Frankfurt, Oper Frankfurt, Jiddische Operettenlieder – Barrie Kosky am Klavier, 04.02.2020

Januar 29, 2020 by  
Filed under Konzert, Oper Frankfurt, Premieren, Pressemeldung

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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

JIDDISCHE OPERETTENLIEDER  –  BARRIE KOSKY AM KLAVIER –

Der fünfte Liederabend der Spielzeit 2019/20 findet statt am Dienstag, 4. Februar 2020,  19.30 Uhr im Opernhaus.

Bestritten wird das Programm mit Jiddischen Operettenliedern von Alma Sadé (Sopran) und Helene Schneiderman (Mezzosopran), am Klavier begleitet von Barrie Kosky, Opernregisseur und Intendant der Komischen Oper Berlin.

Oper Frankfurt / Alma Sadé (Sopran) © jan windszus photography

Oper Frankfurt / Alma Sadé (Sopran) © jan windszus photography

Mit ihrem virtuosen Liederabend unter dem Motto „Farges mikh nit“„Vergiss mich nicht“ lassen die Künstler*innen die vergessene Gattung der Jiddischen Operette wiederauferstehen – geistreich, melancholisch, komisch und tief berührend. Die Lieder atmen die Geschichte ihrer Autor*innen und Komponisten, welche überwiegend im Zuge der großen Emigrationsströme seit den 1880er Jahren aus Osteuropa in die USA ausgewandert waren: Sie erzählen von Sehnsucht und Einsamkeit, von Heimat und Liebe, von Glück und Lebenslust. Vom jiddischen Broadway in der New Yorker 2nd Avenue aus fanden diese Stücke während ihrer Glanzzeit in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht nur Eingang in den jüdischen Alltag, sondern beeinflussten auch das amerikanische Musical und die Filmmusik.

Oper Frankfurt / Helene Schneiderman (Mezzosopran) © jan windszus photography

Oper Frankfurt / Helene Schneiderman (Mezzosopran) © jan windszus photography

So erklingen während des Abends Kompositionen bzw. Texte von Julius Jaffe, Abraham Ellstein, Molly Picon, Joseph Rumshinsky, Sholom Secunda, Itzkhok Perlov, Isidore Lillian, Alexander Olshanetsky, Bella Meisel, David Meyerowitz, Jacob Jacobs, Itzik Manger, Oscar Strock, S. Korn-Teuer, Abraham Goldfaden und Aaron Lebedeff.
Eine Produktion der Komischen Oper Berlin

Oper Frankfurt / Barrie Kosky (Klavier) © jan windszus photography

Oper Frankfurt / Barrie Kosky (Klavier) © jan windszus photography

Karten zum Preis von € 15 bis 95 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf) sind bei unseren üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.

Weitere Liederabende in dieser Saison 2020/21:

Florian Boesch, Bassbariton 25. Februar 2020
Gaëlle Arquez, Mezzosopran 31. März 2020
Peter Mattei, Bariton 12. Mai 2020
Joshua Guerrero, Tenor 23. Juni 2020

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—


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Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Premiere – Freundeskreis, Die Zauberflöte, IOCO Kritik, 14.09.2014

September 19, 2014 by  
Filed under Deutsche Oper am Rhein, Kritiken, Premieren

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Düsseldorf / Deutsche Oper am Rhein_Die Zauberflöte © Hans Joerg Michel

Düsseldorf / Deutsche Oper am Rhein_Die Zauberflöte © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein

Die Zauberflöte – Wolfgang Amadeus Mozart
Freundeskreis-Premiere, 14.09.2014

Diese Inszenierung von Mozarts populärer Oper Die Zauberflöte (eine der meistgespielten Opern) sollte man unbedingt besuchen. Welch ein Spaß! Für alle Mühseligen und Beladenen ist es ein absolutes Muss, mal drei Stunden den Alltagssorgen zu entgehen. Diese geistreiche, witzige, von optischen Einfällen überbordende Inszenierung macht das möglich.

