Hildesheim, Theater für Niedersachsen, 2019 Neujahrskonzert – Wir können auch anders.., IOCO Kritik, 07.01.2019

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Theater für Niedersachsen

Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann

Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann

Theater für Niedersachsen – 3.1.2019 – Neujahrskonzert

  „Wir können auch anders: Schlager, Schnulzen und Schmonzetten“

Von Randi Dohrin

Musik löst nicht nur Assoziationen aus, Musik hinterlässt Eindrücke, Gefühle und Empfindungen. Sie ist der schattierungsreiche Spiegel eines bunten Lebens, wie am 3. Januar 2019 im Theater für Niedersachsen in Hildesheim zu erleben war.

Unter der engagierten Leitung und charmanten Moderation seines Generalmusikdirektors Florian Ziemen, flossen Kompositionen unterschiedlichster Epochen und Genres aus beinahe 200 Jahren harmonisch zu einem Ganzen zusammen.

„Wir können auch anders: Schlager, Schnulzen und Schmonzetten“, so das Motto des diesjährigen Neujahrskonzerts, in welchem der TfN-Philharmonie und seinen Gesangssolisten Meike Hartmann, Neele Kramer, Levente György und Uwe Tobias Hieronimi der Spagat zwischen der sogenannten ernsten und unterhaltenden Musik auf hohem Niveau gelang.

Mitreißend swingend präsentierte sich die Philharmonie in einem nuancenreichen Programm als Tanzorchester sowie die Solisten als Musical- und Schlagersänger stilsicher, wie bei Klängen der großen Oper oder klassischem Konzertsaal.

 TfN Neujahrskonzert 2019 © Randi Dohrin

TfN Neujahrskonzert 2019 © Randi Dohrin

Die glänzend und voller Esprit aufspielende Philharmonie des TfN Hildesheim, eröffnete den vielfältigen musikalischen Reigen mit schwungvollen Rhythmen und gefühlvollen Klängen aus Robin Hood und seine fröhliche Schaar sowie der „Liebesszene“ aus der Robin Hood Suite von Erich Wolfgang Korngold (1897 – 1957).

Mit ihrem warmen klangvollen, in allen Lagen ausgeglichenem Mezzosopran, gestaltete Neele Kramer das geheimnisvolle Liebeslied „Speak low“ von Kurt Weill (1900 – 1950) auf einen Text von Ogden Nash. Sie entführte musikalisch das Publikum in die Welt des Broadway-Musicals One touch of Venus, für das dieser Song komponiert wurde.

Mit der Balletteinlage La danca delle ore von Amilcare Ponchielli (1834 – 1886) setzte die TfN-Philharmonie die Reise durch die epochalen Klangwelten fort und musizierte mit schwebenden Harfenklängen dieses bekannte Werk grazil durchsichtig und tänzerischer Leichtigkeit.

Die Zeit schien still zu stehen, als die Streicher und Harfe des TfN-Orchesters mit dem melodramatischen Adagietto aus der 5. Sinfonie Gustav Mahlers (1860 – 1911) langsam und doch fließend eine völlig andere, in die Tiefe gehende, Stimmung erzeugten.

Aufmunternd, mit wienerischem Verve, sang Meike Hartmann die bekannten Brettl-Lieder mit Unterstützung des Orchesters. In einer spätromantischen Tonsprache des Schöpfers der Zwölftontechnik, Arnold Schönberg (1874 – 1851), erklangen schwelgerisch die „Arie aus dem Spiegel“ auf einen Text von Emanuel Schikaneder und „Der genügsame Liebhaber“, Text von Hugo Salus.

Mit Gioacchino Rossinis Liebesangelegenheit „Katzenduett“, endete fröhlich humorvoll der erste Teil dieser musikalisch abwechslungsreichen Einstimmung auf das neue Jahr. Die Katzen Meike Hartmann und Neele Kramer sowie die Kater Levente György und Uwe Tobias Hieronimi benötigten Noten um ihren komplizierten Text, der nur „MIAU“ umfasste, nicht zu vergessen. Herrlich!

