Berlin, Staatsoper Unter den Linden, Digitales BAROCKTAGE-Wochenende, 20. – 22.11.2020

Staatsoper unter den Linden

Staatsoper Unter den Linden - Im Traum © Max Lautenschläger

Staatsoper Unter den Linden – Im Traum © Max Lautenschläger

20. bis 22. November: Digitales BAROCKTAGE-Wochenende als Ersatz für die abgesagten dritten BAROCKTAGE, die im November mit 28 Veranstaltungen stattgefunden hätten

Die dritte Ausgabe des zehntägigen Opern- und Konzertfestivals BAROCKTAGE das vom 13. bis 22. November mit 28 Veranstaltungen stattgefunden hätte, darunter die Premiere von Mozarts MITRIDATE, RE DI PONTO, zwei Musiktheaterwiederaufnahmen sowie zahlreiche Konzerte, musste aufgrund des beschlossenen Teil-Lockdowns komplett abgesagt werden (siehe hier zum Download). Derzeit werden Nachholtermine für die Premiere von Mozarts MITRIDATE, RE DI PONTO geprüft, die in Kürze bekannt gegeben werden. Inszeniert wird die Neuproduktion, die kurz vor den Endproben stand, von Satoshi Miyagi, mit Marc Minkowski am Pult der Musiciens du Louvre und mit u.a. Pene Pati in der Titelrolle, Julie Fuchs, Elsa Dreisig, Jakub Józef Orlinski und Anna Prohaska.

Vom 20. bis 22. November wird es als Ersatzprogramm ein digitales BAROCKTAGE-Wochenende auf der Website der Staatsoper Unter den Linden geben, innerhalb dessen drei Produktionen sowie eine Dokumentation der vergangenen Jahre jeweils um 19.30 Uhr online gehen und für 24 Stunden zu erleben sein werden – wir danken hierfür unseren Produktionspartnern Naxos und EuroArts:

Freitag, 20. November:  Henry Purcells KING ARTHUR, ML: René Jacobs, Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf und Julian Crouch, mit u.a. Anett Fritsch, Robin Johannsen, Mark Milhofer, Michael Rotschopf, Meike Droste, Akademie für Alte Musik Berlin, Premiere 2017.

Samstag, 21. November: Jean-Philippe Rameaus HIPPOLYTE ET ARICIE, ML: Simon Rattle, Inszenierung : Aletta Collins, Lichtkonzept, Bühne, Kostüme: Ólafur Elíasson, mit u.a. Magdalena Kožená, Anna Prohaska, Elsa Dreisig, Reinoud Van Mechelen, Gyula Orendt, Peter Rose, Roman Trekel, Freiburger Barockorchester, Premiere 2018, sowie die Making-Of Dokumentation des ZDF: BÜHNENZAUBER – HINTER DEN KULISSEN DER BERLINER STAATSOPER von Roland May.

Sonntag, 22. November: Georg Friedrich Händels IL TRIONFO DEL TEMPO E DEL DISINGANNO, ML: Sébastien Rouland, Inszenierung: Jürgen Flimm, mit Hélène Le Corre, Sara Mingardo, Inga Kalna, Charles Workman, Staatskapelle Berlin, Berliner Premiere 2015.

Unter dem Titel NEVER LOOK BACK hatte die Staatsoper Unter den Linden in Kooperation mit der Universität der Künste Berlin (Studiengang »Bühnenbild« und »Institut Kunst«), der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch sowie dem Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (Studiengang »Choreographie«) Studierende der Berliner Kunsthochschulen dazu eingeladen, im Rahmen der diesjährigen BAROCKTAGE und LINDEN 21 ein »Orpheus-Festival« zu entwickeln. Die vier daraus entstandenen Performances werden nun filmisch begleitet und am 28. November auf dem YouTube-Kanal der Staatsoper Unter den Linden veröffentlicht.