Es ist eine Produktion der Komischen Oper Berlin, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Oper am Rhein und lief schon mit Riesenerfolg in der vergangenen Spielzeit im Duisburger Haus.

 Düsseldorf / Deutsche Oper am Rhein / Die Zauberflöte © Hans Joerg Michel

Düsseldorf / Deutsche Oper am Rhein / Die Zauberflöte © Hans Joerg Michel

Der Regisseur Barry Kosky und sein Team ließen Mozarts Meisterwerk im digitalen Zeitalter ankommen. Es wurde ein farbiges, effektvolles, sprühendes Animationstheater. Kosky hatte sich mit den Video-Animationskünstlern Suzanne Andrade und Paul Barritt, die sich als Team “1927“ nennen (1927 endete die Stummfilmzeit) zusammen getan. In diese Zeit legten sie auch ihre Inszenierung.

Auf eine weiße Wand werden die tollsten Sachen projiziert. Diese Wand hat an verschiedenen Stellen Drehtüren mit Böden, auf denen die Sänger stehen und “hereingedreht“ werden. Zum Beispiel bei Taminos Auftrittsarie sieht man ihn nur bis zur Brust und mit den Armen arbeiten wie bei einem Dauerlauf. Seine laufenden Beine werden per Video eingeblendet. Ein riesiger Höllenhund verfolgt ihn und “macht ihm Beine“.

 Düsseldorf / Deutsche Oper am Rhein / Die Zauberflöte © Hans Joerg Michel

Düsseldorf / Deutsche Oper am Rhein / Die Zauberflöte © Hans Joerg Michel

Wenn Papageno in der Prüfungsszene sein Glas Wein serviert bekommt, füllen niedliche, rosa Elefanten durch ihre Rüssel das Glas.

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Zauberflöte Vorstellungen Spielzeit 2014/15:
Rheinoper Düsseldorf: 20.9.2014; 21.9.; 25.9.; 28.9.; 3. Oktober; 11.10.; 12.10.; 18.10.; 24.10; 14.11.; 20.11.; 6.12.; 9.12.; 11.12. 10.30 Uhr; 11.12. 19.30 Uhr; 14.12.2014 15 Uhr; 14.12. 19.30 Uhr, 25.12.; 9. Januar 2015; 28.1.2015; 15.2.; 5.3.; 20.3.; 16.5.; 21.5.; 25.5.; 31.5.; 5. Juni 2015
Theater Duisburg: 17.12.2014 10.30 Uhr; 17.12.2014 19.30 Uhr; 19.12.2014
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Kosky und sein Team haben auf die Dialoge verzichtet. Die Sänger brauchen in den Sprechpassagen nur stumm zu mimen. Die Worte, die sie zu sprechen hätten, werden auf die Leinwand projiziert. Ganz großartig ist der Auftritt der Königin der Nacht, aus der eine riesige Spinne wurde. Wenn Papageno und Papagena von ihren “lieben kleinen Kinderlein“ sprechen, bevölkern gleich hunderte hübsch gemalte die Wand. Dies nur einige der unglaublich vielen, witzigen Einfälle, mehr davon würde den Rahmen sprengen. Man muss es einfach gesehen haben.

Dass bei dieser gewaltigen Bilderflut manchmal die Musik ins Hintertreffen gerät, bleibt nicht aus. Zumal die musikalische Komponente sich auf höchstem Niveau präsentierte.

