Linz, Landestheater Linz, CHESS – Musical von Anderson, Ulvaeus, Rice, IOCO Kritik, 25.06.2019


Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

 Chess – Musical von Benny Anderson, Björn Ulvaeus, Tim Rice

Wie damals Bobby Fischer –  Gefangener im Ost-West Konflikt

von Marcus Haimerl

Als 1962 John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow bemüht waren, die Kuba-Krise zu bewältigen, kam Tim Rice die Idee zu einem Musical über den Ost-West-Konflikt. 10 Jahre später blickte die Welt gespannt nach Island, wo Bobby Fischer und Boris Spasski ebenfalls in einen Ost-West-Konflikt involviert waren: Der Schauplatz war diesmal ein Schachbrett. Schach wurde so auch zum Musicalprojekt.

1980 trug Tim Rice die Idee erstmals Andrew Lloyd Webber vor. Dieser war aber mit den Arbeiten an Cats ausgelastet. Auf der Suche nach Komponisten schlug der New Yorker Theaterproduzent schließlich ABBA vor. Tim Rice fand überdies eine logische Erklärung: „Schach ist wunderbar, weil es Politik im Kleinen ist.“ Kein Wunder, dass Björn Ulvaeus und Benny Andersson von den vielen Ideen für ein Musical vom Thema Schach am meisten fasziniert waren.

Landestheater Linz / Musical Chess -  hier :  Ensemble © Sakher Salmonem

Landestheater Linz / Musical Chess – hier : Ensemble © Sakher Salmonem

Chess wurde erst einige Male konzertant aufgeführt, ehe es im Londoner Prince Edward Theatre für mehrere Jahre seine szenische Heimat fand. Chess spielt an zwei Orten, den Austragungsorten der Schachweltmeisterschaften: Meran und Bangkok. Der amerikanische Titelverteidiger Frederick Trumper trifft in Begleitung seiner Sekundantin Florence Vassy in der Südtiroler Stadt Meran auf seinen Gegner Anatoly Sergievsky. Während sich die Bevölkerung Merans auf das Turnier vorbereitet, weist Molokov, der Sekundant Sergievskys, auf die Bedeutung des Turniers mitten im Kalten Krieg hin.

Bereits das erste Spiel wird unterbrochen: Trumper fühlt sich gestört, er verlässt wütend den Spielort. Florence Vassy wirft dem russischen Sekundanten Molokov vor, dass die Störungen durch die russischen Regierungsvertreter veranlasst wurden. Molokov erinnert Florence an ihre eigene osteuropäische Herkunft, diese erwidert entrüstet, sie habe als Fünfjährige ihre Eltern verloren, als die Russen in Ungarn einmarschierten.

Trumper kündigt an, eine höhere Prämie ausgehandelt zu haben. Das Turnier geht weiter. An dessen Ende steht Anatoly Sergievsky als Gewinner fest. Trumper weist Florence die Schuld an seinem Versagen zu, da er beobachtet hatte, wie vertraulich Florence und Anatoly miteinander umgegangen sind. Gleichzeitig wird bekannt, dass Sergievsky im Westen um politisches Asyl angesucht hat.

 Landestheater Linz / Musical Chess - hier :   Lynsey Thurgar und Gernot Romic als Freddy Trumper © Sakher Salmonem

Landestheater Linz / Musical Chess – hier :   Lynsey Thurgar und Gernot Romic als Freddy Trumper © Sakher Salmonem

Bei der Weltmeisterschaft in Bangkok berichtet Frederick Trumper als TV-Experte. Anatoly Sergievsky spielt gegen den Russen Leonid Viigand. Florence und Anatoly sind mittlerweile ein Paar, jedoch haben die Russen seine Frau Svetlana nach Bangkok gebracht. Molokov setzt Svetlana unter Druck: Sie soll Anatoly zum Verlieren überreden. Gleichzeitig soll auch Florence’ Vater, der beim Einmarsch der Russen in Ungarn verschwand, aus der Haft entlassen werden.

Anatoly Sergievsky gewinnt trotz aller Versuchungen das Spiel gegen Leonid Viigand und nimmt in Kauf, Florence zu verlieren. Er kehrt aber freiwillig nach Russland zurück, um sich gegen Florence‘ Vater austauschen zu lassen, auch wenn niemand weiß, ob dieser tatsächlich noch lebt.

