Berlin, Staatsoper Unter den Linden, Gefeiertes Gastspiel in Buenos Aires, Juli 2018

August 1, 2018 by  
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Staatsoper unter den Linden

Staatsoper Unter den Linden - Im Traum © Max Lautenschläger

Staatsoper Unter den Linden – Im Traum © Max Lautenschläger

Gefeiertes Gastspiel von Staatsoper Unter den Linden, Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim in Buenos Aires, mit über 20.000 Besucherinnen und Besuchern im Teatro Colón und im Centro Cultural Kirchner (CCK)

Mit der heutigen ausverkauften Vorstellung von Richard Wagners TRISTAN UND ISOLDE im traditionsreichen Teatro Colón endet das erfolgreiche Opern- und Konzertgastspiel der Staatsoper Unter den Linden und der Staatskapelle Berlin unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim in Buenos Aires. Insgesamt zogen die ausverkauften Opernvorstellungen (11., 14., 18. und 22. Juli) und Konzerte (13., 15., 17., 19. und 20. Juli) im Teatro Colón und im Centro Cultural Kirchner (CCK) über 20.000 Besucherinnen und Besucher an. Mehr als 10.000 Menschen kamen außerdem am Samstagnachmittag (21. Juli) zum kostenloste Open-Air-Konzert der Staatskapelle Berlin mit Daniel Barenboim auf dem Plaza de Vaticano neben dem Teatro Colón.

Die Vorstellungen von TRISTAN UND ISOLDE in der Inszenierung von Harry Kupfer, die im Jahr 2000 Premiere an der Staatsoper feierte und auch während der Zeit im Schiller Theater zu sehen war, wurden mit stehenden Ovationen vom argentinischen Publikum bedacht und von der Presse gefeiert. Die Titelpartien sangen Peter Seiffert sowie Anja Kampe (11. und 14. Juli) und Iréne Theorin (18. und 22. Juli). Zum weiteren Ensemble gehörten Angela Denoke (Brangäne), Boaz Daniel (Kurwenal), Kwangchul Youn (König Marke), Gustavo López Manzitti (Melot), Adam Kutny (Ein Steuermann) und Florian Hoffmann (Stimme eines jungen Seemanns/Ein Hirt). Darüber hinaus sang der Chor des Teatro Colón.

Im Rahmen dieser Tournee dirigierte Daniel Barenboim erstmals in seiner Heimatstadt Buenos Aires eine Oper. Die argentinische Tageszeitung La Nación schrieb unter der Überschrift »Die Glorie Barenboims im Colón« über diesen historischen Moment: »Ein unvergessliches ästhetisches Erlebnis.« Barenboim verstehe wie niemand, die Geheimnisse der wagnerischen Kunst zu entziffern. Dies sei auch nur mit der Staatskapelle Berlin erreichbar.

Während seines Aufenthalts in Buenos Aires wurde Daniel Barenboim außerdem vom argentinischen Parlament für seinen Einsatz für die demokratischen und republikanischen Werte mit der »Mención de Honor Diputado Nacional Dr. Juan Bautista Alberdi« geehrt – überreicht von Argentiniens Vizepräsidentin Gabriela Michetti und Kulturminister Pablo Avelluto.

Daniel Barenboim: »Diese Gastspielreise nach Buenos Aires war etwas ganz Besonderes für mich! Schon als Kind habe ich Wilhelm Furtwängler im Colón erlebt, und jetzt habe ich mit 75 Jahren selbst mein Debüt als Operndirigent in meiner Heimatstadt, in diesem wunderbaren Theater, zusammen mit der Staatskapelle Berlin und einem tollen Sängerensemble gegeben. Im Teatro Colón TRISTAN UND ISOLDE zu dirigieren war ein bewegender Moment – die Akustik ist einzigartig, der Klang ist wie Samt. Auch die fünf Sinfoniekonzerte im 2015 eröffneten CCK, mit dem Buenos Aires einen exzellenten Konzertsaal gewonnen hat, waren eine große Freude. Ich bin wirklich sehr glücklich über diese Tournee und darüber, dass dieses besondere Gastspiel realisiert werden konnte.«

