Bielefeld, Theater Bielefeld, Premiere DIE HOCHZEIT DES FIGARO, 28.09.2019

September 4, 2019 by  
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Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

DIE HOCHZEIT DES FIGARO
(LE NOZZE DI FIGARO)
WOLFGANG AMADEUS MOZART

Opera buffa in vier Akten / Text von Lorenzo Da Ponte / In italienischer Sprache mit
deutschen Übertiteln

PREMIERE Sa. 28.09.19, 19:30 Uhr, Stadttheater

Musikalische Leitung Alexander Kalajdzic Inszenierung Alexander Charim Bühne Ivan Bazak Kostüme Aurel Lenfert Dramaturgie Anne Christine Oppermann Choreinstudierung Hagen Enke Mit Nohad Becker, Dušica Bijelic, Cornelie Isenbürger, Yoshiaki Kimura, Veronika Lee, Hasti Molavian, Moon Soo Park, Lorin Wey, Frank Dolphin Wong; Bielefelder Opernchor, Bielefelder Philharmoniker Figaro heiratet seine Susanna! Endlich ist er da, der schönste Tag im Leben! So sollte es zumindest sein. Aber ausgerechnet am Hochzeitsmorgen gesteht Susanna ihrem Bräutigam, dass auch sein Dienstherr Graf Almaviva ein Auge auf sie geworfen hat.

Und dass das Zimmer, das er dem Brautpaar zur Verfügung stellt, zwar schön und geräumig ist, hauptsächlich aber sehr günstig für heimliche Grafenbesuche gelegen wäre. So hat sich Figaro seine Hochzeit nicht vorgestellt. Und mit Sicherheit wird er nicht klein beigeben und diese Situation akzeptieren. Bloß verfolgen alle im gräflichen Schloss ihre ganz eigene Agenda, so dass jeder noch so gut durchdachte Plan in nur noch größeres Durcheinander mündet. Innerhalb nur eines einzigen, aberwitzigen Tages wird das Unterste zuoberst gekehrt, sorgfältig Verborgenes offenbar und der Blick in eigene und fremde Abgründe geworfen. Führt ein Weg aus diesem allzu menschlichen Chaos?

Nach dem großen Erfolg der Entführung aus dem Serail suchte Wolfgang Amadeus Mozart lange nach einem neuen Opernsujet, er hatte »leicht hundert – ja wohl mehr Bücheln durchgesehen«, aber mehrere Opernentwürfe blieben Fragment. In der skandalumwitterten, nur kurz vorher in Österreich erschienenen Komödie Dertolle Tag oder Die Hochzeit des Figaro von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais fand Mozart endlich das Gesuchte: einen höchst gegenwärtigen Stoff, zugleich gesellschaftskritisch und humorvoll. Und mit dem Textdichter Lorenzo Da Ponte traf Mozart auf einen kongenialen Partner, der auch vor diesem politisch wie moralisch heiklen Stück nicht zurückschreckte (eine Schauspielaufführung hatte Kaiser Joseph II. kurz vorher noch verbieten lassen). Gemeinsam schufen sie eine spritzig-bissige Komödie, die durch ihren überwältigenden musikalischen Reichtum gleichzeitig die tiefsten menschlichen Sehnsüchte, Verletzungen und Hoffnungen fühlbar macht.

Auch wenn Mozart und Da Ponte der Gesellschaft ihrer Zeit den Spiegel vorhielten, hat die Oper seit der Uraufführung im Jahr 1786 nichts an Relevanz verloren. Beaumarchais sprach im Vorwort seiner Komödie vom »Missbrauch jeden Standes«. Die Ständegesellschaft mag untergegangen sein, doch weniger sichtbare Abhängigkeitsverhältnisse ermöglichen bis heute den Missbrauch der Stellung, der Macht, des Geldes oder auch erotischer Anziehungskraft in quasi feudaler Manier, wo auch immer Menschen einander begegnen. Die Hochzeit des Figaro entfächert ein Kaleidoskop des menschlichen Lebens und Eros’: Arme treffen auf Reiche, Gebildete auf Ungebildete, Junge auf Alte; Pubertierende entdecken ihre Sexualität, Verlobte freuen sich auf die Hochzeit, in einer anderen Ehe kriselt es und ein Paar in den reiferen Jahren blickt – höchstens ein bisschen weise geworden – auf das Leben zurück. Regisseur Alexander Charim und sein Team führen wie unter einem Brennglas vor, wie an nur einem einzigen »tollen Tag« das ungeschriebene Regelwerk zwischenmenschlicher Beziehungen ins Rutschen geraten kann. Hierarchien verschieben sich, Geschlechtergrenzen werden getestet, aus Anarchie entsteht Freiheit – aber auch Gefahr. Welcher Neuanfang wird auf den Zusammenbruch des Althergebrachten folgen?

