Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Die Fledermaus – in rheinischer Lebensfreude, IOCO Kritik, 01.02.2020

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Die Fledermaus  – Johann Strauss

– Düsseldorf – Ein Weltraumbahnhof für Marsraketen –

von Viktor Jarosch

Johann Strauss Wien © IOCO

Johann Strauss Wien © IOCO

Die Fledermaus von Johann Strauss, 1874 komponiert, ist wohl einer der größten „Exportschlager“ Österreichs. Urwienerisch, so irrt man gern, sei die Fledermaus. Sie ist französischen Ursprungs; das erfolgreiche Vaudeville Réveillon (1872) von Henri Meilhac und Ludovic Halèvy ist ihr Ursprung. Réveillon (Vorabend – Heiligabend), ist ein in Frankreich übliches, ausgelassenes Weihnachtssouper mit Freunden.

1873 litt ganz Österreich unter den Folgen eines Börsenkrachs. In dieser schweren Zeit wird Réveillon für Johann Strauss zur Vorlage für Wiener „Lebenserkenntnisse“, die lauten: Wenn im richtigen Leben schon vieles falsch läuft, ¾ Takt, ein wenig Lüge, Maske, Kostüme, Polka, falsche Identitäten können oft weiter helfen. So etablierte der Walzerkönig Strauss mit seiner Fledermaus dauerhaft die Gattung „Operette“, in welcher sympathische Durchschnittsmenschen mit gutbürgerlicher Doppelmoral gut leben können. Überschaubare Alltagsprobleme werden etwas realitätsfern mit lieben Ungereimtheiten, Lügen und oft tänzerischen Schmankerln  dem natürlich glücklichen Ende zugeführt. Doch sympathische Durchschnittsmenschen mit gutbürgerlicher Doppelmoral leben überall auf der Welt: so konkurrieren vielfältige Fledermaus-Produktionen in  Facetten immer und überall in allen Opernhäusern rund um den Globus.

Die Fledermaus – im Rheinland
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Im Düsseldorf inszenierte nun Axel Köhler, früher im Theater Halle (Saale) als Bariton und Countertenor auf der Bühne, eine rheinische Fledermaus. Erklärtes Petitum von Axel Köhler zu seiner Inszenierung war, die Operette als Gattung „ernst“ zu nehmen; ihr mit aktuellen Bezügen und in modernem Gewand alles Verstaubte zu nehmen. So konkurrieren denn auch in den lokalen Bezügen von Köhlers schräg bunter Düsseldorfer Fledermaus  rheinische Lebensfreude, Doppelmoral, Lügen, Ungereimtheiten um die heimliche Rache des Dr. Falke an Gabriel von Eisenstein („Die Rache der Fledermaus“).

Deutsche Oper am Rhein / Die Fledermaus hinter diesem goldenen Bilderrahmen passiert ... © IOCO

Deutsche Oper am Rhein / Die Fledermaus hinter diesem riesigen goldenen Bilderrahmen passiert alles … © IOCO

Ein breiter goldener Bilderrahmen fasst die Bühne operettenhaft ein. Und schon zur Ouvertüre „üben“ schrill bekleidete Prostituierte, Dirnen, Kurtisanen an einer leuchtenden Straßenlaterne und an dem vorübergehenden Notar Dr. Falke ihre lasziv anmutige Verführungskünste und machen deutlich: Dies ist nicht Wien; ihr „Revier“ ist das Rheinland! Auch in den folgenden Bildern bleibt diese Fledermaus im Rheinland heimisch: Mit der geschmacklosen Luxusbehausung des neureichen Industriellen Gabriel von Eisenstein, welche von Übertreibungen protzt, wie mit riesigen Zebrafellen an den Wänden; wenn zwischen dem ersten und zweiten Bild Gefängnisinsassen in Gefängniskleidung vor dem Gemäuer der Justizvollzugsanstalt NRW Körperübungen machen; wenn aus der Strausssche Zofe Adele eine rheinische Putze Adele, „putzen ist mein zweites Standbein“, wird; wenn Dr. Falke den Gabriel von Eisenstein zur Feier des  Prinzen Orlofsky mit dem Hinweis lockt, Orlofsky sei ein russischer Oligarch der   „Düsseldorf zur Weltraumetropole für Marsraketen“ und Investoren suche; wenn inmitten des Festraums des Prinzen Orlofsky eine Rakete steht, die zum Ende des zweites Aktes knatternd abhebt und im dritten Akt bruchgelandet im Gefängnis zu sehen ist; wenn

