Cottbus, Staatstheater Cottbus, Don Giovanni – Wolfgang A. Mozart, IOCO Kritik, 14.11.2019

November 14, 2019 by  
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Staatstheater Cottbus

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

  Don Giovanni  –  Wolfgang Amadeus Mozart

– verbunden mit Träumen über das Staatstheater Cottbus und seine Künstler –

von Thomas Kunzmann

Wenn ich über das Haus in „Cottbus“ nachdenke, schreibe, ist mir klar, dass das Staatstheater Cottbus nicht für jeden den Klang, die Wirkung entfalten kann, wie für mich. Ich bin 1969 in der Stadt als Sohn eines Hornisten geboren. Noch lange bevor ich mit der dortigen TheaterGemeinde in die umliegenden Kultur-Metropolen Dresden, Leipzig und Berlin reiste, um Opernvorstellungen zu besuchen, wurde der Grundstein meines bis heute anhaltenden Interesses in dieser 100.000-Einwohner-Stadt begründet. Cottbus ist groß genug, um (Hoch)Kultur in angemessenen Rahmen anzubieten zu können und zu klein, um für jeden auf dem Schirm zu sein.

Ist man aber in dieser Kulturszene unterwegs, lernt man quasi zwangsläufig Leute kennen, die auf, unter und hinter der Bühne arbeiten – das ist das Privileg der Einwohner kleiner Städte: Theater ist immer hautnah erlebbar. Nicht selten treffe ich Freunde, die ob meiner Leidenschaft entschuldigend sagen, sie würden ja nur selten ins Theater gehen – und erzählen im gleichen Atemzug, welche fünf Vorstellungen sie innerhalb der letzten 2 Jahre gesehen haben. Und würde man 10 willkürliche Passanten auswählen und sie fragen, was man in der Stadt gesehen haben muss, ich wette, bei allen käme „das Theater!“ auf einen der ersten drei Plätze, neben dem Pückler-Park.

Don Giovanni – Wolfgang Amadeus Mozart
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Das 1908 eröffnete repräsentative Staatstheater Cottbus, konzipiert von Architekt Bernhard Sehring, auch das Theater des Westens in Berlin stammt von ihm, wurde im späten Jugendstil errichtet. Es konnte noch in den 80er Jahren (also zu DDR-Zeiten) aufwändig saniert werden. In dieser Zeit wurde das Haus der Bauarbeiter bespielt. Die Zauberflöte war dort meine erste Oper. Ein nicht untypischer Einstand. Nach der Wende waren es für mich zumeist Schauspiele. Als 1993 Christoph Schroth die Intendanz übernahm, war das Theater in aller Munde. Inszenierungen wie Die Räuber oder Hamlet dürften bis heute allen, die sie gesehen haben, unvergesslich in die Erinnerung gebrannt sein. Seine „Zonenrandermutigungen“,  in denen gleichzeitig die große Bühne bis hin zur Herrentoilette alles bespielt wurde, was Platz für Zuschauer bot, hatten nicht nur Event-Charakter, sondern boten auch tiefen Inhalt. 1991 holte Christoph Schroth Martin Schüler als Operndirektor. Nach Schroths Ausscheiden in 2003 übernahm Schüler die Intendanz des Hauses.

Der Neue schaffte es, das Musiktheater wieder mehr in den Fokus zu bringen, ohne das Schauspiel zu vernachlässigen. Dennoch war sein Hauptaugenmerk auf das Musiktheater gerichtet. Und so gelang es ihm, dass Cottbus als einziges Vier-Sparten-Theater den Kulturkahlschlag in Brandenburg überstand. Seit Jahren bespielt das Staatstheater Cottbus mit seinen Produktionen Potsdam, Frankfurt/O. und die Stadt Brandenburg. Schüler wäre fast der dienstälteste Intendant des Ostens geworden, wäre da nicht die Affäre um seinen GMD Evan Alexis Christ dazwischen gekommen.

Was war sein Erfolgskonzept? Es ist schwierig, circa 70 Inszenierungen, von denen ich nur etwa die Hälfte gesehen habe, da ich 2003 wegzog, auf einen einzigen Nenner herunterzubrechen. Es wäre vermessen und auch ungerecht. Dennoch ein Versuch: Schüler gelang es für mich, jeder Oper etwas Besonderes hinzuzufügen, was in Erinnerung bleibt. Sie modern zu machen, ohne sie zu verunglimpfen. Verblüffend logische Folgerungen zu ziehen ohne ihnen ein Korsett des „ich-muss-das-Thema-neu-erfinden“ aufzuzwingen. Er hauchte den Charakteren neues Leben ein, ohne ihren Sinn zu verunstalten, Oper erlebbar zu machen, indem er sie aus ihren mumifiziert-antiquierten Stereotypen löste, ohne das Publikum mit zwangsneurotischen Regievorstellungen zu brüskieren.

Staatstheater Cottbus / Don Giovanni © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus / Don Giovanni © Marlies Kross

Eine Schüler-Inszenierung funktionierte deshalb für „Neulinge“ wie „Eingeweihte“ gleichermaßen: für die einen gab es die nachvollziehbare Geschichte mit historisierenden Kostümen und Bühnenbildern, für die anderen eine stringente Interpretation. Das war allerdings nie ein Alleinwerk, sondern seit vielen, vielen Jahren eine Symbiose: „Regie: Martin Schüler, Ausstattung: Gundula Martin, Dramaturgie: Dr. Carola Böhnisch“ – der Cottbuser Dreiklang.  Derlei denkend und vorab reüssierend fuhr ich also nun zu Don Giovanni, der definitiv letzten Vorstellung einer Schüler-Inszenierung in Cottbus. Mein dritter Anlauf. Beim ersten Mal hab ich den Tag falsch notiert und musste nach Hause an dem Abend, als die Vorstellung stattfand, der zweite Versuch scheiterte am Vorstellungsausfall aufgrund von Erkrankungen im Ensemble – „kein gutes Omen“, dachte ich. Schüler beklagte selbst des Öfteren, keine konsequente Regiekonzeption für diese Oper zu haben.

