Annaberg-Buchholz, Eduard von Winterstein Theater, Spielplan Oktober 2016

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Eduard von Winterstein Theater

Spielplan des Eduard-von-Winterstein-Theaters im Oktober 2016

Sa 1.10. 19.30 Così fan tutte
Opera buffa in zwei Akten
von Wolfgang Amadé Mozart


So 2.10. 11.00 Premierenschaufenster Foyer
Charleys Tante
19.00 Angst essen Seele auf
von Rainer Werner Fassbinder


Mo 3.10. 11.00 Zuschauergespräch Foyer
19.00 Don Pasquale
Komische Oper in drei Akten
Von Gaëtano Donizetti


Do 6.10. 10.00 Hexe Hillary und der beleidigte Kontrabass Studiobühne
Ein Musiktheater für Kinder ab 4 Jahren
von Peter Lund


Fr 7.10. 20.00 Warum die Zitronen sauer sind Studiobühne
Ein Heinz-Erhardt-Abend


Sa 8.10. 20.00 PREMIERE The Last five Years Studiobühne
Kammermusical
von Jason Robert Brown


So 9.10. 10.30 Spielraum Die kleine Meerjungfrau Studiobühne
Bianca Heuser
ab 4 Jahren
19.00 PREMIERE Charleys Tante
Komödie von Brandon Thomas


Mo 10.10. 20.00 2. Philharmonisches Konzert
Werke von Edward Elgar und Peter Iljitsch Tschaikowski


Mi 12.10. 10.00 Hexe Hillary und der beleidigte Kontrabass Studiobühne
19.30 Charleys Tante Aktionstheatertag


Fr 14.10. 19.30 Charleys Tante


Sa 15.10. 19.30 Così fan tutte


So 16.10 15.00 Anatevka
Musical von Joseph Stein und Sheldon Harnick
Musik von Jerry Bock
20.00 The Last five Years Studiobühne


Di 18.10- 20.00 Warum die Zitronen sauer sind Studiobühne


Mi 19.10. 10.00 Tschick Studiobühne
von Wolfgang Herrndorf
Bühnenfassung von Robert Koall


Do 20.10. 20.00 The Last five Years Studiobühne


Fr 21.10. 19.30 Die 39 Stufen
Kriminalkomödie von Patrick Barlow
nach dem Film von Alfred Hitchcock


Sa 22.10. 19.30 Anatevka


So 23.10. 11.00 Premierenschaufenster Foyer
Der Wildschütz
15.00 Angst essen Seele auf
20.00 Crystal – Ein Stück Koma Studiobühne
THEATERJUGENDCLUB von Ric Turner anschließend Gespräch mit dem Drogenpräventionsteam der
Polizei


Sa 29.10. 18.00 Crystal – Ein Stück Koma Studiobühne
19.30 Charleys Tante


So 31.10. 19.00 PREMIERE Der Wildschütz
Komische Oper in drei Akten
von Albert Lortzing


Veranstaltungen außerhalb des Eduard-von-Winterstein-Theaters:

Do 27.10. 10.00 Crystal – Ein Stück Koma Alte Brauerei Annaberberg-Buchholz
THEATERJUGENDCLUB von Ric Turneranschließend Gespräch mit dem Drogenpräventionsteam der
Polizei

Der Konzertplan der Erzgebirgischen Philharmonie Aue sieht folgende Konzerte vor:

Sa 8.10. 19.30 2. Philharmonisches Konzert Kulturhaus Aue
Werke von Edward Elgar und Peter Iljitsch Tschaikowski


So 23.10. 16.00 Joseph Haydn: Die Schöpfung Stadtkirche Frauenstein
Oratorium für Soli, Chor und Orchester

—| Pressemeldung Eduard von Winterstein Theater |—

Wien, Volksoper Wien, Volksoper und Robert Meyer erfolgreich, IOCO Aktuell, 02.07.2016

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Volksoper Wien

Volksoper Wien © IOCO

Volksoper Wien © IOCO

 Die Volksoper Wien muß man erlebt haben!

316.000 Besucher in 2015/16 – Axel an der Himmelstür:  Ante portas!

Die Volksoper Wien ist nach der Wiener Staatsoper (2200 Plätze) das zweitgrößte Opernhaus in Wien. Operetten, Opern, Musicals und Ballett wird dort produziert. Mit 1261 Sitzplätzen ist es so groß wie die Opernhäuser in Frankfurt, Düsseldorf oder Hannover.

