Wien, Volksoper Wien, Premiere La Wally von Catalani, 25.03.2017

März 25, 2017 by  
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Volksoper Wien

Volksoper Wien / La Wally - Bernd Valentin (Vincenzo Gellner), Elisabeth Schwarz (Walter), Kari Postma (Wally) © Barbara Pálffy/Volksoper Wien,

Volksoper Wien / La Wally – Bernd Valentin (Vincenzo Gellner), Elisabeth Schwarz (Walter), Kari Postma (Wally) © Barbara Pálffy/Volksoper Wien,

„Der Berg ruft“
Alfredo Catalanis Opernrarität  La Wally

Premiere am Samstag, 25. März 2017,  Weitere Vorstellungen am 29. März,
2., 5., 12., 20., 23. April, 4., 15., 17. Mai 2017

Von La Wally ist bis heute vor allem die Arie der Titelheldin „Ebben? Ne andrò lontana“ in aller Ohren. Sie war eine der Paradepartien von Maria Callas und wurde als Soundtrack zum französischen Kultfilm „Diva“ aus dem Jahr 1981 populär. Die beinahe tragische Geschichte der Walburga Stromminger in Wilhelmine von Hillerns Heimatroman Die Geier-Wally bildete die Vorlage für Alfredo Catalanis Oper. Catalani hatte 1887 in der Mailänder Zeitung La Perseveranza einen Bericht über den Bestseller entdeckt und Gefallen an der Geschichte gefunden: Wally flieht vor der Zwangsverheiratung mit einem ungeliebten Mann in die Isolation des Hochgebirges und fordert ihr Recht auf Selbstbestimmung in einer patriarchalisch geprägten Welt ein.

Volksoper Wien / La Wally - Kari Postma © Johannes Ifkovits/Volksoper Wien

Volksoper Wien / La Wally – Kari Postma © Johannes Ifkovits/Volksoper Wien

Vergessen und Wiederentdeckt
Nach der Uraufführung am 20. Jänner 1892 an der Mailänder Scala setzte sich vor allem Arturo Toscanini für das Stück ein. Toscanini, der als 19-Jähriger in Catalanis Oper Edmea in Turin erfolgreich debütiert hatte und ein großer Bewunderer und enger Freund des Komponisten geworden war, dirigierte spätere Aufführungen von La Wally u.a. in Lucca, Mailand und New York.

Gustav Mahler, Dirigent der deutschen Erstaufführung der Oper am 16. Februar 1893 in Hamburg, hielt Catalanis Werk gar für „die beste italienische Oper“. Dennoch verschwand das Stück von den Opernbühnen, auch weil der noch junge Komponist bald nach der Uraufführung an der Schwindsucht starb. Erst in den letzten Jahren erfährt das Werk eine kleine Renaissance; Neuinszenierungen fanden in Tirol, St. Gallen, Innsbruck und Mannheim statt.

Erstmals kommt am 25. März La Wally auf die Bühne der Volksoper Wien. Die norwegische Sopranistin Kari Postma gibt als Wally ihr Haus- und Rollendebüt, Vincent Schirrmacher und Bernd Valentin verkörpern die beiden Konkurrenten Giuseppe Hagenbach und Vincenzo Gellner. Die musikalische Leitung der Neuproduktion übernimmt Marc Piollet, die Inszenierung liegt in den Händen des Regisseurs Aron Stiehl.

Lawinenunglück:  Im Gegensatz zum Roman gibt es für Wally und ihren geliebten Hagenbach in der Oper kein Happy End. Während im Buch das Paar nach langem Ringen endlich auf dem Gletscher zusammenfindet, macht auf der Opernbühne eine herabstürzende Lawine ihr Glück zunichte. „Die Oper läuft auf Wallys Liebestod geradezu hinaus“, sagt Regisseur Aron Stiehl. „Die große Herausforderung besteht darin, den Schluss glaubhaft dazustellen. Erst wird Hagenbach erschlagen und dann springt Wally ihm hinterher, wie Tosca von der Engelsburg – da ist Phantasie gefragt“. Aron Stiehl geht es darum, für komplizierte Vorgänge einfache, klare Bilder zu finden. Daher hat er sich mit seinem Bühnenbildner Frank Philipp Schlößmann und der Kostümbildnerin Franziska Jacobsen gegen folkloristische Kostüme und den Realismus eines Tiroler Bergdorfs entschieden. „Letztendlich geht es in ‚La Wally‘, wie so oft in der Oper, um Leben, Liebe und Tod – wobei Liebe und Tod, wie in Wagners ‚Tristan und Isolde‘, gleichgesetzt sind. Wally stirbt am Ende einen Erlösungstod.“

