Linz, Landestheater Linz, CHESS – Musical von Anderson, Ulvaeus, Rice, IOCO Kritik, 25.06.2019


Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

 Chess – Musical von Benny Anderson, Björn Ulvaeus, Tim Rice

Wie damals Bobby Fischer –  Gefangener im Ost-West Konflikt

von Marcus Haimerl

Als 1962 John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow bemüht waren, die Kuba-Krise zu bewältigen, kam Tim Rice die Idee zu einem Musical über den Ost-West-Konflikt. 10 Jahre später blickte die Welt gespannt nach Island, wo Bobby Fischer und Boris Spasski ebenfalls in einen Ost-West-Konflikt involviert waren: Der Schauplatz war diesmal ein Schachbrett. Schach wurde so auch zum Musicalprojekt.

1980 trug Tim Rice die Idee erstmals Andrew Lloyd Webber vor. Dieser war aber mit den Arbeiten an Cats ausgelastet. Auf der Suche nach Komponisten schlug der New Yorker Theaterproduzent schließlich ABBA vor. Tim Rice fand überdies eine logische Erklärung: „Schach ist wunderbar, weil es Politik im Kleinen ist.“ Kein Wunder, dass Björn Ulvaeus und Benny Andersson von den vielen Ideen für ein Musical vom Thema Schach am meisten fasziniert waren.

Landestheater Linz / Musical Chess -  hier :  Ensemble © Sakher Salmonem

Landestheater Linz / Musical Chess – hier : Ensemble © Sakher Salmonem

Chess wurde erst einige Male konzertant aufgeführt, ehe es im Londoner Prince Edward Theatre für mehrere Jahre seine szenische Heimat fand. Chess spielt an zwei Orten, den Austragungsorten der Schachweltmeisterschaften: Meran und Bangkok. Der amerikanische Titelverteidiger Frederick Trumper trifft in Begleitung seiner Sekundantin Florence Vassy in der Südtiroler Stadt Meran auf seinen Gegner Anatoly Sergievsky. Während sich die Bevölkerung Merans auf das Turnier vorbereitet, weist Molokov, der Sekundant Sergievskys, auf die Bedeutung des Turniers mitten im Kalten Krieg hin.

Bereits das erste Spiel wird unterbrochen: Trumper fühlt sich gestört, er verlässt wütend den Spielort. Florence Vassy wirft dem russischen Sekundanten Molokov vor, dass die Störungen durch die russischen Regierungsvertreter veranlasst wurden. Molokov erinnert Florence an ihre eigene osteuropäische Herkunft, diese erwidert entrüstet, sie habe als Fünfjährige ihre Eltern verloren, als die Russen in Ungarn einmarschierten.

Trumper kündigt an, eine höhere Prämie ausgehandelt zu haben. Das Turnier geht weiter. An dessen Ende steht Anatoly Sergievsky als Gewinner fest. Trumper weist Florence die Schuld an seinem Versagen zu, da er beobachtet hatte, wie vertraulich Florence und Anatoly miteinander umgegangen sind. Gleichzeitig wird bekannt, dass Sergievsky im Westen um politisches Asyl angesucht hat.

 Landestheater Linz / Musical Chess - hier :   Lynsey Thurgar und Gernot Romic als Freddy Trumper © Sakher Salmonem

Landestheater Linz / Musical Chess – hier :   Lynsey Thurgar und Gernot Romic als Freddy Trumper © Sakher Salmonem

Bei der Weltmeisterschaft in Bangkok berichtet Frederick Trumper als TV-Experte. Anatoly Sergievsky spielt gegen den Russen Leonid Viigand. Florence und Anatoly sind mittlerweile ein Paar, jedoch haben die Russen seine Frau Svetlana nach Bangkok gebracht. Molokov setzt Svetlana unter Druck: Sie soll Anatoly zum Verlieren überreden. Gleichzeitig soll auch Florence’ Vater, der beim Einmarsch der Russen in Ungarn verschwand, aus der Haft entlassen werden.