Das Landestheater Linz brachte das mit Ohrwürmern gespickte Musical halbszenisch zur Aufführung. Tom Bitterlich dirigierte das Bruckner Orchester Linz mit Zusatzband und bewies die Vielseitigkeit dieses außerordentlichen Orchesters mit einer einzigartigen Partitur zwischen Klassik, Pop und Rock. Für die unauffällige Inszenierung zeichnete Petra Jagušic verantwortlich, die Choreografie lag in den Händen von Lynsey Thurgar.

Den amerikanischen Schachspieler Freddy Trumper verkörperte Gernot Romic mit der notwendigen Egomanie und Arroganz; besonders feinfühlig bei seinem Song „Pity the Child“ im zweiten Teil, welches mit einem der bekanntesten Hits dieses Musicals, „One Night in Bangkok“, eröffnet. Anais Lueken begeisterte das Publikum in der zwischen zwei Männern hin- und hergerissenen Florence Vassy und konnte besonders mit  dem Hit dieses Musicals, „Heaven Help My Heart“, punkten.

In der Partie der Svetlana erlebt man die gebürtige Linzerin Hanna Kastner, die nicht nur mit ihrem Song „Someone Else’s Story“ überzeugte, sondern vielmehr im gemeinsamen Duett „I Know Him So Well“ gemeinsam mit Anais Lueken begeisterte.

Landestheater Linz / Musical Chess - hier :  Ariana Schirasi-Fard als Schiedsrichter © Sakher Salmonem

Landestheater Linz / Musical Chess – hier : Ariana Schirasi-Fard als Schiedsrichter © Sakher Salmonem

Als Schiedsrichter (Arbiter) verabschiedete sich Ariana Schirasi-Fard aus dem Musical Ensemble des Landestheater Linz und bewies hier nochmals ihr ganzes Können. Den größten Eindruck hinterließ sie bei ihrem Lied „Story of Chess“.

Großartige Leistungen erlebte man auch bei Darian Anderson Worrell als Alexander Molokov und Rafael Helbig-Kostka als Walter de Courcey. Mit der witzigsten Einlage des Abends sorgten Domen Fajfar und Christof Messner für vergnügliche Momente in ihrer ausgesprochen glaubwürdigen Darstellung skuriller Beamter der britischen Botschaft.

Mit der beeindruckendsten Leistung des Abends begeisterte Christian Fröhlich in der Rolle des Anatoly Sergievsky. Seine intelligente Rollengestaltung gepaart mit nobler Gesangskultur war das absolute Highlight dieses Abends. Christian Fröhlich war nicht nur vollkommen glaubhaft als der zwischen zwei Frauen und zwischen zwei Welten zerrissener Schachspieler, sondern auch zutiefst berührend bei den beiden Hits „Where I Want to Be“ und „Anthem“.

Das in jeder Hinsicht begeisterte Publikum dankte mit Standing Ovations und lange anhaltendem Applaus für einen insgesamt gelungenen Musicalabend, dessen viele weitere man sich wünscht.

CHESS am Landestheater Linz; am 1. Juli 2019 zum letzten Mal in dieser Spielzeit

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Linz, Landestheater Linz, Premiere GHOST – NACHRICHT VON SAM, 18.03.2017

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Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

GHOST – NACHRICHT VON SAM

Musical Buch und Gesangstexte von Bruce Joel Rubin, Musik und Gesangstexte von Dave Stewart und Glen Ballard nach dem gleichnamigen Film von Paramount Pictures
Deutsch von Ruth Deny (Dialoge) und Roman Hinze (Gesangstexte)

Zum Stück:  Sam und Molly sind frisch verliebt und haben gerade ein neues Apartment bezogen. Doch eines Abends geschieht das Unfassbare: Sam wird bei einem Überfall erschossen. Während Molly um ihn trauert, wandert Sam als guter Geist umher und findet heraus, dass auch Molly in Lebensgefahr schwebt. Doch er kann weder von den Lebenden gesehen werden, noch in das Geschehen eingreifen. Seine letzte Hoffnung ist Geistheilerin Oda Mae Brown, die aber zunächst gar nichts davon wissen will.

