Bielefeld, Theater Bielefeld, Aida – Giuseppe Verdi, 04.02.2020

Januar 29, 2020 by  
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Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

AIDA –  Giuseppe Verdi

Verbotene Liebe in Zeiten des Krieges

Vorstellungen  4.2.;  8.3.; 17.3.; 31.3.; 10.4.2020

Verbotene Liebe in Zeiten des Krieges, so ließe sich die Handlung von Giuseppe Verdis Aida knapp zusammenfassen. Genauer gesagt, ist damit die Ausgangssituation umrissen, denn mit welcher Meisterschaft es der große Italiener vermag, infolgedessen seine Hauptfiguren in ausweglose Situationen zu bringen und sie dennoch mit Liebe und Mut auszustatten, ist schlichtweg atemberaubend. Besonders, was das musikalische Gefühlsbarometer angeht, versteht sich. Nicht umsonst zählt Verdis drittletzte Oper zu den populärsten überhaupt. Ausgelöst durch die Umstände der Uraufführung und die Wünsche des Auftraggebers – kein Geringerer als der Khedive (Vizekönig) von Ägypten trat 1870 an Verdi heran, um eine Oper »im ägyptischen Stil« zu bestellen – war Aida von jeher mit dem Pomp einer einschlägigen Ausstattung behaftet; kaum eine andere Oper weckt wohl bei vielen Opernlieb- haber*innen so konkrete Bilder wie diese. Gleichwohl pulsiert im Schatten der großen Chorszenen ein auf den Punkt gebrachtes Kammerspiel, an dem nur wenige Figuren beteiligt sind – doch für die geht es um das große Ganze: die äthiopische Prinzessin fristet – incognito – ein Leben als Sklavin am feindlichen Hof des ägyptischen Pharaos.

AIDA – Giuseppe Verdi
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Ihre heimliche Liebe gilt Radames, dem erfolgreichen Hoffnungsträger des ägyptischen Militärs, auf den auch Prinzessin Amneris ein Auge geworfen hat. Ausgerechnet er wird ausgesandt, um Äthiopiens Truppen unter dem Befehl von Aidas Vater Amonasro zu bekämpfen. Zu Aidas Entsetzen gelingt den Ägyptern der Sieg; zugleich ist sie froh, dass Radames überlebt hat. Als sie unter den Gefangenen auch ihren Vater erblickt, ahnt sie allerdings nicht, dass der sie seinerseits zum Instrument machen will, um den so verhassten wie überlegenen Feind doch noch zu besiegen. Aida droht, zwischen der Liebe zu Radames und zu ihrem Vater zermalmt zu werden.

Ebendiese Angst und Ausweglosigkeit, die sich bei Aida in einer Todessehnsucht Luft macht, ist das Epizentrum, um das sich für Regisseurin Nadja Loschky und ihr Team (Ulrich Leitner, Bühne; Irina Spreckelmeyer, Kostüme) Verdis Musikdrama dreht. Sie erzählen Aidas Schicksal stets aus ihrer Perspektive und folgen dabei zugleich einer inneren wie der äußeren Handlung, ganz wie es dieses packende Musikdrama nachdrücklich einfordert. In der Titelrolle der AIDA ist die britische Sängerin Elizabeth Llewellyn zu Gast, als Radames ist Arthur Shen zu erleben. Aus dem Bielefelder Ensemble stehen ihnen mit Katja Starke (Amneris), Moon-Soo Park (Ramphis), Evgueniy Alexiev (Amonasro) und Yoshiaki Kimura (die Stimme des Königs) bewährte Hauptfigurendarsteller*innen gegenüber. Aida ist zugleich eine dankbare Aufgabe für den Bielefelder Opernchor und den Extrachor (Ltg. Hagen Enke) sowie selbstredend für die Bielefelder Philharmoniker. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von GMD Alexander Kalajdzic.

Musikalische Leitung Alexander Kalajdzic Inszenierung Nadja Loschky Bühne Ulrich Leitner Kostüme Irina Spreckelmeyer Choreinstudierung Hagen Enke Dramaturgie Jón Philipp von Linden

Mit:   Evgueniy Alexiev / Kjell Brutscheidt / Yoshiaki Kimura / Elizabeth Llewellyn / Diana Marie Müller / Lena Paetsch / Moon Soo Park / Steffen Seithel / Elena Schneider / Arthur Shen / Katja Starke / Bielefelder Opernchor / Extrachor des Theaters Bielefeld / Bielefelder Philharmoniker

AIDA:  Karten www.theater-bielefeld.de / T. 0521 51-5454

Theater Bielefeld / AIDA - hier : Elizabeth Llewllyn als Aida © Bettina Stöß

Theater Bielefeld / AIDA – hier : Elizabeth Llewllyn als Aida © Bettina Stöß

MUSIKALISCHE LEITUNG   –  Alexander Kalajdzic, geboren in Zagreb, Kroatien, begann seine musikalische Ausbildung mit sechs Jahren und gab ab dem achten Lebensjahr regelmäßig Konzerte als Pianist. Er gewann mehrere Preise bei Bundeswettbewerben und setzte anschließend sein Studium an der Musikhochschule in Wien fort, wo er die Dirigierklasse von Karl Österreicher mit Auszeichnung absolvierte. Darüber hinaus studierte er Klavier, Viola und Korrepetition. Schon während des Studiums dirigierte er Symphoniekonzerte mit den Zagreber Philharmonikern sowie dem Orchester des Kroatischen Rundfunks. Sein beruflicher Weg führte ihn nach Krefeld-Mönchengladbach, wo er als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung erste Theatererfahrungen sammelte. Danach war er als Kapellmeister in München, als erster Dirigent des Nationaltheaters Weimar und von 2008 bis 2010 als 1. Kapellmeister am Nationaltheater Mannheim tätig, wo er sich ein großes Repertoire erarbeiten konnte. Er gastierte u. a. in den USA, Mexiko, Südafrika, Italien, Frankreich, in der Schweiz und in Tschechien. Alexander Kalajdzic ist sowohl in der Oper als auch im Konzertbereich gefragt. Sein Repertoire reicht vom frühen Barock bis zur Moderne, wobei sein besonderes Interesse der französischen Musik gilt. So führte er fast das gesamte Orchesterwerk von Ravel und Debussy mehrmals auf. Auch war er lange Zeit als Liedbegleiter und Kammermusiker aktiv und hatte bis vor kurzem einen Lehrstuhl für Orchestererziehung in Zagreb inne. Alexander Kalajdzic leitet als GMD seit Spielzeitbeginn 2010/11 die musikalischen Geschicke des Theaters Bielefeld und der Bielefelder Philharmoniker.

INSZENIERUNG

 Nadja Loschky studierte Musiktheaterregie an der HfM Hanns Eisler in Berlin. Parallel zu ihrem Studium assistierte sie Hans Neuenfels und arbeitete als freie Regisseurin an den Städtischen Bühnen Osnabrück. An diesem Theater entstanden in den folgenden Jahren unter ihrer Regie auch erste Inszenierungen im Bereich Kinder- und Jugendtheater. 2006 wurde ihre Interpretation von Frieds Monooper Das Tagebuch der Anne Frank zum Theatertreffen der Jugend nach Berlin eingeladen. Es folgten weitere Engagements, unter anderem am Staatstheater Kassel. Im Anschluss an ihre praktische Diplomprüfung 2009 inszenierte Nadja Loschky Verdis La Traviata und Rossinis Der Barbier von Sevilla an den Städtischen Bühnen Osnabrück, sowie Faust von Charles Gounod am Staatstheater Kassel. 2011 debütierte sie mit der Uraufführung der Familienoper Mikropolis von Christian Jost an der Komischen Oper Berlin.

Im Jahr 2012 entstanden Inszenierungen von Brittens A Midsummer Night’s Dream am Staatstheater Kassel, Mozarts Entführung aus dem Serail am Theater Heidelberg sowie der Familienoper Die Schatzinsel (Frank Schwemmer) am Opernhaus Zürich, denen 2013 Verdis Simon Boccanegra am Theater Aachen und Händels Alcina am Luzerner Theater folgten. 2014 führte sie Mozarts Così fan tutte erneut ans Theater Heidelberg und mit Madama Butterfly inszenierte sie am Theater Bielefeld ihre erste Puccini-Oper. Für diese Produktion wurde sie 2015 mit dem Götz-Friedrich-Preis ausgezeichnet. Im selben Jahr arbeitete sie erneut am Opernhaus Zürich und brachte Christian Josts Rote Laterne zur Uraufführung. Anschließend inszenierte sie Boieldieus selten gespielte Oper La dame blanche am Oldenburgischen Staatstheater und Mozarts Le nozze di Figaro am Theater Heidelberg. 2016 präsentierte sie sich erneut am Luzerner Theater, diesmal mit einer Interpretation von Bellinis Oper Norma. Für ihre im gleichen Jahr entstandene Produktion Death in Venice von Benjamin Britten am Theater Bielefeld erhielt sie im Jahresheft der Fachzeitschrift »Opernwelt« eine Nominierung in der Kategorie »Beste Regie«. Zu Beginn der Spielzeit 2016/17 inszenierte sie Verdis Macbeth am Oldenburgischen Staatstheater, dem Zingarellis Giulietta e Romeo am Barocktheater Schwetzingen folgte. Mit Monteverdi L’incoronazione di Poppea kam es im Frühjahr 2017 zu einer weiteren Arbeit am Theater Bielefeld, 2018 gab sie ihr Regiedebüt an der Oper Graz mit Ariane et Barbe-Bleue von Paul Dukas. In derselben Spielzeit wurde Nadja Loschky Hausregisseurin am Theater Bielefeld, wo sie Rihms Jakob Lenz inszenierte und dort im Anschluss die Spielzeit 2018/2019 mit Verdis La Traviata eröffnete. Im Frühjahr 2019 debütiert sie an der Oper Köln mit Dvoraks Märchenoper Rusalka und im Juni desselben Jahres war ihre Interpretation von Offenbachs Orpheus in der Unterwelt am Theater Bielefeld zu sehen. Neben ihrer Regietätigkeit ist sie projektbezogen auch als Dozentin an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« sowie der »UDK« Berlin tätig. Nadja Loschky hat ab der Spielzeit 2019/20 die künstlerische Leitung des Musiktheaters am Theater Bielefeld übernommen.

