Berlin, Berliner Philharmoniker, Kirill Petrenko – Dukas, Prokofjew, Schmidt, IOCO Kritik, 18.04.2018

April 18, 2018 by  
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Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmonie Foto: © Reinhard Friedrich / Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmonie © Reinhard Friedrich / Berliner Philharmoniker

Kirill Petrenko, Yuja Wang –  Berliner Philharmoniker 

12.April 2018  –   Berliner Philharmonie

Von Karola Lemke

Kirill Petrenko, der feinfühlige designierte Chefdirigent der Berliner Philharmoniker und vielleicht der gefragteste Drigent unserer Zeit, präsentierte gemensam mt den Berliner Philharmoniker zwei klangvolle Raritäten: Paul Dukas‘ irisierende Tondichtung La Péri und Franz Schmidts  Vierte Symphonie. Dazwischen erklang Sergej Prokofjews Klavierkonzert Nr. 3, mit der Pianistin Yuja Wang.

Petrenko begann seine internationale Karriere nach dem Weggang von der Komischen Oper (2001-2007). Freischaffend wirkte  Petrenko in 2000 am Maggio Musicale Fiorentino, 2001 an Wiener Staatsoper und der Semperoper Dresden, 2003 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, Opéra National de Paris, Royal Opera House Covent Garden in London, Bayerische Staatsoper, Metropolitan Opera in New York, 2005 an Oper Frankfurt. Seit 2013 ist Kirill Petrenko Generalmusikdirektor der Bayrischen Staatsoper

Berliner Philharmoniker / Kirill Petrenko und Orchester © Monika Rittershaus

Berliner Philharmoniker / Kirill Petrenko und Orchester © Monika Rittershaus

Die chinesische Pianistin Yuja Wang  hatte 2003 ihr Europadebüt. Im Jahr 2009 spielte sie mit Claudio Abbado und dem Lucerne Festival Orchestra das Klavierkonzert des heutigen Abends. 2016 war sie Artist of the Year 2017 der US-amerikanischen Zeitschrift Musical America

Paul Dukas  –  La Péri, Poème dansé

Dukas war Komponist, Kritiker und Mitglied der Fakultät am Pariser Konservatorium. Er war als Komponist sehr selbstkritisch und vernichtete zahlreiche seiner Werke, so dass er nur 25 Kompositionen hinterlassen hat.
La Péri wurde 1911 geschrieben und wurde von den Ballets Russes in Auftrag gegeben. Die Fanfare für Blechbläser, die das Werk öffnet, wurde zu einem späteren Zeitpunkt komponiert und zu Beginn des Werkes eingefügt, da das ursprüngliche Tongedicht sehr leise beginnt. Dukas nannte das Stück ein „Tanzgedicht in einer Szene“ und es ist sein letztes veröffentlichtes Werk. Die Uraufführung war am 22.04.1912.
Die Geschichte des Balletts stammt aus einer alten persischen Legende. Ein Prinz namens Iskender (Prinzenthema in den Holzbläsern) reist auf der Suche nach der „Blume der Unsterblichkeit“ ans Ende der Welt. Er findet einen gefallenen Engel (La Péri), der mit einer Lotusblume in der Hand eingeschlafen ist. Er stiehlt die Blume, die Péri wacht auf, tanzt und durch ihren Tanz nimmt den Lotus zurück. Peri´s Tanz nimmt die Hälfte des Stückes ein. Die Lotusblume war die Blume der Unsterblichkeit und ohne sie stirbt der Prinz langsam.Seit 50 Jahren wurde dieses Werk nicht mehr von Berliner Philharmonikern gespielt.
Petrenko breitet einen musikalischen Zauberteppich aus den drei Ebenen der Peri, des Prinzen und der Zauberwelt aus. Nach einem fast unhörbaren Beginn entfaltet sich das 19 minütige Werk tänzerisch, spärisch. Das Beeindruckendste ist die Art, wie Petrenko dieses Werk präsentiert und mit wieviel Engagement die Berliner Philharmoniker ihm folgen.

