Wien, Volksoper, Trauer um Guggi Löwinger, IOCO Aktuell, 28.04.2018

April 29, 2018 by  
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Volksoper Wien

Volksoper Wien © IOCO

Volksoper Wien © IOCO

Guggi Löwinger – Die Volksoper Wien trauert

Guggi Löwinger ist in der Nacht auf Samstag, den 21. April 2018 im Alter von 79 Jahren in Wien verstorben. Die Volksoper trauert um eine unvergessliche Künstlerin, die über 60 Jahre lang die Geschichte des Hauses geprägt hat.

Guggi Löwinger © Guggi Löwinger

Guggi Löwinger © Guggi Löwinger

Guggi Löwinger wurde am 5. April 1939 in Wien geboren. Hier absolvierte sie ihre Schulzeit. Bereits im Alter von sechs Jahren erhielt die aus der berühmten Wiener Schauspielerdynastie stammende Künstlerin ihre erste Rolle. Ab dem neunten Lebensjahr begann sie eine Tanzausbildung bei der Ballettmeisterin und Choreographin der Volksoper Dia Luca. Mit 13 Jahren trat sie in die Schauspielschule Kraus ein und begann 1956 ein Gesangstudium bei Kammersängerin Esther Réthy.

Ihr erstes Engagement trat Guggi Löwinger im September 1956 als Piccolo in dem Singspiel Im weißen Rössl im Stadttheater Baden an. Es folgte eine Reihe von Hauptrollen in Operette und Schauspiel (u. a. in Fritz Kreislers Sissy, Dario Niccodemis Scampolo und Eugène Scribes Ein Glas Wasser). 1957 wurde sie als Gigi an das Theater Koblenz verpflichtet, wo sie gleichfalls in Operette und Schauspiel tätig war.

Von dort wurde Guggi Löwinger 1959 von Fritz Eckhardt als Lisa in Gräfin Mariza an die Volksoper engagiert, der die Dramaturgie besorgte. Regie führte Géza von Bolváry. Das Debüt der Künstlerin erfolgte zur Premiere der Operettenproduktion am 15. Mai 1959. Ihre Partner waren Esther Réthy als Mariza, Rudolf Christ als Graf Tassilo und Erich Kuchar als Baron Zsupán. Eine Fülle von Fernsehspielen und Shows führte Guggi Löwinger 1961 zu einem Doppelvertrag mit der Volksoper Wien und dem Staatstheater am Gärtnerplatz in München.

1962 entschied sich die junge Soubrette zugunsten der Volksoper Wien, der sie fortan die Treue hielt. Dort gehörte sie von ihren ersten Auftritten an zu den erklärten Lieblingen des Hauses. Ihre wichtigsten Partien wurden die Mi in Franz Lehárs Das Land des Lächelns, Ciboletta in Johann Strauß’ Eine Nacht in Venedig, Midili in Leo Falls Die Rose von Stambul, Pepi in Johann Strauß’ Wiener Blut, Mabel in Emmerich Kálmáns Die Zirkusprinzessin, Marika in der Uraufführung der Robert Stolz-Operette Frühjahrsparade, Juliette in Franz Lehárs Der Graf von Luxemburg, Franzi und Fifi in Oscar Straus’ Ein Walzertraum, Stasi in Emmerich Kálmáns Die Csárdásfürstin, Mizzi in Robert Stolz’ Zwei Herzen im Dreivierteltakt, Klärchen in Ralph Benatzkys Im weißen Rössl und Mascha in Franz Lehárs Der Zarewitsch.

Volksoper Wien / Guggi Löwingerin in The sound of Music  © barbara pálffy / volksoper

Volksoper Wien / Guggi Löwingerin in The sound of Music  © barbara pálffy / volksoper

Aber auch mit Musicalpartien, wie der Bianca in Cole Porters Kiss me, Kate und Eliza Doolittle in Frederick Loewes My Fair Lady zeigte Guggi Löwinger ihre künstlerische Spannweite. In den letzten Jahren trat die Künstlerin u. a. als Jacqueline in Jerry Herman La cage aux folles, Frau Schmidt in Richard Rodgers The Sound of Music, Jente in Jerry Bocks Anatevka und Mrs. Higgins und Mrs. Pearce in My Fair Lady auf.

Guggi Löwinger wirkte ferner an fast allen großen österreichischen Sommer- und Festspielen mit. Sie trat langjährig regelmäßig im deutschen Fernsehen auf und hat ihre Glanzrollen auch auf Schallplatte festgehalten. Bei den großen Tourneen der Volksoper (Japan, USA und Russland) konnte Guggi Löwinger ein internationales Publikum begeistern und trug dazu bei, den Begriff Volksoper Wien weltweit bekannt zu machen.

Guggi Löwinger hat an der Volksoper in 18 Premieren mitgewirkt. Sie ist in 2267 Vorstellungen und in 35 verschiedenen Partien aufgetreten. PMVOW

Baden, Bühne Baden, OPERNGALA, 14.04.2012

April 3, 2012 by  
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Bühne Baden

IN FREUNDSCHAFT FEST VEREINT!