2015/16 blickt die Volksoper Wien blickt auf eine ihrer erfolgreichsten Saisons zurück. 316.000 Zuschauer haben in der Spielzeit die Volksoper besucht. Die Auslastung in Wien lag bei 83,23% Prozent. 303 Vorstellungen wurdenin der Saison 2015/16 geboten, neben 19 Repertoirestücken und vier Wiederaufnahmen feierten acht Neuproduktionen ihre erfolgreiche Premiere.

Wien / Volksoper - Robert Meyer als Don Quixote © Barbara Pálffy - Volksoper

Wien / Volksoper – Robert Meyer als Don Quixote © Barbara Pálffy – Volksoper

Eröffnet wurde die Saison mit Ralph Benatzkys Im weißen Rössl in der Regie von Josef E. Köpplinger mit Sigrid Hauser (Josepha Vogelhuber) und Daniel Prohaska (Leopold). Im Oktober träumte Robert Meyer als Don Quixote in Der Mann von La Mancha den unmöglichen Traum (Dirigent: Lorenz C. Aichner, Regie: Olivier Tambosi). Im November inszenierte Theatermagier Achim Freyer Mozarts Don Giovanni. Josef Wagner sang die Titelrolle, Jac von Steen dirigierte das Orchester der Volksoper Wien. Die Ballettpremiere Die Schneekönigin in der Choreographie von Michael Corder mit Olga Esina als eiskalte Herrscherin begeisterte Ballettfreunde ebenso wie Familien. Das klangprächtige Musical Kismet beschwor im Jänner die Glanzzeiten des Broadways herauf. Joseph R. Olefirowicz dirigierte die konzertanten Aufführungen des orientalischen Märchens, das auf Musik von Alexander Borodin beruht und als Auftakt zur Premiere von Fürst Igor im März gezeigt wurde. Borodins russische Nationaloper wurde von Thomas Schulte-Michels in Szene gesetzt. Unter der Leitung von Alfred Eschwé debütierte Sebastian Holecek als tragischer Titelheld. Der Februar stand ganz im Zeichen des Wiener Kongress und von Werner Richard Heymann, dessen 120. Geburtstag sich 2016 jährte. Robert Meyer inszenierte die Operette Der Kongress tanzt und intrigierte als Fürst Metternich. Die Doppelrolle Zar Alexander/Uralsky bot Boris Eder die Möglichkeit, alle Register seines komödiantischen Könnens zu ziehen. Die Arrangements stammten von Christian Kolonovits, der die Vorstellungen auch dirigierte. Karl Millöckers Operette Der Bettelstudent in der Regie von Anatol Preissler und unter der musikalischen Leitung von Wolfram Maria Märtig beendete im April den Premierenreigen, kurz bevor die Volksoper für ein dreiwöchiges Gastspiel nach Japan reiste.

Von 10.-30. Mai 2016 führte im Bunka Kaikan Theater in Tokio das Volksopern-Ensemble die Operetten Die Csárdásfürstin, Die Fledermaus und Die lustige Witwe aufgeführt. Trotz des enormen Personalaufwands – insgesamt waren 220 Personen an dem Gastspiel beteiligt – ging der Spielbetrieb in Wien ungestört weiter und die Wiederaufnahmen der Musicals Anatevka mit KS Kurt Rydl als Tevje und The Sound of Music sowie des Balletts Marie Antoinette sorgten für ein volles Haus.

 Premiere  Axel an der Himmelstür 

Wien / Volksoper in der Vorstellungspause © IOCO

Wien / Volksoper in der Vorstellungspause © IOCO

Seit Anfang Juni wird bereits für die Eröffnungspremiere der kommenden Saison geprobt. Am 17. September bringt Ralph Benatzkys Axel an der Himmelstür einen Hauch von Hollywood nach Wien. 80 Jahre nach der Uraufführung kommt die Geschichte rund um den Möchtegern-Reporter Axel, der seine große Chance hinter einer Story über den Kinostar Gloria Mills wittert, erstmals auf die Bühne der Volksoper. Die Hauptrolle der exzentrischen Hollywoodgöttin Gloria Mills gestaltet Bettina Mönch, Andreas Bieber heftet sich als Reporter Axel Swift an ihre Fersen. Die Regie liegt in den bewährten Händen von Peter Lund, Lorenz C. Aichner steht am Pult des Volksopernorchesters. PM Volksoper / IOCO

