Berlin, Staatsoper Unter den Linden, KONZERT FÜR BERLIN – Kultur gemeinsam genießen, IOCO Aktuell, 17.06.2021

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Staatsoper unter den Linden

Staatsoper Unter den Linden - Im Traum © Max Lautenschläger

Staatsoper Unter den Linden – Im Traum © Max Lautenschläger

 Staatsoper Unter den Linden – Kultursenator Dr. Klaus Lederer

23. Juni 2021 – KONZERT FÜR BERLIN –  Freier Eintritt

Am 23. Juni laden die Staatsoper Unter den Linden und Kultursenator Dr. Klaus Lederer in Kooperation mit KulturLeben Berlin – Schlüssel zur Kultur e. V. zum KONZERT FÜR BERLIN bei freiem Eintritt ins Opernhaus ein. Es spielt die Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim. Auf dem Programm stehen Max Bruchs Violinkonzert Nr. 1 g-Moll op. 26 mit Yamen Saadi als Solist sowie Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67.

Das Konzert wird den Opfern des israelisch-palästinensischen Krieges gewidmet. Die Kartenvergabe erfolgt über KulturLeben Berlin.

Senator für Kultur und Europa, Dr. Klaus Lederer: »Kultur gemeinsam genießen – langsam eröffnen sich dafür wieder Spielräume. Zu lange haben wir alle, Künstler*innen wie Berliner*innen dieses unmittelbare Erlebnis missen müssen. Insofern bin ich sehr dankbar, dass das Konzert für Berlin in diesem Jahr erneut stattfindet und danke allen Beteiligten aufs herzlichste. Freuen wir uns auf ein tolles Konzert, wundervolle Musik, großartige Künstler*innen und einen für alle großen Abend.«

Staatsoper Unter den Linden / Der Besucherraum © Marcus Ebener

Staatsoper Unter den Linden / Der Besucherraum © Marcus Ebener

Intendant Matthias Schulz: »Das gemeinsam mit Kultursenator Lederer ins Leben gerufene Konzert für Berlin ist seit einigen Jahren eines der besten Zeichen für die Zugänglichkeit unserer Institution. Gerade in diesem Jahr ist es besonders wichtig, dieses Konzert noch zum Saisonabschluss für die Berliner:innen möglich machen zu können.«

Daniel Barenboim: »Ich bin zutiefst betroffen über den jüngsten israelisch-palästinensischen Krieg, so wie ich über alle Kriege seit Beginn des Konfliktes 1948 sehr traurig und betroffen bin. Ich halte sowohl die palästinensische als auch die israelische Staatsbürgerschaft und leide mit beiden Seiten in diesem Konflikt, ein Konflikt zwischen zwei Völkern die beide zutiefst davon überzeugt sind das Recht zu haben, auf dem gleichen kleinen Stück Land zu leben – am besten jeweils ohne den anderen. Für unser Konzert in Berlin freue ich mich auf Yamen Saadi als Solisten, dessen Biografie als Palästinenser aus Nazareth außergewöhnlich und für den Anlass unseres Konzertes besonders stimmig ist: wir widmen es den Opfern des Krieges auf beiden Seiten.«

Yamen Saadi wurde 1997 in Nazareth geboren, wo er seinen ersten Violinunterricht am Barenboim-Said Konservatorium bekam. Später wurde er von Chaim Taub, dem Konzertmeister des Israel Philharmonic Orchestra, unterrichtet. Bis zum Sommer 2019 studierte er bei Mihaela Martin an der Barenboim-Said Academy in Berlin. Mit elf Jahren trat Yamen Saadi dem West-Eastern Divan Orchestra bei, das von Daniel Barenboim gegründet und geleitet wird. Sechs Jahre später war er der Konzertmeister dieses Orchesters. Sein erstes Solo-Konzert spielte er mit elf Jahren mit dem Haifa Symphony Orchestra. Weitere Auftritte als Solist hatte er mit dem Galilee Chamber Orchestra, dem Harvard Orchestra, dem Netanya Kibbutz Orchestra, dem Jerusalem Orchestra und dem Orchestra de Valencia.