Deutsche Oper am Rhein / Die Fledeermaus - hier : zum Fest des Prinzen Orlofsky mit wunderbaren Tanzeinlagen © Hans Joerg Mchel

Deutsche Oper am Rhein / Die Fledeermaus – hier : zum Fest des Prinzen Orlofsky mit wunderbaren Tanzeinlagen © Hans Joerg Mchel

Die rheinisch emanzipierte Inszenierung fasziniert sein Publikum im zweiten Akt mit einer vielfältig glitzernden, boulevardesken Gestaltung der Bühne und humorig schräge Wortspiele („Was ist das für eine Branse?“ – „Das ist Prinz Orlofsky!“), welche beständig schmunzeln lassen.. Auffällig hier auch die Tänzerinnen der Rheinoper, wenn sie in verspielten Kostümen, Foto, mitreißend choreographiert, – in Düsseldorf lange nicht mehr gesehene – revuehaft-verträumte Tanzeinlagen bieten; wenn die Festgesellschaft des Prinzen Orlofsky das Lied „Ha, welch’ ein Fest, welche Nacht voll Freud“  in hypnotisch sinnlicher Trance tänzerisch begleitet.

Doch das Wienerische kehrt im 3. Akt zurück an den Rhein: wenn der Österreicher Wolfgang Reinbacher, seit 1970 am Düsseldorfer Schauspielhaus, als Frosch das „Frosch-Wohlfühl Programm“ in Wiener Mundart mit dem dortigen Volks-Klassiker einleitet: In der Kellergassen, kanns gar ned fassen, sitz i ganz verlassen, auf einem Schwein…“ und diese Fledermaus-Inszenierung ihrem meist glücklichem Ende zuführt. Nur für Gabriel von Eisenstein endete der Premierenabend bitter: Er wurde (die Rache der Fledermaus schlug zu) mit einem Kabelbinder gefesselt abgeführt, da der begründete Verdacht bestand, daß er „Düsseldorf an Dritte veräußern wollte“!

Deutsche Oper am Rhein / Die Fledermaus - hier : Wolfgang Reinbacher als Frosch © Hans Joerg Mchel

Deutsche Oper am Rhein / Die Fledermaus – hier : Wolfgang Reinbacher als Frosch © Hans Joerg Mchel

Das Wohlgefühl der Besucher bebte von Beginn des 1. Bild an, als Lavinia Dames als Adele, zur Putze mutiert, einen Staubsauger hinter sich her ziehend die Bühne betritt und mit frappierend sicheren wie herrlich lyrischen Koloraturen wunderbare erste Akzente setzt, gute Laune erzeugt. Bis zum letzten Bild, mit ihrem Spiel‘ ich die Unschuld vom Lande, natürlich im kurzen Gewande“, beschwingt Lavinia Dames die Handlung stimmlich wie darstellerisch. Doch das Ensemble ist insgesamt wunderbar aufgelegt: Anke Krabbe spielt eine sensibel präsente Rosalinde, welche das Publikum im wohl timbrierten Csárdás „Klänge der Heimat“ mitreißt. Jussys Myllys formt seine Partie des Liebhabers Alfred mit feurig italienischem Belcanto (was ihn sogleich zum Alfredo macht). Nobert Ernst war der Partie des neureichen Gabriel von Eisenstein stets gewachsen, wenn auch weniger auffällig. Die Partie der  Gräfin Orlofsky war mit Maria Boiko zurückgenommen angelegt; doch stimmlich glänzte sie, speziell in der großen Arie „Im Feuerstrom der Reben“. Stefan Heidemann als Gefängnisdirektor Frank, Luis Fernando Piedra als Dr. Blind, Christoph Filler als Dr. Falke, Helena Günther als Ida und Volker Philippi als Staatsanwalt rundeten das Ensemble dieser humorig rheinischen Fledermaus glänzend ab. Dirigent Benjamin Reiners und die Düsseldorfer Symphoniker stützten Solisten und Chor mit sängerfreundlichen Klängen.

