Mannheim, Musikalische Akademie, EINSAM – Akademie DIGITAL, IOCO Kritik, 18.02.2021

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Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim

NTM Nationaltheater Mannheim © Christian Kleiner

NTM Nationaltheater Mannheim © Christian Kleiner

MUSIKALISCHE AKADEMIE

Akademie Digital –  Online Recital mit Solisten  des NTO

EINSAM  –  Werke von Bach bis Messiaen – 8.02.21

von Uschi Reifenberg

„Musik gibt uns Hoffnung und kann da wirken wo sie am meisten gebraucht wird“, äußert sich Fritjof von Gagern, der Vorsitzende der Musikalischen Akademie und Solocellist des Nationaltheater-Orchester Mannheim (NTO)  im Zusammenhang mit dem neuen Streaming Format „Akademie Digital“.

Die vom Publikum und den Orchestermusikern gleichermaßen schmerzlich vermissten Akademiekonzerte im Mannheimer Rosengarten werden nun um ein neues Online Format ergänzt, in welchem Orchestermitglieder Inhalte und Themen zur Sprache bringen wollen, die ihnen in den aktuell schwierigen Zeiten besonders „unter den Nägeln brennen“.

In dieser krisenhaften Situation der Stille erwachsen der Konzert- und Theaterlandschaft durch den digitalen Wandel aber auch spannende Möglichkeiten der produktiven Erweiterung. Der Paradigmenwechsel markiert möglicherweise nicht nur tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen in der Zukunft, sondern kann auch Freiräume für neue Wege und Ideen schaffen.

In diesem Sinne ließen sich fünf Orchestermusiker der Musikalischen Akademie des Nationaltheater-Orchester zum brandaktuellen Thema des ersten Konzertabends: „Einsamkeit“ inspirieren.

Hochkarätige Instrumentalsolisten präsentierten sich mit Werken von Bach bis Messiaen. Das musikalische Programm wurde durch Texte von Ingeborg Bachmann, Rainer Maria Rilke, Eduard Mörike, Mascha Kaléko und Lars Gustafsson bereichert, gelesen von Opernintendant Albrecht Puhlmann.

Im dunklen Zuschauerraum, spärlich beleuchtet, vor bedrückend leeren Stuhlreihen, platzieren sich nacheinander die Solisten vor ihren Notenpulten. Nichts stört den Vortrag, nichts lenkt ab, die Musiker sind allein mit sich und ihrem Instrument und treten in virtuellen Dialog mit dem Zuschauer. Die Kamera schwenkt immer wieder durch die verlassenen Sitzreihen und schafft bei der Fokussierung auf die Solisten an den entsprechenden Stellen Augenblicke von großer Nähe oder auch Distanz.

Den Rahmen bildet Musik von Johann Sebastian Bach, jeweils mit zwei Solosuiten für Violoncello. Zu Beginn erklingt die 6. Cellosuite in einer Bearbeitung für Viola, am Ende die 4. Suite.  „Bach ist für mich Anfang und Ende aller Musik“, lautet ein Zitat von Max Reger, das an diesem Konzertabend auf ergreifende Weise erlebbar wird.

MUSIKALISCHE AKADEMIE Mannhein / EINSAM - Akademie digital hier Julien Heilchelbach © Annemone Taake

MUSIKALISCHE AKADEMIE Mannhein / EINSAM – Akademie digital hier Julien Heilchelbach © Annemone Taake

Julien Heichelbech taucht mit den ersten drei Sätzen der letzten und vielleicht schwierigsten Suite tief in den Geist des Bach‘schen Kosmos ein. Mit vollendeter Spieltechnik und weit gefächertem Klangspektrum lässt er seine Bratsche im ersten Satz innig aufleuchten und gestaltet die lang gedehnten weiträumigen Phrasen in der „Allemande“ mit melancholischem, meditativem Gestus. Tänzerisch- leichtfüßig werden fein ziselierte Verzierungen stilsicher integriert. Es entstehen Momente großer Innerlichkeit und Weltabgewandtheit, aber auch tröstlicher Zuversicht.

Gedenkmuschel für Benjamin Bitten am Strand seines Heimatorts Snape Malting © IOCO

Gedenkmuschel für Benjamin Bitten am Strand seines Heimatorts Snape Malting © IOCO

Mit Benjamin Brittens Six Metamorphoses after Ovid für Oboe solo opus 49 lässt Daniela Tessmann die besondere poetische Qualität dieser individuellen Charakterstücke lebendig werden. Jeder der sechs Sätze ist einer Figur der griechischen Mythologie gewidmet, die eine eigene Verwandlung durchmacht, Britten ergänzt diese um eine kurze inhaltliche Zusammenfassung. Mit klagendem spannungsreichen Gestus wird der Hirtengott „Pan“ beschworen, der auf der „Syrinx“ spielt, und um seine verlorene Geliebte trauert. Mitreißend gelingt die weinselig- heitere Stimmung des „Bacchus“ mit seinen kreisenden Motiven und gezackten Rhythmen. Im elegischen „Narzissus“ und dem an Spielfiguren und Trillern reichen letzen Satz“ „Arethusa“ bringt Daniela Tessmann das Klangspektrum der Oboe ideal zur Geltung.

