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# Schwarzenberg, Alpenarte, Andrei Ionita - Intendant in Residence, IOCO Aktuell, 01.04.2019
- URL: https://www.ioco.de/schwarzenberg-alpenarte-andrei-ionita-intendant-in-residence-ioco-aktuell-01-04-2019/
- Published: 2019-04-05T07:00:07.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:53:56.000Z
- Author: Thomas Thielemann
- Tags: Ballett, Tanz & Bewegungskunst, Premiere, Deutsche Oper am Rhein, Pressemeldungen & Nachrichten, Kritiken, Premieren, Schwarzenberg

![Alpenarte / Musikwissenschaftlerin Irina Paladi und Intendant in Residence Andrei Ionita © Schwarzenberg / Andreas Domjanic](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2019/04/irina-paladi-andrei-ionita_c_andreasdomjanicneu.jpg)

Alpenarte / Musikwissenschaftlerin Irina Paladi und Intendant in Residence Andrei Ionita © Schwarzenberg / Andreas Domjanic

[alpenarte](http://www.alpenarte.at/?ref=ioco.de)

# **Andrei Ionita - Junger Intendant in Residence**

***\- Alpenarte : Eine Chance für junge Musiker -*** 

von **Thomas Thielemann**

Mit zyklischen

***Alpenarte*** 

\- Konzertreihen wird jungen Musikern die Möglichkeit geschaffen, als ***Intendant in Residence*** sich mit den Tücken der Organisation von Musik-Events vertraut zu machen.

***\- Alpenarte \- Schwarzenberg / Bregenzerwald -*** 

Als Intendant in Residence der **Herbst-Alpenarte** hatte der rumänische Cellist **Andrei Ionita** junge aufstrebende, aber durchaus bereits gestandene Musiker in das Österreicher Schwarzenberg, im Bregenzerwald eingeladen, um mit seinen Gästen in dem wundervollen Angelika-Kauffmann-Saal vier Themen-Kammerkonzerte zu gestalten.

Der schlichte, komplett aus Tannen- und Buchenholz errichtete Saal, bietet für die Kammermusik perfekte akustische Bedingungen. Nicht ohne Grund gilt der Saal als einer der besten Kammermusiksäle Österreichs. Der „Schuhschachtel-Konzertsaal“ ist mit einem offenen Flach-Satteldach abgedeckt, so dass die Leimbinder-Stützkonstruktion sichtbar bleibt. Seitlich vom Podium sind schräge Holzreflexwände angeordnet und hinter den Musikern war ein den Schall reflektierender Paravent aufgestellt. Interessanterweise haben auch die Panorama-Doppelglasfenster keinen gravierenden Einfluss auf die Klangentwicklung. Außerdem verfügt der Saal über eine ausgezeichnete Belüftungsanlage und im hinteren Bereich über eine Galerie. Ich empfand die Klangentfaltung allerdings als etwas trocken. Aber das mag ein individueller Eindruck sein.

***Konzert des ersten Abends - Der deutschen Romantik gewidmet.***

Der 1\. Preisträger des Cello-Tschaikowskiwettbewerbs 2015 **Andrei Ionita** eröffnete den Abend mit dem spanischen Pianisten und Gewinner des ***Kissinger Klavier-Olymp 2018,* Juan Pérez Floristán,** mit drei Fantasiestücken op.73 von **Robert Schumann.** Danach komplettierte der spanische Klarinettist **Pablo Barragán** die Musiker, um gemeinsam mit beeindruckender Podiumpräsenz das Trio in a-Moll op. 114 von **Johannes Brahms** zu bieten.

Als drittes Werk spielten dann **Ionita,** **Juan Pérez Floristan,** der außergewöhnliche albanisch-griechische Violinist **Jonian Ilias Kadesha,** sowie **Karolina Errera** aus Moskau eine frische Interpretation des **Brahms-**Klavierquartetts Nr. 1, op. 25\. Alle vier Musiker haben bereits hochrangige Wettbewerbe gewonnen.

Der zweite Konzertabend war einer Auswahl aus der Vielfalt der Musik ***Europas*** gewidmet. Mit einer expressiven Darbietung von **Jörg Widmanns** *„Fantasie für Klarinette solo“* eröffnete **Pablo Barragán** das Programm. Die britische Cellistin **Vashti Hunter** verfügt bereits über solistische Erfahrung. Sie und **Pablo Barragán** begeisterten mit einer für ihre Instrumente arrangierten Auswahl zweistimmiger Inventionen von **Johann Sebastian Bach** und als Gegenstück das *„Off Pist“* des Schwedischen Komponisten **Svante Henryson.** Danach brillierte **Floristan** mit der „*Fantasia Betica*“ für Klavier solo seines Landsmanns **Manuel de Falla.**

Das Europa-Programm ergänzte das **Klavierquintett in A-Dur, op. 81** von **Antonin Dvorak.** Es spielten die Geiger **Jonian-Ilias Kadesha** und die koreanisch-kanadische Preisträgerin des Sibelius-Musikwettbewerbs 2015 **Christel Lee.** Die in Antalya ausgebildete Bratschistin **Nilay Özdemir,** die Cellistin **Vashti Hunter** sowie der Pianist **Juan Pérez Floristan** aus Sevilla komplettierten die höchstsensible Darbietung.