Das durchaus junge Publikum im ausverkauften Opernhaus feierte die Inszenierung, besonders aber Ensemble, Tänzer und Orchester. Die folgende Premierenfeier bestätigte das für die meisten Akteure glückliche Ende der rheinischen Fledermaus mit frohem Zuspruch und vielen strahlenden Gesichtern.

Die Fledermaus an der Deutschen Oper am Rhein, Düsseldorf; die nächsten Termine 2.2.; 9.2.; 15.2.; 21.2.; 23.2.; 29.2.; 7.3.; 22.3.; 1.4.2020

—| IOCO Kritik Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Cottbus, Staatstheater Cottbus, My Fair Lady – Zum Auftakt, August – September 2019

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Staatstheater Cottbus

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

Höhepunkte zum Auftakt der neuen Spielzeit

Nach der traditionellen Spielplanpräsentation „Theater und Musik in Pücklers Park“ am letzten Augustsonntag, 25. August 2019, im Park Branitz beginnt die Saison im Großen Haus mit einer Serie von fünf Aufführungen des Erfolgsmusicals My Fair Lady, jeden Abend vom 28. August bis zum 1. September. Bis auf die Nachmittagsvorstellung am Sonntag, 1. September, 16.00 Uhr, ist der Vorstellungsbeginn jeweils 19.30 Uhr.

Staatstheater Cottbus / MY FAIR LADY - Ulrich Schneider (Alfred P. Doolittle), Eve Rades (Eliza Doolittle) und (im Hintergrund) Dirk Kleinke (Jamie) © Klaus Gigga

Staatstheater Cottbus / MY FAIR LADY – Ulrich Schneider (Alfred P. Doolittle), Eve Rades (Eliza Doolittle) und (im Hintergrund) Dirk Kleinke (Jamie) © Klaus Gigga

 Samstag, 21. September, 20.00 Uhr und Sonntag, 22. September 2019, 19.00 Uhr, stehen zwei Soul-Konzerte mit dem Philharmonischen Orchester und der Band Max and Friends auf dem Programm. Bandleader Maximilian Kraft hat dafür hochkarätige Musiker und drei der besten Soul-Sängerinnen Deutschlands verpflichtet. Arrangiert für Band und Orchester erklingen unter anderem Songs von Mariah Carey, Randy Crawford, Whitney Houston und Gladys Knight, Medleys mit Songs von Barbra Streisand und Shirley Bassey sowie Musik von George Gershwin. Bei diesem gemeinsamen Konzert unternehmen Orchester, Band und Sängerinnen zudem „Ausflüge“ in musikalische Stile wie Rhythm and Blues, Gospel, Pop und Disco. Die Moderatoren sind der derzeitige Cottbuser Chefdirigent Alexander Merzyn und Maximilian Kraft.

Staatstheater Cottbus / MY FAIR LADY - Christian Henneberg (Henry Higgins) und Eve Rades (Eliza Doolittle) © Klaus Gigga

Staatstheater Cottbus / MY FAIR LADY – Christian Henneberg (Henry Higgins) und Eve Rades (Eliza Doolittle) © Klaus Gigga

Während der Spielzeitpause des Staatstheaters Cottbus gibt es vom 8. Juli bis 25. August 2019 im Besucherservice im Großen Haus eine Sommerkasse. Diese ist von Dienstag bis Freitag von 11.00 bis 15.00 Uhr geöffnet. Erhältlich sind Theaterkarten und Abonnements für die Spielzeit 2019/2020. Karten für die nächste Saison können jederzeit auch online unter www.staatstheater-cottbus.de gebucht werden.