Berliner Philharmoniker / Kirill Petrenko, Yuja Wang und Orchester © Monika Rittershaus

Berliner Philharmoniker / Kirill Petrenko, Yuja Wang und Orchester © Monika Rittershaus

Sergej Prokofjew  –  Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 C-Dur op. 26
Yuja Wang Klavier

Das 3. Klavierkonzert ist das mit Abstand am meisten gespielte Konzert Prokofjews.
Nach der zärtlich schwelgerischen Eröffnung durch die Klarinetten setzt nach kurzer Weiterführung durch die Streicher das Klavier ein und steigert sich nach Durchführung in der Reprise zu einem wahnwitzigen Tempo.
Yuja Wang spielt den Klavierpart technisch virtuos. So virtuos, daß es ungewöhnlichen Beifall nach dem ersten Satz aus dem Publikum gibt. Diese technische Perfektion blieb das Herausragende am Spiel Yuja Wang´s an diesem Abend. Man hätte sich ein engeres Zusammenwirken mit dem Orchester gewünscht.
Petrenko stellt dem eine fast durchsichtige Orchesterführung gegenüber, die im Orchesterklang auch die Raffinessen des Stückes hörbar macht.

Franz Schmidt  –  Symphonie Nr. 4 C-Dur

Die Sinfonie in C-Dur ist die vierte Sinfonie des östereichischen Komponisten Franz Schmidt (1874-1939) wurde 1933 komponiert und am 10. Januar 1934 in Wien uraufgeführt. Diese Sinfonie ist ein Requiem für seiner Tochter Emma, die bei der Geburt ihres ersten Kindes im Jahr 1932 starb. Der gesundheitlich angeschlagene Schmidt erlitt danach einen totalen Zusammenbruch.Dirigent der Uraufführung (46min.) mit d en Wiener Symphonikern war Oswald Kabasta, der das Autograph der vierten Symphonie an das Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien gab.

Der erste Satz beginnt mit einem Solotrompeten-Thema (Gábor Tarkövi), der Stimme des Schicksals.  Franz Schmidt äußerte dazu lt. Karl Trötzmüller: Es ist sozusagen die letzte Musik, die man ins Jenseits hinübernimmt.“

Ein Solo-Cello (Ludwig Quandt) führt in das Adagio mit seiner Tonart B-Dur, der Mittelteil steigert sich zu immensem Ausdruck, ehe das Solo-Cello in das ursprüngliche Adagio-Tempo zurück führt, und es ist das Cello, das die elegische Bewegung zu einem Ende bringt, gefolgt vom Echo der gedämpften Trommeln.
Das Scherzo, in b – moll, scheint eine Fuge vorzuschlagen, wobei das Viola – Thema von den zweiten Violinen beantwortet wird, bevor andere Ideen eingreifen, wobei das bahnbrechende Anfangsthema erneut erscheint.
Das Thema kehrt mit dem ersten Horn über einem begleitenden Trommelwirbel zurück und wird von vier Hörnern fortgesetzt. Dieses bildet die Reprise, die mit dem Trompetensolo des Anfangs, jedoch auf höherem geistigen Niveau endet.

Bei dieser Symphonie Nr. 4 zeigt Petrenko erneut, was intelligentes, emphatisches Dirigat bedeutet. Er spannt einen so dichten Bogen über die vier Sätze der Symphonie, in deren genauer Mitte der Todesmarsch für Emma liegt, dass die Aufführungsdauer nur 40 Minuten beträgt.  Konzentriert führt er die Berliner Philharmoniker zum ersten, zweiten, dritten Aufschrei der Trauer. Diese tragischen Ausbrüche sind erschütternd.
Zart leitet die Trommel im weiteren Verlauf zur Solotrompete über, aufkeimende Hoffnung in den Steichern, weitergefürt von der Solovioline und endet im Trugschluß ehe das Trompetensolo des Anfangs das Werk beendet.

Besonderer Dank gilt ebenso Gábor Tarkövi, Ludwig Quandt wie allen anderen Solisten der Berliner Philharmoniker, deren großartige Leistung vom Publikum gewürdigt wurde. Im August 2019 nimmt Kirill Petrenko seine Tätigkeit als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker auf. Man darf gespannt sein. An 12. Aprilo 2018 harmonierten der designierte Chef und die Berliner Philharmoniker ganz wunderbar.

