Bielefeld, Theater Bielefeld, Premiere AIDA, 30.11.2019

November 8, 2019 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Theater Bielefeld

bielefeld.jpg

Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

AIDA
Giuseppe Verdi

PREMIERE Sa. 30.11.19, 19:30 Uhr, Stadttheater

Oper in vier Akten und sieben Bildern // Libretto von Antonio Ghislanzoni nach einem Handlungsentwurf von Auguste Mariette Bey und einem Szenarium von Camille du Locle // Musik von Giuseppe Verdi // In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln Musikalische Leitung Alexander Kalajdzic Inszenierung Nadja Loschky Bühne Ulrich Leitner Kostüme Irina Spreckelmeyer Choreinstudierung Hagen Enke Dramaturgie Jón Philipp von Linden Mit Evgueniy Alexiev / Kjell Brutscheidt / Yoshiaki Kimura / Elizabeth Llewellyn / Diana Marie Müller / Lena Paetsch / Moon Soo Park / Steffen Seithel / Elena Schneider / Arthur Shen / Katja Starke / Bielefelder Opernchor / Extrachor des Theaters Bielefeld / Bielefelder Philharmoniker Verbotene Liebe in Zeiten des Krieges, so ließe sich die Handlung von Giuseppe Verdis Aida knapp zusammenfassen. Genauer gesagt, ist damit die Ausgangssituation umrissen, denn mit welcher Meisterschaft es der große Italiener vermag, infolgedessen seine Hauptfiguren in ausweglose Situationen zu bringen und sie dennoch mit Liebe und Mut auszustatten, ist schlichtweg atemberaubend. Besonders, was das musikalische Gefühlsbarometer angeht, versteht sich. Nicht umsonst zählt Verdis drittletzte Oper zu den populärsten überhaupt. Ausgelöst durch die Umstände der Uraufführung und die Wünsche des Auftraggebers – kein Geringerer als der Khedive (Vizekönig) von Ägypten trat 1870 an Verdi heran, um eine Oper »im ägyptischen Stil« zu bestellen – war Aida von jeher mit dem Pomp einer einschlägigen Ausstattung behaftet; kaum eine andere Oper weckt wohl bei vielen Opernliebhaber* innen so konkrete Bilder wie diese. Gleichwohl pulsiert im Schatten der großen Chorszenen ein auf den Punkt gebrachtes Kammerspiel, an dem nur wenige Figuren beteiligt sind – doch für die geht es um das große Ganze: die äthiopische Prinzessin fristet – incognito – ein Leben als Sklavin am feindlichen Hof des ägyptischen Pharaos. Ihre heimliche Liebe gilt Radames, dem erfolgreichen Hoffnungsträger des ägyptischen Militärs, auf den auch Prinzessin Amneris ein Auge geworfen hat. Ausgerechnet er wird ausgesandt, um Äthiopiens Truppen unter dem Befehl von Aidas Vater Amonasro zu bekämpfen. Zu Aidas Entsetzen gelingt den Ägyptern der Sieg; zugleich ist sie froh, dass Radames überlebt hat. Als sie unter den Gefangenen auch ihren Vater erblickt, ahnt sie allerdings nicht, dass der sie seinerseits
zum Instrument machen will, um den so verhassten wie überlegenen Feind doch noch zu besiegen. Aida droht, zwischen der Liebe zu Radames und zu ihrem Vater zermalmt zu werden.

Ebendiese Angst und Ausweglosigkeit, die sich bei Aida in einer Todessehnsucht Luft macht, ist das Epizentrum, um das sich für Regisseurin Nadja Loschky und ihr Team (Ulrich Leitner, Bühne; Irina Spreckelmeyer, Kostüme) Verdis Musikdrama dreht. Sie erzählen Aidas Schicksal stets aus ihrer Perspektive und folgen dabei zugleich einer inneren wie der äußeren Handlung, ganz wie es dieses packende Musikdrama nachdrücklich einfordert. In der Titelrolle ist die britische Sängerin Elizabeth Llewellyn zu Gast, als Radames ist Arthur Shen zu erleben. Aus dem Bielefelder Ensemble stehen ihnen mit Katja Starke (Amneris), Moon-Soo Park (Ramphis), Evgueniy Alexiev (Amonasro) und Yoshiaki Kimura (die Stimme des Königs) bewährte Hauptfigurendarsteller* innen gegenüber. Aida ist zugleich eine dankbare Aufgabe für den Bielefelder Opernchor und den Extrachor (Ltg. Hagen Enke) sowie selbstredend für
die Bielefelder Philharmoniker. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von
GMD Alexander Kalajdzic.

Die nächsten Termine 07.12., 12.12., 22.12., 27.12., …
Karten www.theater-bielefeld.de / T. 0521 51-5454

MUSIKALISCHE LEITUNG
Alexander Kalajdzic, geboren in Zagreb, Kroatien, begann seine musikalische Ausbildung mit sechs Jahren und gab ab dem achten Lebensjahr regelmäßig Konzerte als Pianist. Er gewann mehrere Preise bei Bundeswettbewerben und setzte anschließend sein Studium an der Musikhochschule in Wien fort, wo er die Dirigierklasse von Karl Österreicher mit Auszeichnung absolvierte. Darüber hinaus studierte er Klavier, Viola und Korrepetition. Schon während des Studiums dirigierte er Symphoniekonzerte mit den Zagreber Philharmonikern sowie dem Orchester des Kroatischen Rundfunks.

