Köln, Oper Köln, MAZELTOV, RACHEL´E – eine musikalische Farce, IOCO Kritik, 29.06.2021

Juni 29, 2021 by  
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Oper Köln

Köln / StaatenHaus Oper Köln © Petra Moehle

Köln / StaatenHaus Oper Köln © Petra Moehle

MAZELTOV, RACHEL’E    oder –  MIKH RUFT DI FIDL UN IKH SING MAYN LIDL

eine musikalische Farce  – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

von Albrecht Schneider

Auch die Oper Köln, von der Pandemie zum Verstummen gebracht, hebt wieder zu singen an. Mit einer spritzigen wie melancholischen kleinen Komödie für Musik lädt sie in ihr Ausweichquartier im Staatenhaus, und wer große Augen machen will und große Ohren hat, sollte der Einladung folgen, sofern sie nach der letzten der sieben Aufführungen am 22.06. 2021 demnächst neuerlich auf dem Spielplan erscheinen wird.

Zunächst sei ein bisschen Wissenschaft angeboten: MAZELTOV, RACHEL’E  hat im   Yiddischen viele umgangssprachliche Bedeutungen wie auch: “Viel Glück, Rachele“. Riemanns Musik Lexikon deutet die „Farce“  u.a. als:  “Selbständiges Bühnenstück mit eingelegten bekannten Chansons.“. „Farce“ wird später in Italien zur „Farsa“ wie z.B. Gioachino Rossinis Il Signor Bruschino.

MAZELTOV, RACHEL´E – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland
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Was also bietet unsere „Farce“?

Die jüdische Sängerin Lea erhält in der Nacht des Pessach Festes Besuch ihrer Vorfahren. Es sind weibliche Gespenster in Begleitung männlicher, die sich in der Kölner Wohnung der Künstlerin ein Stelldichein geben, und worin sie gar nicht geisterhaft, vielmehr als ganz und gar menschliche Wesen auf recht handfeste Weise miteinander Umgang pflegen. Mit der deutschen, der jiddischen oder gar hebräischen sowie mit der Sprache ihrer Körper schlagen sie die alten Schlachten und ziehen sie in neue, singend und tanzend bereiten sie damit Auge und Ohr ein sinnliches, ausgelassenes und komisches Spektakel. Ein Spiel, in dem es um nichts sonderlich Weltbewegendes zu gehen scheint, das aber auf einem brüchigen Boden stattfindet, unter dem sich eines Tages ein Abgrund auftun wird. Hinter allem Wohlklang und aller Kuriosität stehen Menschen, nach denen die Zuschauer wissbegierig fragen müssten: „Woher kommen sie“, und hernach beklommen: „Wo sind sie geblieben?“

In der Sängerin Lea Behausung, schlicht repräsentiert auf offener Rundbühne mittels weniger Signifikate wie Bett, Sofa, Küchentisch, Schränke, Badewanne und Klosett, erscheint als erste Ahnfrau deren Ururoma Rachel’e, eine gefeierte singende Diva der vorletzten Jahrhundertwende in demgemäßem Aufputz. Dazu gesellt sich Lea 2, die junge Ururenkelin, die sich tänzelnd und tanzend, doch stets wortlos durch die Einheitsszene von vorn bis hinten bewegt. Wenn der aus Küchendampf zu einem von Rachel’es Ehemännern materialisierte Geiger Leyser Janowski aus einem Küchenschrank kriecht, hält Leas 2 Schweigen an, der Sprache ihrer Altvorderen ist sie wohl nicht mehr mächtig. Aus weiteren Nebelwolken steigen die spinnenphobische Uroma Gisse, der Schächter Israel Teitelbaum, und sogar Abraham Goldfaden taucht auf, ein historischer Komponist, der auch seinen Teil zu dieser Burleske beiträgt. Das heitere, groteske und bisweilen giftige Miteinander, Gegeneinander und Durcheinander der Frauen und der ihnen beigeordneten Männer verantwortet die Musik, ein Potpourri aus Liedern, Operettenchanson und Walzern jüdischer Komponisten, die bei uns, von dem Berliner Leo Fall vielleicht abgesehen, unbekannt geblieben ist. Eine Hymne auf den österreichischen Strudel wird angestimmt, die Knödel werden besungen, ein „Schlaf Ydele, schlaf“ dämpft die Affekte und erst mit den wehmütigen Tönen eines „Was gewesen ist, ist gewesen, ist vorbei“ kommen die Affekte temporär zur Ruhe, kommt so etwas wie Besinnung auf, in der Erinnerung glänzen alte Geschichten, auch wenn es oft Falschgold ist.

Oper Koeln / MAZELTOV, Rachel´e hier Dalia Schaechter als Rachel © Paul Leclaire

Oper Koeln / MAZELTOV, Rachel´e hier Dalia Schaechter als Rachel © Paul Leclaire

Des Autors und Regisseur (Christian von Götz) Farce entspringt der Absicht, nachdem er in fernen und nahen Archiven Schätze uns durchwegs unbekannter Musik gehoben hatte, daraus manche Juwelen eben mittels eines Possenspiels um eine ältere, in Deutschland lebende jüdische Sängerin zu präsentieren. Das nächtliche Gastspiel der Ahnen und deren groteske Begegnungen werden von der Musik getragen, die wie Blut das Geschehen durchströmt und zum Leben erweckt. Ihre jüdischen Komponisten stammen aus dem Osten Europas mit seiner einst blühenden jüdischen Kultur, deren Stifter sich vielmals der bescheidenen und teilweise armseligen Lebensbedingungen wegen zum Verlassen der Heimat und häufig zur Auswanderung nach Übersee gezwungen sahen. Sie hierzulande mittels des Theaters wieder in das musikalische Gedächtnis eingetragen zu haben, dafür sollte dem emsigen Schatzgräber und Stückeschreiber ein Lob gesungen werden.

Reuben Doctor, Louis Friedsel, David Meyerowitz sowie der bereits erwähnte Abraham Goldfaden sind ein paar Namen aus der Gruppe von rund fünfzehn der dort in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geborenen Notensetzer. Aus ihrem komplexen Oeuvre zitiert der Autor mannigfache Nummern, deren vertonte Texte er vielfach umgeschrieben hat, um sie vorwiegend auf Jiddisch, aber auch auf Hebräisch und Deutsch – für Lea 2 wie das Publikum eher verständlich – vortragen zu lassen.