Berlin, Berliner Philharmoniker, 2017/18: Hohe Auslastung – Führung diffus, IOCO Aktuell, 06.06.2017

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Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmoniker / Berliner Philharmoniker mit Sir Simon Rattle © Stefan Hoederath

Berliner Philharmoniker / Berliner Philharmoniker mit Sir Simon Rattle © Stefan Hoederath

 2017/18: 123 Konzerte, 10 Opern – Hohe Auslastung

Rattle in Berlin auf Abschiedstour mit „Best of“

Irene Bindel ist seit Jahrzehnten treue Anhängerin der Berliner Philharmoniker. Am 2.6.2017 erzählte sie liebenswert ausführlich in einem WDR5 Interview, wie die Berliner Philharmoniker ihr Leben über viele Jahren mitprägten. 94% Auslastung, 206.000 Besucher im Wirtschaftsjahr 2016 belegen den hohen Zuspruch der Berliner Philharmoniker in der Bevölkerung, 63% Eigenfinanzierung zeigen herausragendes Wirtschaften; beides macht sie zum führenden Symphonieorchester Deutschlands.

Berliner Philharmoniker / Neue Intendantin Andrea Zietzschmann © Paul Schirnhofer

Berliner Philharmoniker / Neue Intendantin Andrea Zietzschmann © Paul Schirnhofer

Doch die Spielzeit 2017/18 steht unter einem besonderen Stern. Mehr als große Kunst ist zu bewältigen. Die Spielzeit 2017/18 ist auch Beginn eines lang währenden Umbruchs in der Chefetage der Berliner Symphoniker. Sir Simon Rattle, seit 2002 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, hatte Anfang 2012, nur kurz nach Verlängerung, seinen Dienstvertrag zum September 2018 gekündigt. Im Januar 2013 schrieb der „Spiegel“: Eine musikalische Ära neigt sich den Ende zu….“.  Doch die Ära Rattles in Berlin endet bis 2018 in Raten; in zahllosen, endlos langen Etappen. Denn,  ab Herbst 2017 teilt Rattle seine Zuständigkeiten; er übernimmt, neben den Berlinern, die Leitung des London Symphony Orchestra. Doch auch der neue Chefdirigent Kirill Petrenke kommt 2019 nur „in Raten“; erst 2022 ist er vollständig an Bord. Andrea Zietzschmann, neue Intendantin ab 1.9.2017 und Nachfolgerin von Martin Hoffmann, Vorstand und Mitgliedern der Berliner Philharmoniker stehen auf Jahre organisatorisch komplizierte Zeiten bevor.

Rückblick: Rattle Kündigung Anfang 2012 zum Herbst 2018; im März 2015 verpflichtete sich Rattle ab Herbst 2017 die Leitung des populären Londoner Symphony Orchestra (LSO) zu übernehmen, obwohl dann der Berliner Vertrag noch läuft. Begeisterte sich der Engländer Rattle zu seiner LSO – Bestellung: „Es ist wie eine Heimkehr“ und schwärmte in London über universellen Zugang dortiger Kinder und junge Menschen zur Musik. Doch auch Rattle Nachfolger, Kirill Petrenko, wird sein Chefdirigenten – Amt in Berlin erst Mitte 2019 übernnehmen; aber selbst dann nicht so ganz: Denn im Herbst 2015 erklärte die Bayerische Staatsoper, daß Kirill Petrenko und Intendant Bachler ihre Verträge dort bis 2021 verlängert haben:

Andrea Zietzschmann, Vorstand wie die 128 Musiker/innen der „ultimativen klassischen Musik-Maschine“, die Berliner Philharmoniker,  müssen von 2017 bis erhebliche 2022 Führungsturbulenzen meistern. Doch, egal wer gerade auf dem Dirigentenpult steht, das Orchester wird auch in den kommenden Jahren brillante Musik schaffen, den hohen künstlerischen Anspruch bewahren. Sabine Bindel wird weiterhin von den Berliner Philharmonikern schwärmen; die Besucherzahlen in ähnlich großartigen Höhe schweben.