Um seine Hochzeit zu retten, ist der von Yoshiaki Kimura verkörperte Figaro bereit, das Äußerste zu wagen. Glücklicherweise ist Susanna (Cornelie Isenbürger) jedoch nicht allein auf den Beschützerinstinkt ihres Verlobten angewiesen, sondern ist voll und ganz in der Lage, selbst »ihre Frau zu stehen«, wenn Graf Almaviva, gesungen von Frank Dolphin Wong, ihr begehrlich zu nahe rückt. In der Partie der durch die notorische Untreue ihres Mannes gekränkten Gräfin Almaviva stellt sich das neue Ensemblemitglied Dušica Bijeli? erstmals dem Bielefelder Publikum vor. Aufkeimende erotische Gefühle stürzen Cherubino (Hasti Molavian) in größte Verwirrung. Alternierend übernimmt Susan Zarrabi in den Vorstellungen von November bis Januar die Rolle. Auch die junge Barbarina, dargestellt von dem neuen Ensemblemitglied Veronika Lee, muss erst lernen, sich im Spannungsfeld erotischer Kräfte zu behaupten. Marcellina (Nohad Becker) und Bartolo (Moon Soo Park) machen im Laufe des Tages überaus überraschende Entdeckungen, die sie ihr Leben neu überdenken lassen. Mit großer Lust an der Intrige spinnt Lorin Wey als Basilio seine Fäden.

Es singen und spielen der Bielefelder Opernchor sowie die Bielefelder Philharmoniker unter der Leitung von GMD Alexander Kalajdzic.

Die weiteren Vorstellungstermine 03.10. // 06.10. // 18.10. // 23.10. // 27.10. // …
Karten 0521 / 51 54 54 // www.theater-bielefeld.de

MUSIKALISCHE LEITUNG
Alexander Kalajdzic, geboren in Zagreb, Kroatien, begann seine musikalische Ausbildung mit sechs Jahren und gab ab dem achten Lebensjahr regelmäßig Konzerte als Pianist. Er gewann mehrere Preise bei Bundeswettbewerben und setzte anschließend sein Studium an der Musikhochschule in Wien fort, wo er die Dirigierklasse von Karl Österreicher mit Auszeichnung absolvierte. Darüber hinaus studierte er Klavier, Viola und Korrepetition. Schon während des Studiums dirigierte er Symphoniekonzerte mit den Zagreber Philharmonikern sowie dem Orchester des Kroatischen Rundfunks.

Sein beruflicher Weg führte ihn nach Krefeld-Mönchengladbach, wo er als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung erste Theatererfahrungen sammelte. Danach war er als Kapellmeister in München, als erster Dirigent des Nationaltheaters Weimar und von 2008 bis 2010 als 1. Kapellmeister am Nationaltheater Mannheim tätig, wo er sich ein großes Repertoire erarbeiten konnte. Er gastierte u. a. in den USA, Mexiko, Südafrika, Italien, Frankreich, in der Schweiz und in Tschechien.

Alexander Kalajdzic ist sowohl in der Oper als auch im Konzertbereich gefragt. Sein Repertoire reicht vom frühen Barock bis zur Moderne, wobei sein besonderes Interesse der französischen Musik gilt. So führte er fast das gesamte Orchesterwerk von Ravel und Debussy mehrmals auf. Auch war er lange Zeit als Liedbegleiter und Kammermusiker aktiv und hatte bis vor kurzem einen Lehrstuhl für Orchestererziehung
in Zagreb inne.

Alexander Kalajdzic leitet als GMD seit Spielzeitbeginn 2010/11 die musikalischen
Geschicke des Theaters Bielefeld und der Bielefelder Philharmoniker.

INSZENIERUNG
Alexander Charim studierte Germanistik und Geschichte in seiner Heimatstadt Wien. Als Regieassistent am Burgtheater Wien und an der Wiener Staatsoper arbeitete er unter anderem mit Luc Bondy und Peter Zadek. Von 2003 bis 2007 studierte er Schauspielregie an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin. Er inszenierte unter anderem an der Staatsoper Hannover, dem Schauspielhaus Wien, der Deutschen Oper Berlin, dem Theater Basel, dem Theater St. Pölten, der Oper Frankfurt, dem Staatstheater Karlsruhe, dem Theater Aachen, dem Theater Osnabrück, den Kunstfestspielen Hannover, dem Radialsystem Berlin, dem Theater Chur, den Operadagen Rotterdam und dem Theater Trier. Zu seinen letzten Arbeiten gehörten Castor et Pollux von Rameau an der Staatsoper Hannover, Carousel von Rodgers/Hammerstein am Theater Basel, Dantons Tod von Georg Büchner am Theater Osnabrück und Prinz Friedrich von Homburg von Heinrich von Kleist am Hans-Otto-Theater Potsdam. Alexander Charim war Stipendiat der Akademie Musiktheater Heute bei der Deutschen Bank Stiftung und wurde 2015 für seine Inszenierung von Franz Grillparzers Weh dem, der lügt! am Theater St. Pölten für den Nestroy-Preis nominiert. 2016 erhielt er den Dr.-Otto-Kasten-Preis der Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins. Für seine Inszenierung von Kaurismäkis Lichter der Vorstadt am Landestheater Niederösterreich hat er den Wiener Theaterpreis Nestroy 2016 in der Kategorie Beste Bundesländer Aufführung erhalten. Am Theater Bielefeld inszenierte er bereits Massenets Oper Werther.

