Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Spielplan Überblick Januar 2020

Dezember 2, 2019 by  
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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

 

Sa 04.01. – 19.30 Uhr Theater Duisburg
Wiederaufnahme: „Le Nozze di Figaro“ von Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts „Le Nozze di Figaro“ hat alles, was einen unterhaltsamer Opernabend auszeichnet: Verwirrungen, Verwechslungen und Blamagen. Zentrales Motiv ist wie so oft die Liebe: Die Bediensteten Susanna und Figaro möchten heiraten, doch ihr Dienstherr, der Graf Almaviva, will dies verhindern, solange die hübsche Kammerzofe nicht seine Liebesbeute geworden ist. Hinter dem großen Spaß offenbart sich die große Tragödie: In Mozarts Musik wie auch in da Pontes Libretto tun sich immer auch die Abgründe der menschlichen Seele auf. Regie-Altmeister Michael Hampe inszenierte die Oper in stimmungsvollen klassischen Bühnenräumen und Kostümen von German Droghetti, die musikalische Leitung haben alternierend David Crescenzi und Benjamin Reiners.


Fr 10.01.-19.30 Uhr Theater Duisburg
BALLETTPREMIERE b.42: Balanchine / ?uchean? / Schläpfer

Als metaphorische Reise an einen Ort „voller ferner, dunkler Geheimnisse“ beschreibt Remus ?uchean? seine choreographische Auseinandersetzung mit Anna Thorvaldsdottirs Komposition „Metacosmos“. „Symphonic Poem“ ist seine fünfte Arbeit für das Ballett am Rhein und steht im Zentrum des neuen Ballettprogramms.

Den Anfang macht „Square Dance“ von George Balanchine: 1957 für das New York City Ballet kreiert, entfalten sich zu Musik von Vivaldi und Corelli Tänze voll sprühender Leichtigkeit, virtuoser Beinarbeit, purer Linien, aber auch Leidenschaft und Lyrik. Mit „Reformationssymphonie“ studiert die Compagnie ein Werk aus Martin Schläpfers erster Spielzeit mit dem Ballett am Rhein neu ein: In seiner expressiven Bewegungssprache erzählt es gleichermaßen von Härte und Aggressivität wie von luftigen Höhen, die von aller Erdenschwere befreit scheinen: eine eindringliche Frage nach dem Tanzen an sich, nach der Bewegung und dem, was dahinter steht.

Die Ballettwerkstatt bietet mit Gesprächen und einer öffentlichen Probe am Dienstag, 07.01., um 18.00 Uhr bei freiem Eintritt im Theater Duisburg erste Einblicke in das Ballettprogramm b.42.


Sa 11.01. – 15.00 Uhr Foyer des Düsseldorfer Opernhauses
Konzert zum Abschluss der Meisterklasse unter der Leitung von Michael Volle

Im Januar und Februar stehen für die Sängerinnen und Sänger des Opernstudios gleich zwei Meisterklassen bei international renommierten Künstlern auf dem Programm: Zu Jahresbeginn wird erstmals Bariton Michael Volle mit dem Opernstudio arbeiten. Zu Beginn der vergangenen Spielzeit war Volle als Mandryka in „Arabella“ in Düsseldorf zu erleben, 2020 steht er u.a. in Berlin, Paris, an der Wiener Staatsoper, der MET New York, dem Teatro alla Scala Milano und bei den Bayreuther Festspielen auf der Bühne. Am 15. Februar folgt die Meisterklasse der vielseitigen argentinischen Mezzosopranistin Bernarda Fink, die als eine der weltweit meist gefragten Lied- und Konzertsängerinnen mit allen bedeutenden Orchestern und Dirigenten zusammenarbeitet und sich zudem seit Jahren regelmäßig auch in Meisterkursen der Förderung  junger Sängerinnen und Sänger widmet.