Anatoly Sergievsky gewinnt trotz aller Versuchungen das Spiel gegen Leonid Viigand und nimmt in Kauf, Florence zu verlieren. Er kehrt aber freiwillig nach Russland zurück, um sich gegen Florence‘ Vater austauschen zu lassen, auch wenn niemand weiß, ob dieser tatsächlich noch lebt.

Das Landestheater Linz brachte das mit Ohrwürmern gespickte Musical halbszenisch zur Aufführung. Tom Bitterlich dirigierte das Bruckner Orchester Linz mit Zusatzband und bewies die Vielseitigkeit dieses außerordentlichen Orchesters mit einer einzigartigen Partitur zwischen Klassik, Pop und Rock. Für die unauffällige Inszenierung zeichnete Petra Jagušic verantwortlich, die Choreografie lag in den Händen von Lynsey Thurgar.

Den amerikanischen Schachspieler Freddy Trumper verkörperte Gernot Romic mit der notwendigen Egomanie und Arroganz; besonders feinfühlig bei seinem Song „Pity the Child“ im zweiten Teil, welches mit einem der bekanntesten Hits dieses Musicals, „One Night in Bangkok“, eröffnet. Anais Lueken begeisterte das Publikum in der zwischen zwei Männern hin- und hergerissenen Florence Vassy und konnte besonders mit  dem Hit dieses Musicals, „Heaven Help My Heart“, punkten.

In der Partie der Svetlana erlebt man die gebürtige Linzerin Hanna Kastner, die nicht nur mit ihrem Song „Someone Else’s Story“ überzeugte, sondern vielmehr im gemeinsamen Duett „I Know Him So Well“ gemeinsam mit Anais Lueken begeisterte.

Landestheater Linz / Musical Chess - hier :  Ariana Schirasi-Fard als Schiedsrichter © Sakher Salmonem

Landestheater Linz / Musical Chess – hier : Ariana Schirasi-Fard als Schiedsrichter © Sakher Salmonem

Als Schiedsrichter (Arbiter) verabschiedete sich Ariana Schirasi-Fard aus dem Musical Ensemble des Landestheater Linz und bewies hier nochmals ihr ganzes Können. Den größten Eindruck hinterließ sie bei ihrem Lied „Story of Chess“.

Großartige Leistungen erlebte man auch bei Darian Anderson Worrell als Alexander Molokov und Rafael Helbig-Kostka als Walter de Courcey. Mit der witzigsten Einlage des Abends sorgten Domen Fajfar und Christof Messner für vergnügliche Momente in ihrer ausgesprochen glaubwürdigen Darstellung skuriller Beamter der britischen Botschaft.

Mit der beeindruckendsten Leistung des Abends begeisterte Christian Fröhlich in der Rolle des Anatoly Sergievsky. Seine intelligente Rollengestaltung gepaart mit nobler Gesangskultur war das absolute Highlight dieses Abends. Christian Fröhlich war nicht nur vollkommen glaubhaft als der zwischen zwei Frauen und zwischen zwei Welten zerrissener Schachspieler, sondern auch zutiefst berührend bei den beiden Hits „Where I Want to Be“ und „Anthem“.

Das in jeder Hinsicht begeisterte Publikum dankte mit Standing Ovations und lange anhaltendem Applaus für einen insgesamt gelungenen Musicalabend, dessen viele weitere man sich wünscht.