BÜHNE
Der Bildende Künstler und Bühnenbildner Ivan Bazak, geboren 1980 in der Ukraine, studierte an der Akademie der Bildenden Künste und Architektur in Kiew Malerei und Bühnenbild. Von 2001 bis 2006 absolvierte er ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf und war von 2005 bis 2006 Meisterschüler bei Karl Kneidl. Seine bildnerischen Werke wurden auf zahlreichen internationalen Ausstellungen und Biennalen gezeigt. Seit 2006 ist er als freier Bühnen- und Kostümbildner für Schauspiel, Tanz- und Musiktheater tätig. Es entstanden Arbeiten u. a. am HAU, am Theater Osnabrück, an der Staatsoper Hannover, an der Deutschen Oper Berlin, am Theater Bielefeld, am Volkstheater Wien und am Theater Basel. 2008 wurde Bazak mit dem Henkel-Kunst-Preis (Wien) ausgezeichnet. Für die Ausstattung der Produktion Johnny Breitwieser am Schauspielhaus Wien (2014) erhielt Ivan Bazak 2015 den renommierten österreichischen Nestroy-Theaterpreis.

KOSTÜME
Aurel Lenfert wurde 1971 in Recklinghausen geboren und absolvierte eine Tischlerlehre in Köln. Er studierte Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Kneidl, dessen Meisterschüler er 2004 wurde. Erste Engagements führten ihn als Bühnenbild- und Kostümbildassistent ans Berliner Ensemble, an das Deutsche Theater Berlin, die Oper und das Schauspiel Frankfurt, die Wiener Festwochen, die Staatstheater Stuttgart, die Hamburger Kammerspiele, das Düsseldorfer Schauspielhaus und das Wiener Burgtheater. Er arbeitete dabei u. a. mit Peter Zadek, Peter Palitzsch, Andrea Breth, Karin Beier und Hans Neuenfels zusammen. Seit 2003 arbeitet Aurel Lenfert freischaffend als Bühnen- und Kostümbildner, u. a. an der Staatsoper u. Schauspiel Stuttgart, Burgtheater Wien, Schauspielhaus Wien, Bregenzer Festspiele, Thalia Theater Hamburg, Nationaltheater Mannheim, Staatsoper und Schauspiel Hannover, Staatsschauspiel Dresden, Centraltheater Leipzig, Theater Magdeburg, Stadttheater Klagenfurt, Landestheater Linz, Konzert Theater Bern, den Salzburger Festspielen und dem Festival Avignon. Er arbeitet unter anderem mit Bernd Liepold-Mosser, Claudia Meyer, Cornelia Rainer, Roger Vontobel und Susanne Lietzow. Mit Alexander Charim verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit.

BESETZUNG
Figaro Yoshiaki Kimura
Susanna, seine Verlobte Cornelie Isenbürger
Graf Almaviva Frank Dolphin Wong
Gräfin Almaviva Dušica Bijeli?
Cherubino, Page des Grafen Hasti Molavian / Susan Zarrabi
Marcellina Nohad Becker
Bartolo Moon Soo Park
Basilio, Musiklehrer Lorin Wey
Barbarina Veronika Lee
Don Curzio, Richter Dumitru-Bogdan Sandu
Antonio Tae-Woon Jung

—| Pressemeldung Theater Bielefeld |—

Berlin, Staatsoper Unter den Linden, Rückblick 2018/19 – Ausblick 2019/20, IOCO Aktuell, 06.07.2019

Staatsoper unter den Linden

Staatsoper Unter den Linden - Im Traum © Max Lautenschläger

Staatsoper Unter den Linden – Im Traum © Max Lautenschläger

Staatsoper Unter den Linden – Rückblick, Ausblick

91% Auslastung – 45.000 Besucher auf Bebelplatz – BAROCKTAGE Nov 2019

Mit TRISTAN UND ISOLDE, RIGOLETTO und SACRE endete am 30. Juni 2019 die Spielzeit 2018/19 an der Staatsoper Unter den Linden, die mit dem Begriff Furchtlos überschrieben war.

Insgesamt hat die Staatsoper Unter den Linden in der Spielzeit 2018/19 zu rund 290 Veranstaltungen eingeladen, darunter sieben Premieren (davon zwei Uraufführungen) und fünf Premieren im Rahmen von LINDEN 21 (mit drei weiteren Uraufführungen), zu 20 Opernwerken aus dem Repertoire und 90 Konzerten. Insgesamt wurde eine Auslastung von 91% erreicht. Über 235.000 Besucher kamen zu den Veranstaltungen der Staatsoper und Staatskapelle in Berlin. Die ersten BAROCKTAGE zogen in zehn Tagen mehr als 15.000 Gäste aus 46 verschiedenen Ländern an. Zusätzlich erleben bei  STAATSOPER FÜR ALLE, das in diesem Jahr bereits zum 13. Mal stattfand, 45.000 Besucherinnen und Besucher auf dem Bebelplatz die Live-Übertragung von Wagners TRISTAN UND ISOLDE sowie das Open-Air-Konzert der Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim mit Jiyoon Lee als Solistin.

