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# Paris, Philharmonie de Paris, Saal Boulez, Heldinnen der  Französischen Oper, IOCO
- URL: https://www.ioco.de/paris-13/
- Published: 2026-01-15T15:47:57.000Z
- Updated: 2026-06-23T09:52:04.000Z
- Author: Peter Michael Peters
- Tags: Konzert & Liederabend, Paris

Heldinnen der Französischen Oper, Philharmonie de Paris, Saal Boulez, Paris, 10.01.2026.

**10.01.2026**

***Mon coeur s’ouvre à ta voix comme*** 
***s’ouvrent les fleurs***

***Aux baisers de l’aurore !*** 
***Mais, ô mon bien-aimé, pour mieux*** 
***sécher mes pleurs.***

***Que ta voix parle encore !*** 
***Dis-moi qu’à Dalila tu reviens pour*** 
***jamais !***

***Redis à ma tendresse,*** 
***Les serments d’autrefois, ces serments*** 
***Que j’aimais !*** 
***Ah ! réponds à ma tendresse,*** 
***Verse-moi, verse-moi l’ivresse !*** 
***Réponds à ma tendresse.*** 
***Ah ! verse-moi, verse-moi l’ivresse !***

(Arie der ***Dalila*** aus ***Samson et Dalila*** / 2\. Akt / 3\. Szene von **Camille Saint-Saëns**)

Dieser Abend, eine Hommage an die französische Oper, entstand in Zusammenarbeit mit dem **Opernhaus von** **Shanghai**. **Xu Zhong**, ein Pianist und Dirigent, der alle Repertoires beherrscht, verkörpert wie kein anderer in der Gegenwart die Begegnung europäischer und fernöstlicher Tradition. Am Pult des **Orchestre de** **Paris** und den dazugehörigen Chören umgibt er sich mit herausragenden Solisten, um auf einer subjektiven Reise die Schätze der französischen Oper zu erkunden. Die französische Opernkunst, insbesondere die große romantische Oper, hat immer wieder unvergessliche Chöre und Arien hervorgebracht. **Gounod**, **Bizet**, **Berlioz**, **Saint-Saëns** und viele andere verzaubern unsere Ohren und unsere Fantasie.

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Stéphanie d'Oustrac, Mezzo-Soprano und Xu Zhong, Dirigent ® Peter Michael Peters

***Im Mittelpunkt die französische Oper…***

Eine kühne Zusammenarbeit mit dem **Opernhaus von Shanghai** und seinem musikalischen Leiter **Zhong** erlaubt es uns, den Chor des französischen Opernrepertoires neu zu entdecken, gekennzeichnet durch seine unvergesslichen Arien, schimmernden Orchesterfarben, die Bedeutung seiner Chöre und eine Exotik, die zwischen grandiosen Tableaus und intimen Szenen wechseln.

***Samson et Dalila*** von **Camille Saint-Saëns** (1835-1921) wurde 1877 auf Anregung von **Franz Liszt** (1811-1886) in deutscher Sprache in Weimar uraufgeführt. Ursprünglich aufgrund seines biblischen Themas als Oratorium konzipiert, ist die Partitur Teil der orientalistischen Welle, die damals die gesamte französische Kunstszene erfasste. Bezeichnend für diese orientalische Inspiration ist das *Bacchanale* der Philister, mit dem sie ihren Sieg über **Samson** feiern, während die Arie *„Mon coeur s’ouvre à ta voix“* den geschickten Versuch von ***Dalila*** ausdrückt, dem Helden das Geheimnis seiner Stärke zu entlocken.

**Georges Bizet** (1838-1875) war erst 24 Jahre alt, als er 1863 sein Werk **Les Pêcheurs de perles** uraufführte. Sein melodisches Genie, seine Fähigkeit, Emotionen zu charakterisieren und sein Gespür für Orchester-Farben sind bereits deutlich erkennbar. Die Handlung spielt in Ceylon, im Herzen eines imaginären Orients. In der Arie *„Me voilà seule dans la nuit“* vertraut ***Leïla*** unsan einem dunklen Strand die Verwirrung ihrer Gefühle und den Schmerz über ***Nadirs*** Verrat an.