Sein beruflicher Weg führte ihn nach Krefeld-Mönchengladbach, wo er als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung erste Theatererfahrungen sammelte. Danach war er als Kapellmeister in München, als erster Dirigent des Nationaltheaters Weimar und von 2008 bis 2010 als 1. Kapellmeister am Nationaltheater Mannheim tätig, wo er sich ein großes Repertoire erarbeiten konnte. Er gastierte u. a. in den USA, Mexiko, Südafrika, Italien, Frankreich, in der Schweiz und in Tschechien. Alexander Kalajdzic ist sowohl in der Oper als auch im Konzertbereich gefragt. Sein Repertoire reicht vom frühen Barock bis zur Moderne, wobei sein besonderes Interesse der französischen Musik gilt. So führte er fast das gesamte Orchesterwerk von Ravel und Debussy mehrmals auf. Auch war er lange Zeit als Liedbegleiter und Kammermusiker aktiv und hatte bis vor kurzem einen Lehrstuhl für Orchestererziehung in Zagreb inne. Alexander Kalajdzic leitet als GMD seit Spielzeitbeginn 2010/11 die musikalischen Geschicke des Theaters Bielefeld und der Bielefelder Philharmoniker.

INSZENIERUNG
Nadja Loschky studierte Musiktheaterregie an der HfM »Hanns Eisler« in Berlin. Parallel zu ihrem Studium assistierte sie Hans Neuenfels und arbeitete als freie Regisseurin an den Städtischen Bühnen Osnabrück. An diesem Theater entstanden in den folgenden Jahren unter ihrer Regie auch erste Inszenierungen im Bereich Kinder- und Jugendtheater. 2006 wurde ihre Interpretation von Frieds Monooper Das Tagebuch der Anne Frank zum Theatertreffen der Jugend nach Berlin eingeladen. Es folgten weitere Engagements, unter anderem am Staatstheater Kassel. Im Anschluss an ihre praktische Diplomprüfung 2009 inszenierte Nadja Loschky Verdis La Traviata und Rossinis Der Barbier von Sevilla an den Städtischen Bühnen Osnabrück, sowie Faust von Charles Gounod am Staatstheater Kassel. 2011 debütierte sie mit der Uraufführung der Familienoper Mikropolis von Christian Jost an der Komischen Oper Berlin. Im Jahr 2012 entstanden Inszenierungen von Brittens A Midsummer Night’s Dream am Staatstheater Kassel, Mozarts Entführung aus dem Serail am Theater Heidelberg sowie der Familienoper Die Schatzinsel (Frank Schwemmer) am Opernhaus Zürich, denen 2013 Verdis Simon Boccanegra am Theater Aachen und Händels Alcina am Luzerner Theater folgten. 2014 führte sie Mozarts Così fan tutte erneut ans Theater Heidelberg und mit Madama Butterfly inszenierte sie am Theater Bielefeld ihre erste Puccini-Oper. Für diese Produktion wurde sie 2015 mit dem Götz-Friedrich-Preis ausgezeichnet. Im selben Jahr arbeitete sie erneut am Opernhaus Zürich und brachte Christian Josts Rote Laterne zur Uraufführung. Anschließend inszenierte sie Boieldieus selten gespielte Oper La dame blanche am Oldenburgischen Staatstheater und Mozarts Le nozze di Figaro am Theater Heidelberg. 2016 präsentierte sie sich erneut am Luzerner Theater, diesmal mit einer Interpretation von Bellinis Oper Norma. Für ihre im gleichen Jahr entstandene Produktion Death in Venice von Benjamin Britten am Theater Bielefeld erhielt sie im Jahresheft der Fachzeitschrift »Opernwelt« eine Nominierung in der Kategorie »Beste Regie«. Zu Beginn der Spielzeit 2016/17 inszenierte sie Verdis Macbeth am Oldenburgischen Staatstheater, dem Zingarellis Giulietta e Romeo am Barocktheater Schwetzingen folgte. Mit Monteverdi L’incoronazione di Poppea kam es im Frühjahr 2017 zu einer weiteren Arbeit am Theater Bielefeld, 2018 gab sie ihr Regiedebüt an der Oper Graz mit Ariane et Barbe-Bleue von Paul Dukas. In derselben Spielzeit wurde Nadja Loschky Hausregisseurin am Theater Bielefeld, wo sie Rihms Jakob Lenz inszenierte und dort im Anschluss die Spielzeit 2018/2019 mit Verdis La Traviata eröffnete. Im Frühjahr 2019 debütiert sie an der Oper Köln mit Dvoraks Märchenoper Rusalka und im Juni desselben Jahres war ihre Interpretation von Offenbachs Orpheus in der Unterwelt am Theater Bielefeld zu sehen. Neben ihrer Regietätigkeit ist sie projektbezogen auch als Dozentin an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« sowie der »UDK« Berlin tätig. Nadja Loschky hat ab der Spielzeit 2019/20 die künstlerische Leitung des Musiktheaters am Theater Bielefeld übernommen.

