Hamburg, Theater i.d. Marzipanfabrik, IDA Erdenheldin – eine Klimaoperette, IOCO Aktuell, 25.10.2019

Theater in der Marzipanfabrik © Annemone Taake

Theater in der Marzipanfabrik © Annemone Taake

Theater in der Marzipanfabrik

IDA,  ERDENHELDIN   _  eine KLIMAOPERETTE

 vom Ausgang des Menschen aus selbstverschuldeter Untätigkeit

von Ingmar Beck

Die Uraufführung einer Kammeroper an der Hamburger Staatsoper im Mai 2019 war der Beginn des ungewöhnlichen und modernen Opernprojekts „IDA – Erdenheldin“. Das Künstlerkollektiv mit Maike Schuster – Text, Regie, Friedemann Hasse, Laura Lievers, Rami Olsen Steven Tanoto – Komposition, Ingmar Beck – Koordination, Musikalische Leitung, wird Klima und Umwelt als aktuelle Themen der heutigen Zeit musikalisch und künstlerisch auf der Bühne darstellen. Vom 13.-15.12.2019 wird das Werk des Kollektivs, die Operette IDA – Erdenheldin, in Hamburg, im Theater in der Marzipanfabrik uraufgeführt.

In moderner Darstellung sollen in diesem Theater neben dem ohnehin kulturaffinen Klassikpublikum  besonders junge Menschen einer Stadt angesprochen, für die Kunstform „Oper“ begeistert und auch Verständnis für etabliertes Musiktheater geschaffen werden. Durch solch friedlichen Meinungsaustausch wachsen Wissen und Ansichten von Jung und Alt, von allen Beteiligten. IDA, Erdenheldin soll beitragen, generationsübergreifend Grundanschauungen und allgemeine Werten, die zentralen Grundpfeiler für ein harmonisches Zusammenleben unserer Gesellschaft darzustellen, zu moderieren und letztlich zu stärken.

 Theater in der Marzipanfabrik / Ingmar Beck © Fay Fox

Theater in der Marzipanfabrik / Ingmar Beck © Fay Fox

DIE HANDLUNG: Ida, Erdenheldin, begibt sich auf eine Heldinnenreise; nah an der Lebensthematik der Fridays for Future – Generation, die die große Frage der Zeit in den Mittelpunkt des Geschehens stellt. Die Titelfigur Ida begegnet dabei sechs Wesen, die ihr auf verschiedenste Arten und Weisen die Wirklichkeit und die Zukunftsperspektiven aufzeigen und sie verändern. Ida, Erdenheldin ist eine Operette zum Zuhören, zum Nachdenken und nicht zuletzt zum Handeln – für den Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Untätigkeit.

Ingmar Beck –  Zur Zukunft unserer Opernhäuser
– ZURÜCK IN DIE GEGENWART –

Im Sommer 2019 besuchte ich bei einem weltbekannten Opernfestival eine Vorstellung der romantischen Oper Salome mit Starbesetzung, und ich war – wieder einmal – hellauf begeistert von der hervorragenden Qualität der Aufführung und der Künstler. Als ich nach der Vorstellung bei wunderschönem Wetter die Treppen des Opernhauses herunterging, sah ich etwa 200 Jugendliche und StudentInnen, die auf den Treppen Bier und Wein tranken und einen schönen Abend genossen; es tat mir sehr leid, dass sie nicht auch in den Genuss dieser wunderbaren Aufführung kommen konnten. Warum gingen diese jungen Leute nicht auch in das Opernhaus? An den Eintrittspreisen lag es bestimmt nicht alleine. Dies veranlasste mich zum Nachdenken. Was fehlt den jungen Menschen in der Oper – und wie können wir sie für diese einzigartige Kunstform gewinnen? Trotz aller Jugendförderung, einem guten Marketing und in Deutschland wieder steigenden Zahlen von Opernbesuchern ist die derzeitige Situation nicht das erstrebenswerte Ziel.
Oper und Lebenswirklichkeit

In der Oper Salome sieht sich ein König gezwungen, die Tötung eines Menschen anzuordnen, um gegenüber einer schönen Tänzerin nicht wortbrüchig zu werden. Die tragische Handlung der Oper wird durch die Strausssche Musik ins Grandiose gesteigert. Inhalt und Form ergänzen sich so zu höchster Kunst.

