singin‘ in the rain (Don Lockwood) (Premiere: 29.12.2017). Die Musikalische Leitung hat der versierte Musicalspezialist Kai Tietje. Die Revue-Produktion ist eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Die Repertoire-Schiene der gutgemachten Unterhaltung vervollständigt die Wiederaufnahmeserie des Dauerbrenners My Fair Lady (ebenfalls: Regie Thomas Enzinger) mit dem ganz speziellen fränkischen Zungenschlag sowie Volker Heißmann als Alfred Doolittle und Martin Rassau als Mrs. Higgins als Local-Star-Guest der Produktion. Die Musikalische Leitung hat Kapellmeister Andreas Paetzold (WA: 01.10.2017).

Den Spielplan runden einige Wiederaufnahmen von Inszenierungen ab, die vom Nürnberger Publikum in vergangenen Spielzeiten besonderes geliebt wurden, wie Alexandra Szeméredys und Magdolna Parditkas Inszenierung von Giacomo Puccinis La Bohème, unter der Musikalischen Leitung von Marcus Bosch (WA: 20.10.2017). Ein Wiedersehen gibt es auch mit Laura Scozzis frech-frischer Zauberflöten-Inszenierung unter der Musikalischen Leitung von Guido Johannes Rumstadt (WA: 24.11.2017). Gleich zwei Opern Giuseppe Verdis kommen zum Abschied noch einmal auf die Nürnberger Opernhausbühne: Die bewegende Othello-Inszenierung von Gabriele Rech, unter der Musikalischen Leitung von Guido Johannes Rumstadt (WA: 14.01.2018), und Peter Konwitschnys aufsehenerregende La traviata, unter der Musikalischen Leitung von Marcus Bosch (WA: 07.04.2018). Eine weitere Reminiszenz an das Genre der französischen Oper ist die Wiederaufnahme von Bizets Carmen (WA: 27.01.2018) in der Inszenierung von Laurent Laffargue unter der Musikalischen Leitung von Volker Hiemeyer. Und schließlich kehrt auch noch einmal – vor der Übernahme der Staatstheaterintendanz ab 2018/19 – Jens Daniel Herzogs Tosca-Inszenierung zurück, die Musikalische Leitung dieser Puccini-Oper hat Volker Hiemeyer (WA: 15.06.2018).

Neben der Fortsetzung der Reihe LiedGut im Gluck-Saal ist auch für die kommende Saison ein besonderes Highlight in Planung: Kammersänger Jochen Kupfer präsentiert im Opernhaus ein ganz besonderes Liederprojekt unter dem Titel „Wanderer“, begleitet am Klavier von Marcelo Amaral (18.01.2018).

Mit einer festlichen Abschiedsgala Addio del passato feiert das Staatstheater Nürnberg nach 10 Jahren den Abschied von Staatsintendant Peter Theiler im Opernhaus am 30. Juni 2018. Mit dem 2. Gesangswettbewerb Die Meistersinger von Nürnberg vom 21. bis 26. Juli 2018 endet die Saison 2017/2018. Krönender Abschluss nach dem Finalkonzert am 25. Juli wird das Preisträgerkonzert mit der Staatsphilharmonie Nürnberg unter der Leitung von Marcus Bosch auf dem Hauptmarkt. (26.07.2018)

Das vom Staatstheater Nürnberg initiierte und in Auftrag gegebene Forschungsprojekt „Inszenierung von Macht und Unterhaltung – Propaganda und Musiktheater in Nürnberg 1920-1950“ findet nach zwei Symposien einen öffentlichen Abschluss in einer Ausstellung im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände. Vom 15. Juni 2018 bis 06. Januar 2019 ist dort eine Sonderausstellung in der THW-Halle zu sehen und zu erleben, unter dem Titel „Inszenierung von Macht und Unterhaltung“. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Dokuzentrum und dem Forschungsinstitut für Musiktheater Thurnau.