BÜHNE
Ulrich Leitner wurde 1976 in Linz geboren. Nach dem Abitur und einer Tischlerlehre studierte er Bühnenbild bei Erich Wonder an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und Szenenbild bei Lothar Holler an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam Babelsberg. Seit 2001 arbeitet er als freischaffender Bühnen- und Kostümbildner unter anderem am Theater Bremen, Schauspiel Essen, Staatstheater Braunschweig, Theater Münster, Theater St. Gallen, Vereinigte Bühnen Krefeld und Mönchengladbach, Hebbel am Ufer Berlin, Theater Heidelberg und dem Saarländischen Staatstheater mit RegisseurInnen wie Martin Schulze, Thomas Ladwig, Johannes von Matuschka, Nora Somaini, Johanna Weißert und Kathrin Mädler. Mit Nadja Loschky arbeitet er seit 2014/15 regelmäßig zusammen. Am Theater Bielefeld realisierten sie bereits Brittens Death in Venice und Rihms Jakob Lenz gemeinsam.

KOSTÜME Irina Spreckelmeyer absolvierte ihr Bachelorstudium im Fach Kostümbild bei Prof. Maren Christensen an der Hochschule Hannover. An der Universität der Künste Berlin setzte sie 2016 ihr Master-Studium bei Florence von Gerkan fort. Gemeinsam mit Regisseur Andreas Kriegenburg und der Kostümbildnerin Andrea Schraad war sie seit 2013 für die Produktionen Sklaven am Deutschen Theater Berlin und Così fan tutte an der Semperoper Dresden verantwortlich sowie für Don Juan kommt aus dem Krieg bei den Salzburger Festspielen, María de Buenos Aires am Theater Bremen, Die Frau ohne Schatten an der Hamburgischen Staatsoper und Der Spieler am Residenztheater in München. 2017 entwarf sie am Schauspiel Frankfurt die Kostüme für Andreas Kriegenburgs Inszenierung von Drei Tage auf dem Land. Seit 2017 arbeitet sie regelmäßig mit Regisseurin Nadja Loschky zusammen.

BESETZUNG
Der König (Stimme) Yoshiaki Kimura
Der König (Hände) Kjell Brutscheidt, Lena Paetsch
Der König (Gestalt) Steffen Seithel
Ramphis Moon Soo Park
Aida Elizabeth Llewellyn
Radames Arthur Shen
Amneris Katja Starke
Amonasro Evgueniy Alexiev
Tempelsängerin Elena Schneider
Bote Vladimir Lortkipanidze
Double Aida Diana Marie Müller

—| Pressemeldung Theater Bielefeld |—

Bielefeld, Theater Bielefeld, Premiere DIE HOCHZEIT DES FIGARO, 28.09.2019

September 4, 2019 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Theater Bielefeld

bielefeld.jpg

Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

DIE HOCHZEIT DES FIGARO
(LE NOZZE DI FIGARO)
WOLFGANG AMADEUS MOZART

Opera buffa in vier Akten / Text von Lorenzo Da Ponte / In italienischer Sprache mit
deutschen Übertiteln

PREMIERE Sa. 28.09.19, 19:30 Uhr, Stadttheater

Musikalische Leitung Alexander Kalajdzic Inszenierung Alexander Charim Bühne Ivan Bazak Kostüme Aurel Lenfert Dramaturgie Anne Christine Oppermann Choreinstudierung Hagen Enke Mit Nohad Becker, Dušica Bijelic, Cornelie Isenbürger, Yoshiaki Kimura, Veronika Lee, Hasti Molavian, Moon Soo Park, Lorin Wey, Frank Dolphin Wong; Bielefelder Opernchor, Bielefelder Philharmoniker Figaro heiratet seine Susanna! Endlich ist er da, der schönste Tag im Leben! So sollte es zumindest sein. Aber ausgerechnet am Hochzeitsmorgen gesteht Susanna ihrem Bräutigam, dass auch sein Dienstherr Graf Almaviva ein Auge auf sie geworfen hat.

Und dass das Zimmer, das er dem Brautpaar zur Verfügung stellt, zwar schön und geräumig ist, hauptsächlich aber sehr günstig für heimliche Grafenbesuche gelegen wäre. So hat sich Figaro seine Hochzeit nicht vorgestellt. Und mit Sicherheit wird er nicht klein beigeben und diese Situation akzeptieren. Bloß verfolgen alle im gräflichen Schloss ihre ganz eigene Agenda, so dass jeder noch so gut durchdachte Plan in nur noch größeres Durcheinander mündet. Innerhalb nur eines einzigen, aberwitzigen Tages wird das Unterste zuoberst gekehrt, sorgfältig Verborgenes offenbar und der Blick in eigene und fremde Abgründe geworfen. Führt ein Weg aus diesem allzu menschlichen Chaos?