Theater Bielefeld / AIDA - hier : Brutscheidt, Kimura, Paetsch, Shen © Bettina Stöß

Theater Bielefeld / AIDA – hier : Brutscheidt, Kimura, Paetsch, Shen © Bettina Stöß

BÜHNE   –  Geboren 1976 im österreichischen Linz, studierte Ulrich Leitner nach Abschluss einer Tischlerlehre Bühnenbild an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und Szenenbild an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in PotsdamBabelsberg. 2003 erhielt er den Talentförderpreis durch die Landeskulturdirektion Oberösterreich. Seit 2001 ist er als freischaffender Bühnen- und Kostümbildner tätig, u. a. am Schauspiel Essen, Oper Köln, Theater Dortmund, Staatstheater Braunschweig, Theater Münster, Theater St. Gallen, Vereinigte Bühnen Krefeld und Mönchengladbach, Hebbel am Ufer Berlin, Theater Bremen, Theater Heidelberg und dem Saarländischen Staatstheater mit Regisseur*innen wie Johannes von Matuschka, Martin Schulze, Thomas Ladwig und Philipp Löhle. Von 2016 bis 2018 arbeitete er als Ausstattungsleiter am Landestheater Schwaben, wo er u. a. für die Ausstattung der vielbeachteten Uraufführung von Nebel im August in der Regie von Kathrin Mädler verantwortlich zeichnete. Mit Regisseurin Nadja Loschky arbeitet er nach Le Nozze di Figaro am Theater Heidelberg regelmäßig als Bühnenbildner zusammen. Aida ist nach Death in Venice und Jakob Lenz seine dritte Arbeit für das Theater Bielefeld.

KOSTÜME   –  Irina Spreckelmeyer absolvierte ihr Bachelorstudium im Fach Kostümbild bei Prof. Maren Christensen an der Hochschule Hannover. An der Universität der Künste Berlin setzte sie 2016 ihr Master-Studium bei Florence von Gerkan fort. Gemeinsam mit Regisseur Andreas Kriegenburg und der Kostümbildnerin Andrea Schraad war sie seit 2013 für die Produktionen Sklaven am Deutschen Theater Berlin und Così fan tutte an der Semperoper Dresden verantwortlich sowie für Don Juan kommt aus dem Krieg bei den Salzburger Festspielen, María de Buenos Aires am Theater Bremen, Die Frau ohne Schatten an der Hamburgischen Staatsoper und Der Spieler am Residenztheater in München. 2017 entwarf sie am Schauspiel Frankfurt die Kostüme für Andreas Kriegenburgs Inszenierung von Drei Tage auf dem Land. Seit 2017 arbeitet sie regelmäßig mit Regisseurin Nadja Loschky zusammen.

BESETZUNG

Aida  Elizabeth Llewellyn, Radames  Arthur Shen, Amneris Katja Starke, Amonasro  Evgueniy Alexiev, Ramphis  Moon Soo Park, Sprecher des Königs  Yoshiaki Kimura, Die Hände des Königs  Kjell Brutscheidt, Yoshiaki Kimura, Lena Paetsch, Die Gestalt des Königs  Steffen Seithel, Tempelsängerin Elena Schneider, Ein Bote Vladimir Lortkipianidze, Vision Aidas Diana Marie Müller

Bekannt für ihre lebendigen Porträts der Puccini-Heroinen und für ihre volle, charakteristische Stimme, hat sich Elizabeth Llewellyn seit ihrem Debüt als Mimì (La Bohème) vor weniger als zehn Jahren rasch einen Namen als international herausragende Darstellerin und Sängerin gemacht. In London geboren, studierte sie am Royal Northern College of Music und dem National Opera Studio, unterstützt von der Peter Moores Foundation. Spezialisiert auf das italienische Repertoire, umfasst ihr Repertoire Cio-Cio San (Madame Butterfly), Magda (La Rondine), Giorgetta (Il tabarro), Tosca, Suor Angelica, Aida, Luisa Miller und Amelia (Simon Boccanegra), für die Elizabeth Llewellyn als Sängerin des Jahres 2013 in der Zeitschrift Opernwelt nominiert wurde. 2014 gab sie ihr Wagner-Debüt als Elsa in Lohengrin in Magdeburg, worüber das Opera Magazine schrieb: »Mit geradezu perfekter Diktion modulierte sie ihr stets leicht rauchiges Timbre von der verträumten Aussichtslosigkeit der ersten Szenen zu einem ungewöhnlich kraftvollen, konfrontierenden Ton. Ihre Stimme trägt sie in die entlegensten Winkel, sogar in Pianissimo-Passagen, und sie scheint sogar, während sie ihre Stimme am stärksten verströmt, noch Kraftreserven zu haben.« Die aktuelle Spielzeit hält aufregende Engagements für sie bereit, u. a. die Titelrollen von Puccinis Manon Lescaut (ihre siebte Puccini-Rolle) und Verdis Luisa Miller sowie ihr Debüt an der New Yorker Metropolitan Oper als Bess in Porgy and Bess. Auf dem Konzertpodium ist Elizabeth ebenfalls eine gefragte Sopranistin. Kürzlich sang sie Beethovens Missa Solemnis mit Sir Mark Elder, Mahlers achte Symphonie mit Esa-Pekka Salonen, Elgars Caractacus und Vaughan Williams A Sea Symphony mit Martyn Brabbins sowie ein Live-Konzert mit Strauss’ Vier letzten Liedern auf BBC Radio 3 mit Donald Runnicles und dem BBC Scottish Symphony Orchestra. In der aktuellen Saison singt Elizabeth abermals die Missa Solemnis mit dem BBC Symphony Orchestra und die neunte Symphonie mit dem North Carolina Symphony Orchestra.

Arthur Shen ist in Bryn Mawr, Pennsylvania geboren und wuchs in Walnut Creek, Kalifornien auf. Zunächst studierte der Tenor Informatik an der University of California at Berkeley und war 10 Jahren lang in der Branche tätig, zuletzt als VizePräsident einer Digitalmarketingfirma in New York. Von 2007 bis 2017 war Arthur Shen fest als Gesangssolist am Staatstheater Braunschweig engagiert. Dort hat er in über 300 Vorstellungen in über 30 verschiedenen Hauptpartien gesungen, u. a. Rodolfo in La Bohème, Cavaradossi in Tosca, Alfredo in La Traviata, Gustav in Maskenball, Edgardo in Lucia di Lammermoor und Des Grieux in Manon Lescaut (Puccini). Zusätzlich zu seinen Auftritten am Staatstheater Braunschweig, gastierte Arthur Shen u. a. an der Semperoper Dresden, der Komischen Oper Berlin, der San Diego Opera, beim Utah Festival Opera sowie am Staatstheater Stuttgart. Neben seiner Operntätigkeit ist Arthur Shen als Konzertsolist gefragt. Er sang mit der Deutschen Radio Philharmonie, der Deutschen Staatsphilharmonie RheinlandPfalz, den Nürnberger Symphoniker, den Göttingen Symphoniker, dem Orchestra of St. Luke’s (New York) sowie dem Staatsorchester Braunschweig. Zu seinem Konzertrepertoire zählt Verdis Requiem, Puccinis Messa di Gloria, Rossinis Stabat Mater, Mozarts Requiem, Beethovens Sinfonie 9, Mendelssohns Paulus, Bruckners Te Deum und Händels Messias.

—| Pressemeldung Theater Bielefeld |—

Basel, Theater Basel, Spielplan März 2020

Januar 28, 2020 by  
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Theater Basel

Theater Basel © Sandra Then

Theater Basel © Sandra Then


UNSERE PREMIEREN IM MÄRZ


Premiere DO 19. MÄRZ 2020, 19.30 UHR, SCHAUSPIELHAUS
UNSERE KLEINE STADT
Schauspiel in drei Akten von Thornton Wilder
Deutsch von Barbara Christ

INSZENIERUNG Anne-Louise Sarks BÜHNE Marg Horwell KOSTÜME Mel Page MUSIK Knut Jensen MIT Ilknur Bahadir, Antal Czapkó, Thomas Douglas, Inga Eickemeier, Pascal Goffin, Jonas Götzinger, Vincent zur Linden, Nancy Mensah-Offei, Josef Mohamed, Carole Schmitt, Maik Solbach, Friederike Wagner u. a.
Mitglieder des Extrachors des Theater Basel

Grover’s Corners ist eine fiktive Kleinstadt in New Hampshire zur Zeit der Jahrhundertwende. Ein Ort fernab von Dramen, Sensationen und Skandalen. Stattdessen feiert Wilder in seinem 1938 in Rüschlikon bei Zürich geschriebenen Stück die kleinen Augenblicke des Lebens und schuf damit ein einzigartiges Plädoyer zur Entschleunigung unseres heutigen Hochgeschwindigkeitsalltags. Er selbst nannte es eine «Meditation über die Schwierigkeit, das Leben zu verstehen, während man es lebt». Im Zentrum stehen die beiden Nachbarskinder Emily Webb und George Gibbs, die noch während der Schulzeit heimlich erste zarte Bande knüpfen, ehe sie vom Leben zunächst getrennt und schliesslich doch zusammengeführt werden. Doch bei Wilder ist das Happy End von Emily und George nicht viel mehr als ein weiterer Tag in der Chronik von Grover’s Corners. Einer Chronik über das Leben und seine Vergänglichkeit. Die Regisseurin Anne-Louise Sarks hat sich dem Basler Publikum in der Spielzeit 2017/2018 bereits mit ihrer Version der Medea-Tragödie vorgestellt.


Premiere FR 27. März 2020, 19.30 Uhr, Grosse Bühne
PETER GRIMES
Oper in drei Akten und einem Prolog von Benjamin Britten
Text von Montagu Slater nach einer Verserzählung von George Crabbe
In englischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

MUSIKALISCHE LEITUNG Kristiina Poska NACHDIRIGAT Thomas Wise INSZENIERUNG Harry Fehr BÜHNE UND KOSTÜME Leslie Travers KOSTÜMMITARBEIT Zahra Mansouri CHOR Michael Clark MIT Rolf Romei, Emma Bell, Robin Adams, Jasmin Etezadzadeh, Sarah Brady/Stefanie Knorr, Kali Hardwick, Michael Bennett, Andrew Murphy, Cécile van de Sant, Karl-Heinz Brandt, Domen Križaj, Antoin Herrera-Lopez Kessel / Paull-Anthony Keightley, Vivian Zatta, Frauke Willimczik, André Schann
Chor des Theater Basel, Statisterie des Theater Basel
Es spielt das Sinfonieorchester Basel.

«Who can turn skies back and begin again?» Fehler der Vergangenheit zu vermeiden, sein Schicksal zum Guten zu wenden – das ist die Chance, die sich dem Fischer Peter Grimes zu bieten scheint: Aus Mangel an Beweisen wird eine Untersuchung des verdächtigen Todes seines Lehrjungen eingestellt. Doch wie ein Krebsgeschwür breiten sich Zweifel an Grimes’ Unschuld innerhalb der Dorfgemeinschaft aus. Zugleich fällt Grimes – getrieben von der trotzig-verzweifelten Hoffnung, mit Ellen Orford ein neues, glückliches Leben aufzubauen – in alte, raue Verhaltensmuster zurück. Als Grimes und sein neuer Lehrjunge unter dubiosen Umständen verschwinden, beginnt im Dorf die menschliche Natur, den archaischen Gewalten des Meeres gleich, sich ihr «Recht» zu nehmen. Mit Musikdirektorin Kristiina Poska ergründet die britische Regieentdeckung Harry Fehr in «Peter Grimes» die Untiefen von Recht und Gerechtigkeit, Mitgefühl und Hass, Individuum und Kollektiv, Zivilisation und Natur.