Die im Vorjahr so erfolgreiche Kooperation mit dem Festival NueJazz wird auch 2017/2018 fortgesetzt, das Mark Guiliana Jazz Quartet und das Avishai Cohen Quartet bestreiten das Starkonzert im Opernhaus (10.11.2017). Eine weitere Kooperation geht das Staatstheater Nürnberg mit den Machern von Nürnberg.POP ein und präsentiert gemeinsam das Auftaktkonzert mit Tom Schilling & The Jazz Kid (22.10.2017). In der neuen Reihe „Bei Egerdörfers unterm Sofa“ mit dem fränkischen Kultkabarettisten und Tatort-Darsteller Matthias Egersdörfer und Claudia Schulz wird es, nach der Auftaktveranstaltung am 29. Mai 2017, drei weitere Talk/Musik/Kabarett-Abende mit neuen Gästen im Opernhaus geben (01.11.2017, 19.01.2018, 16.05.2018).

„Glück gehabt!“ – unter diesem außergewöhnlichen Motto steht die Abschiedsspielzeit 2017/2018 von Schauspieldirektor Klaus Kusenberg: Mal als Rückbesinnung, mal als Zukunftsvision, steht die spielerisch und kunstvoll ausgetragene existenzielle Auseinandersetzung mit heutiger Lebenswirklichkeit im Zentrum des Spielplans, immer wieder auch versehen mit der programmatischen Frage: Glück gehabt? Die Befragung der Stücke und Stoffe werden auch in dieser Spielzeit namhafte Regisseur*innen am Schauspiel übernehmen, von denen manche den Spielplan mit ihren künstlerischen Handschriften über Jahre hinweg geprägt haben: Georg Schmiedleitner und Frank Behnke, Schirin Khodadadian, Sascha Hawemann, Bettina Brunier, Patricia Benecke und Eike Hannemann; auch Anne Bader und Julia Prechsl kehren nach ihren erfolgreichen Inszenierungen der letzten Saison zurück. Gegenwartsdramatik auf Höhe der Zeit wird in zahlreichen Ur- und Erstaufführungen und Auftragsarbeiten zu erleben sein, u.a. von Jörn Klare, Christoph Nußbaumeder und Alistair Beaton, und nicht zuletzt im vierten Jahr TALKING ABOUT BORDERS. Der 13. internationale Dramenwettbewerb und das Festivalwochenende im Sommer 2017 werden gemeinsam mit den Partnerländern Estland, Lettland und Littauen veranstaltet.

Im Schauspielhaus eröffnet die Saison mit Kasimir und Karoline (Premiere: 06.10.2017), berühmtes Volksstück und „Ballade von stiller Trauer, gemildert durch Humor“ des Autors Ödön von Horvath. Regie führt Georg Schmiedleitner, der damit an Nürnberger Erfolge wie Geschichten aus dem Wiener Wald und Glaube Liebe Hoffnung anschließt. Schauspieldirektor Klaus Kusenberg wird die tiefschwarze Komödie Abgefrackt! (Premiere: 21.10.2017) inszenieren, nach Feelgood bereits die zweite deutschsprachige Erstaufführung des britischen Autors Alistair Beaton, und damit seine Beschäftigung mit dem Autor fortsetzen. In der Premieren-Serie vor Weihnachten wird ebenfalls Klaus Kusenberg Die Wiedervereinigung der beiden Koreas (Premiere: 16.12.2017) des französischen Gegenwartsdramatikers Joël Pommerat zur Aufführung bringen, ein kluger und feinfühliger Theatertext, der in szenischen Miniaturen die Aporien der Liebesbeziehungen unserer Zeit beleuchtet. In seiner fünften Regie im Schauspielhaus übernimmt Sascha Hawemann Wolfgang Borcherts einziges Drama Draußen vor der Tür (Premiere: 24.02.2018), die Geschichte eines Kriegsheimkehrers und ein heute leider allzu aktueller Protestschrei gegen den Fluch des Krieges. Nach dem Erfolg von Terror widmet sich Frank Behnke William Shakespeares großer Komödie Wie es euch gefällt (Premiere: 14.04.2017) und wird Liebende, Verirrte, Narren und Philosophen im Schatten des Waldes aufeinandertreffen lassen. Zum großen Abschied dann wird die Musikalische Leiterin des Schauspiels Bettina Ostermeier mit Raumstation Sehnsucht (Uraufführung: 02.06.2018), gemeinsam mit Friederike Engel und in der Regie von Patricia Benecke, einer vielköpfigen Band, den sangesfreudigen Mitgliedern des Schauspielensembles und vielen unvergesslichen Songs der Musikgeschichte das Schauspielhaus noch einmal zum Beben bringen, bevor der Countdown läuft und es am Ende, ganz am Ende mit Überraschungsgästen und viel Musik dann endgültig heißt: „Glück gehabt“ (14., 15., 22.07.2018).