In den Gedichten „Die gestundete Zeit“ von Ingeborg Bachmann und „Der Panther“ von Rainer Maria Rilke und Eduard Mörike „Um Mitternacht“ werden Gefühle der Endlichkeit, Begrenzung und der Hoffnungslosigkeit thematisiert.

Die Harfensonate von Paul Hindemith, 1939 komponiert, gilt als richtungsweisendes Werk der modernen Harfenliteratur. Diese exklusive dreisätzige Komposition ist von herber Schönheit und reizt alle spieltechnischen und klanglichen Möglichkeiten der Harfe aus.
Eva Wombachers hinreißend sensibles Spiel verzaubert mit einer großen Farbpalette, klanglicher Raffinesse und eindrucksvoller Virtuosität. Die Künstlerin scheint mit ihrem Instrument innere Zwiesprache zu halten. Verinnerlicht, fast in meditativer Versunkenheit zelebrierte die Künstlerin den elegischen dritten Satz der Sonate, den Hindemith nach einem Trauergedicht von Ludwig Hölty mit „Lied“ überschrieb.

Olivier Messiaen schrieb „Quatuor pour la fin de temps“ – Das Quartett auf das Ende der Zeit – 1941 in deutscher Kriegsgefangenschaft in Görlitz, wo dieses legendäre Kammermusikwerk auch uraufgeführt wurde. Der gläubige Katholik Messiaen, inspiriert von der Offenbarung des Johannes, beschwört hier die Vision des Engels der Apokalypse, der das Ende aller Zeit verkündet. Der dritte Satz „Abîme des oiseaux“, der Abgrund der Vögel, für Klarinette solo, wurde von Patrik Koch auf erschütternde Weise zelebriert. Der Klarinettist spürt den Abgründen der Zeit in ihrer Düsternis und Melancholie ebenso nach als auch den zwitschernden, flirrenden Vogelrufen auf ihrem Weg zum Licht. Mit hingehauchten ätherischen Tönen, die aus dem Nichts zu kommen scheinen und schneidenden, fast aggressiven Fortissimi vermittelt er eindrucksvoll die Grenzerfahrung des Messiaenschen Klangmysteriums.

Vor dem letzten Programmpunkt liest Albrecht Puhlmann das Gedicht „Vagabundenspruch“ von Mascha Káleko, das Aufbruchstimmung und einen möglichen Neuanfang schildert und „Die Stille der Welt vor Bach“von Lars Gustafsson.

Fritjof von Gagern setzt den gewichtigen Schlusspunkt mit der vierten Cellosuite von Johann Sebastian Bach, die in der für Streicher unbequemen Tonart Es-Dur geschrieben ist. Er begeistert mit großem Gestaltungswillen, geht das „Prélude“ mit vitalem, rhythmisch pointiertem Zugriff an, und macht die unbändige Energie deutlich, die dieser Musik innewohnt. Die ruhige, kontemplative „Allemande“ mit frei atmenden Melodiebögen und erlesener Klangkultur dargeboten. Mit temporeichem, leidenschaftlich engagiertem Spiel und plastischer Artikulation wird die Gigue in der Darstellung des Cellisten zum groß angelegten Finalsatz.

Nach Verklingen des letzten Tones folgt eine lange Pause. Fritjof von Gagern steht auf, lehnt sein Cello an seinen Stuhl und geht aus dem Saal. Die Kamera zeigt den dunklen Raum und die leeren Sitzreihen. Zurück bleibt das einsame Instrument.


—| IOCO Kritik Musikalische Akademie |—


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Nationaltheater-Orchester Mannheim, NTO goes digital – 8.2.2021 – Bach, Britten …, IOCO Aktuell, 06.02.2021

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Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim

NTM Nationaltheater Mannheim © Christian Kleiner

NTM Nationaltheater Mannheim © Christian Kleiner

MUSIKALISCHE AKADEMIE

Nationaltheater-Orchester Mannheim – goes digital – EINSAM

Musikalische Facetten zum Gefühl der Einsamkeit

Das 4. Akademiekonzert 2020/21 der Musikalischen Akademie des Nationaltheater-Orchester Mannheim e. V. im Februar 2021 kann nicht regulär stattfinden. Dafür erweitert die Musikalische Akademie ihr digitales Angebot und präsentiert ein neues Online-Format, das – eigens von Orchestermitgliedern kuratiert -Themen, Inhalte und Sujets in den Blick rückt, die den Musizierenden in dieser schweren Zeit »unter den Nägeln brennen«.