CHESS am Landestheater Linz; am 1. Juli 2019 zum letzten Mal in dieser Spielzeit

—| IOCO Kritik Landestheater Linz |—

Linz, Landestheater Linz, Musical MAMMA MIA! von ABBA, 13.07.2018

Oktober 20, 2017 by  
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Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

MAMMA MIA!  – Musical von ABBA

Musik, Texte – Benny Andersson und Björn Ulvaeus, Buch – Catherine Johnson

Premiere Freitag, 13. Juli 2018, 19.30 Uhr,  weitere Termine: 14. Juli bis 5. August 2018; Dienstag bis Freitag jeweils 19.30 Uhr, Samstag und Sonntag jeweils 15.00 und 19.30 Uhr (Insgesamt 30 Vorstellungen)

Regie Phyllida Lloyd, Choreografie Anthony Van Laast, Bühnenbild Mark Thompson, Lichtdesign Howard Harrison, Sounddesign Andrew Bruce & Bobby Aitken, Musical Superversion, zusätzliches Material und Arrangements Martin Koch


TOURAUFTAKT AM   LANDESTHEATER LINZ

Darauf haben viele Musical-Begeisterte in Österreich, Deutschland und der Schweiz gewartet: Mamma Mia! kehrt zurück. Drei Jahre, nachdem es im Stage Metronom Theater Oberhausen in Deutschland zuletzt Danke für die Lieder hieß, startet eines der erfolgreichsten und beliebtesten Musicals der Welt am 13. Juli 2018 auf eine große Tour, darunter auch Städte, in denen die deutschsprachige Original-Inszenierung in der Übersetzung von Michael Kunze und Ruth Deny noch nie zu sehen war. Den Auftakt macht Linz, dessen Landestheater sich als eine feste Größe in der Musicalwelt etabliert hat.


ALLE LIEBEN   MAMMA MIA!

Das weltweit gefeierte Original Mamma Mia! ist ein mitreißendes Musical, das bereits von über 54 Millionen Menschen in 400 Städten weltweit gesehen wurde. 22 Superhits von ABBA wie „Dancing Queen“, „Take a chance on me“ und natürlich Mamma Mia wurden so raffiniert mit der Geschichte verwoben, dass ein furioses Vergnügen voller Glücksgefühle entstand, auf das selbst Hollywood aufmerksam wurde. Auch die Leinwandversion, mit Stars wie Meryl Streep und Pierce Brosnan, konnte ein Millionenpublikum überzeugen. Die Geschichte handelt vom Mut, die eigenen Träume zu verwirklichen, von Liebe, Freundschaft, Familie und der Bedeutung der Vergangenheit für das Glück der Zukunft.


DAS LEBEN SCHRIEB DIE GESCHICHTE UND ABBA DIE HITS!

1994 entstand die Idee, die ABBA-Hits in einem Musical zu verarbeiten, ohne jedoch die Bandgeschichte zu erzählen. Inspiriert durch die Kompositionen der ABBA-Bandmitglieder Benny und Björn und der turbulent humorvollen Geschichte von Catherine Johnson, produzierte Judy Craymer ein mitreißendes Musical – umwerfend charmant, humorvoll und bewegend zugleich.

„Das ist das Musical, von dem wir nicht wussten, dass wir es geschrieben haben.“ – Björn Ulvaeus


DIE GESCHICHTE VERBINDET HUMOR MIT HERZ

Auf einer griechischen Insel lebt die allein erziehende Donna, die ihren Mann im Leben steht – auch ohne Mann. Ihre 20-jährige Tochter Sophie, die ihren Märchenprinzen bereits gefunden hat, sehnt sich nach Romantik, Kindern und einer klassischen Traumhochzeit in Weiß. Durch das Tagebuch ihrer Mutter erfährt Sophie von drei möglichen Vätern. Als sie ihre Hochzeit plant, will sie dieser Ungewissheit ein Ende bereiten und lädt ihre möglichen Väter zur feierlichen Trauung ein.