Staatsoper Für Alle – hier 2016 – Auf dem Bebelplatz
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Gastspiele führten Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin 2018/19 nach Hamburg, Dresden, Paris, Peking und Sydney. Einen Höhepunkt der Spielzeit 2018/19 bildete die Uraufführung von Beat Furrers VIOLETTER SCHNEE mit einem Libretto von  Händl Klaus, ein Auftragswerk der Staatsoper Unter den Linden in der Regie von Claus Guth und unter der musikalischen Leitung von Matthias Pintscher mit Anna Prohaska, Elsa Dreisig, Gyula Orendt, Georg Nigl, Otto Katzameier und Martina Gedeck. Das Herzstück der ersten BAROCKTAGE war die Premiere von Jean-Philippe Rameaus HIPPOLYTE ET ARICIE mit Olafur  Eliasson als Bühnen- und Kostümbildner sowie Lichtgestalter und in der Regie von Aletta Collins. Im Rahmen des Sergej Prokofjew-Schwerpunkts in der Spielzeit 2018/19 war seine Komödie DIE VERLOBUNG IM KLOSTER erstmals seit 1958 wieder an der Berliner Staatsoper zu erleben.

Die Verlobung im Koster – Sergej Prokofjew
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Die FESTTAGE-Premiere wurde inszeniert von Dmitri Tcherniakov und dirigiert von Daniel Barenboim. Jörg Widmanns Oper BABYLON wurde erstmals nach ihrer Münchener Uraufführung 2012 in einer überarbeiteten Fassung aufgeführt (Regie: Andreas Kriegenburg / Musikalische Leitung: Christopher Ward). Zu den weiteren ausverkauften Neuproduktionen zählten Mozarts DIE ZAUBERFLÖTE in der Regie von Yuval Sharon und Bartlett Shers Interpretation von Verdis RIGOLETTO.

MEDEA – Luigi Cherubini
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Die Eröffnungspremiere der Spielzeit 2018/19 war Luigi Cherubinis MEDEA (Trailer oben) in der Regie von Andrea Breth, unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim und mit Sonya Yoncheva, die ihr Rollendebüt in der Titelpartie gab. Die Premiere fand am 7. Oktober statt, da die Staatsoper Unter den Linden am 3. Oktober 2018 Gastgeber für den Festakt zum Tag der Deutschen Einheit war. Neben acht Abonnementkonzerten der Staatskapelle Berlin, eröffneten Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin in dieser Spielzeit erneut das Musikfest Berlin, diesmal mit Werken von Pierre Boulez und Igor Strawinsky, und spielten das zweite KONZERT FÜR BERLIN bei freiem Eintritt im Opernhaus. Im November 2018 gastierten die Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim mit dem Brahms-Zyklus in Peking im National Centre for the Performing Arts (NCPA) und im Konzertsaal des Sydney Opera House. In Berlin waren die vier Brahms-Sinfonien bei den Abonnementkonzerten III und IV zu erleben.

Die Staatsoper Unter den Linden erreichte in der Saison 2018/19 eine gute aber nicht außergewöhnliche Auslastung von 91%. Zum Vergleich die Auslastungen anderer Theater: Bayerische Staatsoper München 95%,  Komische Oper Berlin 90,5%, Staatsoper Wien 99%, Rheinoper Düsseldorf 73%, Staatsoper Hamburg 75%.

Bei den BAROCKTAGE-Konzerten lag der Schwerpunkt auf Werken von Claudio Monteverdi und Jean-Philippe Rameau. Es traten zahlreiche namhafte Gastensembles und –solisten  auf, darunter die Akademie für Alte Musik, Marc Minkowski mit Les Musiciens du Louvre, Les Talens Lyriques mit Christophe Rousset,  Voces Suaves, Le Concert des Nations und Jordi Savall, Alexandre Tharaud, Christophe Rousset, Dorothee Oberlinger und Dmitry Sinkovsky.

Die Zauberflöte – Wolfgang Amadeus Mozart
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Bei den FESTTAGE-Konzerten waren erneut die Wiener Philharmoniker zu Gast, beim Konzert der Staatskapelle Berlin mit Verdis Quattro pezzi sacri sowie Arien aus Opern für Sopran und Orchester trat Aida Garifullina als Solistin auf. Darüber hinaus gab das Opernkinderorchester unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim und Max Renne im Rahmen der FESTTAGE sein umjubeltes Debütkonzert mit Rolando Villazón und Serena Sáenz als Solisten. Im Rahmen von LINDEN 21 zählten in der Saison 2018/19 die Uraufführungen der Kammeroper USHER mit Musik von Claude Debussy und Annelies Van Parys sowie von HIMMELERDE von Familie Flöz und der Musicbanda Franui zu den stark beachteten Produktionen. Große Erfolge feierten darüber hinaus Claude Viviers KOPERNIKUS und die diesjährige Aufführung des Kinderopernhauses Unter den Linden DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN.

Das Kinderopernhaus hat mittlerweile Partner in sechs Berliner Bezirken (Mitte, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Reinickendorf, Treptow-Köpenick, Friedrichshain-Kreuzberg), mit Kinderopernhäusern in Lichtenberg, Marzahn und in der Staatsoper Unter den Linden. Am 27. August 2019 um 19 Uhr findet im Beisein des Intendanten Matthias Schulz und der Stadträtin Katrin Schultze-Berndt die offizielle Eröffnung des vierten Kinderopernhauses, in Reinickendorf, statt. Daneben gibt es seit Beginn der Spielzeit 2018/19 insgesamt zehn Kinderoper-AGs an kooperierenden Grundschulen. Insgesamt werden Hunderte von Kindern aus allen Berliner Bezirken erreicht, die zum Teil erstmals mit der Kunstform Oper in Berührung kommen.