Nach der Pause eröffnete Carmen gleich dreimal den zweiten Teil des Neujahrskonzerts: Rhythmisch temporeich faszinierte Georges Bizets Prélude aus der Oper Carmen. Gleich danach trat Neele Kramer als Carmen in roter Stola und roten Pumps auf die Bühne und sang mit verführerisch geschmeidigem Mezzosopran „Lass mich einmal deine Carmen sein“ von Friedrich Hollaender (1896 – 1976), während Uwe Tobias Hieronimi Carmen flehentlich um einen Tag Ruhe bat mit Max Raabes (1962) Song „Carmen, hab erbarmen, ich bin müde“.

Die Pantöffelchen  –  2019 auf dem TfN Spielplan
Youtube Trailer des Theater für Niedersachsen
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Anregend leicht, zum Mitschwingen und Mittanzen, folgte die Transkription auf den Welthit „Tea for Two“ für großes klassisches Orchester von Dimitri Schostakowitsch (1906 – 1975). Einer Wette folgend, orchestrierte Schostakowitsch in weniger als 60 Minuten das Lied „Tahiti Trot“ op. 16, das am 25.11.1928 in Moskau uraufgeführt wurde.

In letzter Minute erhielt das TfN Hildesheim, die Noten zu Pablo Beltran Ruiz (1915 -2008) Evergreen „Sway“, das im herrlichen Marimba-Rhythmus von Uwe Tobias Hieronimi und dem TfN-Orchester zu Gehör gebracht wurde.

Die Begeisterung des Publikums war fast nicht mehr zu bremsen nach dieser gelungenen Darbietung, dem das entzückende und letzte Werk „Funiculi, Funicula“, oder Seilbahn rauf, Seilbahn runter, op. 63, von Nicolai Rimsky-Korsakow (1844 – 1908) folgte.

Arrangements für die ganz große Oper als Überleitung eines schmissigen Schlager-Medleys rissen das Publikum von ihren Stühlen. „Dein ist mein ganzes Herz“ verschmolz mit dem Schlager „ Marmor, Stein und Eisen bricht“, der die Zuhörer ebenso zum singenden Publikum werden ließ, wie Rossinis Barbier von Sevilla, der nahtlos den „Nippel durch die Lasche“ zog.

Kurzweilig, facettenreich und amüsant, zum Teil unter Einbeziehung eines singenden, pfeifenden und klatschenden Publikums, wurde das Jahr 2019 mit diesem Neujahrskonzert begrüßt.

Zwei Zugaben „Always Look!“ und „Radetzky Marsch“ nach stehenden, nicht enden wollenden Ovationen eines begeisterten Publikums.

Frohes NEUES JAHR 2019 wünscht das TfN

—| IOCO Kritik Theater für Niedersachsen |—

Baden-Baden, Festspielhaus, Herbstfestspiele Baden-Baden, 2018, 23.11. – 02.12.2018

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Festspielhaus Baden – Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Herbstfestspiele Baden-Baden 2018

Offenbach trifft Beethoven in Baden-Baden

Die Baden-Badener Herbstfestspiele 2018 (23. November bis 2. Dezember) feiern zwei Komponisten, die auf den ersten Blick wenig verbindet: Ludwig van Beethoven und Jacques Offenbach. An beide Genies wird in Kürze erinnert – Offenbachs 200. Geburtstag wird 2019 begangen, und das große Beethoven-Jahr (250. Geburtstag) steht 2020 an. Ihre Visionen veränderten die Musikwelt: Ludwig van Beethoven definierte sowohl die Sonatenform neu und schuf Sinfonien, die zum Kern des menschlichen Kulturerbes zählen, während Jacques Offenbach die Operette und eben auch die Oper zu neuen Höhen führte – mal gesellschaftlich bissig, mal psychologisch tiefgründig. Große Künstlerinnen und Künstler unserer Zeit interpretieren zentrale Werke dieser Komponisten zwischen dem 23. November und dem 1. Dezember 2018 im Festspielhaus Baden-Baden.