Aber wollen und können junge Menschen ohne umfassende Hör- und Seherfahrung diesen Zusammenhang sehen? Oder stört es sie, dass der in der Oper dargestellte Seelenkonflikt weit abseits ihrer Lebenswirklichkeit liegt?
Sicherlich, ein Teil des Opernpublikums geht gerade deshalb in die Oper, weil es den Abstand vom Alltag sucht und diesen beispielsweise im Genuss der musikalischen Ausgestaltung einer biblischen bzw. literarischen Legende findet. Sicher möchte ein weiterer Teil des Publikums – wie auch wir Künstler – unser großartiges und einzigartiges Kulturgut, das für uns da ist und das uns prägt, wertschätzen und pflegen. Und gerade deshalb wünsche ich mir auch eine Oper, welche die junge Generation nicht vergisst, welche die Fragen ihrer Zeit in den Mittelpunkt stellt, eine Oper, die eben für sie da ist, und damit auch für alle Anderen. Der jungen Generation nicht nur eine Stimme verleihen, sondern dieser auch zuhören, ohne ein zeitgenössisches Werk als “Jugendoper” zu degradieren.

 Theater in der Marzipanfabrik / Ida, Erdenheldin - eine Klimaoperette © Nadja Häupl

Theater in der Marzipanfabrik / Ida, Erdenheldin – eine Klimaoperette © Nadja Häupl

Pflege der Alten Musik
Ein kurzer Einblick in die Geschichte der Aufführungen von Alter Musik: Seit der Gründung der Academy of Ancient Music in London in der Mitte der 1780er-Jahre, bei der nur Musik aufgeführt wurden durfte, die älter als 20 Jahre war, wurde Alte Musik hoffähig. Ziel  damals war die Pflege der Musik von Georg Friedrich Händel; auch Haydn litt damals unter diesen Bestimmungen bei seiner ersten London-Reise zu Beginn der 1790er-Jahre. Die 20-Jahre-Regel wurde später in London zu 30 Jahren erweitert etc. – das übergeordnete Ziel war, Händels Musik zu Präsenz verhelfen. Felix Mendelssohn-Bartholdy brachte dieses Konzept dann nach Deutschland und programmierte in den 1820er-Jahren als Musikdirektor des Gewandhauses mehrere vier- bis sechswöchige Konzertreihen, bei der Alte Musik aufgeführt werden sollte (hier begann u.a. die berühmte Bachpflege). Diese Konzerte wurden damals vom Publikum nur halbherzig angenommen; halbleere Konzertsäle und kritische Stimmen von der Presse wurden laut. Wie könnte man wochenlang nur Alte Musik spielen und keine aktuellen Werke lebender Komponisten programmieren?

–  Wandel in den letzten 200 Jahren

Wie wir alle wissen, hat sich die Situation seitdem komplett verändert. Heute zählt Alte Musik (hier: Musik, die vor mehr als 20-30 Jahren komponiert wurde) zum gängigen Klassikrepertoire; Uraufführungen und besonders Wiederaufführungen von zeitgenössischen Werken sind die Seltenheit. Die Situation im Konzertbereich ist auf einem guten Weg: Zahlreiche KomponistInnen werden mit Kompositionswünschen beauftragt, dazu teils bereits uraufgeführte Werke wiederaufgeführt und spätestens nach den vielen Jahren voller intelligenter Konzertprogramme, die Simon Rattle als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker aufsetzte, gehört nahezu zu jedem Konzertprogramm ein zeitgenössisches Werk, wenn eine Institution innovativ wirken möchte.

  Zeitgenössische Oper – zu teuer?