Premiere SA 28. März 2020, 20 Uhr, Kleine Bühne
HIER IST NOCH ALLES MÖGLICH
Schauspiel nach dem gleichnamigen Roman von Gianna Molinari
Uraufführung

INSZENIERUNG Claudia Bossard BÜHNE UND KOSTÜME Romy Springsguth VIDEO UND MUSIK Annalena Fröhlich MIT Nicolas Batthyany, Klaus Brömmelmeier, Holger Bülow, Simone Gfeller, Anica Happich, Simon Käser

Sie arbeitet seit Kurzem als Nachtwächterin in einer Verpackungsfabrik, die bald schliessen wird. Aber nicht nur der Verkauf der Firma bedroht die Existenz des Chefs und seiner Mitarbeitenden: Da ist ein Wolf, der sich angeblich auf dem Gelände herumtreibt und für den sie eine Fallgrube graben muss. Da ist die Geschichte eines afrikanischen Flüchtlings, der aus dem Fahrwerk eines Flugzeugs fiel und nie identifiziert werden konnte. Und da ist das Phantombild einer Bankräuberin, die ihr zum Verwechseln ähnlich sieht. Während sich die Ebenen von Imagination und Realität immer mehr verschieben, begibt sie sich auf Spurensuche, erforscht Grenzen und Identitäten. Gibt es den Wolf wirklich? Und wer sieht hier eigentlich was? «‹Hier ist noch alles möglich› ist ein Text über das Wahrnehmen der Welt sowie der Verschiebung dieser Wahrnehmung, ein Roman über die Zersetzung des Realen und über Möglichkeitsräume », sagt Gianna Molinari. Mit ihrem Debütroman gewann die gebürtige Baslerin 2017 den 3sat- Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt, 2018 war sie für den Deutschen und Schweizer Buchpreis nominiert und wurde mit dem Robert Walser-Preis ausgezeichnet.


UNSERE WIEDERAUFNAHME


Einmalige Wiederaufnahme
SO 1. März 2020, 18.30–20.30 Uhr, Grosse Bühne
JOHN GABRIEL BORKMAN
Schauspiel von Henrik Ibsen in einer Bearbeitung von Simon Stone

INSZENIERUNG Simon Stone BÜHNE Katrin Brack KOSTÜME Tabea Braun MUSIK Bernhard Moshammer MIT Liliane Amuat, Nicola Kirsch, Roland Koch, Birgit Minichmayr, Caroline Peters, Max Rothbart, Martin Wuttke

Ein Trauerspiel als Tragikomödie und Metaboulevard: Simon Stone verwandelt Henrik Ibsens Spätwerk in eine hochmoderne Familienaufstellung im Kunstschneegestöber.

Eine Koproduktion des Theater Basel mit dem Burgtheater Wien und den Wiener Festwochen


UNSER REPERTOIRE IM FEBRUAR


COW
Ballett von Alexander Ekman
Musik von Mikael Karlsson
Schweizer Erstaufführung

CHOREOGRAFIE, BÜHNE UND LICHT Alexander Ekman KOMPOSITION Mikael Karlsson KOSTÜME Henrik Vibskov VIDEO T. M. Rives LICHTSUPERVISOR Fabio Antoci
Es tanzt das Ballett Theater Basel.

Der schwedische Choreograf Alexander Ekman hat sich ein Ballett ausgedacht, das als Motiv einfach nur die Kuh hat: «Cow.» Das Ergebnis ist ein verrückter Tanzabend in elf Szenen, in denen es weisse Kühe aus Plastik, absurde Begegnungen auf der Bühne und natürlich jede Menge dynamischen Tanz gibt. Ein abendfüllendes Stück ohne Handlung und ohne erzählte Geschichte, aber mit viel Freude an der Bewegung.
Musikeinspielung: Bundesjugendorchester der Bundesrepublik Deutschland

Partner des Ballett Theater Basel: BLKB


DER GEHÜLFE
Schauspiel nach dem gleichnamigen Roman von Robert Walser

INSZENIERUNG Anita Vulesica BÜHNE Henrike Engel KOSTÜME Janina Brinkmann MUSIK Friederike Bernhardt CHOREOGRAFIE Mirjam Klebel MIT Friederike Bernhardt, Mario Fuchs, Pascal Goffin, Martin Hug, Katharina Marianne Schmidt, Friederike Wagner

Einen «einfachen Roman, der ja eigentlich gar kein Roman ist, sondern nur ein Auszug aus dem schweizerischen täglichen Leben», so nannte Robert Walser sein zweites grosses Prosawerk, in dem er eigene Erfahrungen als Gehilfe niederschrieb. Walsers literarisches Alter Ego Joseph Marti leidet unter seinem cholerischen Vorgesetzten, der mit seltsamen Erfindungen sein Geld zu machen versucht. Dessen scheinheilige Welt ist auf Pump gebaut, hinter der glänzenden Fassade der angesehenen Familie tun sich Schuldenberge und Abgründe auf.


DIE ANALPHABETIN
Schauspiel nach der gleichnamigen Erzählung von Ágota Kristóf

INSZENIERUNG Barbara Luchner BÜHNE Frederik C. Schweizer KOSTÜME Miriam Balli MUSIK Leonhard Luchner MIT Germaine Sollberger

Nach ihrer Kindheit in Ungarn floh Ágota Kristóf 1956 als junge Frau mit Mann und Kind vor dem Krieg in ihrer Heimat in die französischsprachige Schweiz. Sie, die von Kindesbeinen an las und schrieb, war plötzlich «Analphabetin». Sie musste sich die «Feindessprache » aneignen, um sich ausdrücken zu können. Lesen und Schreiben war ein Akt der Vergewisserung der eigenen Identität, ein Heilmittel gegen Einsamkeit.


GRAF ÖDERLAND
Eine Moritat in zwölf Bildern von Max Frisch

INSZENIERUNG Stefan Bachmann BÜHNE Olaf Altmann KOSTÜME Esther Geremus MUSIK Sven Kaiser CHOREOGRAFIE Sabina Perry MIT Linda Blümchen, Klaus Brömmelmeier, Mario Fuchs, Steffen Höld, Barbara Horvath, Julius Schröder, Thiemo Strutzenberger, Moritz von Treuenfels, Simon Zagermann; Thomas Byka, Jan Fitschen, Sven Kaiser, Sandra Kirchhofer/Sylvia Oelkrug (Livemusiker_innen)

Ein Hauswart, erschlagen: ohne Grund, ohne Motiv, einfach so. In dieser «sinnlosen» Tat sieht Staatsanwalt Martin, der mit diesem Fall betraut ist, sein eigenes Gefangensein in einer bürgerlichen Existenz gespiegelt. Eine Flucht in die Welt seines mysteriösen Alter Ego beginnt: in die Welt von Graf Öderland. Als Graf Öderland führt Martin mit der Axt in der Hand einen blutigen Feldzug gegen den gesellschaftspolitischen Status quo.

Eine Koproduktion des Theater Basel mit dem Residenztheater München


HUNDERT JAHRE WEINEN ODER HUNDERT BOMBEN WERFEN
Schauspiel von Darja Stocker und Mohamedali Ltaief
Uraufführung/Auftragswerk

INSZENIERUNG Franz-Xaver Mayr BÜHNE Michela Flück KOSTÜME Korbinian Schmidt MUSIK Matija Schellander MIT Jeanne Devos, Pascal Goffin, Jonas Götzinger, Malte Homfeldt, Maximilan Kraus, Matthias Luckey, Julius Schröder, David Michael Werner

Reto wird sein Leben lang verstossen. Vom Vater in Basel wird er zur Mutter nach Genf, als Verdingbub von Bauernhof zu Bauernhof geschickt. Auf der Suche nach Zuneigung und Anerkennung findet er sich schliesslich auf einem Schiff von Marseille nach Algier wieder, um als Fremdenlegionär in den Krieg zu ziehen und sein Glück in der Fremde zu suchen. Basierend auf der Biografie eines ehemaligen Basler Verdingbuben und Fremdenlegionärs, verbindet das Stück zwei grosse Kapitel der Schweizer Geschichte.


IM HINTERHAUS
Ein Projekt über Anne Frank mit Basler Jugendlichen

INSZENIERUNG Hanna Müller AUSSTATTUNG Anna Sörensen MUSIK Anna Hirsch MIT Luis Miguel Almonte, Muriel Becher, Hélène Dupont, Ladina Gisler, Fiona Keller, Itamar Mangold, Emma Madita Moesch, Antonia Spoerri, Leni Staeger, Sinan Zeugin

Anne Frank war ein Teenager, als sie ihr Tagebuch verfasste. Es wurde zu einem einzigartigen Dokument der Judenverfolgung des NS-Regimes. In gemeinsamer Arbeit mit der Regisseurin Hanna Müller erzählen Jugendliche aus Basel mit den Worten Anne Franks und anderen Texten eine Geschichte von Verfolgung, vom Aufwachsen im Versteck, den Wirrungen der Jugend und der Kraft zum Widerstand gegen eine ungerechte Unterdrückung.

Eine Kooperation des Theater Basel mit dem Anne Frank Fonds, Basel
Mit Unterstützung der Sulger-Stiftung


IN DEN GÄRTEN ODER LYSISTRATA TEIL 2
Schauspiel von Sibylle Berg nach Aristophanes
Uraufführung/Auftragswerk

INSZENIERUNG Miloš Loli? BÜHNE Wolfgang Menardi KOSTÜME Jelena Mileti? MUSIK Nevena Glušica MIT Eva Bay, Linda Blümchen, Carina Braunschmidt, Urs Peter Halter, Anica Happich, Vincent zur Linden, Julia Nachtmann, Moritz von Treuenfels; Bruno de Sá/Sarah Baxter (Sopran); Cristina Arcos Cano/Luis Homedes López, Nicola Hanck, Eva Miribung (Musikerinnen)

Sibylle Berg, Schweizer Buchpreisträgerin 2019, hat sich der antiken Komödie «Lysistrata» von Aristophanes angenommen und für das Theater Basel in ihrer prägnant pointierten und humorvollen Sprache eine Fortsetzung geschrieben. Als Rückblende wird erzählt von der Zeit, als Männer noch Komplimente machen durften und Frauen aufsahen zu ihren Erlösern. Denn verunsichert durch die zunehmende Emanzipation der Frauen und müde von der Weltherrschaft, haben die Männer in einer Zeit des Umbruchs zum Streik aufgerufen: sexuelle Enthaltsamkeit als Rache für das Gefühl von Unterlegenheit.


