Schwarzenberg, Alpenarte, Andrei Ionita – Intendant in Residence, IOCO Aktuell, 01.04.2019

April 5, 2019 by  
Filed under alpenarte, Konzert, Schwazenberg

Alpenarte / Musikwissenschaftlerin Irina Paladi und Intendant in Residence Andrei Ionita © Schwarzenberg / Andreas Domjanic

Alpenarte / Musikwissenschaftlerin Irina Paladi und Intendant in Residence Andrei Ionita © Schwarzenberg / Andreas Domjanic

alpenarte

Andrei Ionita – Junger Intendant in Residence

Alpenarte : Eine Chance für junge Musiker –

von Thomas Thielemann

Mit zyklischen Alpenarte – Konzertreihen wird jungen Musikern die Möglichkeit geschaffen, als Intendant in Residence sich mit den Tücken der Organisation von Musik-Events vertraut zu machen.

Alpenarte – Schwarzenberg / Bregenzerwald –  

Als Intendant in Residence der Herbst-Alpenarte hatte der rumänische Cellist Andrei Ionita junge aufstrebende, aber durchaus bereits gestandene Musiker in das Österreicher Schwarzenberg, im Bregenzerwald eingeladen, um mit seinen Gästen in dem wundervollen Angelika-Kauffmann-Saal vier Themen-Kammerkonzerte zu gestalten.

Der schlichte, komplett aus Tannen- und Buchenholz errichtete Saal, bietet für die Kammermusik perfekte akustische Bedingungen. Nicht ohne Grund gilt der Saal als einer der besten Kammermusiksäle Österreichs. Der „Schuhschachtel-Konzertsaal“ ist mit einem offenen Flach-Satteldach abgedeckt, so dass die Leimbinder-Stützkonstruktion sichtbar bleibt. Seitlich vom Podium sind schräge Holzreflexwände angeordnet und hinter den Musikern war ein den Schall reflektierender Paravent aufgestellt. Interessanterweise haben auch die Panorama-Doppelglasfenster keinen gravierenden Einfluss auf die Klangentwicklung. Außerdem verfügt der Saal über eine ausgezeichnete Belüftungsanlage und im hinteren Bereich über eine Galerie. Ich empfand die Klangentfaltung allerdings als etwas trocken. Aber das mag ein individueller Eindruck sein.

Konzert des ersten Abends – Der deutschen Romantik gewidmet.

Der 1. Preisträger des Cello-Tschaikowskiwettbewerbs 2015 Andrei Ionita eröffnete den Abend mit dem spanischen Pianisten und Gewinner des Kissinger Klavier-Olymp 2018, Juan Pérez Floristán, mit drei Fantasiestücken op.73 von Robert Schumann. Danach komplettierte der spanische Klarinettist Pablo Barragán die Musiker, um gemeinsam mit beeindruckender Podiumpräsenz das Trio in a-Moll op. 114 von Johannes Brahms zu bieten.

Als drittes Werk spielten dann Ionita, Juan Pérez Floristan, der außergewöhnliche albanisch-griechische Violinist Jonian Ilias Kadesha, sowie Karolina Errera aus Moskau eine frische Interpretation des Brahms-Klavierquartetts Nr. 1, op. 25. Alle vier Musiker haben bereits hochrangige Wettbewerbe gewonnen.

Der zweite Konzertabend war einer Auswahl aus der Vielfalt der Musik Europas gewidmet. Mit einer expressiven Darbietung von Jörg Widmanns „Fantasie für Klarinette solo“ eröffnete Pablo Barragán das Programm. Die britische Cellistin Vashti Hunter verfügt bereits über solistische Erfahrung. Sie und Pablo Barragán begeisterten mit einer für ihre Instrumente arrangierten Auswahl zweistimmiger Inventionen von Johann Sebastian Bach und als Gegenstück das „Off Pist“ des Schwedischen Komponisten Svante Henryson. Danach brillierte Floristan mit der „Fantasia Betica“ für Klavier solo seines Landsmanns Manuel de Falla.

Das Europa-Programm ergänzte das Klavierquintett in A-Dur, op. 81 von Antonin Dvorak. Es spielten die Geiger Jonian-Ilias Kadesha und die koreanisch-kanadische Preisträgerin des Sibelius-Musikwettbewerbs 2015 Christel Lee. Die in Antalya ausgebildete Bratschistin Nilay Özdemir, die Cellistin Vashti Hunter sowie der Pianist Juan Pérez Floristan aus Sevilla komplettierten die höchstsensible Darbietung.

Alpenarte / Klavierquintett © Schwarzenberg / Andreas Domjanic

Alpenarte / Klavierquintett © Schwarzenberg / Andreas Domjanic

Als Zugabe wurde ein Medley der Europa-Hymne, der Österreicher Nationalhymne und Beethovens „Lied an die Freude“ intoniert. Das dritte Konzert hatte Andrei Ionita der Musik seiner Rumänischen Heimat gewidmet: „Dor:Rumänischer Traum“. Das Dor gilt als Hauptwesenszug des rumänischen Nationalcharakters und umfasst die rumänische Mentalität mit ihrem „Weltschmerz“, ihrer Sehnsucht, Nostalgie und Melancholie.

Ionita hatte ausschließlich Werke rumänischer Komponisten, bzw. im heutigen Staatsgebiet Rumäniens geborener Komponisten, wie Bela Bartok, in das Programm dieses Konzerts aufgenommen.

Mit seiner bereits gebotenen Intensität und Virtuosität begann Pablo Barragán mit einer Sonate für Klarinette solo von Tiberiu Olah (1928 bis 2002).

Als eine unbedingte Bereicherung der Musikerschar stellte sich die aus Ploiesti stammende Pianistin Daria Tudor vor. Sie ist mehrfache Musikpreisträgerin und häufige Kammermusik-Partnerin Andrei Ionitas. Eine Toccata von George Enescu war ihr fulminanter Einstieg in das Programm. Danach folgten von George Enescu „Carillon Nocturne“ und von Radu Paladi sein „Rondo a capriccio“.

Aus einer Auswahl der Duos für zwei Violinen, Sz. 98 des Béla Bartok spielten Jonian-Ilias Kadesha und Christel Lee. Danach folgten, unkonventionell für zwei Bratschen bearbeitete Stücke aus gleicher Quelle, von Karolina Errera und Nilay Özdemir routiniert dargeboten. Beschwingt beendeten Andrei Ionita und Daria Tudor den ersten Teil des Programms mit Rumänischen Volkstänzen von Béla Bartok.

Die Tochter des Komponisten Radu Paladin (1927-2013), die Musikwissenschaftlerin und Publizistin Irina Paladi, führte danach mit dem vom Komponisten geförderten Andrei Ionita  ein informierendes und auch emotionales Podiumsgespräch über das Leben und das Werk des bedeutendsten Komponisten Rumäniens der jüngsten Vergangenheit. Beide führten das Publikum zu einem der musikalischen Höhepunkte des Viertage-Zyklus, einer berührenden Interpretation des Streichquartetts Nr.1 in c-Moll von Radu Paladi.