8.2.2021 – Bach, Britten, Hindemith, Messiaens

 Solisten des Nationaltheater Orchester Mannheim – online erlebbar – Klicke HIER!

Den Startschuss geben fünf Solistinnen und Solisten am 08. Februar 2021, 20 Uhr. Unter dem Motto Einsam spüren sie Facetten des titelgebenden Gefühls der Einsamkeit nach, welches in der Krise nicht nur die Musizierenden, sondern alle Menschen gleichermaßen begleitet. Handverlesene Solowerke aus den Federn von Johann Sebastian Bach, Benjamin Britten, Paul Hindemith und Olivier Messiaen bereiten ein abendfüllendes musikalisches Erlebnis. Ergänzt wird das Online-Recital von Impulsen aus Lyrik und Literatur, gesprochen von Albrecht Puhlmann, Opernintendant des Nationaltheaters Mannheim. Die erste Folge der mehrteiligen digitalen Reihe wird auf der Webseite der Musikalischen Akademie ausgestrahlt.

Musikalische Akademie Mannheim
youtube Trailer Musikalische Akademie
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»Natürlich fehlt uns als Orchester die Präsenzerfahrung«, äußerte sich Fritjof von Gagern, Vorsitzender der Musikalischen Akademie und Solocellist, zu dem neuen Streaming-Format des Vereins. »Doch nicht alles an dieser Krise ist schlecht: Es entsteht Neues. In diesem Sinne freue ich mich, unsere Musik zu den Menschen zu bringen, wenn sie denn nicht zu uns kommen können. Ich glaube, es war Bertolt Brecht, der gesagt hat: „In den finsteren Zeiten, wird da auch gesungen werden? Da wird auch gesungen werden -von den finsteren Zeiten.“ Musik gibt uns Hoffnung und kann da wirken, wo sie am meisten gebraucht wird. Genau an dieser Stelle setzen wir mit unserem Online-Format an.«

Einzeltickets für den Stream können über die Musikalische Akademie für 10 € erworben werden. Abonnentinnen und Abonnenten der Akademiekonzerte erhalten kostenfrei Zugang sowie eine DVD der Produktion. Die Aufnahme ist bis zum 10. Februar 2021 online verfügbar. Nach erfolgter Anmeldung über das Kulturparkett Rhein-Neckar e. V. können Menschen mit geringem Einkommen kostenlos Zugang zu dem Angebot erhalten. 0 C zahlen Schüler*innen und Student*innen. Über die Musikalische Akademie des Nationaltheater-Orchesters Mannheim e. V. Die in der Musikalischen Akademie organisierten Mitglieder des Nationaltheater-Orchesters Mannheim sind seit über 240 Jahren Veranstalter der Konzertreihe „Akademiekonzerte“. Unter den Theater-und Symphonieorchestern sind die demokratische Struktur der Akademie und ihre damit verbundene programmatische sowie finanzielle Eigenständigkeit einzigartig. Sie sind entscheidend für die künstlerische Identität und das Selbstbewusstsein der Musikerinnen und Musiker. In üblicherweise acht Doppelkonzerten pro Jahr präsentiert sich heute das Orchester, das sonst im Operngraben erklingt, im Mozartsaal des Rosengartens, siehe hierzu auch den folgenden Trailer.

Musikalische Akademie – und ihre Geschichte
youtube Trailer M:CON Mannheim
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Musikalische Akademie  –  digital

Folge 1:    »Einsam« Montag, 08.02.21, 20 Uhr – Verfügbar bis Mittwoch – 10.02.21 www.musikalische-akademie.de/digital

Johann Sebastian Bach – Suite Nr. 6 arr. für Viola solo G-Dur
Benjamin Britten – Sechs Metamorphosen nach Ovid op. 49
Paul Hindemith – Sonate für Harfe solo C-Dur
Olivier Messiaen – Quatuor pour la fin du temps -3. Abime des oiseaux
Johann Sebastian Bach – Suite Nr. 4 für Violoncello solo Es-Dur

Mitwirkende

Nationaltheater-Orchester Mannheim

Julien Heichelbech (Viola) Fritjof von Gagern (Violoncello) Patrick Koch (Klarinette) Daniela Tessmann (Oboe) Eva Wombacher (Harfe) Sprecher Albrecht Puhlmann

Bereits erworbene Tickets und Abonnementskarten behalten ihre Gültigkeit

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Mannheim, Nationaltheater Mannheim, Mannheimer Sommer digital : 09. – 15.7.2020, IOCO Aktuell