Im Opernbereich ist dies jedoch leider anders. Manche großen Häuser beauftragen alle zwei bis drei Jahre einen Komponisten, eine Uraufführung zu schreiben; die Handlung ist jedoch meist ein Libretto mit einem nicht aktuellen, nicht gesellschaftsrelevanten Inhalt. Warum ist das so? Opernhäuser begründen dies mit Kosten, die teils sehr hoch sind, wenn Uraufführungen im Großen Haus anstehen; oder man verschiebt die zeitgenössische Oper in die Kammeroper, um weniger Ausgaben zu haben und ein geringeres finanzielles Risiko einzugehen. Die Möglichkeiten einer großen Reichweite bzw. einer Starbesetzung sind dadurch meist äußerst begrenzt und die gesellschaftspolitischen Auswirkungen für die Menschen in Stadt und Umland gering.

–   Die erfolgreichen Zeiten der Gattung Oper

Warum werden heute keine Opern konzipiert, deren Handlungen unsere Gesellschaft repräsentieren und Probleme der heutigen Zeit aufzeigen? Was hinterlassen wir Opernschaffende unseren Nachkommen aus unserer heutigen Zeit? Gelöschte E-Mails, Autographen als Sibelius-Datei, zeitgenössische Opern über Karl V., und moderne Inszenierungen unserer Repertoire-Opern, die oft gewollt modernisiert werden (und äußerst selten wirklich passen), da man realisiert, dass moderne und aktuelle Elemente in einer Handlung gebraucht werden? In den erfolgreichen Zeiten der Kunst (u.a. auch der Oper) wurde immer die Gesellschaft und deren Probleme in Opern thematisiert: Als Mozart spitzbübisch und nicht offen, sondern mit Witz und Charme versteckt seine Herrscher kritisierte, Beethovens Fidelio die französische Revolution und den Freiheitsdrang dieser Zeit abbildete, Hänsel und Gretel die Zeit der aufkeimenden Nationalgedanken repräsentierte und Arnold Schönberg die Maschinen der Industrialisierung in seiner Musik zum Klingen brachte… und heute?

– Direkt in die Mitte der Gesellschaft

Es ist mein Ziel, die Oper wieder in die Mitte der Gesellschaft zu bringen. Das Opernhaus soll ein Ort sein, wo neben den Märchen und der wichtigen Pflege des Repertoires Menschen diskutieren, sich austauschen und neue Ideen sowie ein stärkeres Bewusstsein für eine offenere oder vielschichtigere Weltsicht bekommen. Ein Ort, an dem wir Künstler eine Möglichkeit haben, unsere Meinung über Gesellschaftspolitik, soziale Gerechtigkeit und aktuelle Ereignisse in unserer musikalischen und theatralischen Sprache zu thematisieren. Ein Ort, an dem Menschen nicht von Politikern in Talkshows, sondern von Künstlern des Opernhauses neue Impulse erhalten und unterschiedliche Auffassungen und Denkweisen erfahren, um ihre Überzeugungen zu überdenken und sie infolgedessen besser artikulieren zu können. Ein Ort, an dem in der zeitgenössischen Musik auch wieder gelacht werden darf, an dem satirischer, ironischer oder unter Umständen auch derber Humor ausgelebt werden darf – die Themen unserer Zeit sind meist ernst genug. Wie wäre es also beispielsweise mit einem Revival der Operette (mit dem Nebeneffekt, auch neue Opernbesucher anzuziehen)?

IDA, Erdenheldin – im Theater in der Marzipanfabrik; Friesenweg 4/ Haus 10, 22763 Hamburg; Termine 13. – 15. Dezember 2019

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Baden-Baden, Festspielhaus, Hamburg Ballett – Orphée et Eurydice, 27.09.2019

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Festspielhaus Baden – Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

 John Neumeier / Hamburg Ballett – Orphée et Eurydice

 Saison 2019/2020 – Beginn mit Grundpfeiler europäischer Kulturgeschichte  

Im Festspielhaus Baden-Baden beginnt am 27. September 2019 um 19 Uhr eine neue Ära. Intendant Benedikt Stampa begrüßt das Publikum an diesem Abend als neuer Hausherr in Deutschlands größtem Opernhaus. Zur Eröffnung der Spielzeit 2019/2020 zeigen das Festspielhaus und das Hamburg Ballett John Neumeier die Oper Orphée et Eurydice von Christoph Willibald Gluck. Im Rahmen der Premierenfeier wird der neue Intendant an diesem Abend sein Publikum persönlich begrüßen.