Neben Andrei Ionita, Karolina Errera und Jonian-Ilias Kadesha übernahm die Enkelin des Komponisten Alexandra Paladi einen Violinen-Part. Als Orchester- und Kammermusikerin sowie als Solistin verfügt sie bereits über reiche künstlerische Erfahrungen.

Das Abschlusskonzert widmete der Intendant der ihm besonders nahestehenden russischen Musik. Das Konzert wurde mit dem Klaviertrio élégiaque Nr.1 in g-Moll von Sergej Rachmaninow eröffnet, das dieser im Alter von 19 Jahren komponierte. Als Solisten erfreuten mit einer frischen unkonventionellen Darbietung Alexandra Paladi, Vashti Hunter und die phantastische Daria Tudor

Mit Dmitri Schostakowitschs schmerzbeladenem Klaviertrio Nr. 2 in e-Moll folgte der für uns emotionale Höhepunkt des Festivals. Mit höchster Sensibilität von Daria Tudor, Christel Lee und Andrei Ionita musiziert, hätten wir uns das Trio eigentlich als Abschluss der Alpenarte 2018 gewünscht.

Alpenarte / Schlussapplaus © Schwarzenberg / Andreas Domjanic

Alpenarte / Schlussapplaus © Schwarzenberg / Andreas Domjanic

Den Schluss bildete Peter Tschaikowskis Streichsextett „Souvenir de Florence“ in d-Moll, mit dem die sechs Streicher der vier vergangenen Konzerte noch einmal ihre glückliche Kombination aus Virtuosität, Jugendfrische und sich entwickelnder musikalischer Reife zur Geltung bringen konnten.

Mit der Zugabe, einer Bearbeitung des Andante aus Tschaikowskis Streichkonzert Nr. 1 für das gesamte Alpenarte-Ensemble und dem Solopart mit Andrei Ionita, wurde dem Auditorium noch ein Ohrwurm zum Abschluss geboten, was auch mit stehenden Ovationen gefeiert wurde.

Für uns, aus dem doch recht entfernten Dresden Angereiste und durchaus musikverwöhnte Hörer, war das Festival ein wunderbares Erlebnis. Die noch sehr jungen, hoch talentierten Musiker hinterließen einen so unvergesslichen Eindruck, dass bei uns der Wunsch entstand, mehr davon zu erleben.

Die nächste Alpenarte findet vom 9. bis 12. Mai 2019 mit der Intendanz in Residence der Flötistin Eva-Nina Kozmus in Schwarzenberg statt.

—| IOCO Aktuell alpenarte Schwarzenberg|—

Stuttgart, Oper Stuttgart, Herzog Blaubarts Burg – Béla Bártok, IOCO Kritik, 13.11.2018

November 15, 2018 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Oper, Staatsoper Stuttgart

Oper Stuttgart

Oper Stuttgart ©Matthias Baus

Oper Stuttgart ©Matthias Baus

Herzog Blaubarts Burg – Béla Bártok

Post aus dem Unbewussten und zurück: Oper Stuttgart spielt Herzog Blaubarts Burg  erstmals im Paketpostamt im Norden Stuttgarts

Von Peter Schlang

Lange war das (ehemalige?) Paketpostamt im Stuttgarter Norden während der dringend notwendigen Renovierung des Stammhauses der Stuttgarter Staatsoper an der „Stuttgarter Kulturmeile“ als Interimsspielstätte vorgesehen. Und so plante auch der seit September offiziell im Amt des Opernintendanten agierende Viktor Schoner für seine erste Spielzeit das vermeintliche Ausweichquartier für eine erste Neu-Inszenierung ein – nicht ahnend, dass die Verantwortlichen im Stuttgarter Rathaus zwischenzeitlich das Aus für diese Pläne verkünden sollten. Dass dies zumindest aus künstlerischen Gründen durchaus schade ist, bewies die Premiere von Bela Bartoks Kammeroper Herzogs Blaubarts Burg am Abend des 2. November, der (nur) noch drei weitere Aufführungen gegönnt waren. Folglich wird dieses durchaus lohnende Projekt vermutlich schon Operngeschichte sein, wenn diese IOCO – Besprechung online gehen wird.

Herzog Blaubarts Burg – Béla Bártok
Youtube Trailer der Staatsoper Stuttgart
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Für die meisten Opernbesucher startet dieser Premierenabend wie gewohnt am Stuttgarter Opernhaus, allerdings nicht an dessen Garderoben, sondern am Parkplatz zwischen Oper und Landtag. Dort kommt – zwischen 18 Uhr und 19.20 – ziemlich pünktlich alle zwanzig Minuten ein schicker Bus eines bekannten Stuttgarter Nobel-Unternehmens und bringt das Publikum an den etwa zehn Bus-Minuten entfernten Abendspielort an der Ehmannstraße. Schon die nächtliche kleine Stadtrundfahrt dorthin stimmt in die allerdings erst viel später folgenden 65 Opernminuten ein, denn sie führt über weite Strecken durch die Baustellenwüste von Stuttgart 21 mit ihren Gräben und Gruben, über Schotter und durch Morast und endet schließlich an einem kahlen, unwirtlichen Parkplatz. Als einzeln anreisender Besucher würde man sich nicht nur fragen, wo denn hier Oper gespielt werden, sondern auch, wie man denn in dieses riesige Gebäude gelangen soll. Da aber an diesem Abend alles bis ins Kleinste vorbereitet, nein, inszeniert ist, bringt einen der Bus genau an jene schmale Treppe, die einen in die Halle führt, die sich in diesen Wochen Opernfans wie für diese beschäftigte -angestellte mit Paketen und den zu deren Weiterverteilung Beschäftigten teilen.

 Staatsoper Stuttgart / Herzog Blaubarts Burg von Béla Bartók © Matthias Baus

Staatsoper Stuttgart / Herzog Blaubarts Burg von Béla Bartók © Matthias Baus

Die szenische Ouvertüre zu Béla Bartóks 1918 (!) ur-aufgeführten einziger Oper beginnt hebt lange vor  deren musikalischem Auftakt in einem durch schwarze Tücher und Pappwände vom provisorischen Opernsaal getrennten Vorraum an. Dort werden die durch die Lage ihrer Plätze in Gruppen eingeteilten Besucher jeweils von einem in Art eines Berliner Zeitungsjungen der Weimarer Republik gekleideten „Guide“ in Empfang genommen. Der unsrige heißt Florian und gibt uns nicht nur Verhaltensregeln mit auf den Weg und hat Tipps zum Anziehen der in großen Kisten bereit liegenden Überschuhe aus sehr stabilem Kunststoff bereit, sondern hält auch in sorgfältig präparierten Sätzen eine sehr theatralisch anmutende und leicht ironische gefärbte Einführung in den Inhalt der Oper und dessen Umsetzung durch die Verantwortlichen von Regie, Ausstattung und Musik.