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Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim

NTM Nationaltheater Mannheim © Christian Kleiner

NTM Nationaltheater Mannheim © Christian Kleiner

Mannheimer Sommer 2020 digital – Festival für Musik, von Mozart bis heute 
9. bis 19. Juli 2020 –  Webseite des NTM

Der »Mannheimer Sommer – Europäisches Festival für Musik und Theater von Mozart bis heute«, findet von Donnerstag, 9. bis Sonntag, 19. Juli 2020 im Internet statt. Die Beiträge werden in Anlehnung an die ursprüngliche Festivalstruktur tageweise veröffentlicht und sind auch im Anschluss noch auf der Webseite des Nationaltheaters Mannheim kostenfrei abrufbar. Thematisch setzt der digitale Mannheimer Sommer die europäische Aufklärung, die Oper und den Orient in Beziehung. Von Mozart ausgehend beleuchten die Arbeiten der internationalen Künstlerinnen und Künstler, wie verflochten die Kulturräume des Abend- und Morgenlandes sind.

»Ich freue mich, dass der Mannheimer Sommer trotz der komplexen Situation stattfinden wird. Mich begeistert die Kreativität, mit der das Team vom Mannheimer Sommer nun diese spezielle Ausgabe unseres Festivals gestaltet hat. Gerade ein digitales Festival will in solch kurzer Zeit konzipiert und geplant werden. Auch in dieser Form werden wir unserem Publikum modernes und aufregendes Musiktheater präsentieren, dass das Internet nicht als Ausweichort begreift, sondern sich das für uns so neue Medium zunutze macht«, sagt Opernintendant Albrecht Puhlmann.

„Die Erfahrung, Orient und Okzident als einen vielfach verflochtenen, gemeinsamen Kulturraum zu begreifen, besonders auch musikalisch – diese Erfahrung kann man auch in der digitalen Version machen. Es war großartig, zu sehen, wie konstruktiv die künstlerischen Teams des Festivals mit der schwierigen Situation umgegangen sind. Viele Programmpunkte konnten so digital gerettet werden. Mozart wäre stolz auf uns…“, sagt Jan Dvorák, Künstlerischer Leiter des Festivals.

youtube Trailer NTM Nationaltheater Mannheim
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Michael Grötsch, Kulturbürgermeister der Stadt Mannheim, fügt hinzu: »Die Verlagerung des Festivals ins Internet bietet die Gelegenheit, das Programm einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, als es unter den aktuellen Bedingungen live vor Ort der Fall gewesen wäre. Ich bin mir sicher, dass der Mannheimer Sommer auch digital an die positive Resonanz der vergangenen Jahre anknüpfen wird.«

Das Festival kreist 2020 um die drei hochaufgeladenen, brisanten Begriffe Oper, Orient und Aufklärung. Das Mannheimer Sommer-Team um Jan Dvo?ák hat ein fulminantes Online-Programm aus Musiktheater, Video-Performance, Tanz, Ausstellung und vielem mehr auf die Beine gestellt – mit zum Teil völlig neu und auf den Auftritt im Internet hin konzipierten Arbeiten der namhaften Gastkünstlerinnen und -künstler, zu denen neben der Sängerin Ghalia Benali und den Choreografen Omar Rajeh und Boris Charmatz auch die Regisseure Philipp Quesne und Luk Perceval sowie das Kollektiv Hotel Pro Forma und viele mehr gehören.

Natürlich spielt auch Mozart im digitalen Mannheimer Sommer 2020 eine bedeutende Rolle. Ausgehend von seiner Oper Die Entführung aus dem Serail bleibt Mozart auch in diesem Jahr zentraler Bestandteil des Festivalprogramms. So wird nicht nur Luk Percevals Genfer Inszenierung des Singspiels mit Texten von Asli Erdo?an zu sehen sein, in Ecstatic Mozart stellt sich der Künstler Daniel Cremer in einer ausgelassenen Performance gar als Medium für Mozarts Geist zur Verfügung.

Flankiert wird das Programm von einer Reihe exklusiver Konzertfilme, die facettenreicher kaum sein könnten. Von türkischem Funk und nigerianischem Boogie über Elektro-Surf-Punk bis hin zu Swing und Sci-Fi Pop stehen das Trickster Orchestra, DJ Guy Dermosessian, Maulwürfe, Felix Kubin, Basswald und Lichtung und das Little Vintage Orchestra für die musikalische Vielfalt der diesjährigen Festivalausgabe.