Das Chaos wird perfekt, als Donnas beste Freundinnen aus vergangenen Tagen anreisen. Die Vergangenheit wird zur Gegenwart – und das Rätselraten beginnt…

Premiere: Freitag, 13. Juli 2018 um 19.30 Uhr Preise: Von 32,50 bis 116,50 Euro inkl. Gebühren der Vorverkaufsstelle, Kinder & Jugendliche bis einschl. 15 Jahre erhalten 50% Ermäßigung, Kartenservice: 0800 – 218000 | www.landestheater-linz.at


ZUSAMMENARBEIT MIT STAGE ENTERTAINMENT

Mit Mamma Mia! kommt nach Elisabeth und Ich war noch niemals in New York bereits die dritte Erfolgsproduktion von Stage Entertainment als Sommergastspiel ins Musiktheater nach Oberösterreich. Stage Entertainment ist eines der weltweit führenden Unternehmen im Live-Entertainment. Die Zusammenarbeit mit dem Landestheater Linz wurde dieses Jahr vertieft und damit ein neues Kapitel aufgeschlagen. Das Musical Ghost – Nachricht von Sam, dass im März 2017 im Linzer Musiktheater mit großem Erfolg seine Deutschsprachige Erstaufführung feierte, ist die erste Koproduktion von einem subventionierten deutschsprachigen Theater mit der Stage Entertainment. Ab Dezember 2017 wird die Linzer Produktion Ghost – Nachricht von Sam im Berliner Stage Theater des Westens als Ensuite-Produktion von Stage Entertainment zu sehen sein. Die geplante Laufzeit ist 44 Wochen!

Diese Zusammenarbeit zeigt, dass die erfolgreiche Arbeit des Teams um den Linzer Musical-Chef Matthias Davids und das hohe Niveau der inzwischen über 20 Musicalpremieren seit April 2013, unter ihnen eine Uraufführung und eine Reihe von deutschsprachigen Erstaufführungen, in der Musicalbranche einen Eindruck hinterlassen haben. Am 18. September 2017 wurde das Musical In 80 Tagen um die Welt beim deutschen Musicaltheaterpreis 2017 in Berlin mit 6 Preisen ausgezeichnet: „Bestes Musical“, „Beste Regie“ (Matthias Davids), „Beste Choreografie“ (Simon Eichenberger), „Bestes Bühnenbild“ (Hans Kudlich), „Beste Kostüme“ (Susanne Hubrich) und „Bester Darsteller in einer Nebenrolle“ (Rob Pelzer). In 80 Tagen um die Welt oder Wie viele Opern passen in ein Musical war in elf von dreizehn Kategorien nominiert. Rob Pelzer ist auch in der Spielzeit 2017/2018 festes Mitglied des Musicalensembles am Landestheater Linz und lockt gemeinsam mit Riccardo Greco und Arianna Schirasi-Fard als Familie Turnblad in das Musical Hairspray, das bei jeder Vorstellung mit Standing Ovations bejubelt wird.


RÜCKBLICK   AUF DIE SOMMERGASTSPIELE 2017

Seit der Eröffnung des Musiktheaters werden die Theaterferien im Sommer für große Gastspielproduktionen genutzt. Erfolgreich liefen u. a. bereits die Musicals Elisabeth und Udo Jürgens Ich war noch niemals in New York. Dieses Jahr standen gleich zwei Sommergastspiele auf dem Programm. Mit Cirque Éloizes CIRKOPLIS kam erstmals der neue Zirkus ins Musiktheater und sorgte für Begeisterungsstürme und frenetischen Jubel. 367 Kinder und Jugendliche nahmen darüber hinaus in der letzten Schulwoche an der Circus Akademie der kanadischen Zirkustruppe Cirque Éloize teil. Ganz besonders sorgte das Musical Die Schöne und das Biest für Begeisterung. 42.254 Besucher kamen in Summe zu den Sommergastspielen 2017 ins Musiktheater.