Als Oberhaupt des Gespensterreigens fuhrwerkt die grandiose Dalia Schächter in der Doppelrolle der Lea 1 und Rachel’es, mit Bravour in allen drei Idiomen singend sprechend und fluchend, durch die Szene. Derartigem Elan sind die anderen Geister nicht so recht gewachsen, obschon durchaus lebhaft, wirken sie zwangläufig ein bisschen ärmer an Temperament. Dennoch sind gleich der Ururoma die übrigen Geschöpfe der Nacht ebenso hinreißend anzuschauen und anzuhören wie der Gesang und die Aktionen ihrer leicht überdrehten Tochter und Leas 2 Uroma Glisse (Claudia Rorbach). Die stets stumme Ururenkelin Lea 2 (Verena Hierholzer) springt, schwebt und hüpft anmutigst nach Ballerinenart in dem gutbürgerlichen Ambiente kreuz und quer von der Lokusschüssel bis zur Küchenzeile. Neben der dominierenden Weiblichkeit behaupten sich mit Verve die Männer, freilich begeistern die tenoralen wie tiefer gelegenen Canzonen des besessen fidelnden Exgatten Leyser Janowski (Dustin Drosdziok), des Schächters Israel Teitelbaum (Stefan Hadzic) und des Abraham Goldfaden (Matthias Hofmann) offenbar weniger die drei Damen denn das Publikum. Musikalisch an die Hand genommen wird das Sextett von Mitgliedern des Gürzenich-Orchesters und seinen Gästen unter der Leitung von Rainer Mühlbach, die allzeit dem Charakter der Nummern angemessene schmissige, sentimentale und zudem die Töne dazwischen finden.

 Oper Koeln / MAZELTOV, Rachel´e rechts oben Dalia Schaechter als Rachel © Paul Leclaire

Oper Koeln / MAZELTOV, Rachel´e rechts oben Dalia Schaechter als Rachel © Paul Leclaire

Pascal Seibicke hat das Äußere der Possenspielerschar gleich typisch gestaltet wie den Ort der Handlung, die sich aus angezettelten und ausgetragenen, aus wesentlichen wie unwesentlichen Konflikten zusammensetzt, die indessen das jüdische Sein in einer ihm nicht überall wohlgesonnenen Umgebung reflektieren. Bei allem durch die Überzeichnung, die charakterisierende Musik und die Kunst der Künstler erzeugten Pläsier von Zuschauern und Zuhörern, gleichwohl kann man mit Aufmerksamkeit sich Schatten auf das heitere Treiben legen sehen. Und spüren. Ruft doch einmal die Sängerin Rachel’e zornig: „Sollen wir uns in Asche verwandeln und durch den Schornstein hochfliegen?“ Überwältigend und makaber zugleich ist ihr Schlussauftritt, wenn sie mit der Attitüde des hochdramatischen Soprans die Isolde des bekennenden Antisemiten Richard Wagners parodiert. Verlangt hernach obendrein die Ahnenreihe lautstark danach, Wagners Werke nunmehr auf Yiddisch zu singen, dann klingt das zwar urkomisch, nahezu absurd, allein zum Lachen ist das nicht unbedingt.

Aufgeführt wird die Farce, wie im Programmheft abgedruckt, anlässlich des Jubiläums >1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland<. Wer in das Buch schaut, worin dessen Geschichte aufgeschrieben steht, wird nicht sehr viel von harmonischem Nebeneinander, eher von Duldung, mehr von Unterdrückung, Rechtlosigkeit und vor allem von Mord lesen. Kommt es dann nicht einem Wunder gleich, wenn es in Deutschland ein – obwohl immer gefährdetes!– jüdisches Leben gibt, das uns an seiner Vergangenheit und Jetztzeit zu vergnüglicher wie nachdenklicher Erbauung teilhaben lässt?

Das Publikum im Staaten Haus ist von den anderthalb Stunden des Abends vernehmbar angetan und geizt nicht mit Beifall für eine rundum exzellente Aufführung.

Am Ende stehen ein Wunsch und eine Frage:

Die Sprechpartien dürften kaum darunter leiden, sollten sie ein wenig lauter und artikulierter exekutiert werden.

Ließe sich anlässlich des angesagten Jubiläums 2021 die stets fragile Symbiose von Juden und Deutschen von Seiten ihrer Mäzene nicht auch dadurch befördern, dass diese das bravouröse Stück, ehe es ein für allemal (?) in der Versenkung verschwindet mittels einer CD / DVD allgemein zugänglich machen und mithin verewigen würden ?

—| IOCO Kritik Oper Köln |—


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Ludwig van Beethoven – Die neun Sinfonien, IOCO CD-Rezension, 22.01.2021

Januar 22, 2021 by  
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Ludwig van Beethoven - an einer Pariser Hausfassade © Peter M. Peters

Ludwig van Beethoven – an einer Pariser Hausfassade © Peter M. Peters

Beethoven Gedenkjahr – Die neun Sinfonien

Vorstellung von zwei Gesamtaufnahmen – Menuet  – DGG

von Albrecht Schneider

Weil das Corona-Virus die Kunst nicht im Mindesten respektiert, musste auch das Beethovenjahr 2020 als Feier des zweihundertfünfzigsten Geburtstages des Komponisten Ludwig van Beethoven sich der weltweiten Diktatur der Pandemie beugen. Infolge des Ausfalls mancher Festlichkeit sollen allerdings, wie zu hören ist, die Gedächtnisfeiern ins Neue Jahr 2021 prolongiert werden. Eine gute Nachricht, auf der die Hoffnung gründet, oben im Olymp, wo die Genies wohnen, würde der große Musiker, ob der defizitären Huldigung nachvollziehbar missmutig geworden, sich letztlich doch hinreichend geehrt fühlen und wieder einigermaßen zufrieden auf die Welt herabschauen.

Nichtsdestotrotz muss bedacht werden, dass es den Ton-Titan neuerlich verdrießlich stimmen könnte, sofern gerade bei unserem mancher Muse huldigendem Kulturportal aus solchem Anlass seiner zu wenig Erwähnung getan würde. Damit es nicht dazu kommt, wollen wir ihm jetzt zumindest ein Lorbeerkränzchen flechten, und zwar ohne jede Imitation jener kundigen, im beethovenschen Oeuvre geradezu bibelfesten Rezensenten. An dieser Stelle wird ohne Anspruch auf neue Erkenntnis oder neue Einschätzung schlicht und absolut subjektiv auf zwei Gesamtaufnahmen seiner Sinfonien, die vor rund sechzig Jahren entstanden sind, aufmerksam gemacht. Vorgestellt werden folgende Sets:

  • 1  –  DGG – Sinfonien 1-9 + Ouvertüren, Orchester der Wiener Staatsoper, Dirigent Hermann Scherchen,  aufgenommen 1951 bis 1958,  7 CD’s + 1 Bonus CD erschienen bei der Deutsche Grammophon, DGG 2021, zur Zeit erhältlich
  • 2 –  Menuet – Sinfonien 1-9 + Ouvertüre zu EGMONT, Royal Philharmonic Orchestra London, Dirigent René Leibowitz, aufgenommen 1961 -1962, 5 CD’s erschienen u.a. beim Label MENUET um 1990, dort zur Zeit vergriffen; aber bei anderen Labels (u.a. Amazon) problemlos erhältlich

Die oben genannten Dirigenten fügen sich nicht recht ein in den Reigen seliger oder noch nicht ganz seliggesprochener Orchesterpäbste. An diesem Habitus mangelt es beiden, gemeinsam ist ihnen indessen die Hingabe an die Musik des Zwanzigsten Jahrhunderts, zentral an die der Zweiten Wiener Schule. (Schönberg, Berg, von Webern). Die Begegnung mit Arnold Schönbergs nicht länger tonartgebundenen Methode der Komposition mit zwölf Tönen und seinen auf dieser Basis beruhenden Arbeiten war für beide Musiker essentiell.