JULIEN – ROT UND SCHWARZ
SCHAUSPIEL VON LUKAS BÄRFUSS NACH STENDHAL
URAUFFÜHRUNG /AUFTRAGSWERK

INSZENIERUNG Nora Schlocker BÜHNE Jessica Rockstroh KOSTÜME Caroline Rössle Harper MUSIK Simon James Phillips MIT Holger Bülow, Martin Butzke, Julischka Eichel, Michael Gempart, Vincent zur Linden, Sebastian Schulze, Germaine Sollberger, Friederike Wagner, Leonie Merlin Young; Simon James Phillips (Livemusiker)

Fasziniert von der Figur des Julien erzählt der zuletzt mit dem Georg- Büchner-Preis ausgezeichnete Schweizer Dramatiker, Romancier und Essayist Lukas Bärfuss die Geschichte des Protagonisten aus Stendhals «Rot und Schwarz» neu. Lukas Bärfuss: «Julien ist klug, zart, schön. Er kann die Bibel auswendig hersagen. Man hat ihn verkauft. Er ist beleidigt und er will nach oben. Er wird kalt und kälter, bis das Eis seiner Zeit sein Herz ganz gefroren hat. Und damit hat er Erfolg. Und er wird bald seinen Kopf verlieren.»


LA BOHÈME
Oper von Giacomo Puccini in italienischer Sprache
Mit deutschen und englischen Übertiteln

MUSIKALISCHE LEITUNG Kristiina Poska NACHDIRIGAT Giuseppe Montesano INSZENIERUNG Daniel Kramer BÜHNE Annette Murschetz KOSTÜME Esther Bialas KLANGKOMPOSITION (Sounds der Boheme) Marius de Vries, Ben de Vries LICHT Charles Balfour CHOR Michael Clark MIT Cristina Pasaroiu, Valentina Mastrangelo / Sarah Brady, Davide Giusti, Domen Križaj, Gurgen Baveyan, Paull-Anthony Keightley, Alexander Vassiliev, Donovan Elliot Smith, Eckhard Otto, Martin Krämer
Chor des Theater Basel
Statisterie des Theater Basel
Mädchenkantorei Basel
Knabenkantorei Basel
Es spielt das Sinfonieorchester Basel.

Vier befreundete Künstler in der Grossstadt: Als reichte es nicht, sich gegen Kälte und Gentrifizierung durchzuschlagen, tritt in Gestalt Mimìs auch noch die Liebe in Rodolfos Leben – und mit ihr brennende Fragen rund um die Zukunft. Den Gefühlsextremen von Giacomo Puccinis Erfolgswerk «La Bohème» gehen Regisseur Daniel Kramer und Musikdirektorin Kristiina Poska in einer zeitgenössischen und mitreissenden Lesart auf den Grund.

Mit freundlicher Unterstützung: Kestenholz Automobil AG
Presenting Sponsor: IWB


LE NOZZE DI FIGARO
(DIE HOCHZEIT DES FIGARO)
Oper von Wolfgang Amadeus Mozart
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

MUSIKALISCHE LEITUNG Christian Curnyn NACHDIRIGAT Giuseppe Montesano INSZENIERUNG Barbara Frey BÜHNE Bettina Meyer KOSTÜME Bettina Walter CHOR Michael Clark MIT Thomas Lehman, Oksana Sekerina, Sarah Brady, Antoin Herrera-Lopez Kessel, Kristina Stanek, Jasmin Etezadzadeh, Andrew Murphy, Karl-Heinz Brandt, Hyunjai Marco Lee, Bruno de Sá, Flavio Mathias
Chor des Theater Basel
Es spielt das Sinfonieorchester Basel.

In Mozarts Oper «Le nozze di Figaro » um den Grafen Almaviva und seinen aufmüpfigen Diener Figaro geht es so turbulent zu, dass selbst die Figuren irgendwann den Überblick verlieren. Regisseurin Barbara Frey geht dem intriganten Treiben in ihrer Basler Inszenierung auf den Grund und arbeitet heraus, was im Kern verborgen liegt: die ewige Suche nach Liebe.

Presenting Sponsor: Novartis


SHARON EYAL/BRYAN ARIAS
Tanzabend mit Choreografien von Sharon Eyal («Salt Womb») und Bryan Arias («Without Absorbing It»)
Schweizer Erstaufführung/Uraufführung

«SALT WOMB»
CHOREOGRAFIE, BÜHNE UND KOSTÜME Sharon Eyal, Gai Behar MUSIK Ori Lichtik

«WITHOUT ABSORBING IT»
CHOREOGRAFIE UND BÜHNE Bryan Arias KOSTÜME Veronica Silva-Klug

Es tanzt das Ballett Theater Basel.

Pulsierende Körper zu treibenden elektronischen Beats sind das Markenzeichen von Sharon Eyal. In «Salt Womb» bewegt sich das Ensemble als Ganzes, wie eine Maschine, zu stampfenden Trommeln. Ein intensives und pulsierendes Tanzstück. In «Without Absorbing It» untersucht Bryan Arias die Themen Verbundenheit und Identität und hinterfragt die Qualität unserer Kommunikation. Seine poetischen Stücke ziehen das Publikum mit ihrem ganz besonderen Bewegungsflow in den Bann.

Partner des Ballett Theater Basel: BLKB


WIEDERAUFERSTEHUNG DER VÖGEL
Schauspiel von Thiemo Strutzenberger, basierend auf «Tropenliebe» von Bernhard C. Schär
Uraufführung /Auftragswerk

INSZENIERUNG Katrin Hammerl BÜHNE UND KOSTÜME Lisa Dässler MUSIK «Club Für Melodien» CHOREOGRAFIE Gina Gurtner MIT Andrea Bettini, Jonas Götzinger, Urs Peter Halter, Simon Kirsch, Maximilian Kraus, Isabelle Menke, Wanda Winzenried

Die Geschichte zweier Basler Patriziersöhne, Naturforscher, Grosscousins, Liebender: Paul und Fritz Sarasin. Eine Beziehung, gelebt auf ihren Forschungsreisen in die Tropen, permanent hin- und hergerissen zwischen der stark religiösen Prägung durch das protestantische Elternhaus und dem unbedingten Wunsch nach Freiheit. Ein Kampf zwischen Mission und Evolution.

Entstanden im Rahmen des Autor_innenförderprogramms «Stück Labor Basel» am Theater Basel


UNSERE EXTRAS IM FEBRUAR


DI 10. März 2020, im Anschluss an die Vorstellung, Kleine Bühne PUBLIKUMSGESPRÄCH ZU «WIEDERAUFERSTEHUNG DER VÖGEL»

MODERATION Sabrina Hofer (Produktionsleitung «Stimmen aus einer archivierten Stille»)

Nach der Vorstellung von «Wiederauferstehung der Vögel» haben Sie bei einem Publikumsgespräch die Möglichkeit, mit Beteiligten der Uraufführung und der begleitenden Ausstellung «Stimmen aus einer archivierten Stille» ins Gespräch zu kommen. Es diskutieren Katrin Hammerl (Regisseurin), Bernhard C. Schär (Historiker ETH Zürich und Autor von «Tropenliebe»), Vera Ryser (Kuratorin) und Sally Schonfeldt (Kuratorin).


SA 14. März 2020, 15–16.30 Uhr, Foyer Grosse Bühne
KOLONIALISMUS UND MUSEEN
Diskussion zur Ausstellung «Stimmen aus einer archivierten Stille» und zur Uraufführung «Wiederauferstehung der Vögel»

MODERATION Fermin Suter (Wissenschaftlicher Mitarbeiter Zentrum für Museale Sammlungswissenschaften Donau-Universität Krems)

Wie gehen Museen heute mit Exponaten aus ehemaligen Kolonien um, und was sind Strategien, um einen verantwortungsvollen Umgang oder eine Restitution zu ermöglichen? Es diskutieren Bénédicte Savoy (Kunsthistorikerin und Leiterin Kunstgeschichte der Moderne TU Berlin) und Anna Schmid (Direktorin Museum der Kulturen Basel).


MI 18. März 2020, 19.30 Uhr, Foyer Grosse Bühne
Soirée im Foyer
HOW GREEN WAS MY VALLEY?
Der Fall Grossbritannien

Lesung trifft Liederabend: Mitglieder der Ensembles von Oper und Schauspiel setzen sich in dieser Soirée mit dem Fall Grossbritannien auseinander: Lieder und Texte zwischen Brexit und Monarchiekrise, zwischen Empire und Inseldasein.
Mit Liedern und Texten u. a. von W. H. Auden, Benjamin Britten, John Donne, Ralph Vaughan Williams und Judith Weir MIT Mitgliedern des Opern- und Schauspielensembles


FR 20. März 2020, 19–21.30 Uhr, Foyer Grosse Bühne und Grosse Bühne
ÖFFENTLICHE BÜHNENPROBE ZU «PETER GRIMES»

Im Fall von Benjamin Brittens «Peter Grimes» ist die Wendung «Eintauchen in ein Meer der Klänge » gerechtfertigt wie selten, verknüpft Britten das Schicksal von Grimes’ Fischerdorf doch aufs Engste mit der See. Mal liegt sie schillernd und ruhig da, mal von Nebel bedeckt und undurchdringlich, mal braust sie verderbenbringend auf und formt so das Schicksal der Menschen, die an ihrem Ufer leben. Bei der öffentlichen Bühnenprobe können Sie erstmals «musikalische Seeluft» schnuppern und erleben, wie die musikalische und szenische Crew der Produktion ihre Vorbereitungen trifft für das Leinenlos am 27. März.


SO 22. März 2020, 11 Uhr, Foyer Grosse Bühne
MATINÉE ZU «PETER GRIMES»

Fünfzehn solistische Rollen, dazu Chor und Statisterie – die Dorfgemeinschaft von Brittens «Peter Grimes » auf die Bühne zu bringen, benötigt einiges an Personal. Das fordert nicht nur eine virtuose musikalische Leitung für die Koordination mit dem anspruchsvollen Orchesterpart. Denn obwohl das Dorf gegen Grimes verbündet scheint, täuscht die Homogenität der Masse und es gibt für den Regisseur zahlreiche Unterströmungen in den Beziehungen herauszuarbeiten. Blicken Sie im Vorfeld der Premiere mit Mitgliedern des künstlerischen Teams in das komplexe Konstrukt der Britten’schen Dorfgesellschaft und die zentralen Fragen von «Peter Grimes» nach Schuld, (Selbst-)Gerechtigkeit und der Erbarmungslosigkeit der Natur des Menschen und des Meeres.