Die Sommergastspiele im Musiktheater erfreuten 2017 Cirkopolis von Cirque Éloize    17.435 Besucher   21 Vorstellungen,  Die Schöne und das Biest  : 24.443 Besucher, 23 Vorstellungen,  Cirkus Akademie von Cirque Éloize : 376 Kinder/Jugendliche, 2016     Ich war noch niemals in New York: 41.406 Besuche, 37 Vorstellungen, 2015 Das Musical Elisabeth : 46.791 Besucher, 40 Vorstellungen, PMLThLi

Gera, Theater und Philharmonie Thüringen, CLASSIC OPEN AIR im Hofwiesenpark, 16.06.2013

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Theater und Philharmonie Thüringen

Theater und Philharmonie Thüringen / Großes Haus der Bühnen der Stadt Gera (rechts) Landestheater Altenburg Collage © Stephan Walzl

Theater und Philharmonie Thüringen / Großes Haus der Bühnen der Stadt Gera (rechts) Landestheater Altenburg Collage © Stephan Walzl

CLASSIC OPEN AIR im Hofwiesenpark

Auf der Veolia-Bühne im Hofwiesenpark Gera präsentiert Theater&Philharmonie Thüringen am Sonntag, 16. Juni, um 19.30 Uhr ein großes Classic Open Air. Unter dem Motto „Hoch Escamillo!“ erklingen Chöre, Arien, Duette und Ensembles aus Oper, Operette und Musical von Georges Bizet, Giuseppe Verdi, Engelbert Humperdinck, Otto Nicolai, Johann Strauß (Sohn), Franz Lehár, Carl Zeller, Benny Andersson/Björn Ulvaeus u.a.
 
Sie sorgen für überwältigende Momente, die klanggewaltigen Chöre aus „Carmen“, „Nabucco“, „Il Trovatore“, „Aida“, „La Traviata“ oder „Der Zigeunerbaron“. Ob Oper, Operette oder Musical, stets stehen besonders die Chöre für emotionale Höhepunkte, drücken extreme Gefühlszustände wie Lebenslust, Heiterkeit oder auch tiefe Trauer aus, denen sich keiner entziehen kann. Gesteigert wird dieses Erlebnis, wenn es gemeinsam mit vielen anderen Menschen in einer lauen Sommernacht unter freiem Himmel zu genießen ist, bei einem gemütlichen Picknick und einem guten Glas Wein.
 
Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera spielt unter der Leitung von Jens Troester, Thomas Wicklein und Ueli Häsler. Die Dirigenten übernehmen auch die Moderation.
 
Der Opernchor von Theater&Philharmonie Thüringen wird unterstützt vom Philharmonischen Chor in der Einstudierung von Chordirektor Ueli Häsler. Die Solisten des Musiktheaters sind: Katie Bolding (Sopran), Chrysanthi Spitadi (Mezzosopran), Erik Slik (Tenor) und Alexander Voigt (Tenor).
—| Pressemeldung Theater und Philharmonie Thüringen |—

Altenburg, Theater und Philharmonie Thüringen, Premieren in der Spielzeit 2012/13

Juli 19, 2012 by  
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Theater und Philharmonie Thüringen

Theater in seiner ganzen Vielfalt

Premieren in der Spielzeit 2012/13 in Altenburg

Zwanzigmal wird sich in der Spielzeit 2012/13 der Vorhang im Landestheater Altenburg zu einer Premiere öffnen. Das Publikum hat also allen Grund, sich auf ein reichhaltiges Angebot aller Sparten zu freuen, auf eine spannende Spielzeit voller Abwechslung, in der Ernstes und Heiteres nebeneinander stehen und die für jeden Geschmack etwas zu bieten haben dürfte.

Erste Kostproben kann man am 16. September in der ERÖFFNUNGSGALA genießen, die natürlich auch dazu geeignet ist, sich einen Überblick zu verschaffen und dann auszuwählen. Zum traditionellen Spielzeitauftakt präsentieren Sänger, Schauspieler, Puppenspieler, Tänzer und Musiker einen Ausblick auf die neue Spielzeit in ihrer ganzen Vielfalt. Publikumslieblinge sowie neuengagierte Künstler geben einen Vorgeschmack auf bewegende Geschichten, Vordergründiges und Abgründiges, Wohlvertrautes aus neuer Perspektive und bislang Unbekanntes.