Yamen Saadi ist ein sehr aktiver Kammermusiker. Er bereiste die USA, Europa und Asien mit verschiedenen Kammermusikensembles, spielte in Konzertsälen wie der Philharmonie de Paris und dem Pierre Boulez Saal in Berlin und trat bei vielen Festivals auf, u. a. beim Rolandseck Festival, dem Gotland Festival, dem Kfar Blum Festival und dem Jerusalem Festival. Er musizierte zusammen mit Musikern wie Daniel Barenboim, Guy Braunstein, Amichai Grosz, Alisa Weilerstein und Sergei Krylov. Yamen Saadi ist seit 2016 Teil des Pierre Boulez Ensemble und seit 2017 Teil der Non-Profit-Organisation Musethica.

Tickets für dieses Konzert sind kostenfrei. Die Kartenvergabe erfolgt über KulturLeben Berlin, einem gemeinnützigen Verein, der sozial benachteiligten Menschen den Zugang zu kulturellen Angeboten erleichtert. Für die Anmeldung als sogenannter »Kulturgast« benötigt man lediglich einen Nachweis über geringes Einkommen und kann dann – mit etwas Glück – bis zu zwei Freikarten für das KONZERT FÜR BERLIN, aber auch für viele weitere Kulturveranstaltungen bei über 450 Kulturpartnern in Berlin erhalten.

—| IOCO Aktuell Staatsoper Unter den Linden |—


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Bayreuth, Bayreuther Festspiele, 25. Juli 2020 – Konzert in Haus Wahnfried, IOCO Aktuell, 25.07.2020

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Festspielhaus Bayreuth © IOCO

Festspielhaus Bayreuth © IOCO

25. Juli 2020  –  Konzert im Haus Wahnfried

Public Viewing / BR Klassik

Richard Wagner Bayreuth © IOCO

Richard Wagner Bayreuth © IOCO

Trotz der coronabedingt schwierigen Umstände werden die Stadt Bayreuth und die Bayreuther Festspiele am traditionellen Eröffnungstag der Festspiele, Samstag, 25. Juli 2020, um 16.00 Uhr ein Konzert im Haus Wahnfriedveranstalten. Unter Leitung von Christian Thielemann führen die Solisten Camilla Nylund, Sopran, und Klaus Florian Vogt, Tenor, sowie Jobst Schneiderat am Wahnfried-Flügel Richard Wagners Ausschnitte aus Die Meistersinger von Nürnberg, das Siegfried-Idyllund die Wesendonck-Liederauf. Das Konzert wird live vom Bayerischen Rundfunk auf BR Klassik (www.br-klassik.de/programm/radio/ausstrahlung-2207268.html) und zudem vor Ort auf Videowänden als Public Viewing für bis zu 400 Personen nach außen übertragen. Das Café Wahnfried sorgt für Erfrischungen.

IOCO  Besprechungen aller Werke, die für die Bayreuther Festspiele 2020 geplant waren und mehr, sind – unten folgend – in diesem Artikel verlinkt
 IOCO
  Korrespondenten/innen beschreiben – DORT – die Details besuchter Produktionen der Bayreuther Festspiele

Kooperation mit BR-Klassik / 3 Sat

Für alle Wagner-Fans inszenieren die Bayreuther Festspiele gemeinsam mit BR-KLASSIK und 3sat ab dem 25. Juli – dem ursprünglichen Eröffnungstag der Bayreuther Festspiele – die Werke Wagners als Gesamtkunstwerk. Mit Corona-verträglichen Live-Veranstaltungen, exklusiven Archivschätzen und Sondersendungen wird das älteste Musikfestival Deutschlands in diesem Kultursommer adäquat gefeiert. Ein Highlight des Programms: drei historisch maßstabsetzende Inszenierungen des Ring des Nibelungenauf unterschiedlichen Ausspielwegen. Es sind die Ring-Inszenierungen von Frank Castorf (Premiere 2013), Harry Kupfer (Premiere 1988) und Patrice Chéreau (Premiere 1976).BR-KLASSIK wartet im Hörfunk vom 25. bis 28. Juli täglich um 18.05 Uhr exklusiv mit der bisher unveröffentlichten Aufnahme der hochgelobten und intensiv diskutierten Ringproduktion von Frank Castorf und Kirill Petrenko am Pult (Aufnahme von 2015) auf, die auch Teil des diesjährigen ARD Radiofestivals (ab 18. Juli) sein wird.ARD-alpha und das Streaming-Angebot „BR-KLASSIK Concert“ präsentieren gemeinsam mit den Bayreuther Festspielen den Jahrhundertring von Patrice Chéreau und Pierre Boulez. Erstmals ist diese Inszenierung am 7. August ab 20.15 Uhr in der großen Ring-Nachtwieder im Free-TV zu erleben.

