Wien, Wiener Staatsoper, NUREJEW GALA in Wien – Eine Tradition, 28.06. 2019

Juni 25, 2019 by  
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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

NUREJEW GALA 2019  –  WIENER STAATSBALLETT

28. JUNI 2019

Das Wiener Staatsballett beschließt auch 2019 seine Saison mit der beliebten Nurejew Gala in der Wiener Staatsoper, die inzwischen nicht nur für viele Wienerinnen und Wiener, sondern auch für Gäste aus dem In- und Ausland zum Ballett-Fixpunkt und zur unverzichtbar gewordenen Tradition geworden ist.

 Ballettchef Manuel Legris – 2019 wieder auf der Bühne zu erleben

Die Gala am Freitag, 28. Juni 2019 (18.00 Uhr) bietet ein gewohnt abwechslungsreiches und vielgestaltiges Programm aus der internationalen Welt des Tanzes.

Wiener Staatsoper / Sylvia - Nikisha Fogo, Denys Cherevychko und Ensemble © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Sylvia – Nikisha Fogo, Denys Cherevychko und Ensemble © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Erstmals an der Wiener Staatsoper zu sehen sind dabei der Delirienwalzer von Roland Petit, der Jockey-Tanz aus Von Sibirien nach Moskau von August Bournonville, der Esmeralda Pas de deux und Der Talisman Pas de deux (beide in der Fassung von Pjotr Gussew), der Pas de deux aus Romeo und Julia in der Fassung von Rudolf Nurejew sowie Luminous von András Lukács, der Ausschnitt aus Cantata von Mauro Bigonzetti und Ochiba von Patrick de Bana.

NUREJEW GALA 2018
youtube Trailer Staatsoper Wien
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Die Nurejew Gala 2019 wird im Rahmen von Oper live am Platz auf den Herbert von Karajan-Platz übertragen.

Vor der Sommerpause präsentieren sich nicht nur die Tänzerinnen und Tänzer des Wiener Staatsballetts – u. a. Ersten SolotänzerInnen Olga Esina, Nikisha Fogo, Kiyoka Hashimoto, Liudmila Konovalova, Natascha Mair, Ketevan Papava, Nina Poláková, Denys Cherevychko, Davide Dato, Jakob Feyferlik, Robert Gabdullin, Roman Lazik, Vladimir Shishov und die SolotänzerInnen Ioanna Avraam, Alice Firenze, Nina Tonoli, Eno Peci, Richard Szabó und Dumitru Taran – noch einmal dem Publikum, sondern auch heuer gastieren bei der Nurejew Gala wieder internationale Gastsolistinnen und Gastsolisten im Haus am Ring:

 Ballettchef Manuel Legris – 2019 wieder auf der Bühne zu erleben

Es tanzen Young Gyu Choi vom Amsterdamer Het Nationale Ballet sowie Anastasia Nuikina (Debüts an der Wiener Staatsoper) und Kimin Kim vom Ballett des Mariinski-Theaters. Auch Ballettdirektor Manuel Legris wird im Rahmen der Nurejew Gala 2019 wieder auf der Bühne zu erleben sein.

Am Dirigentenpult steht Kevin Rhodes – er leitet die Nurejew Gala im Haus am Ring heuer bereits zum fünften Mal musikalisch.

Kurzbiographien der GastsolistInnen:
Young Gyu Choi stammt aus Südkorea und erhielt seine Ausbildung an der Sunhwa Arts School in Seoul und an der Tanz Akademie Zürich und tanzte mit dem Korea National Ballet und dem Universal Ballet in Seoul. Seit 2011 ist er Mitglied des Het Nationale Ballet, wo er 2015 zum Ersten Solisten ernannt wurde. Auszeichnungen: International Ballet Competition in Varna (zweiter Preis 2006 und erster Preis 2010), Boston International Competition (erster Preis, 2010), Youth America Grand Prix in New York (erster Preis, 2007), Alexandra Radius Award (2017).
Anastasia Nuikina wurde in Samara geboren. Im Anschluss an ihre Graduierung an der Waganowa-Akademie wurde sie 2018 unmittelbar an das Ballett des Mariinski-Theaters engagiert.