Sonderkonzert mit Anna Netrebko – 29.11.2018

Festspielhaus Baden-Baden / Anna Netrebko und Yusif Eyvazov (Sonderkonzert am 29.11.) © Vladimir Shirokov

Festspielhaus Baden-Baden / Anna Netrebko und Yusif Eyvazov (Sonderkonzert am 29.11.) © Vladimir Shirokov

Im Mittelpunkt der Baden-Badener Herbstfestspiele steht eine konzertante Aufführung der Oper Hoffmanns Erzählungen (Les contes d’Hoffmann) unter der Leitung des französischen Dirigenten Marc Minkowski. Am Sonntag, 25. November, um 17 Uhr versammeln sich dazu Stars wie Olga Peretyatko (Sopran), Luca Pisaroni (Bariton) und Charles Castronovo (Tenor) sowie der Philharmonia Chor Wien und Les Musiciens du Louvre in Baden-Baden. Bei dieser Aufführung sollte das Wort „konzertant“ allerdings nicht zu ernst genommen werden. Marc Minkowski und die Sänger planen, die turbulente Handlung auch durchaus bewegt auf die größte deutsche Opernbühne zu bringen, so dass das Publikum nicht nur die wunderbare Musik dieser Oper genießen kann, sondern auch ihre leicht skurrile Handlung leichter nachvollzieht. Offenbachs einzige Oper zählt zu den intelligentesten Kompositionen der Romantik, wenngleich sie durch Offenbachs Faible für die Operette lange Zeit nicht ernst genommen wurde. Marc Minkowski, der sich als Könner und Kenner im Bereich der historischen Aufführungspraxis viele Meriten verdient hat, möchte das allein schon durch die berühmte „Barcarole“ bekannte Werk durchaus neu befragen.

Festspielhaus Baden-Baden / Olga Peretyatko („Hoffmanns Erzählungen) © Ali Khan

Festspielhaus Baden-Baden / Olga Peretyatko („Hoffmanns Erzählungen) © Ali Khan

Schließlich galt Offenbach wie Beethoven als Komponist, der bekannte Grenzen überschritt und das Publikum seiner Zeit dadurch vor so manches Rätsel stellte, es aber auch brillant unterhielt. Minkowski, zurzeit Opernchef in Bordeaux, bringt zur Baden-Badener Aufführung sein famoses Spezialensemble Les Musiciens du Louvre mit. Die Solisten sind in Baden-Baden wohlbekannt. Olga Peretyatko brillierte hier sowohl als Adina in „L’elisir d’amore“ wie als Violetta in „La traviata“. Charles Castronovo war als Faust in Boitos „Mefistofele“ zu hören und sang die Titelpartie in Charles Gounods „Faust“ unter der Leitung von Sir Simon Rattle. Luca Pisaroni ist in Baden-Baden als Leporello unvergessen – gab aber auch schon einige Konzerte mit seinem Schwiegervater Thomas Hampson.

Festspielhaus Baden-Baden / Janine Jansen: Eröffnungskonzert am 23.11. © Harald Hoffmann/Decca

Festspielhaus Baden-Baden / Janine Jansen: Eröffnungskonzert am 23.11. © Harald Hoffmann/Decca

[Von Janine Jansen wurden verschiedene Aufnahmen bei der Decca Classics veröffentlicht.]

Eroica und Missa solemnis
Ludwig van Beethovens dritte Sinfonie, die Eroica wird zum Auftakt der Herbstfestspiele am 23. November 2018, um 20 Uhr vom Swedish Radio Symphony Orchestra unter der Leitung von Daniel Harding aufgeführt. Im gleichen Konzert interpretiert die niederländische Geigerin Janine Jansen das Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“ von Alban Berg. Und nachdem Sir András Schiff am Freitag, 30. November 2018 das erste Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven mit dem Budapest Festival Orchestra unter Iván Fischer gespielt hat, leitet der belgische Beethoven-Experte Jan Caeyers am Samstag, 1. Dezember 2018, um 18 Uhr die Missa solemnis aus Beethovens Feder. Caeyers gilt als intimer Kenner des Beethoven-Ouvres und schrieb das viel beachtete Buch „Beethoven: Der einsame Revolutionär“. Auf seine  Interpretationen ist das Konzertpublikum in Baden-Baden besonders gespannt, gründete Caeyers doch extra für seine Lesart der Musik des in Bonn geborenen Komponisten (1770-1827) ein eigenes Orchester: Le Concert Olympique.

 Anna Netrebkos Sonderkonzert ergänzt prominent besetztes Festival.
Das vor kurzem angesetzte Sonderkonzert mit Anna Netrebko und weiteren Opernstars ergänzt das Programm der Herbstfestspiele am Donnerstag, 29. November 2018 um 20 Uhr. Anna Netrebko (Sopran), Yusif Eyvazov (Tenor), Dolora Zajick (Mezzosopran) und Elchin Azizov (Bariton) werden von der Baden-Badener Philharmonie begleitet. Noch gibt es Tickets.

