Mörbisch, Seefestspiele Mörbisch, Gala 60 Jahre Seefestspiele Mörbisch, IOCO Aktuell

Seefestspiele Mörbisch

Seefestspiele Mörbisch / Gala - 60 Jahre Seefestspiele Mörbisch © Seefestspiele Mörbisch / Jerzy Bin

Seefestspiele Mörbisch / Gala – 60 Jahre Seefestspiele Mörbisch © Seefestspiele Mörbisch / Jerzy Bin

 „60 Jahre Seefestspiele Mörbisch“

Gala im Kultur Kongress Zentrum Eisenstadt

Die Feierlichkeiten des Jubiläumsjahres der Seefestspiele Mörbisch gipfelten am 3. November 2017 in einer großen Gala im Kultur Kongress Zentrum Eisenstadt. Zahlreiche Festgäste waren der Einladung der Seefestspiele Mörbisch gefolgt..

Die Seefestspiele Mörbisch feiern heuer ihr 60-jähriges Bestandsjubiläum. Aus diesem Anlass wurde im Rahmen der Gala mit all jenen gefeiert, die diese sechs Jahrzehnte maßgeblich mitgestaltet haben. Gefeiert wurde mit einem abwechslungsreichen Programm, das ganz im Zeichen der 60-jährigen Geschichte der Seefestspiele Mörbisch stand. Das musikalische Programm bestritt das Orchester der Seefestspiele Mörbisch unter der Leitung von Guido Mancusi und die Solisten Vida Mikneviciuté, Alexander Geller und Andreas Sauerzapf.

Seefestspiele Mörbisch / Gala - 60 Jahre Seefestspiele Mörbisch © Seefestspiele Mörbisch / Jerzy Bin

Seefestspiele Mörbisch / Gala – 60 Jahre Seefestspiele Mörbisch © Seefestspiele Mörbisch / Jerzy Bin

LR Helmut Bieler, Präsident der Seefestspiele Mörbisch, und Vize-Präsidentin LRin Astrid Eisenkopf betonten im Gespräch mit Gerhard Krammer, dem Moderator der Gala, die kulturelle, touristische und wirtschaftliche Wichtigkeit der Seefestspiele für die Region und weit darüber hinaus. Die Seefestspiele Mörbisch sind in den ersten 60 Jahren ihres Bestehens aus einem kleinen nordburgenländischen Festspielort zu einem internationalen „Festival“ mit rund 400 Beschäftigten und mehr als 100.000 BesucherInnen pro Saison gewachsen.

Klassische Inszenierungen, klassische Bühnenbilder und klassische Kostüme sind bis heute Garant für den Erfolg der Seefestspiele Mörbisch. Die Seefestspiele gelten nach wie vor als die Pflegestätte der Wiener Operette, als jener Ort, wo man Operette so spielt, wie es das Publikum liebt und erwartet. Zu den Festgästen der Gala zählten große Künstler und Publikumslieblinge der letzten 60 Jahre, u.a. Dagmar Koller, Silvana Dussmann, Gaby Bischof, Sona Ghazarian, Zoryana Kushpler, Sigrid Martikke, Ursula Pfitzner, Alexandra Reinprecht, Katrin Fuchs, Cornelia Zink, Mehrzad Montazeri, Horst Lamnek, Gerhard Ernst, Peter Horak.

Peter Edelmann, seit September Künstlerischer Direktor der Seefestspiele Mörbisch, hatte im Rahmen der Gala seinen ersten großen offiziellen Auftritt in seiner neuen Funktion und gab einen Ausblick auf die kommenden Entwicklungen des weltweit größten Operetten-Festivals. „Als neuer Künstlerischer Direktor bin ich bestrebt, die kommenden Produktionen zu etwas Besonderem zu machen. Es liegt mir sehr viel daran, diese urösterreichische Musiktheaterform, der ich mich seit Beginn meiner Karriere sehr verpflichtet fühle, auch international zu fördern.“

In der Saison 2018 bringt Edelmann mit Emmerich Kálmáns Gräfin Mariza eine der meistgespielten und beliebtesten Operetten aus der goldenen Operettenära auf die Seebühne. „Der Bühnenbildentwurf von Manfred Waba verspricht schon jetzt etwas ganz Spezielles zu werden. Die Besetzung setzt sich einerseits aus Publikumslieblingen wie Andreas Sauerzapf und SängerInnen, die auf der Seebühne debütieren werden, darunter Vida Mikneviciuté und Alexander Geller, zusammen„, freut sich Peter Edelmann auf seine erste Mörbisch-Saison. PMSFMö

Gräfin Mariza:  Festspiele 12. Juli bis 25. August 2018

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Dresden, Staatsoperette Dresden, Die verkaufte Braut, IOCO Kritik, 15.05.2014

Mai 21, 2014 by  
Filed under Kritiken, StaatsOperette Dresden

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Staatsoperette Dresden

Die verkaufte Braut von Bédrich  Smetana 
Premiere am 02.05.2014 – Besuchte Vorstellung am 15.05.2014

Staatsoperette Dresden / Die verkaufte Braut © Stephan Floß

Staatsoperette Dresden / Die verkaufte Braut © Stephan Floß

Unter den gut ein halb Dutzend Opern des böhmischen Meisters Bédrich Smetana (1824-1884) ist Die verkaufte Braut nach wie vor ein Publikumsrenner. Die anderen Werke, so gut sie auch sind, fristen ein Schattendasein. Smetana starb 1884 völlig taub und umnachtet in Prag.