Wiener Staatsoper / Artifact Suite - Davide Dato und Natascha Mair © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Artifact Suite – Davide Dato und Natascha Mair © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Geboren in Seoul, wurde Kimin Kim an der Korea National University of Arts ausgebildet. 2012 wurde er als Solotänzer an das Ballett des Mariinski-Theaters engagiert, 2015 avancierte er zum Principal Dancer. Im Haus am Ring tanzte er bisher Herzog Albrecht (Giselle) und im Mai 2019 mit großem Erfolg Conrad (Le Corsaire), den er auch beim Japan-Gastspiel des Wiener Staatsballetts 2018 in Tokio verkörperte. Auszeichnungen: Erste Preise bei internationalen Ballettwettbewerben in Rom (2008), Seoul (2009) und Varna (2010), Grand Prix beim „Arabesque”-Ballettwettbewerb in Perm (2012) und bei der Youth America Grand Prix International Competition in New York (2012), Prix Benois de la Danse (2016), u.a.

Wiener Staatsballett
Freitag, 28. Juni 2019, 18.00 Uhr | Wiener Staatsoper

NUREJEW GALA 2019
Künstlerische Leitung: Manuel Legris | Dirigent: Kevin Rhodes
Das Programm (Stand: 24. Juni 2019)


Teil I:


DELIRIENWALZER
Choreographie: Roland Petit | Musik: Josef Strauss
Natascha Mair – Davide Dato

JOCKEY-TANZ
Choreographie: August Bournonville | Musik: Carl Christian Møller
Arne Vandervelde, Dumitru Taran

FANNY ELSSLERS CACHUCHA
Choreographie: Zorn/Hutchinson | Musik: Andalusische Volksweise
Ketevan Papava

ESMERALDA PAS DE DEUX
Choreographie: Nicholas Beriozoff | Musik: Riccardo Drigo, Cesare Pugni, Romualdo Marenco
Liudmila Konovalova – Young Gyu Choi (Gast, Erster Solist beim Het Nationale Ballet – Debüt an der Wiener Staatsoper)

LUMINOUS
Choreographie: András Lukács | Musik: Max Richter
Nina Tonoli – Jakob Feyferlik
ROMEO UND JULIA (Pas de deux aus dem 3. Akt)
Choreographie: Rudolf Nurejew | Musik: Sergej Prokofjew
Julia: Ioanna Avraam | Romeo: Robert Gabdullin

TROIS GNOSSIENNES
Choreographie: Hans van Manen | Musik: Erik Satie
Olga Esina – Roman Lazik

Wiener Staatsoper / Coppélia - Jakob Feyferlik © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Coppélia – Jakob Feyferlik © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

COPPÉLIA (Ausschnitt aus dem 3. Akt)
Choreographie: Pierre Lacotte | Musik: Léo Delibes
Swanilda: Natascha Mair | Franz: Jakob Feyferlik | Ensemble


Teil II:


DORNRÖSCHEN (Ausschnitt aus dem 2. Akt)
Choreographie: Rudolf Nurejew | Musik: Peter Iljitsch Tschaikowski
Prinz Florimund: Navrin Turnbull | Fliederfee: Oxana Kiyanenko

SCHWANENSEE (Ausschnitt aus dem 3. Akt)
Choreographie: Rudolf Nurejew | Musik: Peter Iljitsch Tschaikowski
Odile: Kiyoka Hashimoto | Prinz Siegfried: Leonardo Basílio

DIE FLEDERMAUS (Ausschnitt aus dem 2. Akt)
Choreographie: Roland Petit | Musik: Johann Strauß, arr. Gamley
Bella: Olga Esina | Johann: Vladimir Shishov

CANTATA (Ausschnitt: Pas de deux)
Choreographie: Mauro Bigonzetti | Musik: Gruppo „Assurd“
Alice Firenze – Eno Peci