Die Saison in den Kammerspielen eröffnet mit einem Abschluss: In ihrer zweiten Nürnberger Regie inszeniert Anne Bader Wir sind glücklich, dem nach Man muss dankbar sein und Ihr könnt froh sein dritten Teil von Volker Schmidts Trilogie (Uraufführung: 13.10.2017), ein bestechender, kunstvoller Blick auf Globalisierung und Arbeitsmigration. Schirin Khodadadian wird die Uraufführung des Auftragswerks Im Schatten kalter Sterne von Christoph Nußbaumeder (Premiere: 15.12.2017) übernehmen, dessen Arbeit nach Fleischwerk damit zum zweiten Mal in Nürnberg zu sehen sein wird. Und als dritte und letzte Produktion in den Kammerspielen wird Bettina Brunier Robert Redfords Hände selig (Premiere: 07.04.2018) der vielfach ausgezeichneten Autorin Rebekka Kricheldorf (Premiere: 07.04.2018) inszenieren, die mit bitterbösem Humor von einem deutschen Paar erzählt, das in der Ferne nach der Bestimmung seines Lebens sucht, dabei jedoch die politischen Realitäten des fremden Landes verkennt.

Auch in der letzten Spielzeit offenbart sich der experimentierfreudige Charakter der kleinsten Spielstätte des Schauspiels, der BlueBox, in Gestalt einer ganzen Reihe von Uraufführungen: Als Auftakt kommt erneut ein Stück des Dramatikers, Sachbuchautors und Journalisten Jörn Klare zur Uraufführung. Mit dem Auftragswerk Höhenrausch (Uraufführung: 07.10.2017) entwirft er, selbst leidenschaftlicher Bergsteiger, das faszinierende Porträt eines Grenzgängers. Nach der längst zum Kult avancierten Inszenierung „Winnetou“ installiert Eike Hannemann dieses Format gemeinsam mit Anita Augustin neu für Nürnberg: Nekropolis – Die Stadt gehört uns! ist ein Live-Hörspiel mit viralem Charakter, Subjekt: die Ausrottung der Menschheit durch eine globale Seuche in Gestalt von Zombies (Uraufführung: 14.12.2017). Nach Letzte Stunde(n). Ein Abend für Marilyn Monroe wird die Nürnberger Kammerschauspielerin Adeline Schebesch wieder einen Text für Theater schreiben und wirft mit „Körper“ (Arbeitstitel) einen nachdenklichen Blick auf den Körperwahn und das Milliardengeschäft mit Fitness und Leistung (Uraufführung: 09.02.2017). Eine leidenschaftliche, moralische und politische Anklage und ein zeitlos aktuelles Werk ist der Roman „Auferstehung“ von Leo Tolstoi. Eine neue und eigene Lesart stellt Akin Isletme in seiner gemeinsam mit Dramaturgin Friederike Engel erarbeiteten Fassung vor (Premiere: 10.05.2018). Nach den Uraufführungen aus Georgien, Armenien und Polen in den vergangenen Spielzeiten wird das Siegerstück TALKING ABOUT BORDERS 2016 (Uraufführung: 27.06.2018) die Saison beschließen, das aus den Partnerländern Tschechien und Slowenien kommen und noch im Juni 2017 von der internationalen Jury ausgewählt wird.