Landestheater Linz / Riccardo Greco (Sam) und Anais Lueken (Molly Jensen) © Robert Josipovic

Landestheater Linz / Riccardo Greco (Sam) und Anais Lueken (Molly Jensen) © Robert Josipovic

Deutschsprachige Erstaufführung Samstag, 18. März 2017, 19.30 Uhr, weitere Vorstellungstermine: 20., 28., 30. März; 2., 7., 9., 26., 30. April 2017, Weitere Termine bis Juli 2017, In deutscher Sprache mit Übertiteln

1990 begeisterte der Film eine ganze Generation. In Linz als deutschsprachige Erstaufführung mit Riccardo Greco als Sam, Anaïs Lueken als Molly, Ana Milva Gomes als Oda Mae Brown und Peter Lewys Preston als Sams bester Freund Carl.

Autor Bruce Joel Rubin, der für sein Filmskript zu einem der erfolgreichsten Filme der 1990er Jahre mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, schrieb 2011 auch das Buch für die Musicalfassung. Dave Stewart (Eurythmics) und Glen Ballard (Komponist und Produzent  von Michael Jacksons „Man in the Mirror“) fügten der „Unchained Melody“ von Hy Zaret und Alex North), die schon als Titelsong des Films Geschichte schrieb, 24 bewegende Popsongs hinzu.

Musikalische Leitung  Stefan Diederich, Nachdirigat  Borys Sitarski, Inszenierung  Matthias Davids, Choreografie  Lee Proud, Bühne und Videodesign  Hans Kudlich
Kostüme  Leo Kulaš, Lichtdesign   Michael Grundner, Sounddesign  Andreas Frei
Videoanimation  Atzgerei, Illusionen  Nils Bennett, Dramaturgie   Arne Beeker, Sam Wheat  Riccardo Greco, Molly Jensen   Anaïs Lueken, Ruth Fuchs, Oda Mae Brown  Ana Milva Gomes, Zodwa Selele, Carl Bruner  Peter Lewys Preston, Gernot Romic
Willie Lopez / Ensemble   Mischa Kiek, Krankenhaus-Geist / Ensemble   Rob Pelzer
U-Bahn-Geist / Ensemble   Gernot Romic,

Clara / Ensemble  Ariana Schirasi-Fard, Louise / Ensemble  Gina Marie Hudson, Ensemble  Nicolas-Boris Christahl, David Eisinger, André Naujoks, Thomas Karl Poms, Jan-W. Schäfer, Rachel Colley, Ruth Fuchs, Raphaela Pekovsek, Anna-Julia Rogers, Rita Sereinig, Nina Weiß, Swings   Wei-Ken Liao, Lynsey Thurgar, Band  Daniela Mülleder (violin), Malva Hatibi (cello), Klaus Ganglmayer (tp), Karlheinz Schmid (sax)
Gerald Landschützer (kb), Wolfgang Bründlinger (git), Wolfgang Boukal (bs), Ewald Zach (dr)


RICCARDO GRECO SAM WHEAT Riccardo Greco war Stipendiat an der Joop van den Ende Academy in Hamburg (Stipendiatsgeber Perrin Manzer Allen) und Finalist im deutschen Bundeswettbewerb Gesang. Er spielte in vielen Großproduktionen wie Mamma Mia! in Berlin (Cover Sky), Tanz der Vampire in Oberhausen und Stuttgart (Nightmare Solo und Cover Alfred), Elisabeth in Wien (Cover Lucheni) und Sister Act in Wien (Cover Eddie Fritzinger, TJ, Erkan). Bei einer Grease-Tournee spielte er Kenickie und Cover Danny, und im Ronacher Wien verkörperte er Simon und Petrus in Jesus Christ Superstar. Beim Musicalsommer Amstetten begeisterte er das Publikum als Sonny Malone in Xanadu, Nick in Flashdance und Monty in Saturday Night Fever. Bei der Uraufführung von Der Besuch der alten Dame am Ronacher in Wien war er als Junger Alfred zu sehen. Einem breiten Publikum ist er auch durch die Teilnahme bei der Fernsehshow Ich Tarzan. Du Jane! bekannt geworden. 2013 sang er bei einem Konzert des amerikanischen Komponisten Scott Alan in der indigO2-Arena in London. Seit 2014 ist Riccardo Greco fixes Mitglied im Musicalensemble Linz und spielte u. a. die Titelrollen in The Who’s Tommy und Hedwig and the Angry Inch.