OCHIBA
Choreographie: Patrick de Bana | Musik: Philip Glass
Nina Poláková – Manuel Legris

DER TALISMAN PAS DE DEUX
Choreographie: Pjotr Gussew | Musik: Riccardo Drigo, Cesare Pugni
Anastasia Nuikina (Gast, Ballett des Mariinski-Theaters – Debüt an der Wiener Staatsoper)
Kimin Kim (Gast, Principal Dancer beim Ballett des Mariinski-Theaters)

Wiener Staatsoper / Artifact Suite - Ensemble © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Wiener Staatsoper / Artifact Suite – Ensemble © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

ARTIFACT SUITE (Ausschnitt)
Choreographie: William Forsythe | Musik: Johann Sebastian Bach
Madison Young – James Stephens, Natascha Mair – Davide Dato, Oxana Kiyanenko
Ensemble


Teil III:


SYLVIA (3. Akt)
Choreographie: Manuel Legris nach Mérante u.a. | Musik: Léo Delibes
Sylvia: Nikisha Fogo | Aminta: Denys Cherevychko | Orion: Davide Dato
Eros: Géraud Wielick | Diana: Ketevan Papava
Endymion: Kamil Pavelka | Ein Faun: Dumitru Taran
Ensemble

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—

Dortmund, Oper Dortmund, ALICE – DANCE OPEN Festival, 28.04.2019

April 11, 2019 by  
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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Ballett Dortmund bei DANCE OPEN Festival, Sankt Petersburg

Mit Meisterwerk ALICE  von Mauro Bigonzetti

Das Ballett Dortmund wird Mauro Bigonzettis Choreografie ALICE  beim international renommierten Tanzfestival DANCE OPEN in St. Petersburg wiederaufnehmen. Mit zwei Vorstellungen am 21. und 22. April 2019 jeweils um 19 Uhr wird das Dortmunder Ballett im Alexandrinski-Theater zu sehen sein. Am Sonntag, 28. April 2019, findet dann im Opernhaus um 18 Uhr die Dortmunder Wiederaufnahme statt.

Theater Dortmund / Alice - Manon Kolanowski, Ida Kallanvaara, Sae Tamura © Björn-Hickmann

Theater Dortmund / Alice – Manon Kolanowski, Ida Kallanvaara, Sae Tamura © Björn-Hickmann

DANCE OPEN ist heute eines der größten Ballettfestivals der Welt. Der britische „Independent“ nannte es eines der einflussreichsten Festivals Europas. Das Festival zeigt einige der besten internationalen Solisten sowie herausragende Choreografien der internationalen Ballettszene. Die Preisverleihung der DANCE OPEN Awards hat sich zu einer der gesellschaftlich angesehensten Veranstaltungen in Sankt Petersburg entwickelt.

Als einzige deutsche Compagnie wurde in diesem Jahr das Ballett Dortmund nach Sankt Petersburg eingeladen. Mit ALICE von Mauro Bigonzetti präsentiert das Dortmunder Ballett eine Choreographie, die den Rahmen des klassischen Balletts sprengt. Bigonzetti will, dass die Tänzer mit nahezu jedem Schritt Neuland betreten und sich stets neue Formen der Bewegung und des künstlerischen Ausdrucks ergeben. Sein Ziel ist es, dass sich alle Kunstformen, von Tanz über Schauspiel bis hin zur Musik, zu einem energiereichen und kraftvollen Werk vereinen.

Theater Dortmund / Alice - Sae Tamura © Björn-Hickmann

Theater Dortmund / Alice – Sae Tamura © Björn-Hickmann

Mauro Bigonzetti interessiert neben dem Fantastischen bei ALICE vor allem der Hintersinn von Lewis Carrolls Story, das Beunruhigende und Gefährliche einer Welt, in der die Gesetzmäßigkeiten der Realität keine Gültigkeit mehr haben. Alice ist kein verniedlichtes Mädchen im Disney-Wunderland, sondern wandelt auf dem schmalen Grat zwischen Realität und Traum. Es muss sich mit den fremden und unverständlichen Regeln des Traumreiches erst vertraut machen, mit den ständigen Veränderungen seiner Körpergröße – dem Erwachsenwerden – klarkommen. „So ist das Leben“, meint Bigonzetti.Nichts ist sicher – weder in uns drin, noch um uns herum. Aber in diesem Punkt können wir von Alice lernen: Sie bleibt unverzagt, offen, neugierig.“