Staatstheater Nürnberg / Ballettchef Goyo Montero © Ludwig Olah

Staatstheater Nürnberg / Ballettchef Goyo Montero © Ludwig Olah

In seiner zehnten Spielzeit als Ballettdirektor in Nürnberg blickt Goyo Montero mit Stolz und Dankbarkeit auf das Erreichte und mit Vorfreude auf das Kommende. Die Compagnie ist in knapp einem Jahrzehnt auf 22 Tänzerstellen angewachsen, daneben ist eine Young Company zur Förderung des tänzerischen Nachwuchses etabliert. 15 Uraufführungen hat er als Chefchoreograph für sein Nürnberger Ensemble geschaffen, zuletzt Monade und Don Quijote. Neben seinen eigenen Werken konnte der Nürnberger Ballettdirektor auch namhafte und international höchst renommierte Choreographen für eine Zusammenarbeit mit der Nürnberger Compagnie gewinnen, wie u.a. Jirí Kylián, Mats Ek, Nacho Duato, Johan Inger, Crystal Pite, Mauro Bigonzetti, William Forsythe und Christian Spuck. In der Saison 2017/2018 wird dieser erfolgreiche und vom Nürnberger Publikum begeistert mitgetragene Weg fortgesetzt.

Staatstheater Nürnberg / Tänzerin Nuria Fau  ©  Ludwig Olah

Staatstheater Nürnberg / Tänzerin Nuria Fau  ©  Ludwig Olah

Den Tanzabenden, die Goyo Montero bisher großen Künstlerpersönlichkeiten und literarischen Helden gewidmet hat (Goya, Beethoven, Faust, Don Juan u.a.) fügt der Spanier nun eine Hommage an den Nürnberger Renaissance-Künstler Albrecht Dürer hinzu. Dürers Dog ist der Titel der Uraufführung am 09. Dezember 2017, ein Tanzstück, das sich mit der komplexen Persönlichkeit und der kreativen Vielschichtigkeit des genialen Künstlers auseinandersetzt. Die Musik von Owen Belton (eine erneute Auftragskomposition des Kanadischen Klangkünstlers), Philip Glass, Krzysztof Penderecki, Max Richter u.a., wird gespielt von der Staatsphilharmonie Nürnberg unter der Musikalischen Leitung von Guido Johannes Rumstadt.

Unter dem Titel Powerhouse präsentiert das Staatstheater Nürnberg Ballett einen weiteren dreiteiligen Tanzabend, für den Nürnbergs Ballettdirektor erneut zwei der international gefragtesten Choreographen unserer Zeit gewinnen konnte: Der Schwede Alexander Ekman, u.a. 2016 mit dem Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet, studiert in Nürnberg seine temporeiche und pulsierende Choreographie Tuplet zur elektronischen Musik von Mikael Karlsson ein. Der Israeli Hofesh Shechter, der u.a. für das Staatsballett Berlin, das Cedar Lake Contemporary Ballet, das Nederlands Dans Theater und das Royal Ballet London choreographiert, vertraut dem Nürnberger Ensemble sein preisgekröntes Stück Disappearing Act an. Goyo Montero selbst wird für dieses Programm ein neues Stück kreieren. (Premiere: 21.04.2018)

Die zurückliegenden 10 Jahre und ihre Höhepunkte lässt Goyo Montero Revue passieren in einem ganz speziellen Gala-Programm: Dekade: Zehn Jahre Staatstheater Nürnberg Ballett präsentiert eine Werkschau der besonderen Art, mit tänzerischen und choreographischen Höhepunkten aus den Produktionen der letzten 10 Jahre, ein Programm aus Soli und Ensemble-Nummern, die nicht nur von der aktuellen Nürnberger Compagnie getanzt werden, sondern zu denen auch international renommierte Künstlerkolleg*innen eingeladen sind. Goyo Montero wird die ausgewählte Choreographien neu inszenieren und jeder der insgesamt fünf Galaabende wird eine Variation und für das Publikum jeweils mit einer neuen Überraschung aufwarten (Premiere: 23.06.2018).