 Düsseldorf / Deutsche Oper am Rhein / Die Zauberflöte © Hans Joerg Michel

Düsseldorf / Deutsche Oper am Rhein / Die Zauberflöte © Hans Joerg Michel

Am Pult stand Marc Piollet und schlug sich wacker mit den prächtig disponierten Düsseldorfer Symphonikern. Klang die Ouvertüre noch ein wenig matt aus dem Graben, so sorgte Piollet schon bald für spannungsvolles Musizieren, nicht nur bedingt durch die straffen, vorwärtsdrängenden Tempi. Hervorragend war der Kontakt zur Bühne. Souverän und mit geschärfter Aufmerksamkeit unterstützte er die Sänger. Und diese Sänger waren durchwegs großartig.

Den Tamino sang Ovidiu Purcel mit sehr modulationsfähigem, flexiblem Tenor, der aber in der hohen Lage vielfach zu kraftvoll eingesetzt wurde, was auf Kosten der Ausgewogenheit ging.

Deutsche Oper am Rhein / Die Zauberflöte © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Die Zauberflöte © Hans Joerg Michel

Heidi Elisabeth Meier als Pamina gab ein Musterbeispiel für kultivierten Mozart-Gesang. Sie verfügt über eine warme, nach oben wunderbare offene Stimme. Die G-Moll-Arie mit ihren technischen Tücken hat man selten so exemplarisch gehört.

Christina Poulitsi sang mit dramatischer Attacke und klangschön, hinauf bis zum gefürchteten “F“ die Königin der Nacht. Bombensicher und ebenmäßig gerieten die Staccati.  Thorsten Grümbel gefiel durch seine Stimmkultur ebenso, wie durch seine makellose Technik. Mit schlankem Bass und großer Textverständlichkeit erfreute der junge Torben Jürgens als Sprecher.

Deutsche Oper am Rhein / Die Zauberflöte © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Die Zauberflöte © Hans Joerg Michel

Die drei Damen der Königin der Nacht, Romana Noack, Annika Kaschenz und Ramona Zaharia fanden nach etwas nervösem Beginn zu harmonischer Homogenität.

Bogdan Baciu (Papageno) gefiel durch seine mimische Beredsamkeit ebenso, wir durch seine gesangliche Leistung. Anna Tsartsidze, seine Papagena, stand ihm da nicht nach.

Deutsche Oper am Rhein / Die Zauberflöte © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Die Zauberflöte © Hans Joerg Michel

Hochkarätig besetzt waren auch die kleineren Rollen. So etwa die beiden Geharnischten Bruce Martin und Lukasz Konieczny und der in seinem Nosferatu-Outfit bizarr aussehende Florian Simson. Die drei Knaben gefielen mehr durch Munterkeit, als durch Stimme. Absolut prächtig sang der Chor, bestens einstudiert von Gerhard Michalski.

Riesenbeifall gab es für die Mitwirkenden und der war hoch verdient.

Jedem Liebhaber der Zauberflöte  kann diese Produktion nur empfohlen werden. Es sind mehr als dreißig Vorstellungen geplant. Nix wie hin!

IOCO / UGK / 14.09.2014

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Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, Beilharz – Laufenberg – Rhein-Main Intendanten,IOCO Aktuell, 22.07.2014

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Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Rhein-Main Musiktheater: Inmitten personeller Erneuerung
Intendant Beilharz: Die letzte Spielzeit am Staatstheater Wiesbaden
Uwe Eric Laufenberg: Neuer Intendant ab September 2014

Bedeutende personelle Wechsel werfen an allen großen Musiktheatern in Rhein-Main lange Schatten. Am Staatstheater Wiesbaden geht der langjährige Intendant Dr. Manfred Beilharz. Sein Nachfolger, Uwe Eric Laufenberg, ex-Intendant der Oper Köln, wurde in Köln mit spektakulären Inszenierungen, Auslastungen von weit über 80% und dem „Opernhaus des Jahres 2012“ auffällig. Laufenberg übernimmt das Hessische Staatstheater Wiesbaden ab Herbst 2014. Die erfolgreiche Wiesbadener Spielzeit 2013/14, die letzte von Intendant Beilharz:  Zeit für Würdigung, Zeit für  Ausblicke.