Intendant Matthias Schulz: „Für uns war es extrem frustrierend, dass wir so jäh unterbrochen wurden. Durch eine solche Schließung werden wir, unsere Künstlerinnen und Künstler und vor allem die zahlreichen Gäste und damit freischaffende Künstlerinnen und Künstler hart getroffen. Wir haben bewiesen, dass wir mit Hygieneplan, Belüftungssystem und disziplinierten Zuschauern ein sicherer Ort sind. Die Entscheidung, Opern bzw. Kultureinrichtungen zu schließen, ist niederschmetternd, auch wenn uns bewusst ist, dass es keine leichte Entscheidung war und es für die schwierige gesamtgesellschaftliche Lage Verständnis aufzubringen gilt. Während Kultur in Deutschland grundsätzlich noch einen politischen Rückhalt findet, sehen wir gerade, wie die Kulturmetropolen in der ganzen Welt schwerstens beschädigt werden und man sich fragt, wie sie sich davon jemals wieder erholen sollen. Kultur ist eine wichtige treibende Kraft für jede Gesellschaft! Eine Welt ohne Kultur möchte ich mir nicht vorstellen – damit müssen wir uns auseinandersetzen.“

Der Probenbetrieb an der Staatsoper Unter den Linden wird fortgesetzt, gerade haben die Proben zu Richard Wagners LOHENGRIN, unter der musikalischen Leitung von Matthias Pintscher und in der Regie von Calixto Bieito, begonnen. Die Premiere, mit Roberto Alagna in der Titelpartie und Sonya Yoncheva als Elsa, ist für den 13. Dezember geplant. Der Kartenvorverkauf für Dezember und Januar beginnt voraussichtlich am 13. November.

Alle Live-Veranstaltungen bis einschließlich 30. November 2020 sind abgesagt. Bereits gekaufte Tickets für Veranstaltungen in diesem Zeitraum verlieren ihre Gültigkeit. Karten können umgetauscht, der Kaufpreis gespendet oder zurückerstattet werden. Alle Informationen zur Rückerstattung gibt es auf der Website: https://www.staatsoper-berlin.de/de/extra/corona-storno/. Besucherinnen und Besucher, die ihre Karten über eine Vorverkaufsstelle (z.B. eventim.de) oder über Besucherorganisationen erworben haben, werden gebeten, sich direkt an diese Stellen zu wenden.

Die Staatsoper dankt den Freunden und Förderern der Staatsoper Unter den Linden und ihren Hauptpartnern BMW und Hilti Foundation herzlich für ihre Unterstützung

—| Pressemeldung Staatsoper unter den Linden |—

München, Bayerische Staatsoper, Cosi fan tutte – Pures Mozart-Glück, IOCO Kritik, 06.10.2017

Oktober 6, 2017 by  
Filed under Bayerische Staatsoper, Hervorheben, Kritiken, Oper

Bayerische Staatsoper München

Bayerische Staatsoper München Foto: © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper München Foto: © Wilfried Hösl

Pures Mozart-Glück

Così fan tutte  an der Bayerischen Staatsoper

Von Hans Günter Melchior

 Mozart Überall - Sein Denkmal in einem kleinen bayerischen Städtchen © IOCO / Gallée

Mozart Überall – Sein Denkmal in einem kleinen bayerischen Städtchen © IOCO / Gallée

Mozart: Er ist von allen Komponisten der Schwierigste und Leichteste zugleich. Seine Musik ist ein anwehender musikalischer Gedanke, der sofort zu Herzen geht. Man bekommt diese Musik so wenig aus dem Kopf wie man seine Psychologie aus der Seele verbannen kann. Eine intellektuelle, immaterielle Droge, der man sich nicht entziehen kann.

Man fährt zum Beispiel in diesen Tagen in der U-Bahn durchs wies´n-geschüttelte München, inmitten der braven Dirndlträgerinnen und Lederbehosten, die nach ein paar Stunden Gesichter wie von innen nach außen gekehrte Masken tragen. Und man dirigiert in Erwartung einer Mozart-Oper, etwa Così fan tutte,  ein Orchester, das im eigenen Kopf spielt, während einen die Wies´n-Besucher, die sich sehr bald selbst nicht mehr kennen werden, für verrückt halten. Und dann hört man die Oper im Nationaltheater und dirigiert heimlich, sozusagen im Schutze der Dunkelheit, wieder mit, und wenn man nach Hause fährt, dirigieren in der U-Bahn andere, grölend den bayerischen bayrischen Defiliermarsch oder was Moderneres, man selbst aber ist immer noch in der Oper und bei Mozart, der sich immer noch in einem aussingt. In der Nacht findet man kaum Ruhe. Morgens weiß man nicht, ob man in der Oper geschlafen hat oder immer noch dort ist, musikgesättigt und voller Glücksgefühle.