Für die Musik zu dieser Kreation arbeitete Bigonzetti mit der italienischen Musiker-Gruppe ASSURD zusammen, die bereits für seine Kreation Cantata den „Soundtrack“ lieferte.
Bigonzetti: „Ich mag Kontraste in meiner Arbeit. Das ist einer der Gründe, warum ich mich für volkstümliche Musik  entschieden habe. Man kann sich kaum einen größeren Kontrast zwischen der angelsächsischen Geschichte von der kleinen Alice und der ursprünglichen Musik aus dem Süden Italiens vorstellen.“

Karten für die Dortmunder Vorstellungen sind an der Tageskasse im Opernhaus, telefonisch unter 0231/50 27 222 oder auf www.theaterdo.de erhältlich.

—| Pressemeldung Theater Dortmund |—

Lüttich, Opéra Royal de Wallonie-Liège, Le Comte Ory – Gioacchino Rossini, IOCO Kritik, 28.12.2018

Opéra Royal de Wallonie-Liège © Opéra Royal de Wallonie-Liège.

Opéra Royal de Wallonie-Liège © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Opéra Royal de Wallonie-Liège

Le Comte Ory Gioacchino Rossini

Ory:  Frauentrost in froh clownesker Tolpatschigkeit

Von Ingo Hamacher

Gioacchino Rossini Monument in Paris © IOCO

Gioacchino Rossini Monument in Paris © IOCO

Nicht jeder schreibt 40 Opern; nicht jeder wird an einem 29. Februar geboren; nicht jedem gelingt es, mit seiner Kunst zu sagenhaftem Ruhm und Reichtum zu gelangen und nicht jeder lehnt sich mit 37 Jahren in seinem Sessel zurück und verkündet, zukünftig auf sein künstlerisches Schaffen zu verzichten und sich (die nächsten 40 Jahre) ausschließlich dem Genuss und dem Kochen zuzuwenden. Nicht jeder?

Eigentlich gibt es nur einen, auf den diese Beschreibung passt: Gioacchino Rossini (1792 – 1868).  Die letzten Opern seines Lebens komponierte Rossini in Paris, wo er sich endgültig niedergelassen hatte und schnell zum wahren Beherrscher der Grande Opéra aufstiegt. Und so schrieb er sowohl den Comte Ory wie auch den Guillaume Tell in französischer Sprache.  Das Textbuch zum Graf Ory stammt vom vielvertonten Librettisten Eugéne Scribe und wurde vom französischen Librettisten Delestre-Poirson für Rossini geschickt zurecht gemacht, wobei nach „Pariser Art“ Frivolitäten vorkommen, die in den italienischen Werken jener Jahren nicht zu finden sind.

Le comte Ory  –  Gioacchino Rossini
Youtube Trailer der  Opéra Royal de Wallonie-Liège
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Zur in Reims stattfindenden Krönung Karls X. im Jahre 1825 hatte Rossini Il viaggio a Reims (Die Reise nach Reims) komponiert. Zu dieser – nie stattfindenden – Reise kommen Reisende aus ganz Europa im „Gasthof zur goldenen Lilie“ zusammen, von wo aus sie die gemeinsame Weiterfahrt zum großen Fest antreten wollen. Da aber keine Pferde aufzutreiben sind bleibt nicht anderes übrig, als das Fest an Ort und Stelle im Gasthof zu feiern, wobei jeder musikalische Grüße aus seinem Land überbringt.

Dieses Werk, voll von Charme, Witz und musikalischer Bedeutung, wollte Rossini als Anlassoper nicht völlig aufgeben, sondern rettete die wichtigsten Einzelnummern anlassunabhängig in den Plan, eine leichte komische Oper über einen gefährlichen Verführer zu schreiben; Le Comte Ory mit Namen.

