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# Salzburg, Festspiele 2024 - LES CONTES d´HOFFMANN - Offenbach, IOCO
- URL: https://www.ioco.de/salzburg-festspiele-2024-les-contes-dhoffmann-offenbach-ioco-2/
- Published: 2024-08-17T17:30:48.000Z
- Updated: 2026-06-23T09:55:44.000Z
- Description: Salzburger Festspiele 2024: Die französischen Regisseurin Mariam Clement, verwandelt Jacques Offenbachs Oper Les Contes d‘Hoffmann, in eine filmische Inszenierung, die Hoffmann als zentralen Charakter in eine surrealistische Reise durch seine vergangenen Liebesabenteuer schickt. Die Regie nutzt
- Author: Daniela Zimmermann
- Tags: Oper & Operette, Kritiken, Operette, Salzburg

Les Contes d'Hoffmann von Jacques Offenbach, Salzburger Festspiele, Salzburg.

***Les Contes d´Hoffmann* \- Jacques Offenbach - Neuinszenierung der Salzburger Festspiele 2024 - Regie Mariam Clement**

 von **Daniela Zimmermann**

## **Les Contes d’Hoffmann in Salzburg - Oper und Kino in moderner Alltäglichkeit**

Die französischen Regisseurin **Mariam Clement,** verwandelt **Jacques Offenbachs** Oper ***Les Contes d‘Hoffmann,*** in eine filmische Inszenierung, die **Hoffmann** als zentralen Charakter in eine surrealistische Reise durch seine vergangenen Liebesabenteuer schickt. Die Regie nutzt die filmische Form, um eine tiefere Reflexion über das Verhältnis von Kunst und Realität zu schaffen: die klassische Oper **Offenbachs** wird mit filmischen Techniken ausgestattet- gemischt.

![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/2024/08/offenbach-gut-11_17-neu.jpg)

****Jacques Offenbach -** Paris @ IOCO

***Hoffmann,*** dargestellt von **Benjamin Bernheim,** Mittelpunkt eines sowohl visuell als auch emotional aufgeladenen Ablaufs, ist ein aufstrebender Regisseur, der seine vergangenen Liebesabenteuer inszeniert und dabei selbst zum Opfer seiner kreativen Visionen wird. Die Frauenfiguren ***Olympia, Antonia*** und ***Giulietta*** werden in der Adaption zu Facetten der einen Frau, seiner Geliebten ***Stella,*** einer erfolgreichen Sängerin, die alle Hoffnungen und Enttäuschungen in sich vereint. Alle vier Frauentypen werden so von nur einer Sängerin interpretiert, **Kathryn Lewek.** 

***Les Contes d’Hoffmann** youtube ****Salzburger Festspiele 2024**

Die Salzburger Inszenierung verwandelt die Bühne in ein Filmset bis hin zu den Szenen, in denen Fiktion und Realität ineinanderfließen. Das Filmen fördert die traumhafte, fast surrealistische Atmosphäre der Oper und verstärkt die emotionale Wirkung der Geschichte auf den Besucher.

Die Arbeit an ***Hoffmanns Erzählungen*** begann begann **Jacques Offenbach** bereits 1870, doch **Offenbach** konnte die Oper vor seinem Tod im November 1880 nicht mehr vollenden. Das Libretto wurde von **Jules Barbier** verfasst, basierend auf dem Theaterstück, das **Jules Barbier** und **Michel Carré** 1851 geschrieben hatten. Nach seinem **Offenbachs** Tod wurde das Stück von verschiedenen Komponisten vollendet, und im Februar 1871 in der **Opéra-comique** in Paris aufgeführt. Da **Offenbach** keine in allen Facetten endgültige Fassung dieser Oper hinterlassen hatte, existieren heute mehrere Versionen dieses Werkes, die sich in ihrer Musikauswahl und Reihenfolge der Szenen unterscheiden. Die in Salzburg aufgeführte musikalische Aufführung richtet sich nach den musikalisch wissenschaftlichen Forschungen von **Michael Kaye** und **Jean Christophe Keck.**

Die Oper beginnt mit einem betrunkenen, über sein vergangenes Leben klagenden ***Hoffmann.*** Die ***Muse /Nicklausse,*** gesungen von **Kate Lindsey** tröstet ihn. Sie ist die stille Beobachterin, die ***Hoffmanns*** Schicksal aus der Ferne lenkt. Ihre klare und schöne Mezzo Stimme dient als emotionale Stütze ***Hoffmanns.*** Sie/er greift nicht aktiv ein ins Geschehen, sondern lässt ihn seine Fehler und Enttäuschungen durchleben. Die ***Muse*** wird zu ***Nicklausse,*** einem Mann, der ihn aufrichtig liebt. In der Taverne trifft ***Hoffmann*** seine Freunde, die Gesellschaft ist ausgelassen und **Hoffmann** wird der Stimmung gerecht, indem er das Lied von *klein-Zack* zu singen beginnt. Der hervorragende französische Tenor, **Benjamin Bernheim,** verfügt über eine Stimme, die sowohl lyrische als auch dramatische Qualitäten besitzt. Er brilliert als ***Hoffmann*** in der Darstellung als leidenschaftlicher Künstler auf der Suche nach künstlerischer und emotionaler Erfüllung. Als Regisseur versucht ***Hoffmann*** seine Visionen auf die Leinwand zu bringen, doch die Grenzen verschwimmen zwischen Realität und Fiktion. **Bernheims** Tenor ist eindringlich mitreißend kraftvoll und emotional. Ihm gelingt es, die innere Zerrissenheit ***Hoffmanns -*** den Konflikt zwischen seinen künstlerischen Ambitionen und seinen persönlichen Sehnsüchten - eindrucksvoll zu gestalten. Und in der Taverne beginnt ***Hoffmann*** von seinen unglücklichen Liebesabenteuern zu erzählen. 