SO 29. März 2020, 11 Uhr, kult.kino Atelier, Theaterstrasse 7
Dokumentarfilm trifft Theater
A TIME THERE WAS
A Portrait of Benjamin Britten
In englischer Sprache

Tony Palmers preisgekrönter Dokumentarfilm zeichnet ein eindrückliches Porträt des Komponisten Benjamin Britten und lässt dessen Zeitzeug_innen und Weggefährt_innen zu Wort kommen.
In Anwesenheit des Regisseurs Tony Palmer.


SO 29. März 2020, 17.45 Uhr, Foyer Grosse Bühne
WISE-HEITEN ZU «LE NOZZE DI FIGARO»
Musikalische Einführung

Im März erkundet Thomas Wise, der charmante Studienleiter des Theater Basel, in seiner musikalischen Forschungsexpedition Mozarts Meisterwerk «Le nozze di Figaro». Die so gewonnenen WISE-HEITEN wird er, gepaart mit seiner Sicht auf den Komponisten und das Werk, in seiner musikalischen Einführung vor der Vorstellung vom Klavier aus mit dem Publikum teilen.


DI 31. März 2020, 20 Uhr, Kleine Bühne
Junges Haus
BARBIE IN SEVILLA
Ein korrekter Beitrag zur Genderfrage

MUSIKALISCHE LEITUNG Kimon Barakos, Reiner Schneider-Waterberg INSZENIERUNG Salomé Im Hof CHOREOGRAFIE Ana Lopez DRAMATURGIE Carolin Baum MIT Flora Betti, Jula Brunner, Julius Fintelmann, Fabian Hein, Simon Honegger, Louise Im Hof, Salome Immoos, Anne-Catherine Knöchelmann, Tizian Kuld, Consuelo Rosales de los Reyes, Till Schafnit, Hannah Spoerri, Ben Standke

Barbie führt einen Coiffeursalon. Alles, was in Sevilla Rang und Namen hat, lässt sich von ihr den Bart stutzen und die Locken brennen. Dabei erfährt sie von den Geschichten, Lieb- und Machenschaften ihrer Klientel – allesamt Figuren aus Beaumarchais’ «Figaro»- Trilogie. Mehr und mehr entsetzt und empört von der allgemeinen Übergriffigkeit, versucht Barbie, das Rollenverhalten ihrer Kundschaft umzumodeln beziehungsweise zu korrigieren und zu vereinfachen. Denn sie empfindet Beaumarchais als sexistisch, untragbar und unter aller Kanone. In ihrem Salon herrscht strikt hellblau und rosa. Aber dann platzt Ken in die Szenerie. Als gendermässig nicht verortbar, ein Binärsystemverweigerer, bringt er Barbies Welt durcheinander und mischt die Farben neu. Scheinbar normale Verhältnisse werden verdreht. Der Putz steht Kopf. Die Figuren und Frisuren verlieren ihren Halt.


GRRRLS GRRRLS GRRRLS
Eine Reihe mit Basler Bräuten und ihren Geschwistern
Monkey Bar und andere Orte

SO 8. März 2020, 17.30 Uhr, Stadtkino Basel
VIVRE ENSEMBLE
Filmstart im Stadtkino

Anna Karina realisierte ihr Regiedebüt – in dessen Mittelpunkt die fragile Liebe zwischen einem bürgerlichen Professor und einer unbekümmerten Aussenseiterin steht – mit einem winzigen Budget, weil sie sich weigerte, die Regie einem Mann zu überlassen. Irgendwo zwischen Nouvelle Vague und New Yorker Underground verankert, widerspiegelt der Film die Suche nach der eigenen Stimme einer schillernden Ikone, der das Stadtkino Basel im März eine Hommage widmet.

In Kooperation mit dem Stadtkino Basel


SO 8. März 2020, 20 Uhr, Monkey Bar, Klosterberg 6
PRETTY WHEN YOU CRY

MIT Barbara Colceriu, Milena Schedle, Anna Therese Lösch, Emma Lotta Wegner, Sarah Yawa Quarshie

Welche Frauenfiguren haben das Drama und das Theater in den letzten zweitausendfünfhundert Jahren hervorgebracht? Dieses wild aus Texten des Dramenkanons zusammengesampelte Stück ist das Empowerment eines Frauenchors, der den Finger in die Wunde sexistischer und misogyner Rollenzuschreibungen legt und nicht mehr willens ist, nach den männlichen Regeln zu leben und zu handeln.
#thefutureisfemale


MO 9. März 2020, 20 Uhr, Monkey Bar, Klosterberg 6
KOMPONISTINNEN!
Opernsalon
«Infidelio» von Elisabeth Lutyens

MUSIKALISCHE LEITUNG UND KLAVIER Stephen Delaney KONZEPT UND MODERATION Pavel B. Jiracek MIT Mitgliedern des Opernensembles

Elisabeth Lutyens, eine frühe Fürsprecherin der Zwölftontechnik in England, untersucht in ihrer 1954 komponierten und erst 1973 uraufgeführten Kammeroper «Infidelio» die unglückliche Liebesaffäre einer jungen Frau. Neben einer Einführung in diese zu Unrecht in Vergessenheit geratene Oper und ihren Kontext präsentieren Solist_innen des Opernensembles musikalische Ausschnitte – in lockerer Baratmosphäre.


STIMMEN AUS EINER ARCHIVIERTEN STILLE
Eine Rechercheausstellung zur Basler Kolonialgeschichte von Vera Ryser und Sally Schonfeldt, basierend auf «Tropenliebe» von Bernhard C. Schär
Im Foyer Grosse Bühne bis Ende Mai 2020, jeweils eineinhalb Stunden vor Vorstellungsbeginn auf der Grossen Bühne geöffnet. Eintritt frei.

—| Pressemeldung Theater Basel |—

Dortmund, Konzerthaus Dortmund, London Philharmonic Orchestra, IOCO Kritik, 20.01.2020

Januar 19, 2020 by  
Filed under Hervorheben, Konzert, Konzerthaus Dortmund, Kritiken

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Konzerthaus Dortmund

Konzerthaus Dortmund © Daniel Sumesgutner

Konzerthaus Dortmund © Daniel Sumesgutner

London Philharmonic Orchestra  –  Vladimir Jurowski

Sergej Prokofiew  –  Dmtri Schostakowitsch

von  Julian Führer

Das Konzerthaus Dortmund, ein 2002 eröffneter Neubau, hat über 1500 Sitzplätze. Der Saal ist sehr hoch, das Parkett steigt recht steil an. Das London Philharmonic Orchestra, seit 2007 von Vladimir Jurowski geleitet, gastierte in diesem Saal mit einem Programm russischer bzw. sowjetischer Musik.

Sergej Prokofiew komponierte sein drittes Klavierkonzert in C-Dur Opus 26 um 1920 und hob es selbst 1921 in Chicago aus der Taufe. Einerseits finden sich viele für Prokofiew charakteristische Kniffe wie Akkordsprünge, schnelle Läufe und Übergriffe, andererseits ist das Konzert technisch in der Solopartie so anspruchsvoll, dass es nicht überaus häufig zu hören ist. In Dortmund wagte sich Beatrice Rana an dieses Werk. Auf die eröffnende Phrase der Klarinetten folgt eine (zunächst etwas verhangen klingende) Orchesterpassage, bevor das Tempo ins Allegro wechselt und das Soloinstrument ins musikalische Geschehen eingreift. Vladimir Jurowski widerstand der Versuchung, das Orchester zu laut werden zu lassen; dennoch wurde das Klavier in den ersten zwei Minuten etwas vom Orchester zugedeckt, bevor die Balance dann hergestellt war. Beatrice Rana gab ihren Part sehr alert wieder und schien technisch keinerlei Schwierigkeiten zu haben, was zwar für professionelle Musiker eine Voraussetzung sein sollte, bei diesem Werk dennoch einer Hervorhebung wert ist.

Konzerthaus Dortmund / London Philharmonic Orchestra - hier : Dirigent Vladimir Jurowski © PC_Drew-Kelley

Konzerthaus Dortmund / London Philharmonic Orchestra – hier : Dirigent Vladimir Jurowski © PC_Drew-Kelley

Der zweite Satz ist als Thema mit Variationen komponiert, entsprechend schnell schlagen die musikalischen Stimmungen um. Die Solopassage kurz nach Beginn dieses Mittelsatzes gelang Beatrice Rana sehr schön, vielleicht hätte sie das Pedal noch etwas sparsamer dosieren können. Eine nicht unerhebliche Nebenrolle spielten die Kontrabässe, die sehr exakt spielten und die bei Prokofiew nötige rhythmische Präzision gewährleisten konnten. Die zwischendurch auftrumpfenden gestopften Trompeten konnten schon als Verweis auf den nach der Pause angekündigten Komponisten verstanden werden, zumal dieser Einsatz der Trompeten ebenso auftrumpfend und unverändert wiederholt wird.

Beatrice Rana und das LPO – eine Darstellung
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Das Allegro man non troppo des Schlusssatzes fordert von allen Beteiligten noch einmal große Flexibilität und Reaktionsschnelligkeit. Der Orchesterklang ist in diesem Satz recht streicherbetont. Bei der Lautstärke blieb dieses Konzert von Anfang bis Ende maximal im mittleren Bereich. Erst beim Schlussakkord vermittelte ein Crescendo der Trompeten, vor allem aber der Posaunen (das von Prokofiew in dieser Instrumentengruppe gar nicht notiert wurde, aber sehr schlüssig ist), dass dieses Orchester noch in ganz andere Dimensionen vordringen würde. Das Publikum applaudierte im gut besuchten, aber bei weitem nicht ausverkauften Saal freundlich, aber nicht enthusiastisch. Beatrice Rana, die alle Schwierigkeiten des Werkes gemeistert und auch die permanenten Stimmungswechsel stets überzeugend nachvollzogen hatte, bekam einige verdiente Ovationen.