Während er von Mozarts Da-Ponte-Opern Figaro schon 1997 in Cottbus inszenierte (sowie in Halle 1989 und in Rheinsberg 2000) als auch Cosi fan tutte 1992 (Halle 1984, Stendal 1989) ließ er sich in Cottbus bis 2018 Zeit.  Am Ende ersetzte er die fehlende „zündende Idee“ durch eine Vielzahl witziger, aber auch tiefgreifender Einfälle. Christian Henneberg alias Don Giovanni wird bereits im Duell mit dem Komtur schwer verletzt. Das Herz des Opernliebhabers mit Hang zur Ideenentwicklung aus dem Libretto heraus geht sofort auf: allein dieser Ansatz hätte konsequenter weitergedacht werden können. Zum Beispiel, indem die Folgegeschichte als Fiebertraum inszeniert wird. Kurz wird man auf diese Schiene gebracht: Don Giovanni ist gar nicht der übergroße Verführer, er wünscht es sich lediglich zu sein. Der Versuch geht gar mächtig daneben – Daddy (der Komtur) funkt in das Liebesspiel zwischen Giovanni und seiner Tochter, fordert ihn zum Duell, verliert, aber nestelt aus dem Gürtel eine Pistole und während er sein Leben aushaucht,  nietet er den Schwerenöter doch noch um. Natürlich stirbt der nicht sofort an dem Bauchschuss, sondern fiebert sich durch seine Wunschträume der Verführungen – mehr als 2000 Frauen, die ihm europaweit verfallen. Leporello sein Herold, berichtet von seinen amourösen Wagestücken, lässt ihn als unbeugsamen Frauenbeglücker zur sinnesfreudigen Heldenfigur aufsteigen und dennoch im Kampf gegen die Gesellschaft untergehen.

Früher oder später muss der in jeder Hinsicht Übertreibende für seine Taten büßen – nicht als Verlierer der Oper, denn als stilisierte Sex-Ikone. Mit einem Augenzwinkern wären einige Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Das fragwürdige Frauenbild der Mozart-Oper, die an die „me-too“-Bewegung erinnernde Übergriffigkeit des Protagonisten und nicht zuletzt die Unglaubwürdigkeit der schier unendlichen Verführungserfolge wären in dieser Sichtweise relativiert. Schüler bleibt allerdings im Hier und Jetzt des Librettos, derartige „Abweichungen“ waren eher selten sein Stil. Gepasst hätte es mal. Giovanni durchlebt seine letzten Abenteuer also ungeachtet der ihm zugefügten Wunde, oder – trotz dieser. Ihm zur Seite steht der treue, wenn auch geldgierige Leporello Andreas Jäpel.

Dieses kongeniale Duo sprüht vor Spielwitz, jede Bewegung ist perfekt aufeinander abgestimmt, der Slapstick sitzt so selbstverständlich, dass man weiß: viele dieser Abläufe sind bereits hunderte Male so passiert und über die Jahre perfektioniert, ohne banale Routine zu werden. Von der schnellen Linie Koks zwischendurch über einen Schluck Champagner bis hin zum Aufpolieren der „Kronjuwelen“ des größten Verführers aller Zeiten. Nahezu beiläufig dokumentiert Leporello minutiös, fotografiert die Eroberungen und ist gegen die eine oder andere Dublone bereit, seinen Herrn aus jeder misslichen Lage zu befreien, kurz: Don Giovanni könnte nicht Don Giovanni ohne seinen jede Situation rettenden Leporello sein.

 Staatstheater Cottbus / Don Giovanni - hier : vl Christian Henneberg als Don Giovanni und Ulrich Schneider als Komtur; im Hintergrund: Andreas Jäpel als Leporello © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus / Don Giovanni – hier : vl Christian Henneberg als Don Giovanni und Ulrich Schneider als Komtur; im Hintergrund: Andreas Jäpel als Leporello © Marlies Kross

Freilich grätscht ihm Donna Elvira immer im unpassenden Moment in den Lauf. Mal weinerlich beschwörend, mal hysterisch kann sie die Vielschichtigkeit der Figur mit ihrer eigenen Dynamik ausgestalten.Schnell findet sich der nächste rote Faden: Die Pistole des Komturs hebt Don Ottavio (Dirk Kleinke mit einer überraschend guten Gesangsleistung) auf und führt sie als Rachewerkzeug mit sich. Sie taucht wieder auf, als es eng um Giovanni / Leporello wird, tötet „unbeteiligte“ Geiseln. Deren Särge dienen später als Tische des Nachtgelages mit dem Komtur und plakatieren nochmals die moralische Flexibilität oder eher unbekümmerte Pietätlosigkeit Giovannis. Schlussendlich wird Giovanni mit dieser Waffe getötet.

Der Komtur ist hier keine Einzelperson aus dem Jenseits mehr sondern ein Femegericht aller Geprellten. Ausführender ist Ottavio, der sich damit die Lorbeeren verdient, nächster Komtur zu werden. Am Ende jedoch ist die Gesellschaft der Männer um ihr Feindbild gebracht und die Frauen um ihre Träume. Es bleibt eine seltsame Leere.Bis zu diesem Moment gibt es noch – einem Wimmelbild für Erwachsene gleich – dutzendweise spannende, nachdenklich machende und auch einfach nur witzige Szenerien, ganz dem Sujet entsprechend. Nachdem Masetto von Giovanni ordentlich vermöbelt wurde, anschließend jammernd von seiner Zerlina verarztet wird, knickbeinig und bammelohrig die Szenerie verlässt und Zerlina ein absolut geräuschloses „Männer!“ ins Publikum wirft, bricht sich im Publikum einer jener kurzen Auflacher Bahn, die so typisch für Schülers zwanglosen Umgang mit historischen Stoffen sind. Eindrücklich auch die Ballszene, auf der jeder Gast ein Giovannis Garderobe schlüpfen darf und – Kleider machen Leute – einmal in ihrem Leben enthemmt ihren Wünschen und Bedürfnissen freien Lauf lassen. Durch die Eskalation der Gewalt aber finden sie ihr moralisches Regulativ wieder.