Die Umarbeitung der bestehenden Partien erwies sich für Rossini als aufwendiger, als die Neukomposition des Fehlenden, da Rossini durch die neu gewonnene Meisterschaft im Umgang mit der französischen Rezitativ- und Ensemblebehandlung nicht hinter seinen Fähigkeiten zurückstehen wollte, bis dass er die Komödie zu einem vollgültigen Meisterstück gestaltet hatte.

Le Comte Ory , eine „opéra comique“, ist eines der vollendetsten Werke Rossinis mit glänzenden Ensembles, geistvollen Nuancen und wunderschöner Melodien, wobei das Terzett „A la faveur de cette nuit obscure“ (Im Schutz dieser dunklen Nacht) den Höhepunkt der Oper als letzte Nummer vor dem Finale bildet, bei dem der Comte Ory sich in den Armen seiner angebeteten Gräfin glaubt, jedoch von dieser und seinem Pagen Isolier genarrt wird. Aus dieser großartigen Vorlage gestalten die Opéra Royal de Wallonie- Liège, die Opéra Comique, Paris, und der Opéra Royal-Château de Versailles Spectacles einen großartigen und äußerst witzigen Opernabend.

Opéra Royal de Wallonie-Liège / Le comte Ory - hier : A. Siragusa als Graf Ory  und J. Devos als Adèle  © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Opéra Royal de Wallonie-Liège / Le comte Ory – hier : A. Siragusa als Graf Ory  und J. Devos als Adèle  © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Die Welt steht Kopf. Es ist Krieg. Heiliger Krieg. Seit 5 Jahren sind die Männer fern der Heimat in Israel, um Jerusalem von den Sarazenen zu befreien. Bilder von Ölgemälden, die Schlachten der Soldaten darstellend, werden zur Ouvertüre auf den Vorhang projiziert. Den daheim gebliebenen, einsamen Frauen, fehlt es an Unterstützung, Zuspruch und weiteren Freuden, die sie mit den Männern erleben könnten. Aber auch die Kirche bietet keinen Halt. Die Priester sind ebenfalls im Feld; die Kirchen sind aufgelöst.

Musikalische Leitung des Abends: Jordi Bernàcer, der den Abend temperamentvoll gestaltet. Der Spanier ist seit 2015 Dirigent an der San Francisco Oper.

ERSTER AKT

Der sich öffnende Vorhang gibt den Blick frei auf eine betongraue, remisenhafte Halle, in der das Inventar einer aufgelassenen Kirche eingelagert ist: Ein Konvolut aus Kanzel, Beichtstuhl, Kreuz und Sakristeischränken; Figuren, Betstühlen und allem erdenklichen Zubehör. Hierhin hat sich Graf Ory, gesungen von Tenor Antonino Siragusa, zurück gezogen, um in Begleitung seines treuen Gefährten Raimbaud (Bass) als Einsiedler verkleidet den Frauen und Mädchen des Dorfes die Beichte abzunehmen, Trost zu spenden und ihnen neue Lebenslust zu vermitteln.

Der international tätige italienische Tenor Antonio Siragusa hat sich mit seinem umfangreichen Repertoire besonders auf die Interpretation von Rossini-Opern spezialisiert, und so singt und plappert er die rossinischen Dialoge mit einer Begeisterung und Perfektion, dass es eine Freude ist. Im Frauentrost ist Ory trotz seiner clownesken Tolpatschigkeit offensichtlich so gut, dass die Dorfbewohnerinnen in Scharen zu ihm strömen, um sich von den verschiedensten Nöten befreien zu lassen.

Opéra Royal de Wallonie-Liège / Le comte Ory -  hier :  das Ensemble © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Opéra Royal de Wallonie-Liège / Le comte Ory – hier : das Ensemble © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Leicht zerzaust, aber sichtlich glücklich, verlassen nicht weniger als 15 Frauen nacheinander seine Klause. Dabei ist es kaum das gute Aussehen, dass die Damen anlockt: Mit Knubbelnase und Umschnallbauch, die sich Ory als Tarnung zugelegt hat, ist er mit seinen verschiedenfarbigen Handschuhen eher eine eselhafte Erscheinung, als ein attraktiver Herzensbrecher.