Konzerthaus Dortmund / der hinreissende Konzertsaal - hier : mit Publikum © Mark Wohlrab

Konzerthaus Dortmund / der hinreissende Konzertsaal – hier : mit Publikum © Mark Wohlrab

Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch hat inzwischen auch im Konzertrepertoire der ehemals westlichen Welt seinen festen Platz. Bevor das gegenüber Prokofiews Klavierkonzert erheblich verstärkte Orchester zu spielen begann, richtete Vladimir Jurowski einige Worte ans Publikum. Er wies auf die permanente Doppelbödigkeit im Werk Schostakowitschs hin, insbesondere in der angekündigten elften Symphonie „Das Jahr 1905“ von 1957 – also im Jahr des 40. Jahrestags der Oktoberrevolution. Schostakowitsch scheint Jubiläen und Feiern regelrecht ausgewichen zu sein: Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs schrieb er statt eines großen Siegeshymnus seine 9. Symphonie, die bei reduzierter Besetzung einen klassischen Aufbau und obendrein einen fast heiteren Grundcharakter hat (oder vielmehr zu haben scheint). Zum Jahrestag der Oktoberrevolution von 1917 schrieb er über eine Demonstration von 1905. Diese Symphonie hat die Eigenheit, dass verschiedene Arbeiter- und Kampflieder in das musikalische Material eingeflochten wurden, so dass die in der Sowjetunion und den Ländern des Ostblocks großgewordenen Hörer sofort die entsprechenden Assoziationen hatten. Wie Jurowski betonte, wurde aber das Trauerlied Unsterbliche Opfer nicht nur im dritten Satz von Schostakowitschs Symphonie von 1957, sondern bereits schon von Benjamin Britten in Russian Funeral (1937) und im Violinkonzert von Karl Amadeus Hartmann verwendet. Jurowski unterstrich, dass Schostakowitsch zur Zeit der Komposition außerdem mit der Neuinstrumentierung von Modest Mussorgskys Chowanschtschina befasst war; er habe gewissermaßen so komponiert, als ob Mussorgsky die Ereignisse von 1905 noch erlebt und in Musik gesetzt hätte. Jurowski unterstrich mehrfach eindringlich, dass eine Aufführung dieses Werkes für die Musiker wie auch für das Publikum eine Extremerfahrung sei, eine mentale und physische Belastung. Und er sollte Recht behalten.

Die Eingangssequenz des ersten Satzes (Der Platz vor dem Palast, Adagio) ist im Pianissimo notiert. Das Orchester setzte allerdings schon im Mezzopiano ein, so dass, um die Balance nicht zu gefährden, mit gewaltigen Steigerungen gerechnet werden musste. Die beiden Harfen, die im ersten Satz eine herausgehobene Rolle spielen, waren sehr exakt. Das Fagottsolo verdämmerte mehr und mehr (eine Meisterleistung, das Instrument so zu beherrschen!). Erst gegen Ende des Satzes steigerte sich das Orchestervolumen, maßgeblich aus der Gruppe der acht Kontrabässe heraus.

Konzerthaus Dortmund / London Philharmonic Orchestra - hier : Beatrice Rana © Marie Staggat

Konzerthaus Dortmund / London Philharmonic Orchestra – hier : Beatrice Rana © Marie Staggat

Im zweiten Satz (Der 9. Januar) kommt es zu einem Klanggemälde, das die Konfrontation der friedlichen, aber drängenden Demonstranten und der bewaffneten Sicherheitskräfte zeichnet. Die sich aus den tiefen Streichergruppen über das gesamte Orchester ausbreitende Unruhe hat man wohl selten so plastisch, so zwingend gehört wie an diesem Abend. Dabei waren die Tempi durchaus im Bereich der klassischen Einspielungen, auch die Stufen der Dynamik waren an den Vorgaben der Partitur orientiert. Dennoch zeigten viele Details die aus intimer Kenntnis der Partitur und des Orchesters hervorgehende Meisterschaft des Dirigenten im Gestalten; so klang die Piccoloflöte bereits vor den großen Eruptionen eine Spur zu schrill, die Bässe ließen den Saal vibrieren, und das Becken wurde fortissimo geschlagen. Die physische und mentale Grenzerfahrung kam jedoch erst noch: Auf Salven des Schlagwerks und scharf akzentuiert marschierende tiefe Streicher hin staut sich – typisch Schostakowitsch – das musikalische Material, scheint sich im Kreis zu drehen, bis es zu einem Gewaltexzess kommt, einer musikalischen Höllenfahrt, die wohl nur in einem Raum mit den akustischen Gegebenheiten des Konzerthauses Dortmund adäquat wiedergegeben werden kann. Kleine und große Trommeln, Becken und Tamtam gingen bis an die Grenze der Belastbarkeit der Musiker und des Publikums. Diese Passage ist bei Schostakowitsch unfassbar brutal konzipiert, und so wurde sie auch wiedergegeben. Das Abbrechen des Schlagwerks, aus dem im Verklingen des Nachhalls langsam wie zitternd tremolierende Violinen hörbar werden, war gespenstisch. Fast zwangsläufig folgt auf diesen Ausbruch eine musikalische Lähmung – einzelne Pizzicati der Kontrabässe, die die Stille strukturieren, aber keine Entwicklung im musikalischen Sinne transportieren.

Der dritte Satz geht vom unisono in den Bratschen intonierten Lied „Unsterbliche Opfer“ aus. Dieser Satz ist unmissverständlich als Trauermusik komponiert und wurde auch so aufgeführt. Im Mittelteil spielen die tiefen Blechbläser düstere Akkorde; ein Aufbäumen voller Leid (und mit großer Trommel und Tamtam unter Rückgriff auf das Arsenal des zweiten Satzes) verebbt und mündet in der Reprise vom „Unsterbliche Opfer“. Andris Nelsons hatte bei einer Aufführung in der Berliner Philharmonie (IOCO berichtete) bei der Reprise die Bratschen immer leiser werden lassen; Vladimir Jurowski ließ seinerseits die Reprise durch ein mehr und mehr stockendes Tempo verebben; ein starker Effekt.

Der Schlusssatz, der urplötzlich mit einem Bläsersignal im Fortissimo beginnt, ist unüberhörbar kämpferisch geprägt. Auch hier zeigte sich die ganze Meisterschaft von Dirigent und Orchester – in Einzelmomenten wie dem langsamen Anschwellen der zweiten Violinen, durch die die Hauptmelodie verstärkt wird, in den (anders als sonst) stets deutlich hörbaren, aber nie zu lauten Phrasen der Kontrabasstuba, in den mal vorwärtsdrängenden, manchmal aber fast in Zirkusmusik kippenden Sätzen von Trompeten und Posaunen (ein bei Schostakowitsch häufig zu beobachtender Kniff). Vor dem finalen „Sturmgeläut“ (so der Titel des Satzes) wird noch einmal die musikalische Ausgangssituation zitiert, zu der ein langes Solo des Englischhorns hinzukommt. Die Balance zwischen pianissimo begleitendem Orchester und legatissimo spielendem Soloinstrument hätte besser nicht sein können. Große Trommel und Bassklarinette treiben dann das Tempo an, bevor die Musik dem Ende entgegengetrieben wird. Die allein schon optisch Respekt einflößenden Glocken nehmen immer mehr Raum ein, doch auch Trommeln und Becken wurden immer weiter verstärkt, bis dann alle Instrumente – wie von Schostakowitsch komponiert – mitten im Takt abbrachen, die sofort gedämpften Glocken eingeschlossen.

Gemäss den Vorbemerkungen Vladimir Jurowskis gehört die Elfte zu Schostakowitschs eher selten gespielten Symphonien. Nach dem Dortmunder Abend ist einerseits nachvollziehbar, warum das so ist, andererseits mag man es bedauern. Die Bandbreite des musikalischen Ausdrucks und der Dynamik, zu der Schostakowitsch und an diesem Abend seine Interpreten fähig waren, erfordert Höchstleistungen von Orchester, Dirigent und Publikum. Was machte diesen Abend so besonders? Jurowski dirigierte ohne Manierismen, eigentlich sehr geradlinig, aber mit einer ungeheuren Konsequenz. Der Einstieg im Mezzopiano war für den Kenner der Partitur irritierend, aber die Steigerungen wurden tatsächlich konsequent, man möchte fast sagen gnadenlos durchgeführt. In Dortmund sind Lautstärken möglich, die anderswo undenkbar wären, und entsprechend war die dynamische Disposition. Alle Instrumentengruppen und Solisten im Orchester bekamen ihren verdienten Sonderapplaus (nur die Kontrabässe nicht, die ihn ebenfalls verdient hätten), auch Vladimir Jurowski schien mit dieser Leistung aus gutem Grund zufrieden.

Joseph Haydn komponierte die Symphonie mit dem Paukenschlag, Dmitri Schostakowitsch mit seinem Opus 103 anscheinend die Symphonie mit dem Warnhinweis. Hoffentlich wirkt der Warnhinweis wie sonst im Leben und macht die Beschäftigung mit diesem Werk besonders interessant. Eine epochale Aufführung wie an diesem Dortmunder Abend wird es allerdings nicht oft geben können.

London Philharmonic Orchestra  –  Stellt sich vor

One of the finest orchestras on the international stage, the London Philharmonic Orchestra was founded in 1932 by Sir Thomas Beecham. Since then, its Principal Conductors have included Sir Adrian Boult, Bernard Haitink, Sir Georg Solti, Klaus Tennstedt and Kurt Masur. In 2007 Vladimir Jurowski became the Orchestra’s current Principal Conductor. Edward Gardner is Principal Conductor Designate, and will take up the position from 2021.

The London Philharmonic Orchestra has performed at Southbank Centre’s Royal Festival Hall since it opened in 1951, becoming Resident Orchestra in 1992. It also has residencies in Brighton, Eastbourne and Saffron Walden, and performs regularly around the UK. The Orchestra also tours internationally, performing to sell-out audiences worldwide.

The Orchestra broadcasts regularly on television and radio, and has recorded soundtracks for numerous films including The Lord of the Rings. In 2005 it began releasing live, studio and archive recordings on its own CD label, which now numbers over 100 releases.

—| IOCO Kritik Konzerthaus Dortmund |—

Wien, Wiener Staatsoper, Opernball 2020 – Fest der Oper und der Künste, IOCO Aktuell,

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wiener Opernball 2020 – 16. Februar 2020

Ein Fest der Oper und der Künste

Wenn im Anschluss an die Vorstellung von Donizettis L’elisir d’amore am Sonntag, 16. Februar 2020 alle Opern- und Ballettdekorationen von der Bühne abtransportiert, die Sitzreihen im Parkett ausgeräumt und Zuschauerraum und Bühne in einen großen Ballsaal umgebaut werden, verwandelt sich die Wiener Staatsoper zum Austragungsort der renommiertesten Ballveranstaltung Österreichs: des Wiener Opernballs. Der vielfach als „Höhepunkt der Ballsaison“ bezeichnete Abend findet dieses Jahr am Donnerstag, 20. Februar 2020 zum 64. Mal nach dem Zweiten Weltkrieg statt, zum vierten Mal unter der organisatorischen Leitung von Maria Großbauer und gleichzeitig zum zehnten und letzten Mal von Staatsoperndirektor Dominique Meyer verantwortet.