Neben den Opernvorstellungen standen im Rahmen des Gastspiels auch sechs Sinfoniekonzerte der Staatskapelle Berlin, dirigiert von Daniel Barenboim, im ausverkauften CCK sowie unter freiem Himmel auf dem Plaza de Vaticano neben dem Teatro Colón auf dem Programm. Gespielt wurde zwei Mal der komplette Brahms-Zyklus (Sinfonie Nr. 1 und 2 am 13. und 17. Juli, Sinfonie Nr. 3 und 4 am 15. und 19. Juli) sowie »Images pour orchestre« von Claude Debussy und »Le Sacre de printemps« von Igor Strawinsky (20. Juli). Beim Open-Air-Konzert gaben die Staatskapelle Berlin und ihr Chefdirigent die Ouvertüre zu Rossinis »Il barbiere di Siviglia«, den 3. Satz aus der 3. Sinfonie von Brahms sowie den 4. Satz aus seiner Sinfonie Nr. 4 und als Zugabe die Polonaise aus »Eugen Onegin« von Tschaikowsky.

Die Konzerte sowie die zweite Vorstellung von TRISTAN UND ISOLDE am 14. Juli wurden aufgezeichnet und live im Internet gestreamt. Die Opernvorstellung wurde darüber hinaus im Radio de la Ciudad live übertragen. Die Konzerte am 13., 19. und 20.7. wurden live im Argentinischen Fernsehen gesendet.

»Für das ganze Haus war es ein außergewöhnlicher Kraftakt, gerade nach der Wiedereröffnungssaison im neuen (alten) Opernhaus Unter den Linden ein solch ausgedehntes Opern- und Konzertgastspiel auf die Beine zu stellen – eine solche Tournee hat es in dieser Form seit 10 Jahren nicht mehr gegeben. Die historische Dimension war vor Ort immer spürbar, auch weil wir gemeinsam mit Daniel Barenboim in seiner Geburtsstadt sein Operndebüt feiern konnten. Im Teatro Colón und im CCK konnte die Staatskapelle Berlin all ihr Können ausspielen und hat Klangwunder vollbracht. Das Zusammenwachsen aller auf solch einer Reise Beteiligten, die Erfahrungen auf vielfältigsten Ebenen sind für alle weiteren Vorhaben wichtig – wir freuen uns jetzt umso mehr auf die neue Spielzeit in Berlin«, so Intendant Matthias Schulz.

Mit der diesjährigen Tournee nach Argentinien ist die Staatsoper Unter den Linden erstmals seit zehn Jahren wieder mit einer Musiktheaterproduktion auf Reisen gegangen. Insgesamt waren rund 160 Beteiligte dabei: Neben dem Opernensemble, den Mitgliedern der Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim sind zahlreiche Mitarbeiter der Staatsoper – u. a. aus den Bereichen Intendanz, Regie, Orchesterdirektion, Technische Direktion, Inspizienz, Licht, Requisite, Garderobe, Maske und Komparserie – mitgereist, um den Ablauf der Vorstellungen und der Konzerte zu gewährleisten. Das Bühnenbild für TRISTAN UND ISOLDE wurde für die Reise zusammen mit Bodenplatten, Bodentüchern, Hydraulikaggregat, Werkzeugen, Reparaturmaterialien, Farbe, Requisitencases, Kostümen und Perücken verladen und in drei Containern per Schiff nach Buenos Aires transportiert. Das Hauptelement des Bühnenbildes, der »gefallene Engel« mit einem Gesamtgewicht von ca. 1800 Kilogramm, wurde für den Transport in acht Teile zerlegt.

Auch in der kommenden Spielzeit stehen für die Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim Konzertreisen auf dem Programm: Am 5. und 6. September 2018 sind sie zunächst mit Werken von Claude Debussy, Pierre Boulez und Igor Strawinsky in der Philharmonie de Paris zu erleben. Im November und Dezember 2018 geht es nach Sydney und Peking. Dabei erklingen im Sydney Opera House und im National Center for the Performing Arts in Peking u. a. die vier Sinfonien von Johannes Brahms. Im Mai 2019 sind die Staatskapelle und Daniel Barenboim in der Hamburger Elbphilharmonie und in der Dresdener Semperoper zu Gast.