Staatstheater Cottbus / Don Giovanni © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus / Don Giovanni © Marlies Kross

Am Pult stand Christian Möbius, der bereits 28 Jahre am Haus als Chorleiter und Zweiter Kapellmeister tätig ist. Sein sängerfreundliches Dirigat ließ keine Wünsche offen. Christian Henneberg ist als Don Giovanni ein wahrer Hingucker. Seine geschmeidigen Bewegungen und sportlichen Einlagen lassen auch ohne explizite Blicke in die Schlafzimmer erahnen, dass dort ein Könner am Werk ist. Gesanglich bietet er eine hochkonzentrierte, klangschöne Stimme, aus der eine selbstsichere Ruhe strahlt. Sein Widerpart, Ulrich Schneider als Komtur, besticht mit fulminantem Bass, eine Stimme wie das Gesetz persönlich. Giovannis Diener Leporello steht seinem Herrn in Nichts an Spielfreude nach, seinen Zwiespalt zwischen ein-ruhiges-Leben-führen oder selbst-einmal-Herr-sein-wollen hat man lange nicht so bildhaft gesehen. Stimmlich ist Jäpel immer ein Erfolgsgarant, so auch diesmal.

Ähnlich Debra Stanley, die einmal mehr nachhaltigen Eindruck hinterließ. Mirjam Miesterfeldts Zerlina sprüht vor jugendlicher Unbekümmertheit und überzeugt sowohl darstellerisch als auch gesanglich. Nach ihrer Giovanni-Erfahrung stellt sie komplett neue Ansprüche an das Liebesleben mit ihrem Masetto (Ingo Witzke), dem das aber sichtlich gefiel. Der wandlungsfähige Bass, der alle anderen Sänger um gut 1½ Köpfe überragt, darf sich hier mal etwas einfältig austoben und man erinnert sich gern an seinen bezaubernden Osmin. Er ist jedoch ebenso glaubhaft in den ernstzunehmenden Rollen wie Fafner, Timur oder Daland. Der Applaus jedenfalls war umwerfend, aus dem Publikum flogen etliche Blumensträuße den SängerInnen zu, und einmal mehr sind viele Gäste aus der Umgebung, besonders aus Berlin angereist, die, ob der eigenen Kulturvielfalt in der Hauptstadt befragt, immer unisono antworten „aber so etwas wie in Cottbus bekommen wir in Berlin ja leider nicht geboten“.

 Eine Ära geht zu Ende. Mit der Saison 20/21 wird Stephan Märki die Geschicke des Hauses vom Interimsintendanten Dr. Serge Mund übernehmen. Märki hatte Mund mal nach Potsdam geholt, diesmal ist die Folge umgekehrt. Leider wird in diesem Zuge das Ensemble etwas gestrafft. Und noch mehr „leider“ ausgerechnet um einige wichtige Leistungsträger. Vier davon haben in dieser Produktion nochmals ihre Bereitschaft und Fähigkeiten unter Beweis gestellt: Mirjam Miesterfeldt, Christian Henneberg, der in über 20 Produktionen von Dr. Falke (Die Fledermaus) bis zu Don Giovanni so ziemlich alles gesungen hat, was sein Fach am Haus hergab, Debra Stanley, die von Liu (Turandot) bis zur Jenny (Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny) Großartiges geleistet hat. Auch Ingo Witzke ist nach 10 Jahren Zugehörigkeit und vielfältigsten großartigen Rollen zukünftig nicht mehr in Cottbus zu hören. Bedauerlicherweise gehört auch Martin Shalita, die große Überraschung als Calaf in Turandot, aktuell endlich auch als Erik im Holländer zu hören, zu den Scheidenden.

Man kann nur erahnen, dass es sich hierbei nicht um künstlerische Entscheidungen handelt, sondern weil es durch die üblichen Nichtverlängerungen schlichtweg einfacher ist, als sich von einigen Mitarbeitern zu trennen, die ihren Leistungszenit deutlich überschritten haben.

Aber noch gibt es einige Möglichkeiten, die Sänger in Cottbus zu erleben: Csárdásfürstin, Holländer, Liebestrank, Frau Luna, Satyagraha (Glass). IOCO, so wie ich als Korrespondent,  wird für seine große lokale wie überregionale Community im Netz gerne auch zukünftig immer wieder aus dem Staatstheater Cottbus berichten.

—| IOCO Kritik Staatstheater Cottbus |—

Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier, Das Rheingold – Richard Wagner, IOCO Kritik, 30.05.2019

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Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Das Rheingold – Richard Wagner

– Raub und Verschwörung –  Im Rheingold-Express und Untertage –

von Viktor Jarosch

Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried, Die Götterdämmerung bilden ein zeit- und grenzenloses Gesamtkunstwerk der Menschheit: Der Ring des Nibelungen, von seinem Schöpfer Richard Wagner als „Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend“ beschrieben. Zwist und Streit, in welche Götter, Riesen, Naturwesen oder Zwerge in dem Vorabend, in Rheingold, nach wenigen Takten verfallen, begleiten Rheingold auch „auf Erden“: So vollzog Ludwig II die Uraufführung des Rheingold 1869 im Königlichen Hof- und Nationaltheater in München. Gegen den Wunsch Richard Wagners, der weit entfernt in der Schweiz wohnte und nicht anwesend war. In bitteren Versen zeichnet Wagner 1869 seinen Frust über diese, allein von Ludwig II betriebene Uraufführung des Rheingold:

Das Rheingold – Richard Wagner

Spielt nur, ihr Nebelzwerge, mit dem Ringe,
wohl dien‘ es euch zu eurer Torheit Sold;
doch habet ach; euch wird der Reif zur Schlinge;
ihr kennt den Fluch; seht, ob er Schächern hold!
……..
doch euer ängstlich Spiel mit Leim und Pappe
bedeckt gar bald des Niblungs Nebelkappe!