Operngala mit den schönsten Duetten und Arien für Tenor und Bariton

14. April 2012, 19.30 Uhr, Stadttheater der Bühne Baden

Publikumsliebling Sebastian Reinthaller (Volksoper und Staatsoper Wien) und der international gefeierte Bariton Jochen Schmeckenbecher laden zu einer Entdeckungsreise in die Welt der deutschen Musiksprache ein. Sie präsentieren weltberühmte Melodien von Georges Bizet, Giacomo Puccini, Giuseppe Verdi und anderen. Begleitet werden die beiden Sänger vom Orchester der Bühne Baden unter der Leitung von Franz Josef Breznik.
Sichern Sie sich Karten für dieses einmalige Musikereignis!

Baden bei Wien, Stadttheater Baden, Musicalrausch: Premiere Annie Get Your Gun, IOCO Kritik, 12.02.2011

Oktober 30, 2011 by  
Filed under Kritiken, Musical, Stadttheater Baden

Baden bei Wien / Stadttheater Foto IOCO

Baden bei Wien / Stadttheater Foto IOCO


Kritik

Bühnen Baden (bei Wien)

Annie Get Your Gun –  Musical von Irving Berlin

Von Viktor Jarosch

 Das kleine Stadttheater und ihre Sommerarena im Städtchen Baden bei Wien bieten  musikalisches Unterhaltungstheater, meist Operetten und Musical, auf höchstem Niveau. Das einzigartige Flair beider Spielstätten paart sich mit herausragender Aufführungsqualität und Ausstattungen, einem wunderbaren Ensemble und   hervorragenden SolistInnen. Die Nähe zur Wiener Staatsoper, Volksoper und dem Theater an der Wien  beschert dem Stadttheater Baden  zusätzlich zum eigenen Ensemble großartige sängerische Möglichkeiten, welche intensiv genutzt werden. So hat sich das schmucke Stadttheater Baden mit Musik- und Theatergenuss der leichten Muse auch international fest etabliert:

Irving Berlin´s  Musical  Annie Get Your Gun über die Irrungen und Wirrungen in Buffalo Bill´s  Wild West Show  beherrscht  den Spielplan der Thermenstadt ab 12.2.2011 (Premiere)  bis Ende April.  In der prickelnden Sommerarena werden ab 18.6.2011   Die Dollarprinzessin von Leo Fall, Boccaccio von Franz von Suppé (ab 9.7.2011), Der Verschwender von Ferdinand Raimund (ab 30.7.2011) und (im Stadttheater)  Les Misérables von Claude-Michel Schönberg (ab 6.8.2011) folgen.

Das Land des Lächelns von Franz Léhar

Bühnen Baden / Land des Lächelns © www.christian-husar.com

Bühnen Baden / Land des Lächelns © www.christian-husar.com

Bühnen Baden / Land des Lächelns © www.christian-husar.com

Bühnen Baden / Land des Lächelns © www.christian-husar.com

Die schöne Wassilissa von Pavel Singer, Der Zigeunerprimas von Emmerisch Kálmán, Schwarzwaldmädel von Léon Jessel hatten bereits von Oktober 2010 bis Januar 2011 ihre Premieren im Stadttheater. 

Die Stadt Baden bei Wien hat schon ohne seine Theater speziellen eigenen Flair:  Schwefelquellen lockten bereits die Römer an. Sie verliehen schon zu Zeiten von Kaiser Claudius (41-54 n.Chr.) der dortigen Siedlung ihren Namen: Aquae (Bäder, Baden). Seit dem 18. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zur Sommerresidenz für vermögende Wiener. Kaiser Franz I. verbrachte von 1796 bis 1834  seinen Sommerurlaub immer im 26 Km südlich von Wien gelegenen Baden. Baden ist aus Wien per Straßenbahn (Haltestelle Opernplatz) gut erreichbar.  Schwefelthermalquellen mit natürlichen Temperaturen bis zu 36 Grad Celsius laden  zu Therapien, Wellness und Badespaß. Das Thermalstrandbad Baden mit 25.000m²  besitzt den größten künstlichen Natursandstrand in Österreich.  Flair gewann die Stadt bereits 1812, als sie nach einem Großbrand im Biedermeierstil neu errichtet wurde, seither auch Biedermeierstadt genannt.

Die Geschichte des Stadttheaters Baden geht bereits in das Jahr 1716 zurück. 1775 erbaute die Stadt das erste Theatergebäude aus Ziegeln.  Der mit Schindeln gedeckte Bau wurde später abgerissen und 1812 neu errichtet. Das Hoftheater an der Schwechat spielte ursprünglich nur im Sommer. 1867 kam die Winterspielzeit dazu.  Baden wuchs langsam in eine Ganzjahressaison hinein. Das Stadttheater  in seiner heutigen Form wurde 1909 eingeweiht.  Die auffällige, im Parkgelände integrierte Sommerarena Baden, mehrfach um- und überbaut, besteht seit 1841.  Damaliger Werbespruch für die Arena:  „In der Arena, da is’ schena, weil die Männa rauchen kenna!“

Zur Einstimmung auf die kommende  Annie Get your Gun: Der populäre Song Anything you can do, in welchem  über „long-distance spitting“ (Weitspucken)  gestritten wird.