ANAÏS LUEKEN MOLLY JENSEN Anaïs Lueken absolvierte ihre Ausbildung an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Noch während des Studiums spielte sie bei einer Dänemark-Tournee Chava in Anatevka und war als Swing/Cover Roxie Hart in Chicago in Kopenhagen zu sehen.

Bei der Wideraufnahme übernahm sie die Rolle der June und coverte weiterhin Roxie Hart. In der dänischen Erstaufführung von Wicked verkörperte sie Nessarose. Zu weiteren dänischen Produktionen zählen u. a. Crazy for you, Love never dies (Cover Meg Giry) und Belle in Die Schöne und das Biest. Bei den Domfestspielen in Bad Gandersheim sah man sie u. a. als Ottilie Giesecke im Weißen Rössl und als Blondgirl in Blondgirl Undercover. Darüber hinaus tritt sie bei verschiedenen Revuen und Konzerten als Sängerin und Tänzerin auf. Im Wiener Ronacher verkörperte sie die Rolle der Miss Lark, Winifred Banks sowie Mary Poppins im gleichnamigen Stück.

Anaïs Lueken ist ab der Spielzeit 2015/2016 festes Mitglied des Musicalensembles am Landestheater Linz.

ANA MILVA GOMES ODA MAE BROWN Die gebürtige Holländerin mit Kapverdischen Wurzeln studierte an der Musicalakademie Lucia Marthas in Amsterdam. In Elton Johns Aida überzeugte sie 2005 als Nehebka sowie als Cover Aida. Kurz darauf übernahm Ana Milva Gomes auf Tournee bis 2007 die Erstbesetzung Aida. Der König der Löwen führte sie in der Rolle der Nala nach Hamburg, wo sie bis 2009 auch als Kala in der Deutschsprachigen Erstaufführung von Tarzan zu erleben war. Sie war mehrmals Solistin der Best of Musical-Gala in Deutschland und gab zahlreiche Gastauftritte, wie beispielsweise bei Holiday on Ice oder in der Alten Oper Frankfurt mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg. Ab 2011 begeisterte sie das Wiener Publikum in der Hauptrolle Deloris van Cartier in Sister Act und wurde außerdem als Maria Magdalena in Jesus Christ Superstar der Vereinigten Bühnen Wien gefeiert. 2013 spielte sie auch in der niederländischen und deutschen Produktion von SISTER ACT Deloris van Cartier. 2013 verkörperte Ana Milva Gomes Paulette Buonufonté in Natürlich Blond im Wiener Ronacher und war 2014 als Donna in Mamma Mia! im Raimundtheater zu erleben. 2015 spielte sie im Raimundtheater Wien die Baronin von Waldstätten in Mozart! und war als Jurymitglied beim Kiddy Contest auf Puls 4 zu sehen. 2016/2017 stand sie als Betty Jean bei den Winter Wonderettes auf der Bühne der Kammerspiele an der Josefstadt. 2017 ist sie Kandidatin der elften Dancing-Stars-Staffel im ORF.

PETER LEWYS PRESTON CARL BRUNER Peter Lewys Preston studierte an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München, die er mit Diplom summa cum laude abschloss, und der Shenandoah University in Virginia. Er gewann den Bundeswettbewerb Gesang Berlin zweimal in Folge und bekam 2013 den Sonderpreis der „Jugend kulturell“ Stiftung, sowie 2010 den Sonderpreis des Deutschen Musikrats verliehen.

2013 sang er den Christian de Neuvillette in Cyrano de Bergerac beim BR und spielte Jimmy’s Mum in Kifferwahn beim Staatstheater am Gärtnerplatz. Anschließend stand er in Shakespeares Was ihr wollt als Sir Christoph von Bleichenwang auf der Bühne, übernahm die Rolle des Robert Martin in Drowsy Chaperone: Vier Hochzeiten und spielte Novecento: Die Legende des Ozeanpianisten am Prinzregententheater München. Im darauffolgenden Engagement war er u. a. als Dieter in der Uraufführung Io Senza Te am Theater 11 in Zürich zu sehen und begeisterte danach als Mortimer in King, Marlowes Königsdrama um Edward II.

2015 veröffentlichte er sein Debütalbum Reaching for Heaven, in welchem er sich nicht nur als Sänger, sondern auch als Komponist international etablierte. Solokonzerte gab er u.a. im Prinzregententheater München, Boulevardtheater Dresden, Hans-Otto-Theater Potsdam und im Friedrichstadtpalast Berlin.