Tristan und Isolde – die Fanfaren erklingen
youtube Trailer von Claas Rohmeyer
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Die Bayreuther Festspiele in 3sat

3sat feiert die Bayreuther Festspiele mit dem Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Harry Kupfer. Am Pult steht Daniel Barenboim, der die Bayreuther Festspiele 18 Jahre lang maßgeblich geprägt hatte. Mit Rheingold, dem Vorabend der Ring-Tetralogie, und anschließend einer Dokumentation über den Sänger Günther Groissböck steht der Fernsehabend am 25. Juli ab 20.15 Uhr ganz im Zeichen Wotans. Die weiteren Teile dieses Rings von Harry Kupfer werden in der Mediathek von 3sat, auf br-klassik.de und im Webauftritt der Bayreuther Festspiele zu sehen sein.Trotz Corona-bedingten, schwierigen Umständen werden die Stadt Bayreuth und die Bayreuther Festspiele am 25. Juli ganz im Zeichen der Festspieleröffnung ein Konzert veranstalten. Musikdirektor Christian Thielemann und Mitglieder des Festspielorchesters  werden mit den Bayreuther Sängerstars Camilla Nylund und Klaus Florian Vogt Werke von Wagner aufführen. BR-KLASSIKüberträgt das Konzert ab 16 Uhr live im Radio. Einblicke ins Festspielhaus gibt in diesem Sommer die Videoarbeit The Loop of the Nibelungvon Simon Steen-Andersen. Der vielfach ausgezeichnete dänische Komponist und Performance-Künstler geht mit Sängern und Musikern des Festspielorchesters auf audiovisuelle Erkundung des mythischen Bayreuther Festspielhauses und des Werks von Wagner. Die Video-Arbeit ist ab dem 28. Juli im Streaming-Angebot BR-KLASSIK Concert und auf der Website der Festspiele zu erleben.

Richard Wagner Villa am Canale Grande in Venedig © IOCO

Richard Wagner Villa am Canale Grande in Venedig © IOCO

In „Hier gilt’s der Kunst“ widmen sich u. a. Daniel Barenboim, Barrie Kosky, András Schiff, Martina Gedeck und Thea Dorn in einer Gesprächsreihe aus dem Pierre Boulez-Saal in Berlin dem Thema „Wagner, Musik und Politik“. Die Gespräche der Reihe „Diskurs Bayreuth“ werden ab dem 7. August auf BR-KLASSIK Concert veröffentlicht.Archivperlen und Video-Extras

BR-KLASSIKwird außerdem zwei besondere Archivschätze im Radio senden: André Cluytens „Lohengrin“ aus dem Jahr 1958 am 29.7. um 18.05 Uhr sowie Tristan und Isolde unter der Leitung von Herbert von Karajan aus dem Jahr 1952 am 30.7. um 18.05 Uhr. Der Interpretationsvergleich bietet Hörerinnen und Hörern am 31. Juli um 18.05 Uhr einen spannenden und kompakten Einblick in eine Auswahl an Interpretationen zum Fliegenden Holländer. .Auf den Webseiten von BR-KLASSIK und den Bayreuther Festspielen laden spannende Video-Formate wie der „Operncrashkurs Wagner“, die „klassik shorts“, die „Ring-Steckbriefe“ und das „Wagner-ABC“ dazu ein, mehr über die Kraft von Wagners Musik zu erfahren und in die mythischen Welten des „Rings“ einzutauchen.Weitere Informationen zu den Programmhighlights auf bayreuther-festspiele.de, br-klassik.de/bayreuther-festspiele und 3sat.de/kultur/festspielsommer/bayreuther-festspiele-2020

Die Meistersinger von Nürnberg – Barrie Kosky Inszenierung
youtube Trailer von Bayreuth en Vinilo
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Kooperation mit der Deutschen Grammophon