Bayerische Staatsoper / Coris fan tutte © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper / Coris fan tutte © Wilfried Hösl

Dabei hat die Oper Così fan tutte durchaus ihre Tücken. Gedacht ist es vom Librettisten Lorenzo Da Ponte ja wohl so: da können sich zwei junge Männer Guglielmo und Ferrando gar nicht genug tun im Lob auf die Treue und Liebe ihrer Verlobten Fiordiligi und Dorabella. Bis es dem Philosophen Don Alfonso (ein Misanthrop oder ein Menschenkenner?) zu bunt wird. Nur mal langsam, Jungs, sagt er etwa, das mit der Treue der Frauen ist nichts als eine Illusion. Macht doch die Probe aufs Exempel, meldet euch zum Schein in den Krieg ab, weil der König zu den Fahnen ruft. Und dann kommt ihr, gleichsam durch die Hintertür, als verkleidete Albaner, also als Fremde, wieder und verführt mit allerlei Tricks euere angeblich so treuen Verlobten. Ich wette, sie erliegen bald euren Verführungskünsten.

Die beiden jungen Männer gehen siegesgewiss auf die Wette ein, verabschieden sich in den Krieg, die beiden Frauen sind untröstlich. Die angeblichen Soldaten kommen als Albaner verkleidet zurück und machen sich an die beiden jungen Damen heran. Don Alfonso zieht unter der Assistenz der lebens- und männererfahrenen Kammerzofe Despina im Hintergrund die Fäden. Die beiden unverbrüchlich treuen jungen Frauen werden ziemlich bald weich, als sich die Albaner zum Schein vergiften, weil sie – zunächst – abgewiesen werden. Die Damen signalisieren Entgegenkommen, die Albaner werden gerettet, zuerst erliegt Dorabella, die Verlobte Ferrandos, ausgerechnet dem Werben von dessen Freund Guglielmo, wenig später und nach inneren Kämpfen gibt auch Fiordiligi nach und lässt sich ungeachtet ihrer Verlobung mit Guglielmo mit Ferrando ein. Don Alfonso hat die Wette gewonnen. Die sich – gleichsam über Kreuz – verständigenden Paare heiraten.

Und jetzt kommen die ursprünglich Verlobten zurück. Die Bestürzung ist groß, aber man beruhigt sich schnell. Die Ehekontrakte werden zerrissen und die alten Zustände wiederhergestellt. Die konventionelle Ordnung siegt, die Opernbesucher und die Gesellschaft findet ihre Ruhe wieder. Die Oberfläche des Sees der Emotionen hat sich nur vorübergehend gekräuselt.

Bayerische Staatsoper / Coris fan tutte - Hier Fiordiligi und Dorabella © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper / Coris fan tutte – Hier Fiordiligi und Dorabella © Wilfried Hösl

So ist es eben wohl gedacht. Die Frauen sind die Schwachen und Untreuen (s. den noch 1900 erschienenen Essay des Neurologen und Psychiaters Paul Julius Möbius über den „Physiologischen Schwachsinn des Weibes“, dessen Kehrseite die emotionale Unbeständigkeit der Frau sein soll), die Männer haben recht…

In der inzwischen entschlackten und sehr vorteilhaft entrümpelten Inszenierung von Dieter Dorn aus dem Jahr 1993 ist auf geradezu tiefschürfende Weise alles anders. Schon beim ersten Erscheinen der sogenannten Albaner sieht man bei Dorabella ein Augenzwinkern hin zu Fiordiligi: merkst du nichts?

Mit anderen Worten: die Frauen durchschauen das fiese Spiel der Männer von Anfang an. Da braucht es nicht einmal der Belehrungen über die die Beliebigkeit der Liebe, die Nichtsnutzigkeit der Männer und die Freiheit der Frauen durch Despina, die von den beiden herrschaftlichen Damen übrigens sehr allürenhaft (meisterhaft wie Dorn das mit schnippisch-herrischen Gesten zeichnet), wie eben ein Dienstbote, der ihnen nichts zu sagen hat, behandelt wird.

Und so nimmt das köstliche Spiel seinen Lauf. Ergötzlich zu sehen, wie die beiden Typen als betrogene Betrüger vorgeführt werden. Sich furchtbar schlau vorkommen, in Wirklichkeit aber längst durchschaut sind. Und im Grunde genommen sich ziemlich mies benehmen. Vernascht doch einer die Verlobte des anderen, danach bedauern sie sich dabei noch selbst. Während die Verlobten am Ende der Werbebemühungen der Männer sich recht gern mit dem jeweiligen Verlobten der Schwester vergnügen (variatio delectat). Ganz unverhohlen, schwelgerisch. Und wie gesagt nach wie vor im Wissen, mit wem sie es zu tun haben. Ferrando reißt sich sogar noch den künstlichen Schnurrbart ab, bevor er endlich die noch etwas zögerliche, dann aber von ihm begeisterte Fiordiligi herumkriegt.