Neben seiner Tätigkeit auf der Bühne steht er auch immer wieder für Film und Fernsehen vor der Kamera. Seit 2016 ist Peter Lewys Preston festes Mitglied am Landestheater Linz. Nebenbei ist er auch ein hervorragender Pianist und spielte in der Europäischen Erstaufführung von Dave Malloys Préludes als Original-Pianostücke von Rachmaninow.


Zur Zusammenarbeit mit Stage Entertainment Die Linzer Produktion von Ghost – Nachricht von Sam wird nach der Linzer Spielserie von 27 Vorstellungen ab Dezember 2017 im Berliner Stage Theater des Westens als Ensuite-Produktion von Stage Entertainment zu sehen sein. Für die in Linz gezeigte Deutschsprachige Erstaufführung arbeiten das Landestheater und Stage Entertainment eng zusammen: Bühne und Kostüme werden z. B. in den Linzer Werkstätten hergestellt, Stage Entertainment stellt u. a. Videoprojektionstechnik und Illusionen und entsprechendes Know-how.


STEFAN DIEDERICH MUSIKALISCHE LEITUNG Stefan Diederich schloss sein Orchesterdirigier- und Klavierstudium an der Hochschule für Musik in Dresden ab, er war Altstipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung. Er war Solorepetitor am Anhaltischen Theater Dessau. Seit 2004 war Diederich Kapellmeister und seit 2007 Chefdirigent und Musikalischer Oberleiter an der Musikalischen Komödie Leipzig/Oper Leipzig. Regelmäßige Dirigate an der Oper Leipzig mit dem Gewandhausorchester, vor allem Ballettabende wie Der Nussknacker. 2011 Debüt an der Wiener Volksoper mit Die Fledermaus und bei der Staatskapelle Halle. Seit 2012 ständiger Gastdirigent am Schleswig-Holsteinischen Landestheater Flensburg für Anything Goes, Dracula, Sunset Boulevard und West Side Story. Ballettdirigate am Theater Augsburg und Musikalische Leitung des Musicals The Pirate Queen in Nordhausen. Seit der Spielzeit 2016 / 2017 ist Stefan Diederich Musikalischer Leiter der Musicalsparte am Landestheater Linz und betreute in dieser Funktion bereits die Uraufführung von In 80 Tagen um die Welt.

MATTHIAS DAVIDS INSZENIERUNG Matthias Davids studierte Germanistik, Musikwissenschaft und Sprecherziehung, bald zog es ihn jedoch zur Bühne. Er spielte zahlreiche Hauptrollen – u. a. Riff in der West Side Story, die Titelrolle in Jesus Christ Superstar und Schweizer in Die Räuber –, ehe er sich dem Regiefach zuwandte. Mittlerweile hat er u. a. in Düsseldorf, Hamburg, Berlin, München, Wien, Hannover, Graz, Klagenfurt, Zürich, St. Gallen, Athen, Oslo, Tromsö und Linz über 80 Opern, Operetten, Musicals, Revuen und Schauspiele inszeniert.

Sein Kölner Saturday Night Fever wurde von über einer Million Zuschauern besucht, und seine Inszenierung von Gershwins Crazy For You lief außer in Linz noch an vier weiteren Theatern. Davids’ Liebe zu neuem Material schlägt sich in mittlerweile fünfundzwanzig Erst- und Uraufführungen nieder, darunter das Schalke-Musical nullvier, das Unterwasser-Musical Deep, Frank Wildhorns Dracula, die Revue Hexen am Berliner Friedrichstadtpalast, die Hector-Malot-Adaption Frendelaus (Heimatlos), Chess, The Life, die zwei Gershwin-Musicals Strike Up The Band und Of Thee I Sing, Hairspray, Martin L, Les Misérables und Miss Saigon, Siegfried Matthus’ Oper Die unendliche Geschichte, das Rock-Musical Frühlings Erwachen, Next to Normal, Die Hexen von Eastwick und McTeague – Gier nach Gold.
In der jüngeren Vergangenheit feierte er u. a. mit Stephen Sondheims Sweeney Todd und Wie man Karriere macht, ohne sich anzustrengen an der Volksoper Wien, Candide an der Staatsoper Hannover und Bernsteins Wonderful Town als Eröffnungsproduktion der neuen Staatsoperette Dresden Erfolge. Seit Dezember 2012 ist Matthias Davids Leiter der Sparte Musical am Landestheater Linz und inszenierte in dieser Eigenschaft neben Die Hexen von Eastwick, der Eröffnungsproduktion der Musicalsparte, auch Seven in Heaven, Next To Normal, Show Boat, Les Misérables, Company, Into the Woods und In 80 Tagen um die Welt.

