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# Salzburg, Salzburger Festspiele, Wiener Philharmoniker - Herbert Blomstedt, Johannes Brahms – Felix Mendelssohn, IOCO
- URL: https://www.ioco.de/salzburg-salzburger-festspiele-wiener-philharmoniker-herbert-blomstedt-johannes-brahms-felix-mendelssohn-ioco/
- Published: 2024-07-31T19:42:39.000Z
- Updated: 2026-06-23T09:56:03.000Z
- Description: Salzburger Festspiele 2024: Im Zentrum stand das Licht. Liebevoll in klangliche Erfahrung gebracht, erstrahlte es im Rahmen des Auftritts des mittlerweile 97-jährigen Dirigenten Herbert Blomstedt am Vormittag des Konzerts im Großen Festspielhaus.
- Author: Marcel Bub
- Tags: Kritiken, ioco konzert,, Oper & Operette, Salzburg

Schicksalslied op. 54 / Werke von Brahms und Mendelssohn von Johannes Brahms, Großes Festspielhaus, Salzburg, 28\. Juli 2024.

# **Musik von Licht und Göttlichkeit**

## **Herbert Blomstedt begeisterte mit berührenden Interpretationen der Werke von Brahms und Mendelssohn**

von **Marcel Bub**

Im Zentrum stand das Licht. Liebevoll in klangliche Erfahrung gebracht, erstrahlte es im Rahmen des Auftritts von **Herbert Blomstedt** am Pult der **Wiener Philharmoniker**. Das Konzert im ***Großen Festspielhaus*** war Teil der ***Ouverture Spirituelle***, einem der innovativsten und erfolgreichsten Formate der ***Salzburger Festspiele***. Auf zurückhaltend zugewandte Weise berührte **Blomstedt** am 28\. Juli 2024 mit Werken von **Johannes Brahms** und **Felix Mendelssohn Bartholdy**. Mit seinem feinen Gespür für die Aussagekraft und Fülle einer Komposition eröffnete der mittlerweile 97-jährige Dirigent an diesem Vormittag den Blick auf die den Werken innewohnende und klanglich vermittelte Schönheit.

![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/2024/07/Wiener-Philharmoniker---Blomstedt-2024-Herbert-Blomstedt--Dirigent---Wiener-Philharmoniker---SFMarco-Borrelli.jpg)

Wiener Philharmoniker · Blomstedt 2024: Herbert Blomstedt (Dirigent), Wiener Philharmoniker © SF/Marco Borrelli

 Die Frage nach einem Darüberhinaus sprachlichen Ausdrucks stand im Zentrum dieses Konzerts. Beide Komponisten gehen ihr in ihren Werken je unterschiedlich nach. **Brahms** komponierte sein **Schicksalslied op. 54** ausgehend von **Friedrich Hölderlins** Roman ***Hyperion***. Es werde eine klare Perspektive derer dort oben und uns hier unten geschaffen, heißt es im Programmheft, ein Gegensatz, der sich nicht auflöse. Zarte Streicher, die den sich langsam aber stetig aufbauenden Orchesterklang einleiteten, gestalteten den Auftakt zu **Brahms** träumerisch machtvollen Werk. Voller Liebe und Achtung für die Musik leitete **Blomstedt** die Wiener an. Seine Bewegungen waren streichend sanft und transportierten in jeder Nuance wertschätzende Klarheit. Mit einem Lächeln im Gesicht formte **Blomstedt** ein dynamisch komplexes Klanggebilde und ließ die Musik erstrahlen. Dem routinierten Spiel des etablierten Orchesters schlossen sich bald die kräftigen Stimmen des **Wiener Singvereins** an. Das Programm dieses Konzerts studierte mit dem Chor **Johannes Prinz** ein.

Die sich sinnend erinnernde Ruhe des Anfangs, in der das Streben zu Größerem sich klanglich bereits andeutete, ging bald in monumentalen Chorgesang über. Ein höheres Sein, welches sich bei **Hölderlin** nur angedeutet hat, wollte **Brahms** in seiner Komposition zur Geltung bringen. Einnehmend und umfassend ließ **Blomstedt** dieses sakrale Gebilde entstehen. Orchester und Chor präsentierten dem Publikum einen kraftvoll im Raum stehenden Klang voller Opulenz und Strahlkraft. Stetig formend und subtil gestaltend leitete ***Blomstedt*** weiter durch das Werk und schließlich das sich allem enthebenden Adagio ein.

![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/2024/07/Wiener-Philharmoniker---Blomstedt-2024-Elsa-Benoit--Sopran-II---Christina-Landshamer--Sopran-I---Herbert-Blomstedt--D.jpg)

Wiener Philharmoniker · Blomstedt 2024: Elsa Benoit (Sopran II), Christina Landshamer (Sopran I), Herbert Blomstedt (Dirigent), Tilman Lichdi (Tenor), Wiener Philharmoniker, Wiener Singverein © SF/Marco Borrelli

***„Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!“***, sind die ersten Worte **Mendelssohns** **Lobgesang op. 52**. Sie folgen auf die drei Sätze einer imposanten Sinfonia. *„Alles! Bei *Hölderlin* wird es großgeschrieben – bei *Mendelssohn* groß besungen, strahlend gleich zu Beginn“,* wird im Programmheft ausgeführt. Was hier zum Ausdruck kommt, ist Glaubensgewissheit als musikalisches Bekenntnis. Kraftvoll und zugewandt leitete **Blomstedt** in den zweiten Teil des Konzerts. Die **Wiener Philharmoniker** und der **Wiener Singverein** präsentierten auch hier einen **Mendelssohn** strahlender Sakralität und Klanggewalt. Eine in ihrem Charakter klassische Interpretation wurde souverän dargeboten. Und doch kam es immer wieder zu Momenten verspielter Innovation, eingeleitet durch **Blomstedts** sanft insistierendes Dirigat.

Mit nuancierter Strahlkraft und klanglicher Ausgewogenheit überzeugten die Sopranistinnen **Christina Landshammer** und **Elsa Benoit**. **Tilman Lichdi** bot den Tenorpart fein modulierend und mit energetischem Pathos dar. Dynamisch intelligent fügte **Blomstedt** die Stimmen in den umfassenden Klang von Orchester und Chor ein. Individuelles fand hier seinen Platz und konnte in der nach vorne und nach oben drängenden Macht des Gesamtklangs zur Geltung kommen. Glanz und glaubende Festlichkeit des Werks von **Mendelssohn** kamen bei dieser Aufführung auf beeindruckende Weise zum Tragen.

Direkt nach dem letzten Ton setzte der Applaus des begeisternden Publikums ein. Viel Wertschätzung konnte während dieses Konzerts erlebt werden. Bereits zu Beginn wurde **Blomstedt** mit herzlichem Jubel begrüßt. Nach der Aufführung reichte bereits eine kleine Verneigung des großen Meisters in Richtung des Saals, damit der Applaus in freudiges Jubeln und stehende Ovationen überging. Erleben zu können, wie dieser große Künstler, die Schönheit und Tiefe einer Komposition herausarbeitet und dabei auf zugewandt herzliche Art seinen Musiker·innen begegnet, war immer schon ein großer Genuss, so auch an diesem Tag. 

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## Wie überzeugte der 97-jährige Herbert Blomstedt am Pult der Wiener Philharmoniker?

Blomstedt begeisterte mit berührenden, klar strukturierten Interpretationen von Brahms und Mendelssohn, die das Publikum mit stehenden Ovationen feierte.