Ab Montag, 26. August 2019 gelten für den Besucherservice wieder die regulären Öffnungszeiten: Montag und Samstag 11 bis 14 Uhr und Dienstag bis Freitag 11 bis 18 Uhr.

BESUCHERSERVICE DES STAATSTHEATERS COTTBUS
Am Schillerplatz 1 (Rückseite des Großen Hauses)
03046 Cottbus

—| Pressemeldung Staatstheater Cottbus |—

München, Staatstheater am Gärtnerplatz, PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE, ab Juli 2019


Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE
Das Musical

Glitzer, Glamour und jede Menge Discohits

Buch von Stephan Elliott und Allan Scott
Nach dem Kinofilm von Latent Image / Specific Films
In Zusammenarbeit mit Nullarbor Productions und MGM On Stage und outside eye Wien

Mit den Discohits der 70er und 80er
Musikalische Arrangements und Orchestration von Stephen ›Spud‹ Murphy
Für die Bühne entwickelt von Simon Phillips | Deutsch von Michael Alexander Rinz
In deutscher Sprache – Songs in englischer Originalsprache

Staatstheater am Gärtnerplatz / Priscilla - Königin der Wüste - Erwin Windegger (Bernadette), Terry Alfaro (Adam), Armin Kahl (Tick), Ensemble © Marie-Laure Briane

Staatstheater am Gärtnerplatz / Priscilla – Königin der Wüste – Erwin Windegger (Bernadette), Terry Alfaro (Adam), Armin Kahl (Tick), Ensemble © Marie-Laure Briane

Das frenetisch bejubelte Musical PRISCILLA – KÖNIGIN DER WÜSTE von Stephan Elliott und Allan Scott mit den Discohits der 70er und 80er in der Inszenierung von Gil Mehmert ist ab 15. Juli wieder zurück im Gärtnerplatztheater. Basierend auf dem gleichnamigen, fulminanten Kinoerfolg erzählt »Priscilla – Königin der Wüste« die packende, zu Herzen gehende Geschichte von drei Freunden aus dem Traviestiekünstler-Milieu, die sich gemeinsam auf die Reise ihres Lebens in einem abgetakelten alten Bus namens »Priscilla« quer durchs australische Outback machen – und am Ende mehr gewinnen, als sie sich jemals zu träumen gewagt hatten. In den Hauptrollen erleben Sie Armin Kahl als Tick, Erwin Windegger als Bernadette und Terry Alfaro als Adam. Für die sechs Spieltermine in dieser Saison gibt nur noch Restkarten.

Priscilla – Königin der Wüste
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BESETZUNG
Musikalische LeitungJeff Frohner / Andreas Partilla

RegieGil Mehmert
ChoreografieMelissa King
BühneJens Kilian
KostümeAlfred Mayerhofer
LichtMichael Heidinger
VideoMeike Ebert
DramaturgieMichael Alexander Rinz

TickArmin Kahl
BernadetteErwin Windegger
AdamTerry Alfaro
BobFrank Berg
BenjiJasper Baumann / Clemens von Bechtolsheim / Matthias Thomas
MarionKatharina Lochmann / Tanja Schön
DivenDorina Garuci, Jessica Kessler, Amber Schoop
CynthiaMarides Lazo
ShirleyAngelika Sedlmeier
Miss VerständnisEric Rentmeister
Miss Fernanda FalsettaJurriaan Bles
JimmyKarim Ben Mansur / David Eisinger
EnsembleJohn Baldoz, Alan Byland, Alex Frei,Rachel Marshall, Esther Mink, Andreas Nützl, Adriano Sanzò, Susanne Seimel,Samantha Turton
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Termine