Mit einem TAG DER OFFENEN TÜR am 30. September geht es dann gleich ganz in die Vollen. Neben dem traditionellen „Blick hinter die Kulissen“ sind drei attraktive Veranstaltungen über den Tag verteilt: 11 Uhr findet das THEATERFRÜHSTÜCK zum Musical CHESS statt, das den Premieren-Reigen am 7. Oktober im Großen Haus eröffnen wird. Generalintendant Kay Kuntze inszeniert den Politthriller, in dem Liebe und Eifersucht das Schachspiel beeinflussen. Die mitreißende Musik stammt von Benny Andersson und Björn Ulvaeus, den Männern der Gruppe ABBA. Um 17.00 Uhr stellt sich der neue Schauspieldirektor Bernhard Stengele als Schauspieler mit Ausschnitten aus seinem BalladenabendSie haben nämlich Entenfüße“ vor. Am Klavier begleitet ihn Olav Kröger. Schiller und Goethe, Heine, Brentano und Kästner – die großen deutschen Dichter und Denker kommen ebenso zu Wort wie Franz Schubert, Konstantin Wecker und Georg Kreisler. 20.00 Uhr folgt im Heizhaus die erste Premiere der Saison: die Farce „Mein Kampf“ von George Tabori, in der wir dem jungen Hitler begegnen.

Im Oktober kommen die jüngsten Theaterbesucher zu ihrem Recht: Sie können „Den kleinen gelben Hund“ und sein Frauchen, die Malerin Mona, kennen lernen. Sabine Schramm, die Leiterin des Puppentheaters, fügt ihren erfolgreichen Soli „Traumfresserchen“ und „Piratenmolly.Ahoi!“ damit ein weiteres hinzu.

Um „Kunst“ geht es in Yasmina Rezas gleichnamiger Komödie – schon ab 18. Oktober im Großen Haus. Das ist nicht nur ein humorvoller Beitrag zu den endlosen Debatten über zeitgenössische Kunst, sondern auch über Männerfreundschaften: Denn Serge hat sich ein Bild gekauft. Ein weißes Bild mit feinen weißen Querstreifen. Er kann darin eine ganze Farbskala entdecken und die Vibration der Monochromie bei Tageslicht spüren. Für zweihunderttausend Franc. Serges Freund Marc findet, dass das ganze eine Scheiße sei. Für zweihunderttausend Franc. Und ihr gemeinsamer Freund Yvan weiß nicht so genau, was er davon halten soll. Und so streiten die drei Freunde … zum Vergnügen des feinsinnigen Publikums!

In „Heute Abend: Lola Blau“, dem Musical für eine Schauspielerin von Georg Kreisler, kann man Mechthild Scrobanita und Olav Kröger am Klavier im grünen Salon im 1. Rang des Landestheaters ab 10. November hautnah erleben. Georg Kreisler (1922 – 2011) hat mit seinem schwarzen, tiefsinnigen und poetischen Humor und Sprachwitz das musikalische deutschsprachige Kabarett nach 1945 als Autor und Interpret stark geprägt. Sein Einpersonen-Musical bewegt sich zwischen virtuoser Komödie und berührender Tragödie.

Dank ihrer erotisch-lasziven Ausstrahlung, ihrer Verführungskünste, ihres Freiheitsdrangs und emanzipatorischer Kraft polarisiert und beeindruckt die »femme fatale« Carmen die Menschen immer aufs Neue. „Carmen“ gehört zu den meistgespielten und beliebtesten Opern überhaupt. Kay Kuntzes Inszenierung folgt der realistischen Erzählweise der Oper und die junge griechische Mezzosopranistin Chrysanthi Spitadi ist eine Carmen wie sie im Buche bei Prosper Merimee steht. Überzeugen können Sie sich davon ab 11. November!

„Bezahlt wird nicht“ – so der Titel einer Komödie von Nobelpreisträger Dario Fo, die ab 24. November im Heizhaus läuft. Nachdem die Ladenpreise sprunghaft angestiegen sind, beschließen empörte Arbeiterinnen und Hausfrauen nach ihrem eigenen Preissystem einzukaufen – bezahlt wird die Hälfte oder gar nicht!