Kammermusik rundet das Programm ab
Aus Baden-Baden nicht mehr wegzudenken sind junge internationale Künstlerinnen und Künstler, die im „Rising Star“-Programm der Organisation ECHO (European Concert Hall Organisation) erste Schritte auf den ganz großen Podien machen. Am Montag, 26. November um 19 Uhr gastiert der „Rising- Star“ und katalonische Bariton Josep-Ramon Olivé bei einem „Konzert hinter den Kulissen“ im Festspielhaus. Besucher des Konzerts erhalten auch eine Eintrittskarte zur aktuellen Ausstellung „Die Brücke“ im Museum Frieder Burda, in dessen Rahmen der Künstler ursprünglich auftreten sollte. ECHO-Rising Star Kian Soltani (Violoncello) spielt mit Freunden und Verwandten am Mittwoch, 28. November 2018 um 20 Uhr europäische und persische Musik im Rahmen eines „Entdeckerkonzertes“ im Festspielhaus Baden-Baden. Das letzte Konzert der Herbstfestspiele 2018 ist eine Sonntags-Matinee. Am 2. Dezember um 11 Uhr spielen Jean-Guihen Queyras (Violoncello) und Alexandre Tharaud (Klavier) Werke von Bach, Scarlatti und Brahm


PROGRAMM 
Herbstfestspiele
23. November – 2. Dezember 2018
Programmübersicht

Freitag, 23. November 2018, 20 Uhr
Daniel Harding: Eroica –  Janine Jansen & Swedish Symphony Radio Orchestra
Daniel Harding, Dirigent,  Janine Jansen, Violine
Swedish Radio Symphony Orchestra

Programm:
Hector Berlioz
Ouvertüre „Chasse royal et orage“ aus Les Troyens
Alban Berg
Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“
Ludwig van Beethoven
„Eroica“ Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55

Samstag, 24. November 2018, 18 Uhr
Les Musiciens du Louvre
Marc Minkowski, Dirigent
Programm:
Felix Mendelssohn Bartholdy
„Die Hebriden“ Ouvertüre h-Moll op. 26
„Schottische“ Sinfonie a-Moll op. 56
„Italienische“ Sinfonie A-Dur op. 90

Sonntag, 25. November 2018, 17 Uhr 
Offenbach: HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN  –  Konzertante Oper
Marc Minkowski, Musikalische Leitung
Charles Castronovo, Hoffmann
Olga Peretyatko, Olympia, Giulietta, Antonia, Stella
Luca Pisaroni, Lindorf, Coppélius, Dapertutto, Dr. Miracle
Aude Extremo, La Muse, Nicklausse
Mathias Vidal, Andrés, Cochenille, Pitichinaccio, Frantz
Aurelia Legay, Stimme von Antonias Mutter
Marc Mauillon, Hermann, Schlémil
Jean Vincent Blot, Luther, Crespel
Christophe Mortagne, Nathanaél, Spalanzani
Philharmonia Chor Wien (Leitung: Walter Zeh)
Les Musiciens du Louvre

Montag, 26. November 2018, 19 Uhr
Konzert hinter den Kulissen – Lieder und Texte passend zum Expressionismus der „Brücke“- Zeit
Josep-Ramon Olivé, Bariton
Jordi Armengol, Klavier
Programm:
Lieder aus Katalonien von Robert Gehrhard, Eduard Toldra u. a.
Ort NEU: Festspielhaus Baden-Baden

Mittwoch, 28. November 2018, 20 Uhr
Kian Soltani & Shiraz Ensemble – Klassische europäische und persische Musik
Kian Soltani Violoncello, Kamantsche
Shiraz Ensemble:
Khorso Soltani Ney, Duduk
Farshad Soltani Kamantsche, Setar
Sepideh Raissadat Gesang
Fardjam Derakhshani Tar
Mohamad Ghavihelm Tombak, Da

SONDERKONZERT 
Donnerstag, 29. November 2018, 20 Uhr
Arien, Duette und Ensembles aus Opern von Giuseppe Verdi
Mazza . Netrebko . Zajick . Eyvazov . Azizov
Michelangelo Mazza Dirigent
Anna Netrebko Sopran
Dolora Zajick Mezzosopran
Yusif Eyvazov Tenor
Elchin Azizov Bariton
Philharmonie Baden-Baden