Danach bringen Florian und seine 14 Kolleginnen und Kollegen die ihnen Anvertrauten auf die für sie vorgesehenen Sitzplätze. Dies ist jedoch nicht der übliche direkte Weg vom Opernfoyer in die entsprechenden Reihen, nein, die späteren Zuschauer bzw. Zuhörer begeben sich zunächst auf eine Entdeckungstour durch weite Teile der riesigen, in trübes Dämmerlicht getauchten Halle. Dabei umrunden sie den dort hineingebauten, improvisierten „Schuh-Schachtel-Saal“, ehe sie diesen durch einen Einlass in den schwarzen Tüchern bzw. Wänden betreten. Im dortigen Halb-Dunkel – nur von den Rändern und der Decke des Raumes fällt fahles Licht – erfasst das Auge peu à peu ein paar Einzelheiten: Die eingebaute Orchesterbühne, eine riesige Wasserfläche (Ist dies der Tränensee?), die mit  einem Steg überbaut ist und in der sich etliche kleine Sand-Inseln befinden.

Staatsoper Stuttgart / Herzog Blaubarts Burg von Béla Bartók - hier : Falk Struckmann als Herzog Blaubart und Julia Mahnke als Judith © Matthias Baus

Staatsoper Stuttgart / Herzog Blaubarts Burg von Béla Bartók – hier : Falk Struckmann als Herzog Blaubart und Julia Mahnke als Judith © Matthias Baus

An deren Ufern liegen zwei Kähne, auf ihnen stehen Baumskelette und einige Feuerfässer, über allem sind Schnüre mit schwarzen Wimpeln und tranigen Glühbirnen gespannt.  Hans op de Beeck heißt der Schöpfer dieser Raum-Installation, und er ist gleichzeitig der Regisseur der mit Spannung erwarteten Opernhandlung und deren Ausstatter, sprich Bühnen- und Kostümbildner, und zeichnet auch für die Beleuchtung verantwortlich, die er allerdings mit wenig Phantasie und Abwechslung mehr erledigt als gestaltet. Aber so weit, dies alles zu erkennen und zu erleben, ist es/man noch lange nicht, denn den Opernbesuchern steht nun erst der Gang durch das Wasser bevor, der wiederum nicht auf dem kürzesten Weg erfolgt, sondern zu einem längeren sinnlichen Erlebnis gedehnt wird. Dieses ist tatsächlich erfahrbar, denn die Durchquerung des etwa zehn Zentimeter tiefen Kunst-Gewässers wird zum feierlichen Stapfen und Schreiten, bei dem man spürbar Widerstände überwinden muss, denn die erwähnten Überschuhe entfalten ziemliche Auftriebskräfte. Nicht nur deshalb wird das Eintreffen der nach Angaben der Opernleitung 444 Zuschauer auf ihren links und rechts der Orchesterbühne und des als Auftrittsfläche der zwei Protagonisten dienenden Stegs zu einer zwanzigminütigen „Prozessions-Choreografie“. Trotz deren Begleitung bzw. Untermalung durch schwebende Klänge im Stil der Minimal-Music erfordert sie viel Geduld und fördert das Entstehen einer gewissen Langeweile, denn das Verhältnis von Staunen, Neugierde und freudiger Erregung einerseits und sich dehnender, nicht mehr zu füllender Zeit andererseits kippt doch bald zu Lasten von Langeweile und aufkeimender, mindestens mentaler Müdigkeit. Weshalb ist man hergekommen, wegen einer Kunst-Installation oder wegen einer Musiktheater-Produktion?

Staatsoper Stuttgart / Das Paketpostamt - Spielstätte von Herzog Blaubarts Burg © Martin Sigmund

Staatsoper Stuttgart / Das Paketpostamt – Spielstätte von Herzog Blaubarts Burg © Martin Sigmund

45 Minuten nach dem im Programmheft angegebenen offiziellen Beginn der Vorstellung wird diese Frage mit dem Eintreffen von zwei Männern auf Fahrrädern zu Gunsten der Oper beantwortet: Der eine ist  Falk Struckmann als Blaubart, der, ehe sich am Ende des Stegs niederlässt, eine kaputte Glühbirne auswechselt, der andere ist Titus Engel, der Dirigent des Abends. Nachdem er seinen Platz eingenommen hat, hebt die Musik der Opernhandlung wie aus dem Nichts an und lässt im weiteren Verlauf immer deutlicher und klarer einen samtigen, weichen und  äußerst gepflegten Orchesterklang hörbar werden, der im Verlauf der folgenden 60 Minuten im aufmerksamen und erstaunten Zuhörer immer wieder die Frage aufkommen lässt, wie es zu schaffen ist, dass ein solch riesiger, eigentlich kalter Raum eine so tadellose, reine, ja wunderbare Akustik entfalten kann. Dieses, zumindest für den Verfasser dieser Impressionen unerwartete Erlebnis hält die ganze Aufführung über an und bezieht auch die beiden Sänger ein. Neben dem bereits erwähnten Bass-Bariton Falk Struckmann als Herzog Blaubart ist dies die endlich an ihre frühere Wirkungsstätte zurückgekehrte Mezzo-Sopranistin Claudia Mahnke als Judith.

Beide geben in jeder Hinsicht ihr Allerbestes, um dieses intime Kammerspiel darstellerisch wie musikalisch zur Wirkung und damit in die Herzen und Sinne des Publikums zu bringen. Und obwohl ihnen die Regie – als Vorwurf formuliert – wenig konkrete Hilfestellungen bietet und somit – positiv gesprochen – viel Freiraum bietet, machen sie den jeweiligen Seelenzustand ihrer Rolle deutlich, ja dramatisch erlebbar. Dabei gelingt ihnen stimmlich Außergewöhnliches, und sie meistern scheinbar problemlos und bravourös auch die schwierigsten Stellen., und es gelingt ihnen, all das hör- und erlebbar zu machen, was man nicht in Worte kleiden kann. Ja, die beiden lassen auf aufregende Weise vergessen, dass diese Oper ja kaum äußere Handlung besitzt, sondern diese allein das Seelenleben der beiden Protagonisten widerspiegelt. Dabei werden diese bzw. ihre Darsteller wie angesprochen von Titus Engel und seinem an diesem Abend in allen Gruppen wie entfesselt aufspielenden Staatsorchester Stuttgart achtsam, tragend und höchst motiviert unterstützt, ja geradezu mitgerissen. Das Orchester und sein Leiter erschaffen einen in allen Bereichen, dynamischen Abstufungen und klanglichen Schattierungen faszinierenden Klang, der sowohl das Dunkle, Dämonische als auch das wenig Helle und Rettende von Bartóks Musik erblühen, ja leuchten lässt.

Staatsoper Stuttgart / Herzog Blaubarts Burg von Béla Bartók © Matthias Baus

Staatsoper Stuttgart / Herzog Blaubarts Burg von Béla Bartók © Matthias Baus

Davon profitiert zu allererst Claudia Mahnke, die mit anrührenden Tönen und feinster Gestaltung ihrer Judith all die Überzeugung, Kraft, Inbrunst und das Beharrungsvermögen verleiht, die in dieser gefühlsintensiven Rolle angelegt sind und nötig ist, um am Ende der eigenen Verzweiflung und dem Terror Blaubarts zu entrinnen. Auch dessen Darsteller Falk Struckmann wiederum verfügt über höchste stimmliche und darstellerische Fähigkeiten, um den anfänglich unantastbaren Herrscher über seine Frauen am Ende zu einem Gebrochenen, Gescheiterten werden zu lassen und diesen Prozess, obwohl eher „bewegtes Stillleben“ oder „konzertant-animiertes Operntheater“, als ein spannendes, ja erschütterndes Erlebnis zu gestalten.