Di 14.01. – 19.30 Uhr Foyer des Düsseldorfer Opernhauses
Stephen Harrison & Friends: Eine Robert-Schumann-Soiree

„Kennst Du das Land, in dem die Zitronen blühen“, so beginnt diese Soiree mit dem ersten der neun Lieder nach Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“. In die Sprache romantischer Musik transponiert hat sie Robert Schumann. „Es affiziert mich alles, was in der Welt vorgeht!“, schreibt er 1838 an seine zukünftige Frau Clara Wieck. Kurz nach der Hochzeit widmete er sich verstärkt der innigsten musikalischen Form: „Liebesfrühling“ entstand in seinem „Liederjahr“ 1841 gemeinsam mit seiner Frau. Schumann-Kenner und Pianist Stephen Harrison schlägt mit seinen Gesangssolisten und Musikern feinsinnig den Bogen zu Schumanns einzigem Klavierquartett, das nur ein Jahr später entstand und im Leipziger Gewandhaus mit Clara Schumann am Flügel seine Uraufführung erlebte.


Mi 15.01. – 19.30 Uhr Opernhaus Düsseldorf
Wiederaufnahme: „Madama Butterfly“ von Giacomo Puccini

Die japanische Geisha Cio-Cio-San bricht aus Liebe zu dem amerikanischen Marineoffizier Pinkerton mit ihren Traditionen und schlägt den American Way of Life ein. Ihre Familie verstößt sie, er reist ab. Sie ist sich sicher, er wird wiederkommen und mit ihr im Land der unbegrenzten Möglichkeiten neu anfangen – mit ihr und ihrem gemeinsamen Sohn. Als Pinkerton nach drei Jahren tatsächlich wieder japanisches Land betritt, bringt er seine US-amerikanische Ehefrau mit und kommt nur zurück, um den gemeinsamen Sohn abzuholen. Cio-Cio Sans grausame Desillusionierung und ihr Freitod werden zum erschütternden Zeugnis über die weitreichenden Folgen einseitigen Kulturtransfers. Puccini erzählt unter Verwendung japanischer Originalmelodien und raffinierter Klangmalereien eine „japanische Tragödie“, deren himmelschreiendes Unrecht über alle Kontinente hinweg berührt.


So 19.01. – 11.00 Uhr Foyer des Düsseldorfer Opernhauses
Symphoniker im Foyer: Fledermaus trifft Freunde

Knapp eine Woche vor der Düsseldorfer Premiere der „Fledermaus“ schlagen auch die Herzen der Düsseldorfer Symphoniker im Dreivierteltakt. In ihrer beliebten Kammermusikreihe „Symphoniker im Foyer“ widmen sich 10 Holzbläser*innen und eine Harfenistin gemeinsam mit den Solistinnen Heidi Elisabeth Meier (Sopran) und Kimberley Boettger-Soller (Mezzosopran) diesmal dem Wirken des weltberühmten „Fledermaus“-Komponisten Johann Strauß (Sohn) und seines nicht minder populären Kollegen Jacques Offenbach. In prägnanten Arrangements erklingen die beliebtesten Melodien aus der „Fledermaus“ und den Operetten Jacques Offenbachs neben Strauß? „Frühlingsstimmenwalzer“.


Sa 25.01. – 19.30 Uhr Opernhaus Düsseldorf
PREMIERE: „Die Fledermaus“ von Johann Strauß (Sohn)

„Champagner hat’s verschuldet, tralalalala“, mag sich manch einer gerade nach der Beerdigung des Hoppeditz denken. Der König der Weine ist auch der Brennstoff für die turbulenten Verwicklungen in Johann Strauß? berühmtem Operetten-Klassiker „Die Fledermaus“, der in der bildgewaltigen Inszenierung von Regisseur Axel Köhler nach seiner umjubelten Duisburger Premiere ab Januar endlich auch auf der Düsseldorfer Bühne zu erleben ist. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der respektable Gabriel von Eisenstein, der für ungebührliches Verhalten eine mehrtätige Arreststrafe verbüßen soll. Freund Notar Dr. Falke überredet ihn, Sorgen und Ehefrau Rosalinde noch einmal auf dem rauschenden Maskenfest des Prinzen Orlofsky zu vergessen. Doch auch Rosalinde und ihre vergnügungslustige Reinigungshilfe Adele haben eine Einladungskarte erhalten. Als die Masken fallen, kommt es, wie es kommen muss… nur gut, dass es da noch König Champagner I. gibt, dem man die Schuld geben kann.