Bonn, Theater Bonn, Musicalpremiere: ANATEVKA von Jerry Bock, 13.03.2016

März 7, 2016 by  
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Theater Bonn

Theater Bonn © Thilo Beu

Theater Bonn © Thilo Beu

Premiere ANATEVKA [FIDDLER ON THE ROOF]  von Jerry Bock

Musical nach der Erzählung Tevje, der Milchmann von Scholem Aleichem
Buch von Joseph Stein | Gesangstexte von Sheldon Harnick
Deutsche Übersetzung von Rolf Merz und Gerhard Hagen

Premiere 13. März 2016 um 18 Uhr im Opernhaus, weitere Vorstellungen:
20 Mrz 18:00 H, 27 Mrz 16:00 H, 13 Apr 19:30 H, 30 Apr 18:00 H, 15 Mai 18:00
22 Mai 18:00 H, 03 Jun 19:30 H, 12 Jun 18:00 H, 15 Jun 19:30 H, 19 Jun 18:00
22 Jun 19:30

Über zehn Jahre war er nicht mehr auf der Bühne des Bonner Opernhauses zu erleben: Tevje, der Milchmann, mit seinen Sorgen um die richtige Verheiratung der Töchter und seinem großen Traum vom Reichtum. Bocks und Steins Erfolgsmusical ist auch über dreißig Jahre nach der Uraufführung sowohl mit seinen besinnlichen als auch mit seinen heiteren Seiten ein unvermindert frischer Evergreen des Repertoires. Mit Karl Absenger konnte ein Musicalspezialist für diese Produktion gewonnen werden, dessen Inszenierungen sich allenthalben zu wirklichen Publikumsrennern entwickelt haben.

Musikalische Leitung: Stephan Zilias [P] ) / Christopher Sprenger / Marco Medved
Inszenierung: Karl Absenger, Ausstattung: Karin FritzChoreographie, : Vladimir Snizek
Sounddesign: Stephan Mauel, Choreinstudierung: Marco Medved
Einstudierung Kinder- und Jugendchor: Ekaterina Klewitz
Regieassistenz: Katrin Bothe, Bühnenbildassistenz: Ansgar Baradoy
Kostümassistenz: Janina Wellens
Musikalische Assistenz: Marco Medved
Musikalische Einstudierung: Christopher Arpin, Christopher Sprenger, Adam Szmidt, Thomas Wise, Inspizienz: Karsten Sandleben
Soufflage: Stefanie Wüst
Regiehospitanz: Irina Janzen, Patricia Knebel

BESETZUNG:
Tevje – Gerhard Ernst, Golde – Anjara I. Bartz, Tzeitel, ältere Tochter – Sarah Laminger
Hodel, zweite Tochter – Maria Ladurner, Chava, dritte Tochter – Lisenka Kirkcaldy
Shprintze, vierte Tochter – Hannah Schiller* / Victoria Telegina*
Bielke, fünfte Tochter – Sierra Douglas* / Lola Eulitz*
Mottel Kamzoil, Schneider – Christian Georg
Schandel, Mottel Kamzoils Mutter und Oma Tzeitel, Goldes verstorbene Großmutter – Barbara Teuber, Perchik – Dennis Laubenthal
Lazar Wolf – Martin Tzonev,   und andere  Darsteller

—| Pressemeldung Theater Bonn |—

Mörbisch, Seefestspiele Mörbisch, Anatevka: Wenn ich einmal reich wär.., IOCO Kritik, 30.07.2014

Juli 31, 2014 by  
Filed under Kritiken, Musical, Seefestspiele Mörbisch

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www.seefestspiele-moerbisch.at

Musical Anatevka von Jerry Bock
Aufforderung zu Menschlichkeit, Humor und Aufbruch

Panorama des Bühnenbilds Anatevka © Seefestspiele Mörbisch

Panorama des Bühnenbilds Anatevka © Seefestspiele Mörbisch

Sommerzeit ist auch Festspielzeit.  Millionen von Menschen besuchen jeden Sommer spannendes, originelles, kultiges Theater. 600.000 Besucher verzaubert seit 1913 jedes Jahr der Belcanto in der Arena di Verona, Königin aller Festspiele. 58.000 verklärte Wagner-Fans besuchen seit 1876 jährlich die Festspiele Bayreuth. Doch auch die Seefestspiele Mörbisch, malerisch am Neusiedler See, sind mit großen Operetten- oder Musicalproduktionen in der Liga großer Festspiele seit Jahren fest etabliert. 2014 wird dort vom 10. Juli bis 23. August das melancholische Musical Anatevka  aufgeführt.