Staatstheater Nürnberg / Erfolgsballett Don Quijote_ Sayaka Kado und Ensemble © Jesus Vallinas

Staatstheater Nürnberg / Erfolgsballett Don Quijote_ Sayaka Kado und Ensemble © Jesus Vallinas

Zwei Erfolgsproduktionen der Ballettdirektion Goyo Montero werden 2017/2018 erneut in den Spielplan aufgenommen: Das Tanzstück Don Quijote, das erst am 22. April 2017 seine begeistert gefeierte Uraufführung erlebte, wird bereits ab dem 14. Oktober 2017 wieder im Opernhaus zu sehen sein. Und Goyo Monteros Ballett Der Nussknacker, live von der Staatsphilharmonie Nürnberg mit Peter Tschaikowskis weltberühmter Musik begleitet, ist wieder ab 03. März 2018 zu erleben, als die abenteuerliche Entwicklungsreise eines jungen, verzogenen Mädchens, das mit Hilfe des Nussknackers zur liebesfähigen, erwachsenen Frau reift.

Generalmusikdirektor Marcus Bosch präsentierte die Konzertsaison 2017/2018, deren Programm unter das Motto Leuchttürme gestellt ist und damit einen konzeptionellen Bogen zur ersten Konzertspielzeit Wegweiser (2011/2012) unter Leitung des Generalmusikdirektors schließt: Denn wie Wegweiser bieten Leuchttürme Orientierung, strahlen aber auch in die Ferne. So erwartet die Besucher*innen ein vielgestaltiges Konzertprogramm, das die erfolgreich etablierte Formate fortführt, ambitionierte Vorhaben zum Abschluss bringt, aber auch neue musikalische Perspektiven eröffnet: Von Biber bis Zimmermann, vom Frühbarock bis zur Neuen Musik reicht die Spanne der Musik, wobei ein Schwerpunkt auf den Arbeiten von zwei Komponisten liegt, deren 100. Geburtstage im Jahr 2018 zu begehen sind: Bernd Alois Zimmermann und Leonard Bernstein. Die Philharmonischen Konzerte warten erneut mit renommierten Solist*innen auf: Mit Dirigenten wie Leonid Grin, Charles Olivieri-Munroe und Paul Goodwin, den Pianist*innen Martina Filjak, Szymon Nehring und Matthias Kirschnereit, Streichersolistin Christina Brabetz oder Klarinettist Reto Bieri sind international gefragte Künstler*innen in der Meistersingerhalle zu Gast.