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Mei Gui Zhang, Sopran und Xu Zhong, Dirigent © Peter Michael Peters

Das Werk mit dem Untertitel *„Dramatische Szenen für Solisten, Chor und Orchester“*, ***Roméo et Juliette***, ***Op. 17 = H 79*** (1839) von **Hector Berlioz** (1803-1869) ist keine Oper, sondern eine große dramatische sinfonische Dichtung mit Chor und Solisten. Der Komponist war beeindruckt von **William** **Shakespeares** (1564-1616) Drama, das in französischer Sprache in Paris von einer Truppe aufgeführt wurde, zu der auch seine spätere Muse **Harriet Smithson** (1800-1854) gehörte – seine unerschöpfliche Inspiration für die **Symphonie fantastique, Op. 14** (1830) -. *„Quoi! *Roméo* de* *retour“* vermischt die Überraschung und Besorgnis des Chors mit der Nachricht von **Roméos** Rückkehr aus Verona. *„Pauvres enfants que je pleure“* verleiht der Trauer über den Tod der Liebenden Ausdruck und *„Jurez donc par l’auguste symbole“* erinnert an ihr Liebesversprechen.

Im Jahr 1867, zwei Jahrzehnte später, bearbeitete **Charles Gounod** (1818-1893) dasselbe Drama zu einer großen lyrischen Oper. Nach der Ouvertüre und dem Prolog, die den Geist der Teilhabe ankündigen, drückt **Juliettes** Arie *„Je veux vivre dans le rêve“* in virtuoser Form die Heiterkeit der Heldin vor der Offenbarung ihres tragischen Schicksals aus, während das Liebesduett *„Ah, ne fuis passt encore“* in der berühmte Balkonszene erklingt.

Das 1846 entstandene Werk ***La Damnation de Faust*** von **Berlioz** ist ein hybrides Werk, inspiriert von **Johann** **Wolfgang von Goethes** (1749-1832) berühmten Text. Diese *„dramatische Legende“,* in deren Zentrum die Themen Schicksal, Sehnsucht und Erlösung stehen, beeinflusste **Richard Wagner** (1813-1883) und **Gustav Mahler** (1860-1911) maßgeblich. In *„Sur la Terre, dans le Ciel“* drücken ***Marguerite*** und der Chor nach dem Tod der Heldin himmlische Seligkeit und die dadurch mögliche gewordene spirituelle Versöhnung aus.

Zum Schluss wenden wir uns der berühmtesten französischen Oper zu, ***Carmen*** von **Bizet**. Bei ihrer Uraufführung 1875 sorgte sie aufgrund ihrer Thematik für grosse Polemik: Die Verführung, Gewalt und Mord miteinander verband und als unmoralisch galt! Sie sorgte für große verbitterte Kontroversen! Die unabhängige und kühne Antiheldin, die sich der zerstörerischen Leidenschaft des ***Don José*** widersetzt, schockierte das damalige Publikum. Die Intensität des Themas und der Bezug zu Spanien inspirierten den Komponisten zu atemberaubenden Arien und einer brillanten, farbenreichen Orchestration. Der weltweite Erfolg posthum, da **Bizet** kurz nach ihrer Uraufführung verstarb und sich des unglaublichen Schicksals seines Meisterwerks nicht bewusst war. Eine Auswahl von Auszügen daraus bildet den Abschluss dieser fesselnden Übersicht, die der Figur der Heldin in der französischen romantischen Oper mit Bravour gewidmet ist.

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Thomas Bettinger, Tenor, Mei Gui Zhang, Sopran und Xu Zhong, Dirigent ® Peter Michael Peters

***Zum Konzert in der Philharmonie de Paris / Salle Boulez am 10\. Januar 2026:***

***Außergewöhnliche französische Heldinnen…***

Das **Orchestre de Paris** unter der Leitung von **Zgong** mit seinen wunderbaren Chören spielten einige der schönsten Opernszenen und Arien des 19\. Jahrhunderts. Ein wahrer Genuss!