Bayerische Staatsoper / Cosi fan tutte - Hier Fritsch, Brower, Chest, Fanale, Park © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper / Cosi fan tutte – Hier Fritsch, Brower, Chest, Fanale, Park © Wilfried Hösl

Das alles wird auf hohem künstlerischen Niveau und unter der hochpsychologischen und klugen Regie Dieter Dorns in Szene gesetzt. Dorn kann sich dabei durchaus auf Mozart berufen, der musikalisch leugnet, was der Text behauptet. Als die beiden Damen ihre Verlobten tränenreich verabschieden, wird genial-musikalisch bereits der Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Damen gesät: die Arie „Soave sia il vento…“, (Weht sanfter ihr Winde, seid ruhig ihr Wellen…) endet in der Wiederholung auf einem Halbton; die chromatische Wende verweigert sich demgemäß der Harmonie, der Zuhörer merkt: irgendwas stimmt da nicht. Und so geht es eigentlich immer weiter. Mozarts vielgerühmte heitere Melancholie überdeckt die Komödie mit einem Schleier des inneren Vorbehalts, wer genau hinhört, merkt, dass nicht alles gemeint ist, wie es gesagt wird. Selbst in der grandiosen Arie der Fiordiligi, in der sie den Verlobten um Mitleid und Verzeihung wegen ihrer seelischen Verwirrung bittet… „Per pietà, ben mio, perdona…“ , schwingt im Pathos die Heuchelei mit.

Alles wird nicht zuletzt in dieser wohldurchdachten Inszenierung auf das menschliche Maß heruntergebracht und entlastet den Zuhörer angenehm (bei der Arie Ferrandos „un´aura amorosa…, erinnert man sich freilich ein wenig wehmütig an die denkwürdige Ponnelle-Inszenierung, in der Ferrando auf einer Wiese im Garten liegend das Haus der Geliebten ansingt; hier sitzt er – zeitgemäßer –  am Tisch der Damen).

Die Besetzung in München ist höchst bemerkenswert. Ganz hervorragend die Fiordiligi von Anett Fritsch. Ein allen Schwierigkeiten gewachsener, berückend schöner Sopran. Sie ist auf dem Sprung zur Weltberühmtheit. Nicht minder brillant die dunkler gefärbte, zuweilen an einen Mezzosopran heranreichende Stimme von Angela Browser. Faszinierend die Darbietung der Despina durch die quirlige und kapriziöse Hyesang Park, die es dem Publikum offenbar angetan hat. Pietro Spagnoli hat einen biegsamen Bariton, man muss sich, an einen Bass gewöhnt, ein erst wenig damit vertraut machen.

Wunderbar auch die schauspielerische Leistung der Akteure. Da ist ein Blickewerfen und Austauschen von Gesten, das mitreißt und reinen Genuss beschert. Man ist jederzeit mittendrin im Geschehen, lebt mit – und vergisst die Zeit.

Das Staatsorchester spielt unter der Leitung von Constantin Trinks mit gewohnter Virtuosität. Trinks ist offenbar kein Liebhaber eines „knackigen“ Mozart a la Colin Davis. Die Tempi sind eher ruhig und gelassen. Dafür hat dieser Dirigent sehr viel Sinn für die lyrisch-psychologischen Passagen des Werks, die er mit viel Innigkeit ausstattet, eine berührende Interpretation.

Insgesamt ein wunderbarer Abend. Die Wies´n-Heimkehrer bevölkern die U-Bahn. Kein Problem. Man muss sich nur vorstellen, dass sie von Mozarts Musik betrunken sind. Vorschlag an künftige Besucher: gehen Sie statt ins Parkett in die Galerie, wo die Musik klingt wie ein guter Wein, der an die Luft gekommen ist.