Ausblick Auftakt Saison 2019/20:  Den Auftakt der Spielzeit 2019/20, die mit dem Begriff Schamlos überschrieben ist, bildet das Eröffnungsfest am 31. August mit einem bunten Programm im Haus Unter den Linden, im Intendanzgebäude, im Probenzentrum und auf dem Grünen Bebelplatz direkt neben der Oper. Die erste Vorstellung der neuen Saison ist bereits am 18. August Sasha Waltz’ Inszenierung von Purcells DIDO & AENEAS.

Rheingold – Richard Wagner – Premiere 2010 im Schiller Theater
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Ein Highlight des Repertoires ist im September 2019 die Wiederaufnahme von Wagners  Ring-Zyklus in der Inszenierung von Guy Cassiers und unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim. (IOCO – Anmerkung: Die Vorstellungen 7.9. und 21.9.2019 sind bereits ausverkauft). Die Eröffnungspremiere der Spielzeit ist am 3. Oktober Otto Nicolais DIE LUSTIGEN WEIBER VON WINDSOR in der Regie von David Bösch und unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim. Die erste Neuproduktion im Rahmen von LINDEN 21 ist am 25. Oktober die Uraufführung von LOVE, YOU SON OF A BITCH, eine Musiktheaterperformance von Letizia Renzini mit Musik von Alessandro und Domenico Scarlatti. Vom 1. bis 10. November 2019 findet die zweite Ausgabe der BAROCKTAGE statt, die sich Werken von Alessandro Scarlatti und Henry Purcell widmen. Neben einer Neuproduktion (Scarlattis Oratorium IL PRIMO OMICIDIO, eine Koproduktion mit der Opéra national de Paris und dem Teatro Massimo in Palermo) und zwei Wiederaufnahmen von Opern Purcells auf der großen Bühne umfasst das Programm wieder zahlreiche Konzerte mit namhaften Gästen.

2020 blickt die Staatskapelle Berlin auf ihr bereits 450-jähriges Bestehen zurück. Dieses Jubiläum wird im Kalenderjahr 2020 – über die Spielzeiten 2019/20 sowie 2020/21 hinweg – gefeiert.

—| IOCO Aktuell Staatsoper unter den Linden |—

Stuttgart, Oper Stuttgart, Der Gefangene – Das Gehege, IOCO Kritik, 02.05.2018

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Oper Stuttgart

 Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Opernhaus Stuttgart © Martin Siegmund

Der Gefangene – Das Gehege

– Die Freiheit im Leben – Die Wahrheit in der Kunst –

Von Peter Schlang

Mit einem  aufrüttelnden wie bedrückenden Doppelabend, an dem die Regisseurin Andrea Breth erstmals Luigi Dallapiccolas Der Gefangene aus dem Jahr 1949 und Wolfgang Rihms Das Gehege aus dem Jahr 2006 zusammenspannt, setzte die Staatsoper Stuttgart  mit der vorletzten Neu-Inszenierung dieser Spielzeit für die große Opernbühne ihr bewundernswertes Engagement für die zeitgenössische Oper fort und eindrucksvoll unter Beweis. Nachdem diese Koproduktion mit dem Théâtre Royal de la Monnaie bereits im Januar in Brüssel begeistert gefeiert worden war, läutete die Stuttgarter Premiere am 26. April nun den Reigen der letzten Premieren und Wiederaufnahmen in Jossi Wielers drei abschließenden Monaten als Intendant der Stuttgarter Oper ein. Und obwohl zwischen der Entstehung von Dallapiccolas zweiteiligem Werk und Rihms Einakter nach der Finalszene von Botho Strauß‘ „Schlusschor“ beinahe 60 Jahre liegen, ist deren Koppelung musikalisch wie dramaturgisch durchaus sinnvoll und offenbart viele interessante Einsichten. So wohnt nicht nur beiden Werken ein gewisser musikalischer Modellcharakter inne, sie besitzen bzw. besaßen auch große gesellschaftspolitische Aktualität und eindringliche ästhetische und künstlerische Symbolkraft.

Oper Stuttgart / Der Gefangene - hier : Georg Nigl als Der Gefangene © Bernd Uhlig

Oper Stuttgart / Der Gefangene – hier : Georg Nigl als Der Gefangene © Bernd Uhlig

Im Werk des 1904 im damals zu Österreich-Ungarn gehörenden Istrien geborenen Luigi Dallapiccolas, das zwar unmittelbar nach Ende des zweiten Weltkriegs entstand, aber  im auf zwei Quellen beruhenden Libretto zur Zeit der spanischen Besetzung der Niederlande  und der Inquisition im 16. Jahrhundert angesiedelt ist,  geht es um das Streben nach persönlicher Freiheit und Souveränität in einem Umfeld totalitärer Unterdrückung:  Ein zum Tode verurteilter politischer Gefangener schöpft aus dem Umstand, dass ihn sein Aufseher mehrmals als „Bruder“ bezeichnet und gar nach der letzten Begegnung die Tür seines Kerkers offen lässt, Hoffnung auf Überleben und Freiheit. Doch der Gefängniswärter ist keineswegs ein heimlicher Unterstützer des flämischen Freiheitskampfes, sondern steht voll hinter dessen Unterdrückung durch die spanische Besatzungsmacht. Ja, auf unheimliche, geheimnisvolle Weise ist er sogar mit dem spanischen Großinquisitor identisch, in dessen Armen sich der vermeintlich seiner Freiheit zustrebende Häftling am Ende wiederfindet und von dort geradewegs zum Scheiterhaufen geführt wird.