Aber über seinen zarten tenoralen Schmelz in der Stimme hinaus scheint er auch noch gewisse weitere Begabungen und Fähigkeiten zu haben, die die Begeisterung der Frauenwelt erklärt… Schließlich hat der Graf Ory einen so furchtbar schlechten Ruf bei anständigen Damen, dass er bei weniger sittsamen Vertreterinnen des schönen Geschlechts großen Anklang findet. Die Aufseherin des nahegelegenen Schlosses Formoutier (Dame Ragonde: Alexise Yerna, belgischer Mezzosopran, in Rüschenkostüm und Hochfrisur unter beeindruckendem Hut) bittet den Eremiten, die junge, schöne, verwitwete Gräfin Adèle wegen eines unbekannten Leidens zu empfangen.

Auch ein junger Mann, Isolier (Hosenrolle, Josè Maria Lo Monaco, vielversprechender französischer Mezzosopran, ebenfalls auf Rossini-Opern spezialisiert), der Page von Graf Ory, sucht den Einsiedler auf, um sich dem Gottesmann (seinen Herrn erkennt er in der Verkleidung nicht) mit seinen Nöten anzuvertrauen. In Liebe zu der jungen Gräfin entbrannt, möchte der Knabe sich als Nonne verkleidet Zutritt zum Schloss verschaffen. Zudem bittet er den Eremiten, der Gräfin als Heilmittel die Liebe zu empfehlen. Ory segnet den Burschen und beschliesst, all dies selbst anzuwenden.

Adèle (Jodie Devos, dreißigjähriger belgischer Sopran, in der Zartheit und Schönheit des Gesangs fraglos die Stimme des Abends) kommt und berichtet dem Eremiten von dem Gelübde, den Rest ihres Lebens in keuscher Witwenschaft zu verbringen. Rasch entbindet sie Ory von diesem Schwur, doch weiter kommt er nicht; sein Erzieher nämlich hat Verdacht geschöpft und entlarvt den falschen Eremiten. Ein Bote meldet die baldige Heimkehr der Kreuzritter.

Opéra Royal de Wallonie-Liège / Le comte Ory -  hier :  Ensemble und Alexise Yerna als Dame Ragonde © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Opéra Royal de Wallonie-Liège / Le comte Ory – hier : Ensemble und Alexise Yerna als Dame Ragonde © Opéra Royal de Wallonie-Liège

ZWEITER AKT

Die nur in wenigen Akzenten veränderte schmucklose Halle des ersten Aktes, jedoch vollständig vom Kirchenzubehör geräumt, repräsentiert das Innere des Schlosses, in das sich Frauen zum Schutze ihrer Strohwitwenschaft verschanzt haben. Den berüchtigten Grafen Ory in der Nähe zu wissen, hat allgemeines Entsetzen ausgelöst.

Während eines schweren Gewitters hören sie von außerhalb Hilferufe: Pilgerinnen bitten um Einlass zum Schutz vor dem Wetter und den Nachstellungen des Grafen Ory, dessen Opfer sie angeblich geworden seien. Die Gräfin zögert nicht, die Ordensfrauen einzulassen und bis zum erwarteten Eintreffen ihres Bruders und der weiteren Männer am nächsten Tag zu beschützen.

Natürlich handelt es sich bei den frommen Schwestern um den verkleideten Grafen Ory und seine Mannen, die teilweise mit Vollbärten, hühnenhaften Gestalten und tölpelhaftesten Benehmen unter Beobachtung ihre ewigen Gebete murmeln, unbeobachtet jedoch über den Weinkeller des Schlosses herfallen und Saufgelage veranstalten. Ory nutzt jede Gelegenheit, um sich der Gräfin zu nähern.