Imagespot – zum Wiener Opernball
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Die künstlerische Eröffnung

Hochkarätig besetzt ist auch in diesem Jahr das von Staatsoperndirektor Dominique Meyer zusammengestellte künstlerische Eröffnungsprogramm (22.00 bis ca. 23.00 Uhr – Detailprogramm siehe unten): Es singt – zum zweiten Mal (nach 2015) am Wiener Opernball – die international erfolgreiche Sopranistin Aida Garifullina und – zum ersten Mal bei der Opernballeröffnung – Startenor KS Piotr Beczala („Sempre libera“ aus La traviata von Giuseppe Verdi respektive „E lucevan le stelle“ aus Tosca von Giacomo Puccini sowie gemeinsam „Tanzen möcht’ ich“ aus Die Csárdásfürstin von Emmerich Kálmán); es spielt das Wiener Staatsopernorchester unter der Leitung von Spitzendirigent Daniel Harding (Ouvertüre zu Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart sowie Gesangs-und Balletteinlagen); das Bühnenorchester der Wiener Staatsoper unter Markus Henn (Fanfare) sowie das Wiener Opernball Orchester unter Andreas Spörri (Hymnen, Komiteedarbietungen); das Wiener Staatsballett – mit Ballettdirektor Manuel Legris sowie den Ersten SolotänzerInnen Olga Esina, Nikisha Fogo, Natascha Mair, Ketevan Papava, Nina Poláková, Maria Yakovleva, Denys Cherevychko, Davide Dato, Jakob Feyferlik, Robert Gabdullin, Masayu Kimoto und Roman Lazik an der Spitze – und die Ballettakademie der Wiener Staatsoper tanzen zum Abendblätter-Walzer von Jacques Offenbach in einer eigens für den Opernball kreierten Choreographie von Staatsballett-Solotänzer Eno Peci, der damit zum zweiten Mal die Eröffnung gestaltet.

144 Debütantenpaare ziehen ein

Insgesamt 144 Debütantenpaare aus elf verschiedenen Ländern bilden das Jungdamen- und Jungherren-Komitee und ziehen zu Beginn der Eröffnung in den Ballsaal ein. Zum zweiten Mal zeichnet die oberösterreichische Tanzschule Santner für die Choreographie der Eröffnungspaare verantwortlich. Das Geschwisterpaar Maria und Christoph Santner choreographiert den Eröffnungstanz des Komitees zur Bauern-Polka, Polka française, op. 276 von Johann Strauß (Sohn). Die Tanzschule Santner ist erstmals auch für den Einzug des Komitees zur Polonaise A-Dur, op. 40 Nr. 1 von Frédéric Chopin und den Eröffnungswalzer An der schönen blauen Donau, op. 314 von Johann Strauß (Sohn) verantwortlich. Der Eröffnungswalzer endet traditionell mit den Klängen des Donauwalzers und mit einem gemeinsamen Ausruf aller Staatsopernkünstler: „Alles Walzer!“ als Aufforderung zum Tanz an die Ballgäste.

Wiener Staatsoper / Wiener Opernball 2020 - Staatsopernintendant D Meyer, M Großbauer, P Beczala © Wiener Staatsoper GmbH / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Wiener Opernball 2020 – Staatsopernintendant D Meyer, M Großbauer, P Beczala © Wiener Staatsoper GmbH / Ashley Taylor

Gesamtkonzept, Neuerungen, Kulinarik

Auch der 64. Wiener Opernball folgt dem Leitgedanken „Alles Oper!“, dem Gesamtkonzept von Opernballorganisatorin Maria Großbauer, das sich bereits in den drei Jahren zuvor als roter Faden von Opern-Zitaten durch den Ballabend zog. Beim Wiener Opernball 2020 wird die „sternflammende“ Königin der Nacht aus Wolfgang Amadeus Mozarts Die Zauberflöte omnipräsent sein. In Anlehnung an ihren Nachtgarten taucht sich die Oper in dunkle Violett-Töne.

Viele Dekorationen und Ideen aus 2017, 2018 und 2019 bleiben erhalten, einige kommen neu dazu: Der Blumenschmuck der Kunstgärtnerei Doll wurde inspiriert durch den nächtlichen Garten der Königin der Nacht und wird vervollständigt durch zwei ausladende Blumenarrangements mit Mond-Skulpturen der Bühnenbildnerin Agnes Hasun. Das Opernballplakat 2020 sowie der Opernball-Fächer wurden vom international renommierten österreichischen bildenden Künstler Hubert Schmalix entworfen.

In der etablierten Weinbar, für die der offizielle Opernball-Sommelier Adi Schmid gemeinsam mit Maria Großbauer die Weine ausgewählt hat, servieren erstmals Winzer der Österreichischen Traditionsweingüter beste Weine aus sechs Weinbaugebieten. Aus dem Kamptal sind die Weingüter Bründlmayer, Fred Loimer und Schloss Gobelsburg. vertreten. Aus dem Kremstal finden sich die Weingüter Stadt Krems, Malat und Nigl am Ball, die Weingüter Bernhard Ott und Fritsch sind aus Wagram. Das Traisental wird durch das Weingut Markus Huber, Wien durch das Weingut Wieninger und die Region Carnuntum durch die Weingüter Dorli Muhr und Gerhard Markowitsch repräsentiert. Weine dieser Regionen werden in Logen und Bars angeboten.

Mit Adi Schmids Bruder Herbert Schmid gibt es erstmalig am Wiener Opernball einen Opernball-Käsesommelier. In der Weinbar können zu Weiß- bzw. Rotwein passende Käseteller – das Angebot umfasst acht österreichische Käsespezialitäten –, begleitet von Feigen-Delikatessen von Wiener Feige, genossen werden.

Mit der Negroni Secret Bar findet sich erstmals eine versteckte Bar im Herzen der Wiener Staatsoper. Im Stil der 20er-Jahre wird dort das neue Jahrzehnt im Takt von Swing eingeläutet. Sämtliche Erlöse der Negroni Secret Bar gehen an die Caritas Gruft und Superar. Mindestspende pro Drink 20 Euro.

Österreichs Traditions-Sektkellerei Schlumberger ist auch 2020 offizieller Partner des Wiener Opernballs im Bereich Sekt. Für den Ball 2020 wurde neuerlich der Schlumberger Sparkling Brut Klassik gewählt, eine Cuvée aus ausgesuchten Welschriesling-, Chardonnay- und Weißburgunder-Trauben aus dem nördlichen Weinviertel ausgewählt.

Roberto Pavlovic-Hariwijadi und sein Team der Roberto American Bar kreierten auch den diesjährigen Opernball-Drink, der in der Opernball-Disco angeboten wird: „Magic Nectar – The Flower’s Force“, inspiriert von Benjamin Brittens auf Shakespeare gleichnamiger Komödie basierender Oper A Midsummer Night’s Dream.

Ströck Feierabend wird auf der Hinterbühne heuer – neben weiteren kulinarischen Klassikern – erstmals ein Frühstück mit Pierre Croissants und Sonnentor-Katertee anbieten. Weitere Kulinarik-Partner 2020 sind: Café Oper Wien, Gerstner Catering, Gösser, Kremslehner Hotels Wien, Buero de Martin, Falstaff, Zum Schwarzen Kameel, Vöslauer, Wetter. Die Caterer sind gerüstet mit rund 52.600 Gläsern, 9.200 Besteckteilen und 1000 Sektkübeln. Apropos Essen, Trinken und Genießen: Das Wein- und Genuss-Magazin „Falstaff“ bringt anlässlich des Wiener Opernballs 2020 bereits zum vierten Mal eine Sonderausgabe heraus, die sich ganz dem Thema Wiener Opernball und Kulinarik widmet.

Wiener Staatsoper / Wiener Opernball 2020 - mittig vl Staatsopernintendant D Meyer, M Großbauer, P Beczala © Wiener Staatsoper GmbH / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Wiener Opernball 2020 – mittig vl Staatsopernintendant D Meyer, M Großbauer, P Beczala © Wiener Staatsoper GmbH / Ashley Taylor

Ball-Musik

Abwechselnd mit dem Wiener Opernball Orchester sorgt für die richtige Stimmung und Tanzmusik im Großen Saal das Bernd Bernd Fröhlich Orchester & Andie Gabauer, Tini Kainrath sowie als Special Act Jazz-Superstar Nils Landgren.

Am Balkon rechts (Zum schwarzen Kameel) treten erstmals am Wiener Opernball Maria Happel und Nina Proll auf; in der Wolfsschlucht gastiert erstmals die bayerische Kult-Band LaBrassBanda.

Folgende MusikerInnen, Bands und Formationen treten weiters in den unterschiedlichen Ballbereichen auf: The Bad Powells, Bossa Club, Wiener Salonorchester Steubl, Christiana Uikiza Quintett, Erwin Schmidt Trio, Markus Gaudriot, Clemens Schaller Trio, Duo Italiano feat. Erik Arno&Domenico Limardo, Electric Beat Club, Frantisek Drafi, The Pillers, Josef Burchartz Quartett feat. Stella Jones, Wiener Glacis Ensemble, Eddie Luis und die Gnadenlosen, Max the Sax, Die Steirische Streich, Original Wolfsmilch Echo, Joschi Schneeberger Gipsy Swing Trio, Trio Sandor Rigo, The Schick Sisters, Johann Turek.  In der Disco legt außerdem Radio Wien mit DJ Johannes Willrader auf.

Komitee-, Damen- und Herrenspenden

Das Organisationsteam um Maria Großbauer hat auch heuer ein ansehnliches Ballspenden-Paket für Komitee und Gäste zusammengestellt: Die Debütantinnen erhalten seit Jahren ein hochwertiges Diadem von Swarovski – heuer die Swarovski Tiara designed von Monsieur Christian Lacroix inklusive Style-Guide, eine Sonderausgabe der Duftkerze „Wohlfühlzeit“ von Looops, ein Spitzentaschentuch von Zur Schwäbischen Jungfrau und Opernball-Ballerinas von Humanic. Die Debütanten werden mit Sterling Silber-Manschettenknöpfen von Juwelier Heldwein, Frack-Stecktuch und Frackmasche von der Hemdenmanufaktur Gino Venturini, „Zuckerbrot“-Schokolade von Berger Feinste Confiserie und einer Opernball-Edition von Happy Socks ausgestattet.

Alle Debütantinnen und Debütanten erhalten außerdem ein Reinigungs- und Pflegeöl sowie ein Sonnenschutz-Puder von Croma Pharma/Yuvell, einen Humanic Friendship Voucher, eine Übernachtungsermäßigung im Hotel Bristol, eine Ausgabe des Valid-Magazins sowie Ermäßigung auf Fotos von Foto Fayer.

Der Look der Debütantinnen 2020 wird komplettiert durch eine neue Hochsteckfrisur, kreiert von Steinmetz-Bundy Privatsalon passend zur Swarovski Tiara 2020.