Axel Köhler und sein Team machen Gabriel von Eisenstein zu einem umtriebigen Düsseldorfer Lokalpolitiker, der mit dem Bau eines Weltraumbahnhofs der Landeshauptstadt zu neuem Glanz zu verhelfen will. Vor dieser intergalaktischen Kulisse tanzt, singt und spielt ein großes Ensemble aus Hausmitgliedern und Gästen wie dem bekannten Schauspieler Wolfgang Reinbacher als Frosch.

Die Opernwerkstatt bietet mit Gesprächen und einer öffentlichen Probe am Dienstag, 21.01., um 18.00 Uhr bei freiem Eintritt im Opernhaus Düsseldorf erste Einblicke in Strauß? Operetten-Klassiker.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Wien, Wiener Staatsoper, PREMIERE PELLÉAS ET MÉLISANDE, 18.06.2017

Juni 6, 2017 by  
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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

 PELLÉAS ET MÉLISANDE vob Claude Debussy

PREMIERE 18. JUNI 2017, weitere Vorstellungen 20.6.2017, 24.6.2017, 27.6.2017

Mit der Premiere von Pelléas et Mélisande kehrt am 18. Juni 2017 Claude Debussys 1902 an der Pariser Opéra Comique uraufgeführte einzige vollendete Oper nach 26 Jahren zurück an die Wiener Staatsoper. Das Werk wurde 1911 im Haus am Ring erstmals aufgeführt, in den Jahren 1946, 1962 (Musikalische Leitung und Inszenierung: Herbert von Karajan) und 1988 (Dirigent: Claudio Abbado) kam es zu Neuproduktionen. Die auf Maurice Maeterlincks symbolistischem Theaterstück Pelléas et Mélisande basierende Oper in fünf Akten und 13 Bildern wurde im Haus am Ring zuletzt 1991 gezeigt und stand bisher insgesamt 47 Mal auf dem Staatsopernspielplan. Diese Neuproduktion ist die letzte Premiere der laufenden Spielzeit der Wiener Staatsoper.

Am Dirigentenpult steht der französische Dirigent Alain Altinoglu, Musikdirektor des Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel. Im Haus am Ring leitete er bisher Vorstellungen von Don Carlo, Don Giovanni, Falstaff, Faust, Roméo et Juliette, Salome und Simon Boccanegra, Le nozze di Figaro beim Oman-Gastspiel der Wiener Staatsoper 2013 sowie die Premiere von Macbeth (2015). Für ihn ist Pelléas et Mélisande eine echte Herzensangelegenheit“, ist diese Oper doch ein Werk, das ihn seit seiner Studienzeit begleitet und das er 2016 in Zürich erstmals dirigierte. „Es liegt eine Reinheit in der Oper, die einen, wenn man sich mit ihr beschäftigt, außerhalb dieser Welt befördert. Man schwebt, fliegt plötzlich. […] Pelléas et Mélisande erzählt den Weg von der Dunkelheit zum Licht“, so Alain Altinoglu im Gespräch mit Dramaturg Oliver Láng für das Staatsopern-Monatsmagazin „Prolog“.

Staatsoper Wien / Pelleas und Melisande Foto Wiener Staatsoper GmbH_ Michael Poehn

Staatsoper Wien / Pelleas und Melisande Foto Wiener Staatsoper GmbH_ Michael Poehn