![Alpenarte / Klavierquintett © Schwarzenberg / Andreas Domjanic](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2019/04/klavierquintett_c_andreasdomjanicneu.jpg)

Alpenarte / Klavierquintett © Schwarzenberg / Andreas Domjanic

Als Zugabe wurde ein Medley der Europa-Hymne, der Österreicher Nationalhymne und **Beethovens** *„Lied an die Freude“* intoniert. Das dritte Konzert hatte **Andrei Ionita** der Musik seiner Rumänischen Heimat gewidmet: *„Dor:Rumänischer Traum“.* Das ***Dor*** gilt als Hauptwesenszug des rumänischen Nationalcharakters und umfasst die rumänische Mentalität mit ihrem „*Weltschmerz“*, ihrer Sehnsucht, Nostalgie und Melancholie.

**Ionita** hatte ausschließlich Werke rumänischer Komponisten, bzw. im heutigen Staatsgebiet Rumäniens geborener Komponisten, wie **Bela Bartok,** in das Programm dieses Konzerts aufgenommen.

Mit seiner bereits gebotenen Intensität und Virtuosität begann **Pablo Barragán** mit einer Sonate für Klarinette solo von **Tiberiu Olah** (1928 bis 2002).

Als eine unbedingte Bereicherung der Musikerschar stellte sich die aus Ploiesti stammende Pianistin **Daria Tudor** vor. Sie ist mehrfache Musikpreisträgerin und häufige Kammermusik-Partnerin **Andrei Ionitas.** Eine Toccata von **George Enescu** war ihr fulminanter Einstieg in das Programm. Danach folgten von **George Enescu** *„Carillon Nocturne*“ und von **Radu Paladi** sein „*Rondo a capriccio“.*

Aus einer Auswahl der Duos für zwei Violinen, Sz. 98 des Béla Bartok spielten **Jonian-Ilias Kadesha** und **Christel Lee.** Danach folgten, unkonventionell für zwei Bratschen bearbeitete Stücke aus gleicher Quelle, von **Karolina Errera** und **Nilay Özdemir** routiniert dargeboten. Beschwingt beendeten **Andrei Ionita** und **Daria Tudor** den ersten Teil des Programms mit Rumänischen Volkstänzen von **Béla Bartok.**

Die Tochter des Komponisten **Radu Paladin** (1927-2013), die Musikwissenschaftlerin und Publizistin **Irina Paladi,** führte danach mit dem vom Komponisten geförderten **Andrei Ionita**  ein informierendes und auch emotionales Podiumsgespräch über das Leben und das Werk des bedeutendsten Komponisten Rumäniens der jüngsten Vergangenheit. Beide führten das Publikum zu einem der musikalischen Höhepunkte des Viertage-Zyklus, einer berührenden Interpretation des Streichquartetts Nr.1 in c-Moll von **Radu Paladi.**

Neben **Andrei Ionita, Karolina Errera** und **Jonian-Ilias Kadesha** übernahm die Enkelin des Komponisten **Alexandra Paladi** einen Violinen-Part. Als Orchester- und Kammermusikerin sowie als Solistin verfügt sie bereits über reiche künstlerische Erfahrungen.

Das Abschlusskonzert widmete der Intendant der ihm besonders nahestehenden russischen Musik. Das Konzert wurde mit dem *Klaviertrio élégiaque Nr.1 in g-Moll* von **Sergej Rachmaninow** eröffnet, das dieser im Alter von 19 Jahren komponierte. Als Solisten erfreuten mit einer frischen unkonventionellen Darbietung **Alexandra Paladi, Vashti Hunter** und die phantastische **Daria Tudor**

Mi**t Dmitri Schostakowitschs** schmerzbeladenem *Klaviertrio Nr. 2 in e-Mol*l folgte der für uns emotionale Höhepunkt des Festivals. Mit höchster Sensibilität von **Daria Tudor, Christel Lee** und **Andrei Ionita** musiziert, hätten wir uns das Trio eigentlich als Abschluss der Alpenarte 2018 gewünscht.

![Alpenarte / Schlussapplaus © Schwarzenberg / Andreas Domjanic](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2019/04/schlussapplaus_c_andreasdomjanicneu.jpg)

Alpenarte / Schlussapplaus © Schwarzenberg / Andreas Domjanic

Den Schluss bildete **Peter Tschaikowskis** Streichsextett *„Souvenir de Florence“* in d-Moll, mit dem die sechs Streicher der vier vergangenen Konzerte noch einmal ihre glückliche Kombination aus Virtuosität, Jugendfrische und sich entwickelnder musikalischer Reife zur Geltung bringen konnten.

Mit der Zugabe, einer Bearbeitung des Andante aus **Tschaikowskis** Streichkonzert Nr. 1 für das gesamte Alpenarte-Ensemble und dem Solopart mit **Andrei Ionita,** wurde dem Auditorium noch ein Ohrwurm zum Abschluss geboten, was auch mit stehenden Ovationen gefeiert wurde.

Für uns, aus dem doch recht entfernten Dresden Angereiste und durchaus musikverwöhnte Hörer, war das Festival ein wunderbares Erlebnis. Die noch sehr jungen, hoch talentierten Musiker hinterließen einen so unvergesslichen Eindruck, dass bei uns der Wunsch entstand, mehr davon zu erleben.

Die nächste **Alpenarte** findet vom

**9\. bis 12\. Mai 2019**

mit der Intendanz in Residence der Flötistin **Eva-Nina Kozmus** in **Schwarzenberg** statt.

\---| IOCO Aktuell alpenarte Schwarzenberg |---