Und so sind die Musik und die sie ausführenden Künstlerinnen und Künstler an diesem Abend der eigentliche Garant dafür, dass der Ausflug in eine ehr unwirtliche Umgebung nicht nur gelingt, sondern den Besucherinnen und Besuchern Erlebnisse bereithält, die so in ihrer Gesamtwirkung im traditionellen Rahmen eines Opernhauses nur schwer zu realisieren sein dürften.

Am Ende dieses sehr ungewöhnlichen Opernabends entlädt sich daher zu Recht nicht nur freundlicher, sondern begeisterter Applaus, der lange andauert und sich zum Ende bis zum Jubel steigert und uneingeschränkt allen Beteiligten gilt.

Die Verantwortlichen der Stuttgarter Oper sollten sich überlegen, ob sie dieses besondere Erlebnis nicht noch weiteren Opernfreundinnen und -freunden gönnen sollten und wie dies, wenn auch erst in einer der kommenden Spielzeiten, zu verwirklichen ist.

Weitere Herzog Blaubarts Burg  Aufführungen zur Zeit leider nicht geplant

—| IOCO Kritik Oper Stuttgart |—

Heidelberg, Theater und Orchester Heidelberg, Spielplan September/Oktober 2018

Juli 20, 2018 by  
Filed under Pressemeldung, Spielpläne, Theater Heidelberg

Theater und Orchester Heidelberg

Theater Heidelberg Foto:© Waechter + Waechter Architekten bda.

Theater Heidelberg Foto:© Waechter + Waechter Architekten bda.


Theater und Orchester Heidelberg

Spielplan September / Oktober 2018


SO 09  –  17.00 Uhr, Marguerre-Saal
HIER SIND DIE NEUEN!
Vorstellung der neuen Opern- und Tanzleitung
Exklusiv für Abonnent*innen nur nach Voranmeldung an der
Theaterkasse!


FR 14  –  20.00 Uhr, Am Octapharma-Gebäude, Technologiepark | Premiere
THE INHABITANTS
von Ivan Perez | Deutsche Erstaufführung


SA 15  –  11.00 Uhr, Alter Saal
EINFÜHRUNGSMATINEE RIGOLETTO
Eintritt frei!
20.00 Uhr, Haus der Johannesgemeinde | Premiere
JUSTIZMORD DES JAKOB MOHR
von Eva Kocatkova | Deutschsprachige Erstaufführung
20.00 Uhr, Am Octapharma-Gebaude, Technologiepark
THE INHABITANTS
von Ivan Perez | Deutsche Erstaufführung


SO 16  –  20.00 Uhr, Am Octapharma-Gebaude, Technologiepark
THE INHABITANTS
von Ivan Perez | Deutsche Erstaufführung
20.00 Uhr, Haus der Johannesgemeinde
JUSTIZMORD DES JAKOB MOHR
von Eva Ko?atkova | Deutschsprachige Erstaufführung


MO 17  –  17.00 Uhr, Foyer Marguerre-Saal
THEATERFÜHRUNG
Karten an der Theaterkasse oder unter 06221|5820 000


DO 20  –  17.00 Uhr, Foyer Marguerre-Saal
MAL HÖREN!
Auftakttreffen für Pädagog*innen | Eintritt frei!


FR 21  –  17.00 Uhr, Altes Schwimmbad, Bürgerhaus HeidelBERG 12+
Premiere
VERSCHWOMMEN
Stückentwicklung | Uraufführung


SA 22  –  19.30 Uhr, Marguerre-Saal | Premiere
RIGOLETTO
von Giuseppe Verdi
Einführung um 18.45 Uhr

20.00 Uhr, Haus der Johannesgemeinde
JUSTIZMORD DES JAKOB MOHR
von Eva Ko?atkova | Deutschsprachige Erstaufführung


SO 23  –  19.00 Uhr, Marguerre-Saal | Gastspiel
SINGEN IST AUCH KEINE LÖSUNG
Heidelberger HardChor

20.00 Uhr, Haus der Johannesgemeinde
JUSTIZMORD DES JAKOB MOHR
von Eva Ko?atkova | Deutschsprachige Erstaufführung


MO 24  –  15.00–20.00 Uhr, Probebühne CARL
MAL SCHNUPPERN!
Auftakttreffen der Spielclubs | Eintritt frei!

19.30 Uhr, Marguerre-Saal | Wiederaufnahme
DIE PHYSIKER
von Friedrich Dürrenmatt
Einführung um 18.45 Uhr


DI 25  –  9.30 + 11.30 Uhr, Altes Schwimmbad, Bürgerhaus HeidelBERG 12+
VERSCHWOMMEN
Stuckentwicklung | Uraufführung


MI 26  –  20.00 Uhr, Stadthalle Heidelberg
1. PHILHARMONISCHES KONZERT
Werke von Ludwig van Beethoven und Bela Bartok
Einführung um 19.15 Uhr


DO 27  –  9.30 + 11.30 Uhr, Altes Schwimmbad, 12+
Bürgerhaus HeidelBERG
VERSCHWOMMEN

Stückentwicklung | Uraufführung

16.30 Uhr, Stadtbücherei
LESEZEIT
Massoud Baygan und Julia Lindhorst-Apfelthaler lesen Texte von
Jakob Mohr und anderen Kunstlern der Sammlung Prinzhorn
Eintritt frei!

19.30 Uhr, Marguerre-Saal
DIE PHYSIKER
von Friedrich Dürrenmatt
Einführung um 18.45 Uhr


FR 28  –  19.30 Uhr, Marguerre-Saal
RIGOLETTO
von Giuseppe Verdi
Einführung um 18.45 Uhr


SA 29  –  Ab 14.00 Uhr, Foyer Marguerre-Saal u. a.
DTH MEET & GREET
sowie Theaterführungen, Infostand, Kinderschminken u. a.
im Rahmen des Heidelberger Herbstes | Eintritt frei!