Rückblick 2013/14: 32 Theaterproduktionen, rund 50 Konzerten, 45 Wiederaufnahmen und vielen Sonderveranstaltungen. 954 Vorstellungen in den unterschiedlichen Spielstätten des Theaters (Großes und Kleines Haus, Kurhaus, Studio, Wartburg, Foyer, Malersaal, Probebühnen und Ballettsäle) und auf Gastspielen mit insgesamt 341.800 Zuschauern und einer Gesamtauslastung von 80% – das ist die beste Jahresbilanz in der 12-jährigen Intendanz von Manfred Beilharz. Mit 5.868.000 Euros beim Ticketverkauf wird die bisherige Höchstmarke der Eigeneinnahmen des Haushaltsjahres 2013  übertroffen.

4.012 Gäste besuchten die kostenlosen Angebote des Theaters wie Einführungen, Diskussionen, Führungen. 9.109 – meist jugendliche – Interessierte nahmen an Workshops, Schulprogrammen und Führungen des Jugendreferats oder an den Schultheatertagen und dem auf zwei Jahre angelegten Projekt move@2014 teil. „Die hohen Auslastungszahlen verdeutlichen das große Interesse des Publikums an unserem vielfältigen Programm, das von Raritäten bis zu Klassikern, von Gastspielen renommierter Häuser bei den Maifestspielen bis zu theatralen Entdeckungen der Neuen Stücken aus Europa reichte“, so der scheidende Intendant Manfred Beilharz:Beim Wiesbadener Publikum möchte ich mich für den enormen Zuspruch bedanken und bei der gesamten Belegschaft für die hervorragende Zusammenarbeit!“

Wiesbadener Spitzenreiter in der Zuschauergunst im Großen Haus war Wagners Der fliegende Holländer mit einer Auslastung von 92,4% (Musikalische Leitung GMD Zsolt Hamar, Regie M. Dijkema) und in der Sparte Tanz Zwischen Mitternacht und Morgen: Schwanensee (Choreografie Stephan Thoss) mit einer sensationellen Auslastung von 100%. Im Schauspiel erreichten Shakespeares Ein Sommernachtstraum (Regie M. Beilharz) mit 94,3% Auslastung dicht gefolgt von Millers Hexenjagd (Regie K. Lauterbach) mit 93,4% Auslastung die höchsten Besucherzahlen. In der Wartburg gehörten Die bessere Hälfte (Regie C. Stolz) mit 99,4% und Tschick (Regie D. Schirdewahn) mit 94,5% Auslastung zu den am besten besuchten Vorstellungen. Publikumsrenner im Kleinen Haus waren außerdem – ungebrochen seit mehreren Spielzeiten – Stairways to Heaven (97,4% Auslastung/ Regie T. Materna) und Emilia Galotti (88,4% Auslastung/ Regie R. Beilharz). Wie gewohnt hatte das Familienstück zu Weihnachtszeit Märchen aus 1001 Nacht eine extrem hohe Besucherzahl (Auslastung 93,6%).

Das Hessische Staatstheater Wiesbaden war in der vergangenen Spielzeit mehrfach auf Gastspielreisen. So gastierte Büchners Woyzeck in einer Inszenierung von Manfred Beilharz im Frühjahr 2014 beim 5. Internationalen Theaterfestival des Türkischen Staatstheaters in Antalya. Der Barbier von Sevilla in der preisgekrönten Inszenierung von Michiel Dijkema gab im Oktober 2013 am Antipolis Théâtre d’Antibes ein zweitätiges Gastspiel. Nach der Uraufführung im Studio des Staatstheaters Wiesbaden begab sich das internationale Theaterprojekt Peer Gynt aus dem Kosovo des Jungen Staatstheaters in Kooperation mit Qendra Multimedia (Kosovo) und dem Teater de Vill (Schweden) auf eine Balkan-Tournee an unterschiedliche Theater.

