Wuppertal, Oper Wuppertal, Hänsel und Gretel – Ein fröhlich, streitiger Familienalltag, IOCO Kritik, 26.12.2017

Dezember 27, 2017 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Oper, Wuppertaler Bühnen

Wuppertaler Bühnen

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck

 „Ein Familientag – In allen Facetten“

Von Viktor Jarosch

Deutschlands heimliche Nationaloper Hänsel und Gretel steht um die Weihnachtszeit auf den Spielplänen vieler Theater. Komponist Engelbert Humperdinck (1854 – 1921), ein großer seiner Zunft, hatte 1879 in Italien Richard Wagner kennengelernt und bis zu dessen Tod in 1883 künstlerisch begleitet. 1882 wirkte Humperdinck an der Uraufführung des Parsifal mit. Nach Richard Wagners Tod bat Cosima Wagner Humperdinck, ihren Sohn Siegfried in Kompositionslehre zu unterweisen und auf die Leitung der Bayreuther Festspiele vorzubereiten. So vermittelt die spätromantische Märchenoper Hänsel und Gretel nicht nur menschliche Grundwerte, Geborgenheit und Harmonie. Die Nähe der  Komposition zum Genius Richard Wagner ist zusätzlicher Ansporn für Regisseure.

Dabei entsprang Oper Hänsel und Gretel geradezu einer Laune des „Kompositionsgottes“. Adelheid Wette, Schwester Engelbert Humperdincks, wollte aus der Grimmschen Märchenvorlage zu Hänsel und Gretel menschlich liebenswertes Haustheater schaffen: Gemeinsam mit Schwager Hermann Wette verminderte sie Grausamkeiten der Grimmschen Märchen mit eigenen, herzenden Versen, welche beherztes Handeln auch belohnen, fügt Sand- und Taumännchen hinzu und überzeugte ihren Bruder, dies zu vertonen. Ein „Kinderstubenweihfestspiel“ nannte Humperdinck Hänsel und Gretel, seine Bayreuther Zeit karikierend. 1893 unter Richard Strauss in Weimar uraufgeführt zählt Hänsel und Gretel heute im deutschen Sprachraum wie weltweit zu den meist aufgeführten Opern. Hohe Ansprüche, Erwartungen wie Risiken begleiten so jede Neuinszenierung von Hänsel und Gretel. Die neue Produktion in Wuppertal löst ein dort seit 2006 gespieltes romantisches Märchen für Groß und Klein ab, in dem Frohsinn und Lebensfreude über alltägliche Nöte siegten

Oper Wuppertal / Hänsel und Gretel - hier Gretel frölich zu Hause © Bettina Stöß

Oper Wuppertal / Hänsel und Gretel – hier Gretel frölich zu Hause © Bettina Stöß

Der französisch-italienische Regisseur Denis Krief sucht in seiner Hänsel und Gretel nicht märchenhafte Romantik-Seligkeit. Kriefs Interpretation ist denn dem Irdischen, dem Realen, der Familie als Ganzem, dem Unterbewussten nahe. Schon das erste Bühnenbild ist vielschichtig: Im Vordergrund der Bühne das riesig karge Zimmer der Besenbinders (Foto) durch dessen hintere Bretterwände Reales, Rohre und andere Gegenstände, der Alltag, das Leben erkennbar sind. Die im unbeschwerten Tollen von Hänsel und Gretel (Gretel: Ich liebe Tanz und Fröhlichkeit.., ich bin kein Freund von Traurigkeit..“) sichtbare Leichtigkeit verdrängen die Eltern zum Ende des ersten Bildes, wenn sie, die Knusperhexe „mit kreisender Flasche“ verspottend, auch andere Nöte als ihre Armut andeuten.