Nach dem großen Erfolg der Entführung aus dem Serail suchte Wolfgang Amadeus Mozart lange nach einem neuen Opernsujet, er hatte »leicht hundert – ja wohl mehr Bücheln durchgesehen«, aber mehrere Opernentwürfe blieben Fragment. In der skandalumwitterten, nur kurz vorher in Österreich erschienenen Komödie Dertolle Tag oder Die Hochzeit des Figaro von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais fand Mozart endlich das Gesuchte: einen höchst gegenwärtigen Stoff, zugleich gesellschaftskritisch und humorvoll. Und mit dem Textdichter Lorenzo Da Ponte traf Mozart auf einen kongenialen Partner, der auch vor diesem politisch wie moralisch heiklen Stück nicht zurückschreckte (eine Schauspielaufführung hatte Kaiser Joseph II. kurz vorher noch verbieten lassen). Gemeinsam schufen sie eine spritzig-bissige Komödie, die durch ihren überwältigenden musikalischen Reichtum gleichzeitig die tiefsten menschlichen Sehnsüchte, Verletzungen und Hoffnungen fühlbar macht.

Auch wenn Mozart und Da Ponte der Gesellschaft ihrer Zeit den Spiegel vorhielten, hat die Oper seit der Uraufführung im Jahr 1786 nichts an Relevanz verloren. Beaumarchais sprach im Vorwort seiner Komödie vom »Missbrauch jeden Standes«. Die Ständegesellschaft mag untergegangen sein, doch weniger sichtbare Abhängigkeitsverhältnisse ermöglichen bis heute den Missbrauch der Stellung, der Macht, des Geldes oder auch erotischer Anziehungskraft in quasi feudaler Manier, wo auch immer Menschen einander begegnen. Die Hochzeit des Figaro entfächert ein Kaleidoskop des menschlichen Lebens und Eros’: Arme treffen auf Reiche, Gebildete auf Ungebildete, Junge auf Alte; Pubertierende entdecken ihre Sexualität, Verlobte freuen sich auf die Hochzeit, in einer anderen Ehe kriselt es und ein Paar in den reiferen Jahren blickt – höchstens ein bisschen weise geworden – auf das Leben zurück. Regisseur Alexander Charim und sein Team führen wie unter einem Brennglas vor, wie an nur einem einzigen »tollen Tag« das ungeschriebene Regelwerk zwischenmenschlicher Beziehungen ins Rutschen geraten kann. Hierarchien verschieben sich, Geschlechtergrenzen werden getestet, aus Anarchie entsteht Freiheit – aber auch Gefahr. Welcher Neuanfang wird auf den Zusammenbruch des Althergebrachten folgen?

Um seine Hochzeit zu retten, ist der von Yoshiaki Kimura verkörperte Figaro bereit, das Äußerste zu wagen. Glücklicherweise ist Susanna (Cornelie Isenbürger) jedoch nicht allein auf den Beschützerinstinkt ihres Verlobten angewiesen, sondern ist voll und ganz in der Lage, selbst »ihre Frau zu stehen«, wenn Graf Almaviva, gesungen von Frank Dolphin Wong, ihr begehrlich zu nahe rückt. In der Partie der durch die notorische Untreue ihres Mannes gekränkten Gräfin Almaviva stellt sich das neue Ensemblemitglied Dušica Bijeli? erstmals dem Bielefelder Publikum vor. Aufkeimende erotische Gefühle stürzen Cherubino (Hasti Molavian) in größte Verwirrung. Alternierend übernimmt Susan Zarrabi in den Vorstellungen von November bis Januar die Rolle. Auch die junge Barbarina, dargestellt von dem neuen Ensemblemitglied Veronika Lee, muss erst lernen, sich im Spannungsfeld erotischer Kräfte zu behaupten. Marcellina (Nohad Becker) und Bartolo (Moon Soo Park) machen im Laufe des Tages überaus überraschende Entdeckungen, die sie ihr Leben neu überdenken lassen. Mit großer Lust an der Intrige spinnt Lorin Wey als Basilio seine Fäden.

Es singen und spielen der Bielefelder Opernchor sowie die Bielefelder Philharmoniker unter der Leitung von GMD Alexander Kalajdzic.

Die weiteren Vorstellungstermine 03.10. // 06.10. // 18.10. // 23.10. // 27.10. // …
Karten 0521 / 51 54 54 // www.theater-bielefeld.de

MUSIKALISCHE LEITUNG
Alexander Kalajdzic, geboren in Zagreb, Kroatien, begann seine musikalische Ausbildung mit sechs Jahren und gab ab dem achten Lebensjahr regelmäßig Konzerte als Pianist. Er gewann mehrere Preise bei Bundeswettbewerben und setzte anschließend sein Studium an der Musikhochschule in Wien fort, wo er die Dirigierklasse von Karl Österreicher mit Auszeichnung absolvierte. Darüber hinaus studierte er Klavier, Viola und Korrepetition. Schon während des Studiums dirigierte er Symphoniekonzerte mit den Zagreber Philharmonikern sowie dem Orchester des Kroatischen Rundfunks.