Richard Wagners wahre, seine Uraufführung des Rheingold fand in Bayreuth, am 13. August 1876 statt: zur Eröffnung der ersten Bayreuther Festspiele, als Vorabend des Bühnenfestspiel Der Ring des Nibelungen, hier erstmals zyklisch aufgeführt.

So schwebt seither über jeder Rheingold Inszenierung auch der Geist des Regisseurs: inszeniert er Rheingold als Teil des Ring oder das Einzelkunstwerk. Zwar tauchen in Rheingold erstmals die großen Leitmotive auf, welche das Beziehungsgeflecht in Wagners Bühnenfestspiel symbolisieren, doch die Leitmotivik in Rheingold ist noch spielerisch, nicht dicht geflochten. Rheingold kann so auch Satyrspiel empfunden werden, in welchem, in musikalischem Konversationston, Götter, naive Naturwesen, Riesen, Zwerge, Rheintöchter oder, wie im MiR, verschlagene, brutale, liebevolle oder zickige Menschen handeln und  kommunizieren.

Im Musiktheater im Revier wird Rheingold nicht als MiR-Ring, nicht als zyklische Parabel inszeniert. Michael Schulz, Wagner-erfahrener Regisseur und Intendant des MiR beschließt mit seinem Rheingold eine Reihe von Inszenierungen, welche sich mit Irdischem, dem Ruhrgebiet, dem Bergbau, mit dem Thema „Arbeit“ auseinandersetzen. So zuvor bereits in Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny. Mythos oder Götter schweben in seiner Inszenierung von Rheingold kaum spürbar mit, dafür aber Bergbau, Maloche, Grubenlampen, Loren und ein Zug.

Das Rheingold – Richard Wagner
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Projektionen begleiten im MiR das vier-minütige Rheingold- Vorspiel: sonnendurchflutete lichte Gewässer schimmern auf dem Prospekt des Theaters, deuten Mythisches an. Doch aller Mythos wird verdrängt, alles wird sehr irdisch, wenn sich zum ersten Bild der Vorhang hebt und das Innere eines langgezogenen Speisewagen mit Abteilen und Speisetheke (Bühnenbild: Heike Scheele) zeigt. Der Speisewagen im Rheingold-Express dominiert, irdisch wie profan, den langen ersten und zweiten Auftritt der Inszenierung; macht alle, Götter, Zwerge, Rheintöchter und Riesen zu menschlichen Wesen, liebende, grobe, tanzende wie hinterhältige. Das Diktum von Regisseur Schulz wird im ersten Bild brutal deutlich: Das Ruhrgebiet ist sichtbar nah; alles ist menschlich in dieser Inszenierung! Götter sind auch nur Menschen!

So lümmelt sich denn Alberich, in altbackener Kleidung und mit Pudelmütze (Kostüme Renée Listerdal) auf einer Sitzbank des Zuges. Die Rheintöchter tauchen nicht aus dem Rhein auf, sondern in knappem sexy Outfit hinter der Theke hervor: „Weia! Waga! Woge, du Welle, walle zur Wiege! Waglaweia!“ Ein Tabledance, von Woglinde lasziv an einer X-Pole-Stange vollzogen und mehr sollen den aus seinem Zugabteil herüber gekommenen Alberich („He, he! Ihr Nicker! Wie seid ihr niedlich, neidliches Volk“) verführen; alle verschwinden sie dann durch die Zugfenster, erscheinen wieder durch die Waggontüren. Zum Finale des 1. Auftritts, zum Raub des Goldes und den Klagen der Rheintöchter, „Haltet den Räuber! Rettet das Gold“, verfärben sich die projizierten lichten Gewässer im Hintergrund, werden trübe, verschmutzt; deuten den Mythos an, den Untergang von Göttern, Zwergen und Riesen.

Musiktheater im Revier / Das Rheingold - hier : die Rheintöchter im Zug umgarnen Alberich © Forster / MiR

Musiktheater im Revier / Das Rheingold – hier : die Rheintöchter im Zug umgarnen Alberich © Forster / MiR

So erscheint dann auch Wotan, männlich menschlich in elegantem Anzug mit Krawatte, im Rheingold-Express, Walhall besingend („Der Wonne seligen Saal bewache mit Tür und Tor …“).. um dann, ein gelungener Regieeinfall, mit den Riesen Fasolt und Fafner („Sanft schloß schlaf dein Auge..“) zunächst „aus dem Off“ zu kommunizieren. Dann erscheinen die Riesen als irdische muskelbepackte Riesen auf den Bühne, um ihren Lohn für den Bau von Walhall einzufordern. Die sich zickig sträubende Freia wird mit Grubenhelm versehen in einen Grubenaufzug gepresst.