Gleich mit dem 1. Philharmonischen Konzert (13.10.2017) wird ein großes Projekt zur Vollendung kommen: Seit 2011 haben GMD Marcus Bosch und die Staatsphilharmonie Nürnberg alle Sinfonien und die Sinfonischen Dichtungen von Antonin Dvo?ák aufgeführt und als CD eingespielt. Die 1865 entstandene Zweite Sinfonie des böhmischen Komponisten ist das letzte Werk, das noch fehlt, damit die Gesamtaufnahme, die auch international für Aufsehen gesorgt hat, „Im Kasten“ ist. Als Solistin wird die kroatische Pianistin Martina Filjak für Sergej Projkofjews Konzert für Klavier und Orchester zu Gast sein. Im 2. Philharmonischen Konzert (10.11.2017) nehmen Marcus Bosch und sein Orchester musikalischen Bezug zum Reformationsjahr und verhandeln mit einem anspruchsvollen Programm, Felix Mendelssohn Bartholdys „Reformationssinfonie“ und Leonard Bernsteins Sinfonie Nr. 3 „Kaddish“, „Glaubensfragen“. Für den großen Chorpart in „Kaddish“ wird erneut der Tschechische Philharmonische Chor Brünn zu Gast sein, für die Aufführung konnten darüber hinaus die Intendantin und Regisseurin Brigitte Fassbaender als Sprecherin und die Sopranistin Stefania Dovhan gewonnen werden. Vom „Lärm der Zeit“ und den gesellschaftlich-politischen Ereignissen einer Epoche legt das 3. Philharmonische Konzert (19.01.2017) mit Werken von Dimitri Schostakowitsch beredtes Zeugnis ab. Mit dem ukrainischen Dirigenten Leonid Grin kommt ein Musiker als Gast nach Nürnberg, der noch zu Lebzeiten Schostakowitsch in Moskau studiert hat und eng mit dessen Musik verbunden ist. Das 1955 entstandene Violinkonzert wird die Solistin Christina Brabetz spielen. Mit dem Dvorák-Projekt entstand über die Jahre eine ideelle Brücke zur Partnerstadt Prag; mit dem 4. Philharmonischen Konzerts (23.03.2017) folgt eine partnerschaftliche Einladung der „Krakauer Gäste“, den Krakauer Philharmonikern, die unter Musikalischer Leitung ihres Chefdirigenten Charles Olivieri-Munroe Werke polnischer Komponisten präsentieren werden. Im Mai 2018 wird die Staatsphilharmonie Nürnberg den kulturellen Austausch dann mit einem Gegenbesuch in Polen begehen. Das 5. Philharmonische Konzert unter dem Dirigat von Marcus Bosch (20.04.2018) stellt „Jewish Guys“ mit zwei sehr unterschiedlichen künstlerischen Handschriften vor, Gustav Mahlers Sechste Sinfonie, die von den Krisen und Verwerfungen der Moderne erzählt, und Felix Mendelssohn Bartholdys Konzert für Klavier und Orchester. Als Solist kommt der deutsche Pianist Matthias Kirschnereit, der 2009 die Rekonstruktion des verlorenen Dritten Klavierkonzerts von Mendelssohn aufnahm und dafür den ECHO Klassik erhielt. „Himmel und Erd‘“ verbinden sich dann im 6. Philharmonischen Konzert (18.05.2018) mit den Werken von Bernd Alois Zimmermann und Gustav Mahler, für das neben der Sopranistin Michaela Maria Mayer der Dirigent Günter Neuhold und mit dem jungen Trompeter Simon Höfele ein Ausnahmetalent und Preisträger des ARD-Wettbewerbs zu Gast sein werden. „Endlich Schubert!“ heißt es im 7. Philharmonischen Konzert (22.06.2018) mit Franz Schuberts Dritter und Fünfter Sinfonie unter Musikalischer Leitung von Josep Caballé Domenech. Die beiden Sinfonien umrahmen das Konzert für Klarinette und Orchester des türkischen Pianisten Fazil Say, ein Werk, das gerade durch die aktuellen Ereignisse zu einem der politischsten Musikstücke unserer Zeit geworden ist und das der Schweizer Klarinettist Reto Bieri spielen wird. Zum Abschluss der Konzertspielzeit kommen auf der Bühne der Meistersingerhalle unter dem Dirigat von GMD Marcus Bosch für das 8. Philharmonische Konzert (07.07.2018) „Letzte Dinge“ noch einmal die Staatsphilharmonie Nürnberg, der Opernchor sowie Ida Aldrian und Leah Gordon aus dem Ensemble des Staatstheaters zusammen, um Bernd Alois Zimmermanns witzige „Musique pour les soupers de Roi Ubu“ und Gustav Mahlers „Auferstehungssinfonie“ zur Aufführung zu bringen. Der Kabarettist Matthias Egersdörfer wird den Part des Conférenciers in Zimmermanns „König Ubu“ übernehmen.