Eine Aufnahme des Brahms-Zyklus‘, gespielt von der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim, erscheint im Sommer (24. August) als CD bei der Deutschen Grammophon und ist auf digitalen Musikplattformen bereits jetzt zu hören.

Ausblick Auftakt Saison 2018/19 bis zum Ende des Jahres
Den Auftakt der Spielzeit 2018/19, die mit dem Begriff »Furchtlos« überschrieben ist, bildet das Eröffnungskonzert des Musikfests am 1. September, bei dem die Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim mit Werken von Pierre Boulez und Igor Strawinsky zu erleben sind.
Am 16. September gibt es anlässlich des Saisonauftakts auf dem Bebelplatz eine Mitsingaktion mit Künstlern der Staatsoper. Am selben Abend steht in der Staatsoper mit der Wiederaufnahme von Richard Strauss’ DIE FRAU OHNE SCHATTEN in der Regie von Claus Guth die erste Vorstellung der Saison auf dem Programm.
Am 3. Oktober ist die Staatsoper Unter den Linden Gastgeber für den Festakt zur Deutschen Einheit.
Die Eröffnungspremiere der Spielzeit ist am 7. Oktober Luigi Cherubinis MEDEA, geleitet von Daniel Barenboim, in der Regie von Andrea Breth und mit Sonya Yoncheva in der Titelpartie. Die erste Neuproduktion im Alten Orchesterprobensaal (vormals Neue Werkstatt) ist am 12. Oktober die Uraufführung von USHER mit Musik von Claude Debussy und Annelies Van Parys und in einer Inszenierung von Philippe Quesne, die im Rahmen des neuen Formats LINDEN 21 gezeigt wird.
Im November findet die erste Ausgabe der BAROCKTAGE statt, die sich dem Anfang und dem Ende des Barockzeitalters widmen. Neben einer Neuproduktion (Rameaus Tragédie lyrique HIPPOLYTE ET ARICIE) und zwei Wiederaufnahmen von Opern Monteverdis auf der großen Bühne umfasst das Programm eine Uraufführung im Apollosaal, 13 Konzerte, einen Round Table und diverse Führungen.

—| Pressemeldung Staatsoper unter den Linden |—

Wuppertal, Wuppertaler Sinfoniker, Neujahrskonzert – Von Babelsberg bis Beverly Hills, IOCO Kritik, 05.01.2018

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Wuppertaler Bühnen

 

Historische Stadthalle Wuppertal © Lars Langemeier

Historische Stadthalle Wuppertal © Lars Langemeier

 Neujahrskonzert 2018 –  Julia Jones + Wuppertaler Sinfoniker

 Von Babelsberg bis Beverly Hills

Von Viktor Jarosch

Die  Historische Stadthalle, zur Blütezeit Wuppertal-Elberfeld in 1900 erbaut, ist  eine wenig bekannte doch spektakuläre Rarität: Im Stil der Neorenaissance italienischer Prägung, mit großer Orgel, Orchesternische von 190m²  und 1.550 Plätzen vermittelt es seinen Besuchern besonderes: Optisches wie akustisches Wohlempfinden. Als Konzerthaus setzt es kulturelle Maßstäbe in ganz Europa. Am 1. Januar führte es seine Besucher mit frivoler wie schmissiger Musik in das neue Jahr 2018.

Von Babelsberg bis Beverly Hills

Sinfonieorchester Wuppertal / GMD Julia Jones © Dirk Sengetta

Sinfonieorchester Wuppertal / GMD Julia Jones © Dirk Sengetta

Oberbürgermeister Andreas Mucke stellte in der ausverkauften Stadthalle zunächst Nähe her, zwischen der Verwaltung und Bürgern Wuppertals, indem er die Besucher launisch wohlgemut auf 2018 einstimmte. Doch dann übernahmen zwei Frauen, Wuppertals Generalmusikdirektorin Julia Jones und Starsopranistin Angela Denoke, das Zepter. Sie stellten gemeinsam das Programm Von Babelsberg bis Beverly Hills vor und gestalteten mit dem Sinfonieorchester Wuppertal ein starkes Neujahrskonzert 2018. Sie schufen vor den ersten Ton einen optisch wohltuenden Gegensatz zum berühmten morgendlichen Neujahrskonzert im Wiener Musikverein: Dort, zum Wiener Neujahrskonzert hat nie eine Frau dirigiert; auch gab es im 140-Mann-Orchester der Wiener Philharmoniker bis 1997 keine Frau, nicht eine! Die schrägste, etwas unernste Begründung damals:Frauen können die Geige nicht so lang halten wie Männer“. Inzwischen verlieren sich einige wenige Frauen unter den Wiener Philharmonikern.