Für die zeitlose  und alle Ländergrenzen überschreitende Metapher auf das hoffnungslose Ausgeliefertsein des Individuums an eine autoritäre Staatsgewalt und die Ohnmacht gegenüber politischer Willkür finden die Regisseurin und ihr Bühnenbildner Martin Zehetgruber bedrückende, ja geradezu trostlose Bilder. Auf der schwarzen Bühne, auf der nur schwach Konturen von Wänden zu erkennen sind, kauert der Gefangene zu Beginn in einem rostigen Käfig, der sich bei der  eingebildeten Flucht zu einem wahren Labyrinth  aus vergitterten Boxen multipliziert.

Oper Stuttgart / Der Gefangene - hier : John Graham-Hall als Kerkermeister und Georg Nigl als Der Gefangene © Bernd Uhlig

Oper Stuttgart / Der Gefangene – hier : John Graham-Hall als Kerkermeister und Georg Nigl als Der Gefangene © Bernd Uhlig

In der zentralen, das gesamte fünfzigminütige Werk beherrschenden Figur des Gefangenen ist Georg Nigl, der schon mehrfach in zeitgenössischen Opern in Stuttgart überzeugende österreichische Bariton, der Star nicht nur dieses ersten Teils, sondern (als stumm Mitspielender in dessen zweitem Teil) des gesamten unter die Haut gehenden Opernabends. Wie er sich durch diese auf der Zwölftontechnik basierenden, aber auch von früheren musikalischen Epochen und Stilen beeinflussten äußerst farbigen, sinnlichen und höchst expressiven Partitur und Rolle stammelt, stöhnt, haucht und klagt – gerade auch im imaginären Zwiegespräch mit seiner Mutter – hat nicht nur etwas höchst Berührendes, sondern ist von so großer musikalischer Eindringlichkeit und darstellerischer Unmittelbarkeit und Wucht, dass dieser begnadete Sänger-Darsteller am Ende zu Recht mit Ovationen und Jubel überschüttet wird.

Großen Anteil am überragenden Erfolg dieser ersten Hälfte des Premierenabends  haben aber auch nicht nur die erstmals an der Stuttgarter Oper agierende spanische Sopranistin Ángeles Blancas Gulín als Mutter und der schon in zwei hiesigen Produktionen erfolgreiche englische Tenor John Graham-Hall in den ineinander verschmelzenden Rollen des Kerkermeisters und Großinquisitors, sondern auch die raffinierte und jedes Detail  betonende  Lichtregie Alexander Koppelmanns.

Diese setzt nicht nur gleich zu Beginn einen unvergesslichen Akzent, wenn sie einzig das Gesicht der Mutter in helles Licht taucht, während alles andere im undurchdringlichen Dunkel bleibt, sondern lässt auch am Ende des Stücks durch einen zwar schmalen, aber das Dunkel zerteilenden Lichtstrahl zumindest  ein wenig die Hoffnung auf die dem Gefangenen noch versagte Freiheit und eine hellere, menschlichere Zukunft aufblitzen.

Oper Stuttgart / Das Gehege - hier : Angeles Blancas Gulin als Frau und Julian Hubbard © Bernd Uhlig

Oper Stuttgart / Das Gehege – hier : Angeles Blancas Gulin als Frau und Julian Hubbard © Bernd Uhlig

Dass der zweite Teil des verdienstvollen Abends in seiner dramaturgischen Spannung und Dichte nicht ganz an dessen erster Hälfte heranreicht, liegt weder an den Ausführenden noch an der Musik des 1952 in Karlsruhe geborenen Wolfgang Rihm, sondern ist vor allem der eher schmalen Aussage und begrenzten dramaturgischen Tragfähigkeit des Finales von Botho Strauss‘ 1991 uraufgeführtem  Wendedrama Schlusschor zuzuschreiben. In dieser vom Komponisten eins zu eins übernommenen Szene schleicht in der Nacht des Mauerfalls eine Frau in das Gehege eines Adlers im Berliner Zoo und versucht, das Tier in die Freiheit zu locken, wobei diese Absicht deutlich verführerisch-erotische Züge trägt. Da aber weder die Versprechungen der offenbar schwer traumatisierten und triebgestörten Frau noch ihre Provokationen und Beleidigungen  den Adler aus seiner Apathie und Trägheit zu verlocken vermögen, tötet die Frau das Tier mit einem mitgebrachten Messer. Sicherlich kann man diese Sequenz als Unbehagen an der deutsch-deutschen Wiedervereinigung, als Enttäuschung über deren unbefriedigende Umsetzung oder gar als insgesamt gescheitertes Unterfangen deuten. (Die Vereinigung der konservativ denkenden Frau mit dem – bundesdeutschen – Adler findet ebenso wenig statt wie „der Zusammenschluss von Vergangenheit und Zukunft, Tradition und Macht sowie Körper und Sprache.“) Auch der Bedeutungsverlust von Kategorien wie Pathos, Heimat und Nationalbewusstsein, von Botho Strauss immerhin schon 1991 und damit eine Generation vor den national-konservativen Demagogen der AfD beklagt, können  als Zugang zum Verständnis der Textvorlage in Betracht gezogen werden. Gemessen am existenziellen Thema der Zerstörung der Freiheit bedarf es dann aber doch vor allem des überspannten und eher symbolischen Bindeglieds der Häftling-Wärter-Beziehung, um die beiden Teile des Abends inhaltlich und dramaturgisch  miteinander zu verknüpfen. Dazu dienen Regisseurin und Bühnenbildner auch das Zitat des Käfigs aus Dallapiccolas Oper, der nun als verschachtelte Voliere des Adlers den gesamten Bühnenraum einnimmt.