Marco Arturo Marelli – der Schweizer Regisseur, Bühnenbildner und Lichtdesigner, der 2010 zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper ernannt wurde, zeichnet auch bei dieser Neuproduktion für die Inszenierung, Bühne und Licht verantwortlich – wies schon beim Konzeptionsgespräch am ersten Probentag auf die Besonderheit des Werkes hin: „Die Gattung Oper ist wie ein gewaltiger Baum: Ein großer, dicht belaubter Ast mit viel Obst entspricht zum Beispiel dem Belcanto, ein anderer den Werken Wagners, wieder ein anderer dem Barock, ein weiterer den Stücken Verdis oder Puccinis oder dem Verismo oder der Klassik oder Massenet, und so weiter … Nur an einer Seite wächst ein solitärer Zweig mit einer einzigen Frucht, allerdings einer wunderbaren, großen und goldenen Frucht – und dieser Zweig ist Debussy, und diese Frucht ist Pelléas et Mélisande.“ Die Neuproduktion entführt die Zuschauerinnen und Zuschauer in die düster-bedrückende Welt um Allemonde, in der das Wasser als Ort des Unerklärbaren, Dunklen eine zentrale Rolle spielt. Pelléas et Mélisande ist Marco Arturo Marellis zwölfte Regiearbeit für das Haus am Ring, wo er bisher Capriccio, Cardillac, Die Jakobsleiter, Die Zauberflöte, Falstaff, Gianni Schicchi, La fanciulla del West, La sonnambula, Medea sowie zuletzt Turandot inszenierte.

Die Kostüme wurden von Dagmar Niefind kreiert – auch für sie ist es die zwölfte Produktion für die Wiener Staatsoper. Durchgehend Wiener Rollendebüts in der Sängerbesetzung

Alle Premierensängerinnen und -sänger geben in der Premiere am 18. Juni 2017 ihr Rollendebüt an der Wiener Staatsoper:Den Pelléas verkörpert erstmals im Haus am Ring der kürzlich zum Kammersänger ernannte österreichische Bariton Adrian Eröd – er sang diese Partie bereits früh in einer Produktion der Wiener Musikhochschule sowie bei einer Premiere in Linz und einer Wiederaufnahme in Hamburg. Der Publikumsliebling präsentiert sich nun dem Staatsopernpublikum in einer weiteren Rolle. Im Haus am Ring singt der international gefragte Sänger ein breit gefächertes Repertoire, darunter Prospero (The Tempest), Peter Besenbinder (Hänsel und Gretel), Billy Budd, Loge (Das Rheingold), Figaro (Il barbiere di Siviglia), Fritz/Frank (Die tote Stadt), Eisenstein (Die Fledermaus), Jason (Medea). Zu Debussys Werk sagt er: „Mir ging es immer schon so, dass die Atmosphäre, die Musik mich mit einer unwiderstehlichen Kraft in das Werk hineingesogen haben. Die Musik wird ja immer körperlicher, dichter und tiefer, bis zum Mord. (…) Das Finale hebt einen dann wieder in eine Unwirklichkeit.“

Als Mélisande gibt Olga Bezsmertna ebenfalls ihr Rollendebüt am Haus: „Es ist ein wunderschönes impressionistisches Stück, das einen herrlichen Wellenschlag hat. (…) Als Sängerin muss man diese Figur in sehr viele kostbare Farben hüllen und ihr eine Seele schenken.“ Seit 2012 ist Olga Bezsmertna Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper, wo sie u. a. mit der Titelpartie in Rusalka, der Contessa d’Almaviva in Le nozze di Figaro, Desdemona in Otello, Pamina in Die Zauberflöte, Rachel in La Juive sowie zuletzt der Tatjana in Eugen Onegin zahlreiche führende Partien ihres Faches verkörperte. Die junge ukrainische Künstlerin gastierte darüber hinaus u. a. bei den Salzburger Festspielen, der Deutschen Oper Berlin und der Opéra de Reims.

Simon Keenlyside, der als Pelléas in zahlreichen Produktionen, u. a. in San Francisco, Madrid, Paris, Salzburg, London, Genf, Boston und Berlin, zu erleben war, gibt nun sein weltweites Rollendebüt als Golaud: „Eine fantastische Partie: Ich würde sie gerne bis zum Ende meines Lebens singen!“

Pelléas et Mélisande ist nach Don Carlo (Posa) sowie den Titelpartien in Eugen Onegin, Macbeth und Rigoletto seine fünfte Neuproduktion im Haus am Ring, wo er weiters u. a. auch als Billy Budd, Don Giovanni, Wozzeck und Giorgio Germont (La traviata) zu erleben war.