In der Saison 2017/18 werden die Berliner Philharmoniker 123 Symphoniekonzerte, 10 Opernaufführungen spielen: Davon in der Berliner Philharmonie: 89 Konzerte mit 34 verschiedenen Programmen und 7 konzertante Opernaufführungen, 2  Symphoniekonzerte. 1  Konzert in der Waldbühne. Daneben geben die Berliner Philharmoniker 30 Gastkonzerte sowie Konzerte und Opern bei den  Osterfestspiele in Baden-Baden

Simon Rattle leitet 52 Konzerte und 8 Opernaufführungen der Berliner Philharmoniker, davon 22 Konzerte und 5 Opernaufführungen in Berlin. Weitere 27 Konzerte dirigiert er auf Konzertreisen sowie 3 Opernaufführungen und 3 Konzerte bei den Osterfestspielen 2018 in Baden-Baden.

Simon Rattle, 2017 zugleich Chefdirigent der Berliner und neuer LSO – Director London, hat  für die Philharmoniker ein erprobtes „Best of“ des ihm am Herzen liegenden Repertoires in den Konzerten und Opernaufführungen unter seiner Leitung in den Spielplan aufgenommen. Dazu gehören im Vokalbereich Wagners Parsifal, der sowohl bei den Osterfestspielen in Baden-Baden, als auch in Berlin aufgeführt wird, ebenso wie Schumanns Das Paradies und die Peri und Haydns Die Schöpfung.  Peter Sellars darf im Abschiedsreigen nicht fehlen. Als vorläufigen Abschluss der gemeinsamen Arbeit von Rattle und den Berliner Philharmonikern wird in der Philharmonie eine Deutung der Oper Das schlaue Füchslein von Leoš Janácek gezeigt.

Johannes Brahms © IOCO

Johannes Brahms © IOCO

Im symphonischen Repertoire wird die Reihe der „Tapas“ – kurze, für die Berliner Philharmoniker und Rattle komponierte Auftragswerke – mit Kompositionen von Georg Friedrich Haas, Unsuk Chin, Brett Dean, Magnus Lindberg, Hans Abrahamsen, Andrew Norman und Jörg Widmann abgeschlossen. Neben diesen Uraufführungen widmet sich Rattle nochmals Werken wie Strawinskys Petruschka, der vierten Symphonie von Johannes Brahms, der vervollständigten Symphonie Nr. 9 von Anton Bruckner sowie, in seinem letzten Konzert als Chefdirigent in der Philharmonie, Mahlers 6. Symphonie, mit der er 1987 sein Debüt bei unserem Orchester gegeben hat. Zu den Solistinnen und Solisten, die mit ihm auftreten, gehören enge Freunde wie Daniel Barenboim, Mitsuko Uchida und Krystian Zimerman. Außerdem tritt Rattle gemeinsam mit Mitgliedern der Berliner Philharmoniker im Rahmen der Late Night-Konzerte als Pianist in Olivier Messiaens Quatuor pour la fin du temps auf.

Neben Simon Rattle sind in dieser Saison auch die Gastdirigenten mit Wunschprogrammen zu hören. So leitet Herbert Blomstedt Bruckners Symphonie Nr. 3, Christian Thielemann bringt Ludwig van Beethovens Missa solemnis zur Aufführung und Bernard Haitink dirigiert Mahlers Symphonie Nr. 9. Seiji Ozawa leitet Ravels L’enfant et les sortilèges und der designierte Chefdirigent Kirill Petrenko bringt die selten gespielte vierte Symphonie von Franz Schmidt mit nach Berlin. Zum Reformationsjubiläum lässt Ton Koopman Ende Oktober die Messe h-Moll von Johann Sebastian Bach erklingen. Das weitere Programm finden Sie in unserer Saisonbroschüre sowie auf unserer Website.

Uraufführungen und deutsche Erstaufführungen

Insgesamt 7 Uraufführungen und 1 deutsche Erstaufführung stehen auf dem Programm der nächsten Saison. In Programmen der Berliner Philharmoniker werden in der Philharmonie Werke von Georg Friedrich Haas, Unsuk Chin, Brett Dean, Jörg Widmann, Andrew Norman, Hans Abrahamsen und Magnus Lindberg uraufgeführt. Eine deutsche Erstaufführung gibt es vom britischen Komponisten Ryan Wigglesworth. Die genauen Daten und Interpreten finden Sie in unserer Saisonvorschau und auf der Website.