Isolier hat sich inzwischen Zutritt zur Gräfin verschafft: er klärt sie auf, um wen es sich bei den Pilgerinnen handelt, und bietet sich an, ihr gegen Orys Nachstellungen Hilfe zu leisten. Dieser zögert nicht, im nächtlichen Dunkel die Gräfin aufzusuchen und sie zu hofieren. In dieser 10. Szene des zweiten Aktes kommt es – wie bereits gesagt – zum Höhepunkt der Oper: Isolier und die Gräfin verstecken sich vor Ory gemeinsam im Bett.

Ory tritt hinzu und antwortet auf die Frage, wer da sei: „Schwester Colette“. Er nimmt die Hand Isoliers, in der Meinung, es sei die Gräfin, presst sie an sein Herz, fällt auf die Knie und erklärt ihr seine Liebe. (Terzett: „A la faveur de cette nuit obscure“ (Für diese dunkle Nacht). Zu spät merkt Ory, dass er die ganze Zeit statt mit der Gräfin mit seinem Pagen gescherzt hat, als Trompeten die Rückkehr des Grafen und seiner Krieger melden. Ory und seine Kumpanen fliehen, Isolier aber bleibt im Schloss.

Langanhaltender, verdienter Applaus für eine großartige musikalische und gesangliche Leistung; großer Jubel für die drei Hauptrollen: Ory, Adèle und Isolier und großes Lob für das Produktionsteam.

Der englische Musikkritiker Henry F. Corley (1808-1872) urteilt: „In Le Comte Ory gibt es keine einzige schlechte Melodie und keinen einzigen anzweifelbaren Takt.“ und so kann man in dieserwunderbaren Inszenierung einen äußerst gelungenen Opernabend genießen, mit viel Witz, Klamauk und wunderschöner Musik. Äußerst lohnend!

Opéra Royal de Wallonie-Liège / Le comte Ory - hier : L. Kubla als Le gouverneur © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Opéra Royal de Wallonie-Liège / Le comte Ory – hier : L. Kubla als Le gouverneur © Opéra Royal de Wallonie-Liège

Eine Produktion der:  Opéra Royal de Wallonie-Liège,  Opéra Royal-Château de Versailles Spectacles

Musikalische Leitung: Jordi Bernàcer, Regie: Denis Podalydès, Bühne: Eric Ruf, Kostüme: Christian Lacroix, Licht: Stéphanie Daniel, Bewegungsmitarbeit: Cécile Bon, Chorleitung: Pierre Iodice, Orchester der Opéra Royal de Wallonie-Liège

Besetzung: Le Gouverneur: Laurent Kubla, Dame Ragonde: Alexise Yerna, Alice: Julie Mossay, Komödianten: Laurent Podalydès und Léo Reynaud;  In weiteren Rollen: Stefano de Rosa, Xavier Petithan, Benoît Delvaux, Alexei Gorbatchev, Ludivine Scheers und Réjane Soldano

Le comte Ory an derOpéra Royal de Wallonie-Liège:  weitere Aufführungen in Lüttich:  ; 27.12.; 29.12.; 31.12.2018 und 02.01.2019;  Charleroi:  05.01.2019

Wie immer sind die Übertitel dreisprachig, so daß auch der deutschsprachige Besucher dem Text problemlos folgen kann.

—| IOCO Kritik Opéra Royal de Wallonie-Liège |—

Leipzig, Musikalische Komödie, Premiere Alice im Wunderland – Kinderballett, 23.03.2018

Oper Leipzig

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

 Alice im Wunderland  –  Kinderballett

– AB DURCH DIE TORTE –

Freitag, 23. März 2018, 19:30 Uhr feiert das Ballett Alice im Wunderland in der Choreografie von Mirko Mahr an der Musikalischen Komödie, Dreilindenstraße, Leipzig,  Premiere. Inspiriert von dem gleichnamigen Kinderbuchklassiker von Lewis Carroll und dessen Fortsetzung Alice hinter den Spiegeln, kreierte das Team um Ballettchef Mirko Mahr ein Kinderballett, in dem Träume wahr werden.