Staatsoperette Dresden / Die verkaufte Braut © Stephan Floß

Staatsoperette Dresden / Die verkaufte Braut © Stephan Floß

Sein Meister- und Erfolgswerk wurde am 30. Mai 1866 in einer zweiaktigen Fassung in Prag uraufgeführt. War das Stück zunächst ziemlich erfolglos, änderte sich das nach einer Umarbeitung. Einige Musiknummern kamen hinzu. Aus zwei wurden drei Akte. Die endgültige Fassung erfolgte 1871 in St.Petersburg. Das Libretto schrieb Karel Sabina in tschechischer Sprache.
Es gibt einige deutsche Textfassungen u.a. von Max Kalbeck und von Richard Batka. Die Staatsoperette verwendete für ihre Neuproduktion die Fassung von Batka,

Andreas Schüller, der neue musikalische Leiter der Staatsoperette, gab ein flottes Tempo vor. Das Vorspiel war der reinste Geschwindmarsch. Aber auch in den Ensembles und in den Arien ging es flott voran. Selten nur wurde den Sängern eine Fermate gegönnt. Es war die flotteste “Verkaufte Braut“, die der Schreiber dieser Zeilen in seinem langen Rezensenten-Leben gehört hat. Der Chor und auch die Solisten hielten wacker mit.

Staatsoperette Dresden / Die verkaufte Braut © Stephan Floß

Staatsoperette Dresden / Die verkaufte Braut © Stephan Floß

Aber dieses angezogene Tempo hatte auch einen Vorteil. Es kompensierte den gelegentlichen Leerlauf in den beiden ersten Akten.
Erst im Zirkusbild des dritten Akts kam Stimmung auf. Da ging es voll zur Sache. Solisten, Chor und Tänzer wetteiferten mit überbordender Spielfreude die dort sehr schönen Einfälle der Regie umzusetzen.

Nicht, dass die Regiearbeit von Arne Böge ein Reinfall gewesen wäre, beileibe nicht. Seine Personenführung war ausgezeichnet. Aber es fehlte der Schwung in den ersten beiden Akten. Der “Spaß an der Freud“, den man im dritten Akt an den Tag legte, wäre in den ersten beiden Akten auch gut zu vermitteln gewesen.

Staatsoperette Dresden / Die verkaufte Braut © Stephan Floß

Staatsoperette Dresden / Die verkaufte Braut © Stephan Floß

Die Ausstattung von Hendrik Scheel gefiel in ihrer Buntheit. Besonders die Kostüme erfreuten. Auch die Choreografie, die Radek Stopka erarbeitet hatte,
zeigte Klasse. Stopka konnte mit den üppig vorhandenen Tänzen in dieser Oper doch viel anfangen. Die Ballettmitglieder sowie der Chor und Extrachor, die von Thomas Runge einstudiert wurden, gaben ihr bestes.

Durchwegs gab es gute Leistungen bei den Solisten. Wenn Steffen Schantz als Hans (der seine Braut verkaufte) nicht gelegentlich seine bombige Höhe kraftstrotzend eingesetzt hätte, wäre er noch sympathischer gewesen. Seine Marie war Tatjana Gazdik (die verkaufte Braut) und gefiel durch einen gut sitzenden Sopran mit schöner, offener Höhe, wenngleich bei etwas steifem Spiel.

Staatsoperette Dresden / Die verkaufte Braut © Stephan Floß

Staatsoperette Dresden / Die verkaufte Braut © Stephan Floß

Frank Blees (der Heiratsvermittler) war ein überlegener und sympathisch schlitzohriger Bursche. Er brauchte nicht großspurig auftrumpfen, hatte er doch eh alle Fäden in der Hand. Sein klangvoller Bass-Bariton wurde souverän mit den Klippen dieser Basspartie fertig.

Andreas Sauerzapf als Wenzel der Stotterer (Sohn von Micha dem Grundbesitzer. Er soll Marie heiraten, macht sich aber mit Esmeralda, einer Zirkustänzerin vom Acker) wartet mit feinen Spieltenortönen auf, weis auch Kraft zu entwickeln und ist ein agiler Darsteller und höchst sympathisch.

Christian Grygas und Elke Krottmair (Maries Eltern), Herbert G. Adami und Carolin Masur (die Eltern von Hans) waren prächtige Typen und sangen tadellos, wie auch die Sänger all der weiteren kleineren Rollen. Die Dresdner lieben ihre Staatsoperette, was auch an diesem Abend beim reichlich gespendeten Beifall offenkundig wurde.    IOCO / UGK / 15.05.2014

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