Ihre Fortsetzung finden die in den vergangenen Spielzeiten überaus erfolgreich etablierten Konzertformate, wie etwa „Stummfilm Philharmonisch“ mit einem Höhepunkt der Reihe, „Der Rosenkavalier“, einer Adaption der gleichnamigen Oper, deren Partitur Richard Strauss selbst eingerichtet hat (Musikalische Leitung: Frank Strobel, 16.11. und 22.12.2017), die Reihe der Rathauskonzerte (30.06.2017), „Phil & Lunch“ im Germanischen Nationalmuseum sowie die vier Kinderkonzerte der Reihe „Phil & Young“, welche aufgrund der großen Nachfrage an den Sonntagsterminen zweimal gespielt werden (22.10. und 13.11.2017, 17. und 21.12., 04.02., 04., 08. und 20.07.2018) und das Jugendkonzert (13.12.2017). „Phil & Chill“ knüpft an die erfolgreichen Konzerte im Festsaal im Künstlerhaus KunstKulturQuartier an und präsentiert zwei musikalische Programme im ungewöhnlichen Zusammenklang von Staatsphilharmonie und den DJs Thommy Yamaha und Ekki Eletrico (15.09.2017; 13.04.2018).

Ludwig van Beethoven Denkmal in Bonn © IOCO

Ludwig van Beethoven Denkmal in Bonn © IOCO

Eine Reihe von außergewöhnlichen Sonderkonzerten vervollständigt das facettenreiche Konzertprogramm der kommenden Saison: Zur Verleihung des Menschrechtspreises 2017 der Stadt Nürnberg spielt die Staatsphilharmonie Nürnberg Werke syrischer Komponisten (24.09.2017). Die „Einkehr mit Beethoven“ führt nach dem großartigen Deutschen Requiem in der vergangenen Saison erneut in die Gustav-Adolf-Gedächtniskirche (30.04.2018), diesmal mit Ludwig van Beethovens anspruchsvoller Missa solemnis, dem Chor der vocapella und dem Vokalwerk Nürnberg. Die beliebten Neujahrskonzerte präsentieren zum Jahreswechsel diesmal klassisch „Wiener Blut“ u.a. mit Werken von Johann, Josef und Eduard Strauß – alles Walzer beim Neujahrskonzert 2018, es dirigiert Mikhel Kütson. Auch das Konzert zur Blauen Nacht steht wieder mit auf dem Programm ebenso wie der fulminante Spielzeitabschluss mit dem Klassik-Open-Air unter dem Motto „Summertime“ (22.07.2017) inklusive Familienkonzert am Vormittag.

Die Sparte u18plus junges publikum unter der Leitung von Anja Sparberg setzt ihre erfolgreiche Vermittlungsarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen spartenübergreifend fort – und der Theaterjugendclub wird in der neuen Saison volljährig! Gegründet im Jahr 2000, als Anja Sparberg die neu geschaffene Sparte entwickelte, wurde er ins Leben gerufen; seither konnten eine Vielzahl von Jugendlichen dort erste Theatererfahrungen sammeln, von denen einige mittlerweile selbst den beruflichen Weg ans Theater gefunden haben. Zum Abschluss der Schauspieldirektorenzeit von Klaus Kusenberg wird der Theaterjugendclub auf diese Zeit zurückblicken und sich im Juli 2018 mit einer Jugendclub18performance von Team verabschieden.

Um das erfolgreiche Konzept der Sparte u18plus junges publikum weiter umsetzen und neuen gesellschaftlichen Herausforderungen begegnen zu können, wurde zur letzten Spielzeit eine dritte Stelle mit einer Theaterpädagogin für Performance und Integration von Flüchtlingen geschaffen. Viele Projekte und neue Angebote konnten bereits initiiert werden und haben überaus positive Resonanz erfahren, etwa durch die Einladung des Samstagsclubs „Freunde & Feste“ zu einem von der Bundeskulturstiftung ausgerichteten Festival am Theater Bautzen. Ihre Fortführung finden daher u.a. die Formate „Land & Leute“ und „Theater vor Ort“ in Zusammenarbeit mit Nürnberger Bildungs- und Kulturinstitutionen.