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****Hoffmanns Erzählungen** hier - ****Benjamin Bernheim** als **Hoffmann** c- Salzburger Festspiele -Monika-Rittershaus

Bühne und Kostüme **Julia Hansen:** Die Vielfalt der Kostüme war allerdings verwirrend, gewöhnungsbedürftig und hässlich. Dieser Mangel betraf auch leider ***Hoffmann***, was ihm auch jegliche optische Attraktivität nahm. Seine alltägliche, gewöhnliche Kleidung liess jegliche verführerische Ausstrahlung vermissen. Auch die Bühnenbilder waren optisch unansprechend und in ihrer Aussage nicht immer nachvollziehbar.

**Kathryn Lewek** als Darstellerin in vier weiblichen Partien, singt und spielt die zentrale Rolle der ***Stella,*** die in dieser Inszenierung die Verkörperung all der Frauen ist, die ***Hoffmann*** liebte und verlor: ***Olympia, Antonia*** und ***Giulietta. Stella*** wird zu einer komplexen, vielschichtigen Figur, in der sich ***Hoffmanns*** Wünsche, Träume und Albträume vereinen. **Lewek** meistert die Herausforderung diese unterschiedlichen Frauentypen zu interpretieren mit ihrer vokalen und darstellerischen Vielfalt. Ihre Stimme variiert geschickt zwischen den unterschiedlichen emotionalen Zuständen der Frauen und vermittelt so die ganze Breite von ***Hoffmanns*** vergeblicher Suche nach Liebe. Am ausdrucksvollsten gelingt ihr das bei der ***Olympia*** mit ihren Koloraturen in den höchsten Höhen.

***Olympia:*** in dieser Geschichte verliebt sich ***Hoffmann*** in die Puppe ***Olympia,*** die von dem Erfinder ***Spalanzani*** und dem bösen ***Coppelius*** erschaffen wurde. ***Hoffmann*** erkennt zu spät, dass ***Olympia*** kein Mensch, sondern eine Maschine ist und erleidet eine bittere Enttäuschung.

***Antonia:*** Im zweiten Akt verliebt sich ***Hoffmann*** in die Sängerin ***Antonia,*** die von einer tödlichen Krankheit geplagt wird. ***Dr. Miracle***, eine dämonische Figur, treibt sie letztlich in den Tod, indem er sie zum Singen zwingt, wohl wissend, dass das ihre Gesundheit zerstört.

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***Hoffmanns Erzählungen** hier ****Kathryn Lewek** als Giulietta und Stella, ****Benjamin Bernheim** als Hoffmann @ sf-monika-rittershaus

***Giulietta:*** Der 3\. Akt spielt in Venedig, wo ***Hoffmann*** sich in die Kurtisane ***Giulietta*** verliebt. Sie ist jedoch in eine Intrige verwickelt. Der diabolische ***Dapertutto*** verlangt von ***Giulietta, Hoffmann*** zu verführen und ihm sein Spiegelbild abzulisten. Damit raubt sie ihm seine Seele.

**Christian van Horn** mit seinem klangvollen tiefen Bass verleiht als der ewige Gegenspieler ***Hoffmanns*** die verschiedenen Gestalten des ***Lindorf, Coppelius, Dr. Miracle*** und ***Dapertutto*** die böse, unheimliche Macht. In dieser filmischen Umsetzung wird der Bösewicht zu einer allgegenwärtigen Bedrohung, die ***Hoffmanns*** Bemühungen, als Künstler und Liebender erfolgreich zu sein, untergräbt. Er symbolisiert die äußeren und inneren Hindernisse, die ***Hoffmann*** auf seinem Weg überwinden muss, aber letztlich nicht kann.

Musikalische Leitung **Marc Minkowski,** der sich mit den **Wiener Symphonikern** an diesem Abend etwas überfordert zeigte. Normalerweise ein versierter und erfahrener „*Offenbach Dirigent“*, hier in Salzburg überforderte ihn die passende Balance zwischen Orchester und Sänger. Es fehlte an der notwendigen Feinabstimmung, insbesondere in den subtileren, emotional aufgeladenen Passagen, die dann vom Orchester überdeckt wurden.

Der Chor, spielt in dieser Aufführung eine zentrale Rolle, Choreinstudierung, **Alan Woodbridge,** Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor. In ***Hoffmanns Erzählungen*** ist der Chor nicht nur ein Hintergrundelement, sondern agiert häufig als kommentierender Beobachter, der die emotionale Stimmung und die soziale Dynamik verstärkt.

Am Ende kehrt die Handlung zurück in die Taverne, wo ***Hoffmann*** erkennt, dass all diese Frauen Aspekte von ***Stella*** sind, der echten Frau, die er liebt, aber nicht gewinnen kann. ***Stella*** verlässt schließlich die Taverne mit einem anderen und Hoffmann bleibt allein zurück, getröstet von ***Nicklausse,*** der ihn ermutigt, sich der Kunst zuzuwenden.

Die komplexe Modernität der Inszenierung spiegelte sich auch im Beifall der Besucher wieder, der alle Facetten, von Begeisterung bis zum stillen, wie lauten Widerspruch abbildete.

## [ **SALZBURGER FESTSPIELE 2024 - alle Termine, Karten - link HIER**](https://www.salzburgerfestspiele.at/?ref=ioco.de)

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## Wie überzeugen Benjamin Bernheim und Kathryn Lewek in den Hauptpartien?

Bernheim brilliert als Hoffmann mit eindringlich kraftvollem, emotionalem Tenor, während Lewek die vier Frauenpartien vokal vielfältig meistert, am ausdrucksvollsten als koloraturstarke Olympia.