Festspielhaus Baden-Baden / Orphée - © Kiran West

Festspielhaus Baden-Baden / Orphée – © Kiran West

Weitere Vorstellungen der Oper sind am Samstag, 28. September um 18 Uhr sowie am Sonntag, 29. September um 17 Uhr. Eintrittskarten gibt es unter www.festspielhaus.de oder Tel. 07221 / 30 13 101.

Der Salon des 21. Jahrhunderts in Baden-Baden
„Glucks ‚Orphée‘ ist eine Oper, die uns noch heute direkt ins Herz trifft“, sagt der neue Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa. Er möchte mit dem Publikum Meisterwerke neu entdecken und nachspüren, was Europa im Innersten zusammenhält. „Ich bin fest davon überzeugt, dass es Mythen wie diese sind, die maßgeblich dazu beitragen, dass wir so sind, wie wir sind“, sagt der Intendant. Den Sehnsuchtsort Baden-Baden zu einem Salon des 21. Jahrhunderts entwickeln – das hat sich Benedikt Stampa mit Künstlern aus aller Welt auf die Fahnen geschrieben. Zu ihnen zählen in den kommenden Monaten Dirigenten wie Teodor Currentzis, Yannick Nézet-Séguin, Sir Simon Rattle,

Thomas Hengelbrock, Kirill Petrenko und Andris Nelsons sowie Sängerinnen und Sänger wie Cecilia Bartoli, Marlis Petersen, Renée Fleming, Diana Damrau und Jonas Kaufmann. Orchester wie die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, das London Symphony Orchestra und das Gewandhausorchester Leipzig kommen 2019/2020 in rascher Folge nach Baden-Baden, der wiedererwachenden Kulturstadt im Herzen Europas.

Orphée et Eurydice – Christoph Willibald Gluck
youtube Trailer des Hamburg Ballett _ John Neumeier
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Grundpfeiler der europäischen Kultur
Die Baden-Badener Premiere der ersten Opernarbeit von Jahrhundert- Choreograf John Neumeier nach langer Zeit trägt verschiedene Botschaften in sich: „Es ist mir wichtig, dass wir mit dem Orpheus-Mythos einen Grundpfeiler der europäischen Kultur neu betrachten“, so Benedikt Stampa. Er ist sich sicher: Die Kunst kann unser Leben verändern, ja, verbessern, wenn wir sie ernst nehmen.

Visionär im Dienste des Publikums
Die aus der griechischen Mythologie erwachsene Geschichte der Oper Orphée et Eurydice handelt vom besten Sänger der Welt, der den Tod seiner Frau beklagt. Durch die Musik gerührt, gestatten die Götter dem Künstler, ins Reich der Toten zu kommen, und geben ihm die Chance, seine Frau Eurydike zu befreien. Der Gesang, der die Herzen der Götter erweicht, steht dabei für die Kunst an sich.

Viele Komponisten wurden durch die Orpheus-Sage angeregt. Nach Claudio Monteverdi, einem der ersten Opernkomponisten überhaupt, schuf Christoph Willibald Gluck Mitte des 18. Jahrhunderts gleich mehrere Fassungen seiner „Orpheus-Oper“, darunter 1774 die nun in Baden-Baden aufgeführte Pariser Fassung. Christoph Willibald Gluck (1714–1787) war der einflussreichste unter den Komponisten, die versuchten, die Oper damals wieder zu dem zu machen, was sie 100 Jahre zuvor schon einmal war: eine Kunst, deren Erzählform  realistischen Prinzipien folgte und nicht allein den technischen Möglichkeiten der Sängerinnen und Sänger. Glucks Ziele waren dramatische Wahrhaftigkeit und die Anteilnahme des Publikums am Gefühlsleben und Schicksal der Charaktere. Die Oper sollte keine leere Rhetorik, sondern dramatische Handlung entwickeln, keine starren Charaktere auf die Bühne stellen, sondern Menschen und ihre Leidenschaften porträtieren.