Als Geneviève gibt die als Kind slowenischer Eltern in Buenos Aires geborene KS Bernarda Fink ihr Hausdebüt an der Wiener Staatsoper. Die international gefeierte Sängerin tritt u. a. mit bedeutenden Orchestern wie den Wiener und Berliner Philharmonikern, dem Concertgebouw Orchestra, den Staatskapellen Berlin und Dresden sowie mit führenden Barockorchestern auf. Auf der Opernbühne war sie zuletzt u. a. als Cecilio (Lucio Silla) im Theater an der Wien, als Idamante (Idomeneo) am Teatro Real in Madrid und als Irene (Theodora) bei den Salzburger Festspielen erfolgreich. 2014 wurde ihr der Titel Österreichsiche Kammersängerin verliehen.

Den Arkel verkörpert der dem Staatsopernpublikum als König Marke (Tristan und Isolde), Daland (Der fliegende Holländer), Sarastro (Die Zauberflöte), Komtur (Don Giovanni – Premiere im Theater an der Wien im Rahmen einer Kooperation mit den Festwochen), Rocco (Fidelio) und Gurnemanz (Parsifal) bekannte deutsche Bass Franz-Josef Selig.

Die beiden Staatsopern-Ensemblemitglieder Maria Nazarova und Marcus Pelz sind als Yniold bzw. Arzt zu erleben.

Pressemeldung Wiener Staatsoper

Dortmund, Konzerthaus Dortmund – Gustav Mahler- Mahler Chamber Orchestra, IOCO Kritik, 20.02.2016

Februar 23, 2016 by  
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Konzerthaus Dortmund

Konzerthaus Dortmund / Mahler Chamber Orchestra © Petra Coddington

Konzerthaus Dortmund / Mahler Chamber Orchestra © Petra Coddington

2. Sinfonie  von  Gustav Mahler

Mahler Chamber Orchestra, Daniel Harding

Christiane Karg, Sopran – Bernarda Fink, Mezzosopran

Es war schon ein Großereignis, was Planung und Aufwand anbelangte und  wurde ein künstlerisches im Besonderen. Gustav Mahlers monumentale  2. Sinfonie, die am letzten Sonnabend im Dortmunder Konzerthaus aufgeführt wurde, war einen Tag zuvor in der Essener Philharmonie in der gleichen solistischen Besetzung zu hören. Ebenso wurde sie am Sonntag in Köln aufgeführt.

Konzerthaus Dortmund / Mahler Chamber Orchestra © Petra Coddington

Konzerthaus Dortmund / Mahler Chamber Orchestra © Petra Coddington

Das Mahler Chamber Orchestra wurde für diese Aufführungsreihe mit Musikern der MCO Academy am Orchesterzentrum NRW erweitert. Für die chorischen Aufgaben der drei Aufführungen wurde ein Projektchor gebildet. Der Chordirektor des Essener Aalto-Theaters, Alexander Eberle, studierte mit ambitionierten Laiensängern in Essen, Dortmund und Köln die Chorpartien ein.

Und das geriet großartig. Man konnte wirklich ins Schwärmen geraten über den Klang dieses Chores und seine außerordentliche Textverständlichkeit.

Konzerthaus Dortmund / Mahler Chamber Orchestra Daniel Harding © Petra Coddington

Konzerthaus Dortmund / Mahler Chamber Orchestra Daniel Harding © Petra Coddington

Das Mahler Chamber Orchestra, mit seinem Leiter, Daniel Harding, ist aus Dortmund nicht mehr wegzudenken. Es hat hier im Laufe der Jahre schon viele künstlerische Akzente gesetzt.

So auch heute mit der Aufführung von Mahlers  2. Sinfonie. Schon sehr markant geriet die gewaltige Maestoso-Einleitung. Die grollende Fortführung wurde von Harding und dem Orchester klug aufgebaut. Der “feierliche Ausdruck“ war nicht überbetont.