Cosi fan tutte an der Bayerischen Staatsoper, im Nationaltheater: 6.10.,  24.10., 26.10 ,29.10.2017

—| IOCO Kritik Bayerische Staatsoper München |—

München, Bayerische Staatsoper, Premieren Spielzeit 2017 / 2018

Bayerische Staatsoper München

Bayerische Staatsoper München Foto: © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper München Foto: © Wilfried Hösl

  Premieren in der Spielzeit 2017 / 18

Das Spielzeitthema der kommenden Saison lautet Zeig mir deine Wunde. Staatsintendant Nikolaus Bachler betont: „Ob positives Wagnis, sich in seiner Verletzlichkeit zu zeigen, oder zweifelnde Wahrheitssuche: Verschiedene Interpretationen liefern den Stoff für unsere sieben Opern-Premieren.“

Opern-Premieren:

26.10.2017 – Le nozze di Figaro
Musikalische Leitung: Constantinos Carydis, Inszenierung: Christof Loy
Mit Christian Gerhaher, Federica Lombardi, Anett Fritsch, Alex Esposito, Olga Kulchynska

17.12.2017 – Il trittico
Musikalische Leitung: Kirill Petrenko, Inszenierung: Lotte de Beer
Mit Wolfgang Koch, Yonghoon Lee, Ermonela Jaho, Ermonela Jaho, Ambrogio Maestri, Rosa Feola, Pavol Breslik

11.3.2018 – Les Vêpres siciliennes
Musikalische Leitung: Omer Meir Wellber, Inszenierung: Antú Romero Nunes
Mit Carmen Giannattasio, Erwin Schrott, George Petean

21.5.2018 – Aus einem Totenhaus von Fjodor M. Dostojewski
Musikalische Leitung: Simone Young, Inszenierung: Frank Castorf
Mit Peter Rose, Evgeniya Sotnikova, Aleš Briscein, Bo Skovhus

28.6.2018 –  Parsifal von Richard Wagner
Musikalische Leitung: Kirill Petrenko, Inszenierung: Pierre Audi
Mit Jonas Kaufmann, Christian Gerhaher, Nina Stemme, René Pape

23.7.2018 –  Orlando Paladino von Joseph Haydn 1732 — 1809
Musikalische Leitung: Ivor Bolton, Inszenierung: Axel Ranisch
Mit Sofia Fomina, Mathias Vidal, Edwin Crossley-Mercer, Tara Erraught


Ballett-Premieren:

19.11.2017 – Anna Karenina 
Choreographie: Christian Spuck, Komponist: Sergej W. Rachmaninow, Witold Lutoslawski, Sulkhan Tsintsadze und Josef Bardanashvili

14.4.2018 – Portrait Wayne McGregor
Choreographie: Wayne McGregor, Musik: Joel Cadbury, Paul Stoney, Max Richter

4.7.2018 –  Ballettabend – Junge Choreographen
Junge Nachwuchschoreographen kreieren für das Ensemble des Bayerischen Staatsballetts zeitgenössische Werke, 

—| Pressemeldung Bayerische Staatsoper München |—

 

Berlin, Staatsoper im Schillertheater, Premiere King Arthur von Henry Purcell, 15.01.2017

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Staatsoper im Schiller Theater

Staatsoper im Schillertheater © Thomas Bartilla

Staatsoper im Schillertheater © Thomas Bartilla

  King Arthur von Henry Purcell

René Jacobs leitet die Akademie für Alte Musik Berlin

KING ARTHUR:  Premiere am 15. Januar 2017, weitere Vorstellungen am 17., 19., 21. und 22. Januar 2017:   !!  Alle Vorstellungen sind ausverkauft !!

Die Vorstellung am 21. Januar 2017 wird live auf Mezzo und www.staatsoper-berlin.de übertragen.

Als erste Premiere im Jahr 2017 zeigt die Berliner Staatsoper am 15. Januar Henry Purcells Semi-Opera King Arthur in einer Inszenierung von Sven-Eric Bechtolf und Julian Crouch, die damit ihr Debüt an der Berliner Staatsoper geben. Die musikalische Leitung der Akademie für Alte Musik Berlin übernimmt Barock-Experte René Jacobs, der damit seine 24. Produktion an der Staatsoper realisiert und erstmals am Haus Musik von Purcell dirigiert.

Staatsoper Berlin / King Arthur - Ensemble © Ruth Walz

Staatsoper Berlin / King Arthur – Ensemble © Ruth Walz

Im Zentrum der Handlung steht der Gründungsmythos des britischen Inselreiches, der vor allem um die Geschichten vom legendären König Arthur kreist: Arthur muss England vor den einfallenden Sachsen verteidigen, die wie eine Naturgewalt über das Land hereinbrechen. Auch Arthurs Liebesglück ist in Gefahr, denn der Sachsenkönig Oswald erhebt Anspruch auf seine Braut, die blinde Emmeline. Sowohl Arthur als auch Oswald werden in ihrem Kampf von Magiern und Geisterwesen unterstützt, in die Irre geführt und gerettet. Doch letztlich hängt alles, das Schicksal Englands wie auch das Emmelines von einem Duell zwischen den beiden Kontrahenten ab.