Sein beruflicher Weg führte ihn nach Krefeld-Mönchengladbach, wo er als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung erste Theatererfahrungen sammelte. Danach war er als Kapellmeister in München, als erster Dirigent des Nationaltheaters Weimar und von 2008 bis 2010 als 1. Kapellmeister am Nationaltheater Mannheim tätig, wo er sich ein großes Repertoire erarbeiten konnte. Er gastierte u. a. in den USA, Mexiko, Südafrika, Italien, Frankreich, in der Schweiz und in Tschechien.

Alexander Kalajdzic ist sowohl in der Oper als auch im Konzertbereich gefragt. Sein Repertoire reicht vom frühen Barock bis zur Moderne, wobei sein besonderes Interesse der französischen Musik gilt. So führte er fast das gesamte Orchesterwerk von Ravel und Debussy mehrmals auf. Auch war er lange Zeit als Liedbegleiter und Kammermusiker aktiv und hatte bis vor kurzem einen Lehrstuhl für Orchestererziehung
in Zagreb inne.

Alexander Kalajdzic leitet als GMD seit Spielzeitbeginn 2010/11 die musikalischen
Geschicke des Theaters Bielefeld und der Bielefelder Philharmoniker.

INSZENIERUNG
Alexander Charim studierte Germanistik und Geschichte in seiner Heimatstadt Wien. Als Regieassistent am Burgtheater Wien und an der Wiener Staatsoper arbeitete er unter anderem mit Luc Bondy und Peter Zadek. Von 2003 bis 2007 studierte er Schauspielregie an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin. Er inszenierte unter anderem an der Staatsoper Hannover, dem Schauspielhaus Wien, der Deutschen Oper Berlin, dem Theater Basel, dem Theater St. Pölten, der Oper Frankfurt, dem Staatstheater Karlsruhe, dem Theater Aachen, dem Theater Osnabrück, den Kunstfestspielen Hannover, dem Radialsystem Berlin, dem Theater Chur, den Operadagen Rotterdam und dem Theater Trier. Zu seinen letzten Arbeiten gehörten Castor et Pollux von Rameau an der Staatsoper Hannover, Carousel von Rodgers/Hammerstein am Theater Basel, Dantons Tod von Georg Büchner am Theater Osnabrück und Prinz Friedrich von Homburg von Heinrich von Kleist am Hans-Otto-Theater Potsdam. Alexander Charim war Stipendiat der Akademie Musiktheater Heute bei der Deutschen Bank Stiftung und wurde 2015 für seine Inszenierung von Franz Grillparzers Weh dem, der lügt! am Theater St. Pölten für den Nestroy-Preis nominiert. 2016 erhielt er den Dr.-Otto-Kasten-Preis der Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins. Für seine Inszenierung von Kaurismäkis Lichter der Vorstadt am Landestheater Niederösterreich hat er den Wiener Theaterpreis Nestroy 2016 in der Kategorie Beste Bundesländer Aufführung erhalten. Am Theater Bielefeld inszenierte er bereits Massenets Oper Werther.

BÜHNE
Der Bildende Künstler und Bühnenbildner Ivan Bazak, geboren 1980 in der Ukraine, studierte an der Akademie der Bildenden Künste und Architektur in Kiew Malerei und Bühnenbild. Von 2001 bis 2006 absolvierte er ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf und war von 2005 bis 2006 Meisterschüler bei Karl Kneidl. Seine bildnerischen Werke wurden auf zahlreichen internationalen Ausstellungen und Biennalen gezeigt. Seit 2006 ist er als freier Bühnen- und Kostümbildner für Schauspiel, Tanz- und Musiktheater tätig. Es entstanden Arbeiten u. a. am HAU, am Theater Osnabrück, an der Staatsoper Hannover, an der Deutschen Oper Berlin, am Theater Bielefeld, am Volkstheater Wien und am Theater Basel. 2008 wurde Bazak mit dem Henkel-Kunst-Preis (Wien) ausgezeichnet. Für die Ausstattung der Produktion Johnny Breitwieser am Schauspielhaus Wien (2014) erhielt Ivan Bazak 2015 den renommierten österreichischen Nestroy-Theaterpreis.

KOSTÜME
Aurel Lenfert wurde 1971 in Recklinghausen geboren und absolvierte eine Tischlerlehre in Köln. Er studierte Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Kneidl, dessen Meisterschüler er 2004 wurde. Erste Engagements führten ihn als Bühnenbild- und Kostümbildassistent ans Berliner Ensemble, an das Deutsche Theater Berlin, die Oper und das Schauspiel Frankfurt, die Wiener Festwochen, die Staatstheater Stuttgart, die Hamburger Kammerspiele, das Düsseldorfer Schauspielhaus und das Wiener Burgtheater. Er arbeitete dabei u. a. mit Peter Zadek, Peter Palitzsch, Andrea Breth, Karin Beier und Hans Neuenfels zusammen. Seit 2003 arbeitet Aurel Lenfert freischaffend als Bühnen- und Kostümbildner, u. a. an der Staatsoper u. Schauspiel Stuttgart, Burgtheater Wien, Schauspielhaus Wien, Bregenzer Festspiele, Thalia Theater Hamburg, Nationaltheater Mannheim, Staatsoper und Schauspiel Hannover, Staatsschauspiel Dresden, Centraltheater Leipzig, Theater Magdeburg, Stadttheater Klagenfurt, Landestheater Linz, Konzert Theater Bern, den Salzburger Festspielen und dem Festival Avignon. Er arbeitet unter anderem mit Bernd Liepold-Mosser, Claudia Meyer, Cornelia Rainer, Roger Vontobel und Susanne Lietzow. Mit Alexander Charim verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit.

