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# Münster, Theater Münster, ASPECTS OF LOVE - Andrew Lloyd Webber, IOCO Kritik, 08.11.2022
- URL: https://www.ioco.de/munster-theater-munster-aspects-of-love-andrew-lloyd-webber-ioco-kritik-08-11-2022/
- Published: 2022-11-08T15:47:18.000Z
- Updated: 2023-09-06T13:11:42.000Z
- Author: Hanns Butterhof
- Tags: Oper & Operette, Kritiken, Münster

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![Theater Münster © Rüdiger Wölk](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2015/08/theater_muenster_c_oliver_berg_588.jpg)

Theater Münster © Rüdiger Wölk

**Theater Münster**

## ***ASPECTS OF LOVE* \- Andrew Lloyd Webber**

#### **\- Konventionelles Webber-Musical - Ein Reigen unreifer Lieben -**

von **Hanns Butterhof**

**Andrew Lloyd Webber** ist ein für viele erfolgreiche Musicals von **Cats** bis **Jesus Christ Superstar** gefeierter Komponist. **Aspects of Love** aus dem Jahr 1989, das vom **Theater Münster** jetzt ausgegraben wurde, gehört zu seinen eher selten gespielten Stücken. Es passt aber in das Generalthema, das die neue Intendanz für die Spielzeit 2022/23 ausgegeben hat, das Verhältnis der Generationen zueinander. In der Regie von **Carsten Lepper** bleibt **Aspects of Love** in den Paar-, Geschlechter- und Generations-Beziehungen unreif, die Musik **Andrew Lloyd Webbers** im Plauderton.

Wenn in **Aspects of Love** im Großen Haus des **Theater Münster** auch alles vorkommt, was der Intendanz am Herzen liegt, so fehlt es doch auffällig an der Liebe, die der Titel des Musicals verspricht. In zwei Akten mit um die vierzig Szenen entfaltet sich ein Reigen unreifer Lieben.

![Theater Münster / Musical Aspects of Love hier vl Katja Berg , Mark Roy Luykx Foto Martina Pipprich](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/wp-content/uploads/2022/11/bild-aspects1-katja-berg-mark-roy-luykxneu1.jpg)

Theater Münster / Musical Aspects of Love hier vl Katja Berg , Mark Roy Luykx Foto Martina Pipprich

Er beginnt mit der jugendlichen Schwärmerei des 17-jährigen ***Alex Dillingham* (Mark Roy Luykx**) für die 20-jährige, wenig erfolgreiche Schauspielerin ***Rose Vibert* (Katja Berg**), mit der er eine stürmische Woche in der Villa seines Onkels **George** verbringt. Was **Rose** für **Alex** empfindet, bleibt weithin unklar bis auf ihre späte Selbstauskunft, dass sie einfach nicht alleine sein kann. Das wirft auch ein flaues Licht auf ihre Beziehung zu ***Alex' Onkel George* (Gregor Dalal**). Den hat sie während ihres Aufenthalts mit Alex in der Villa kennengelernt und ist danach dessen Geliebte geworden. Jahre danach betrügt sie ihn noch einmal kurz mit **Alex**, doch als **George** daraufhin zu seiner früheren Geliebten ***Giulietta Trapani* (Floor Krijnen**) zurückkehrt, reist sie ihm reumütig nach und bewegt ihn dazu, sie zu heiraten.

**George Dillingham** seinerseits ist ein begüterter Kunstfälscher und liberaler Lebemann, großzügig im Geben und Nehmen auch in Bezug auf seine Beziehungen. Gern gönnt er anfangs **Rose** seinem Neffen, um sie später zu übernehmen. Als sich zärtliche Regungen zwischen **Rose** und **Giulietta** anbahnen, sieht er das mit selbstgefälligem Wohlwollen, womöglich als Vorschein einer möglichen Dreierbeziehung. Jahre danach verknallt sich dann ***Jenny* (Deike Darrelmann**), die zu diesem Zeitpunkt 15-jährige Tochter von **Rose** und **George,** in den nun schon 36-jährigen **Alex.** Der wird nur mit äußerster Anstrengung seinem geweckten Appetit auf den verführerischen Backfisch Herr, bevor er sich dann **Giulietta** zuwendet, **Georges** ehemaliger Geliebten, womit sich am Ende der Reigen der unreifen Lieben schließt.