LEE PROUD CHOREOGRAFIE Lee Proud ist ein in London lebender freier Choreograf. Choreografien fürs Theater u. a. : Rent (UK-Tournee und St. James Theatre London), Harriet Martineau Dreams of Dancing (Live Theatre, Newcastle), Spring Awakening (Curve Leicester), Allegro (Southwark Playhouse), Grand Hotel (Akasaka Act Theatre, Tokyo), Grey Gardens (Southwark Playhouse London), Mamma Mia (Reykjavik City Theatre), Grand Hotel (OffWestEnd Awards 2016: Preis für die beste Choreografie, Southwark Playhouse), The Wind in the Willows (Grosvenor Park Open Air Theatre), The Producers (UK- und Irland-Tournee), Billy Elliot the Musical (Reykjavik City Theatre), Ghost the Musical (The English Theatre, Frankfurt/Main), Carousel (Arcola Theatre London), Hairspray (Curve Leicester), The Curious Incident Of The Dog In The Night-Time (Reykjavik City Theatre), Tyne (Theatre Royal, Newcastle), Rent (Royal Welsh College, Cardiff), Cooking With Elvis (Live Theatre), The Revenge of Sherlock Holmes (Hoxton Hall), Mary Poppins (Reykjavik City Theatre), Mack and Mabel (OffWestEnd Awards: Preis für die beste Choreografie). Lee war Resident Choreographer bei Billy Elliot the Musical und choreografischer Assistent dieses Musicals am Broadway und in Sydney.

HANS KUDLICH BÜHNE UND VIDEODESIGN Hans Kudlich studierte von 1980 bis 1984 am Mozarteum Salzburg, Klasse Bühnenbild und Kostüm, bei H. B. Galleé, und schloss mit Auszeichnung ab.
Während des Studiums hatte er Gelegenheit, bei den Salzburger Festspielen Theaterluft zu atmen. Damals noch Praktikant in den Abteilungen Bühne, Malersaal und Beleuchtung, war er bereits fest entschlossen die Bretter, die die Welt bedeuten, nicht mehr zu verlassen – als Bühnenbildner.

Nach einem kurzen Gastspiel als Assistent der technischen Direktion des Burgtheaters (1985) arbeitet er seit 1986 als freischaffender Bühnenbildner für Schauspiel, Musiktheater und verwandte Sparten, z. B. am Schlossparktheater Berlin, Hans Otto Theater Potsdam, Freistadt, Stuttgart, Saarbrücken, bei zahlreichen Produktionen am Theater St. Gallen, in Klagenfurt und Düsseldorf. In Wien u. a. am Raimundtheater, am Theater an der Wien, an der Volksoper, in der Josefstadt und, neben vielen kleinen Bühnen, im Volkstheater.

Produktionen mit Viennas English Theatre und architektonische Konzeptionen bei Kongressen und Messen in Genf, London, Paris, Chicago und Kuala Lumpur eröffneten Hans Kudlich neue Produktionswege und internationale Kontakte. Die Produktion des weltweit zweitgrößten Sportereignisses, die Eröffnungsfeier der „Universiade 2005“, wurde von ihm konzipiert und produziert. Seit 2005 ist Hans Kudlich Ausstattungsleiter des Volkstheaters in den Bezirken.

In Linz kreierte er die Bühne und teils auch die Videodesigns von Die Hexen von Eastwick, Seven in Heaven, The Wiz und In 80 Tagen um die Welt.