Besonders schön wurde der Übergang zu dem lyrisch-gesanglichen Thema musiziert. Das vorherrschende ländlerartige Thema wurde von Harding und dem Orchester mit Genuss ausgekostet, um dann mit sehr schroffem Zugriff, der “milden Stimmung“ einen Dämpfer zu geben. Die “ruhig fließende Bewegung“ des Scherzo-Satzes geriet wunderbar ausgeglichen.

Konzerthaus Dortmund / Mahler Chamber Orchestra Christiane Karg, Bernarda Fink © Petra Coddington

Konzerthaus Dortmund / Mahler Chamber Orchestra Christiane Karg, Bernarda Fink © Petra Coddington

Stark berührend dann der 4. Satz Urlicht, mit dem himmlischen Altsolo (auf den Text von Brentano). Gesanglich makellos und mit schlichtem Ausdruck sang Bernarda Fink das Solo.

Wunderbar klangschön bewältigte auch die Sopranistin Christiane Karg ihre Aufgaben. Der letzte Satz (mit der Klopstock-Ode Auferstehen wirst Du) ist quasi eine Darstellung des “Jüngsten Gerichts“ mit allen orchestralen und vokalen Mitteln. Hier gelingt Harding und dem wunderbaren Orchester besonders, (sowie dem glänzenden Chor und den beiden Gesangssolistinnen), eine beeindruckende, tief berührende Darstellung, bis hin zum Hoffnung weckenden Finale “Sterben wirst Du, um zu leben“.

Das Publikum im so gut wie ausverkauften Haus, feierte alle Mitwirkenden frenetisch. Dieser Konzertabend wird in Erinnerung bleiben.

IOCO / UGK / 20.02.2016

—| IOCO Kritik Konzerthaus Dortmund |—

Berlin, Staatsoper im Schiller Theater, FESTTAGE 2013, 23.03. bis 01.04.2013

Dezember 17, 2012 by  
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Staatsoper im Schiller Theater

Staatsoper im Schiller Theater © IOCO

Staatsoper im Schiller Theater © IOCO

Konzertprogramm Daniel Barenboim, Rolando Villazón, Maria Bengtsson, René Pape und Maurizio Pollini 

Vom 23. März bis 1. April 2013 werden das Schiller Theater und die Philharmonie wieder Schauplatz der öster­lichen FESTTAGE der Berliner Staatsoper sein. Ab sofort hat der Einzel­karten-Vorverkauf für das Konzert­programm begonnen.

Daniel Barenboim, Gründer und Zentralgestalt der FESTTAGE, leitet dabei drei Sinfonie­konzerte in der Philharmonie, zwei davon mit der Staatskapelle Berlin. Am 26. März stehen Werke von Giuseppe Verdi, Luciano Berio und Igor Strawinsky auf dem Programm, Solist ist Rolando Villazón. Am 1. April werden Mozarts Sinfonie g-Moll sowie sein Requiem mit den Solisten Maria Bengtsson, Bernarda Fink, Rolando Villazón und René Pape sowie dem Staats­opernchor aufgeführt. Am 30. März sind Orchester und Chor des Teatro alla Scala aus Mailand zu Gast. In Verdis Messa da Requiem singen Anja Harteros, Daniela Barcellona, Fabio Sartori und René Pape.

Außerdem wird Maurizio Pollini an zwei Abenden in der Philharmonie seine Reihe Perspectives Pollini präsentieren. Der italienische Meisterpianist kombiniert dabei die fünf letzten Klavier­sonaten Beethovens mit zeitgenössischer Musik von Helmut Lachenmann und Salvatore Sciarrino – am 25. März gemeinsam mit dem amerikanischen Jack Quartet und am 29. März mit den Neuen Vocalsolisten Stuttgart, dem Klangforum Wien sowie mit Tito Ceccherini (Dirigent) und Daniele Pollini (Klavier).

—| Pressemeldung Staatsoper im Schillertheater |—

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