Oper Wuppertal / Hänsel und Gretel - hier Peter Besenbinder, die Flasche und Projektionen der Träume © Bettina Stöß

Oper Wuppertal / Hänsel und Gretel – hier Peter Besenbinder, die Flasche und Projektionen der Träume © Bettina Stöß

So besteht denn der Wald der Inszenierung „in den sich die Kinder verirrten, ohne Stern und Mond“, so die Sorge des Vaters, aus einer Vielzahl rechteckiger, mit Stoff bespannten Gerüste, in deren Hintergrund beständig schwarze-weiße Schattenrisse und Projektionen reitender Hexen jagen. Krief begleitet so die Handlung auf der Bühne mit dem Unbewussten, dem Unterbewusstsein. Auffällig so der „Abendsegen“ des Märchens: Nicht „Vierzehn Engel“, begleiten Hänsel und Gretel in den Schlaf. Kein zu Herzen gehendes Ballett tanzender Engel sondern, von der Hexe entführte?, Kinder in Alltagskleidung spielen zum Schlaf von Hänsel und Gretel auf der Bühne; geben reale Kinderträume wieder (Choreographie Amy Share-Kissiov). Das folgende Hexenhaus ist nur eine spartanische vom Bühnenhimmel herabgelassene Holzwand, ohne bunten Lebkuchen oder Leckereien. Alle Illusion oder Romantik wird in der Inszenierung reduziert; Unterbewußtes, Reales, nicht Märchenwelten drängen durch die Handlung.

Denis Krief interpretiert die Handlung Hänsel und Gretel in Wuppertal denn weniger als romantischen Kindertraum sondern als vielschichtige, aber gut endende Lebensepisode einer ganzen Familie. Gutes Ende andeutend schließt Peter Besenbinder denn die Oper auch erneut vieldeutig: Eine Schnapsflasche auf den Tisch wegstellend.

Oper Wuppertal / Hänsel und Gretel - hier schlafend nach dem Abendsegen im Wald © Bettina Stöß

Oper Wuppertal / Hänsel und Gretel – hier schlafend nach dem Abendsegen im Wald © Bettina Stöß

Die ungewöhnliche Inszenierung fordert das Ensemble gleichsam auf, die Wuppertaler Besucher auch darstellerisch einzufangen in einer Märchen- und Projektionswelt, welche sich von gewohnten Inszenierungen erheblich unterscheidet. Doch dies gelingt durch eine liebevolle, nicht provokative Choreopraphie wie auch stimmlich: Catriona Morison ist Hänsel mit frischem gut verständlichem Mezzo; Ralitsa Ralinova als Gretel mit warmen Sopran eine wunderbare spielfreudige Partnerin. Alexander Marco-Buhrmester als Peter Besenbinder mit kraftvollem Bariton und Belinda Williams als sein Weib Gertrud mit sicherem dramatischem Mezzo sind die zerrissen, glücklichen Eltern.

Oper Wuppertal / Hänsel und Gretel - das grossartige Ensemble © IOCO

Oper Wuppertal / Hänsel und Gretel – das grossartige Ensemble © IOCO

Julia Jones gibt mit Hänsel und Gretel eine starke erste Visitenkarte als Operndirigentin in Wuppertal ab. Jones´ und das Sinfonieorchester Wuppertal lassen mit warmen impressionistischen Klängen beständig Humperdincks Nähe zum „romantischen“ Richard Wagners spüren. Das „Knusperhaus der Polyphonie“, seine Kontraste glühen zwischen einfachen Liedmotiven und kompliziertem Wagner-Stil, die Stimmen des Waldes irrlichtern „mit ungeheurem Reichtum am Modulation“ (so Cosima Wagner zu Humperdincks Werk) durch das Wuppertaler Opernhaus und ergreifen. Dirigat und Orchester dieser Produktion verzauberten und befruchten so die komplexe Inszenierung auf der Bühne.

Mit Julia Jones und dem Sinfonieorchester Wuppertal wird diese Hänsel und Gretel in Wuppertal zu einem empfehlenswerten Erlebnis. Das Publikum der ausverkauften Oper Wuppertal freute sich über eine denkwürdige Inszenierung, dessen ungewohnte Interpretationen zum anregenden Diskussionsstoff für viele Opernfreunde werded.