Di16.07.201919.30 Uhr KiJu
Mi17.07.201919.30 Uhr
Mo22.07.201919.30 Uhr
Di23.07.201919.30 Uhr KiJu
Mi24.07.201919.30 Uhr
Di04.02.202019.30 Uhr
Mi05.02.202019.30 Uhr KiJu
Do06.02.202019.30 Uhr
Do13.02.202019.30 Uhr KiJu
Fr14.02.202019.30 Uhr
So16.02.202018.00 Uhr
Sa06.06.202019.30 Uhr KiJu
So07.06.202018.00 Uhr
Do11.06.202018.00 Uhr KiJu
Fr12.06.202019.30 Uhr
Sa13.06.202019.30 Uhr
So14.06.202018.00 Uhr

—| Pressemeldung Staatstheater am Gärtnerplatz |—

Bielefeld, Theater Bielefeld, Premiere OTELLO DARF NICHT PLATZEN!, 01.09.2019

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Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

OTELLO DARF NICHT PLATZEN! Das Musical
Brad Carroll / Peter Sham

Premiere So. 01.09.19, 19:30 Uhr, Stadttheater

Musical nach der Komödie von Ken Ludwig // Buch und Gesangstexte von Peter
Sham // Musik von Brad Carroll // Deutsch von Roman Hinze

Musikalische Leitung William Ward Murta Inszenierung Thomas Winter Bühne und Kostüme Ulv Jakobsen Choreografie Dominik Büttner Dramaturgie Jón Philipp von Linden Mit Dirk Audehm, Yun-Geun Choi, Mark Coles, Michaela Duhme, Christin Enke-Mollnar, Joshua Farrier, Patricia Forbes, Krzysztof Gornowicz, Jonas Hein, Navina Heyne, Franziska Hösli, Evelina Quilichini, Carlos Horacio Rivas, Roberta Valentini, Jeannine Michèle Wacker; Bielefelder Opernchor, Bielefelder Philharmoniker

Theaterdirektor Saunders ist verzweifelt: Das Opernhaus Cleveland fiebert einer Galavorstellung von Verdis Otello entgegen, die Theatergilde rotiert seit Wochen wegen des Festbanketts, der Saal ist lange ausverkauft, selbst Präsident Roosevelt hat sich angekündigt (wir schreiben 1934)! Als endlich der große Tag da ist, fehlt der wichtigste Gast: Startenor Tito Merelli. Was tun? Souffleur und Regieassistent Max ist bereit, einzuspringen, aber niemand darf etwas davon merken. Zwar taucht der vermisste Gast doch noch auf, hat auch sein Originalkostüm dabei, fällt aber nach einem handfesten Streit mit seiner Frau mithilfe von Beruhigungsmitteln in einen derart tiefen Schlaf, dass er die Vorstellung buchstäblich verschläft. Max brilliert als Otello, der Skandal ist abgewendet, das Publikum tobt – doch die Show hinter der Bühne geht jetzt erst richtig los, da diverse weibliche Mitglieder des Hauses die Chance auf ein Schäferstündchen mit dem Startenor durchaus nutzen wollen und Merelli selbst nicht nur aufgewacht ist, sondern sich ebenfalls in sein Otello-Kostüm geworfen hat …

Ken Ludwig schrieb 1986 die Komödie Otello darf nicht platzen als Schauspiel und landete damit seinen bisher größten Erfolg. Peter Sham und Brad Carroll, zwei Broadway-Autoren der jüngeren Generation, waren 2004 überraschenderweise die ersten, die auf die Idee kamen, ein Musical daraus zu machen. Was naheliegend war, schließlich lässt sich eine Komödie über die Oper und ihre Lieblings-Klischees mithilfe von Musik, Orchester, SängerInnen und Chor noch viel authentischer und spritziger erzählen.