Dies Bild aus Wien im Hinterkopf fühlten wir uns mit dem Sinfonieorchester Wuppertal in der Historischen Stadthalle umso wohler. Julia Jones und das Sinfonieorchester Wuppertal begannen mit schmissigen Tönen aus George Gershwins Musical Girl Crazy, einem Medley, der die Besucher schmissig auf Musik der 30er Jahre und 2018 einstimmte.

Sinfonieorchester Wuppertal © Dirk Sengotta

Sinfonieorchester Wuppertal © Dirk Sengotta

Angela Denoke, Star dieses Neujahrskonzertes, ist etablierter Superstar der klassischen Musik. Doch sie kennt sich auch mit Schlagern gut aus: Vor 40 Jahren tingelte sie mit der Kapelle ihres Vater durch die Gasthöfe Stades, machte Tanzmusik. Heute kann sich Denoke große Partien, Salome, Sieglinde, Kundry, Elsa und andere aussuchen; singt auf den großen Opernbühnen der Welt: Scala, Wiener Staatsoper, Salzburger Festspiele, Covent Garden in London, Chicago. Unser besonderes Kompliment gilt so Julia Jones, der es gelang Angela Denoke für das spannende Neujahrskonzert nach Wuppertal zu holen.

Sinfonieorchester Wuppertal hier mit Julia Jones und Angela Denoke © IOCO

Sinfonieorchester Wuppertal hier mit Julia Jones und Angela Denoke © IOCO

From Babelsberg to Beverly Hills, das von Angela Denoke und Pianist wie Arrangeur Tal Balshai entwickelte Programm enthält zumeist burleske Schlager- und Revuemusik, aufreizend sanft feminin lasziv, meist von Berliner Komponisten der 1930er Jahre, von Tal Balshai für das Wuppertaler große Orchester arrangiert. Angela Denoke, „Diese Lieder waren mir immer im Ohr…. In London oft als Zugabe… Seither entwickle ich mit Tal (Balshai) immer wieder neue Programme zu diesem Thema“, war „Hauptdarsteller“ des Abends: Wie sie in ihren Opern darstellerisch präsent sein muss, war in den Liedern immer spürbar, das Denoke sie schauspielerisch erfüllen wollte. In elegantem Abendkleid anregend mitnehmend, nutzte sie einzelne Orchestermusiker liebenswert als Darstellungsobjekt („Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“, „Sprechen die Männer von Treue, lächle ich immer vor mich hin“  und „Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre“ von Friedrich Hollaender oder „Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben“ und „Jede Frau hat irgendeine Sehnsucht“ von Oscar Strauss) verleiteten zum Schmunzeln und zum Lachen. So auch die Lieder von Werner Richard Heymann, Heut gefall‘ ich mir.und wenn man mir das ansieht… kann ich nichts dafür…“, „Irgendwo auf der Welt…“, früher von Hildegard Knef nun von Angela Denoke leidenschaftlich gesungen. Mit dem wehmütigen  Lied von Robert Stolz „Frag nicht, warum ich gehe,…“, schloss Angela Denoke offiziell das Neujahrskonzert 2018 in der Historischen Stadthalle Wuppertal.

Wuppertal / Die Historische Stadthalle hier die Wuppertaler Sinfoniker und Angela Denoke © IOCO

Wuppertal / Die Historische Stadthalle hier die Wuppertaler Sinfoniker, Julia Jones und Angela Denoke © IOCO

Die Begeisterung des Publikums für Von Babelsberg bis Beverly Hills, für die Wuppertaler Sinfoniker, für  Angela Denoke, für Julia Roberts führte zu drei wunderbaren Zugaben und blendender Stimmung auf dem Nachhauseweg!