Dirigent: Marc Piollet, Regie: Aron Stiehl, Bühnenbild: Frank Philipp Schlößmann, Kostüme: Franziska Jacobsen, Choreinstudierung: Thomas Böttcher, Dramaturgie: Helene Sommer

Besetzung: Stromminger, Gutsherr aus Hochstoff: Kurt Rydl/Andreas Mitschke, Wally, seine Tochter: Kari Postma/Astrid Kessler, Giuseppe Hagenbach, Jäger aus Sölden: Endrik Wottrich/Vincent Schirrmacher, Vincenzo Gellner, Gutsverwalter des Stromminger:, Bernd Valentin/Morten Frank Larsen, Afra, Wirtin aus Sölden: Annely Peebo/Martina Mikelic, Walter, ein Freund Wallys: Elisabeth Schwarz/Beate Ritter
Infanterist: Daniel Ohlenschläger. PMVOW

La Wally von Alfredo Catalani: Premiere am Samstag, 25. März 2017,  Weitere Vorstellungen am 29. März,  2., 5., 12., 20., 23. April, 4., 15., 17. Mai 2017

 

 

Dortmund, Konzerthaus Dortmund, Dvoráks Stabat mater, 29.03.2012

März 27, 2012 by  
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Konzerthaus Dortmund © Daniel Sumesgutner

Konzerthaus Dortmund © Daniel Sumesgutner

Konzerthaus Dortmund

Antonín Dvoráks musikalische Versöhnung mit der Welt

Das mittelalterliche Gedicht „Stabat mater“ fasziniert Komponisten seit Jahrhunderten. Grund dafür ist vor allem der dramatische Inhalt: Maria steht am Kreuz und beweint ihren verstorbenen Sohn.

In Dvoráks Leben nimmt das Stabat mater einen ganz besonderen Platz ein. Er wandte sich seinem, nach eigener Aussage, „großen Werk für Soli, Chor und Orchester“ nach einem persönlichen Schicksalsschlag zu: Seine Tochter Josefa war kurz nach ihrer Geburt verstorben. Wenige Monate bevor Dvorák die Partitur zu seinem Stabat mater im November 1877 abschloss, starben seine Tochter Ruzena und sein Sohn Ottokar. Diese Schicksalsschläge mögen die außergewöhnliche emotionale Intensität des Werkes erklären. Dvorák vereint in seiner geistliche Kantate katholisches Erbe, persönliche Trauer und sein unverkennbar böhmisch-slawisches Kolorit und schafft damit ein monumentales Werk, das gleichzeitig sehr intim ist. Von Stabat-mater-Kompositionen früherer Meister unterscheidet es sich vor allem durch eine dramatische und individuelle Gestaltung des Stoffes.

Der weltweite Erfolg seines Stabat mater brachte Dvorák den gewünschten Neuanfang und schien ihn mit der Welt zu versöhnen. Auf dem Titelblatt der Partitur notierte er über den Werktitel: „Ich bin glücklich unter Euch.“

Der Herausforderung dieses monumentalen Werkes stellen sich im Konzerthaus Dortmund ein exzellentes Sängerensemble zusammen mit dem NDR Chor und dem WDR Rundfunkchor Köln. Es spielt das WDR Sinfonieorchester Köln unter der Leitung des slowakischen Dirigenten Juraj Valcuha.

Do, 29.03.2012,  20.00 Uhr

Antonín Dvorák: Stabat Mater für Soli, Chor und Orchester op. 58
Simone Schneider, Sopran
Annely Peebo, Alt
Maximilian Schmitt ,Tenor
Zdenrk Plech, Bass

NDR Chor
WDR Rundfunkchor Köln
WDR Sinfonieorchester Köln

Juraj Valcuha, Dirigent

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