Mit dem 3. Auftritt, Loge führt Wotan in das Halbdunkel des unterweltlichen Nibelheim. Der Rheingold – Mythos, Richard Wagners wunderbare Komposition scheinen nun ein wenig auf. werden vom Bühnenbild gestützt; auch wenn Mime dort mit einem Putzeimer herum läuft und auf seinem Plakat „Gold macht Lust“ irdische Genüsse propagiert. Wotan fährt in einer Lore in das Halbdunkel von Walhall ein, wo (das MiR – Thema „Arbeit“, Ruhrgebiet), stöhnende Erdlinge schuften, frühindustrielle Stahlproduktion andeuten. Kinder weihen Walhall fröhlich ein, irdisch Friedensfahnen winkend: Loges düstere Prophezeiungen kontrastierend. So bleibt Rheingold im MiR beständig irdisch, gutmenschlich wie böse: wenn dann Wotan den an Händen gefesselten Alberich mit einem Dolch ersticht, wenn Fasolt  Fafner mit eine Knüppel erschlägt, wenn Erda – in schickem Kostüm ganz Partylike – Wotan vor „. des Ringes Fluch ..“ warnt. Nicht mehr so irdisch verwebt sich das Bühnenbild in Projektionen, wenn zu Wagners wunderbar romantischer Dichtung „Abendlich strahlt der Sonne Auge; in prächt´ger Glut prangt glänzend die Burg..“ im Bühnenhintergrund Walhall in vielschichtiger Farbenglut andeuten und Wotan und Fricka, nun doch ein wenig göttlich, dort friedlich einziehen.

Musiktheater im Revier / Das Rheingold - hier : Wotan und Fricka, mit Donner, Froh und Freia © Forster / MiR

Musiktheater im Revier / Das Rheingold – hier : Wotan und Fricka, mit Donner, Froh und Freia © Forster / MiR

Trotz Speisewagen, Loren, Ruhrgebiets-Realität und anderem Irdischen auf der Bühne: Richard Wagner verzaubernde Dichtung, seine Komposition brachte das Ensemble mit stimmlicher Vielfalt wie Pracht und gut lesbaren Übertexten zum Leuchten; Bastiaan Evering, von Beginn an ein bleibend souveräner Wotan, ist mit souverän wohltimbrierten Bass-Bariton und eleganter Erscheinung ein sympathischer Mensch.  Wotan im MiR ist kein Göttervater, der widerwillig auf den Ring verzichtet; er möchte seiner Ehefrau Fricka mit der neuen Wohnung in Walhall gefallen. Cornel Frey festigt als Loge in seiner großen Partie das Irdische der Inszenierung: mit darstellerischem Facettenreichtum und wohlverständlichem Charaktertenor ist Frey als Loge steuerndes, gestaltendes Element der Inszenierung. Urban Malmberg ist als Alberich in profane Kleidung mit Pudelmütze ein herzlos kleingeistiger Kapitalist, beständig und laut schimpfend. Während sich Khanyiso Gwenxane mit elegantem Belcanto als Froh und Piotr Prochera als stimmlich gut aufgelegtem Donner (immer mit schwerem Hammer bewehrt) wunderbar ergänzen. Petra Schmidt ist die zickige Freia, Lohn für die körperlich breit ausstaffierten und stimmlich ebenso sicheren Riesen Fasolt (Joachim Gabriel Maaß und Fafner (Michael Heine). Stark, bewundernswert Almuth Herbst mit sicherem Mezzo in ihren Partien als Fricka und Erda: mit wohltimbrierter Gelassenheit, Persönlichkeit eigenen Charakter verleihend.

Giuliano Betta und die Neue Philharmonie Westfalen lassen Richard Wagners klangliche Momente des Rheingold lyrisch leben. Die wagnersche Dichtung, seine packenden Konversationspassagen kommen durch das sensible Dirigat und ein gut eingestelltes Ensemble wohltuend zur Geltung. So könnte man ein wenig glauben, daß im MiR das Irdische der Inszenierung und der Weltgeist der Komposition verschmitzt miteinander kokettieren.

Das Gelsenkirchener Publikum des MiR, in der Mitte des Ruhrgebiets gelegen, feierte diese Sicht des  Rheingold, ihren Rheingold-Express, ihr Ensemble, ihren Regisseur.

Das Rheingold am Musiktheater im Revier; die weiteren Vorstellungen: 30.5.; 2.6.; 9.6.; 20.6.; 30.6.2019

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Koblenz, Theater Koblenz, Albert Herring – Benjamin Britten, IOCO Kritik, 15.05.2019

Mai 15, 2019 by  
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Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

ALBERT HERRING  –  Benjamin Britten

– Die Wahl einer Maikönigin – oder – Eine Komödie voller Charme und Spielfreude am Theater Koblenz –

von Ingo Hamacher

Benjamin Britten Büste in Aldeburgh © IOCO

Benjamin Britten Büste in Aldeburgh © IOCO

Mit nicht enden wollendem Applaus feierte das Koblenzer Publikum eine äußerst gelungene Aufführung von Benjamin Brittens  Albert Herring; an Ovationen für Solisten, Chor, Musik und Produktionsteam wurde ebenfalls nicht gespart.

Victor Puhls leidenschaftliches Dirigat lotet die Feinheiten der Partitur gekonnt aus, und führt das Staatsorchester Rheinische Philharmonie zu einer veritablen Leistung, ohne jedoch dabei die Sänger aus den Augen zu verlieren, die mit einer in sich stimmigen Ensemble-Leistung auf hohem Niveau auf eine erfolgreiche Premiere zurückblicken können.

Witzige Regieeinfälle, eine nahezu perfekte Bühne mit den vollumfänglich passenden Kostümen rundeten den gelungenen Abend ab, der vom Publikum des fast ausverkauften Hauses entsprechend gewürdigt wurde.

Zwischen seinen großen Werken und ernsten Fabeln komponierte Britten 1947 für die erste Saison der von ihm ins Leben gerufenen English Opera Group eine heitere Kammeroper in fünf Bildern, die komische Oper Albert Herring, in der die Novelle des Franzosen Guy de Maupassant („Der Rosenjüngling der Madame Husson“) in die englische Provinz gelegt wird.