BESETZUNG
Figaro Yoshiaki Kimura
Susanna, seine Verlobte Cornelie Isenbürger
Graf Almaviva Frank Dolphin Wong
Gräfin Almaviva Dušica Bijeli?
Cherubino, Page des Grafen Hasti Molavian / Susan Zarrabi
Marcellina Nohad Becker
Bartolo Moon Soo Park
Basilio, Musiklehrer Lorin Wey
Barbarina Veronika Lee
Don Curzio, Richter Dumitru-Bogdan Sandu
Antonio Tae-Woon Jung

—| Pressemeldung Theater Bielefeld |—

Bielefeld, Theater Bielefeld, ARIANE und BLAUBART – Paul Dukas, 02.03.2019

Februar 6, 2019 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Theater Bielefeld

bielefeld.jpg

Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

ARIANE und BLAUBART  –  Paul Dukas

Premiere Sa. 02.03.19 um 19:30 Uhr im Stadttheater

»Es war einmal ein Mann, der hatte unermesslichen Reichtum, aber unglücklicherweise einen blauen Bart. Das machte ihn so hässlich und abschreckend, dass alle Frauen und Mädchen vor ihm flohen …« 1697 schrieb Charles Perrault das Märchen vom Ritter Blaubart auf: Er bringt jede seiner Ehefrauen um und entsorgt ihre Leiche in eine Kammer seines Schlosses, die zu betreten er der jeweils nächsten Frau untersagt – wiewohl er ihr den Schlüssel dazu aushändigt. Viele (Bühnen-) Bearbeitungen des Märchens zeugen seitdem von seiner Brisanz, u. a. von Jacques Offenbach oder Béla Bartók.

Für den Komponisten Paul Dukas entwarf der belgische Dichter Maurice Maeterlinck um 1901 ein Blaubart-Drama, in dem die bisherigen fünf Ehefrauen gar nicht tot, sondern nur eingesperrt sind und von der sechsten gefunden werden. Weniger die pragmatische Überlegung, dass lebendige Frauen auf der Opernbühne glaubwürdiger singen als tote, dürfte ihn dabei interessiert haben, als vielmehr das Schicksal der Eingesperrten aus der Perspektive einer starken, weiblichen Retter- Persönlichkeit. Blaubart selbst rückt dabei in den Hintergrund und wird ganz en passant vom Vorwurf des Serienmords freigesprochen (das Gerücht davon umgibt ihn aber dennoch).

Theater Bielefeld / Ariane und Blaubart hier_ Sarah Kuffner ist Ariane © Philipp Ottendoerfer

Theater Bielefeld / Ariane und Herzog Blaubart hier_ Sarah Kuffner ist Ariane © Philipp Ottendoerfer

HANDLUNG: Ariane betritt als Braut die Burg des Herzogs Blaubart, begleitet von ihrer Amme. Hinter der einzigen ihr verbotenen Tür, die sie umso zielsicherer ansteuert, trifft Ariane auf ihre Vorgängerinnen: fünf eingesperrte Frauen, die mehr tot als lebendig vor sich hin vegetieren. Auch wenn Blaubart anders als in vergleichbaren Opern – etwa von Béla Bartók – kaum in Erscheinung tritt: Sein mächtiges Ich ist in jedem Raum seiner Burg präsent und lastet zentnerschwer auf den Frauen. Jede mit ihrer eigenen Geschichte, jede vom Todesurteil des Herzogs bedroht. Ariane gewinnt ich Vertrauen und verleiht ihnen die Kraft zum gemeinsamen Widerstand. Mit dem Selbstbewusstsein ihrer antiken Namensschwester Ariadne ausgestattet, die dem Geliebten den Ausweg aus dem Labyrinth des grausamen Minotaurus wies, hat Ariane den Mut und den Intellekt, es mit dem nahezu unsichtbaren Gegner aufzunehmen.

Paul Dukas, berühmt für seine symphonische Dichtung Der Zauberlehrling, gelang mit seiner 1907 uraufgeführten Oper Ariane et Barbe-Bleue eine dunkel-sinnliche und atmosphärisch dichte Vertonung des bekannten Märchenstoffs. Kein Geringerer als Maurice Maeterlinck formte hieraus ein Libretto, das erstaunlich aktuelle Themen berührt. Dukas’ Tonsprache übertrifft zuweilen noch die vor Farben nur so sprühenden Opernpartituren seines Lehrers Alexander Zemlinsky und verleiht der berührenden Befreiungsgeschichte immer wieder geradezu rauschhafte Momente.