Freitag, 30. November 2018, 20 Uhr
Sir András Schiff & Budapest Festival Orchestra
Ivan Fischer dirigiert Dvorak und Beethoven
Ivan Fischer, Dirigent
Sir András Schiff, Klavier
Budapest Festival Orchestra
Antonin Dvorák
Legende op. 59/6
Slawischer Tanz op. 46/5
Opušteny „Der verlassene Liebhaber“ aus Vier Chorlieder op. 29/4
Ludwig van Beethoven
Klavierkonzert Nr. 1 C-Dur op. 15
Antonin Dvorák
Sinfonie Nr. 6 D-Dur op. 60


Samstag, 1. Dezember 2018, 18 Uhr
Beethoven: Missa solemnis
Jan Caeyers, Dirigent
Malin Hartelius, Sopran
Dame Sarah Connolly, Mezzosopran
Steve Davislim, Tenor
Hanno Müller-Brachmann, Bassbariton

Arnold Schönberg Chor (Leitung: Erwin Ortner) Seite 7 von 7
Le Concert Olympique
Ludwig van Beethoven
Missa solemnis D-Dur op. 123

Sonntag, 2. Dezember 2018, 11 Uhr
Jean-Guihen Queyras & Alexandre Tharaud  –  Sonntags-Matinee
Jean-Guihen Queyras, Violoncello
Alexandre Tharaud, Klavier
Johann Sebastian Bach
Suite Nr. 2 d–Moll BWV 1008 für Violoncello solo
Domenico Scarlatti
Auswahl der Klaviersonaten:
Sonate K64, Sonate K132, Sonate K3, Sonate K514, Sonate K481
Johannes Brahms
Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 1 e-Moll op. 38

—| Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden |—

Dresden, Semperoper, Premiere Moses und Aron, 29.09.2018

September 18, 2018 by  
Filed under Oper, Pressemeldung, SemperOper

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Semperoper

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Der neue Intendant der Semperoper Dresden, Peter Theiler, lädt mit »Moses und Aron« in der Neuinszenierung von Calixto Bieito zum Premierenauftakt

Premiere am Samstag, den 29. September um 19 Uhr 

Mit Arnold Schönbergs Oper »Moses und Aron« beginnt am Samstag, den 29. September 2018, der Premierenreigen der Saison 2018/19 in der Semperoper Dresden. Zuletzt 1975 im Großen Haus der Staatstheater Dresden als DDR-Erstaufführung gespielt, ist die Zwölftonoper nun in der Neuinterpretation von Starregisseur Calixto Bieito und mit vorzüglicher Besetzung in Dresden zu erleben.

Schönbergs unvollendetes und selten gespieltes Werk, das in seiner kompositorischen Konsequenz als Denkmal des Musiktheaters gilt, steht wegweisend für die künstlerische Handschrift Peter Theilers und als gesellschaftspolitisches Statement für das Premierenprogramm 2018/19 unter dem Motto »Lebendiges Gedächtnis und vitale Gegenwärtigkeit«. Kaum ein anderes Werk umfasst prägnanter in Ausdruck und Form den metaphorischen Aufbruch auf neuen Pfaden, das Beschreiten des schmalen Grats zwischen Neuerung und Tradition. Das biblische Drama um die beiden ungleichen Brüder im Ringen um das Begreifbarmachen des Unfassbaren formuliert der katalanische Regisseur Calixto Bieito mit dem Mut zur Leere. Er überlässt dem vielschichtigen Epos einen klaren Raum, um in der Balance zwischen Oratorium und Operndrama die faszinierenden Klangbilder aus polyphonen Stimmführungen, divergierender Instrumentation und gewaltigen Sprechchören voll zu entfalten. Die biblischen Motive fügen sich in seiner  Interpretation zur expressiven Parabel eines brandaktuellen Gesellschaftsbildes, in dem Überzeugung und Verführung miteinander konkurrieren.

