Berlin, Staatsoper im Schiller Theater, Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin: Auftakt der Konzertsaison 2015/2016, 03.09.2015

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Staatsoper im Schiller Theater

Staatsoper im Schillertheater © IOCO

Staatsoper im Schillertheater © IOCO

 

Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin:

Auftakt der Konzertsaison 2015/2016 mit der Eröffnung des Musikfest Berlin und Martha Argerich als Solistin beim I. Abonnementkonzert

In einer Woche, am Donnerstag 3. September, eröffnen Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin zum Auftakt der Konzertsaison 2015/2016 das diesjährige Musikfest Berlin in der Philharmonie mit Werken von Arnold Schönberg.

Auf dem Programm stehen mit Verklärte Nacht (1899/1917), den Fünf Orchesterstücken op. 16 (1909) und den Variationen für Orchester op. 31 (1926-1928) drei Schlüsselwerke aus Schönbergs zentralen Schaffensphasen. »Es gelang ihm, all das, was vor ihm geschrieben wurde, zusammenzufassen – und doch zeigt er uns im gleichen Moment den Weg in die Zukunft.«, so Daniel Barenboim über die epochale Leistung dieses Komponisten.

Staatsoper unter den Linden, Intendant Flimm und GMD Barenboim © IOCO

Staatsoper unter den Linden, Intendant Flimm und GMD Barenboim © IOCO

Die ersten beiden Abonnementkonzerte der Staatskapelle Berlin in der neuen Spielzeit folgen am 21. und 22. September in der Philharmonie und im Konzerthaus. Unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim setzt die Staatskapelle Berlin bei diesen Konzerten ihre Auseinandersetzung mit der Orchestermusik von Edward Elgar fort. 2013 stand bei den Abonnementkonzerten Elgars Sinfonie Nr. 2 auf dem Programm, eine CD-Aufnahme hiervon erschien 2014 bei Decca. Im September wird nun Elgars monumentale 1. Sinfonie erklingen – noch bevor im Rahmen der FESTTAGE im März 2016 an zwei Abenden beide Sinfonien zur Aufführung gebracht werden.

Nachdem Martha Argerich bereits 2013 die Abonnementkonzerte-Reihe als Solistin mit Beethovens 1. Klavierkonzert eröffnet hat und 2014 bei den FESTTAGEN ein gemeinsames Duo-Recital mit Daniel Barenboim gestaltete, ist die große Pianistin zum Auftakt der Abonnementkonzerte 2015/2016 mit Ludwig van Beethovens 2. Klavierkonzert erneut in Berlin mit der Staatskapelle zu erleben.

ERÖFFNUNGSKONZERT MUSIKFEST BERLIN
Donnerstag, 3. September 2015, 19:00 Uhr, Philharmonie Berlin
Staatskapelle Berlin
Dirigent | Daniel Barenboim

I. ABONNEMENTKONZERT
Montag, 21. September 2015, 20:00 Uhr, Philharmonie Berlin
Dienstag, 22. September 2015, 20:00 Uhr, Konzerthaus Berlin
Staatskapelle Berlin
Dirigent | Daniel Barenboim
Klavier | Martha Argerich

—| Pressemeldung Staatsoper im Schillertheater |—

Essen, Philharmonie Essen, Berliner Philharmoniker – Riccardo Chailly – Martha Argerich, IOCO Kritik, 30.11.2014

Dezember 3, 2014 by  
Filed under Kritiken, Philharmonie Essen

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Philharmonie Essen

Philharmonie Essen / Martha Argerich, Berliner Philharmoniker, Riccardo Chailly © Sven Lorenz

Philharmonie Essen / Martha Argerich, Berliner Philharmoniker, Riccardo Chailly © Sven Lorenz

Berliner Philharmoniker unter Riccardo Chailly
Martha Argerich am  Klavier 

La grande Martha“ ohne “her friends“ zu erleben, ist sehr selten geworden in den letzten Jahren. Zuletzt war sie hier im Juli im Rahmen des Klavier-Festival Ruhr zu erleben, zusammen mit Lylia Zilberstein.  So bleibt es nicht aus, wenn ein Abend mit ihr und einem Orchester annonciert wird, dass er im Nu ausverkauft ist. So geschehen jetzt in der Philharmonie. Der Saal mit seinen 1900 Plätzen und den zusätzlichen Stehplätzen war “sold out“.