 Deutsche Grammophon / Beethoven - Die neun Symphonien - Hermann Scherchen © DGG

Deutsche Grammophon / Beethoven – Die neun Symphonien – Hermann Scherchen © DGG

Hermann Scherchen, 1891-1966, begann als Bratschist im Orchester, legte bald das Instrument zugunsten des Taktstocks beiseite. Bereits 1912 begleitete er Schönbergs Gastspielreise mit dessen Monodram Pierrot Lunaire und leitete sie ohne ihn zu Ende. Auf den Positionen eines Chefdirigenten, Orchesterleiters und GMD’s dirigierte er vielerorts und lebenslang den ganzen Kanon der im Konzertsaal heimischen Titel, ohne jemals das Amt eines hellhörigen Agenten der Musica Viva, der Werke seiner Zeitgenossen, zu vernachlässigen. Dass er stabil im Schatten hochgerühmter und hochgeredeter Kollegen stand, dürfte ihn kaum bekümmert haben; mit seiner Auffassung von akkurater Arbeit an und für die Musik, mit seinem Standort hinter und nicht vor dem Werk, war eine Platznahme in der Starparade der Pultlöwen aussichtslos. Etwas fabulierend ließe sich von beiden Künstlern sagen, dass die Heilige Cäcilia Gefallen an ihnen Gefallen gefunden haben dürfte, vorausgesetzt, die himmlische Chorleiterin pflegte an ihrer Orgel Kompositionen des 20. Jahrhunderts zu spielen.

Menuet - Beethoven Symphonien mit René Leibowitz © Menuet

Menuet – Beethoven Symphonien mit René Leibowitz © Menuet

Dem älteren Kollegen ähnelte der jüngere René Leibowitz, 1913-1972, was Auftreten und Denken anbelangt, in mancherlei Hinsicht. Aus einer osteuropäischen jüdischen Familie stammend, emigrierte er 1926 nach Paris und machte es zu seiner neuen Heimat. Wenn auch die Nachrichten von ihm allgemein dürftig ausfallen, ist immerhin bekannt, wie eindrucksvoll und wichtig für ihn 1931 die erste Bekanntschaft ebenfalls mit Schönbergs Pierrot Lunaire gewesen sein muss. Demgemäß zielte der Werdegang des Kunsteleven auf das Dasein eines Komponisten, dessen Werkverzeichnis am Lebensende an die hundert Nummern aufwies: Bühnenstücke, Konzerte, Kammermusik. Alle sind sie, den Begriff erfand Leibowitz, der musique serielle, einer Weiterentwicklung der Zwölftonkompositionsmethode, verpflichtet, und nahezu alle blieben sie unaufgeführt und mithin weitestgehend unbekannt.

Auf dem Markt sind zwei CD’s mit dem jüngst verstorbenen Geiger Ivry Gitlis als Protagonisten, die nebst vielem anderen das Violinkonzert des René Leibowitz anbieten. Leider ist es dem Autor bis heute missglückt, ihrer habhaft zu werden.

Während der Deutschen Besetzung von Paris 1940-1944 musste Leibowitz als Jude untertauchen, manche seiner Familienmitglieder ermordeten die Nazis, er entging ihrem Ausrottungsfuror. Wie er nach dem Krieg auf sein Idol Arnold Schönberg traf und aus dem Particell von dessen Kantate op.46 Ein Überlebender aus Warschau die Partitur erstellte, empfand er dieses Monodram als eine eigene Schicksalsbeschreibung. Hinter die Arbeit an Kompositionen hatte die Tätigkeit des Dirigenten stets zurückzutreten, letztere ist auf Tonträgern bloß in kärglicher Zahl dokumentiert. Allein sein Name als großartiger Künstler wird kraft seines Dirigats der Beethovensinfonien die Zeiten überdauern.

Von denen sollen nicht alle neun Beachtung finden, greifen wir drei repräsentative heraus und beginnen mit der:

Ludwig van Beethoven – Sinfonie Nr 3 Es – Dur – Herrmann Scherchen
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Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op.46  – Eroica

von den zwei Einspielungen von 1951 und 1958 mit dem Orchester der Wiener Staatsoper unter Hermann Scherchens Leitung vorliegen. Der Dirigent hatte die Partitur samt Metronomzahlen genau studiert, und exakt das, was dort gedruckt steht, gemäß seiner eigenen Maxime: >alles hörbar zu machen< mit dem Orchester erarbeitet. Besonders in der jüngeren Aufnahme, deren Ruf unter Musikkäuzen geradezu legendär ist, artikuliert sich eine werkgetreue Wiedergabephilosophie, die seine interpretatorischen Freiheiten niemals beengt. Mit beiden Tuttischlägen zu Beginn und dem von den Streichern angestimmten, im Crescendo zum Fortissimo im 37. Takt hin drängenden Kopfthema wissen offene Ohren, welche Stunde ihnen geschlagen hat. Scherchen liest die Vehemenz aus den Noten und zwingt sie ihnen nicht auf. Heroisch ist zunächst die Kühnheit, mit der er alle Grob- und Feinheiten der Musik dem Orchester entlockt und sie dem Hörer auf den Leib rücken lässt. In seiner Eroica (der Beiname diente damals wohl mit dem Bemühen, das Neue, Unerhörte dieser Sinfonie irgendwie zu etikettieren) galoppieren gleichsam die drei idealistischen Parolen der französischen Revolution durch die Weltgeschichte. Dergleichen Metaphorik hat für die Sprache, die oftmals bei der Beschreibung musikalischer Phänomene versagt, einzustehen! Im Trauermarsch zügeln die Reiter ihre Pferde, gemessen wie im Dressurviereck schreiten sie einher, im Scherzo tänzeln sie, schnauben geräuschvoll und schlagen mit dem Schweif, um im Allegro molto-Presto schließlich furios und in mächtigen Sprüngen zurück in den Stall zu preschen.

Ja, es sei gestanden, Scherchens klare, präzise, gleichwohl hitzige, Flammen schlagende Gestaltung verführt zu derartiger verbaler Posiererei. Nicht viel anders handelte René Leibowitz.

Mit nämlicher Achtung vor den Partiturangaben hat er sich des Werks angenommen, indessen klingen dessen Impetus und Energie gebändigter, die Form droht nicht zu zerspringen, kein Feuer lodert wie beim Kollegen Scherchen. Doch strahlt die Musik, sie glüht und reißt mit. Eine Einspielung, die jener Scherchens nahezu adäquat ist.

Beide Interpreten scheuen keineswegs Emotionen, die sie freilich nicht dazu anstiften, die vier Sätze weiter, als die Partitur vorgibt, heroisch aufzublasen: Ein Heros des Achtzehnten im Anzug eines Helden des Zwanzigsten Jahrhunderts.