Denkt man an ***Roméo et Juliette***, ***Samson et Dalila*** oder **Carmen**, stellt man sich ein Repertoire vor, das schon bis zum Erbrechen aufgeführt wurde. Man könnte ebenso gut einwenden, dass diese Vorstellung im Hinblick auf Frankreich nicht ganz zutrifft, denn – abgesehen von dem *„Bohemian Girl“*, die fast jede Saison an der **Opéra National de Paris** und der **Opéra-Comique** aufgeführt wird – ist es manchmal besser, ins Ausland zu reisen, um diese Meisterwerke zu erleben. Wann fand die letzte Inszenierung von ***Samson et Dalila*** statt? 2016! Die Oper wird in diesem Frühjahr in London und Berlin aufgeführt!

**Gounods** ***Roméo et Juliette*** kehrte zwar 2023 unter der Regie von **Thomas Jolly** nach Paris zurück – und war im Februar 2025 auch in Neapel zu sehen -, doch **Berlioz‘** Opern fehlten auffällig auf den Pariser Bühnen. Zwar gab es kürzlich eine Inszenierung von ***La Damnation de Faust*** im **Théâtre des** **Champs-Élysées**. Doch **Berlioz‘** Meisterwerk ***Les Troyens*** (1863/1890) lief zwar 2022 in München, wurde aber seit 2019 nicht mehr in Paris aufgeführt. Auch ***Les Pêcheur de perles*** von **Bizet** sind weiterhin nur vereinzelt auf französischen Boden zu sehen.

So war es nicht verwunderlich, dass das Publikum eine Auswahl an Arien, Duetten und Chören begeistert aufnahm. Der riesengroße Saal der **Philharmonie de Paris** war zum bersten übervoll und auch die Wiederholung des Konzerts am nächsten Tag war angekündigt **SOLD OUT*.*

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Julie Fuchs, Sopran und Stéphanie d'Oustrac, Mezzo-Sopran © Peter Michael Peters

Wenn dieser Abend ein wahrhaft genussvolles Erlebnis war, so war dies vor allem dem **Orchestre de** **Paris** mit seinen Chören zu verdanken. Das Orchester wurde von **Zhong**, dem Musikdirektor der **Shanghai Opera**, meisterhaft dirigiert. Tag für Tag werden die Qualitäten des Orchesters gepriesen und dass unter allen derzeitigen berühmten Taktstöcken – insbesondere unter seinem jungen finnischen Chefdirigenten **Klaus Mäkelä** – in allen Repertoires. Auch das Opernrepertoire wurde unter dem chinesischen Dirigenten hervorragend präsentiert, der **Berlioz‘** unverwechselbaren rhythmischen Schwung, **Gounods** beinahe prätentiöse und doch mitreißende Grandiosität sowie **Bizets** ***Carmen*** leuchtende Farben und ihren Schwung zum Ausdruck brachte.

Was die drei Chöre des **Orchestre de Paris** betrifft – Erwachsene, Jugendliche und Kinder -, so waren sie von solcher Homogenität und Ausdruckskraft, dass man jedes einzelne Wort verstehen konnte, dass man nicht umhin kann, sowohl den französischen Chorleiter **Pierre-Louis de Laporte** als auch die französischen Assistenzdirigenten **Rémi Aguirre Zubiri**, **Edwin Baudo**, **Brigitte Coppola** und **Evann** **Loget-Raymond** zu erwähnen, die vermutlich alle ihren Beitrag zu dieser meisterhaften Interpretation.

Wie bereits erwähnt, wird **Berlioz** in Paris oft vermisst! Dank des **Orchestre de Paris** und **Zhong** erreichte er heute Abend mit zwei Schlussszenen neue Höhen: ***Roméo et Juliette***, meisterhaft interpretiert von dem exzellenten chinesischen Bass-Bariton **Shengyang** und dem Chor, desgleichen ***La Damnation de Faust*** ebenfalls bewundernswert dargeboten vom Chor. Welch eine Leichtigkeit und Kraft wird zusammen in diesen beiden brillanten Partituren verliehen! Das gewaltige und doch feinfühlige Orchester und die Chorsänger hinter der Bühne demonstrierten eindrucksvoll die Stärke: Die die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen vereinten.

