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# Salzburg, Salzburger Festspiele, Don Giovanni im Haus für Mozart, IOCO Kritik, 06.09.2016
- URL: https://www.ioco.de/salzburg-salzburger-festspiele-don-giovanni-im-haus-fuer-mozart-ioco-kritik-06-09-2016/
- Published: 2016-09-06T14:00:39.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:33:52.000Z
- Author: Daniela Zimmermann
- Tags: Kritiken, Salzburg

![salzbuerger_festspiele.gif](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/io/wp-content/gallery/opern_logos/salzbuerger_festspiele.gif "Salzburger Festspiele")

[Salzburger Festspiele](http://www.salzburgerfestspiele.at/?ref=ioco.de)

***Don Giovanni* in Salzburg:** "**Ildebrando D’Arcangelo** ist der überzeugend liebestolle **Don Giovanni,** vor nichts Halt machend, vor nichts Respekt habend. Als verführerischer Südländer mit kräftigem Bassbariton (die *Champagnerarie* gelingt mit Bravour), präziser und leidenschaftlicher Darstellung, umgarnt"

![Salzburg / Haus für Mozart © Salzburger Festspiele -Andreas Kolarik](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2017/09/salzburg-haus-fuer-mozart-sf_andreas_kolarik.jpg)

Salzburg / Haus für Mozart © Salzburger Festspiele -Andreas Kolarik

[Salzburger Festspiele](http://www.salzburgerfestspiele.at/?ref=ioco.de)

# ***Don Giovanni: "Der Teufel ist immer und überall"***

# **Salzburger Festspiele 2016**

![Salzburg / Salzburger Festspiele - Don Giovanni 2016 © Salzburger Festspiele - Ruth Walz](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2016/09/salzburg-don_giovanni_2016_layla_claire_carmela_remigio_ildebrando_darcangelo_statist_c_sf_ruth_walzneu.jpg "Salzburg / Salzburger Festspiele - Don Giovanni 2016 © Salzburger Festspiele - Ruth Walz")

Salzburg / Salzburger Festspiele - Don Giovanni 2016 © Salzburger Festspiele - Ruth Walz

***Don Giovanni,*** die erste Oper der Triologie des Musikgenie **Wolfgang A. Mozart** mit dem unendlich lebenserfahrenen **Lorenzo Da Ponte** entstand 1786\. **Lorenzo Da Pontes** eigene Vita ist der Schlüssel zum alle Normen der Zeit brechenden Libretto des ***Don Giovanni:*** 1749 als Kind jüdischer Eltern nahe Venedig geboren; zum katholischen Glauben konvertiert, 1770 in Venedig zum Priester geweiht, Professor für Literatur in Treviso. Eine von vielen Liebesaffären führte in ein Mordkomplott, weshalb **Da Ponte** Italien verlassen musste. Ab 1782 erfolgreicher Librettist in Wien, 1793 Impressario am **King's Theater** in London. 1834 starb **Da Ponte** mit 89 Jahren in New York, als Buchhändler.

![Wolfgang Amadeus Mozart © IOCO](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2016/09/wolfgang_a_mozart_neu2.jpg "Wolfgang Amadeus Mozart © IOCO")

Wolfgang Amadeus Mozart © IOCO

**Da Ponte** kannte gesellschaftliche Stände, moralische Werte seiner Zeit und deren Bruchstellen allzu gut, letztere hat er oft selbst genutzt. **Da Ponte** war zeitweilig der lebende **Don Giovanni.** Seine Lebenserfahrungen brachte er ein in seine Opern mit **Mozart.** Streng waren die ständischen Vorgaben der Zeit mit denen **Don Giovanni** so radikal bricht. **Lorenzo Da Ponte** und **Mozart** zusammen hatten den Mut, Erfahrung und künstlerischen Genius, dies lasziv sinnliche wie diabolische Thema in ihrem ***Don Giovanni*** bleibend für die Weltbühne zu bereiten.

**Sven Erik Bechtolf** inszenierte den ***Don Giovanni*** für die **Salzburger Festspiele** bereits 2014; nur mit mäßigem Zuspruch. Vielleicht waren es Akustik und Bühnentechnik der **Felsenreitschule.** 2016 wurde diese Inszenierung wieder aufgenommen. Doch im **Haus für Mozart** und mit größerem Zuspruch. Um 1920, in einem edel getäfelten Hotel (Bühne **Rolf Glittenberg**) findet die Handlung mit wenigen Bühnenbildern statt: An einer Lobby-Bar sitzend oder einen dominantem Treppenaufgang zu erotischen Zimmern führend. Der Chor übernimmt sowohl die Rollen des Hotelpersonals als auch der Gäste. Auf der Treppe ist viel Bewegung, Wirrwarr, Handlung; gelassen wie hektisch geht es dort hinauf und hinunter. Abgedunkeltes Licht deutet frivoles Ambiente im Hotel an. Regisseur **Bechtolf** versteigt sich in seiner Inszenierung in ein übersexualisiertes Welt-Dogma. Sein merkwürdig fixiertes Credo im Programmheft sagt: *„Da uns nichts mehr heilig ist, ist uns auch nichts unheilig“.* Erkenntnis, Veränderung oder Erlösung, die Triebfedern **Mozarts** und **Da Pontes**, finden sich in seinem ***Don Giovanni*** nicht. Als allgegewärtige Inkarnation des Bösen trägt **Don Giovanni** in der **Bechtolf** Inszenierung beständig ein Teufelskäppchen mit sich herum. Skurril. Selbst nach **Don Giovannis** Feuertod, unter den geläuterten wie erstarrt stehenden Protagonisten, sucht wieder ein Teufelchen nach Opfern.