Die klassischen Tempovorschriften, wie Adagio, Andante, Allegro con brio und Presto erweisen sich gleich den Metronomvorschriften auf Beethovens Partituren Bernd Alois Zimmermanns als ein weites Feld, auf dem man um ihre Deutung heftig streitet, also viele Schlachten geschlagen wurden, geschlagen werden, und die auch künftig nicht fehlen dürften. Jenen Vorgaben folgend, modellierten die zwei Maestri die Werke, ohne sich deshalb als gefesselt zu betrachten, und das Resultat ihrer philologischen wie interpretatorischen Verfahrensweise beeindruckt und überzeugt bis heute.

Die 5. Sinfonie c-moll op.67, wohl das Zentralgestirn in Beethovens sinfonischem Kosmos, bleibt trotzdem abwesend. Selbst wenn solche oder ähnliche Äußerungen von ihrer Seite nicht verbürgt sind: sie möchte definitiv eine Zeitlang in Ruhe gelassen werden. Dass ihr diese Ruhe zu gönnen ist, diese Meinung dürfte die Schicksalssinfonieverehrungsgemeinde vorbehaltlos teilen. Wurde doch das wehrlose Stück bis zur Erschöpfung durch Lautsprecher und Konzertsäle getrieben, weshalb ihr eigentlich von einem musikalischmedizinischen Konsortium ein Sanatoriumsaufenthalt an geheimem Ort zwecks Regeneration zu verordnen wäre. Nicht länger würde das Schicksal in den ersten Takten des op.67 DADADA DAA an die Pforte klopfen, vielmehr rechts daneben den Klingelknopf drücken.

Ludwig van Beethoven – Sinfonie Nr 6 – Rene Leibowitz
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Vielmehr als die von der Macht des Schicksals gezeichnete Fünfte und von heroischem Geist durchwehte Dritte Sinfonie lädt die

Sinfonie Nr. 6 F-Dur op.68  – Pastorale

dazu ein, zu ihrem Beginn die heiteren Empfindungen auf dem Lande mit größerer Gaudi erwachen, zum Schluss den Hirtengesang mit noch fröhlicheren Gefühlen dank des abgezogenen Sturms anstimmen und mittendrin das Gewitter mit mächtigerem Blitz und Donner hereinbrechen zu lassen. Davor sind unbestritten beide Herren gefeit. Die Pastorale unter Scherchen ist ebenfalls mit zwei Aufnahmen vertreten: 1951 und 1958. Von Beethoven selbst stammen jene oben sinngemäß zitierten Charakteristika der fünf Sätze, überdies wünschte er, um nur keine falschen Vorstellungen zu wecken, auf dem Titelblatt neben der Bezeichnung Pastoralsinfonie den Hinweis: „Mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei“ gedruckt zu sehen. Außermusikalisches mittels Notenschrift zu schildern lag gewiss nicht in der Absicht des Meisters,  aber ein paar Farbstifte hat er bei der Komposition, wennschon sparsam, benutzt. Im Sog der gelösten Musik mit ihren F-Dur und B-Dur Tonarten mitsamt den 3/4, 6/8 und 12/8 Takten entwirft unser Kopf bisweilen Szenen von gutgelaunten, unbeschwerten Landleuten in schlichtbunter Kleidung, die vor einer unvergiftet grünenden Natur säen, ernten, plaudern, tanzen und sich gelegentlich vor dem Unwetter eine Weile wegducken. Wen betören denn nicht schöne Heileweltbilder, woher immer sie stammen mögen? Um dergleichen zu imaginieren wurde die Pastorale sicherlich ebenso wenig geschrieben, wie weder Scherchen noch Leibowitz sich obigem Programm unterwerfen. Das notierte erst nachträglich, was die Musik ohnehin erzählen will, und was beide Chefs ohne sonderliche Betonung des Bukolischen und Idyllischen die Orchester erzählen lassen. Der ältere der Zwei brauchte 1951 von der Ankunft auf dem Lande bis zum Ende der Hirtenmelodeien knapp vierzig Minuten, indem er 1958 dem Landleben lediglich derer fünfunddreißig einräumte. Bauersleuten wie Instrumentalisten hat er Beine gemacht, was dem Klang gut tut, der sich ob der Rasanz geschmeidiger anhört als jener infolge des gemächlicheren Tempos und der minderen Tonqualität rauere der früheren Aufnahme. Leibowitz wiederum gestattet seiner Pastorale zweiundvierzig Minuten, sein Landvolk walzt nicht ungestüm über den Bretterboden, sondern tanzt taktgenau wie schwungvoll auf dem Rasen und kommt unterdessen kaum ins Schwitzen. Die Dirigenten bürgen für eine hellwache und vitale Wiedergabe einer weitgehend unbeschwerten, zweifellos auch von den Erscheinungen der Natur inspirierten Musik.

Ludwig van Beethoven – Sinfonie Nr 9 – René Leibowitz
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Beleuchtet wird zu guter Letzt die

Sinfonie Nr.9. c-moll op.125  – Choralsinfonie

Ludwig van Beethoven in Wien © IOCO

Ludwig van Beethoven in Wien © IOCO

die im Katalog seiner Orchesterwerke neben der Missa Solemnis als das prominenteste, wenngleich wegen seiner Kündigung der traditionellen sinfonischen Form wiederkehrend konträr verhandelte Opus Beethovens rangiert. Man ist geneigt zu sagen, dessen erste drei Sätze seien lediglich Stationen auf dem Wege zu dieses Stückes höherem Zweck, nämlich dem Chorfinale. Andererseits scheint das den Freudenhymnus einleitende Bassrezitativ: „O Freunde, nicht diese Töne, sondern lasst uns angenehmere anstimmen“ die bisherige Musik als gewissermaßen vorläufig in Frage zu stellen. Lassen wir sie offen, über deren Beantwortung mögen sich dazu berufenere Köpfe die eigenen zerbrechen. An dieser Stelle hingegen wird lediglich darüber geredet, wie Scherchen und Leibowitz das nicht bloß ob des komplexen Finalsatzes sinfonische Schwergewicht stemmen.

Das Werk zu dirigieren und dabei dessen Stöhnen unter der Last ästhetischer, ideologischer oder sonstiger Debatten über sein Existenzrecht zu ignorieren, das bringen beide fertig, während sie in den ersten drei Sätze Klarheit und klassische Strenge mit dem Sinnlich-Musikalischen verbinden, deren Aggression und Pathos in Maßen zulassen, aber jederzeit die klassische Form wahren. Das gilt ebenso für die Gestaltung von Satz vier. Insofern wird nicht unbedingt offenbart, inwieweit dem einen, dem anderen oder sogar beiden Beethovens sinfonischer Entwurf (Zukunftsmusik wird Richard Wagner darin entdecken) dem eigenen Verständnis von einem klassisch-traditionellen Sinfoniemodell derart widerstrebt, um die unterschiedliche Konstitution von Choralsatz hier und den drei instrumentalen Brüdern dort als Bruch, sogar als ein das Opus.125 insgesamt denunzierendes Schisma zu empfinden. Genau besehen ist das reichlich unwahrscheinlich im Hinblick auf beider Musiker intensive Beziehung zur „Zukunftsmusik“ der Zweiten Wiener Schule, die historisch-ästhetische Formproblematikdebatten über die Sinfonie schlechthin weniger interessiert haben dürfte.