Die Damenspende 2020 beinhaltet ein Swarovski Remix Armband, „Zuckerbrot“-Schokolade von Berger Feinste Confiserie in Anlehnung an Mozarts Die Zauberflöte und einen „Katertee“ von Sonnentor.

Die Herrenspende besteht aus Happy Socks in einer exklusiven Opernball-Edition, Wiener Seife „Föhrengold“ im praktischen Täschchen, der Falstaff-Sonderausgabe zum Wiener Opernball 2020 sowie dem von der Edition Lammerhuber verlegten und zur Verfügung gestellten Foto-Bildband mit dem Titel „Gesamtkunstwerk Wiener Staatsoper“ mit einem Rückblick auf die zehnjährige Direktionszeit von Dominique Meyer und zahlreichen spannenden Einblicke hinter die Kulissen des Opernhauses.

Für eine noch komfortablere Abholung der Ballspenden wird am Wiener Opernball 2020 eine 3. Ballspendenausgabe im Garderobenbereich neben dem Café Oper Wien (Erdgeschoss) eingerichtet.

Darüber hinaus schenken die Casinos Austria allen Opernballgästen eine Gewinnkarte, die man im Casino am Wiener Opernball gegen Promotionsjetons eintauschen kann; im Haus aufgelegt werden der von Hubert Schmalix gestaltete und von Living De Luxe gespendete Fächer (solange der Vorrat reicht); Humanic stellt Opernball-Ballerinas zur Verfügung (solange der Vorrat reicht) und beim Verlassen des Hauses am Morgen nach dem Opernball bekommen alle Gäste (solange der Vorrat reicht) Jour-Krapfen von Ströck und Wasser von Vöslauer.

Wiener Staatsoper / Wiener Opernball 2020 - Staatsopernintendant D Meyer, das Debütantenpaar Marion Moshammer und Adrian Kreuzspiegel, Maria Großbauer © Wiener Staatsoper GmbH / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Wiener Opernball 2020 – Staatsopernintendant D Meyer, das Debütantenpaar Marion Moshammer und Adrian Kreuzspiegel, Maria Großbauer © Wiener Staatsoper GmbH / Ashley Taylor

Der Wiener Opernball für den guten Zweck

Seit drei Jahren unterstützt der Wiener Opernball im Rahmen der Ballveranstaltung mit unterschiedlichsten Benefizaktionen die Caritas Gruft und Superar. Bisher konnten Spenden in der Höhe von über 100.000 Euro gesammelt werden. Auch 2020 gehen die Reinerlös aller Aktionen zu gleichen Teilen an die Gruft der Caritas Wien und an Superar.

Eine eigens kreierte Wiener Opernball-Edition des Kartenspiels ‚Schwarzer Peter‘ wird sowohl im Vorfeld des Balls als auch am Ballabend in der Wiener Staatsoper gegen eine Mindestspende von 10 Euro pro Kartenset angeboten. Handgezeichnete Illustrationen von Tenor und Staatsopern-Ensemblemitglied KS Benedikt Kobel zeigen berühmte Paare aus Opern und Ballettstücken. Die Original-Zeichnungen der elf Opernpaare, inkl. des Schwarzen Peters – verkörpert durch einen dirigierenden Maestro – werden im Rahmen einer Dorotheum-Onlineauktion zwischen 9. Jänner und 21. Februar 2020 versteigert. Verkaufsstellen der Kartenspielsets (9. Jänner bis 21. Februar 2020): im Vorfeld des Balles: Arcadia Opera Shop, Ballettstudio Elisabeth Kobel, Gino Venturini, Hotel Bristol, Hotel Sacher, Juwelier Heldwein, Pirker am Stephansplatz, Privat Bank der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich, Steinmetz Bundy Privatsalon, Tanzschule Santner und in ausgewählten Filialen des Dorotheums. Am Ball: beim Hänsel und Gretel-Lebkuchenhaus und bei DebütantInnen, die mit Kartenspielen durchs Haus flanieren.

Am Hänsel und Gretel-Lebkuchenhaus von Pirker können gegen eine Mindestspende von 5 Euro Lebkuchenherzen erworben werden; in der Negroni Secret Bar trinken Ballgäste für den guten Zweck. Teil der Online-Auktion von Dorotheum ist außerdem Hubert Schmalix’ Original-Entwurf des Wiener Opernball-Plakats 2020. Neu ist eine Fotobox von Camerad am Wiener Opernball, in der sich BallbesucherInnen gegen eine Mindestspende von 5 Euro pro Fotostreifen mit Opern-Kostümen und –Requisiten fotografieren lassen können.

Sämtliche Einsätze der Gäste in Form freiwilliger Spenden im Casino am Opernball kommen ebenfalls der Caritas Gruft und Superar zugute – die Spendensumme wird von Casinos Austria verdoppelt.

Serviceangebote

Zum vierten Mal gibt es neben dem ausführlichen Programmbuch eine kompakte Version des Programms mit Übersichten über Räume, Musik, Kulinarik und Service am Wiener Opernball. Genannt: „Libretto“, kleines Buch.

Die international arbeitende Wiener Top-Visagistin Alma Milcic steht erstmals gemeinsam mit ihrem Team im Boudoir (Dirigentenzimmer im Erdgeschoß, 21.30 bis 3.00 Uhr) für ein Make-up-Fresh-up bereit, wo auch wieder StylistInnen von Steinmetz-Bundy Privatsalon allen Ballgästen unentgeltlich zur Verfügung stehen.

Während der ganzen Ballnacht stehen in einer Damensologarderobe (1. Stock) fachkundige Schneiderinnen und Schneider der Wiener Staatsoper für kleine und größere kleidertechnische Notfälle zur Verfügung. Ebenso sind Schuhmacher der ART for ART Theaterservice GmbH bei Notfällen rund ums Schuhwerk zur Stelle.

Mehrere Fotografen von Foto Fayer können auf der Feststiege, im Foto-Studio (in der Damensologarderobe) sowie im Foto-Atelier (im Annex des Marmorsaals) von den Ballgästen für Fotowünsche in Anspruch genommen werden.

Die Eröffnung wird auf Screens von Samsung in das Café Oper Wien, die Parkett-Umgänge rechts und links, auf den Balkon rechts und links, in den Gustav Mahler-Saal, den Annex des Gustav Mahler-Saals, den Marmorsaal, den Annex des Marmorsaals, den Einsingraum, beim Würstelstand, in das Foyer (links), das Gerstner Foyer, das Schwindfoyer, die Crystalbar und die Loggia sowie auf die Galerie, die Seitenbühne und die Hinterbühne übertragen.

Seit 2017 ist der Wiener Opernball komplett rauchfrei. Raucherzonen befinden sich links und rechts außerhalb der Wiener Staatsoper unter den Arkaden (beheizt, mit Bar-Service).

Karten, Kleiderordnung, Einlass

Eine Eintrittskarte für den Wiener Opernball 2020 kostet 315,- Euro, eine Loge zwischen 13.300,- und 23.600,- Euro; ein Tischanteil für zwei Personen ab 210,- Euro; ein Tisch zwischen 420,- und 1.260,- Euro. Stehplatzkarten für die Generalprobe kosten 25,- Euro, Sitzplatzkarten zwischen 35,- und 70,- Euro.

Der Einlass für BallbesucherInnen – Damen in bodenlangem Abendkleid, Herren im schwarzen Frack – beginnt um 20.40 Uhr, die Ballnacht endet traditionell um 5.00 Uhr früh mit „Brüderlein fein“ im 50 m langen Ballsaal. Dort werden wenige Stunden später insgesamt 7.000 Kinder aus allen österreichischen Bundesländern zwei Vorstellungen von Die Zauberflöte für Kinder erleben.

Live-Übertragung im Fernsehen

Der ORF überträgt den Wiener Opernball am Donnerstag, 20. Februar 2020 rund drei Stunden live. Der Hauptabend in ORF 2 steht schon ab 20.15 Uhr ganz im Zeichen des Ballereignisses mit der Dokumentation „Trends im ¾ Takt“. Als ModeratorInnen des ORF-Ballabends sind heuer wieder Alfons Haider, Mirjam Weichselbraun und erstmals Teresa Vogl dabei, für den launigen Kommentar sorgen einmal mehr Karl Hohenlohe und Christoph Wagner-Trenkwitz.

Eröffnungsprogramm im Detail

FANFARE von Karl Rosner
Markus Henn – Bühnenorchester der Wiener Staatsoper

ÖSTERREICHISCHE BUNDESHYMNE
Andreas Spörri – Wiener Opernball Orchester

EUROPAHYMNE von Ludwig van Beethoven
Andreas Spörri – Wiener Opernball Orchester

POLONAISE A-Dur, op. 40 Nr. 1 von Frédéric Chopin
Einzug des Jungdamen- und Jungherren-Komitees
Andreas Spörri – Wiener Opernball Orchester

ABENDBLÄTTER, Walzer, Jacques Offenbach
Choreographie: Eno Peci | Choreographische Assistenz: Jean Christophe Lesage
Daniel Harding – Wiener Staatsopernorchester
Wiener Staatsballett

Manuel Legris; Olga Esina – Jakob Feyferlik, Ketevan Papava – Roman Lazik,
Nina Poláková – Masayu Kimoto, Maria Yakovleva – Robert Gabdullin,
Nikisha Fogo – Davide Dato, Natascha Mair – Denys Cherevychko;

Rebecca Horner – Mihail Sosnovschi, Alice Firenze – Géraud Wielick,
Ioanna Avraam – Andrey Teterin, Madison Young – Dumitru Taran,
Elena Bottaro – Richard Szabó
Halbsolistinnen und Halbsolisten sowie Corps de ballet des Wiener Staatsballetts
Ballettakademie der Wiener Staatsoper

Ouvertüre zu DIE ZAUBERFLÖTE von Wolfgang Amadeus Mozart
Daniel Harding – Wiener Staatsopernorchester

E LUCEVAN LE STELLE aus TOSCA von Giacomo Puccini
Daniel Harding – Wiener Staatsopernorchester
Piotr Becza?a

SEMPRE LIBERA aus LA TRAVIATA von Giuseppe Verdi
Daniel Harding – Wiener Staatsopernorchester
Aida Garifullina, Piotr Beczala

TANZEN MÖCHT’ ICH aus DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN von Emmerich Kálmán
Daniel Harding – Wiener Staatsopernorchester
Aida Garifullina, Piotr Becza?a

BAUERN-POLKA, Polka française, op. 276 von Johann Strauß (Sohn)
Choreographie: Maria Santner und Christoph Santner
Andreas Spörri – Wiener Opernball Orchester
Jungdamen- und Jungherren-Komitee
Eröffnungswalzer:
An der Schönen Blauen Donau, op. 314 von Johann Strauß (Sohn)
Andreas Spörri – Wiener Opernball Orchester

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—

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