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# München, Bayerische Staatsoper, DER ROSENKAVALIER - Richard Strauss, IOCO Kritik, 12.05.2022
- URL: https://www.ioco.de/munchen-bayerische-staatsoper-der-rosenkavalier-richard-strauss-ioco-kritik-12-05-2022/
- Published: 2022-05-12T13:55:41.000Z
- Updated: 2023-09-06T13:10:05.000Z
- Author: Hans Günther Melchior
- Tags: Oper & Operette, Kritiken, Rusalka, München

![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2017/01/bayerische-staatsoper-logo.jpg)

[Bayerische Staatsoper München](http://www.bayerische.staatsoper.de/?ref=ioco.de)

![Bayerische Staatsoper München © Wilfried Hösl](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2014/07/bayerische_staatsoper_muenchen_588_auss.jpg)

Bayerische Staatsoper München © Wilfried Hösl

# ***DER ROSENKAVALIER* \- Richard Strauss**

#### **\- Der kleine Tod schleicht durch die Kulissen -**

von **Hans-Günter Melchior**

**IOCO** berichtete bereits ausführlich über diese Neuinszenierung des [**ROSENKAVALIER**, Regie **Barrie Kosky** (link HIER!)](https://www.ioco.de/2022/03/25/muenchen-bayerische-staatsoper-der-rosenkavalier-regie-barrie-kosky-ioco-kritik-25-03-2021/) anlässlich der *Video-on-Demand-*Aufführung der [**Bayerischen Staatsoper** ](https://www.ioco.de/muenchen-bayerische-staatsoper-der-rosenkavalier-regie-barrie-kosky-ioco-kritik-25-03-2021/)im März 2022\. An der Begeisterung für diese Produktion hat sich nichts geändert. Im Gegenteil: es ist doch etwas anderes, dabei zu sein, in der Oper zu sitzen und *mitzuerleben*, was bei einer Übertragung, so perfekt sie auch sein mag, eben übertragen wird und am Fehlen der Unmittelbarkeit leidet.

****Trailer DER ROSENKAVALIER an der Bayerische Staatsoper**youtube Bayerische Staatsoper **\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

Über den ***Rosenkavalier*** ist viel geschrieben worden. Vielleicht sollte man nicht am Morgen im Bayerischen Rundfunk (BR-Klassik) die ***Metamorphosen*** hören, die zum Vergleich auffordern. Die beweisen, wie weit **Richard Strauss** bereits in die Moderne vorgedrungen war, an der Schwelle zur Avantgarde stand, deren Spott – und kritische Vorwürfe als Rückwärtsgewandter – er sich mit dem **Rosenkavalier** einhandelte.

Dabei ist die Oper so schön, dass es an manchen Stellen förmlich weh tut vor musikalischem Mitgefühl und Seelenverwandtschaft. Und ist es etwa falsch, wenn **Barbara Zuber** im Programmheft die Kühnheiten feiert, die die Musik mit dem Walzer anstellt, Verzerrungen, Steigerungen, die Versinnbildlichung des Wahns und dergleichen?

Freilich sind **Elektra** und **Salome** ein anderes Kaliber. Stehen an der Schwelle der Moderne und lassen die Zweifel an so manchen harmonischen Gewissheiten der Vergangenheit deutlich werden.

*Aber ist deshalb der *Rosenkavalier* weniger genial?*

Was für ein Ensemble, das der brillant ein perfektes Orchester leitende **Vladimir Jurowski** durch die Himmelstürmereien, die Gefühlsskala auslotenden Höhen und Tiefen dieses Werkes leitete. Es gab Gänsehautmomente. In München ist **Strauss** immer ein Heimspiel.

****Trailer DER ROSENKAVALIER hier Marlis Petersen** als **Marschallin, Samantha Hankey** als **Octavian**youtube Bayerische Staatsoper **\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

**Barrie Kosky** gelangen einige glänzende Einfälle. Die mit Silberglitzer überladene Hochzeitskutsche des Parvenus von Faninal (Johannes Martin Kränzle) im zweiten aufzug. Der durch jeden Aufzug geisternde *Cupido,* mager, todähnlich an die Vergänglichkeit gemahnend. Und im dritten Aufzug: **Ochs,** der sich an die von **Sophie** (eine teuflische Idee!) verkörperte Dienstmagd heranmacht, wird vor hämischer Zuschauerkulisse lächerlich gemacht.

Und erst das sängerische Ensemble. Die bald hoheitsvolle, bald burschikos sich verweigernde **Sophie** (wunderbar **Liv Redpath**). Die gemessen würdevolle, melancholische **Feldmarschallin** (betörend, souverän und hinreißend die Rolle der alternden Frau verkörpernde **Marlis Petersen**). Und der tölpelhafte, manchmal zurückgenommene **Ochs** des **Christof Fischesser.**

Ein rundum gelungener Abend, erhebend in schwerer Zeit. Stürmischer Beifall. Zu Recht.

Und ein Beweis: man muss mit den Protagonisten atmen, still mitsingen, am Gelingen geistig und mit dem Gefühl aktuell mitarbeiten, um es zu „erleben“.   *Kunst ist immer auch der knospenartig aufbrechende Augenblick.* Weit weg ist hingegen dem Bewusstsein und dem Gefühl gleichermaßen, was als technische Vermittlung auf dem Bildschirm flimmert.

**DER ROSENKAVALIER** an der **Bayerischen Staatsoper:** zur Zeit sind keine Termine für diese Spielzeit geplant

\---| IOCO Kritik Bayerische Staatsoper München |---