Für Familien bringt das Puppentheater im November„Der kleine Prinz“ nach der berühmten Erzählung von Antoine de Saint-Exupéry auf die Bühne im Heizhaus.

Das Weihnachtsmärchen heißt 2012 „Ayana Rabenschwester“ und ist ein interaktives Kinderstück von Mona Becker und Bernhard Stengele, der auch Regie führt. Drei Märchen aus West- und Südafrika und das Märchen „Die sieben Raben“ der Brüder Grimm werden zu einer neuen Geschichte verwoben.

Aber nicht nur zu Weihnachten wird in Altenburg Theater für Kinder gemacht: ab Januar kann man mit Hexe Hillary in die Oper gehen. Das Stück mit Musik von Peter Lund führt Kinder zauberhaft an das Genre Musiktheater heran. Am Ende wissen nicht nur die freche Hexe, sondern auch die jungen Zuschauer mehr über die so spannende und gleichzeitig so merkwürdige Gattung Oper. Puppenspielerin Sabine Schramm hat Hexe Hillary in der Hand und die Sängerinnen Franziska Rauch und Paula Rummel alternieren als Maria Bellacanta.

Mit „Anatevka” steht das dritte Musical ab 13. Januar 2013 auf dem Spielplan Die Inszenierung von Matthias Winter lief in Gera mit großem Erfolg stets vor ausverkauftem Haus. Ein Fiedler auf dem Dach – was das bedeutet? Der Milchmann Tevje erklärt es Ihnen gern wortreich, gespielt wird er von Peter Prautsch. Seine Weisheiten sind anrührend und das in Zwiesprache mit Gott vorgetragene Lied „Wenn ich einmal reich wär’ …“ das populärste des Musicals.

Wenn sich das Puppentheater gemeinsam mit dem Schauspiel einer so erfolgreichen Kriminalgroteske wie „Arsen und Spitzenhäubchen“ – seit der Uraufführung am Broadway 1941 ein Evergreen – annimmt, muss einfach eine besondere Attraktion herauskommen. In der Rolle des Mortimer nimmt Schauspieler Manuel Kressin den ungleichen Kampf mit neun Puppen auf – ab 1. Februar 2013 im Heizhaus!

Theater und Philharmonie Thüringen / Arsen und Spitzenhäubchen © Theater und Philharmonie Thüringen

Theater und Philharmonie Thüringen / Arsen und Spitzenhäubchen © Theater und Philharmonie Thüringen

„Zeit.Punkt.“ nennt Silvana Schröder ihren dreiteiligen Abend, der ab 3. Februar in Altenburg zu sehen ist. Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera musiziert live unter der Leitung von Jens Troester. Die Ballettdirektorin legt ihrer choreografischen Reflexion über die Wahrnehmung von Zeit Musik unterschiedlicher Sphären zugrunde: Leonard Bernsteins Musik ist vital, impulsiv, dynamisch. Wojciech Kilars Filmmusik zu „Dracula“ vermittelt den Eindruck von Unerbittlichkeit und Unentrinnbarkeit. Die Kompositionen des Esten Arvo Pärt sind gegenwärtig und scheinen doch aus einer anderen Zeit zu stammen.

Theater und Philharmonie Thüringen / Arsen und Spitzenhäubchen © Theater und Philharmonie Thüringen

Theater und Philharmonie Thüringen / Arsen und Spitzenhäubchen © Theater und Philharmonie Thüringen