Dirigenten- und Solistendebüts

Erstmals am Dirigentenpult der Berliner Philharmoniker gastieren in der Saison 2017/2018 Alain Altinoglu (21./22./23. September 2017) und Dima Slobodeniouk (01./02./03. Februar 2018). Als Instrumentalsolist gibt der Violinist Michael Barenboim (15./16./17./18. Februar 2018 mit Zubin Mehta) sein Debüt.

Grabstaette Igor Stravinsky © IOCO

Grabstaette Igor Stravinsky © IOCO

Artist in Residence

Der britische Tenor Mark Padmore ist in der Spielzeit 2017/2018 Artist in Residence. Er wird in 6 Konzertprogrammen zu hören sein, zweimal als Solist eines Symphoniekonzertes (25., 27., 30. August und 3. September 2017 sowie im Mai 2018) sowie in 4 Kammerkonzerten (15. Oktober 2017, 7. Dezember 2017, 20. Januar 2018, 4. April 2018). Im Konzert am 20. Januar 2018 tritt Mark Padmore gemeinsam mit der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Pekka Kuusisto auf.

Gastorchester

Die Stiftung Berliner Philharmoniker lädt in der Saison 2017/2018 erneut drei Gastorchester ein:  Am 4. März um 11 Uhr ist das Waseda Symphony Orchestra Tokyo unter dem Dirigenten Masahiko Tanaka in der Philharmonie zu Gast.  Die Junge Deutsche Philharmonie ist unter der Leitung von David Afkham am 20. März 2018 mit dem Cellisten Steven Isserlis zu hören.  Das Bundesjugendorchester, Patenorchester der Berliner Philharmoniker, tritt am 10. April 2018 gemeinsam mit dem Orchestre Français des Jeunes unter der Leitung von Thomas Neuhoff und Daniel Spaw auf.

Kammermusiksaal

In 50 Konzerten im Kammermusiksaal sind philharmonische Ensembles, Solisten sowie die Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker, aber auch von der Stiftung Berliner Philharmoniker eingeladene Gastkünstler und Gastensembles zu erleben. Zusätzlich hierzu finden 5 Orgelkonzerte in der Philharmonie statt. In der Saison 2017/2018 werden im Foyer der Philharmonie jeden Dienstag um 13 Uhr insgesamt 38 Lunchkonzerte bei freiem Eintritt veranstaltet.

Das Education-Programm der Berliner Philharmoniker

Das Education-Programm der Berliner Philharmoniker umfasst unterschiedlichste Konzerte und Projekte, die Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Möglichkeiten bieten, Musik zu erleben, selbst aktiv zu werden, den Musikern des Orchesters und Gästen zu begegnen, Musik kreativ zu gestalten und dabei eigene künstlerische Fähigkeiten zu entdecken. Das Grundprinzip heißt: nah dran sein, mitmachen und ausprobieren dürfen!

 Stiftung Berliner Philharmoniker im Wirtschaftsjahr 2016

    • 127 Symphoniekonzerte mit den Berliner Philharmonikern, davon 92 Konzerte im Großen Saal und 35 Konzerte auf Tournee
    • 36 Konzerte im Kammermusiksaal
    • 94 % Auslastung im Großen Saal bei Eigenveranstaltungen; das entspricht über 206 000 zahlenden Besuchern / verkauften Karten
    • 75 % Auslastung im Kammermusiksaal bei Eigenveranstaltungen, das entspricht 32.000 zahlenden Besuchern / verkauften Karten
    • 393 Vermietungen des Großen Saals und Kammermusiksaals
    • 63,6 % Eigenfinanzierungsgrad (Abdeckung Aufwand durch eigene Einnahmen)

PMBPh / IOCOVJ

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Altenburg, Theater und Philharmonie Thüringen, Premiere: DER ROSENKAVALIER, 12.10.2014

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Theater und Philharmonie Thüringen

Theater und Philharmonie Thüringen / Blick von der Bühne in den Saal des Landestheaters Altenburg - zum TAG DER OFFENEN TÜR kann jeder dieser Blick genießen ©  Stephan Walzl

Theater und Philharmonie Thüringen / Blick von der Bühne in den Saal des Landestheaters Altenburg – zum TAG DER OFFENEN TÜR kann jeder dieser Blick genießen © Stephan Walzl

DER ROSENKAVALIER von Richard Strauss

In der Regie von Maximilian von Mayenburg

Im Jahr des 150. Geburtstags von Richard Strauss eröffnet Theater&Philharmonie Thüringen den Premieren-Reigen der Spielzeit 2014/2015 im Großen Haus des Landestheaters Altenburg am 12. Oktober mit dessen bis heute beliebtester und meistgespielter Oper „Der Rosenkavalier“. Die Vorstellung beginnt 18 Uhr.