Selbst auf das Flanieren im Festivalzentrum muss das Publikum nicht verzichten. Der digitale Nachbau von Eylien König und Carl-John Hoffmann lädt während des gesamten Festivals zum virtuellen Rundgang durch den Paradiesgarten ein. Dort ist auch an sechs Terminen die Freitagsküche aus Frankfurt am Main anzutreffen, die in einem kulinarischen Speed-Dating mit den beteiligten Teams für Inspiration in der heimischen Küche sorgt.

Der »Mannheimer Sommer« wird ermöglicht und gefördert durch die Stadt Mannheim und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Der Themenschwerpunkt Jenseits des Serails wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Herzlich bedanken möchten wir uns auch bei den Freunden und Förderern des Nationaltheaters Mannheim e.V. sowie der Landesbank Baden-Württemberg für die freundliche Unterstützung.

—| IOCO Aktuell Nationaltheater Mannheim |—


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Mannheim, Nationaltheater Mannheim, Peter Grimes – Benjamin Britten, IOCO Kritik, 08.11.2019

November 7, 2019 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Nationaltheater Mannheim, Oper

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Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim © Hans Jörg Michel

PETER GRIMES  – Benjamin Britten

–  Scheitert aus Mangel an Beziehungsfähigkeit, übersteigerten Ansprüchen –

 
von Uschi Reifenberg

Gedenkmuschel an Benjamin Britten in Aldebrough © IOCO

Riesige Gedenkmuschel an Benjamin Britten am Strand von  Aldebrough © IOCO

Das Meer ist allgegenwärtig in dem kleinen Fischerdorf an der Ostküste Englands, es beherrscht in seiner Vielgestaltigkeit die Existenz der Dorfbewohner und durchdringt sämtliche Lebensbereiche. Es ist die zentrale Elementargewalt, der sich die Menschen in dem rauen Küstengebiet nicht entziehen können. Es schafft Begrenzung, ist Tor zur Freiheit oder  letzter Zufluchtsort.
In Benjamin Brittens Oper Peter Grimes fungiert das Meer als eigentlicher Hauptträger der Handlung und wird zur Projektionsfläche der Protagonisten, zum Symbol für die Abgründe und Stürme der menschlichen Seele. In seiner Unberechenbarkeit und Bedrohlichkeit spiegelt es aber vor allem das aufbrausende Naturell des unglücklichen Titelhelden Peter Grimes.

„Die meiste Zeit meines Lebens verbrachte ich in engem Kontakt mit dem Meer. (…) Als ich Peter Grimes schrieb, ging es mir darum, meinem Wissen um den ewigen Kampf der Männer und Frauen, die ihr Leben, ihren Lebensunterhalt dem Meer abtrotzten, Ausdruck zu verleihen.“   (B. Britten 1945).

Peter Grimes – Benjamin Britten
youtube Trailer Nationaltheater Mannheim
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Britten wurde 1913 am Meer, in Lowestoft, Suffolk, geboren, und verbrachte bis zu seinem Tod 1976 fast sein ganzes Leben an der Ostküste Englands. Mit acht Jahren begann er bereits zu komponieren, 1933 beendete er sein Studium und mit 24 Jahren konnte er eine beachtliche Zahl an Kompositionen, vor allem im Bereich der Sinfonik, aufweisen. Auch als Dirigent Pianist und vor allem als Liedbegleiter erlangte er Weltruhm. 1937 begegnete Britten dem Tenor Peter Pears, mit dem ihn eine lebenslange Partnerschaft und eine ebenso lange fruchtbare künstlerische Zusammenarbeit verband. Kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges verließ der erklärte Pazifist zusammen mit Pears die Insel und übersiedelte in die USA, wo er auch die Versdichtung The Borough (Die Gemeinde, 1810) von George Crabbe kennenlernte.

Dessen Erzählungen über ein kleines Fischerdorf in Suffolk weckten Brittens Sehnsucht nach der Heimat und so kehrte er 1942, mitten im Krieg, zurück nach England, wo er 1944 mit der Komposition seiner Oper begann. 1945 in London uraufgeführt, wurde Peter Grimes zu einem Welterfolg und hob Britten quasi über Nacht in den Rang eines englischen Nationalkomponisten, fast 300 Jahre nach Henry Purcell.

In Crabbes Erzählung Peter Grimes, ist dieser ein gewalttätiger Sonderling, der sich nicht in die Gesellschaft integrieren kann und will. Er ist für den Tod von drei Lehrjungen verantwortlich und wird deshalb von der Dorfgemeinschaft verfolgt und ausgegrenzt.