Braunschweig, Staatstheater Braunschweig, Premiere Musical Hairspray, 12.08.2017

sb1690_rot_2.jpg

Staatstheater Braunschweig

Staatstheater Braunschweig © Stefan Koch

Staatstheater Braunschweig © Stefan Koch

Hairspray  –  Das Broadway Musical

Premiere 12.08.2017 | 19:30 Uhr | Burgplatz

Die junge Tracy Turnblad hat nicht nur eine ausgefallene Frisur, sondern auch einen großen Traum: Sie will unbedingt in der Fernsehsendung The Corny-Collins-Show tanzen und die »Miss Teenage Hairspray«-Wahl gewinnen. Jedoch entspricht ihre Figur nicht dem Tanzshow-Ideal im Baltimore der frühen 1960er …
Mit Marc Shaimans Hairspray erwartet die ZuschauerInnen des diesjährigen Burgplatz Open Air mit Hits im Stil der 60er Jahre wie »Good Morning, Baltimore« oder »I Can Hear the Bells« nicht nur ein Gute-Laune-Musical voller Rhythm and Blues, Motown und Rock’n’Roll, sondern auch eine berührende Geschichte, die vor allem eines sagt: Wie auch immer die gesellschaftlichen Erwartungen sind – mit Herz und Mut kann jeder Traum wahr werden.

Musikalische Leitung Robert Paul, Tobias Deutschmann, Regie / Lichtdesign Sebastian Welker, Choreografie Amy Share-Kissiov, Bühne Andreas Wilkens, Kostüme Tanja Liebermann, Dramaturgie Sarah Grahneis

Tracy Turnblad Beatrice Reece, Edna Turnblad, ihre Mutter Randy Diamond, Wilbur Turnblad, ihr Vater Mike Garling, Corny Collins, Moderator Matthias Stier, Penny Lou Pingleton, Tracy’s Freundin Inga Krischke, Amber von Tussle Maja Sikora, Velma von Tussle, ihre Mutter Carolin Löffler, Milda Tubelyt, Link Larkin Gero Wendorff, Seaweed J. Stubbs Luther Raphael Simon, Motormouth Maybelle, seine Mutter Deborah Woodson
Little Inez Stubbs, ihre Tochter Victoria Müller, Prudy Pingleton / Gym Teacher / Prison Matron Sonja Tièschky, Harriman F. Spritzer / Mr. Pinky / Wachmann Andreas Bißmeier
Ensemble Anneka Dacres, Terja Diava, Nokubonga Precious Khuzwayo, Tina Ajala, Josiah Bruce, Lorenzo Kolf, Aciel Martinez Pol, Sven Soares, Angelina, Biermann, Michèle Fichtner, Kay Heijnen, Maike Jacobs, Gabriel Pitoni, Liam Michael Scullion, Lysanne van der Sijs, Alexander Ziebart

Die Einführung auf dem Burgplatz findet am 6. August um 12.00 Uhr mit dem Leitungsteam und dem Ensemble statt. Kostenlose Zählkarten sind ab dem 3. August ab 10.00 Uhr an der Theaterkasse im Großen Haus erhältlich.

Premiere  Hairspray: Sa 12.08.2017 | 19:30 Uhr | Burgplatz, Weitere Vorstellungen 13.08. | 15.08. | 16.08. | 17.08. | 18.08. | 19.08. | 20.08. | 22.08. | 23.08. | 24.08. | 25.08. | 27.08. | 28.08. | 29.08.2017,

—| Pressemeldung Staatstheater Braunschweig |—

Wuppertal, Oper Wuppertal, Rocky Horror Show – Intergalaktisches in Wuppertal, IOCO Kritik, 24.02.2017

Februar 25, 2017 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Musical, Wuppertaler Bühnen

Wuppertaler Bühnen

Theater Wuppertal / Rocky Horror Show - The Time Warp © Jens Grossmann

Theater Wuppertal / Rocky Horror Show – The Time Warp © Jens Grossmann

 Intergalaktische Wesen treiben es in Wuppertal

Die Rocky Horror Show von Richard O´Brien

Von Viktor Jarosch

Die Oper Wuppertal ist seit dem 17.2.2017 im Rocky Horror Show – Fieber: Reife, noch unbescholtete Damen werfen im Theater mit Reis, Konfetti oder Klopapier um sich, andere Wesen schießen mit Wasserpistolen, rotieren Leuchtdioden oder tanzen scheinbar wirr inmitten der Besucherreihen; doch alle einem strengen Ritus folgend. Seriös aussehende Männer widersprechen pöbelnd einem Erzähler auf der Bühne mit fortwährenden „Boring“-Rufen. Der Besucherraum scheint nach der Vorstellung verwüstet. Die Rocky Horror Show – ein schräges Mitmach-Kultevent für, mit und über Außerirdische ist zu Besuch in Wuppertal. Sensible Feingeister sollten die Oper in dieser Zeit meiden. Doch der Reihe nach:

Theater Wuppertal / Transsylvanian Bunnies und Erzaehler © Jens Grossmann

Theater Wuppertal / Transsylvanian Bunnies und Erzaehler © Jens Grossmann

Richard O´Brien schuf 1973 seine Rocky Horror Show. Als experimentelles Rockmusical gedacht parodiert Richard O´Brien darin den bizarren Humor schrottiger Science Fiction Filme der 40 er und 50er Jahren, ergänzt mit glorreich-schrägem Schauspiel, trashigen „Spezialeffekten“ und sexueller Entfaltung. O´Brien selbst zu seinem Stück: „Immer wohnt auch das Animalische in uns. Und das, mit Anspielungen auf Horror- und Sagengestalten, ironischer Kritik am Spießertum bietet die Rocky  Horror Show. Richard Timothy Smith heißt der Autor dieser Show wirklich: Doch es gab im damaligen Engeland einen anderen Schauspieler namens Richard Smith; so benannte sich unser „Richard Rocky-Horror-Smith“ kurzerhand um: Seit 1970 nennt er sich Richard O´Brien. In seiner ersten Rocky Horror Show spielte er den Riff Raff.

Theater Wuppertal / Rocky Horror Ausstattung für Besucher © IOCO

Theater Wuppertal / Rocky Horror Ausstattung für Besucher © IOCO

Das knallbunte Kultmusical besitzt weltweit eine enthusiastische Fangemeinde. Eine Rocky Horror Show ist so in Südafrika ebenso Garant für volles Haus wie in Wuppertal. Mit Reis, Wasserpistolen oder Klopapier bewaffnete Besucher in hohen Hacken, Strapsen und bunten Kostümen machen die Rocky Horror Show zum coolen Mitmach-Event für Groß, Klein, Mann, Frau, Dick oder Alt. Große Theater scheuen verschämt die verschrobene Unbedingtheit des Stückes; kleinere Theater sind deutlich  couragierter. Erst recht das Theater Wuppertal: Es bietet dem Besucher im Eingangsbereich für den Kampf gegen die Außerirdischen sogar eine komplette „Rocky Horror-Ausrüstung“ für nur €4 (Foto): Konfetti, Reis, Rolle Klopapier, Wasserpistole, Leuchtstab, Pappdeckel. Dazu die Zeitschrift der Außerirdischen, The Denton Guardian, welcher von UFOs und Kornkreisen am Himmel über Wuppertal berichtet. Ein Musical-Knigge leitet unbedarfte Wuppertaler an, wann was zu rufen, was zu tanzen, singen, spritzen oder zu zischen sei.  Das Bergische Land war in der Oper Wuppertal punktgenau bereit für Begegnungen mit jenen intergalaktischen Wesen!

Theater Wuppertal / Frank'N'Furter und Transsylvanian Bunnies © Jens Grossmann

Theater Wuppertal / Frank’N’Furter und Transsylvanian Bunnies © Jens Grossmann

Regisseur Sebastian Welker schuf eine Rocky Horror Show, dessen Bühnenbild zwischen einer Kathedrale der Irdischen und dem Tempel der Außerirdischen, zwischen sanfter Zärtlichkeit, erotisierender Travestie (Kostüme Susanne Hubrich) aber auch gelegentlichem Hard Core changiert: Die Hochzeit von Brad and Janet („Dammit, Janet, I love you…„) eröffnet das Wuppertaler Rocky – Trashspektakel in einer Kathedrale mit hinreißend antik gestaltetem Hochaltar (Bühnenbild Stephan Prattes) und prächtigen Seitenkanzeln. Brad Majors und ex-Verlobte Janet Weiss (den Namen Janet begleitet das Publikum mit Beginn im Mitmach-Modus mit zischendem „WeiSSS“) traut ein Priester in streng religiösem Ritual und schwarzer Soutane: Man tauscht Ringe, Nonnen in Tunika und weißen Hauben werfen Reis aus den Seitenkanzeln auf die frisch Vermählten. Auch das Publikum nimmt Anteil, wirft ebenfalls Reis. Projektionen bilden die folgende Autofahrt ab, welche Brad and Janet zu ihrem Dr. Scott führen soll….welche jedoch mit quietschenden Reifen und schepperndem Blech im Irgendwo endet. Aufsteigender Nebel auf der Bühne zeigt ein verbeultes Auto dem Brad and Janet entsteigen. Schrille Wesen nähern sich aus einem nahen Tempel: Die Außerirdische aus Transsylvanien. Der bucklige Riff Raff (Mark Bowman-Hester), Magenta (Kerstin Brix) und verführerische, in rote Dessous gekleidete Transssylvanian Bunnies. Die Rocky Horror Show ist endgültig in Wupperal angekommen.