Theater Koblenz / Albert Herring - hier : Jungho Lee als Albert Herring © Matthias Baus

Theater Koblenz / Albert Herring – hier : Jungho Lee als Albert Herring © Matthias Baus

Der Librettist Eric Crozier hat das Geschehen in die Kleinstadt Loxford in Ost-Suffolk versetzt, wo sie rund um das Maifest des Jahres 1900 spielt.  Eine heitere Posse – vordergründig etwas zu harmlos und naiv -, die schnell Verbreitung findet.  Dabei ist die Musik Brittens, ein Komponist der klassischen Moderne, unterhaltsam und witzig.  Es wimmelt von Parodien und Musikzitaten vom Barock bis zu Wagners Tristan.

Das heitere Musiktheater schwelgt in der Zeichnung der Charaktere, voran der pompösen Lady Billows, vor allem im neunstimmigen Klagelied des III. Aktes, bei dem die einzelnen Charaktere musikalisch herausgearbeitet werden. Und doch zeigt sich auch ein wenig von Protest bei der Schilderung von Alberts Ausflug in das „Laster“, der Protest gegen eine Gesellschaft, die sich anmaßt, allzu herrisch in das Leben des einzelnen einzugreifen.

Benjamin Britten gelang es als erstem britischen Komponisten nach Henry Purcell (Dido und Aeneas), Weltgeltung zu erlangen.  Kurz vor seinem Tod wurde er für seine Lebensleistung mit dem persönlichen Adel ausgezeichnet und zum Lord Britten of Aldeburgh ernannt wurde. Benjamin Brittens Homosexualität zieht sich mehr oder weniger verdeckt durch sein gesamtes Werk. Sein Ruf als außergewöhnlicher Humanist, sein Einsatz für gesellschaftliche Randfiguren, die nahezu alle seine Opern bevölkern, mag als Reaktion auf seine eigenen Lebensumstände daraus resultieren. Britten konnte das Thema Homosexualität – damals in Großbritannien noch mit Gefängnis bestraft – nur andeuten; wir finden es auch in der Oper Albert Herring:

Warum hat Albert Herring keine Freundin und was hat er eigentlich in jener durchzechten Nacht gemacht?

Albert Herring erweckt gerade aufgrund der nächtlichen Vorfälle Hoffnungsperspektiven auf ein besseres Leben:  Der Skandal hat ihn erst richtig zum Mann gemacht, als der er dann auch auf gesellschafftliche Anerkennung hoffen darf. Nach der Gesetzesreform von 1967, die Homosexualität unter Männern ab dem einundzwanstigsten Lebensjahr nicht mehr unter Strafe stellte, wurde Britten diesbezüglich in seinen Werken eindeutiger in seinen Aussagen.

Theater Koblenz / Albert Herring - hier : Jungho Lee als Albert Herring, Michele Silvestrini als Emmy © Matthias Baus

Theater Koblenz / Albert Herring – hier : Jungho Lee als Albert Herring, Michele Silvestrini als Emmy © Matthias Baus

Eine Filmprojektion auf den geschlossenen Vorhang scheint uns mit dem Schriftzug: „Albert Herring von Benjamin Britten“ in einen alten-verwackelten Stummfilm zu führen.  Vielleicht ein Hinweis darauf, das Regie, Ausstattung und Kostüme gar nicht erst versuchen, das Stück tagesaktualisiert aufzuladen.

Der Vorhang öffnet sich und gibt den Blick frei auf das Leben in dem kleinen Ort Loxford. Links die Fassade des Hauses von Lady Billows, rechts der Gemüseladen der Herrings (Foto) .Durch Drehen und Verschieben dieser beiden einzigen Bühnenelemente gewinnen wir später Einsicht in die Häuser, wie wir auch in der Vielzahl der Szenen immer neue Blickwinkel finden. Im Hintergrund, vor dem blau angeleuchteten Panorama, eine niedrige Bruchsteinmauer, hinter der im Verlauf des Abends zahllose Schäfchen vorbeiziehen. Idylle pur! (Oder eben auch Langeweile pur!) – So schön alles ist. Will man hier leben?

Die junge Generation trägt Kostüme der 50er; die Älteren sind von Kleidungsstil in der Jahrhundertwende stecken geblieben: der Generationenkonflikt zeichnet sich ab. Die spleenige Lady Billows will zur allgemeinen Förderung der Sitten das tugendhafteste Mädchen im Ort zur Maikönigin krönen. Es findet sich jedoch keine junge Frau, die der Auszeichnung würdig wäre. Da kommt das Komitee in seiner Not auf einen männlichen Preisträger, Albert Herring, den Sohn der Gemüsehändlerin.

Er führt ein wirklich untadeliges Leben. Albert nimmt gern die 25 Pfund, die mit dem Preis verbunden sind. Stocksteif-wohlerzogen erscheint er zur Feierlichkeit – um dann durch den ungewohnten Alkohol plötzlich aufzutauen. Die gegen Ende des 3. Bildes in Rotlicht getauchte laszive Orgie, die mitten auf dem Marktplatz von Loxford aus heiterem Himmel ausbricht, hat so wohl kaum stattgefunden. Es kann sich nur eine alkoholbedingte Fantasie Alberts handeln.

 Benjamin Britton, die riesige Gedenkmuschel am Strand von Aldeburgh © IOCO

Benjamin Britton, die riesige Gedenkmuschel am Strand von Aldeburgh © IOCO

Pause

Nach dem Fest macht Albert sich auf, um nächtliche Abenteuer zu suchen. Am nächsten Tag ist er verschwunden. Das ganze Dorf gerät in höchste Aufregung, man vermutet Selbstmord oder weitere Untaten, bricht in furchtbare Klagen aus. Da kehrt Albert heim – ramponiert von seinen Erlebnissen, aber fröhlich. Die Tugendhaftigkeit in Person ist er jedenfalls nicht mehr.