Nationaltheater Mannheim / Peter Grimes - hier :  Roy Cornelius Smith als Peter Grimes , Chor des NTM © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim / Peter Grimes – hier : Roy Cornelius Smith als Peter Grimes , Chor des NTM © Hans Jörg Michel

Britten und sein Librettist, Montagu Slater, erklärten 130 Jahre später den Konflikt der Titelfigur allerdings nicht aus dessen zweifelhaftem Charakter, sondern aus der Konfrontation des Einzelnen mit dem Kollektiv, ein Thema, das in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg eine besondere Aktualität erhielt. Slater und Britten machten aus Peter Grimes eine ambivalente Figur, dessen tragisches Scheitern aus dem Mangel an Beziehungsfähigkeit, übersteigerten Ansprüchen und unterdrückter Triebhaftigkeit resultiert. Der Titelheld weist damit in einem Aspekt Parallelen zu Benjamin Brittens eigener Biografie auf, der als homosexueller Künstler in England Mitte des letzten Jahrhunderts selbst auch ein Außenseiter blieb. Eindeutig thematisiert wird diese Problematik in Brittens Werk allerdings nicht.

Als Erneuerer der englischen Oper im 20. Jahrhundert wurde Britten zwar hochgeschätzt,
spürte aber, da seine Lebensführung nicht dem gängigen Gesellschaftsbild entsprach, die latenten Ressentiments und reagierte mit Schuldgefühlen und Rechtfertigungsdruck. Diese Problematik verarbeitete er in seinen späteren Opern Billy Budd oder Tod in Venedig.

Bei Britten ist der Fischer Peter Grimes ein Einsamer, ein Zerrissener, der nach seinen eigenen Maßstäben lebt und sich durch sein cholerisches und unangepasstes Wesen immer mehr ins soziale Abseits manövriert. Er ist von fanatischem Arbeitseifer besessen und hofft auf Wohlstand und Ansehen. Er beschäftigt einen Lehrjungen aus dem Waisenhaus, der beim gemeinsamen Fischen auf hoher See stirbt. In einem Gerichtsverfahren muss sich Peter Grimes für dessen Tod verantworten, aber da ihm keine Schuld nachgewiesen werden kann, wird er freigesprochen. Die Dorfbewohner halten ihn jedoch für schuldig und verfolgen ihn mit Argwohn. Der alte Kapitän Balstrode und die Lehrerin Ellen Orford, die ihn für unschuldig hält und von einer gemeinsamen Zukunft mit ihm träumt, stehen ihm bei. Als Ellen aber bei einem zweiten Lehrjungen Verletzungen findet, stößt Peter Grimes sie von sich. Der aufgestaute Hass der Gemeinde richtet sich immer offensiver gegen ihn und Grimes verfällt in einen psychischen Ausnahmezustand mit Wahnvorstellungen. Als er vor der aufgebrachten Meute flieht, kommt auch sein zweiter Lehrjunge zu Tode. In seiner Ausweglosigkeit nimmt er den Rat von Balstrode an und versenkt sich selbst mit seinem Boot im Meer. Die Dorfgemeinschaft geht ungerührt ihren eintönigen Alltagsgeschäften nach, als wenn nichts geschehen wäre.

Bei Peter Grimes handelt es sich um eine zeitlose Parabel im Spannungsfeld von Recht und Unrecht, Schuld und Unschuld, Gut und Böse. Britten stellt das Schicksal des Außenseiters zur Diskussion, ist Peter Grimes ein schlechter Mensch oder wird er durch die Gesellschaft dazu gemacht. Eindeutige Aussagen werden nicht getroffen, Vieles bleibt im Dunkeln.

Nationaltheater Mannheim / Peter Grimes - hier :  oy Cornelius Smith, Marcel Brunner, Ji Yoon, Natalija Cantrak, Ilya Lapich © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim / Peter Grimes – hier : oy Cornelius Smith, Marcel Brunner, Ji Yoon, Natalija Cantrak, Ilya Lapich © Hans Jörg Michel

Brittens Musikstil ist geprägt von Komponisten wie Henry Purcell, Gustav Mahler, Igor Strawinsky und Dimitri Schostakowitsch. Der Verismo findet seinen Niederschlag in Brittens großem Erstlingswerk genauso wie traditionelle Elemente aus der englischen Volksmusik. Er hielt an einer erweiterten tonalen Tonsprache fest, auch wenn er von Avantgardisten seiner Zeit dafür kritisiert wurde. Peter Grimes ist zwar „durchkomponiert“, hat aber formal geschlossene Abschnitte wie Ensembles, ariose Teile und dramaturgisch bedeutende Orchesterzwischenspiele,die „Interludes“. Die zweite große Hauptrolle übernimmt der Chor.