 

Wien, Wiener Staatsoper, PREMIERE LULU – ALBAN BERG, 03.12.2017

November 23, 2017 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Wiener Staatsoper

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

 

PREMIERE  LULU von  ALBAN BERG

TEXT ALBAN BERG NACH FRANK WEDEKIND

Premiere:  Sonntag, 3. Dezember 2017, 17.00 Uhr

Am Sonntag, 3. Dezember 2017 feiert Alban Bergs Lulu in der dreiaktigen, von Friedrich Cerha komplettierten, Fassung Premiere an der Wiener Staatsoper. Die Inszenierung von Willy Decker ist dem Staatsopernpublikum seit ihrer Premiere am 12. Februar 2000 bekannt – diese stand bis 2005 insgesamt 21 Mal auf dem Spielplan des Hauses am Ring, allerdings in der zweiaktigen Version. Lulu, basierend auf Frank Wedekinds Tragödien Erdgeist und Die Büchse der Pandora, konnte von Alban Berg nicht fertiggestellt werden und gelangte erst nach seinem Tod 1937 in Zürich zur Uraufführung. Es etablierte sich die Aufführungstradition, das Stück als zweiaktiges Fragment zu zeigen, bei der den ersten beiden Akten die letzten zwei Teile von Bergs Symphonischen Stücken angehängt wurden. Auch die Wiener Premiere 2000 folgte dieser Tradition. Zum ersten Mal wurde Lulu an der Wiener Staatsoper 1968 aufgeführt; in einer Inszenierung von Otto Schenk, Karl Böhm am Dirigentenpult und KS Anja Silja in der Titelpartie.

Die Orchestrierung des 3. Aktes vervollständigte schließlich Friedrich Cerha, die Weltpremiere der dreiaktigen Fassung fand 1979 in Paris statt. Am 24. Oktober 1983, unter der musikalischen Leitung des damaligen Direktors Lorin Maazel und mit Julia Migenes als Lulu, kam die dreiaktige Version zur Erstaufführung im Haus am Ring. Für die kommende Premiere kehrt Willy Decker zurück an die Wiener Staatsoper, um seine gefeierte Lulu-Inszenierung in der dreiaktigen Fassung zu präsentieren. Für das Haus am Ring schuf der international gefragte deutsche Regisseur noch Inszenierungen von Billy Budd, Die Tote Stadt und Idomeneo (im Theater an der Wien). Weitere Regiearbeiten führten ihn u. a. nach Amsterdam, Berlin, zu den Salzburger Festspielen und an die Dresdner Semperoper.

Seine Gedanken zu Lulu erläuterte Willy Decker im Programmheft für die Premiere 2000: „Lulu provoziert Unsicherheit – alles und jeder um sie herum verliert unter ihrem Einfluss Boden unter den Füßen, strauchelt und stürzt. Lulu, die Person, und Lulu, das Stück, sind auf Verunsicherung angelegt. […] das Stück beschreibt die Grundspannung zwischen Männlich und Weiblich als einen immerwährenden Kampf – der Ort dieses Kampfes und damit der Ort des Stückes ist die Arena.

Musikalisch geleitet wird die Premierenserie von Ingo Metzmacher. An der Wiener Staatsoper debütierte er 2009 mit der Neuproduktion von Lady Macbeth von Mzensk und leitete hier in weiterer Folge noch Vorstellungen von Parsifal; zuletzt wieder Lady Macbeth von Mzensk im Mai 2017. Der deutsche Dirigent ist gegenwärtig Intendant der KunstFestSpiele Herrenhausen in Hannover.

Die Ausstattung der Produktion stammt von Wolfgang Gussmann. Lulu ist neben Billy Budd und Die Tote Stadt die dritte Zusammenarbeit für die Wiener Staatsoper des deutschen Bühnen- und Kostümbildners mit Willy Decker; außerdem kreierte er die Ausstattungen von Moses und Aron sowie Lohengrin.