Darüber hinaus wurden in der Spielzeit 2013/14 spezifische Sonderprojekte und Kooperationen realisiert: Das Tanzprojekt Loops and Lines des Ballettensembles (Choreografie Stephan Thoss) spürte in Kooperation mit der Musikformation Ensemble Modern Frankfurt dem Andenken Rudolf von Labans nach. Unter der Schirmherrschaft von Pierre Boulez feierte das Projekt move@2014 des Jugendreferats am 5. Juli seine erfolgreiche Uraufführung. Über 250 TeilnehmerInnen des stadtweiten Projekts präsentierten unter großem Applaus die Ergebnisse ihrer 2-jährigen Arbeit als bühnenreife Performance gemeinsam mit dem Orchester des Hessischen Staatstheaters, unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Ott, im Großen Haus.

Oper Köln / Intendant Laufenberg © IOCO

Oper Köln / Intendant Laufenberg © IOCO

Nach einer 12-jährigen Intendanz mit 11.004 Vorstellungen, 544 Ensemblemitgliedern, 479 Gastspielen in aller Welt, 384 Premieren, 334 NEUEN STÜCKEN AUS EUROPA, 286 Versprechern, 269 Maifestspielwerken, 191 Litern echten Tränen, 74 Millionen Einnahmen, 8 ausgefallenen Vorstellungen und 4 Millionen Besuchern verabschiedet sich Dr. Manfred Beilharz von seinem Publikum und wünscht dem Theater für die Zukunft alles Gute.

Ausblick 2014/15: Neue Führungsgeneration in Rhein-Main

2014 wird zu einem Jahr der Erneuerung aller Musiktheater in Rhein-Main: Die Großstädte Frankfurt, Mainz, Wiesbaden und Darmstadt formen als Region Rhein-Main eine der wirtschaftlich wie kulturell stärksten Regionen Deutschlands. Vier bedeutende, miteinander konkurrierende kommunale Musiktheater sind Leuchttürme der Kultur der Region: Die Oper Frankfurt mit 1.369 Sitzplätzen das größte Musiktheater der Region; das Hessische Staatstheater Wiesbaden (1.041 Plätze); das Staatstheater Darmstadt (956 Plätze) und das Staatstheater Mainz (839 Plätze). Rhein-Main-Besonderheit   2014: In allen vier Musiktheater war die Besetzung der Chefsessel zentrales Thema. Nach Wiesbaden kommt der charismatische Uwe Eric Laufenberg, in Mainz übernimmt  Markus Müller 2014 die Intendanz, in Darmstadt löst Karsten Wiegand Intendant John Dew nach pikanten Führungsquerelen ab. Die Stadt Frankfurt wiederum verlängerte gerade den noch bis 2018 laufenden Vertrag des Langzeit-Intendant der Oper Frankfurt, Bernd Loebe, 63,  vorzeitig, über 2018 hinaus bis 2023. Die frühe wie langfristige  Vertragsverlängerung ist ungewöhnlich. Frankfurts Kulturdezernent Felix Semmelroth nannte für diesen exquisiten Versorgungsvertrag nur übliche Gründe (gute bisherige Arbeit, hohe Auslastung, Sicherung von Kontinuität), welche für viele Intendanten Deutschlands zutreffen.

IOCO / Viktor Jarosch / 22.07.2014

—| IOCO Aktuell Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—


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Berlin, Komische Oper Berlin, LE GRAND MACABRE, IOCO Kritik, 21.04.2013

Mai 21, 2013 by  
Filed under Komische Oper Berlin, Kritiken

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Kritik

Komische Oper Berlin 

Komische Oper Berlin © IOCO

Komische Oper Berlin © IOCO

LE GRAND MACABRE. Wiederaufnahme nach 10 Jahren. 21.04.2013

Nach einer zehnjährigen Pause fand am 21.04.2013 die Wiederaufnahme der Oper von György LigetiLe Grand Macabre“, in der Inszenierung von Barry Kosky statt. 