Regisseur Markus Dietz und Bühnenbildnerin Ines Nadler haben ein beklemmendes abstraktes Einheitsbühnenbild geschaffen, das in seiner Reduktion die Trostlosigkeit und Düsternis der Handlung und der Naturgewalten widerspiegelt. Grautöne in verschiedenen Abstufungen bis hin zur totalen Finsternis sind vorherrschend. Eine bewegliche Zwischendecke mit variablen weißen Neonlichtern, die scharfe Kontraste setzen (Lichtregie: Florian Arnholdt), beherrscht den Bühnenraum, weitet oder verengt die Szene und passt sich den Seelenzuständen der Personen an. Karge, vereinzelte Requisiten wie Fangkörbe, Tische und Stühle oder ein hell strahlendes Kreuz, verdeutlichen Küste, Kneipe oder sakralen Raum. Wenn die Gemeinde sich zum Trinken trifft, sorgt eine einsame bunte Lichterkette vor dunklem Hintergrund für Feierstimmung.

Ab dem 2. Akt bedeckt Wasser den Bühnenboden knöcheltief, so dass sich alle Personen mit Gummistiefeln fortbewegen. Eine perfekte Metapher für die immer weiter zunehmende klaustrophobische Ausweglosigkeit der Situation. Die Dorfbewohner tragen unscheinbare Alltagskleidung (Kostüme: Henrike Bromber), lediglich die Kneipenwirtin Auntie und ihre beiden Nichten stechen aus der Masse hervor mit modischen bunten und aufreizenden Outfits.

Markus Dietz‘ differenzierte Personenführung zeigt das Kollektiv der Gemeinde in seiner bigotten, moralinsauren Kleinbürgerlichkeit als homogene Masse, aus der einzelne scharf gezeichnete Individualisten hervorstechen, die Funktionsträger der Gemeinschaft. Überwältigend, wenn der Chor eine geschlossene Phalanx an der Rampe bildet und seine Wut in den Zuschauerraum schleudert. Mit großer Sensibilität gelingt dem Regisseur die psychologische Feinzeichnung der Beziehung zwischen Balstrode, Ellen und Peter Grimes, die eine Insel der Mitmenschlichkeit in einer feindseligen Welt darstellt.

Die Gerichtsverhandlung zu Beginn wird vor dem „eisernen Vorhang“ abgehalten auf einem schmalen Raum vor dem Orchestergraben unter Einbeziehung der Seitenlogen. Die Gemeinde, das sind die Fischer und ihre Frauen, unterhalten sich laut. Plötzlich sieht man eine Videoeinspielung, die ein Kind zeigt, das mit dem Kopf nach unten im Wasser treibt. Das Bild kommt näher, das Kind wird gedreht, es ist tot. Die Verhandlung beginnt, Peter Grimes steht auf einem Stuhl und verteidigt sich, die Menge urteilt gegen ihn, der Richter plädiert aber auf Freispruch. Ellen Orford, die verwitwete Lehrerin des Dorfes, einzige Lichtgestalt im strahlend weißen Kleid, erscheint selbst wie die personifizierte Unschuld. Für einen kurzen Moment, in einem ergreifenden a capella Duett zwischen Ellen und Peter Grimes, scheint das Glück für beide greifbar, aber wieder schiebt sich das Bild des toten Kindes dazwischen. Es entfernt sich, und im Wasser treiben nun mehrere tote Kinder. Die Traumatisierung des psychischen Borderliners Peter Grimes wird evident, man ahnt, dass die schrecklichen Bilder ihn nicht mehr Ioslassen werden. Das harte Leben der Fischer, die ihre Fangkörben stapeln um sich vor der Sturmflut zu schützen, wird durch das Agieren auf schmalem Raum beklemmend dargestellt, ebenso die drückende Enge im Dorfpub, in dem die Bewohner dicht an dicht gedrängt sind und Tanz, Gesang und Alkohol die traurige Realität verdrängen sollen. Auch hier kann sich Peter Grimes nicht integrieren, und wird verspottet. Ein weiterer Junge aus dem Waisenhaus wird für ihn gebracht, aber Ellen kann ihn nicht mehr beschützen.

Nationaltheater Mannheim / Peter Grimes - hier :  Marie-Belle Sandis, Ilya L­­­­apich © Hans Jörg Michel

Nationaltheater Mannheim / Peter Grimes – hier : Marie-Belle Sandis, Ilya L­­­­apich © Hans Jörg Michel

Zu Beginn des 2. Akt sieht man wieder eine riesige Videoeinspielung, diesmal mit fröhlich lachenden Jungen und Mädchen. Im Hintergrund betet die Gemeinde in der Kirche, von der Decke hängt ein großes Kreuz in leuchtendem weiß. Als die Gemeinde auseinandergeht, fallen Vorhänge herab und geben den Blick frei auf ein mit roter Farbe geschriebenes Wort: Murderer! Eine suggestive Szene mit thrillerartiger Schockwirkung. Nun beginnt die Hetzjagd auf den Ausgegrenzten, Fackeln werden an die Meute verteilt, die in der Nacht eine gespenstische Wirkung entfalten.