Seefestspiele Mörbisch / Anatevka / Bühne und Seekulisse © IOCO

Seefestspiele Mörbisch / Anatevka / Bühne und Seekulisse © IOCO

200.000 Besucher jährlich, 6.000 open-air Besucherplätze, eine riesige 2.600m² fassende Bühne und 62 Meter Portalweite sind markante Eckpunkte der Seefestspiele Mörbisch. 140 Lautsprecher ermöglichen „richtungsbezogenes Hören“. Orchester und Chor produzieren aus einem separierten Orchestersaal ein Klangerlebnis  in Studioqualität. Dazu Wasserfontänen, 16 Meter hohe Kulissen und mehr… Dies alles ohne öffentliche Subventionen!

Anatevka und Wasserfontänen © IOCO

Anatevka und Wasserfontänen © IOCO

Als Anatevka 1968 im Hamburger Operettenhaus mit Shmuel Rodensky in der Hauptpartie seine deutsche Uraufführung hatte, war es bereits weltbekannt; als Fiddler on the Roof hatte es 1964 in New York seine spektakuläre Uraufführung. Choreograph und Regisseur des Stücks, Jerome Robbins, hatte bereits mit Leonard Bernsteins West Side Story (1957) Welterfolge produziert. Joseph Stein schrieb die Handlung zu Anatevka, Jerry Bock die den Ostjuden so typische Musik und Sheldon Harnick die Liedtexte.

Seefestspiele Mörbisch / Anatevka Fiedler auf dem Dach © Seefestspiele Moerbisch

Seefestspiele Mörbisch / Anatevka Fiedler auf dem Dach © Seefestspiele Moerbisch

Anatevka alias Fiddler on the Roof ist die 1905 entstandene Geschichte über Menschlichkeit, Humor und Vertreibung. Der 1859 in der Nähe von Kiew geborene Yakow Rabinowitz beschreibt in seinem Buch Tevje, der Milchmann Leben und Vertreibung einer jüdischen Enklave aus ihrer Heimat, dem ukrainischen Ort Anatevka, zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Russischen Zarenreich gehörig. Rabinowitz nahm später den Künstlernamen Scholem Alejchem an: Hebräisch für „Friede sein mit Euch“. Als sein Stück um 1916 erstmals erschien hatte Scholem Alejchem wegen judenfeindlicher Pogrome seine russische Heimat längst verlassen. In New York fand der Bewahrer jiddischer Kultur seine neue Heimat und literarischen Erfolg. Sein Buch „Tevje“ war die Basis für Stein, Bock, Sheldon und Robbins und ihr erfolgreiches Musicals. Für den deutsche Sprachraum bedeutet Anatevka mehr als ein Musical: Nach Jahren der Unsicherheit beflügelte Anatevka  seit 1968 im deutschen Sprachraum den entspannten Umgang mit jüdischen Künstlern und jüdischer Kunst.