Zwei Interpreten von Weltrang verkörpern das zwischen gottesfürchtigem Geist und populistischem Diesseitsgedanken zerrissene Brüderpaar. Der britische Bass, Sir John Tomlinson, der seit über fünfzig Jahren mit einem schier unermesslichen Repertoire das internationale Publikum begeistert, wird der Titelpartie des vergeistigten Moses Persönlichkeit und Stimme verleihen. Der Kanadier Ryan Lance gilt als einer der gefragtesten Heldentenöre weltweit und wird in der Partie des Realisten und Widerparts Aron auf der Bühne der Semperoper erneut zu erleben sein. Es spielt die Sächsische Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Alan Gilbert. Der US-amerikanische Dirigent, bis 2017 Chefdirigent der New York Philharmonic, wird ab 2019 die Leitung des NDR Elbphilharmonie Orchesters übernehmen.

Es singen der Sächsische Staatsopernchor Dresden, der Sinfoniechor Dresden – Extrachor der Semperoper Dresden und das Vokalconsort Berlin.

Weitere Vorstellungen: 3., 6., 10. und 15. Oktober

—| Pressemeldung Semperoper Dresden |—

Hamburg, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Rathausmarkt Open Air / Philharmonische Akademie 2018

 Elbphilharmonie Hamburg / Prominente Spielstätte _ Philharmonisches Staatsorchester Hamburg © Ralph Lehmann

Elbphilharmonie Hamburg / Prominente Spielstätte – Philharmonisches Staatsorchester Hamburg © Ralph Lehmann

Staatsorchester Hamburg

Open Air – Im Rathaus und der Laeiszhalle:

Kent Nagano präsentiert die Philharmonische Akademie

Sechs Konzerte am 25.-27. August 2018 und 8. April 2019

Kent Nagano eröffnet die Philharmonische Konzertsaison 2018/19 mit einer Philharmonischen Akademie im Herzen Hamburgs: Am Samstag, 25. August 2018 um 20 Uhr, dirigiert Hamburgs Generalmusikdirektor sein erstes Open-Air-Konzert auf dem Rathausmarkt. „Dieses Konzert soll ein musikalisches Geschenk an die Menschen in unserer Stadt werden“, sagt Kent Nagano, „wir laden alle ein, gemeinsam mit uns den Rathausmarkt in einen Konzertsaal zu verwandeln.“ Der Eintritt zu diesem Konzert ist deshalb frei. Auf dem Programm stehen Werke wie die Ungarischen Tänze von Brahms und RachmaninowsRhapsodie über ein Thema von Paganini“. Als Solist ist der russische Pianist Nikolai Luganski zu erleben. Mit Auszügen aus den Musicals West Side Story und Candide würdigt Nagano seinen Mentor Leonard Bernstein, der an diesem Tag seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte.

Am folgenden Tag geht es im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses weiter: Thematischer Mittelpunkt der vier Akademiekonzerte am 26. und 27. August 2018 ist Wien. Ausgehend von Werken Mozarts spannt sich der musikalische Bogen über Schönberg und die Neue Wiener Schule bis hin zu zeitgenössischer Musik von Friedrich Cerha, und sogar ein Abstecher ins Milieu der legendären urwienerischen „Schrammelmusik“ steht auf dem Programm. Neben Musikern des Philharmonischen Staatsorchesters sind Solisten wie Salome Kammer, Sharon Kam oder Dominique Horwitz sowie das Klangforum Wien zu erleben.
Am 8. April 2019 widmen sich Kent Nagano und eine Philharmonische Kammermusikformation im Kleinen Saal der Laeiszhalle noch einmal Symphonien und Solokonzerten Mozarts.

Karten für die vier Akademiekonzerte im Großen Festsaal des Rathauses sind zu einem Benefizpreis von 10 € erhältlich beim Kartenservice der Hamburgischen Staatsoper, unter 040 35 68 68 oder online unter www.staatsorchester-hamburg.de. Der Erlös aus diesen Konzerten kommt der professionellen Nachwuchsförderung junger Orchestermusiker im Philharmonischen Staatsorchester zugute. Karten für das Konzert in der Laeiszhalle kosten 12-35 €.