Auch für die Saison 2017/2018 sind gemeinsam mit der Leiterin Anja Sparberg und der Konzert- und Musiktheaterpädagogin Marina Pilhofer neben den zahlreichen Angeboten wie Workshops, Führungen, Vor- und Nachbereitungen etc. wieder vielfältige Projekte in Planung. Gleich zu Beginn der Spielzeit steht ein großes Projekt im Schauspielhaus an: Ein eigens von der Theaterpädagogik geschriebenes Stück zum Thema Zukunft und Beruf für und mit Mittelschüler*innen aus der Metropolregion wird am 16.11.2017 Premiere feiern; Initiator des Projekts ist Erich Schuster, der vor zehn Jahren mit der DEFACTO X-Stiftung das Projekt „Schüler-Power“ gründete.

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Nürnberg, Staatstheater Nürnberg, Premiere – EWIG JUNG Liederabend, 12.05.2016

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Staatstheater Nürnberg

Staatstheater Nürnberg © Ludwig Olah

Staatstheater Nürnberg © Ludwig Olah

 EWIG JUNG   von Erik Gedeon

12. Mai 2016 – 19.30 Uhr

Neuer Liederabend im Schauspielhaus

Neu auf dem Spielplan des Schauspielhauses steht Ewig Jung, das erfolgreiche Songdrama von Erik Gedeon, das am Donnerstag, 12. Mai 2016, um 19.30 Uhr Premiere feiern wird.

 Nürnberg / Staatstheater - Ewig jung Liederabend © Marion Bührle

Nürnberg / Staatstheater – Ewig jung Liederabend © Marion Bührle

Wir befinden uns in einer noch einige Jahrzehnte entfernten Zukunft: Das Staatstheater wurde geschlossen und, den Bedürfnissen der überalterten Gesellschaft entsprechend, zu einem Seniorenheim umfunktioniert. Vor allem ehemalige Schauspieler verbringen hier gemeinsam ihren Lebensabend. Ob Herr Cüppers, Herr Steeger oder Frau Köhler –  kaum einer der Bewohner der Residenz am Richard-Wagner-Platz ist unter Neunzig, und auf der Bühne stehen sie professionell natürlich schon seit vielen Jahren nicht mehr. Da man bekanntlich aber immer nur so alt ist, wie man sich fühlt, nutzen die einstigen Stars der Frankenmetropole auch heute noch jede Gelegenheit, sich wieder einmal im Rampenlicht zu sonnen. Wann immer es die strenge Oberschwester (Elke Wollmann) erlaubt, versammeln sie sich vor dem seit Jahren geschlossenen Eisernen Vorhang und zeigen, was noch in ihnen steckt. Sie erinnern sich an den Ruhm vergangener Zeiten, schmettern ihre Lieder, schwelgen noch einmal in ihren Traumrollen und großen Bühnenerfolgen und lassen sich vor allem eines nicht: als alte, nutzlose Tattergreise abschreiben. Sie waren schließlich „Born to be wild“!

Kathleen Draeger wird Erik Gedeons komödiantischen Liederabend inszenieren, der 2001 am Hamburger Thalia Theater entstanden ist und dort seit 15 Jahren das Publikum von jung bis alt begeistert. Das Rezept ist unschlagbar und die richtige Aufgabe für die Musikalische Leiterin Bettina Ostermeier: Jede Menge Evergreens aus den 70ern, 80ern und 90ern, gesungen von verrückten jungen Alten, dazu viel Slapstick und schräger Humor. Fertig ist der perfekte Bühnenspaß – und Lachen ist ja bekanntlich eine der wichtigsten Voraussetzungen für ewige Jugend!

Mit: Josephine Köhler, Bettina Ostermeier, Ruth Macke, Elke Wollmann; Ksch. Pius Maria Cüppers, Frank Damerius, Marco Steeger Bühne und Kostüme: Franziska Isensee Dramaturgie: Friederike Engel

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