Dafür, dass die Allianz der beiden Stücke aber letztendlich doch funktioniert und den zuhörenden Betrachter an die Stuhlkante zieht, sorgen ohne Einschränkung  die Partitur Rihms, dieses universal gebildeten, höchst empathischen und sensiblen Künstlers, und die darin angelegte äußerst expressive, oszillierende, packende Musik, die den Hörer vom ersten Takt in ihren Bann zieht. Neben dem satten, sich aus vielen Quellen speisenden, sehr kantablen Orchestersatz, der nicht nur Beethovens „Ode an die Freude“ paraphrasiert, sondern auch Tristan-Anklänge aufblitzen lässt, ist es auch hier wieder die Protagonistin, welche das Stück musikalisch und auch darstellerisch zu einem Ereignis macht.  Ángeles Blancas Gulín in der Rolle der sprachlich wie letzten Endes auch handelnd übergriffigen Frau – bei Botho Strauss heißt sie Anita Schastorf – erfüllt die immensen Anforderungen an diese fast mörderische Partie von Anfang an und in jedem Moment. Mit betörenden Glissandi sucht sie Zugang zum von ihr beschriebenen und  während des Stücks von den fünf männlichen Darstellern aus dem „Gefangenen“ stumm gespielten Adler. Und als  ihre Annäherungs- und Überzeugungsversuche zu scheitern drohen, balzt sie geradezu stimmlich vor dem Objekt ihrer Begierde und girrt und gurrt dieses förmlich an, wobei sie die unglaublichsten Körperstellungen einnimmt und damit ihrer gesamten Darstellung artistische Züge verleiht. Der ihr dafür am Schluss zuteilwerdende Applaus ist kaum weniger stürmisch als bei ihrem Kollegen Nigl.

Oper Stuttgart / Das Gehege - hier : Angeles Blancas Gulin die Frau und Julian Hubbard © Bernd Uhlig

Oper Stuttgart / Das Gehege – hier : Angeles Blancas Gulin die Frau und Julian Hubbard © Bernd Uhlig

Völlig zu Recht begeistert gefeiert werden aber auch das Staatsorchester Stuttgart und der diesem an diesem denkwürdigen Abend vorstehende Frank Ollu. Er steuert das Orchester jederzeit sicher und aufmerksam durch die beiden höchst anspruchsvollen Partituren, legt deren Klangschichten frei und führt sie zu einem machtvollen Ganzen, wo dies notwendig ist. So lässt er die Musik ungehindert fließen und von Visionen, Träumen und Enttäuschungen erzählen, was der Sängerin und ihren Kollegen auch deshalb problemlos gelingt, weil sie vom Orchester jederzeit mehr stützend und tragend begleitet als zugedeckt und übertöntt werden.

So bleibt am Ende dieses gut zweistündigen, äußerst spannenden und stets kurzweiligen Opernereignisses die Erkenntnis, dass die zeitgenössische Oper ihren festen Platz im Repertoire unserer Opernhäuser haben muss, ja hat und  dass ihre Realisierung, zumindest wenn sie so hoch professionell dargeboten wird wie in Brüssel und Stuttgart, die Menschen zu fesseln und ihnen neue Zugänge zum Verständnis der Welt und zum Suchen der Wahrheit zu erschließen vermag.

Der Gefangene – Das Gehege an der Staatsoper Suttgart;  weitere Vorstellungen 21. und 26. Mai sowie 09., 16. und 25. Juni 2018

Berlin, Staatsoper im Schillertheater, INFEKTION! 2017, 25. Juni bis 14. Juli 2017

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Staatsoper im Schiller Theater

Staatsoper im Schillertheater © Thomas Bartilla

Staatsoper im Schillertheater © Thomas Bartilla

25. Juni bis 14. Juli: INFEKTION! 2017 mit vier Musiktheaterpremieren und diversen Konzerten – Festivalpässe ermöglichen den Besuch zum Einheitspreis

Vom 25. Juni bis 14. Juli findet an der Berliner Staatsoper zum siebten Mal das Festival für Neues Musiktheater INFEKTION! statt. Im Zentrum des mehrwöchigen Festivals, das traditionell am Ende der Spielzeit steht, stehen die Premieren von zwei Kammeropern aus den späten 1970er bzw. frühen 1980er Jahren. Eröffnet wird die diesjährige Ausgabe von INFEKTION! am 25. Juni auf der Werkstattbühne mit Aribert Reimanns »Die Gespenstersonate«, basierend auf der literarischen Vorlage von August Strindberg. Es inszeniert Otto Katzameier, der damit erstmals an der Staatsoper Berlin als Regisseur arbeitet.