In der britischen Semi-Opera gehen Schauspiel, Musiktheater und Tanz eine Symbiose ein, bei der sich theatrale und humorvolle Elemente ebenso wiederfinden wie spektakuläre »Showeffekte« und musikalische Solo- und Ensembleszenen. Neben Sängern sind daher außerdem Schauspieler (die die Hauptfiguren verkörpern) sowie ein »Skills Ensemble« aus Tänzern, Akrobaten und Puppenspielern an der Produktion beteiligt. Zum Ensemble zählen Anett Fritsch (Sopran/Philidel), Robin Johannsen (Sopran), Benno Schachtner (Altus), Mark Milhofer (Tenor), Stephan Rügamer (Tenor), Johannes Weisser (Bass), Arttu Kataja (Bass), Michael Rotschopf (Arthur), Hans-Michael Rehberg (Merlin), Max Urlacher (Oswald), Axel Wandtke (Conon), Oliver Stokowski (Osmond), Tom Radisch (Grimbald), Steffen Schortie Scheumann (Aurelius), Meike Droste (Emmeline) und Sigrid Maria Schnückel (Mathilda) sowie Mitglieder des Staatsopernchores. Die musikalischen Nummern werden in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln aufgeführt, die Schauspielszenen in deutscher Sprache.

In ihrer Inszenierung übersetzten Sven-Eric Bechtolf und Co-Regisseur sowie Bühnenbildner Julian Crouch den Mythos in fantastische Bilder, die die Handlung traumartig anmuten lassen. Außerdem betten sie das Werk in eine Rahmenhandlung ein, die im Großbritannien des 20. Jahrhundert spielt: Einem kleinen Jungen wird der Mythos von King Arthur erzählt und beide Ebenen werden über die Figuren miteinander verwoben.

StaatsoperBerlin / King Arthur - Merlin © Ruth Walz

StaatsoperBerlin / King Arthur – Merlin © Ruth Walz

Sven-Eric Bechtolf erhielt seine Ausbildung am Mozarteum in Salzburg. Er arbeitete als Schauspieler an bedeutenden Bühnen in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Viele Jahre war er am Burgtheater in Wien tätig. Er erhielt 2002 und 2003 den Nestroy-Theaterpreis als bester Schauspieler des Jahres und 2011 den Albin-Skoda-Ring. 1993 begann er für das Theater zu inszenieren und wurde mit seiner zweiten Arbeit »Der Streit« von Marivaux zum Theatertreffen nach Berlin eingeladen. Seine erste Inszenierung für die Oper war »Lulu« von Alban Berg in Zürich. Seitdem folgten viele Arbeiten auch an anderen wichtigen Häusern, darunter Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner an der Wiener Staatsoper und der Mozart/Da Ponte-Zyklus bei den Salzburger Festspielen. 2012 wurde Sven-Eric Bechtolf Schauspieldirektor der Salzburger Festspiele. 2015 und 2016 war er der Künstlerische Leiter des Festivals.

Julian Crouch begann seine Karriere als Masken- und Puppenbauer bei großen Freilichtspektakeln. Seine Arbeiten als Regisseur und Bühnenbildner waren u. a. am Londoner National Theatre, bei der English National Opera, dem Theater der Welt, den Wiener Festwochen, an der Metropolitan Opera New York, im Londoner West End und am Broadway zu sehen. Für die Uraufführung von »Jerry Springer – The Opera« ist er mit diversen Preisen bedacht worden. 2010 wurde sein Bühnenbild der Broadway-Produktion »The Addams Family« sowohl mit dem Drama Desk Award als auch mit dem Outer Circle Critics Award ausgezeichnet. Für das Broadway-Musical »Hedwig and the Angry Inch« wurde er 2014 für den Tony Award in der Kategorie bestes Bühnenbild/Musical nominiert. In der Spielzeit 2016/17 gestaltet und inszeniert er die Metropolitan Opera 50th Anniversary Gala, entwirft das Bühnenbild für »Hänsel und Gretel« an der Mailänder Scala und für »Marnie« an der English National Opera und die Metropolitan Opera.

Die Vorstellung am 21. Januar wird live auf Mezzo und www.staatsoper-berlin.de übertragen.

KING ARTHUR:  Premiere am 15. Januar 2017, weitere Vorstellungen am 17., 19., 21. und 22. Januar 2017:   !!  Alle Vorstellungen sind ausverkauft !!

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