Originaltitel: Ariane et Barbe-Bleue // Oper in drei Akten von Paul Dukas // Libretto von Maurice Maeterlinck // In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Originaltitel: Ariane et Barbe-Bleue // Oper in drei Akten von Paul Dukas // Libretto von Maurice Maeterlinck // In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln Musikalische Leitung Alexander Kalajdzic Inszenierung Andrea Schwalbach Bühne und Kostüme Nanette Zimmermann Choreinstudierung Hagen Enke, Dramaturgie Jón Philipp von Linden, Mit Nohad Becker, Yoshiaki Kimura, Melanie Kreuter, Sarah Kuffner, Hasti Molavian, Dorine Mortelmans, Moon Soo Park, Dumitru-Bogdan Sandu, Katrin Schyns, Katja Starke, Bielefelder Opernchor, Bielefelder Philharmoniker

—| Pressemeldung Theater Bielefeld |—

Bielefeld, Theater Bielefeld, Premiere Hänsel und Gretel, 01.12.2018

November 9, 2018 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Theater Bielefeld

bielefeld.jpg

Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

PREMIERE Sa. 01.12.18, 18:00 Uhr, Stadttheater
HÄNSEL UND GRETEL
Engelbert Humperdinck

Märchenspiel in drei Bildern // Text von Adelheid Wette

Musikalische Leitung Alexander Kalajdzic Inszenierung Jan Eßinger Bühne und Kostüme Benita Roth Choreinstudierung Hagen Enke, Kamilla Matuszewska, Nike Schmitka Dramaturgie Jón Philipp von Linden Mit Ekaterina Aleksandrova, Yoshiaki Kimura / Frank Dolphin Wong, Sarah Kuffner, Hasti Molavian, Dorine Mortelmans, Nienke Otten, Katja Starke, JunOs, Damen des Extrachors, Bielefelder Philharmoniker.

Knusperhexe Rosina Leckermaul hat einen guten Tag: Zwei Kinder, die sich offenbar im Wald verirrt haben, sind in ihre Fänge geraten – wie schon Dutzende zuvor. Befriedigt sperrt sie den Jungen ein, verdonnert das Mädchen zur Hausarbeit und freut sich auf eine leckeren Hexenbraten. Doch Hänsel und Gretel, um die es sich dabei natürlich dreht, sind zum Glück schlauer als ihre zahllosen Vorgängerkinder und drehen den Spieß um.

Hänsel und Gretel ist nicht nur eines der bekanntesten Märchen überhaupt, sondern auch dankbarer Stoff für eine der schönsten romantischen Märchenopern, die je erklungen sind. Seit ihrer Uraufführung an Weihnachten 1893 ist Hänsel und Gretel aus den Spielplänen der Opernhäuser der Welt nicht wegzudenken, und das ist auch gut so: Melodien wie Ein Männlein steht im Walde, Brüderchen, komm, tanz‘ mit mir und Suse, liebe Suse mischen sich mit Natur- und Waldidylle, schaudernden Wolfsschlucht-Anklängen und heimelig-heiterer Konversationsoper bis hin zum großen Schlusschoral. Denn natürlich geht auch dieses Märchen gut aus, aber dass die beiden Titelhelden zwischendurch ganz schön ernsthafte Probleme haben, ist bei jeder Neuinszenierung einer näheren Betrachtung wert. Von der zornigen, weil heillos vom Leben gebeutelten Mutter ausgeschickt in den Wald, um »sinnlos« Erdbeeren zu suchen, finden sie den Rückweg nicht mehr und müssen nicht nur eine Nacht in dieser unheimlichen und kalten Umgebung überstehen, sondern auch den Verführungskünsten der Knusperhexe. Deren Hunger nach Kindern offenbar unstillbar ist …

In ihrer Bielefelder Neuinszenierung erzählen Jan Eßinger (Regie) und Benita Roth (Bühne, Kostüme) Hänsel und Gretel im Spannungsfeld zwischen der harten Realität des Lebens und den (Alb-)Träumen einer surrealen Märchenwelt, die das bekannte Geschehen in teils aufregend neue Bildkonstellationen taucht. Wie bei einem Roadmovie durchleben die Kinder Abenteuer, die sie unweigerlich reifen lassen und sie fit machen für ihre wichtigste Prüfung.

Weitere Vorstellungen 04.12., 07.12., 23.12., 25.12., 24.01., 01.02., 06.02., 16.02.
Karten 0521 51 54 54 // www.theater-bielefeld.de

MUSIKALISCHE LEITUNG
Geboren in Zagreb, Kroatien, begann Alexander Kalajdzic seine musikalische Ausbildung mit sechs Jahren und gab ab dem achten Lebensjahr regelmäßig Konzerte als Pianist. Er gewann mehrere Preise bei Bundeswettbewerben und setzte anschließend sein Studium an der Musikhochschule in Wien fort, wo er die Dirigierklasse von Karl Österreicher mit Auszeichnung absolvierte. Darüber hinaus studierte er Klavier, Viola und Korrepetition. Schon während des Studiums dirigierte er Symphoniekonzerte mit den Zagreber Philharmonikern sowie dem Orchester des Kroatischen Rundfunks.