Nach dem unglücklichen Tod des zweiten Jungen verfällt Peter Grimes dem Wahnsinn, auf einem harten Tisch liegend, fährt er auf der Zwischenebene nach oben, nicht mehr erreichbar für Ellen, die zusammenbricht. Man wird Zeuge einer fast unerträglichen Steigerung menschlichen Elends. Eine Tragödie von antikem Ausmaß. Balstrodes Rat, sich auf dem Meer zu versenken, ist für Peter Grimes die logische Konsequenz. Das Dorf nimmt den Selbstmord ungerührt zur Kenntnis.

Roy Cornelius Smith ist die Inkarnation des Fischers Peter Grimes. Stimme, Darstellung und Gestaltung verschmelzen bei ihm zu einer perfekten Einheit. Mit seiner bis an die Grenzen gehenden Expressivität gelingt ihm ein faszinierendes Psychogramm der gequälten Seele, die er aufs Sensibelste auslotet. Heldentenorale Durchschlagskraft, lyrische Innigkeit und und eine variable dynamische Bandbreite stehen ihm ebenso zur Verfügung wie eine feinsinnig aus dem Wort entwickelte Tongebung.

Astrid Kessler gestaltet die empathische und aufrichtige Ellen Orford mit luzider Ausstrahlung und seelenvoller Hingabe. Mit großer Leuchtkraft und perfekt austarierter Piano Kultur erzeugt sie Spannungen von besonderer Qualität und findet Schattierungen von anrührender Zartheit und sehnsüchtiger Melancholie.

Das moralische Gewissen der Gemeinde, Captain Balstrode, der klug zwischen den Fronten vermittelt, wird von Thomas Berau mit großer Intensität und Charisma verkörpert. Seinen kraftvollen, tragfähigen Bariton setzt er mit Wärme in allen Lagen ein und beeindruckt auch mit vorbildlicher Diktion.

Sung Ha singt den Swallow souverän mit balsamischen Basstiefen, Raphael Wittmer als Bob Boles setzt mit kräftigem Tenor komödiantische Akzente. Ilya Lapich gestaltet den Ned Keene mit baritonalem Wohllaut und Rita Kapfhammer als Auntie strahlt mit leuchtenden Sopranhöhen. Reverend Adams singt Uwe Eikötter mit charaktertenoralem Glanz, Marie-Belle Sandis verleiht der umtriebigen Mrs Sedley schöne Mezzofarben und Lebendigkeit. Hervorzuheben ist Lavinia Dames von der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf, die als „first Niece“ äußerst kurzfristig eingesprungen war und sich mit Ji Yoon, second Niece, blendend ins Ensemble einfügte. In weiteren stummen Rollen überzeugten Philipp Riehle als Boy John und Intendant Albrecht Puhlmann als Dr. Crabbe.

Der phänomenale Chor des NTM unter der Leitung von Danis Juris bewältigte die immensen Herausforderungen als wuchtigem Gegenspieler von Peter Grimes mühelos. Mit unter die Haut gehender Klanggewalt, rhythmischer Präzision und Textverständlichkeit beeindruckte der Chor auch darstellerisch als heterogenes Kollektiv, das seine Macht genussvoll ausspielt. Eine fantastische Leistung !

Der Engländer Alexander Soddy hat wohl eine besondere Affinität zu Brittens Musik, was an diesem Abend unschwer zu überhören war. Er steuert das Nationaltheater Orchester sicher durch die Klangfluten, mächtig brechen die Tutti-Wogen über den Solisten zusammen, grimmig brausen die Bläser-Stürme. Glitzernde Arpeggien von Harfe, Bratschen und Klarinetten und sehnsüchtige Violinen- Kantilenen lassen die „Dämmerung“, das 1. der „Interludes“, bei Soddy plastisch aufscheinen. Impressionistisch inspirierte Klangflächen, aus dem sich hohe und tiefe Glocken herauslösen, verdichten sich atmosphärisch zur Sonntagstimmung des 2. Interlude. Auch die melodisch und rhythmische Unbewegtheit des Nachtstücks gestaltet Soddy mit feinem Gespür für die kontrastierenden Spannungsabläufe von Brittens Musik.

Viel Beifall und Jubel im ausverkauften Opernhaus nach dieser herausragenden Produktion, die man auf keinen Fall verpassen sollte!

Besuchte Vorstellung: Premiere am 3. November 2019

Peter Grimes am Nationaltheater Mannheim, die weiteren Vorstellungen:  7.11.; 22.11.; 29.11.; 18.12.2019; 5.01.2020 …

—| IOCO Kritik Nationaltheater Mannheim |—


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