![Theater Münster / Musical Aspects of Love hier Ensemble Foto Martina Pipprich](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/wp-content/uploads/2022/11/bild-aspects-2neu.jpg)

Theater Münster / Musical Aspects of Love hier vl Ensemble Foto Martina Pipprich

Das Geschehen spielt sich in dekorativen, bei geöffnetem Vorhang rasch wechselnden und mit albernen ballettösen Bewegungen verschobenen Kulissen (Bühne**: Charles Quiggin**) in ansprechenden Vierziger-Jahre-Kostümen von **Aleš Valášek** ab. Von **Carsten Lepper** wird es altbacken inszeniert. Da knistert es nicht zwischen den Paaren, in welchen Konstellationen sie auch auftreten. Unkonventionelles Verhalten wird nur angedeutet, schauspielerisch ist alles zu brav, was vor allem bei Rose und Alex bedauerlich ist. **Katja Berg** als ***Rose*** bleibt durchwegs blass, mehr Hausfrau als gefeierter Star, **Mark Roy Luykx** als ***Alex*** ein steifer Abiturient. Einen Höhepunkt bildet noch die Szene, in der **Jenny** im weißen Unterkleid in ihrem Kinderbett versucht, den daneben im Mantel mit sich ringenden **Alex** zu verführen. Über allen Szenen liegt so etwas wie der joviale Geist des saturierten Lebemanns **George,** ein „*anything goes“*, - außer der Verführung Minderjähriger. Da ist auch das Libretto streng, das auf einem Roman von **David Garnett** (1892 – 1981) aus dem Jahr 1955 beruht, und lässt als Ausrufezeichen **George** einen tödlichen Herzanfall erleiden, als er **Alex** dieses Vergehens an seiner Tochter **Jenny** verdächtigt.

Konsequent ist es **Gregor Dalal** als ***George*,** der schauspielerisch wie mit gepflegtem Bariton stimmlich überzeugend die Bühne beherrscht. **Floor Krijnen** ist ihm als **Giulietta** eine angemessene Partnerin, **Deike Darrelmann** mit jugendlichem Sopran eine stimmige ***Jenny*. Katja Berg** als ***Rose*** und **Mark Roy Luykx** als **Alex** sind probate, etwas durchdringende Musical-Stimmen, die in den strahlenden Höhen mit den Tücken der Übertragungstechnik zu kämpfen haben.

So harmlos wie die Inszenierung ist auch die Musik von **Andrew Lloyd Webber**. die durchwegs im Parlando-Stil mit vielen Anklängen an **Webbers** eigene Kompositionen und die mancher seiner Kollegen dahinplätschert. Von den vielen Nummern bleiben bestenfalls das leitmotivische „*Liebe verändert alles“* und die an eine Tarantella erinnernde Tanz- und Chornummer (Choreinstudierung: **Anton Tremmel,** Choreographie: **Vanni Viscusi**) zu **Georges** Beerdigung in Erinnerung, solide vorgetragen vom **Sinfonieorchester Münster** unter Leitung des neuen 1\. Kapellmeisters **Henning Ehlert.**

**Nach zweieinhalb recht konventionellen Musical-Stunden war der Beifall des Premierenpublikums überschwänglich. Im Stehen dargebrachte Bravorufe für alle Beteiligten wollten nicht enden.**

#### [***ASPECTS OF LOVE* am Theater Münster, alle Termine, Karten - link HIER!**](https://www.theater-muenster.com/produktionen/aspects-of-love-33.html?ref=ioco.de)

\---| IOCO Kritik Theater Münster |---