Sein beruflicher Weg führte ihn nach Krefeld-Mönchengladbach, wo er als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung erste Theatererfahrungen sammelte. Danach war er als Kapellmeister in München, als erster Dirigent am Nationaltheater Weimar und von 2008 bis 2010 als 1. Kapellmeister am Nationaltheater Mannheim tätig, wo er sich ein großes Repertoire erarbeiten konnte. Er gastierte u. a. in den USA, Mexiko, Südafrika, Italien, Frankreich, in der Schweiz und in Tschechien. Seit Spielzeitbeginn 2010/11 leitet er als GMD die musikalischen Geschicke des Theaters Bielefeld und der Bielefelder Philharmoniker.

INSZENIERUNG
Jan Eßinger, geboren 1983 in Darmstadt, studierte Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Während seines Studiums wurden seine Inszenierungen u. a. im Thalia Theater/Gaußstraße sowie bei der Münchner Biennale gezeigt, bevor er es mit Pfitzners Das Christ-Elflein abschloss. Regiemitarbeiten und Assistenzen führten Jan Eßinger u. a. an die Opernhäuser in Wien, Hamburg, Leipzig, Karlsruhe, Nizza und Genf, zu den Bayreuther Festspielen sowie zu den Wiener Festwochen und den Bregenzer Festspielen. Von 2010 bis 2013 war er Spielleiter an der Komischen Oper Berlin und anschließend in gleicher Funktion bis Sommer 2017 am Opernhaus Zürich engagiert. An diesen Häusern wurde er u. a. durch die Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Barrie Kosky, Andreas Homoki, Sebastian Baumgarten, Calixto Bieito, Stefan Herheim, Herbert Fritsch, Dmitri Tcherniakov, Christof Loy und Willy Decker geprägt.

Nach seinem erfolgreichen Regiedebüt am Opernhaus Zürich mit Zweimal Alexander (Bohuslav Martin?) in der Spielzeit 2013/14 übernahm Jan Eßinger dort im darauffolgenden Herbst für den erkrankten Willy Decker die Regie für Benjamin Brittens The Turn of the Screw. 2015 inszenierte er die Schweizer Erstaufführung der Oper Slutchai – Fälle von Oscar Strasnoy mit dem Internationalen Opernstudio in Zürich. Im Mai 2017 feierte Jan Eßingers Ravel-Doppelabend L’Heure espagnole & L’Enfant et les sortilèges Premiere und wurde im Januar 2018 mit größtenteils neuer Besetzung am Opernhaus Zürich gezeigt. Seit August 2017 ist Jan Eßinger als freischaffender Regisseur tätig und inszenierte zuletzt Faust von C. Gounod, die Eröffnungspremiere der neuen Intendanz am Landestheater Detmold.

BÜHNE UND KOSTÜME
Nach einer Ausbildung zur Theatermalerin am Theater Aachen studierte Benita Roth Stage-Design am Royal Welsh College of Music and Drama in Cardiff in Wales und schloss ihr Studium 1996 mit zwei Jahresdesignpreisen ab. 1997 wurde sie Finalistin im britischen Nachwuchsbühnenbildwettbewerb, dem National Linburyprize. Bühnenbildassistenzen führten sie an die Komische Oper Berlin und die Opernhäuser von Dresden, Hamburg, Barcelona, Mailand, Paris und Brüssel. Seit 1997 entwirft sie Arbeiten für Opern- und Tanzproduktionen, u. a. an Häusern wie dem Staatstheater Mainz, dem Volkstheater Rostock, dem Landestheater Linz, den Theatern Erfurt, Regensburg und Osnabrück, der Berliner Kammeroper, für die Neue Oper Wien, die Neue Opernbühne Berlin, die Justizvollzugsanstalt für Frauen in Pankow Berlin, für das Tanztheater Nürnberg, das Ballett am Rhein in Düsseldorf und das Ballett des Staatstheaters Hannover. An der Komischen Oper Berlin entwarf sie die Bühnenbilder für Pinocchio und Des Kaisers neue Kleider. 2017 wurden ihre ersten beiden Kunstbilderbücher von dem E.A. Seemann Verlag, Leipzig veröffentlicht. Hänsel und Gretel ist ihre erste Produktion mit dem Regisseur Jan Eßinger.

BESETZUNG
Gretel Nienke Otten / Dorine Mortelmans
Hänsel Hasti Molavian
Gertrud (Mutter) Sarah Kuffner
Peter Besenbinder (Vater) Yoshiaki Kimura / Frank Dolphin Wong
Sandmännchen Ekaterina Aleksandrova
Taumännchen Dorine Mortelmans / N. N.
Rosina Leckermaul (Knusperhexe) Katja Starke

—| Pressemeldung Theater Bielefeld |—

Nächste Seite »