Die vier Werke, die für die Bayreuther Festspiele 2020 geplant waren – alle Werke sind HIER! mit der Besprechung eines IOCO-KollegIn verlinkt – Die Meistersinger von Nürnberg – IOCO / Dr. Schneider Besprechung HIER!, IOCO / Uschi Reifenberg Besprechung HIER!,Tannhäuser oder der Sängerkrieg auf der Wartburg – IOCO / Patrik Klein Besprechung HIER!, Lohengrin – IOCO / Ingrid Freiberg Besprechung HIER! und Der Ring des Nibelungen – IOCO / Hanns Butterhof Besprechung HIER!, werden online in jüngsten oder legendären Produktionen aus dem Archiv der Festspiele übertragen. Jedes Werk wird gemäß des ursprünglichen Spielplans des 2020 Wagner-Sommers gezeigt und ist danach weitere 48 Stunden zugänglich.

Kartenbesitzer von DG Stage können an den eigentlich freien Tagen des Bayreuther Festspielkalenders 2020 außerdem erfolgreiche Inszenierungen von Tristan und IsoldeIOCO / Julian Führer Besprechung HIER! – und Parsifal – IOCO / Karin Hasenstein Besprechung HIER! sehen. Als Ersatz für die Neuproduktion des Rings zeigt DG Stage Frank Castorfs viel diskutierte Inszenierung des Zyklus von 2013 (in einer Aufzeichnung von 2016 unter Leitung von Marek Janowski) sowie Patrice Chéreaus gefeierten Jahrhundert-Ring, die wegweisende Produktion aus dem Jahr 1976 mit Pierre Boulez am Pult (in einer Aufzeichnung von 1980).

Die Bayreuther Festspiele auf DG Stagebeginnen am Sonnabend, dem 25. Juli 2020, mit Barrie Koskys Inszenierung von Die Meistersinger von Nürnberg (IOCO / Marcus Haimerl Besprechung HIER!)
Die Saison wird am Sonntag, dem 26. Juli, fortgesetzt mit Tobias Kratzers provokativer und spannender Inszenierung von Tannhäuser aus dem Jahr 2019.
Am Sonntag, dem 2. August, folgt Lohengrin in Yuval Sharons Inszenierung von 2018, der ersten eines amerikanischen Regisseurs seit Gründung der Festspiele 1876.

Deutsche Grammophon und die Bayreuther Festspiele haben gleich zwei Ring-Zyklen ausgewählt (8., 9., 12. & 13. August und 24., 25., 27. & 29. August): Zum einen Frank Castorfs Inszenierung. Zum anderen – unter dem Dirigat von Pierre Boulez – die legendäre Ring-Produktion von Patrice Chéreau, die 1976 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der ersten Gesamtaufführung des Zyklus und der Bayreuther Festspiele auf die Bühne kam.

Interview Christian Thielemann – Bayreuther Festspiele 2016
youtube Trailer BR-KLASSIK
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Katharina Wagners Inszenierung von Tristan und Isolde(IOCO Besprechungs HIER!) aus dem Jahr 2015 und Uwe Eric LaufenbergsParsifal von den Festspielen 2016,  (IOCO / Karin HasensteinBesprechung HIER!) erscheinen auf DG Stage am Dienstag, dem 4. bzw. Freitag, dem 28. August. Christian Thielemann dirigiert Tristan und Isolde,der vielseitige deutsche Dirigent Hartmut Haenchen gibt mit Parsifal sein spätes Bayreuth-Debüt  (IOCO Besprechungs  HIER!)

Tickets für die Aufführungen von DG Stage Bayreuthkosten 4,90 € und lassen sich in sicheren Transaktionen online per Kreditkarte und durch die üblichen Zahlungsdienste erwerben. Festspielbesucher erhalten Zugang zu einmaligen Veranstaltungen in modernster Audio- und Videoqualität.