Generalmusikdirektor Laurent Wagner übernimmt die musikalische Leitung. Die Inszenierung wurde mit Maximilian von Mayenburg einem jungen vielversprechenden Regisseur übertragen. Das Bühnenbild entwirft Vinzenz Gertler, die Kostüme Gabriele Jaenecke.

Anne Preuß gestaltet die Partie der Feldmarschallin Fürstin Werdenberg, Tobias Pfülb als Gast aus München gibt den Baron Ochs auf Lerchenau. Mit Amira Elmadfa (Octavian, genannt Quinquin), Akiho Tsujii (Sophie, Faninals Tochter), Judith Christ (Annina, seine Begleiterin) und Jeon Jueun (Der Haushofmeister bei Faninal/ Ein Sänger) stellen sich vier neu engagierte Mitglieder des Musiktheaterensembles vor. In weiteren Partien: Johannes Beck (Herr von Faninal), Sin Ae Choi aus dem Thüringer Opernstudio (Jungfer Marianne Leitmetzerin), Mark Bowman-Hester (Valzacchi, ein Intrigant), Andreas Drescher a.G. (Ein Polizeikommissar/ Ein Notar), Günter Markwarth a.G. (Der Haushofmeister bei der Feldmarschallin/Ein Wirt). Der Opernchor singt in der Einstudierung von Holger Krause.

Hofmannsthal (1874-1929) siedelt seine Komödie in Wien zu Zeiten Maria Theresias an und spart nicht an barock-derber Komik und Erotik. Strauss (1864-1949) schrieb darauf eine kongeniale Musik, die dem opulenten Orchester subtile, durch den Wiener Walzer inspirierte, jede Empfindung nachmalende Klänge entlockt. Die Uraufführung 1911 an der Dresdner Hofoper wurde ein alle Erwartungen übertreffender Erfolg.

Nach einer Liebesnacht werden die Marschallin Fürstin Werdenberg und ihr junger Liebhaber Octavian vom Baron Ochs von Lerchenau überrascht. Octavian entgeht der Entdeckung nur, indem er sich als Zofe verkleidet. Der Baron erbittet von der Marschallin einen Kavalier, der seiner zukünftigen Frau Sophie zur Verlobung eine silberne Rose überreichen soll. Die Marschallin schlägt Octavian vor, der vom Baron unerkannt bleibt und gleichzeitig als „Mariandl“ erotischen Eindruck auf ihn macht. Als Rosenkavalier begegnet Octavian Sophie. Diese gesteht Octavian, dass sie den Baron nicht heiraten möchte. Als Octavian dies gegenüber dem Baron äußert, kommt es zum Duell und die Verwicklungen nehmen ihren Lauf …

Maximilian von Mayenburg wurde in München geboren. Er studierte zunächst Gesang an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin, u.a. bei Alexander Vinogradov und Prof. Thomas Quasthoff. Bereits zu Beginn seines Studiums wurde er 2004 von Christoph Schlingensief als Sänger und Darsteller für die Produktion “Kunst und Gemüse A. Hipler” an der Berliner Volksbühne verpflichtet, die 2005 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde.

Im Mai 2011 entstand in Eigenproduktion eine Inszenierung von Webers Freischütz im Heimathafen Neukölln (ehem. Saalbau) und im Sommer feierte eine Inszenierung des Ring des Nibelungen in einer eigenen Fassung für Kinder bei den Bayreuther Festspielen Premiere. Diese vielbeachtete Fassung wurde 2013 an der Oper Leipzig im Rahmen des Wagnerjahres nachgespielt.