Ab 5. Juli ist Wolfgang Rihms Kammeroper »Jakob Lenz« in der Regie von Andrea Breth im Schiller Theater zu erleben. Für diese Inszenierung, eine Koproduktion der Berliner Staatsoper mit der Oper Stuttgart und dem Théâtre Royal de la Monnaie / de Munt Brüssel, erhielt Andrea Breth 2015 den FAUST-Preis in der Kategorie »Regie Musiktheater«.

Die Titelpartie singt, wie bei der Premiere an der Oper Stuttgart 2014, Georg Nigl. Wenige Tage vor der Premiere, am 2. Juli, wird der Bariton Georg Nigl außerdem gemeinsam mit dem Pianisten Alexander Melnikov ein Liedrecital im Gläsernen Foyer gestalten. Neben Liedern von Schubert und Brahms steht auch der Liedzyklus »Dort wie hier« von Wolfgang Rihm auf dem Programm.

An die Produktion »Jakob Lenz« anknüpfend findet am 8. Juli in der Werkstatt ein Symposion in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität Berlin statt, das sich Reflexionen über das Musiktheater von Wolfgang Rihm widmet. Bei »Lenz.Leben – Laut.Malen«, einer Hommage an Georg Büchner, am 11. Juli in der Werkstatt, widmet sich ein Künstlertrio um den Schauspieler Hans Kremer dem Schaffen des Dichters. Der Abend verbindet Wort, Musik und Malerei – neben diversen Texten erklingen Klavierkompositionen und es wird live gezeichnet und projiziert.

Mit der Premiere von »Eine kleine Sehnsucht« am 28. Juni begibt sich die Staatsoper auf neues Terrain: Erstmals dient das neben dem Schiller Theater gelegene legendäre Café Keese als Spielstätte.

Auf dem Programm steht eine literarisch-musikalische Collage mit Unterhaltungs- und Tanzmusik aus den 30er-Jahren sowie mit Texten von u. a. Kurt Tucholsky, Mascha Kaléko und Erich Kästner. Es singen die Ensemblesolistinnen Adriane Queiroz und Katharina Kammerloher sowie Mitglieder des Staatsopernchors, als Schauspieler sind Daniela Ziegler und Ralph Morgenstern beteiligt, außerdem ein Tanzpaar; Regie führt Beate Baron. Ein Adieu an Charlottenburg der besonderen Art.

Am 6. Juli lädt das Minguet Quartett zu einem Kammerkonzert-Quartettabend mit einem Schwerpunkt auf Wolfgang Rihm in den großen Saal des Schiller Theaters. Darüber hinaus finden im Gläsernen Foyer eine Reihe von Kammerkonzerten, die »Infektions-Kammern« statt, die jeweils einen Komponisten (bzw. eine musikalische Kultur) ins Zentrum stellen. Das Konzert am 7. Juli ist der französischen Avantgardemusik der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute gewidmet, am 9. Juli erklingen Lieder und Instrumentalwerke aus Russland bzw. der Sowjetunion, und die Konzerte am 11. und 13. Juli stellen das Schaffen des rumänisch-ungarischen Komponisten György Kurtág in den Fokus.

Abgerundet wird das Festival durch die Werkstatt-Premiere von »Ouropera« am 13. Juli, dem neuen Projekt des Jugendklubs und des Jugendchors der Staatsoper, das von den Jugendlichen selbst entwickelt wird, inspiriert durch John Cages »Europeras« und angereichert durch eigene Ideen, sich der Kunstform Oper zu nähern und sich mit ihr in Beziehung zu setzen.

Auch in diesem Jahr bietet die Staatsoper einen Festivalpass an, der einmalig 15€ kostet. Inhaber des Festivalpasses können nach Verfügbarkeit für beliebig viele Veranstaltungen des Festivals bis zu 2 Tickets pro Vorstellung zum Einheitspreis von 15€ (Schiller Theater) und 10€ (Werkstatt, Café Keese, Gläsernes Foyer) buchen. Als Extra gibt es den Festivalbeutel INFEKTION! gratis dazu.

Erhältlich ist der Festivalpass online unter www.staatsoper-berlin.de, telefonisch unter +49(0)30-20 35 45 55, an der Theaterkasse im Foyer des Schiller Theaters oder an der Ticket-Box auf dem Bebelplatz.

INFEKTION! Festival für Neues Musiktheater
25. Juni bis 14. Juli 2017
Staatsoper im Schiller Theater Alle Termine, Tickets sowie weitere Informationen unter Tel. 030 20354-555 und www.staatsoperberlin.de

—| Pressemeldung Staatsoper im Schillertheater |—

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