Hermann Scherchen, der sonst mit „Drive“ zu Werke geht, bewegt sich ungewohnt gemessen durch die drei ersten Sätze, so als wolle er den Einsatz zum gesungenen vierten ein bisschen länger hinausschieben. Von Anfang an jedoch gibt er dem pathossatten, hymnischen, in Musik gebetteten Gedicht des Friedrich Schiller das, was einem derartigen Text gebührt, und das bar aller Exaltation. Leider beeinträchtigt jetzt das eingeschränkte Klangbild der Aufnahme insbesondere den Part der Solisten wie des Chores. Bass und Bässe wirken mulmig und brummig, Sopran und Sopranistinnen klingen bisweilen, salopp gesagt, eine Spur hysterisch, drohen mitunter fast überzuschnappen. (Allerdings sei bloß beiläufig eine Spur gebeckmessert!) Anfangs der Fünfzigerjahre verfügten die Tontechniker halt nicht über die Möglichkeiten, die später der Aufnahme mit René Leibowitz 1962 zugute kamen. Zudem waren und sind die Meister des Remastering nicht ewig Zauberkünstler.

Für Leibowitz ist wohl das Chorfinale die raison d’ être des sinfonischen Dramas in d-moll. Hörbar zielstrebiger denn sein Kollege durchmisst er in angezogenem Tempo und mit Verve den ersten Satz, demonstriert dessen zerklüftetes Terrain mit den Tonsäulen der Bläser und flirrenden Streichern, ihren gemeinsamen Stürzen in die Tiefe und wieder hochsteigenden Skalen. Noch vorwärtsdrängender geht es zu im zweiten Satz mit den heftigen Dialogen zwischen den Instrumentengruppen, alle Aspekte der Partitur werden aufgedeckt auf dem schier unaufhaltsam forschen Marsch zum Freudenhymnus. Doch dann im dritten Satz entspannt sich die Musik, holt Atem, der Dirigent lässt dem B-Dur Adagio der Streicher ebenso alle Ruhe wie dem eingeschobenen, im Dreiertakt schwingenden nächsten Thema. Erst viele Takte danach durchbricht eine Tuttifanfare die harmonische Kontemplation und bereitet auf das Finale vor, dessen Einsatz ein schneidender Bläser- und Paukenakkord markiert. Solisten mitsamt Chor jubeln sich durch die Ode, dass es wirklich eine wahre Freude ist. Mit Contenance beschwört Leibowitz Wucht und Feuer dieses überschäumenden Gesangs, unvorstellbar, davon nicht berührt zu werden.

Gearbeitet hat Scherchen bei seinen Einspielungen ausschließlich mit Chor und Orchester der Wiener Staatsoper. Unter dem Namen wirken bekanntlich die Wiener Philharmoniker im Opernhaus am Ring. Und anderswo ebenfalls. Aus welchen Gründen sie nicht als Philharmoniker bei der Gesamtaufnahme erscheinen, erlaubt Spekulationen. Hat der Dirigent sie zu arg gepiesackt, weil er mit seinem Begehren nach Tempo, Stringenz und Dynamik die Musiker aus der Trägheit der Tradition >so hammers immer gmacht< derart peinigend aufscheuchte, um mittels Verweigerung des glorreichen Titels dem Pultdiktator den Schmerz heimzuzahlen? Dessen Anspruch brachte bei der Eroica 1958 die Wiener Musiker – Frauen wurden seinerzeit bei ihnen nicht geduldet – gelegentlich ins Stolpern, an der Brillanz und Einmaligkeit der Aufnahme indessen ändert sich deswegen nicht das Geringste.

Mit ihnen verglichen ist das Royal Philharmonic Orchestra London ein um Etliches jüngeres Ensemble, 1946 von Sir Thomas Beecham ins Leben gerufen. Seinen Rang, seine Qualität hat es unter Leibowitz perfekt unter Beweis gestellt, wer Ohren hat zu hören, der wird es hören.

Konklusion: Mit der Vorstellung obiger Gesamtaufnahmen von Beethovens Sinfonien soll der Rang der anderen bald dreißig auf dem Markt präsenten Boxen nicht infrage gestellt werden. Die subjektive Auswahl der beiden geschah, da nach des Autors Ansicht deren Meriten hervorzuheben die hierfür Verantwortlichen allemal verdient haben.

—| IOCO CD-Rezension |—


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Dalia Schaechter – YIDDISCH SONGS von MORDECHAI GEBIRTIG, IOCO CD-Rezension, 15.10.2020

Oktober 15, 2020 by  
Filed under Hervorheben, IOCO - CD-Rezension, Liederabend

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ARS PRODUKTION - ARS 38 578 - CD Yiddish Songs von Dalia Schaechter dargestellt © ARS ProduKtion

ARS PRODUKTION – ARS 38 578 – CD Yiddish Songs von Dalia Schaechter dargestellt © ARS ProduKtion

NU GEY – IKH BLEYB  –  YIDDISCH SONGS  von  MORDECHAI GEBIRTIG

Dalia Schaechter Mezzosopran  –  Christian von Götz Gitarre
CD  –  ARS PRODUKTION ARS 38 578

von Albrecht Schneider   –    Verehrte Leserschaft von IOCO, Ihnen sei versichert: Weder bin ich mit den Künstlern dieser CD verschwistert noch verwandt, weder bin ich bestochen worden; noch werde ich erpresst oder kriege Provision, doch das hier ist einfach eine ganz wunderbare CD.

Dalia Schaechter und Christian von Götz, Sängerin und Gitarrist dieser Jiddisch Songs, werden sich gewiss nicht grämen, wenn ich deren Dichter und Komponisten, den polnischen Juden Mordechai Gebirtig (1877-1942), an den Anfang einer Besprechung stelle.

Der Name Mordechai Gebirtig: klingt er in seinem Miteinander von harten und weichen Konsonanten mit Vokalen nicht bereits so poetisch und musikalisch, wie es seine Lieder tun? Dieser Rhapsode des einfachen Lebens war in dem seinerzeit von Österreich annektierten Krakau zuhause, wohnte mit Frau und drei Töchtern ausschließlich hier, und das, wie damals der größte Teil der galizischen Juden, in äußerst be-scheidenen Verhältnissen. Tagsüber arbeitet er als Möbelrestaurator, des Abends an seinen Gedichten. Damit sie auch gesungen werden konnten, erfand er zugleich für viele eigene Melodien, die er, ohne Kenntnis der Notenschrift, Musikern vorstrug, die sie dann entsprechend notierten. Mit seinem Volk wurde er nach dem Überfall der Deutschen auf Polen von der Naziherrschaft drangsaliert, ins Ghetto “umgesiedelt“, wo ihn ein Deutscher Soldat erschoss. Was mit der Familie geschah, ist ungewiss, gewiss ist, dass sie gleich den meisten osteuropäischen Juden Opfer der Nazimordmaschinerie wurden.