Ein Höhepunkt der Spielzeit verspricht die Uraufführung „Die im Dunkeln“ zu werden. Mona Becker schreibt ein Stück über Widerstand am Beispiel Altenburg und Schauspieldirektor Bernhard Stengele setzt es in Szene. Premiere ist am 3. März 2013 im Großen Haus. Zwischen 1948 und 1950 herrscht in der sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR Aufbruchsstimmung. Das alte System ist besiegt, das neue soll besser und schöner sein. Doch nicht alle sind bereit, die zunehmende Stalinisierung und Totalisierung der Ostzone hinzunehmen. Auch in Altenburg bilden sich lose miteinander verbundene Widerstandsgruppen, die sich vor allem aus Jugendlichen rekrutieren … Von der offiziellen Geschichtsschreibung über Jahrzehnte vergessen und verleugnet, widmet sich nun erstmals ein Theaterstück dem antistalinistischen Aufstand in der jungen SED-Diktatur. Mona Becker studierte an der University of Essex. Anschließend arbeitete sie zwei Jahre als Dramaturgin und Autorin am Mainfranken Theater Würzburg.

Am 24. März folgt mit der „Dreigroschenoper“von Bertolt Brecht und Kurt Weill geradezu ein Klassiker des 20. Jahrhunderts in der Inszenierung vonAmina Gusner.

Christa Wolfs Roman „Kassandra“ zog in den 80er Jahren die Leser in seinen Bann. Jetzt kommt das Werk in einer Fassung von Gerhard Wolf ab 13. April auf die Bühne im Heizhaus.

Die Premiere am 5. Mai „Du bist ich“ wird aufsehenerregend; denn es ist die deutschsprachige Erstaufführung der Operette des kubanischen Komponisten Moïses Simons. Die Operette, die alles hat, was zu einer Operette gehört, kommt in der Reihe „Wiederentdeckungen des 20. Jahrhunderts“ auf die Bühne; an der Ausgrabung hat Chefdramaturg Felix Eckerle, der auch mit an der Übersetzung gearbeitet hat, den entscheidenden Anteil. 1934 in Paris uraufgeführt, ist sie bis heute erfrischend neuartig, indem sie humorvoll und gekonnt authentische Klänge und Rhythmen Mittelamerikas mit französischem Chanson und europäischer Operettenseligkeit verbindet.

Den Premieren-Reigen beschließt am 9. Juni Ödön von Horváths Volksstück „Kasimir und Karoline“ in der Inszenierung von Bernhard Stengele. Kasimir und Karoline gehen aufs Münchner Oktoberfest und der Zuschauer erlebt die Liebesgeschichte von zwei Menschen mit, die an sich selbst und ihren Umständen scheitern. Ein vielgespieltes ergreifendes Stück, das auch erfolgreich verfilmt wurde, aber seit der Uraufführung 1932 noch nie in Altenburg und Gera auf dem Spielplan stand.

Mit „Freitag und Robinson“ wird das Unternehmen „Theater im Klassenzimmer“ fortgesetzt. Schauspieler begeben sich wieder direkt zu ihrem jungen Publikum in die Schulen und haben Daniel Defoes 1719 veröffentlichten Roman „Robinson Crusoe“ im Gepäck. Aber der Autor Adrian Mitchell erzählt Robinsons Abenteuer neu – aus Freitags Perspektive wird die Erfolgsgeschichte des tugendhaften Kolonialherren Crusoe zu einem traurigen Gesang über Unterdrückung, Rassismus und Selbsthass.

 

In Altenburg finden die Premieren in der neuen Spielzeit wie gewohnt am Sonntag statt, aber sie beginnen eine Stunde früher – 18 Uhr – um anschließend noch gebührend feiern zu können.

Theater&Philharmonie Thüringen bietet auch zur Spielzeit 2012/2013 verschiedene Abonnement-Formen an, um unterschiedlichste Wünsche zu erfüllen und den treuesten Besuchern Preisvorteile zu ermöglichen.

Für Jugendliche bis 18 Jahre, Studenten bis 27 Jahre, Auszubildende und Bundesfreiwilligendienstleistende gibt es ein Abo für 25,00 Euro für den Besuch von fünf frei wählbaren Vorstellungen. Dieses Abo ist auch das ideale Geschenk für Kinder und Enkelkinder!

—| Pressemeldung Theater und Philharmonie Thüringen |—

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