BAYREUTHER FESTSPIELE 2020

25. Juli          Die Meistersinger von Nürnberg (Kosky/Jordan)
26. Juli          Tannhäuser (Kratzer/Gergiev)
02. August    Lohengrin (Sharon/Thielemann)
04. August    Tristan und Isolde (K. Wagner/Thielemann)
08. August    Der Ring des Nibelungen: Das Rheingold (Castorf/Janowski)
09. August    Der Ring des Nibelungen: Die Walküre (Castorf/Janowski)
12. August    Der Ring des Nibelungen: Siegfried(Castorf/Janowski)
13. August    Der Ring des Nibelungen: Götterdämmerung (Castorf/Janowski)
15. August    Lohengrin (Sharon/Thielemann)
19. August    Die Meistersinger von Nürnberg(Kosky/Jordan)
20. August    Tannhäuser (Kratzer/Gergiev)
24. August    Der Ring des Nibelungen: Das Rheingold(Chéreau/Boulez)
25. August    Der Ring des Nibelungen: Die Walküre(Chéreau /Boulez)
27. August    Der Ring des Nibelungen: Siegfried(Chéreau /Boulez)
28. August    Parsifal (Laufenberg/Haenchen)
29. August    Der Ring des Nibelungen: Götterdämmerung (Chéreau/Boulez)

https://bayreuth.dg-stage.com
www.dg-premium.com
www.dg-stage.com

 


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Essen, Philharmonie Essen, Camilla Nylund – Liederabend, 22.06.2020

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Philharmonie Essen

Philharmonie Essen © Bernadette Grimmenstein

Philharmonie Essen © Bernadette Grimmenstein

Frauenliebe und Frauenleben

Liederabend mit Sopranistin Camilla Nylund

Montag, 22. Juni 2020 – Philharmonie Essen

Wiener Staatsoper, Royal Opera House London, Bayreuther und Salzburger Festspiele – das sind nur einige der Adressen, an denen Camilla Nylund regelmäßig auftritt. Am Montag, 22. Juni 2020, um 20 Uhr ist die finnische Sopranistin jetzt mit einem Liederabend in der Philharmonie Essen zu erleben. Gemeinsam mit dem renommierten Pianisten Helmut Deutsch interpretiert sie Robert Schumanns ZyklusFrauenliebe und -leben“ sowie Lieder von Jean Sibelius und Richard Strauss.

Philharmonie Essen / Camilla Nylund © www.annas-foto

Philharmonie Essen / Camilla Nylund © www.annas-foto

Camilla Nylund gilt weltweit als eine der führenden lyrisch-dramatischen Soprane, zu ihren Paraderollen gehören Salome, Elisabeth („Tannhäuser“), Elsa („Lohengrin“) und Leonore („Fidelio“). Aber auch auf den großen Konzertpodien ist ihre Stimme gefragt, etwa in Beethovens 9. Sinfonie mit Daniel Barenboim in Chicago oder Sir Simon Rattle in Berlin.

Dem Pianisten Helmut Deutsch widmet die Philharmonie Essen in dieser Spielzeit ein eigenes Künstlerporträt. Als einer der international anerkanntesten Liedbegleiter trat er im Alfried Krupp Saal bereits mit Violeta Urmana und Michael Volle auf. Im Februar 2018 brachte er hier gemeinsam mit Diana Damrau und Jonas Kaufmann Hugo Wolfs „Italienisches Liederbuch“ zur Aufführung, das als Live-Aufnahme inzwischen auf CD veröffentlicht wurde.

Karten (€ 33,00) unter Tel. 0201 / 81 22-200, tickets@theater-essen.de sowie an der Kasse des Aalto-Theaters (Di-Sa 13:00-18:00 Uhr). Die Veranstaltungskasse öffnet 90 Minuten vor Konzertbeginn. Ein Online-Kauf ist derzeit nicht möglich.

—| Pressemeldung Philharmonie Essen |—


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Berlin, Berliner Dom, Missa Solemnis – Ludwig van Beethoven, IOCO Kritik, 21.05,2020

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Berliner Dom © IOCO

Berliner Dom © IOCO

Junge Philharmonie Berlin

Ludwig van Beethoven – furios im Berliner Dom

 Missa Solemnis – Überwältigende Klangfluten – kurz vor Corona-Aus

von Michael Stange

Mit der Missa solemnis erklang am 7. März 2020 einer der letzten konzertanten Geburtstagsgrüße im Berliner Dom zu Beethovens 250 jährigem Geburtstag. Mit Wucht und Intensität starteten alle Beteiligten ins Beethoven-Jahr.