Mit der Vernichtung des Judentums schwand dessen Sprache, das Jiddisch, dahin, und um dessen Überleben bemüht man sich heutzutage allenthalben. Jiddisch wurde vorherrschend in Osteuropa – Galizien gesprochen; mit der deutschen Sprache als Schwester ist ferner Hebräisch und Slawisch in dieses Idiom eingewandert, dessen Aufzeichnung in hebräischen Buchstaben geschieht. Jiddisch war die Muttersprache des Mordechai Gebirtig, und folglich hat er in Jiddisch seine Lieder verfasst wie gesungen.

Christian von Götz und Dalia Schaechter © Simin Kianmehr

Christian von Götz und Dalia Schaechter © Simin Kianmehr

Mit dem Lesen seiner Lieder, Songs, Gedichte, ­ jeder Begriff trifft zu ­ verstärkt sich das Gefühl, dass sie für die Musik nachgerade bestimmt sind. Oder, etwas anders und empha-tisch ausgedrückt, dass sogar die Musik selbst sie sich ob deren Prosodie gesucht haben könnte. Der Dichter hat ebenso empfunden und daher viele von ihnen “vertont“. In Deutschland sind sie bislang praktisch unbekannt, und dass jetzt die Mezzosopranistin Dalia Schaechter sie nicht allein hierhin gebracht, sondern sie uns in einer bewegenden, ganz und gar gelungenen Aufnahme vereint mit dem Gitarristen Christian von Götz sehr nahe gebracht hat, dafür sei sie im Fortissimo gepriesen.

Des Mordechai Gebirtigs Gedanken kreisen um die jüdische Existenz schlechthin, sie durchdringt seine Lyrik gleichermaßen, wie sie sich des Viertels Kazimierz, jenem von Juden bewohnten Stadtteil der Stadt Krakau annimmt. Des Dichters genauer Blick, der einer ganz und gar lauteren Natur, gilt all den Individuen, die in dieser Umgebung schuften, darben und sterben, die aber auch singen, trinken und sich des Daseins freuen, seien es Mütter, Kinder, Väter, Verliebte, Musikanten, Huren oder Gauner. Er selbst lebte ja über sechzig Jahre mitten unter ihnen, und das vielfach triste Schicksal der Mitbewohner war zudem sein eigenes.

Nicht die großen Dramen der menschlichen Existenz werden abgehandelt, es sind die traurigen und schmerzlichen Widrigkeiten und bescheidenen Vergnügungen im Alltag der für die normale Welt nahezu unsichtbaren allerkleinsten Leute. Zwar ein Poet, aber keineswegs ein unpolitischer, wissen seine Lieder von Krieg, Arbeitslosigkeit, Streik, von den Heimsuchungen derjenigen, die am Rande der Gesellschaft hausen. Aus alledem entstehen, ob ihrer Bildhaftigkeit ist man versucht zu sagen: sichtbare, jedenfalls der Wirklichkeit abgehörte und niemals Szenen aus dem Elfenbeinturm. Frei sind sie von Larmoyanz, von Rührseligkeit oder Überhöhung, wobei manche der Komik und Ironie nicht entraten.

Drei Lieder seien herausgegriffen zwecks Demonstration der Kunst des Mordechai Gebirtig gemeinsam mit der von Sängerin und Gitarrist.

A SELKHE TSVEY GOLDENE TSEP –  „Solche zwei goldenen Zöpfe“

Hier geht es hin und her. Zunächst bittet das Lyrische Ich um Verzeihung, weil es mächtig sauer, ja wütend gewesen ist auf die Geliebte, weil die ihre zwei Zöpfe abgeschnitten, sie also der Mode geopfert und hinterher gleich zwei Toten in der Kommode quasi eingesargt hat. Nach der Beschwerde über deren Verschwinden wird schließlich mit fast keifend kippender Stimme die Mode zum Teufel gewünscht, und dann gedämpft der verlorenen Haarpracht nachgetrauert.

Den eigenen fünfzigsten Geburtstag feiert Gebirtig mit einem von Melancholie verschatteten Jubelgesang, in dem das Bewusstwerdens des Alters, der Vergänglichkeit mitschwingt.

MAYN YOVL – „Mein Jubiläum“.

Spiel Klezmer, heißt es hier, spiel mir ein Lied, aber ebenso: Es ist vielleicht meine letzte Feier heut.  Die ersten zwei Zeilen, mit der Aufforderung des Jubilars an den Musikanten loszulegen, kommen daher wie ein getragenes Secco-, die nächsten zwei wie ein Accompagnatorezitiv, so als böte dieser Freudentag eher Grund zur Resignation. Indem er mit den nächsten vier Versen der Musik Freiheit von den Sorgen des Heute wie des Morgen abverlangt, beginnt diese gleichsam zu tanzen, Rhythmus und Dynamik von Stimme und Gitarre steigern sich jetzt in dem Schmerz ob der verlorenen Jugend und Jahre, die verflogen sind wie die Töne von des Klezmers Fidel.

MAIJNE YORN IS SHNEL FARFLOJGN, SHPIL KLEZMER, SHPIL

UNSER SHTETL BRENNT – Unser Städtchen brennt

ist des Dichters berühmtestes Lied, seine leise Klage wird zum Aufschrei, zum Appell, und mündet in Wehmut.

 Bildnis des Malers Felix Nussbaum - Selbstbildnis mit Judenpass - Datierung: um 1943 © Museumsquartier Osnabrück / Fotograf Christian Grovermann

Bildnis des Malers Felix Nussbaum – Selbstbildnis mit Judenpass – Datierung: um 1943 © Museumsquartier Osnabrück / Fotograf Christian Grovermann

S’BRENNT! BRIDERLECH. S’BRENNT!

singt die Stimme, denn die von Juden bewohnte Kleinstadt brennt. Warum? Wer hat den Brand gelegt? Ist es wieder einmal ein Pogrom? Das wird nicht gesagt, allein die vor Schreck erstarrten Männer sollen endlich die Hände rühren und löschen. Niemand wird ihnen dabei helfen. Wollen sie nicht in Ruinen leben, müssen sie sich selber helfen, und wenn das Wasser alle ist, dann mit eigenem Blut.

Mordechai Gebirtig schreibt dieses kleine Drama, als sei es nicht das erste brennende Schtetl, das er erlebt. Ist es doch bald zweitausend Jahren jüdisches Fatum und mithin das eigene, dass die Schtetl brennen. Und wenn das Wasser aus-geht, muss eben mit Blut gelöscht werden. Die klangliche Realisation dieser Szene durch Dalia Schaechter, als gebürtige Israelin wissend um die Geschichte des Volkes Israel, ist anfangs eine verhalten nüchterne Mitteilung, sie steigert sich, bis die Stimme eine Strophe lang selbst vor Verzweiflung zu brennen scheint, und verklingt dann so ergeben, als wisse sie um die Unabwendbarkeit des Feuers, in dem das Schtetl untergeht. Für sie ist ein solcher Brand kein seltenes Geschehen, es ist eines, das sich wohl bald irgendwo wiederholen wird.

