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# Salzburg, Salzburger Festspiele, Wenn Kunst zur Nebensache wird, IOCO Aktuell, 16.03.2013
- URL: https://www.ioco.de/salzburg-salzburger-festspiele-wenn-kunst-zur-nebensache-wird-ioco-aktuell-16-03-2013/
- Published: 2013-03-19T14:11:11.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:07:53.000Z
- Author: Redaktion
- Tags: Karten, Salzburg

![salzbuerger_festspiele.gif](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/io/wp-content/gallery/opern_logos/salzbuerger_festspiele.gif "Salzburger Festspiele")

[Salzburger Festspiele](http://www.salzburgerfestspiele.at/?ref=ioco.de)

![Salzburg / Grosses Festspielhaus © Salzburger Festspiele / Luigi Caputo](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2017/09/hires-grosses_festspielhaus_1_c_sf_luigi_caputoneu.jpg "Salzburg / Grosses Festspielhaus © Salzburger Festspiele / Luigi Caputo")

Salzburg / Grosses Festspielhaus © Salzburger Festspiele / Luigi Caputo

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# Tagung des Kuratoriums: Ein Hohelied der Misstöne

Die **Salzburger Festspiele** sind mit einem Budget von über €60 Mio eines der größten Festivals der Welt. Doch die künstlerisch wie finanziell fetten Jahre der **Salzburger Festspiele,** ihre Aura von Weltgeltung endeten abrupt. 1989 mit dem Tod **Herbert von Karajans** und dem damit verbundenen Ende seiner fast dreißig Jahre währenden Regentschaft ([***IOCO*** berichtete](https://ioco.de/2013/01/03/salzburg-salzburger-festspiele-pereira-lautstark-welser-most-leicht-ersetzt-ioco-aktuell-03-01-2013/?ref=ioco.de "Salzburger Festspiele in der Krise, ein IOCO-Bericht, 10/2012")). Intendanten von **Mortier** über **Ruzicka** und **Jürgen Flimm** konnten **Karajans** Genius in Salzburg nicht fortschreiben. **Salzburgs Festspiele,** trotz sehr hoher Zuschüsse, besitzen in der Kulturwelt keine Ausnahmestellung mehr. 

![Salzburg, Festspielhauskomplex © Andreas Praefcke](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2013/01/salzburg-festspielhauskomplex-c-andreas-praefcke.jpg "Salzburg, Festspielhauskomplex © Andreas Praefcke")

Salzburg, Festspielhauskomplex © Andreas Praefcke

So beginnt auch die Intendanz des erst 2012 bestellten **Alexander Pereira** freudlos mit einer Kette von Misstönen und Streitigkeiten. Im Juni 2012 bereits drohte **Pereira** erstmals über Budgetfragen mit seinem Rücktritt. Im Dezember 2012 wiederholte er diese Drohung mit Hinweis auf die im März 2013 stattfindende Tagung des Kuratoriums. Das Kuratorium (der Aufsichtsrat) der **Salzburger Festspiele** tagte am 6\. März 2013 unter Leitung von **Gaby Burgstaller**, Landeshauptfrau (Ministerpräsidentin) des **Landes Salzburg** und produzierte gemischte Ergebnisse.

Das erste *Festspiel-Jahr* von **Pereira**, endete mit einem operativen Verlust von €2 Mio, welcher nur durch Auflösung von Rücklagen ausgeglichen wurde. *Das Budget des Jahres 2013* wurde bei €60 Mio belassen, obwohl die von **Pereira** vorgelegte Programmplanung €64,2 Mio Aufwendungen vorsieht. **Pereira** hofft, diese Deckungslücke durch Auflösung weiterer Reserven, Sponsorengelder und zusätzliche Kartenverkäufe zu decken und bekundete Wünsche auf Vertragsverlängerung über 2016 hinaus. **Pereira,** wie **Helga Rabl-Stadler, Präsidentin der Festspiele,** glauben an ihr Finanzierungskonzept und beschwören dabei ihre Kontakte nach Chicago und New York. Das **Kuratorium** war strikt in der Forderung nach einem ausgeglichenen Budget für die Saison 2013\. Formulierungen, welche heftige Kontroversen in der Kuratoriumssitzung vermuten lassen, machten die Runde. Auch die *Festspielsaison 2014* behandelte das **Kuratorium**: Eine Erhöhung des Budgets wurde ausgeschlossen. „*Die Festspiele sind* (hinsichtlich der Zuschüsse) *am Ende der Fahnenstange angelangt*“, so die ernüchtert klingende Vorsitzende, **Andrea Becker**, „*es darf keine Ausdehnung mehr geben und nicht noch mehr Produktionen*“.

**Rabl-Stadler** beschrieb die Sitzung als ernst, tiefgreifend, kultiviert. **Pereira** forderte höhere Zuschüssen und betonte unnötig fremdelnd Hinweise zur **Mailänder Scala**. Salzburgs Bürgermeister **Heinz Schaden** und andere Kuratoriumsmitglieder äußerten tiefen Frust und schlossen eine Verlängerung von **Pereiras** Vertrag über 2016 hinaus aus.

So bleibt **Alexander Pereira** nur die Hoffnung auf ein personell anders besetztes Kuratoriumim ab Herbst 2013: Dann wird das Kuratorium der **Salzburger Festspiele** neu gewählt. Schlechte Voraussetzungen für harmonische Sommerfestspiele. 

Misstöne außerhalb des Orchestergrabens, so die erneute Erfahrung, werden auch in der **Saison 2013** die einzige Konstante der **Salzburger Festspiele** sein. **IOCO** / D. Zimmermann / 16.3.2013

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