Es war eine kluge Entscheidung an einem Abend zwei verschiedene ***Roméo et Juliette*** zu programmieren, zwei bemerkenswerte Werke mit so unterschiedlichen Stilen. Verona diente dabei als Bindeglied zwischen den beiden Auszügen. So wurde die Aufführung nach der Pause mit **Gounods *Roméo et Juliette*** fortgesetzt. Nach einer Ouvertüre und einem Prolog, die vom Orchester mit voller Pracht dargeboten wurde, hatte die französische Sopranistin **Julie Fuchs** in einer leuchtend roten Robe die Ehre, ***Juliette‘*** Walzer zum Leben zu erwecken. Und wäre da nicht ein hoher Ton gewesen, den man sich am Ende etwas länger gewünscht hätte, wenn die Sopranistin ihm ihre gewohnte Energie und die nötige Brillanz verliehen hätte.

Während **Fuchs** die Aufführung von **Gounods** ***Roméo et Juliette*** eröffnet hatte, übernahm die chinesische Sopranistin **Mei Gui Zhang** nach einer wunderschönen Arie aus ***Les Pêcheur de perles*** von **Bizet** in der ersten Hälfte mit ihrem warmen Timbre und ihren strahlenden hohen Tönen. Und weiter in einem bezaubernden Duett wurde sie von dem französischen Tenor **Thomas Bettinger** begleitet, dessen Beginn mit sehr offenen Tönen etwas zu ungestüm wirkte, dessen Schluss *„Va repose en paix“* jedoch bewundernswert war, auch hier begleitet von einem perfekt intonierten und sanft spielenden Orchesters.

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Orchestre de Paris mit Kinder- Jugend und Erwachsenen -Chor © Peter Michael Peters

Sollten an diesem Abend überhaupt Einwände erhoben werden, so beträfen sie der französischen Mezzo-Sopranistin **Stéphanie d’Oustracs** Darbietung. Obwohl sie nach wie vor eine der führenden Interpretinnen des Barockrepertoires ist, fiel es ihr schwer, die Rolle der ***Dalila***, für die eine kräftigere Stimme erwartet wird, authentisch zu verkörpern. Trotzt unbestreitbarer Musikalität und eleganter Bühnenpräsenz ließ sie oft Phrasenenden aus. Ihre ***Carmen*** im Zigeunerkleid – eine Rolle, die sie demnächst an der **Opéra National de Paris** wieder aufnehmen wird – war respektabel, auch wenn man sich etwas mehr Zurückhaltung gewünscht hätte, da die übertriebenen Effekte in der „*Habanera“* beinahe karikaturhaft wirkten.

Auf der anderen Seite schien es, als würden wir mit **Fuchs** , zugegeben nur in einer Arie *„Je dis que*“, *rien ne m’epouvante“, *Michaëla** mit dieser leuchtenden Stimme, einer makellosen Gesangslinie, reiner Emotionalität und völliger Abwesenheit von Manierismen, dem genauen Gegenteil dessen, was wir in der Rolle des jungen Mädchens allzu oft hören, wiederentdecken.

Das Konzert endete mit einem fulminanten Finale, in dem prachtvolle Auszüge aus dem dritten und vierten Akt von ***Carmen*** dargeboten wurden; und besonders auch wieder dargeboten von einem Orchester und Chor, die an diesem Abend denen der **Opéra National de Paris** in nichts nachstanden. Es schloss mit einer bezaubernden Zugabe: Dem Duett aus ***Lakmé*** (1883) von **Léo Delibes** (1836-1891) wunderschön interpretiert von **d’Oustrac** und **Fuchs**.

## Wie fiel der Abend mit dem Orchestre de Paris unter Xu Zhong insgesamt aus?

Das Orchestre de Paris und seine Chöre unter Xu Zhong boten mit einigen der schönsten Opernszenen des 19.