Die CD  YIDDISCH SONGS von MORDECHAI GEBIRTIG  bietet noch 16 weitere Songs, sie erzählen von zärtli-chen Müttern, verliebten Paaren, mit Dieben, Huren, mit Vergnügen und Misere, die solchem Milieu eignen. Für deren musikalischer Inszenierung findet Dalia Schaechters, ­ solcher Vergleich sei gestattet ­ burgunderroter Mezzosopran, um es simpel zu formulieren, ausnahmslos den richtigen Ton. Oder, etwas genauer, aufgrund ihrer vokalen Meisterschaft charakterisiert die Stimme idiomatisch die jeweiligen Personen und beschwört die Stimmung der Ereignisse herauf. Getragen wird sie von dem formidablen Gitarrenspiel des Christian von Götz, das sich der Situation angepasst dem Mezzo zur Seite steht.

Beethovenjahr! Über seine Missa Solemnis schrieb der Komponist einst, sie möge zu Herzen gehen. Wer keines von Stein hat, dem wird diese CD zu Herzen gehen. Nehmen Sie Ihres in beide Hände, verehrte Leserschaft, und greifen Sie zu.

Eine Schlussbemerkung:   Dass die jüdische Gemeinschaft nicht in Sicherheit in einem Land leben kann, das sich vor achtzig Jahren die Vernichtung des Judentums auf die Fahnen schrieb, erscheint unbegreiflich. Ist schlicht eine Schande. Gefahr und Not einer Pandemie sind mittlerweile weitgehend bekannt, noch ist kein Kraut dagegen gewachsen. Ob hierzulande die endemische Seuche des Antisemitismus kurabel ist, bleibt ebenso offen. Vielleicht wird dieses kleine Wunderwerk von CD YIDDISCH SONGS von MORDECHAI GEBIRTIG  den Einen und die Andere zur Besinnung zu bringen.

NU GEY – IKH BLEYB  –  YIDDISCH SONGS  von  MORDECHAI GEBIRTIG

Dalia Schaechter Mezzosopran  –  Christian von Götz Gitarre
CD  –  ARS PRODUKTION ARS 38 578

—| IOCO CD-Rezension |—


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Ulrike Theresia Wegele – Organistin von Weltruf – im Gespräch, IOCO Interview, 11.06.2020

Juni 11, 2020 by  
Filed under Hervorheben, IOCO Interview, Konzert, Portraits

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Ulrike Theresia Wegele, berühmte Organistin in Wien @ Peters

Ulrike Theresia Wegele, berühmte Organistin in Wien @ Peters

Prof. Ulrike Theresia Wegele – Organistin von  Weltruf

Im Gespräch mit Dr. Albrecht Schneider, IOCO

Lebensweg: Geboren in Weingarten / Württemberg. Studium der katholischen Kirchenmusik an der Musikhochschule Stuttgart bei Prof. Dr. Ludger Lohmann. Aufbaustudium an der Musikuniversität Wien bei Prof. Michael Radulescu. Diplome (A-Examen für Kirchenmusik und Konzertfachdiplom mit Auszeichnung.  Verleihung des Titels ‚Magister artium‘. Live-Mitschnitte und Rundfunkproduktionen für viele europäische und internationale Rundfunk-anstalten, CD-Aufnahmen und Fernsehproduktionen. Regelmäßiger Gast bei vielen bedeutenden Orgelfestivals in ganz Europa, den USA und Mexiko.

1991-1999 Dozentin an der Musikhochschule in Graz, 1999 Berufung als Professorin für Orgel an die Universität für Musik nach Graz (Institut Oberschützen). Seit 1992 auch Professorin für Orgel am Joseph-Haydn-Konservatorium in Eisenstadt.

2000-2010 Musikbeirätin für das Burgenland und während seines Bestehens von 2004-2010 die Künstlerische Leiterin des Weinklang Musikfestivals. Für hervorragende pädagogische Arbeit mit Schülern und Studierenden wurde sie vom Landesschulrat ausgezeichnet. 2009 wurde ihr im Staatsinteresse die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen.

Prominente Einladungen Zur internationalen Orgelwoche nach Granada / Spanien, den Haydnfestspielen in Eisenstadt, zum weltweit größten Organistenkongreß in Washington DC wo sie eines der renommierten Hauptkonzerte gab, an die Riverside Church und die St. Thomas Cathedral in New York City, zum Pablo Casals-Festival nach Prades / Frankreich, geben Beispiel für ihre internationale Karriere als Konzertorganistin.

Als gefragte Persönlichkeit hält sie weltweit Gast- und Meisterkurse u.a. an der berühmten Juilliard School of Music in NYC oder der Montclaire State University.

2019 erschien ihr dreibändiges Werk Orgelschule mit Hand und Fuß beim Wiener Musikverlag Doblinger. Im Sommer 2020 wurde ihr dafür der Theodor-Kery-Preis der Burgenlandstiftung verliehen.

Ihr breites Orgelrepertoire umfasst Werke vorbachscher Meister, das Gesamtwerk von Johann Sebastian Bach, der Klassik, Romantik bis hin zu Musik des 21. Jahrhunderts.

Professorin Magistra Artium Ulrike Theresia Wegele zählt zu den führenden OrganistInnen  unserer Zeit

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Organistin Ulrike Theresia Wegele spielt Johann Ludwig Krebs, Wir glauben all an einen Gott
youtube Video Ulrike Wegele-Kefer
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 Prof. Ulrike Theresia Wegele – im Interview mit Dr. Albrecht Schneider

Albrecht Schneider (AS): Frau Prof. Wegele, die Coronapandemie trifft jeden von uns in der Jetztzeit des Jahres 2020.  Kultur und  Künstler sind von der Pandemie oft überaus hart getroffen. Wie sehr haben Sie die letzten Monate in Ihrer Lehrtätigkeit  und  Ihrer solistischen Tätigkeit eingeschränkt?

Ulrike Theresia Wegele (UTW):  Nun ja, von einem Tag auf den anderen hat sich nicht nur mein Terminkalender bis in den Herbst hinein komplett entleert, es hat mein Leben auf den Kopf gestellt.

Ich hätte im April am Shanghai Conservatory einen Vortrag zu zeitgemäßem Orgelunterricht halten sollen und ein Konzert spielen sollen. Im Juli hätte in den USA der größte Orgelkongreß der Welt abgehalten werden sollen, auch da wäre ich mit einem Vortrag und einem lecture recital vertreten gewesen. Zig andere Veranstaltungen wurden abgesagt…

Im Unterrichtsbetrieb hieß es rasch kreativ zu sein. Die Vorlesungen habe ich adaptiert und für die Studierenden online zur Verfügung gestellt, das war nicht sehr schwer. ‚Unterricht‘ mache ich seit Mitte März 2020 mit Videos. Die Studierenden nehmen sich selbst auf und ich kommentiere das ausführlich per Sprachnachricht oder Email. Meist sende ich dann auch noch eigene Aufnahmen mit um manches besser begreiflich zu machen. Das ersetzt den Präsenzunterricht nicht, hält aber alle bei der Stange und es sind dennoch Fortschritte zu verzeichnen.