Martha Argerich, die vielgeliebte, ist immer noch eine Löwin am Flügel, technisch perfekt, mit zupackender Pranke, souverän und immer “con anima“. Das ist es, was ihren Stellenwert ausmacht. Sie spielte an diesem Spätnachmittag mit virtuoser Grandezza Schumanns  A-Moll-Konzert. Kongenial begleitet von den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Riccardo Chailly.

Philharmonie Essen / Martha Argerich, Berliner Philharmoniker, Riccardo Chailly © Sven Lorenz

Philharmonie Essen / Martha Argerich, Berliner Philharmoniker, Riccardo Chailly © Sven Lorenz

Der geniale Wurf Schumanns bietet außer Emotion, Überschwang und Melancholie, ein breites Spektrum an farbigem Melodienreichtum, setzt aber auch in hohem Maße technische Perfektion für den Solisten voraus. Diese ist bei Martha Argerich schon zu einem Markenzeichen geworden. Mit diesem Fundament und ihrer hohen Musikalität, gelang ihr eine wundervolle Interpretation, die vom Orchester und Riccardo Chailly, in einem vorbildlichen Dialog mit getragen wurde. Das Publikum war beigeistert und feierte die große charismatische Pianistin frenetisch.

Vorausgegangen war eine straff und fast fetzig dargebotene Ouvertüre zu “Ruy Blas“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, die er auf ein Schauspiel von Victor Hugo schrieb. Chailly und die Berliner musizierten hinreißend das effektvolle Stück, sozusagen zum warm werden. Da wurde schon spürbar, dass die Chemie zwischen dem italienischen Maestro und dem Orchester stimmig ist.

Philharmonie Essen / Martha Argerich, Berliner Philharmoniker, Riccardo Chailly © Sven Lorenz

Philharmonie Essen / Martha Argerich, Berliner Philharmoniker, Riccardo Chailly © Sven Lorenz

Das wurde insbesondere nach der Pause hörbar, mit der “Symphonie Nr. 3 in A-moll, op. 44“ von Sergej Rachmaninow. Es ist ein dicker, manchmal sperriger und vielfach spröder Brocken Musik, aber hoch interessant und mit zum Teil beeindruckenden Motiven. Diese 1936 abgeschlossene Sinfonie, wurde im gleichen Jahr in Philadelphia unter Leopold Stokowski uraufgeführt, 20 Jahre nach Rachmaninows 2. Sinfonie.

Es machte Freude, dieses nicht sehr häufig zu hörende Werk mit den fabelhaften, souveränen Berlinern unter Chailly zu erleben. Interessant zu beobachten, wie Chailly mit suggestiver Mimik und schlüssiger Zeichengebung das Orchester zu hoch befriedigenden Leistung anspornt. Die harten Kontraste in dem dreisätzigen Stück wurden präzise heraus gearbeitet, wie auch die abrupten Tempowechsel. Aber nichts brach auseinander, es war wie aus einem Guss. Alles blieb auch durchsichtig, selbst in den spröden Klangballungen waren alle Orchesterstimmen auszumachen.

Das Publikum feierte Chailly und das grandiose Orchester, wie zuvor auch Martha Argerich mit frenetischem Beifall. Das war ein großes Konzerterlebnis an diesem 1. Adventssonntag.

IOCO / UGK / 30.11.2014

—| IOCO Kritik Philharmonie Essen |—

Ruhrfestspielhaus Recklinghausen, Klavierfestival Ruhr 2013, Yuja Wang – Klavier, IOCO Kritik, 19.07.2013

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Klavier-Festival Ruhr 2013

Ruhrfestspielhaus Recklinghausen

Kritik

Schlusskonzert, 19.07.2013

Yuja Wang, Klavier

Klavierfestival Ruhr 2013 / Yuja Wang spielte das Abschlusskonzert des diesjährigen Klavier-Festivals Ruhr © KFR/Frank Mohn

Klavierfestival Ruhr 2013 / Yuja Wang spielte das Abschlusskonzert des diesjährigen Klavier-Festivals Ruhr © KFR/Frank Mohn

Mit einem Konzert der jungen, in Peking geborenen Chinesin Yuja Wang, endete im Ruhrfestspielhaus das diesjährige Klavierfestival Ruhr. Es war eine Jubiläumsspielzeit. 25 Jahre jung ist das Aushängeschild des vom Initiativkreis Ruhr gegründeten Festivals. Es wurde eine Erfolgsgeschichte und ist einmalig in der Musikwelt.