Mit Jonas Hein (Max Garber) und Joshua Farrier (Tito Merelli) treffen ein Musical und ein Operntenor am Theater Bielefeld aufeinander, hochkarätig flankiert von Dirk Audehm (bekannt aus My Fair Lady), Jeannine Michèle Wacker (Daddy Langbein), Roberta Valentini (Das Molekül, City of Angels, Jekyll & Hyde u.v.a.m.) und Navina Heyne (Bonnie & Clyde) sowie dem überaus spielfreudigen Bielefelder Opernchor. Die musikalische Leitung liegt in den bewährten Händen von William Ward Murta. Mit Thomas Winter (Inszenierung), Ulv Jakobsen (Bühne und Kostüme) sowie Dominik Büttner (Choreografie) ist ein Regieteam am Start, das der Komödie das richtige Timing, den nötigen »Drive« und jede Menge Charme zu verleihen imstande ist.

MUSIKALISCHE LEITUNG
William Ward Murta, geboren in Fort Smith/Arkansas und aufgewachsen in Oklahoma, ist seit 1984 Musical-Kapellmeister am Theater Bielefeld. Er übernahm die musikalische Leitung vieler Produktionen wie Cabaret, Evita, Chicago, La Cage aux Folles, Piaf, Die Comedian Harmonists, der Uraufführung von James Lyons Für mich soll’s rote Rosen regnen, Franz Wittenbrinks Männer – Tore, Tränen und Triumphe, Sekretärinnen und Mütter, außerdem She Loves Me, Jekyll & Hyde, Me and My Girl, Crazy For You, The Scarlet Pimpernel, Chess, Company, The Birds of Alfred Hitchcock, City of Angels, Die Hexen von Eastwick, Bonnie & Clyde, Sunset Boulevard, A Little Night Music, Hochzeit mit Hindernissen, Avenue Q, Frühlings Erwachen (Spring Awakening), My Fair Lady und Lazarus. Murta ist in Musikerkreisen ein gefragter Arrangeur; zahlreiche seiner Arrangements gehören zu den Standards von Musical- und Gala-Aufführungen im In- und Ausland. Darüber hinaus komponiert Murta eigene Musicals: 1987 M … wie Marilyn
und sein Werk über das Leben von Galileo Galilei, Starry Messenger (Sternenbote), das 2004 sehr erfolgreich am Theater Bielefeld uraufgeführt wurde. Zu Beginn der Spielzeit 2010/11 folgte ebenso erfolgreich die Uraufführung von The Birds of Alfred Hitchcock und in der Spielzeit 2016/17 die Uraufführung von Das Molekül, für das er in fünf Kategorien beim Deutschen Musical-Theaterpreis nominiert und mit dem von New England Biolabs (NEB) ausgelobten »Passion in Science Award 2019« in der Kategorie »Arts & Creativity« ausgezeichnet wurde.

INSZENIERUNG
Thomas Winter war Sänger der Kölner Soulfunk Band Upstairs bevor er von 1995 bis 1999 an der Folkwang Hochschule Essen Schauspiel, Gesang und Tanz studierte. 1997 gewann er den 1. Preis beim Bundeswettbewerb Gesang (Musical, Chanson, Song). Von 1999 bis 2001 war er fest als Schauspieler am Theater Heilbronn und von 2001 bis 2005 am Staatstheater Oldenburg engagiert.
Seit 2005 arbeitet er als freier Schauspieler, war in Film- und Fernsehproduktionen wie Das Duo, SOKO München oder Der Baader-Meinhof-Komplex zu sehen und spielte unter anderem am Theater Bielefeld, im Winterhuder Fährhaus in Hamburg, am Theater Münster, in der Bar jeder Vernunft in Berlin, an der Deutschen Oper am Rhein und am Nationaltheater Mannheim.
Darüber hinaus ist er als Regisseur tätig und inszeniert u. a. an der Oper Chemnitz, am Volkstheater Rostock, am Theater Konstanz und am Theater Bielefeld, wo er auch seit 2011 die Spielstätte Loft künstlerisch betreut. Am Bielefelder Theater inszenierte er u. a. mit großem Erfolg City of Angels, Sunset Boulevard, Cyrano, Hochzeit mit Hindernissen, Das Molekül und My Fair Lady.