Nach Brittens Vorgabe sollten die Rezitativpassagen „ohne Rücksicht auf Tempo in der natürlichen Diktion der Sprache gesungen“ werden.  Und da die Oper zahllose Wieviel-auch-immer-tette (bis hin zum häufig vorkommenden Nonett) aufweist, sah man sich außerstande, für diese Passagen eine sinnvolle deutschsprachige Übertitelung anzubieten, weswegen man sich entschieden hatte, das Stück direkt auf Deutsch zu singen. Da die englisch gedachte Musiklinie jedoch häufig der deutschen Diktion entgegen lief, war der erhofft Verständnisgewinn nur gering.

In den Solopassagen ging einiges unter und in den Rezitativen war aufgrund des – von Britten so vorgesehenen – Gestotteres und Gestammel sowieso kaum etwas zu verstehen. Deutsche Übertitel hätten hier auch außerhalb der Ensembles gute Dienste geleistet.

Die Verwendung von Rezitativensembles mit rhythmisch freiem Sprachvortrag hat Britten damals seitens der Kritik den Vorwurf eingebracht, die Oper „enthalte zu wenig Musik“, was das Stück Albert Herring jedoch nicht daran gehindert hat, einer der größten Nachkriegserfolge auf dem Gebiet der Oper; zeitweise die am Meisten gespielte moderne Oper auf deutschsprachigen Bühnen zu werden. Das Produktionsteam zeigt eine Komödie voller Charme und Spielfreude, die ohne Albernheiten und Anzüglichkeiten auskommt: eine ansprechend-moderne Inszenierung im Dienste des Werkes.

Theater Koblenz / Albert Herring - hier : mit Michele Silveestrini, Hyunwha Lee, Hana Lee und dem Kinderchor Foto Matthias Baus

Theater Koblenz / Albert Herring – hier : mit Michele Silveestrini, Hyunwha Lee, Hana Lee und dem Kinderchor Foto Matthias Baus

Insgesamt gelang eine schöne Interpretation, die den heiteren Charakter des Stückes erfolgreich auf die Bühne brachte, verbunden mit einer rundum gelungenen spielerisch wie gesanglichen Ensemble-Leistung.

Mit nicht enden wollendem Applaus feierte das Koblenzer Publikum eine äußerst gelungene Aufführung; an Ovationen für Solisten, Chor, Musik und Produktionsteam wurde ebenfalls nicht gespart


Albert Herring, Komische Oper von Benjamin Britten, Text: Eric John Crozier, nach den Novelle Le Rosier de Madame Husson (1888) von Guy de Maupassant, Neue deutsche Textfassung: Carolyn Sittig und Waltraud Gerner, Uraufführung: 20. Juni 1947, Opera House, Glyndebourne (Sussex)


Besetzung:

Lady Billows ist Yamina Maamar, Sopran. Yamina Maamar zählt zu den international gefragtesten Künstlerinnen ihres Fachs.

Mr. Gedge wird vom aus Hamburg stammenden Bariton Martin Berner gesungen.

Mr. Upfold: Mark Bowman-Hester,  Das Koblenzer Publikum kennt den US-amerikanischen Tenor bereits aus Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny

Die weiteren Partien konnten aus dem Ensemble besetzt werden:  Florence Pike: Anna Catherine Wagner, Miss Wordsworth: Hana Lee, Mr. Budd: Jongmin Lim, Sid: Christoph Plessers, Albert Herring ist der choreanische Tenor Junho Lee, Nancy Waters: Danielle Rohr, Mrs. Herring: Suk Westerkamp, Emmy: Michèle Silvestrini, Siss: Hyunhwa Lee, Harry: Lennart Reinelt (Kindersolist),  Kinderchor (Singschule Koblenz), Staatsorchester Rheinische Philharmonie

Musikalische Leitung: Victor Puhl,  Seit der Spielzeit 2008/2009 ist Victor Puhl Generalmusikdirektor des Theaters Trier

Inszenierung: Jan Eßinger,  geboren in Darmstadt, studierte bis 2010 Musiktheaterregie in Hamburg. Seit 2017 ist er als freischaffender Regisseur tätig.

Bühne: Marc Weeger,  studierte Bühnenbild bei Jürgen Rose an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart.

Kostüme: Silke Willrett (* 1974 in Stuttgart) ist eine freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin.

Dramaturgie: Rüdiger Schillig, Operndirektor des Theater Koblenz

Albert Herring am Theater Koblenz; die weiteren Termine Termine  11.05., 13.05., 19.05., 22.05. 25.05., 27.05., 02.06., 04.06., 06.06., 09.06., 21.06.2019

Theater Koblenz / historisches Rangtheater © Matthias Baus

Theater Koblenz / historisches Rangtheater © Matthias Baus

Das Theater Koblenz

Das Theater Koblenz ist ein Mehrspartentheater in Koblenz mit eigenen Ensembles für Schauspiel, Musiktherater, Puppenspiel und Ballett. Es bietet in einem Theatergebäude aus dem 18. Jahrhundert unweit des Kurfürstlichen Schlosses 500 Sitzplätze. Intendant des Theaters  ist bis Ende der Spielzeit 2024/2025 Markus Dietze.

Das Theater Koblenz wurde 1787 im Auftrag des Trierer Kurfürsten und Erzbischofs Clemens Wenzeslaus von Sachsen in siebenmonatiger Bauzeit durch den Architekten Peter Joseph Krahe in dem damals neuen Stadtteil Neustadt errichtet.

Das Theater Koblenz ist der einzige erhaltene klassizistische Theaterbau am Mittelrhein und das früheste erhaltene Beispiel eines Rangtheaters in Deutschland (im Gegensatz zum früheren Logentheater).