SO 30  –  17.00 Uhr, Altes Schwimmbad, Bürgerhaus HeidelBERG 12+
VERSCHWOMMEN
Stückentwicklung | Uraufführung

19.00 Uhr, Marguerre-Saal
RIGOLETTO
von Giuseppe Verdi
Einführung um 18.15 Uhr


Oktober


MO 01  –  11.30 Uhr, Altes Schwimmbad, Bürgerhaus HeidelBERG 12+
VERSCHWOMMEN
Stückentwicklung | Uraufführung


DI 02  –  9.30 + 11.30 Uhr, Altes Schwimmbad, Bürgerhaus HeidelBERG 12+
VERSCHWOMMEN
Stückentwicklung | Uraufführung

10.00 Uhr, Marguerre-Saal
DIE PHYSIKER
von Friedrich Dürrenmatt

19.30 Uhr, Marguerre-Saal
RIGOLETTO
von Giuseppe Verdi
Einführung um 18.45 Uhr


MI 03  –  20.00 Uhr, Haus der Johannesgemeinde
JUSTIZMORD DES JAKOB MOHR
von Eva Kocatkova | Deutschsprachige Erstaufführung


DO 04  –  19.30 Uhr, Marguerre-Saal
RIGOLETTO
von Giuseppe Verdi
Einführung um 18.45 Uhr

20.00 Uhr, Haus der Johannesgemeinde
JUSTIZMORD DES JAKOB MOHR
von Eva Kocatkova | Deutschsprachige Erstaufführung


SA 06  –  12.00–14.00 Uhr, Friedrich 5
DTH OPEN STUDIO
Eintritt frei! | Anmeldung unter jenny.mahla@heidelberg.de

19.00 Uhr, Peterskirche BK
1. BACHCHOR-KONZERT
?Stabat Mater? von Antonin Dvo?ak
Einführung um 18.10 Uhr

19.30 Uhr, Alter Saal |
Premiere
IM SCHATTEN KALTER STERNE
von Christoph Nußbaumeder | Uraufführung
Einführung um 18.45 Uhr


SO 07  –  19.00 Uhr, Marguerre-Saal
RIGOLETTO
von Giuseppe Verdi
Einführung um 18.15 Uhr

20.00 Uhr, Haus der Johannesgemeinde
JUSTIZMORD DES JAKOB MOHR
von Eva Kocatkova | Deutschsprachige Erstaufführung


DI 09  –  9.30 + 11.30 Uhr, Altes Schwimmbad, Bürgerhaus HeidelBERG 12+
VERSCHWOMMEN
Stückentwicklung | Uraufführung


MI 10  –  11.30 Uhr, Altes Schwimmbad, Bürgerhaus HeidelBERG 12+
VERSCHWOMMEN
Stückentwicklung | Uraufführung

19.30 Uhr, Marguerre-Saal
RIGOLETTO
von Giuseppe Verdi
Einführung um 18.45 Uhr


DO 11  –  9.30 + 11.30 Uhr, Altes Schwimmbad, Bürgerhaus HeidelBERG 12+
VERSCHWOMMEN
Stückentwicklung | Uraufführung

19.30 Uhr, Alter Saal
IM SCHATTEN KALTER STERNE
von Christoph Nußbaumeder | Uraufführung
Einführung um 18.45 Uhr


FR 12  –  20.00 Uhr, Rokokotheater Schwetzingen
26. KONZERT MIT STIPENDIATEN
DER JÜRGEN PONTO-STIFTUNG
Karten unter www.mozartgesellschaft-schwetzingen.de oder
01806|700 733


SA 13  –  19.30 Uhr, Marguerre-Saal | Premiere
DON KARLOS
von Friedrich Schiller
Einführung um 18.45 Uhr


SO 14  –  15.00 Uhr, Marguerre-Saal
RIGOLETTO
von Giuseppe Verdi
Einführung um 14.15 Uhr

17.00 Uhr, Altes Schwimmbad, Bürgerhaus HeidelBERG
VERSCHWOMMEN
Stückentwicklung | Uraufführung

19.00 Uhr, Alter Saal
IM SCHATTEN KALTER STERNE
von Christoph Nußbaumeder | Uraufführung
Einführung um 18.15 Uhr


MO 15  –  17.00 Uhr, Foyer Marguerre-Saal
THEATERFÜHRUNG
Karten an der Theaterkasse oder unter 06221|5820 000

19.00 Uhr, Alter Saal
MITGLIEDERVERSAMMLUNG
DES FREUNDESKREISES
Eintritt frei!


DI 16  –  9.30 + 11.30 Uhr, Altes Schwimmbad, Bürgerhaus HeidelBERG
12+
VERSCHWOMMEN
Stuckentwicklung | Uraufführung

19.30 Uhr, Alter Saal VB-L
IM SCHATTEN KALTER STERNE
von Christoph Nußbaumeder | Uraufführung
Einführung um 18.45 Uhr


MI 17  –  11.30 Uhr, Altes Schwimmbad, Bürgerhaus HeidelBERG
12+
VERSCHWOMMEN
Stückentwicklung | Uraufführung

19.30–22.00 Uhr, Marguerre-Saal | Wiederaufnahme
DON PASQUALE
von Gaetano Donizetti


DO 18  –  9.30 + 11.30 Uhr, Altes Schwimmbad, Bürgerhaus HeidelBERG
VERSCHWOMMEN
Stückentwicklung | Uraufführung

20.00 Uhr, Haus der Johannesgemeinde
JUSTIZMORD DES JAKOB MOHR
von Eva Kocatkova | Deutschsprachige Erstaufführung


FR 19  –  10.00–11.15 Uhr, Zwinger 3 | Wiederaufnahme
UNSER LEHRER IST EIN TROLL
von Dennis Kelly

19.30 Uhr, Marguerre-Saal
DON KARLOS
von Friedrich Schiller
Einführung um 18.45 Uhr

20.00 Uhr, Haus der Johannesgemeinde
JUSTIZMORD DES JAKOB MOHR
von Eva Kocatkova | Deutschsprachige Erstaufführung

20.00 Uhr, Feierabendhaus der BASF, Ludwigshafen | Unterwegs
DIE FLEDERMAUS
von Johann Strauss
konzertante Aufführung in Kooperation mit BASF
Karten unter basfkultur.eventim-inhouse.de


SA 20  –  19.30 Uhr, Marguerre-Saal
DON KARLOS
von Friedrich Schiller
Einführung um 18.45 Uhr

20.00 Uhr, Zwinger 3 | Gastspiel
MARTHE ET MATHILDE
Lecture Performance nach Pascale Hugues
im Rahmen der Französischen Woche

20.00 Uhr, Feierabendhaus der BASF, Ludwigshafen | Unterwegs
DIE FLEDERMAUS
von Johann Strauss
konzertante Aufführung in Kooperation mit BASF
Karten unter basfkultur.eventim-inhouse.de


SO 21  –  11.00 Uhr, Alter Saal
1. KAMMERKONZERT
Werke von Robert Schumann, Johannes Brahms, AntonÍn Dvorák

15.00–16.15 Uhr, Zwinger 3 10+
UNSER LEHRER IST EIN TROLL
von Dennis Kelly

19.00 Uhr, Marguerre-Saal | Gastspiel
138. ZUNGENSCHLAG
Das berühmte Heidelberger Kabarett


MO 22  –  10.00–11.15 Uhr, Zwinger 3 10+
UNSER LEHRER IST EIN TROLL
von Dennis Kelly


DI 23  –  10.30–11.45 Uhr, Zwinger 3
10+
UNSER LEHRER IST EIN TROLL
von Dennis Kelly

19.30–21.40 Uhr, Marguerre-Saal | Wiederaufnahme
DER GUTE MENSCH VON SEZUAN
von Bertolt Brecht, Musik von Paul Dessau
Einführung um 18.45 Uhr


MI 24  –  10.00–11.15 Uhr, Zwinger 3
UNSER LEHRER IST EIN TROLL
von Dennis Kelly

19.00–21.00 Uhr, Probebühne CARL
MAL SCHNUPPERN!
Auftakttreffen Club der Studierenden | Eintritt frei!