John Neumeier © IOCO

John Neumeier © IOCO

Getreu der primären Intention des Komponisten, menschliche Gefühle intuitiv erfahrbar zu machen ohne sie hinter musikalischer oder gesangstechnischer Virtuosität zu verstecken, entwickelte der Hamburger Ballettintendant und Chefchoreograf ein „Gesamtkunstwerk“, das die unmittelbare Kommunikation mit dem Publikum mittels wiedererkennbarer, nahbarer Emotionen in den Vordergrund stellt: „Wir alle haben Verlusterfahrungen gemacht –auch wenn sie nicht die Dimension des Wahnsinns erreichen, wie sie meiner Ansicht nach in Orphée gezeigt werden“, so John Neumeier.

Hamburg Ballett trifft Freiburger Barockorchester
Zur Eröffnung der Festspielhaus-Saison 2019/2020 trifft das Hamburg Ballett John Neumeier in Baden-Baden auf ein eigens für diese Aufführungen zusammengestelltes Solistenensemble. Die Musikalische Leitung hat Alessandro De Marchi. Dmitry Korchak (27./29.9.) und Maxim Mironov (28.9.) singen die Partie des Orphée. Arianna Vendittelli ist Eurydice und Marie- Sophie Pollak übernimmt die Rolle des Amour. Im Baden-Badener Orchestergraben nimmt das Freiburger Barockorchester Platz. Das Vocalensemble Rastatt stellt den Chor dieser szenischen Aufführungen.

—| Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden |—

Berlin, Berliner Philharmoniker, Ära Kirill Petrenko bricht an, 23.08.2019

August 12, 2019 by  
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Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmonie © Reinhard Friedrich / Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmonie © Reinhard Friedrich / Berliner Philharmoniker

Kirill Petrenko –  Die Neunte Symphonie

– Neue Ära der Berliner Philharmoniker bricht an – Aber langsam –

 FREITAG 23. AUG 2019, 18:30 UHR

Die Berliner Philharmoniker haben es nicht leicht mit ihren Chefs, den Chefdirigenten! Simon Rattle kündigte seinen 2018 auslaufenden Vertrag bereits im Januar 2012, kurz nachdem er bis 2018 bestellt worden war: 2017 übernahm Rattle dann, zusätzlich, das Amt des London Symphony Orchestra.. Kirill Petrenko übernimmt nun, 2019, sein  Amt als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, aber auch nicht so ganz: Denn bis Herbst 2021 wird Kirill Petrenko auch noch als GMD der Bayerischen Staatsoper in München fungieren. Erst 2022 wird Kirill Petrenko ganz für die Berliner Philharmoniker „da sein“: Ein zehnjähriges (2012 – 2022) Führungs – Interregnum endet dann in Berlin!

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23. August 2019: Kirill Petrenko konzertiert zum ersten Mal als Chefdirigent mit den Berliner Philharmonikern. Im Kino kann man diesen besonderen Abend live miterleben, mit dem Orchester und Dirigent zugleich die neue Saison 2019/2020 einläuten. Auf dem Programm steht – dem festlichen Anlass entsprechend – eines der repräsentativsten Werke der klassischen Musik überhaupt: Beethovens Neunte Symphonie, die hochemotional die unterschiedlichsten Ausdruckswelten durchläuft, bis hin zum euphorischen Finale mit der berühmten Ode an die Freude.