Seefestspiele Mörbisch / Anatevka Tevje der Milchmann © Seefestspiele Moerbisch

Seefestspiele Mörbisch / Anatevka Tevje der Milchmann © Seefestspiele Moerbisch

Auf der großen Seebühne Mörbisch zeichnen Regisseur Karl Absenger und sein Bühnenbildner Walter Vogelweider eine mitreissende, von Menschlichkeit, Humor und Wehmut geprägte Inszenierung. Ein authentisch jüdisches Schtetl Anatevka des Jahres 1905, mit Holzhäusern, Türmen und seinen Bewohnern in damaliges Leben stimmt die Besucher ein: Betende orthodoxe Juden, Seilchen springende Kinder, lebhafte Frauen. Der Milchmann Tevje (Gerhard Ernst) erklärt mit Beginn des Stückes die Tradition als zentrales Überlebensprinzip der Ostjuden in den schon damals brisanten Zeiten. Tradition, so Tevje, erhält Gleichgewicht, Friede und Eintracht der jüdischen Gemeinde, Tradition hilft, mit dem schweren Leben fertig zu werden. Sanfter jiddischer Humor ist  in der Inszenierung allgegenwärtig, Tevje klagt: „man lernt hebräisch nur schwer als Kind“. Ein Fiedler spielt dazu in luftiger Höhe Klezmermusik. Tevjes Frau Golde (Dagmar Schellenberger) macht sich derweil  kauzige Gedanken über möglichst gute Partien für ihre Töchter; „..willst Du einen mit Haaren, so heirate einen Affen..“; und beschwört die Heiratsvermittlerin Jente (Maria Mallé): „Jente, o Jente, bring uns einen Mann..“. Während Tevje seine Alltagssorgen mit Hilfe des Himmels heilen möchte, „Herr, schick uns die Medizin, die Krankheit haben wir schon!“ träumen die heiratsfähigen Töchter (Chava, Iris Graf; Hodel, Maria Ladurner; Zeitel, Bele Kumberger) von Heiratswünschen, welche denen der Eltern so gar nicht entsprechen. Bedrohliche Pogrom-Meldungen aus dem Nachbardorf, dort wurden alle Juden vertrieben, gehen unter im bunt gelassenen dörflichen Treiben. Melancholisch jiddischer Humor mit häufigem wie liebevollem Widerspruch zum „guten Buch“, der Bibel, machen die Inszenierung zu einer Erfahrung höchster Toleranz: „Moses hat allerhand geredet…“; „Gott hat gesagt, es werde Licht! …Aber nicht zu Dir!“; „Was lehrt die Bibel? Traue nie deinem Arbeitgeber!“; „Gott, wenn Du in der Nähe bist, mein Pferd lahmt noch!“.

Seefestspiele Mörbisch / Anatevka Tanz der Dorfbewohnerinnen © Seefestspiele Moerbisch

Seefestspiele Mörbisch / Anatevka Tanz der Dorfbewohnerinnen © Seefestspiele Moerbisch

Doch dann häufen sich im Leben des Schtetl Anatevka unerwartete Wendungen: Tochter Zeitel fleht darum, nicht den vom Vater erwählten Mann heiraten so hören; und wird erhört. Die dann folgende Hochzeitsfeier Zeitels mit dem armen Schneider Mottel (Erwin Belakowitsch) wird jedoch von marodierenden Soldaten gestört. Auch die beiden anderen Töchter von Tevje setzen ihre Liebesheiraten, selbst mit Andersgläubigen durch. Doch die Pogrome bedrohen nun auch Anatevka, die jüdischen Bewohner müssen ihr Dorf binnen drei Tagen verlassen. Tevje und die Dorfbewohner stellen sich den Gefahren pragmatisch wie weise. Sie entscheiden nicht zu kämpfen sondern Anatevka auf immer zu verlassen. „Was ist Anatevka? Nur ein Dorf! Vielleicht haben wir Juden deshalb immer einen Hut auf!“ Einer: „Wir ziehen nach Amerika!“, ein anderer, „Wir ziehen ins gelobte Land!“. Das Musical endet mit dem Abschied einer immer um körperliche wie kulturelle Existenz ringenden Dorfgemeinschaft aus Anatevka. Doch die Bewohner werden von Vertreibung nicht nieder gerungen: Anatevka ist nur ein Dorf!“

Seefestspiele Mörbisch / Anatevka Tanz der Flaschentraeger © Seefestspiele Moerbisch

Seefestspiele Mörbisch / Anatevka Tanz der Flaschentraeger © Seefestspiele Moerbisch

Imposante Kulissen verwandeln die riesige Seebühne von Mörbisch in das Schtetl Anatevka. Originelle, große und kleine Regieeinfälle, sprachlicher Charme und perfekte, textverständliche Akustik nehmen den Besucher mit. Die Inszenierung breitet die großen wie kleinen Geschichten jüdischen Alltags filigran aus. In Anatevka mischt sich  menschlicher Alltag immer mit List, Humor und lebensfrohem Überlebenssinn, dem  kraftmeierisches „Auf-den-Tisch-hauen“ wesensfremd ist, den nur das Streben um eine bessere, harmonische Zukunft leitet.

Die Vorstellung endet gegen 24 Uhr. Ein buntes Feuerwerk vor der nächtlichen  Naturkulisse des Neusiedler See verabschiedet tausende Besucher stimmunsvoll wie nachdenklich aus Anatevka.          IOCO / Viktor Jarosch / 31.07.2014

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