Hintergrund Kent Nagano hat die „Philharmonische Akademie“ zu Beginn seiner Amtszeit als Hamburgischer Generalmusikdirektor und Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters im Jahr 2015 begründet. Seitdem bilden diese Konzerte den Auftakt zur jeweils neuen Opern- und Konzertsaison. Nagano und seine Philharmoniker verstehen darunter ein „offenes“ Projekt, ebenso experimentell ausgerichtet wie immer auch bedeutenden Komponisten, wichtigen Themen und musikalisch-inhaltlichen Erkundungen gewidmet.
Rathausmarkt Open Air mit Kent Nagano

Samstag, 25. August 2018, Rathausmarkt, 20 Uhr
Gioachino Rossini: Ouvertüre zu „Guillaume Tell”
Sergei Rachmaninow: Rhapsodie über ein Thema von Paganini
Johannes Brahms: Ungarische Tänze 5 & 6
Leonard Bernstein: Ouvertüre zu „Candide“
Leonard Bernstein: „Balcony Scene” („Tonight”) & „I Feel Pretty” aus „West Side Story”
Maurice Ravel: Boléro
Kent Nagano, Dirigent
Nikolai Luganski, Klavier
Elbenita Kajtazi, Sopran
Oleksiy Palchykov, Tenor Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Eintritt frei


1. Akademiekonzert
Sonntag, 26. August 2018, Rathaus, Großer Festsaal, 11 Uhr
„Triumph des Lebens“
Wolfgang Amadeus Mozart: Serenade Nr. 10 B-Dur KV 361 „Gran Partita“
Texte von Ingeborg Bachmann, Friedrich Nietzsche und anderen
Sevgi Özsever, Ralph van Daal, Oboe
Alexander Bachl, Christian Seibold, Kai Fischer, Matthias Albrecht, Klarinette
Olivia Comparot, Fabian Lachenmaier, Fagott
Pascal Deuber, Saskia van Baal, Isaak Seidenberg, Ralph Ficker, Horn
Stefan Schäfer, Kontrabass
Dieter Rexroth, Lesung
Benefizpreis € 10 (freie Platzwahl)


2. Akademiekonzert
Sonntag, 26. August 2018, Rathaus, Großer Festsaal, 16 Uhr
Schönberg & die Schrammelbrüder
Arnold Schönberg: Serenade op. 24 und „Pierrot Lunaire“ op. 21 (Auszüge)
Friedrich Cerha: Eine Art Chansons (Auszüge)
sowie Werke von Ferdinand Leicht, Anton Strohmayer, Carl Rieder, Johann Schrammel u.a.
Salome Kammer, Martin Winkler, Stimme
Klangforum Wien
Benefizpreis € 10 (freie Platzwahl)


3. Akademiekonzert
Sonntag, 26. August 2018, Rathaus, Großer Festsaal, 20 Uhr
Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquintett Es-Dur KV 614
Alban Berg: 4 Stücke für Klarinette und Klavier op. 5
Wolfgang Amadeus Mozart: Klarinettenquintett A-Dur KV 581
Sharon Kam, Klarinette
Stephan Kiefer, Klavier
Solveigh Rose, Annette Schäfer, Violine
Naomi Seiler, Bettina Rühl, Viola
Thomas Tyllack, Violoncello
Benefizpreis € 10 (freie Platzwahl)


4. Akademiekonzert
Montag, 27. August 2018, Rathaus, Großer Festsaal, 20 Uhr
Igor Strawinsky: L‘histoire du soldat
Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonia Concertante für Bläser Es-Dur KV 297b
Kent Nagano, Dirigent Dominique Horwitz, Sprecher
Konradin Seitzer, Violine
Stefan Schäfer, Kontrabass Thomas Rohde, Oboe
Alexander Bachl, Klarinette
Olivia Comparot, Fagott
Bernd Künkele, Horn
Mario Schlumpberger, Trompete
Felix Eckert, Posaune
Fabian Otten, Schlagzeug
Kammerorchester des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg
Benefizpreis € 10 (freie Platzwahl)
Pressekontakt: Hannes Rathjen, Presse und Marketing Philharmonisches Staatsorchester Hamburg,


5. Akademiekonzert
Montag, 8. April 2019, Laeiszhalle, Kleiner Saal, 19.30 Uhr
Wolfgang Amadeus Mozart:
Symphonie Nr. 28 C-Dur KV 200
Klavierkonzert Nr. 12 A-Dur KV 414 (Fassung für Streichquartett)
Hornkonzert Nr. 4 Es-Dur KV 495
Symphonie Nr. 33 B-Dur KV 319
Kent Nagano, Dirigent
Pascal Deuber, Horn
N.N., Klavier
Kammerorchester des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg
Karten € 35 / 28 / 21 / 12

 

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