Die Sängerbesetzung – durchgehend Rollendebüts an der Wiener Staatsoper Bei der Sängerbesetzung gibt es vorwiegend Rollendebüts am Haus: In der Titelpartie stellt sich Agneta Eichenholz dem Staatsopernpublikum vor. Die aus Malmö (Schweden) stammende Sopranistin studierte in Stockholm und feierte bisher u. a. am Londoner Royal Opera House, Covent Garden, am Teatro Real in Madrid, an der Komischen Oper Berlin, der Oper Frankfurt, in Barcelona, Kopenhagen, Genf, Amsterdam und Basel Erfolge. Zu ihrem vielfältigen Repertoire zählen neben Lulu u. a. Alcina, Fiordiligi (Così fan tutte), Konstanze (Die Entführung aus dem Serail), Gilda (Rigoletto), Juliette (Roméo et Juliette), Violetta (La traviata), Daphne. 2015 debütierte sie als Ellen Orford (Peter Grimes) im Theater an der Wien.

Die Gräfin Geschwitz gibt KS Angela Denoke. Seit ihrem Staatsoperndebüt 1997 als Marschallin (Der Rosenkavalier) ist sie dem Haus am Ring eng verbunden und war bisher in 16 Partien an rund 120 Abenden zu erleben, darunter u. a. in Premierenproduktionen von Lady Macbeth von Mzensk (als Katerina Ismailowa), Parsifal (als Kundry), Die tote Stadt (als Marietta) und Jen?fa (in der Titelpartie).
Als Dr. Schön/Jack the Ripper kehrt KS Bo Skovhus zurück an die Wiener Staatsoper, auch er ist seit seinem Debüt 1991 als Silvio (Pagliacci) ein gern gesehener Gast auf der Bühne des Hauses am Ring. Lulu ist seine 9. Premiere an der Wiener Staatsoper nach den Titelpartien von Jonny spielt auf und Billy Budd, Graf (Capriccio), Danilo (Die lustige Witwe), Barbier (Die schweigsame Frau), Guglielmo (Così fan tutte) und Fritz/Frank (Die Tote Stadt).

KS Franz Grundheber, der bei der Premiere 2000 den Dr. Schön/Jack the Ripper verkörperte, singt erstmals am Haus den Schigolch. Der deutsche Bariton feiert mit dieser Premierenproduktion bereits seine 41jährige Zugehörigkeit zum Haus am Ring, wo er am11. Dezember 1976 als Figaro (Le nozze di Figaro) debütierte und an bisher rund 250 Abenden zu erleben war. Zu seinen meistgesungenen Rollen an der Wiener Staatsoper zählen die Titelpartien von Wozzeck, Der fliegende Holländer, Amfortas (Parsifal), Scarpia (Tosca), Orest (Elektra) sowie Dr. Schön/Jack the Ripper. 2010 wurde er zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper ernannt. Den Alwa singt – ebenfalls erstmals an der Wiener Staatsoper – Herbert Lippert. Er trat bzw. tritt seit über 30 Jahren im Haus am Ring, dessen Ensemblemitglied er ist, in bisher mehr als 30 Partien auf, so in den Titelpartien von Lohengrin, Peter Grimes, als Siegmund (Die Walküre), King of Naples (The Tempest), Matteo (Arabella), Tenor/Bacchus (Ariadne auf Naxos), Erik (Der fliegende Holländer), Eisenstein (Die Fledermaus), Paul (Die Tote Stadt), Tambourmajor (Wozzeck).

In den weiteren Partien geben die Staatsopern-Ensemblemitglieder Donna Ellen als Theatergarderobiere/Mutter, Ilseyar Khayrullova als Gymnasiast/Groom, Jörg Schneider als Maler/Neger, Carlos Osuna als Prinz/Kammerdiener/Marquis, Alexandru Moisiuc als Theaterdirektor/Bankier, Maria Nazarova als Fünfzehnjährige, Bongiwe Nakani als Kunstgewerblerin, Manuel Walser als Journalist und Ayk Martirossian als Diener ihre Rollendebüts am Haus. KS Wolfgang Bankl verkörpert wie bereits 2000 den Tierbändiger/Athleten.