19.30–21.40 Uhr, Marguerre-Saal
DER GUTE MENSCH VON SEZUAN
von Bertolt Brecht, Musik von Paul Dessau
Einführung um 18.45 Uhr

20.00 Uhr, Stadthalle Heidelberg
2. PHILHARMONISCHES KONZERT
Werke von Richard Wagner, Ernest Chausson, Claude Debussy
Einführung um 19.15 Uhr


DO 25  –  9.30 + 11.30 Uhr, Altes Schwimmbad, Bürgerhaus HeidelBERG
12+
Zum letzten Ma!
VERSCHWOMMEN
Stückentwicklung | Uraufführung

16.30 Uhr, Stadtbücherei
LESEZEIT
Sophie Melbinger liest ?Platon? von Andreas Marber | Eintritt frei!

19.30 Uhr, Marguerre-Saal
DIE PHYSIKER
von Friedrich Dürrenmatt
Einführung um 18.45 Uhr

20.00 Uhr, Stadthalle Heidelberg
2. PHILHARMONISCHES KONZERT
Werke von Richard Wagner, Ernest Chausson, Claude Debussy
Einführung um 19.15 Uhr


FR 26  –  10.00–11.15 Uhr, Zwinger 3 10+
UNSER LEHRER IST EIN TROLL
von Dennis Kelly

19.30 Uhr, Marguerre-Saal
RIGOLETTO
von Giuseppe Verdi
Einführung um 18.45 Uhr

20.00 Uhr, Haus der Johannesgemeinde | Zum letzten Mal!
JUSTIZMORD DES JAKOB MOHR
von Eva Kocatkova | Deutschsprachige Erstaufführung


SA 27  –  15.00 Uhr, Historisches Museum der Pfalz Speyer | Unterwegs
6+
VORLESEZEIT
Lesung – Ronja Räubertochter – in Kooperation mit dem
Historischen Museum der Pfalz Speyer | Eintritt frei!

19.30 Uhr, Marguerre-Saal
DON KARLOS
von Friedrich Schiller
Einführung um 18.45 Uhr


SO 28  –  19.00–21.30 Uhr, Marguerre-Saal
DON PASQUALE
von Gaetano Donizetti
DON PASQUALE – der bigFM-Kulturschocker


MO 29  –  10.00–15.00 Uhr, Probebühne CARL
10+
CLUB MITMISCHEN
Ferienclub 29.–31. Oktober

19.00–21.00 Uhr, Friedrich 5
DTH WORKSHOP
Anmeldung unter jenny.mahla@heidelberg.de


DI 30  –  10.00–15.00 Uhr, Probebühne CARL
10+
CLUB MITMISCHEN
Ferienclub 29.–31. Oktober

19.30 Uhr, Marguerre-Saal
RIGOLETTO
von Giuseppe Verdi
Einführung um 18.45 Uhr


MI 31  –  10.00–15.00 Uhr, Probebühne CARL 10+
CLUB MITMISCHEN
Ferienclub 29.–31. Oktober

—| Pressemeldung Theater und Orchester Heidelberg |—

Berlin, Komische Oper, Blaubart von Jacques Offenbach, IOCO Kritik, 26.03.2018

März 27, 2018 by  
Filed under Hervorheben, Komische Oper Berlin, Kritiken, Operette

Komische Oper Berlin

Komische Oper Berlin / Zuschauerraum © Gunnar Geller

Komische Oper Berlin / Zuschauerraum © Gunnar Geller

Blaubart – Opéra bouffe von Jacques Offenbach

Beziehungsstatus: Es ist kompliziert. Godot kommt auch nicht…

Von Kerstin Schweiger

Blaubart ist nach Anatevka in der Inszenierung von Hausherr Barrie Kosky die zweite Neuproduktion in der Spielzeit 2017/18, mit der die Komische Oper Berlin unter dem Motto »70 Jahre Zukunft Musiktheater« ihren 70. Geburtstag begeht und dabei auch an den Gründer des Hauses, Walter Felsenstein, erinnert. In Felsensteins Inszenierung erlebte Ritter Blaubart zwischen 1963 und 1992 insgesamt 369 Aufführungen und ist damit nach Anatevka die zweiterfolgreichste Produktion in der Geschichte des Hauses.
Intendant Barrie Kosky hatte in einem früheren Interview einmal gesagt, „Komödie ist Knochenarbeit. Komik zu machen, ist nicht lustig. Wenn auf den Proben sechs Wochen lang durchgelacht wird, hat man was falsch gemacht“.

Nichts zu lachen hatte auch das Produktionsteam von Blaubart um Regisseur Stefan Herheim im Vorfeld. Der erste vernehmliche Laut von Blaubart kam rund 10 Tage vor der geplanten Premiere und hieß warten. Diese wurde diese um eine Woche verschoben, „aus technischen Gründen„. Ein Vorgang, der eher selten ist. Intendant Kosky gab Rückendeckung: „Stefan Herheim und sein Team haben ein wundervolles Konzept für diesen Blaubart erarbeitet, an dem sie seit sieben Wochen mit großem Engagement, aber unter massiven Belastungen durch technische Probleme arbeiten. Grund für die Verschiebung sind technische und sicherheitstechnische Probleme in Zusammenhang mit dem Bühnenbild, die den bisherigen Probenprozess behindert haben. Es sind unplanmäßige Umbauten und Modifikationen erforderlich sowie – daraus resultierend – zusätzliche Probenzeit.“

Schon Felsenstein bestand auf langen Probenzeiten. In einem Spiegel-Interview 1965 sagte er: „Je nach Reife und Begabung der Sänger und je nach der Schwierigkeit des Werkes brauche ich für Proben ungefähr die achtzig- bis hundertfünfzigfache Aufführungsdauer, also ungefähr acht Wochen.“

Komische Oper Berlin / Blaubart - hier Wolfgang Ablinger-Sperrhacke als Blaubart © Iko Freese drama-berlin.de

Komische Oper Berlin / Blaubart – hier Wolfgang Ablinger-Sperrhacke als Blaubart © Iko Freese drama-berlin.de

Doch worum geht`s?
„Es ist kompliziert“, lautet der Beziehungsstatus von Ritter Blaubart. „Frauenprobleme“ überall. Blaubart, der sich für unwiderstehlich hält, seinen Liebschaften aber nur legal nachzugehen bereit ist, hat bereits fünf Frauen geehelicht und – geplant – an den Tod wieder verloren. Ist er einer Gattin überdrüssig, schickt er diese in den Tod und seinen Handlanger Popolani auf die Suche nach einer würdigen Nachfolgerin. Die robuste Bäuerin Boulotte lässt sich von Baubarts Ruf als lustigem Witwer nicht bange machen, eher schon von endloser Langeweile an der Seite Popolanis, der bereits ihre Vorgängerinnen aus eigennützigen Gründen und entgegen Blaubarts Befehl in nicht ganz so ewigen Schlaf versetzt hat. Auch am Königshof ist die Stimmung im Keller. Aufgrund der allumfassenden Blödheit seines Sohnes ist der ebenfalls nicht gerade mit hoher Intelligenz gesegnete König Bobèche zwecks Thronfolgesicherung auf der verzweifelten Suche nach seiner dereinst ausgesetzten Tochter. Die Schäferin Fleurette wird im Prinzessinnen-Casting als hinreichend tochterhaft erkannt, kurzerhand als Hermia akkreditiert und im Königsschloss mit dem Traum-Schwiegersohn Saphir vermählt. König Bobéche hat übrigens auch mehrere Leichen im Keller – von seinem Minister Graf Oscar entsorgte Liebhaber seiner Gattin Königin Clémentine.
In der allseits verzwickten Lage nehmen Boulotte und Hermina das Szepter in die Hand. Angeführt von Boulotte proben Blaubarts wiedererweckte Verflossene den Aufstand!