LEO KULAŠ KOSTÜME Der 1960 in Metkovic, Kroatien, geborene Kostümbildner Leo Kulaš studierte in Belgrad Kostümdesign. Seit 1983 stattete er über 150 Schauspiel-, Opern-, Ballett-, TV-Produktionen und Kinofilme aus. Vielfach ausgezeichnet für seine Arbeit an den renommiertesten Bühnen Ex-Jugoslawiens weitete Kulaš seit Ende der neunziger Jahre sein Wirkungsfeld vor allem auf deutschsprachige und italienische Theater aus. U.a. entwarf er Kostümbilder für das Düsseldorfer Schauspielhaus, das Thalia-Theater Hamburg, das Theater an der Ruhr Mülheim, die Staatstheater von Dresden, Schwerin und Karlsruhe, die Wiener Festwochen, das Schauspiel Graz, das Stadttheater Klagenfurt, das Teatro Metastasio Prato, das Teatro Rosetti Triest. Dabei arbeitete er u. a. mit den Regisseuren Paolo Magelli, Tomaž Pandur, Edward Miller, Roberto Ciulli, Ernst M. Binder, François-Michel Pesenti, Sandy Lopi?i? und Edward Clug zusammen. Am Landestheater Linz kreierte er 2008 die Kostüme für Matthias Davids‘ Inszenierung von Cavallis La Calisto.

MICHAEL GRUNDNER LICHTDESIGN Michael Grundner arbeitet seit vielen Jahren als Lichtdesigner bei Oper, Operette, Schauspiel, Musical, TV und Werbung. Zuletzt war er für folgende Lichtdesigns verantwortlich: Moses – Die 10 Gebote am Theater St.Gallen, Gustav Klimt – Das Musical am Künstlerhaus Wien, Der Kleine Horrorladen beim Musicalsommer Amstetten, A funny Thing Happened On The Way To The Forum, Volksoper Wien, Gigi, Opernhaus Graz, Chicago, Theater St. Gallen, Musical Rocks, Tournee D/A/CH, Miss Saigon am Theater Klagenfurt, Wildhorn & Friends am Wiener Raimundtheater, die deutschsprachigen Erstaufführungen von Disney’s Camp Rock und Disney’s High School Musical an der Wiener Stadthalle, The Full Monty beim Musicalsommer Amstetten sowie am Deutschen Theater München, das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker vor Schloss Schönbrunn 2009 (weltweite TV Übertragung), die Uraufführung von Wildhorns Der Graf von Monte Christo am Theater St. Gallen (CH), die Uraufführung von Frank Wildhorns Dracula in Graz, die Uraufführung und DVD-Aufzeichnung des Pop Oratoriums Die 10 Gebote von Michael Kunze und Dieter Falk, Der Mann von La Mancha am Theater Sankt Gallen, die Geburtstagsgala und DVD-Produktion von Uwe Kröger (Absolut Uwe!) sowie für die Produktion Forbidden Ronacher der Vereinigten Bühnen Wien.

Er ist der Lichtdesigner aller „Special“ XXX-Lutz TV Werbespots, der Gala Konzerte von Startenor José Carreras, des „Vienna Art Orchestras“ der „Vienna Fashion Week“, und vieler Industrieevents.

Im Livebereich ist Michael Grundner u. a. seit mittlerweile fünf Jahren für das Lichtdesign der „Kiddy Contest“ Live Tour sowie TV (ORF), für die TV Gala des „Energy Globe Awards“ im EU Parlament Brüssel, die „Save the World Awards“ TV Gala sowie für die „World Womens Award“ TV Gala tätig.

2013 folgten die Uraufführung von Jägerstätter beim Theatersommer Haag, La Bohéme bei den Opernfestspielen St. Margarethen, Xanadu beim Musicalsommer Amstetten, Wiener Blut bei den Schlossfestspielen Langenlois sowie die Europäische Erstaufführung des Musicals Catch Me If You Can am Theater in der Josefstadt/Kammerspiele.

ANDREAS FREI SOUNDDESIGN Andreas Frei wurde in Wisconsin/USA geboren. Er studierte Tontechnik an der Universität Wien, wo er sieben Jahre lang selbst unterrichtete. Seine Arbeit hört man auf Bühnen von Wien bis Beijing – dort zeichnete er für den Sound der spektakulären Turandot-Aufführung in der Verbotenen Stadt unter Zubin Mehta verantwortlich. Als Tonmeister, Produzent und Komponist arbeitet er für den Bereich Film, Medien und Theater. Hair (Raimund Theater, Musical Theater Bremen), Fame, Moby Dick, Tommy, The Wild Party, Footloose, Carmen Cubana, Jesus Christ Superstar, Hair, Aida, Rockville, The Full Monty, Der kleine Horrorladen (Musicalsommer Amstetten, Deutsches Theater, München). Für den Kinofilm Mount St. Elias schrieb er 2009 den Soundtrack und leitete die Audio Postproduktion.