Oper Leipzig / Musikalische Komödie - Alice im Wunderland © Ida Zenna

Oper Leipzig / Musikalische Komödie – Alice im Wunderland © Ida Zenna

Die Gesetze von Logik und Sprache sind hier ausgehebelt, dem Nonsens Tür und Tor geöffnet: Die quietschbunte Welt der körperlosen Grinsekatze, des verrückten Hutmachers oder der bösen Herzkönigin begeistert seit über 150 Jahren eine Leserschaft aus Alt und Jung. Mirko Mahr setzt diesen skurrilen Kosmos in seiner Choreografie gleichermaßen ansprechend für Kinder wie Kind gebliebene Erwachsene um. Dazu wurden sowohl das Szenarium als auch die Musikabfolge eigens zusammengestellt. Unter der Leitung von Tobias Engeli wird Musik von Jacques Offenbach, Claude Debussy, Felix Mendelssohn Bartholdy, Georges Bizet, Modest Mussorgsky, Igor Strawinsky und vielen anderen Komponisten vom Orchester und Chor der Musikalischen Komödie gespielt und gesungen. Neben den Tänzerinnen und Tänzern des Balletts der Musikalischen Komödie werden auch Kinder auf der Bühne zu sehen sein. Dazu zaubert der Ausstatter Alexander Mudlagk die unterschiedlichsten Schauplätze auf die Bühne und gestaltet märchenhafte Kostüme. Er zeichnete an der Musikalischen Komödie bereits für die Ausstattung von Crazy for You, Der Wildschütz und Im Weißen Rössl sowie am Opernhaus für Hänsel und Gretel verantwortlich. Die Titelpartie ist mit Patricia Klages besetzt.

An Alices (Patricia Klages) zehntem Geburtstag taucht auf einmal ein ungeduldiges weißes Kaninchen (Tom Bergmann) mit Taschenuhr auf und springt in die Geburtstagstorte. Neugierig folgt ihm das Mädchen und landet nach einem langen Fall im Wunderland. Dort trifft sie auf die unterschiedlichsten skurrilen Kreaturen, wie den Hutmacher (Stephen Budd) und seine verrückte Teegesellschaft, die Raupe (Mirjam Neururer), die Grinsekatze oder die grausame Herzkönigin (Nicola Miritello) und ihr Kartengefolge. Sie erlebt spannende Abenteuer und lernt viel über sich selbst. Am Ende steht sie der Herzkönigin in einem Croquetturnier gegenüber und verteidigt ihre neu gewonnenen Freunde. Während ihrer Reise durchs Wunderland durchlebt Alice eine Wandlung. Sie lernt, Verantwortung für andere zu übernehmen und sich selbst zu behaupten. Als Symbol für ihre Veränderung steht die Raupe, die sich in einen Schmetterling (Alla Bykanova) verwandelt. So können die kleinen Zuschauer vollständig eintauchen in die wundersame Welt von Alice und ihren Freunden. »Alice im Wunderland« regt aber auch erwachsene Ballettfans zum Träumen, Lachen und Nachdenken an.

Die Premiere und die Vorstellung am 24. März 2018 sind bereits ausverkauft.


Premiere: Freitag, 23. März 2018, 19:30 Uhr, Weitere Aufführungen: 4. & 30. März / 14., 15. & 17. April / 10., 11., 26. & 27. Mai 2018

Alice im Wunderland,  Ballett von Mirko Mahr nach Lewis Carrolls Alice’s Adventures in Wonderland | Musik von Jacques O,   ffenbach, Leroy Anderson, Igor Strawinsky u. a. |Für Kinder ab 6 Jahren

Musikalische Leitung: Tobias Engeli, Choreografie: Mirko Mahr Bühne, Kostüme: Alexander J. MudlagkChoreinstudierung: Mathias DrechslerDramaturgie: Nele Winter

Besetzung:  Ballett der Musikalischen KomödieOrchester, Chor und Komp, arserie der Musikalischen Komödie,

—| Pressemeldung Oper Leipzig |—

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