Künstler aus aller Welt, von A (wie Argerich) bis Z (wie Zimmermann) konnten verpflichtet werden und demonstrierten ihr Können an mehr als zwei Dutzend Spielstätten der Ruhrregion.

Viele kommen regelmäßig, wie Yuja Wang, die Solistin des finalen Konzertes, die nun schon zum vierten Mal zu erleben war.

Klavierfestival Ruhr 2013 / Yuja Wang beim Abschlusskonzert des diesjährigen Klavier-Festivals Ruhr im Ruhrfestspielhaus Recklinghausen © KFR/Frank Mohn

Klavierfestival Ruhr 2013 / Yuja Wang beim Abschlusskonzert des diesjährigen Klavier-Festivals Ruhr im Ruhrfestspielhaus Recklinghausen © KFR/Frank Mohn

Die junge Chinesin, geboren 1987, bekam schon als Sechsjährige den ersten Klavierunterricht in ihrer Heimat, studierte dort und am Konservatorium im kanadischen Calgary. Weitere Studien am renommierten Curtis-Institut in Philadelphia bei Gary Graffman schlossen sich an. Inzwischen gehört sie zur Weltelite und spielt auf allen Kontinenten.

Kurzfristig hatte die Pianistin eine Programmänderung für den 2. Teil des Konzerts vorgenommen. Statt des “Nocturnes in Cis-Moll“ von Chopin spielte sie die “Variationen op.14“ des ukrainischen Pianisten und Komponisten Nikolai Kaputin (geb. 1937). Es sind acht wunderbar farbige Stücke, mit ausgeprägten Jazz-Einflüssen. Yuja Wang spielte sie mit spürbarer Affinität und Begeisterung.

Nun folgten das “Nocturne in C-Moll op. 48, No.1“ sowie die “Ballade Nr.3 in As-Dur, op. 47“ von Chopin. Wang konnte hier außer mit Brillanz auch mit feinsten Schattierungen und dynamischen Abstufungen Stimmungen schildern, insbesondere bei dem zauberhaften Nocturne.

Der offizielle Abend endete mit “Trois Mouvements de Pétrouchka“ von Igor Strawinsky. Wang spielte die drei Stücke mit der Präzision eines Uhrwerks und wusste die Wucht, die in den Stücken steckt, souverän wiederzugeben.

Klavierfestival Ruhr 2013 / Yuja Wang beendete ihr Programm mit "Trois Mouvement de Petrouchka" von Igor Strawinsky © KFR/Frank Mohn

Klavierfestival Ruhr 2013 / Yuja Wang beendete ihr Programm mit „Trois Mouvement de Petrouchka“ von Igor Strawinsky © KFR/Frank Mohn

Vorangegangen waren im 1. Teil des Konzertabends zwei Sonaten von Prokofjew und Chopin. Prokofjews “Sonate Nr. 3, in A-Moll“ ist ein Jugendwerk von 1907, das der Komponist 1917 ergänzte. Das Stück ist kraftvoll, mitreißend und gespickt mit technischen Finessen. Yuja Wang war wieder in ihrem Element. Mit unglaublicher Fingerfertigkeit und Präzision spielte sie das dreisätzige Stück.

ChopinsSonate Nr.3 in H-Moll, op. 58” ist ein wunderbar geschlossenes, aber auch ein gewaltiges Werk. Yuja Wang ging sie sehr wuchtig an, wenn auch in moderatem Tempo. Fabelhaft präzise gerieten die jagenden Übergangspassagen zum zweiten Thema. Es gab viele markante Einzelheiten in ihrer Darstellung, auch im erstaunlich liebevoll ausgesungenen Largo. Das Finale geriet kraftvoll und stringent.

Natürlich erklatschte sich das Publikum im gut gefüllten Haus zwei Zugaben. Yuja Wang spielte einen Chopin-Walzer und die rasante “Carmen-Fantasie“ von Wladimir Horowitz.

IOCO / UGK / 19.07.2013

—| IOCO Kritik Ruhrfestspielhaus Recklinghausen |—