BÜHNE UND KOSTÜME
Ulv Jakobsen wurde 1962 in Berlin-Pankow geboren. Er absolvierte sein Design- und Bühnenbildstudium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und machte 1993 sein Diplom. 1992 war er Assistent bei Robert Wilson. Jakobsen war an über 80 Produktionen als Bühnen- und Kostümbildner an verschiedenen Theatern beteiligt. Darunter das Nationaltheater Lubljana (Slowenien), das Deutsche Theater Berlin, das Staatstheater Schwerin und das Theatret Vårt in Norwegen. Darüber hinaus arbeitete Jakobsen als Theater- und Filmautor in Schwerin, Bremerhaven und für den Kinofilm Die Datsche (2003). Seine Theaterplakate wurden mehrfach ausgezeichnet und fanden Aufnahme in staatliche und private Sammlungen. Am Theater Bielefeld war Ulv Jakobsen an den Musicalproduktionen City of Angels, Sunset Boulevard, Cyrano, Das Molekül und My Fair Lady als Bühnen- und Kostümbildner beteiligt.

CHOREOGRAFIE
Dominik Büttner studierte Schauspiel, Gesang und Tanz in Wien und sammelte bereits als Balletteleve erste Bühnenerfahrungen an der Wiener Staatsoper und an der Volksoper. Es folgten zahlreiche Engagements als Musicaldarsteller und Schauspieler, u. a. am Theater an der Wien, Theater des Westens Berlin, Nationaltheater Mannheim, Staatstheater Karlsruhe, Bad Hersfelder Festspiele, Oper Kiel, Stadttheater Ingolstadt, Komödie Düsseldorf, Apollo Theater Stuttgart, Theater 11 Zürich und bei der Japan-Tournee von Elisabeth der Vereinigten Bühnen Wien. Dabei arbeitete er beispielsweise mit Helmut Baumann, Jürg Burth, Stefan Huber, Melissa King, Kim Duddy, Bernd Mottl, Otto Pichler, Harry Kupfer, Dennis Callahan, Werner Sobotka und Roman Polanski zusammen. Außerdem spielte er Rollen in TV-Produktionen von ZDF, NDR, WDR und im Kinofilm Polly Blue Eyes. Inzwischen ist er vermehrt auch als Choreograf und/oder Regisseur tätig, u. a. am Theater Bielefeld, Theater für Niedersachsen Hildesheim, den Schauspielbühnen Stuttgart, Stadttheater Ingolstadt, Tipi am Kanzleramt Berlin sowie für Theaterprojekte und Produktionen in Namibia, Russland, der Türkei und den USA. Daneben hat er einen Lehrauftrag an der Universität der Künste Berlin im Studiengang Musical und war Gastdozent an der University of Namibia und der University of North Carolina/USA.

BESETZUNG
Henry Saunders Dirk Audehm
Bernie Guter, Inspizient Carlos Horacio Rivas
Max Garber, Assistent Jonas Hein
Anna 1 (Dame der Operngilde) Evelina Quilichini
Anna 2 (Dame der Operngilde) Franziska Hösli
Anna 3 (Dame der Operngilde) Michaela Duhme
Diana Divane, Operndiva Navina Heyne
Maggie Saunders, Henrys Tochter Jeannine Michèle Wacker
Tito Merelli, Startenor Joshua Farrier
Maria Merelli, seine Frau Roberta Valentini
Bürgermeister von Cleveland Paata Tsivtsivadze
Harry, Liftboy Vladimir Lortkipanidze
Mickey, Polizist Krzysztof Gornowicz
Joe, auch Polizist Mark Coles

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