Dirigent: Ingo Metzmacher | Regie: Willy Decker, szenische Einstudierung: Ruth Orthmann | Ausstattung: Wolfgang Gussmann, Kostümmitarbeit: Susana Mendoza

Mit: Lulu Agneta Eichenholz°, Gräfin Geschwitz Angela Denoke*, Theatergarderobiere / Mutter Donna Ellen*, Gymnasiast/Groom Ilseyar Khayrullova*, Medizinalrat Konrad Huber, Maler/Neger Jörg Schneider*, Dr. Schön/Jack the Ripper Bo Skovhus*, Alwa Herbert Lippert*, Schigolch Franz Grundheber*, Tierbändiger/Athlet Wolfgang Bankl, Prinz/Kammerdiener/Marquis Carlos Osuna*, Theaterdirektor/Bankier Alexandru Moisiuc*, Fünfzehnjährige Maria Nazarova*, Kunstgewerblerin Bongiwe Nakani*, Journalist Manuel Walser*, Diener Ayk Martirossian*, Orchester der Wiener Staatsoper, Bühnenorchester der Wiener Staatsoper

° Debüt an der Wiener Staatsoper | * Rollendebüt an der Wiener Staatsoper

Premiere:  Sonntag, 26. November 2017, 11.00 Uhr: Einführungsmatinee mit Mitwirkenden der   Reprisen: 6., 9., 12. ?, 15. Dezember 2017 ( WIENER STAATSOPER live at home) Die Premiere am 3. Dezember wird ab 19.30 Uhr live-zeitversetzt auf Radio Ö1 übertragen. PMWStO

 

 

Mannheim, Nationaltheater Mannheim, Premiere La Reine / Die Königin,12.02.2017

Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

  La Reine / Die Königin mit Angela Denoke

Premiere Sonntag, 12. Februar um 19.30 Uhr, Opernhaus, weitere Aufführungen 24. Februar, 3. und 5. März, 8. Mai und 10. Juni 2017

Angela Denoke, weltweit gefragte Opern-, Lied- und Konzertsängerin, feiert am Sonntag, 12. Februar um 19.30 Uhr im Opernhaus Premiere mit dem Abend La Reine / Die Königin in der Konzeption von Thomas Bischoff. Dieser »Kreuzweg mit Musik« stellt die beiden Liedzyklen Les nuits d’été von Hector Berlioz und die Wesendonck-Lieder von Richard Wagner ins Zentrum und verbindet sie mit Texten von Arthur Rimbaud und Gottfried Benn. Die künstlerische Leitung hat Jan Dvorák, Chefdramaturg der Oper des NTM. Es dirigiert der stellvertretende Generalmusikdirektor und 1. Kapellmeister Benjamin Reiners.  Mit Angela Denoke, Catherine Janke, Franziska Rieck, Frank Richartz.

Nationltheater Mannheim / Angela Denoke © Johan Persson

Nationltheater Mannheim / Angela Denoke © Johan Persson

Angela Denoke ist regelmäßig an den Opernhäusern in Wien, New York, Paris, London, München, Madrid und Barcelona sowie bei den Salzburger Festspielen und den Berliner Philharmonikern, beim Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Philharmonia Orchestra, dem London Symphony Orchestra und dem Boston Symphony Orchester zu Gast. Zu ihren Aufnahmen zählen Vec Makropulos (Salzburger Festspiele 2011, DVD), Salome (Baden-Baden, DVD), Alceste (Madrid, DVD), eine Silvester-Lehár-Gala (Staatskapelle Dresden mit Christian Thielemann, CD und DVD), Die tote Stadt (Mit Mikhail Pletnev / DG und Daniel Barenboim / Warner), Wozzeck (mit Ingo Metzmacher / EMI) und Fidelio (mit Simon Rattle / EMI). Ihr Jazz- und Chansonprogramm Von Babelsberg bis Beverly Hills widmet sich der Zeit von Marlene Dietrich und Zarah Leander. Bei den Salzburger Festspielen 2011 hatte ihr Kurt-Weill-Rezital Two Lives to Live Premiere, mit dem sie unter anderem an der Wiener Staatsoper und dem Gran Teatre del Liceu, Barcelona zu Gast war. Ihr jüngstes Programm Städtebewohner, Kurt Weill und seine Zeit feierte ebenfalls bei den Salzburger Festspielen 2015 Premiere. Denoke wurde 1999 von der Opernwelt zur »Sängerin des Jahres« gewählt und erhielt 2007 den Deutschen Theaterpreis »Der Faust« für ihre Darstellung der Salome. Im Februar 2009 wurde ihr zudem der Titel »Kammersängerin« der Wiener Staatsoper verliehen.

—| Pressemeldung Nationaltheater Mannheim |—

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