Am 23. November 1787 wurde das als Vielzweckgebäude konzipierte Theater mit einer Aufführung von Mozarts Die Entführung aus dem Serail unter der Leitung von Johann Heinrich Böhm als Kurfürstliches Komödien- und Ballhaus eröffnet. Am 16. Dezember 1851 trat im Theater die Koblenzer Opernsängerin Henriette Sonntag auf. Es war der erste und einzige Auftritt in ihrer Heimatstadt. Das Theater wurde 1984 bis 1985 umfassend mit dem Ziel restauriert, dem Originalzustand von 1787 möglichst nahezukommen. Dabei stellte man die alten Abmessungen des Foyers wieder her und rekonstruierte die ursprüngliche Ausmalung im Zuschauerraum, auch die Fassade erhielt ihre originale Farbfassung zurück.

Das Theater Koblenz ist geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz und in der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz eingetragen. Seit 2002 ist das Theater Koblenz Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

—| IOCO Kritik Theater Koblenz |—

Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier, Spielplan – März 2019

Februar 12, 2019 by  
Filed under Musiktheater im Revier, Pressemeldung, Spielpläne

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Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

 


Romeo und Julia, Königskinder, Big Fish, Perlenfischer und mehr

Sa, 02.03.     14.00 Uhr  –  Theaterführung  –  Karten 6- €

19.30 Uhr – 22.00 Uhr
Romeo und Julia  –  Ballett von Bridget Breiner
Musik von Sergej Prokofjew
Karten 12,- bis 42,- €


So, 03.03.     17.30 Uhr
Einführung

18.00 Uhr – 21.00 Uhr
Königskinder  –  Oper von Engelbert Humperdinck
Karten 12,- bis 42,- €
Hör.Oper (Audiodeskription)

Sa, 09.03.     19.30 Uhr
Premiere  Big Fish  –  Musical von Andrew Lippa und John August
Karten 13,- bis 50,- €
Anschließend Premierenfeier im Foyer


So, 10.03.     17.30 Uhr
Einführung

18.00 Uhr – 20.30 Uhr
Die Perlenfischer  –  Oper von Georges Bizet
Karten 12,- bis 42,- €


Mo, 11.03.     19.00 Uhr
Einführung

19.30 Uhr
7. Sinfoniekonzert  –  Aus Böhmen und Mähren
Werke von Bedrrich Smetana, Antonín Dvorak,
Josef Suk, Leoš Janácek
Karten 12,- bis 32,- €

Fr, 15.03.      19.30 Uhr
Big Fish  –  Musical von Andrew Lippa und John August
Karten 13,- bis 50,- €

Sa, 16.03.     19.30 Uhr
Big Fish  –  Musical von Andrew Lippa und John August
Karten 13,- bis 50,- €


So, 17.03.     17.30 Uhr
Einführung

18.00 Uhr
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny  –  Oper von Kurt Weill, Bertholt Brecht
Karten 12- bis 42,- €

Mi, 20.03.      18.00 Uhr
Premierenfieber  –  Ein Sommernachtstraum  –  Ballett von Bridget Breiner
Eintritt frei. Einlasskarten erhalten Sie an der Abendkasse.


Fr, 22.03.      19.00 Uhr
Einführung

19.30 Uhr
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny  –  Oper von Kurt Weill und Bertholt Brecht
Karten 12,- bis 42,- €


Sa, 23.03.     19.30 Uhr
MiR Goes Film: Winnetou meets Alien
Karten 12,- bis 42,- €

So, 24.03.     11.00 Uhr
Musikbrunch  Karten 28,- €

18.00 Uhr
Die Perlenfischer  –  Oper von Georges Bizet
Karten 12,- bis 41,- €
Hör.Oper (Audiodeskription)

So, 31.03.     18.00 Uhr
Premiere  Sommernachtstraum  –  Ballett von Bridget Breiner
Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy u.a.
Karten 13,- bis 48,- €
Anschließend Premierenfeier im Foyer


Kleines Haus / Kleines Haus Foyer

Fr, 01.03.      19.30 Uhr
Premiere  Eugen Onegin  –  Oper von Peter I. Tschaikowski
In einer Kammerfassung von André Kassel
Karten 24,50 €


Sa, 09.03.     19.00 Uhr
Einführung

19.30 Uhr
Eugen Onegin  –  Oper von Peter I. Tschaikowski
In einer Kammerfassung von André Kassel
Karten 24,50 €


Do, 14.03.     19 .00 Uhr
UPDATE .3.1.
Theaterstück von und mit den Jugendlichen
Der Musiktheaterwerkstatt
Karten 3,- €

Sa, 16.03.     10.00 Uhr
Ballett.Hautnah  –  Öffentliches Training im Ballettsaal mit dem Ballett im Revier
Ausverkauft

19.00 Uhr
Einführung

19.30 Uhr
Eugen Onegin  –  Oper von Peter I. Tschaikowski
In einer Kammerfassung von André Kassel
Karten 24,50 €

Do, 21.03.     11.00 Uhr
Schulvorstellung  –  Oper.Kurz.Gefasst
Eugen Onegin  –  Oper von Peter I. Tschaikowski
In einer Kammerfassung von André Kassel
Karten 24,50 €


Fr, 29.03.      19.00 Uhr
Einführung

19.30 Uhr
Eugen Onegin  –  Oper von Peter I. Tschaikowski
In der Kammerfassung von André Kassel
Karten 24,50 €

Sa, 30.03.     19.30 Uhr – 21.30 Uhr
Fifty-Fifty Vol. 2  –  Die Wunschkonzert Show
Mit Joachim G. Maaß, Christa Platzer,
Sebastian Schiller und Anke Sieloff
Karten 24,50 €

So, 31.03.     11.00 Uhr
Hör.Genuss  –  Mit Dongmin Lee (Sopran)
Karten 8,- €

18.00 Uhr-  20.00 Uhr
Fifty-Fifty Vol. 2  –  Die Wunschkonzert Show
Mit Joachim G. Maaß, Christa Platzer,
Sebastian Schiller und Anke Sieloff
Karten 24,50 €


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