ATZGEREI VIDEOANIMATION Die Atzgerei ist ein Wiener Kunst- und Designkollektiv, gegründet 2005. Im Jahr 2009 wurde die Film- und Animationsanstalt „Atzgerei Productions“ ins Leben gerufen, seit 2010 arbeiten sie im „Studio Hyrtl“ in Ottakring. Zu den Arbeitsfeldern zählen Illustration & Grafikdesign, Film & Animation sowie Webdesign und Fotografie.

Ein wichtiger Schwerpunkt seit einigen Jahren sind Videos und Animationen für Bühne und Theater, wie zum Beispiel am Burgtheater in Wien, am Landestheater Innsbruck, am Theater der Jugend Wien, am Theater St. Gallen oder den Ruhrfestspielen in Recklinghausen.

Mit Regisseur Matthias Davids und Bühnenbildner Hans Kudlich ist Ghost – Nachricht von Sam bereits die dritte Zusammenarbeit; zuletzt war die Atzgerei in dieser Konstellation im Stück In 80 Tagen um die Welt am Landestheater Linz zu sehen.

NILS BENNETT ILLUSIONEN Nils Bennett wurde in Mutlangen in der Nähe von Stuttgart als Andreas Meinhardt geboren. Seit seiner Kindheit war er von der Zauberkunst fasziniert. Nach dem Abitur absolvierte er zunächst eine Ausbildung als Formgeber für Schmuck und Gerät und wurde anschließend Goldschmiedemeister. Währenddessen war er schon in jungen Jahren bei nationalen und internationalen Wettbewerben der Zauberkunst erfolgreich, 1996 gewann er den Titel Deutscher Meister in der Sparte Manipulation. Unter dem Namen „Nils Bennett“ ist Meinhardt als Zauberkünstler unterwegs. In den letzten Jahren spezialisierte er sich auf die Konzeption magischer Spezialeffekte. Meinhardt erarbeitet diese Effekte für Fernseh- und Theater-Produktionen sowie für die Shows anderer Zauberer, darunter Krabat am Stuttgarter Ballett, La Strada am Alten Schauspielhaus Stuttgart, r.o.o.m am FITZ! Zentrum für Figurentheater Stuttgart, die Musical-Uraufführung Moses am Theater St. Gallen sowie die ARD-Sendung Einfach Magisch. In der FITZ!-Figurentheater-Produktion Die Halsbandaffaire stand er selbst als Zauberkünstler und Schauspieler auf der Bühne.

BORYS SITARSKI NACHDIRIGAT Borys Sitarski wurde 1977 in Poznan (Polen) geboren. Sein Klavierstudium an der Mieczyslaw Karlowicz-Musikschule in Poznan schloss er 1996 mit dem Diplom ab, 2001 folgte ein Diplom für Opern- und Sinfonisches Dirigieren an der Ignacy Jan Paderewski Hochschule für Musik in Poznan, dann an der Franz Liszt Hochschule in Weimar. Er wurde 2002 als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung zuerst am Eduard von Winterstein Theater in Annaberg-Buchholz, dann ab 2006 am Landestheater Linz engagiert. Seit dem Spielzeitbeginn 2015/2016 ist er als Kapellmeister tätig. Borys Sitarski übernahm die musikalische Leitung u. a. an La Cenerentola (Gioacchino Rossini), Albert Herring (Benjamin Britten), La finta giardiniera (W. A. Mozart), Anne Frank (Grigori Frid), Eugen Onegin, Der Nussknacker (Peter I. Tschaikovsky), Tosca (Giacomo Puccini), Carmina Burana (Carl Orff), und Gräfin Mariza (Emmerich Kálmán). In der Spielzeit 2013/2014 leitete er zwei Österreichische Erstaufführungen von Kinderopern: Raus aus dem Haus (David Wagner) und Die arabische Prinzessin (Juan Crisóstomo de Arriaga). Als Pianist trat er u. a. am Theater in Monte Carlo und bei Accademia di Montegral in Lucca auf. PMLThLi

 

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