Beethoven hat mit der Missa solemnis wohl auch sein individuelles Glaubensbekenntnis geschaffen. Kirchenmusikalische Tradition in verschiedenen Formen verquickte er mit eigener Gestaltung, Erfindungskraft und Individualität. So trägt das Autograph die Widmung „Von Herzen – Möge es wieder – zu Herzen gehen“.

Die textlichen Veränderungen der tradierten Vorlage für eine Messe und die zahlreichen musikalischen Novitäten prägen die zukunftsweisende Komposition. Durch Wiederholung des Credo (Ich glaube) vor jedem neuen Bekenntnis, verstärkt er die jeweiligen Rufe. Die Textstelle „de Spiritu Sancto“ wird musikalisch von einer zwitschernd einsetzenden Flöte als Tonbild des Heiligen Geistes begleitet. Viele weitere musikalisch illustrative Figuren wie aufstrebenden Läufe zur Himmelfahrt Jesu, Posaunenklange und Violintremoli im Jüngsten Gericht und vieles mehr kombinieren biblische Ereignissen mit bewegenden, gewaltigen orchestralen Einfällen. Im Sanctus zeichnet die Solo-Violine in hoher Tonlage das Symbol des Heiligen Geistes nach, der in Christus zur Erde hinabsteigt. Dieser an ein Violinkonzert erinnernde Einfall, die feurigen Ausbrüche, der Naturalismus und insbesondere die bedrohliche Militärmusik im Finale haben zu viel Begeisterung aber auch Kritik, Unverständnis und Ablehnung der Komposition geführt.

Wilhelm Furtwänglers Wertschätzung des Werkes ging so weit, dass er es nach seinem vierundvierzigsten Geburtstag nicht mehr dirigierte, weil er es zu großartig für eine Aufführung in dieser Welt befand. Zuzugeben ist Furtwängler, dass die Missa solemnis in Form und Wirkung so herausragend ist, dass sie nur in sehr starken Aufführungen ihre ganze Wirkung entfaltet. Dies war am Konzertabend der Fall.

Mozart Gala – Berliner Staatsoper
youtube Trailer Berliner Staatsoper
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Die musikalische Leitung hatte Julien Salemkour. Einem internationalen Fernsehpublikum wurde er bei der auch durch die Übertragung der Berliner Gala zu Mozarts 250. Geburtstag bekannt. Zehn Minuten vor Beginn des Konzerts sprang er für den kurzfristig indisponierten Daniel Barenboim als Dirigent und Pianist ein. Damals leitete er den ungemein strahlenden Festabend mit immenser Musikalität und einer Präsenz, als ob er stets dafür vorgesehen gewesen war. 

Berliner Dom / Missa solemnis im Berliner Dom © Christian Fritsch

Berliner Dom / Missa solemnis im Berliner Dom © Christian Fritsch

Julien Salemkour bewies auch in diesem Konzert erneut, sein musikalisches Gespür. Seine Fähigkeit, durch einen architektonisch strukturierten Aufbau einen spannungsgeladenen Klangteppich auszurollen, war Grundlage dieser in jedem Detail fesselnden Darbietung. Gemeinsam mit allen Beteiligten gelang ihm ein fein gesponnenes und glänzend auf das Finale zusteuerndes Konzert.

Dramatik, Fürbitten, Kontraste und symphonischen Elemente fügte er zu einem fulminanten Gesamterlebnis zusammen. Mit immenser klanglicher Einfühlsamkeit und rhythmischer Präzision lotete er die mit dem Ensemble dynamische Raffinessen und Klangentwicklungen aus. Durch Steigerungen des Ausruckes und Veränderungen der Tempi im Verlauf der Sätze wurden Beethovens Dynamik, die große klanglichen Wendungen und die Kulmination zum Schluss eingelöst. Flexibilität von Tempo und Dynamik und die dadurch erreichte Spannung hielten das Publikum stets im Bann.

Die Solovioline im Benedictus spielte Konzertmeister Sebastian Câsleanu sanft, ruhig aber mit pulsierenden Strömen und virtuosem Können. Zurzeit am Staatstheater Nürnberg engagiert und fügte sich mit seinem innig verhaltenen Vortrag organisch in den Gesamtfluss ein. Durch die Schlichtheit und Zartheit des Violinsolos wurde keine Erinnerung an ein auftrumpfendes Violinkonzert wach und die Brüchen und Schockmomente des Agnus Dei noch besser vorbereitet. Grollend die Anlehnungen an Militärmusik, die an Schrecken des Krieges erinnert, während der Chor um Frieden bat. So geriet Salemkours Konzept ungemein suggestiv.