Ich sende jede Woche ‚die Orgel der Woche‘ aus, besonders schöne historische Instrumente und spezifisch abgestimmte Improvisationsübungen und interessante Aufsätze über ausgewählte Themen. Die Resonanz der Studierenden ist sehr gut und ich denke wir haben das Beste aus der Situation gemacht.

AS:   Welche  familiäre wie musikalische Bedingungen und Anregungen haben Sie just zur Orgel als Ihrem Instrument geführt?

UTW:  Ich komme nicht aus einer Musikerfamilie, aber ein Klavier war bei uns zuhause. Meine Eltern legten Wert darauf, dass sowohl meine drei älteren Geschwister als auch ich, wenigstens für ein paar Jahre Klavier Unterricht erhalten. Als jüngstes der Kinder habe ich bereits mit fünf Jahren Unterricht erhalten. Als ich mit 6 Jahren zum ersten Mal die berühmte Orgel von Joseph Gabler in der Basilika St. Martin in meiner Heimatstadt Weingarten gehört habe, habe ich mich in dieses Instrument verliebt. Von da an war es mein größter Wunsch dieses Instrument zu erlernen.

Organistin Prof. Ulrike Theresia Wegel @ www.lukasbeck.com

Organistin Prof. Ulrike Theresia Wegel @ www.lukasbeck.com

AS:  Anhand der auf  ihrer Webseite nachzulesenden  Programmzettel: Steht im Zentrum Ihrer Arbeit der Kanon der Orgelliteratur vom Frühbarock, Sweelinck-Prätorius bis zur Spätromantik (Reger)?

UTW: Nein das ist nicht ganz richtig. Mein Repertoire umfasst die gesamte Orgelliteratur insbesondere auch die Orgelmusik des 20igsten und 21igsten Jahrhunderts. Ihr diesbezüglicher Verweis zu meiner Webseite ist korrekt; allerdings werden die Programme der Website demnächst aktualisiert..

AS: Hat die große französische Orgelmusik des 19. Jahrhunderts, wie César Franck – Charles Widor, Bedeutung für Sie? Gehört sie zum Ihrem Repertoire ?

UTW:  César Franck ja, von ihm habe ich fast alles gespielt. Die drei Choräle und das grande piéce symphonique spiele ich regelmäßig. Widor und Boellmann habe ich als Teenager gespielt, das interessiert mich heute nicht mehr. Ich habe für mich in den letzten Jahrzehnten die deutsche Orgelromantik entdeckt. Neben Brahms, Mendelssohn und Schumann die wunderbaren Sonaten von Ritter, Dienel oder Bartmuss.

AS:  Gibt es Sie interessierende zeitgenössische Werke für Orgel?  Welche und inwieweit?  Von Wolfgang Rihm gibt es ein Stück; hat er es speziell für Sie geschrieben?  Interessiert sich die Moderne überhaupt für Ihr Instrument?

UTW:  Oh ja! Das Stück Bann, Nachtschwärmerei von Wolfgang Rihm habe ich oft in Konzerten gespielt, es ist aber nicht mir gewidmet.

Hingegen zahlreiche österreichische, italienische, ungarische und US-amerikanische KomponistInnen haben eigens Stücke für mich geschrieben. Es gibt sehr viel zeitgenössische Literatur für die Orgel und vieles davon ist sehr ansprechend und interessant.

AS:   Nach wie vor sind überwiegend Männer auf den Orgelbänken zu finden. Warum ist das so?

UTW: Ich denke, das ist im geschichtlichen Kontext zu sehen. In früheren Jahrhunderten hatten nur Männer die Möglichkeit dieser Ausbildung. Erst im 19. Jahrhundert war das Orgelspiel auch für Frauen möglich. Ich sehe aber jetzt vermehrt viele junge Frauen die Orgel studieren.

AS:   Haben Sie eine große Schüler/innenzahl und wie steht es um deren Chancen?  Sind es vorwiegend künftige Kirchenmusiker/Innen?

UTW: Ich habe aktuell 11 Studierende, 5 junge Männer und  !!! 6 junge Frauen. Ich unterrichte Konzertfach Orgel und Instrumentalpädagogik Orgel.

In Österreich gibt es im Gegensatz zu Deutschland nur ganz wenige hauptamtliche KirchenmusikerInnenstellen. Kirchenmusik ist in Österreich nicht wirklich eine Option. Meine Absolventen arbeiten meist in einem Mix aus Unterricht an Musikschulen, Privatlehre, Konzertieren oder Ensemblemitglieder.

Organistin Ulrike Theresia Wegele – Orgelschule mit Hand und Fuß Band 3
youtube Video Ulrike Wegele-Kefer
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

AS:   Wie haben Sie jetzt diese Coronazeit Verbracht? Ihre umfangreichen Bücher  Orgelschule mit Hand und Fuss , link HIER! wurden bereits 2019 publiziert !

UTW: Meine Bücher,  „Orgelschule mit Hand und Fuß“  ist mit allen drei  Bänden bereits 2019 beim Wiener Musikverlag Doblinger (link HIER!) erschienen. Die Bücherreihe ist abgeschlossen und in sich komplett.

Aber – es wird zu jedem Band der Orgelschule ein eigener ergänzender Literaturband erscheinen. Band 1 ,Lass die Pfeifen tanzen‘ war vor Corona schon fertig und wird im Juli erscheinen. Band 2 ‚Zieh alle Register‘ und Band 3 ‚Pro Organo pleno‘ habe ich jetzt – schneller als gedacht – fertig gestellt.

Aber auch noch andere Dinge, die findet man in ca zwei Monaten auf meiner Homepage

www.wegele.at

Der ‚Unterricht‘ über Videos nimmt meist mehr Zeit in Anspruch als Präsenzunterricht. Ich arbeite meist sieben Tage die Woche. Aber da ich wirklich mit Leib und Seele Pädagogin bin stört mich das nicht.

AS:   Freuen Sie sich auf die Zeiten nach Corona, wenn Sie wieder uneingeschränkt lehren und auftreten können?

UTW: Um ehrlich zu sein verunsichert mich diese Situation sehr. Wir wissen viel zu wenig über diesen Virus.

Meinen Sommerkurs an der Universität werde ich unter sehr strengen Sicherheitsmaßnahmen abhalten. Vermutlich wird das dann auch so ab dem Wintersemester sein. Zur Normalität werden wir noch lange nicht zurückkehren können.

Bislang habe ich nur meine Teilnahme an einem großen deutschen Organistenkongreß im Herbst 2021 zugesagt, da könnte ich zur Not auch mit dem Auto anreisen. Anfragen aus anderen Ländern Europas, Asien oder den USA habe ich bis auf Weiteres vertagt. Ich kann mir unter den derzeitigen Bedingungen keine längere Flugreise vorstellen.

Ich weiß, dass dies viele KollegInnen lockerer sehen, aber für mich ist das noch lange nicht ausgestanden.

AS:  Für dies ausführliche und für die IOCO Community aufschlussreiche Interview, Frau Professorin Wegele,  dürfen wir uns bedanken. Für Ihre Arbeit als Solistin wie Lehrerin wünschen wir Ihnen auch weiterhin allen Erfolg wie viel Zuspruch.

—| IOCO Portrait |—


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