Theater Wuppertal / Riff Raff und Magenta vor ihrem Abflug © Jens Grossmann

Theater Wuppertal / Riff Raff und Magenta vor ihrem Abflug © Jens Grossmann

Eine wunderlich schrille Gesellschaft lädt Brad and Janet in ihren Tempel, empfängt sie zu einem Gelage wie dem Sinne befreienden, ansteckenden Time Warp Tanz („It´s astounding…Es ist erstaunlich, Zeit eilt vorüber, Verrücktheit fordert seinen Tribut..“). Die Verücktheit des Time Warp ergreift, von Dr. Scott (Sebastian Campione) bedrohlich angeregt („It´s just a jump to the left„), schon nach wenigen Minuten auch  viele in den Reihen tanzende Besucher des Theater Wuppertal. Bis Frank’N’Furter (Andreas Wolfram) in Strapsen und high heels erscheint, sich mit seinem Welthit „I´m just sweet transvestite, from Transsexual, Transylvania..“ als außerirdischer Transvestit outet, Brad wie Janet mit seinen Phantasien umhüllt, um dann in einer großen Projektion sein Traumwesen Rocky zu schaffen: „In just seven days I can make you a man…„. Hunderte Klopapierrollen auf den Theaterboden beweisen:  Die Schöpfung des Retortenwesen Rocky ist gelungen. Viel Surreales, Trashiges, transsylvanische Tänze und Gesänge folgt zwischen Erzähler, Dr. Scott, Brad and Janet und den Außerirdischen. Bis Frank’N’Furter im Bühnenhimmel von Riff Raff mit einer Laserpistole erschossen wird,  der galaktische Tempel auf der Bühne sich in ein Raumschiff verwandelt, welches Riff Raff und Magenta von der Erde zurück in ihre geliebte Heimat, zurück nach Transsylvanien führt. Und Wuppertal, zwar mit seiner einmaligen Schwebebahn aber ohne Außerirdische zurück läßt.

 Frank'N'Furters - Szenegerechte Besucher des Rocky-Spektakels © IOCO

Frank’N’Furters – Szenegerechte Besucher des Rocky-Spektakels © IOCO

Die Rocky Horror Show, eine Produktion des Saarländischen Staatstheaters,  reißt auch in Wuppertal ein begeistertes Publikum mit. Die Choreographie (Amy Share-Kissiov) hält Reiz und Spannung der Produktion mit changierenden Bühnebilder, mit gewagten Tänze wie platten Slapstick beständig hoch. Dass ein Beichtstuhl, weil Rocky und Janet es darin wohl treiben, etwas penetrant lange schaukelt, dass der Sex auf den Emporen manchmal eher irdisch profan als galaktisch wirkt: Chicken feed, geschenkt! Bühnenbilder, lebendige Choreographie und das darstellerisch wie stimmlich starke Ensemble begeisterten die irdischen Bürger aus dem Tal der Wupper über alle Maßen! Der tobende Beifall währte gefühlte sechzig Minuten; er ist gleichzeitig die Empfehlung, sich frühzeitig Karten für kommende Auftritte der Außerirdischen in der Oper Wuppertal zu sichern!

Oper Wuppertal_The Rocky Horror Show_Weitere Vorstellungen am 11.03.2017, 12.03.2017, 26.03.2017, 21.04.2017, 29.04.2017, 30.04.2017, 11.06.2017, 20.06.2017