Eine weitere große Leistung war der Zusammenhalt von Orchester, Chor und Solisten, der im akustisch schwierigen Berliner Dom mit seinem langen Nachhall keine Leichtigkeit ist.

Die Junge Philharmonie Berlin besteht aus jungen, erfahrenen und hochtalentierten Musikern. Das Orchester spielte eine fein abgestufte Missa mit prächtigen Farben und von großer Schönheit. Ihm gelangen innige, berührende aber auch lebendig auftrumpfende Momente. Ihre Virtuosität und Spielfreude waren ein wesentlicher Motor dieser überragenden Aufführung. Hört man das Orchester, glaubt man nicht, dass es ein privater Verein ist, der 2013 vom heute überwiegend in Graz tätigen Dirigenten Marcus Merkel gegründet wurde.

Die Herausforderungen des Werkes – insbesondere für den Chor – liegen in der Polyphonie der Chöre, dynamischen Sprüngen in den Chornoten, den häufigen Tempiwechseln und dem Klangrausch des Orchesters. Hier bewährte sich der Ernst Senff Chor unter Steffen Schubert und zeigte, dass er diesem anspruchsvollen Stück vollends gewachsen war.

Berliner Dom / Missa solemnis im Berliner Dom © Christian Fritsch

Berliner Dom / Missa solemnis im Berliner Dom © Christian Fritsch

Beethovens Idee des Zusammenwirkens von Chor, Orchester und Solisten lässt die Solisten ohne Arien und Soli. Solistische Brillanz müssen sie so in den Ensembles zeigen, was die Klangeinheit stärkt. Unbeschadet dessen sind die Partien ungemein fordernd und verlangen von den Sängerinnen und Sängern große Leistungen und eine immense Ausdruckspalette. Dies meisterte das Solistenquartett bravourös.

Bucharest National Radio Orchestra
youtube Trailer Michael Bergemann
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Barbara Krieger setzte mit ihrem individuellen, samtweich timbrierten und strahlenden Sopran bewegende Akzente. Bei immenser Dynamik gelangen dramatische Ausbrüche neben bestrickend warmen, innigen Tönen. Ihre leuchtende, völlig frei klingende Höhe strömte mit Glut und Schwung in den Saal. Tragfähig, gelöst und frei und erklang die Stimme mit betörende Schönheit in künstlerischer Vollendung unter die Domkuppel. Sicher eine der wandlungsfähigsten Sängerinnen dieser Tage. Fulminant auch, wie sie die Isolde interpretiert.

Anna Lapkowskaja füllte mit warmem, opulentem und strahlendem Mezzosopran die Altpartie aus. Ihr immenser Stimmumfang, der Wohlklang der Stimme und die seelische Emphase, mit der sie in die Partie eintauchte kombinierten betörende Stimmtechnik mit Schönheit und beseelter Meisterschaft.

Stefan Heibach bestach mit perfekt sitzenden Tenor durch baritonalen Klang, eine profunde Mittellage, ein exzellentes Legato und seine geschmeidige Höhe. Seine Stimme machte schon in Schwerin in Rollen wie Gounods Romeo Furore. Erneut ließ er aufhorchen und bewies, wie großartig er sich in den letzten Jahren entwickelt hat. Eine immense Tenorhoffnung.  Tobias Schabel überzeugte mit profundem, wohltönendem und sonorem Bass.

Ein bewegtes Publikum dankte den Künstlern mit lang anhaltendem Applaus

Im Nachklang hofft man in den Corona Zeiten, dass solche durch ihre Wucht und die künstlerische Intensität packenden Konzerte bald wieder möglich sein werden. Das wunderbare Konzert Missa Solemnis in Berliner Dom kann man hier auf dem folgenden Video nachhören:

Missa Solemnis im Berliner Dom
youtube Trailer Michael Bergemann
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

—| IOCO Kritik Junge Philharmonie Berlin |—


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