So schräg, so gut.
Das Baubart-Motiv geht auf ein Märchen von Charles Perrault aus dem 17. Jahrhundert zurück. Vielfach adaptiert in der Literatur (Tieck, Döblin, Friedrich der Große) ist Bela Bartoks Oper Herzog Blaubart Burg wohl die bekannteste Version der mörderischen Geschichte des Ritters Blaubart, der seine Frau auf die Probe stellt, in seiner Abwesenheit darf sie ein verschlossene Kammer in der Burg nicht öffnen. Sie tut es dennoch und findet die Leichen ihrer fünf Vorgängerinnen als Ehefrau. Durch Cleverness und Hilfe gelingt ihr, dem eigenen Tod durch den Ehemann zu entkommen. Ihre Brüder töten den Ritter. Im Gegensatz zu anderen Autoren nutzte Offenbach den Blaubart-Stoff, um ein Phantasiekönigreich als politische Satire aufzubereiten.

Komische Oper Berlin / Blaubart- hier Blaubart und Ensemble © Iko Freese drama-berlin.de

Komische Oper Berlin / Blaubart- hier Blaubart und Ensemble © Iko Freese drama-berlin.de

Zur Entstehungszeit diente die Maskerade zur gepflegten musikalischen Kaiserschelte. Man lachte mit Offenbach über die eigene erotische und politische Unzulänglichkeit, ein satirischer Kommentar auf die bigotte Moral des zweiten Kaiserreichs unter Napoleon III.. Gemeinsam mit dem Dirigenten Clemens Flick haben Herheim und sein Dramaturg Alexander Meier-Dörzenbach eine neue deutschsprachige Fassung mit französischem Einschlag erarbeitet, die Musik aus anderen Offenbachiaden und ein Füllhorn von musikalischen Anspielungen aus dem Opernrepertoire von Tosca, über Wagner, bis zur Strauss‘schen Fledermaus hinzufügt, jedoch und vom Original vieles wegnimmt. Z.B. die Ouvertüre, eines der Markenzeichen jedes Offenbach-Werkes.

Hintergrund
Der jüdische deutsche, aus Köln eingewanderte, „Franzose“ Jacques Offenbach hatte nur ein Streben: eine Oper zu schreiben. Stattdessen waren es die Bouffes (komische satirische Revuen, Operetten), die ihn berühmt machen sollten und ihm eine einzigartige Stimme als Komponist und Theaterunternehmer in Paris verschafften. Karl Kraus bezeichnete seine Werke später als „Offenbachiaden“, um deutlich zu machen, dass diese keinem anderen Genre zuzuordnen sei.

Jacques Offenbach Grabstätte in Montmartre © IOCO

Jacques Offenbach Grabstätte in Montmartre © IOCO

1835 begann Offenbach als Cellist an der Opéra-Comique in Paris zu arbeiten. Die Kunstform Opera Comique sah damals im Gegensatz zur Grande Opera Opernaufführungen von Stücken vor, in denen sich Arien und Ensembles mit gesprochenen Zwischentexten abwechselten. Das Gebäude der Opera Comique entstand aus einem Jahrmarktstheater, das Vorläufer dieser Operngattung aufführte. Seine Erfahrungen dort waren vermutlich Inspiration, diese Theaterform aufzugreifen und als Theaterunternehmer führte er ab 1855 „Offenbachiaden“ auf. Diese satirische Musiktheaterstücke mit gesprochenen Dialogen machten das Theater nach seinem Erfolgsstück Orpheus in der Unterwelt 1858 zu einer Art „Flüsterkneipe des Musiktheaters“. Als scharfzüngiger Beobachter und Maitre de Plaisier im französischen zweiten Kaiserreich unter Kaiser Napoleon III. hatte er seinen Platz und einen Weg gefunden, der allgegenwärtigen Zensur ein Schnäppchen zu schlagen. Offenbach karikierte Sitten, Ereignisse und Personen seiner Zeit und hielt der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts und konkret Kaiser Napoleon III. den Spiegel vor – ein musikalischer Cartoonist. Er war wohl von der Zensur bewusst zum musikalischen Ventil für Kritik des Volkes an der aktuellen Regierung zugelassen. Sein Theaterkonzept erlaubte unter dem Deckmantel der Parodie politische und erotische Freizügigkeit in Zeiten strenger Zensur.

Walter Felsensteins noch heute gültige Definition für Musiktheaterregie stimmt mit Offenbachiaden wie Blaubart zu 100 Prozent überein: „Eine Geschichte sollte mit den besonderen Möglichkeiten der Musik auf dem Theater erzählt werden, nicht als Selbstzweck, sondern als ein künstlerisches Abbild der Welt, bezogen auf ein Publikum, das sich in dieser Geschichte wiederfinden kann, in seinen Konflikten, Leidenschaften, Niederlagen und Hoffnungen“ (Quelle: Berliner Zeitung)

Über 50 Jahre nach der legendären Inszenierung von Walter Felsenstein legt der norwegische Regisseur Stefan Herheim, der zuletzt mit seinem verrückt-opulenten Xerxes das Berliner Publikum an der Komischen Oper begeisterte, nun seine Version von Offenbachs Opéra Bouffe vor.

Herheim und sein Produktionsteam schaffen eine Rahmenhandlung und damit eine Distanz zur legendären Vorgängerproduktion. So ist genug Raum für einen unvoreingenommenen Blick und gleichzeitig ein plausibler Zugang zur märchenhaften Handlung. Ein ewig schwankender Theaterkarren, hoch beladen mit Skeletten, macht Halt. Bewegt wird er von zwei ebenso schwankenden Beckett‘schen Gestalten, die sich, im ständigen Disput miteinander, als Gevatter Tod und Liebesbote Cupido entpuppen. Ein „Lucky-Pozzo-Paar des Welttheaters“. So verhandeln sie im Spannungsfeld von Liebe und Tod mit Goethes Faust-Worten „und jedermann erwartet sich ein Fest“ um die Vormacht. Dazwischen entfaltet auf der Karrenbühne eine Commedia dell‘Arte Truppe ihr derbes Spiel mit einer Personnage, aus dem Gefolge Blaubarts und dem Hofstaat des morbiden Königs Bobèche. Eine Brecht‘sche Brechung. Überhaupt will der Regisseur dem Stück die Leichtigkeit hin und wieder austreiben. „Wir sind doch hier keine Spaßmacher“, schimpft der Tod und sorgt sich um die Fortentwicklung des Theaters, bricht eine Lanze für ein lebendiges Theater, das die Welt verändern kann und richtet sich gegen eine Durchhalte-Unterhaltung bei Bombenstimmung. Offenbach und seinem satirischen-Musiktheater tut er damit Unrecht.