![Salzburg / Don Giovanni 2016 - Leporello und Don Giovanni © Salzburger Festspiele - Ruth Walz](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2016/09/salzburg-don_giovanni_2016_ildebrando_darcangelo_luca_pisaroni_c_sf_ruth_walzneu.jpg "Salzburg / Don Giovanni 2016 - Leporello und Don Giovanni © Salzburger Festspiele - Ruth Walz")

Salzburg / Don Giovanni 2016 - Leporello und Don Giovanni © Salzburger Festspiele - Ruth Walz

**Ildebrando D’Arcangelo** ist der überzeugend liebestolle **Don Giovanni,** vor nichts Halt machend, vor nichts Respekt habend. Als verführerischer Südländer mit kräftigem Bassbariton (die Champagnerarie gelingt mit Bravour), präziser und leidenschaftlicher Darstellung, umgarnt ***Don Giovanni*** im Schlangenmantel. Außer ***Donna Anna* (Carmela Remigio**), auch da sind Zweifel, kann **Don Giovanni** keine Frau widerstehen. Ihr Vater, ***Commendatore* (Alain Coulombe**) wird Zeuge des Tete-à-Tete **Don Giovannis** mit seiner Tochter. Mit der Kraft **Don Giovannis,** der das Messer in der Hand ***Donna Annas*** führt, ersticht er/sie den **Commendatore.** Die Teufelskappen **Don Giovannis** symbolisieren etwas penetrant die Nähe zur Infamie zur Unterwelt.

![Salzburg / Don Giovanni 2016 - Valentina Nafornita als Zerlina © Salzburger Festspiele - Ruth Walz](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2016/09/salzburg-don_giovanni_2016_valentina_nafornita_chor_c_sf_ruth_walzneu.jpg "Salzburg / Don Giovanni 2016 - Valentina Nafornita als Zerlina © Salzburger Festspiele - Ruth Walz")

Salzburg / Don Giovanni 2016 - Valentina Nafornita als Zerlina © Salzburger Festspiele - Ruth Walz

**Luca Pisaroni,** als **Leporello** mit wohltimbrierten Bassbariton, harmoniert optisch wie stimmlich mit seinem Herrn und Meister. In diesem Hotel geht es lebendig zu, es wird nie langweilig. Das Brautpaar ***Zerlina* (Valentina Narfonita)** und ***Masetto* (Jurii Samoilov)** gehören auch zum Personal. **Don Giovanni** läßt sich auch diese junge Braut **Zerlina** nicht entgehen. **Valentina Narfonita,** überzeugt als eine zauberhafte **Zerlina,** bildhübsch und stimmlich. **Zerlina** besänftigt ihren misstrauischen, mit kultiviertem Tenor singenden **Masetto.** **Carmela Remigio** als **Donna Anna** ergänzt das wunderbare Ensemble durch weichen lyrischem Sopran. Ihr Verlobter ***Don Ottavio*** (**Paolo Fanale**) verspricht mit lyrischer Timbre zu rächen. Zwischen allen Machenschaften der Hochzeitsgesellschaft nutzt **Don Giovanni** jede Gelegenheit, Gier und Vergnügen zu befriedigen. **Alain Coulombe** gibt dem rächenden **Komtur / Steinernen Gast** mit schwerem Bass höchst eindrucksvolle Stimme und Statur. **Don Giovanni** vollführt seine Höllenfahrt bei gleißendem Rotlicht. Um, im Sinne des **Bechtolfs,** als symbolisches Teufelchen im letzten Bild unter erstarrten Protagonisten nach neuen Opfern für das "ewig Böse" zu suchen.

Musikalisch begleiten die **Wiener Philharmoniker** mit dem jungen Dirigenten **Alain Altinoglu** mit einfühlsamem, frischem Tempo, aber auch mit der notwendigen Dynamik durch diese bedeutende **Mozart/Da Ponte**\-Oper. Der Applaus des Premieren-Publikums für Ensemble und Dirigat war einhellig und eindrucksvoll.   ***IOCO*** / **Daniela Zimmermann** / 31.08.2016

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