Die Neunte Symphonie besitzt in mehrfacher Hinsicht eine große Symbolkraft. Der grandiose Finalsatz mit dem Schlusschor über Schillers Ode »An die Freude« könnte zum Einen nicht eindringlicher den Enthusiasmus zum Ausdruck bringen, mit dem Petrenko und die Philharmoniker in die gemeinsame Zukunft starten, zum anderen transportiert die Neunte auch ein wichtiges Statement, ein klares Bekenntnis zur Humanität, zur Gleichheit aller Menschen.

Am 23.8.2019 steht Kirill Petrenko zum ersten Mal als Chefdirigent am Pult der Berliner Philharmoniker. Ein spektakulärer Auftakt: Mit Beethovens Neunter Symphonie, deren überwältigend freudiges Finale bestens zu dem festlichen Anlass passt.

Das Konzert präsentiert zudem – in Beethovens Symphonie ebenso wie in Bergs ausdrucksgewaltiger Lulu-Suite – die Sopranistin Marlis Petersen als Artist in Residence der neuen Saison 2019/2020.

Wir zeigen das Konzert in Kinos in Deutschland und in der Schweiz sowie in Großbritannien, Irland, in der Slowakei, in Tschechien und Ungarn.

—| Pressemeldung Berliner Philharmoniker |—

Essen, Philharmonie Essen, Herbert Blomstedt dirigiert das Gustav Mahler Jugendorchester, 31.08.2019

Juli 31, 2019 by  
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Philharmonie Essen

Philharmonie Essen / Herbert Blomstedt © Martin Lengemann

Philharmonie Essen / Herbert Blomstedt © Martin Lengemann

Saisonauftakt 2019/2020  –  Philharmonie Essen

Herbert Blomstedt, Gustav Mahler Jugendorchester, Christian  Gerhaher

  Samstag, 31. August 2019, um 20 Uhr zu Gast

Jahrzehntelange Pulterfahrung trifft auf jungen Künstlernachwuchs: Zum Saisonauftakt präsentiert die Philharmonie Essen mit Herbert Blomstedt und dem Gustav Mahler Jugendorchester eine besonders reizvolle Konstellation. Im ersten Konzert der Spielzeit 2019/2020 am Samstag, 31. August 2019, um 20 Uhr ist mit dem Bariton Christian Gerhaher außerdem einer der am meisten gefragten Sänger zu Gast. Gemeinsam mit dem Orchester interpretiert er Gustav MahlersFünf Lieder nach Friedrich Rückert“. Die anschließende Aufführung der 6. Sinfonie A-Dur von Anton Bruckner ist zugleich der Auftakt zu einem großen Bruckner-Schwerpunkt der Philharmonie Essen, bei dem in der neuen Spielzeit sechs Sinfonien des Komponisten erklingen werden.

Das Gustav Mahler Jugendorchester wurde 1986 von Claudio Abbado gegründet. Dieser legte von Anfang an großen Wert darauf, dass namhafte Dirigenten das Ensemble leiten. Pierre Boulez, Riccardo Chailly, Mariss Jansons, Christoph Eschenbach, Bernard Haitink und viele andere haben bislang mit dem GMJO zusammengearbeitet. Auch Herbert Blomstedt konnte dem Orchester bereits wichtige Impulse verleihen. Nun ist der in den USA geborene Sohn schwedischer Eltern erneut mit den jungen Musikerinnen und Musikern unterwegs.

Der Münchner Bariton Christian Gerhaher ist nicht nur einer der profiliertesten Lied- und Konzertsänger, sondern auch auf den internationalen Opernbühnen zu Gast. Mit dem London Symphony Orchestra, dem Royal Concertgebouw Orchestra und besonders den Berliner Philharmonikern arbeitet Gerhaher regelmäßig zusammen. In der Philharmonie Essen konnte man ihn zuletzt 2018 mit den Bamberger Symphonikern und Jörg Widmanns Zyklus „Das heiße Herz“ erleben.

Karten (Preis: € 25,00 – 45,00) und Infos unter T 02 01 81 22-200 und www.philharmonie-essen.de

—| Pressemeldung Philharmonie Essen |—

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