Im Dezember 2012 folgte eine Inszenierung von Wolfgang Mitterers “Das tapfere Schneiderlein” an der Werkstattbühne der Staatsoper im Schillertheater Berlin.

Im selben Jahr gewann Maximilian von Mayenburg den neuen Regiewettbewerb der Deutschen Bank Stiftung „Akademie Musiktheater heute“ in Kooperation mit den Berliner Philharmonikern und dem Festspielhaus Baden-Baden und inszenierte dort mit großem Erfolg die Kammeroper “Cendrillon” von Pauline Viardot im Rahmen der Osterfestspiele.

Mit “The King’s Speech” von David Seidler (der Stückvorlage zu dem gleichnamigen Spielfilm) inszenierte Maximilian von Mayenburg in der Spielzeit 2013/14 am Theater Baden-Baden erstmals für das Schauspiel.

Bei der alljährlichen Kritikerumfrage im Jahrbuch der Zeitschrift OPERNWELT wurde Maximilian von Mayenburg 2013 von zwei Redaktionen für die Produktion “Cendrillon” (Osterfestspiele Baden-Baden 2013) als “bester Nachwuchskünstler” der Saison nominiert.  Er ist der jüngere Bruder des Autors und Dramaturgen Marius von Mayenburg.

Zum THEATERFRÜHSTÜCK lädt Chefdramaturg Felix Eckerle mit dem Regieteam am
5. Oktober, 11.00 Uhr, ins Große Haus des Landestheater Altenburg ein. Dort können Interessierte bei freiem Eintritt bereits erste Eindrücke gewinnen und musikalische Kostproben genießen.

Premiere in Altenburg 12. Oktober, 18 UhrWeitere Vorstellungen in Altenburg nur am 16. Okt. 14.30 Uhr und 31. Okt. 18.00 Uhr

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Premiere in Gera am 24. April 2015, 19.00 UhrWeitere Vorstellungen in Gera: 26. April, 9. Mai, 5. und 7. Juni 2015

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Pressemeldung Theater und Philharmonie Thüringen

Baden-Baden, Festspielhaus Baden-Baden, Sol Gabetta mit dem kammerorchesterbasel, 13.06.2014

Juni 4, 2014 by  
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Festspielhaus Baden – Baden

Sol Gabetta mit dem kammerorchesterbasel

Fr | 13. Juni 2014, 20:00 Uhr

Sol Gabetta Violoncello, Mario Venzago Dirigent
kammerorchesterbasel

Ihr Einstand bei den Berliner Philharmonikern bei den diesjährigen Osterfestspielen bleibt unvergessen: Sol Gabetta wählte das Cellokonzert von Edward Elgar, ein sehr persönliches Spätwerk des Komponisten. Nun ist die Künstlerin wieder da, diesmal mit dem ersten Cellokonzert von Dmitri Schostakowitsch – ebenfalls ein biografisches, dabei hoch melodiöses Meisterwerk.

Dem Cello wird traditionell die männliche Stimme zugeordnet. Vielleicht ist das der Grund, warum so viele Komponisten ausgerechnet zum Cellokonzert greifen, wenn sie ihr Persönlichstes von sich geben möchten.

Antonin Dvorak verarbeitete in seinem Cellokonzert sein Heimweh nach Böhmen und die Trauer um seine verstorbene Schwägerin. Nachdem Edward Elgar sein Cellokonzert vollendete, schrieb er gar keine Musik mehr – das Konzert wurde zum Elgars Schwanengesang. Und Schostakowitschs erstes Cellokonzert, das Sol Gabetta am Freitag den 13. Juni um 20 Uhr im Festspielhaus präsentieren wird, beginnt sogar mit dem Namenskürzel des Komponisten D-ES-C-H (beziehungsweise einer Variante davon).

Der russische Komponist gab mit dem beschwingten Werk seiner Freude Ausdruck über die „Tauwetterperiode“ nach dem Tod Stalins.

PROGRAMM:
Ottmar Schoeck: „Sommernacht“ – Notturno nach einer Novelle von Gottfried Keller
Dmitri Schostakowitsch : Violoncellokonzert Nr. 1 Es-Dur op. 107
Franz Schubert: Große Sinfonie Nr. 9 (7) C-Dur

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Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden

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