Vom musikalischen Erfindungsgeist her bleibt das Stück hinter Offenbachs Coupletkracher-reichen Vorgängerstücken Orpheus in der Unterwelt und Die schöne Helena zurück. Die Neueinrichtung schwankt überdies unentschieden zwischen Umgangssprache und überspitzt eingesetzten Operettentexten, fast übervoll mit einer mit musikalischen Füllstücken aus anderen Werke und musikalischen Zitaten angereicherten Partitur. Das zündet nicht durchgehend. Auch die verzwickte Handlung kommt nur langsam ins Spiel. Wie in Becketts Warten auf Godot spielt hier Zeit keine Rolle.

Zwei Ebenen macht Stefan Herheim in seiner Version aus: eine übergeordnete theatralische, in der Liebe und Tod als personifizierte Figuren der Commedia dell Arte verhandeln, was Liebe darf und Doppelmoral entlarvt. Und eine politische Dimension, die zwischen dem märchenhaften Rittertum eines Blaubarts aufscheint, mit der Ummünzung des französischen zweiten Kaiserreichs auf ein preußisch-deutsches Kaiserreich, das nur wenige Jahre nach der Uraufführung in den 1870er Jahren zum bitteren Feind Frankreichs wurde und sich mithilfe der daraufhin geleisteten Reparationen Frankreichs selbst mächtiger denn je aufstellte. Die großartigen Kostüme des Hofstaats (Esther Bialas) sind folgerichtig in grauer Gründerzeitmode mit Applikationen aus dem Rittertum von Mittelalter und Renaissance versetzt.

Herheim hat viele wunderbare Mitstreiter auf der Bühne und in seinem Produktionsteam.
Heraus ragen Philipp Meierhöfer als verlängerter Arm des Königs mit unglaublicher Stil- und Spielsicherheit und Johannes Dunz, ein Spieltenor mit Esprit und einer großen Portion Selbstironie als Schäfer/Prinz. Bei beiden funkelt Offenbachs Bühnensprache am Publikumsverführerischsten.

Wolfgang Ablinger-Sperrhacke in der Titelpartie ist ein tödlicher Freund der Frauen und ein Ritter von der vertrottelten Gestalt, mit kernigem Tenor und klarer Diktion, der mit dem kapriziösen Couplet-Sprinter Offenbach jedoch nicht immer mithält. König Bobèche ist in Kostüm und Maske eine komplette Referenz an Felsensteins Original. Felsenstein bediente in seiner kurz nach dem Mauerbau entstandener Inszenierung (1963) mit dem schmächtigen König mit kleiner Krone und einer großen Weltkugel bereits eine offenbachreife Form, um herrschende Verhältnisse (in der damaligen DDR) satirisch zu kommentieren. Bobèche wohnt jetzt im Berliner Stadtschloss. Eine der stärksten Szenen ist die in Dialog gegossene Debatte über das Kreuz auf der Schlosskuppel. „Dieses Haus hat kein Kupfer mehr, dafür umso mehr Felsenstein“.

Doch Peter Renz findet, gekleidet wie sein Vorgänger Werner Enders, aus diesem Original nicht so recht ins Heute, bleibt mehr Commedia dell’Arte-Typus denn gefährlicher Potentat ohne Verstand. Tom Erik Lie als Alchemist Popolani und Königin Clémentine (Christiane Oertel) als durchtrieben-desillusionierte erste Dame des Landes werten den Hofstaat komödiantisch auf. Fleurette/Hermia (Vera-Lotte Böcker) und Boulotte („eine Carmen der Wanderbühne“, Sarah Ferede) heizen in den Commedia-Szenen den Operetten-Vulkan mächtig auf. Die Sprechrollen von Gevatter Tod und Cupido übernehmen Wolfgang Häntsch und Rüdiger Frank, der als Cupido anrührend und nachdenklich ist.

Komische Oper Berlin / Blaubart - hier Blaubart mit Prinz Saphir und Chor © Iko Freese drama-berlin.de

Komische Oper Berlin / Blaubart – hier Blaubart mit Prinz Saphir und Chor © Iko Freese drama-berlin.de

Christof Hetzer (Bühne) schafft u.a. mit der variablen magischen Wanderbühne „Variété Vanitas“ einen beeindrucken Erzählrahmen, im großartigen Lichtdesign Andreas Hofer (Phoenix) macht dies eine große Qualität des Abends aus. Chor und Orchester präsentieren sich mit riesiger Spielfreude in Bestform. Das Dirigat des offensichtlich erst später in die Produktion eingestiegenen Stefan Soltész differenziert fein die Offenbach-typischen raffinierten Rhythmen, die mit immer neuen Melodien phantastische Verbindungen eingehen und musikalisch Tempo ins Spiel bringen.

Die Komische Oper will in der Jubiläumssaison die Vergangenheit feiern und gleichzeitig dieses Feuer in die Gegenwart tragen. Doch der Funke springt nicht ganz über. Herheim nimmt sich für diesen Blaubart viel Zeit. Er meint es zu gut und „schont Prospekte nicht und nicht Maschinen“, doch der latente Bezug zu Goethes Faust hat kürzlich erst an anderer Stelle – nicht weit entfernt – zur Oper nicht so sehr getaugt.

Der Abend macht an vielen Stellen Vergnügen; doch das liegt im Detail, nicht im großen Bogen. Der Zuschauer ist gefordert, um dieses Vergnügen voll ausschöpfen zu können.
Über den liebevoll zusammen getragenen Details und einem Zuviel an Assoziationen geht der Satire ein bisschen „die Puste aus“. Spannend und witzig wird es immer dann, wenn das kurz und knackig bleibt, wie beim Aufbauchor der Höflinge, die aus Würfelquadern das Stadtschloss wieder aufbauen sollen, was erst nach vielen Versuchen mit falschen Ergebnissen gelingt. Oder wenn Blaubarts tot geglaubte Ehefrauenriege die DDR-Hymne „Auferstanden aus Ruinen“ zu ihrem Schlachtruf gegen Blaubart und das Patriarchat machen. Das spiegelt auf intelligente Weise den Esprit einer echten Offenbachiade. Und schließlich ganz zum Schluss, wenn der Kreis der Rahmenhandlung sich schließt, ertönt als Referenz an den Komponisten Offenbach, der als Cellist begann, ein Cellosolo.

– Zustimmender Applaus nach einem langen Abend –

Stefan Herheim, designierter Intendant des Theaters an der Wien, hat Offenbachs Blaubart mit überbordenden Perspektiven seine Referenz erwiesen. Auf den Ring des Nibelungen des Götz-Friedrich-Schülers ab 2020 an der Deutschen Oper Berlin, darf man gespannt sein.


Blaubart an der Komischen  Oper Berlin; weitere Termine: 24., 31. März; 22., 27. Apr; 10., 13., 20., 25. Mai;10. Jun; 1., 13. Jul 2018

—| IOCO Kritik Komische Oper Berlin |—

Nächste Seite »