Die Oper in zwei Akten nach „La balade du Grand Macabre von Michel de Ghelderod 1934 geschrieben, wurde von György Ligeti, rumänisch-ungarisch-jüdischer Herkunft, Ende der ‘70er Jahre komponiert und in den späten ‘90er Jahren noch mal zur endgültigen Fassung überarbeitet.

Das Werk, zwischen Avangarde und Postmoderne, handelt vom durch den Tod, (hier Nekrotzar genannt) angekündigten angeblich bevorstehenden Weltuntergang durch einen gewaltigen Kometen.

Ein unkonventioneller Stoff zwischen Farce und Mysterienspiel, vom Suchen und Kämpfen, Leben und Sterben des Menschen in einer Ironisierung des Todes als „komische Type“. Skurril und voller Bösartigkeit und Vulgarität, aber auch poetisch.

Musikalisch ist es eine Mischung aus Schallkulisse und einer Collage-Klangwelt, in der Ligeti Musikwerke von Monterverdi und Bach, über Beethoven bis hin zu Rossini oder Schubert aufgreift, nebeneinander stellt oder verwandelt und gleichwertig mit Autohupen und Türklingeln verbindet. In Form eines großen Sammelsuriums  musikalischer Zitaten und „gefundener Objekte“, kreiert er einen akustischen Kosmos von dämonisch-komischer Ästhetik.

Die neueinstudierte Produktion der Komischen Oper glänzt hier vor allem in der musikalischen Darbietung. Grandios wie hier sowohl das Orchester, unter der hervorragenden Leitung des schweizer Dirigenten Baldur Brönnimann, wie auch das ganze Sängerensemble diese zwar äußerst interessante aber extrem diffizile Musik gestalteten.

Bewundernswert, wie die bestens besetzten Sänger die schwierigen vokalen Partien gestalteten und sich auch darstellerisch ihrer Interpretation mit vollem Körpereinsatz hingaben. Allen voran die aus Norwegen stammende Sopranistin Eir Inderhaug, die mit beeindruckender Bravour die zahlreichen mörderischen Höhen ihrer beider Rollen, der Venus und des Chefs der Geheimen Politischen Polizei Gepopo, meisterte, der amerikanische Tenor Chris Merritt als Piet vom Faß, der Österreicher Claudio Otelli als Sensemann Nekrotzar, mit seinem ausdrucksreichen Bassbariton und Jens Larsen in der Rolle des Astradamors.

Nicht weniger beeindruckend und ebenfalls nennenswert auch die Leistung aller weiterer Interpreten: Julia Giebel und Annelie Sophie Müller als Liebespaar Amanda und Amando; Michaela Lucas als Mescalina; Tansel Akzeybek und Carsten Sabrowski als Weißer und Schwarzer Minister; Bernhard Hansky, Bogdan Talos und Hans-Jörg Bertram als Ruffiack, Schobiack und Schabernack.

Die absurde Handlung ist von Barry Kosky, in der Ausstattung von Peter Corrigan, in grotesken und obszönen Bildern gezeichnet. Eine Obszönität, die sich in jeder Form sexueller Aktivität äußert, jedoch in einer Zeit, wo der Zuschauer von solchen Bildern durch sämtliche Medien übersättigt ist, leider eher eine langweilende Wirkung hat und entzieht dadurch der Inszenierung an Originalität.

Nichts desto trotz kreiert Kosky durchaus auch starke, skurrile und amüsante Bilder – besonders im zweiten Teil der Aufführung. Man kann jedoch erfreut feststellen, dass der australische Regisseur und heutige Intendant der Komischen Oper Berlin sich inzwischen wesentlich weiterentwickelt hat.

IOCO / G.G. / 21.04.2013

—| IOCO Kritik Komische Oper Berlin |—


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