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# München, Münchner Symphoniker, Franck - Bartok - Berlioz: Sinfonische Dichtungen der Romantik, IOCO Kritik, 16.03.2015
- URL: https://www.ioco.de/muenchen-muenchner-symphoniker-franck-bartok-berlioz-sinfonische-dichtungen-der-romantik-ioco-kritik-16-03-2015/
- Published: 2015-03-18T17:00:48.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:27:26.000Z
- Author: Redaktion
- Tags: Kritiken, Karten, Oper & Operette, München

![Muenchner Symphoniker © Peter von Felbert](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2014/12/muenchner-symphoniker-foto-peter_von_felbert.jpg "Muenchner Symphoniker © Peter von Felbert")

Muenchner Symphoniker © Peter von Felbert

[Münchner Symphoniker](http://www.muenchner-symphoniker.de/?ref=ioco.de)

# Emotionen Pur: Sinfonische Dichtungen der Romantik

**Kevin John Edusei,** seit 2014 Chefdirigent der **Münchner Symphoniker,** überrascht seine inzwischen zahlreichen Münchner Fans mit Frische, Besuchernähe und ungewohnter Programmvielfalt. **Edusei,** Intendantin **Annette Josef** und ein wenig auch der junge ungarische Solo-Violonist **Barnabas Kelemen,** vermittelten am

4\. März 2015,

zunächst von einer kultigen gelben Couch im **Herkulessaal,** das hochromantische Programm des Abends in seiner musikalischen und historischen Vielfalt. Auch originell: Mit Beginn des Abends bereits, konnte das Publikum auf ausgelegten Karten mögliche Programm-Zugaben frei wählen.

![Grabmal César Franck © IOCO](https://ioco-wordpress-production-assets.s3.eu-central-1.amazonaws.com/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2015/03/Grabmal-C%C3%A9sar-Franck-Foto-IOCO.jpg "Grabmal César Franck © IOCO")

Grabmal César Franck © IOCO

Das Konzert begann mit dem lyrischen 4\. Satz aus **Psyché und Eros,** wohl einem der schönsten und bezauberndsten Werke der französischen Spätromantik von **César Franck** (1822 – 1890). Das Werk, entstanden 1888, wird heute in seiner Gänze nur selten gespielt, zumeist nur jener sentimentale 4 Satz, jene Kantilenen des **Amor** und der **Psyché.** Das Märchen der Antike über die Liebe des **Gottes Amor** zur Königstochter **Psyché** wird darin von einer seltsam, märchenhaften, träumerischen Grundstimmung beherrscht, voller Melodien des Gottes Amor und dem aus Violinen entwickeltem Gesang der Königstochter ***Psyché.* Edusei, Kelemen** und die **Münchner Symphoniker** übersetzten die großartige Komposition wunderbar in weiche melodische Vielfalt, akribische Prägnanz: Den von **César Franck** sentimental beschriebenen musikalischen Hymnus an die Liebe zauberten sie in den Himmel des **Herkulessaales.**

![Kevin John Edusei © Marco Borggreve](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2014/12/kevin-john-edusei-foto-marco-borggreve.jpg "Kevin John Edusei © Marco Borggreve")

Kevin John Edusei © Marco Borggreve

Ungewöhnlich, mit einem langen zarten Solopart, der das Herz berührt, beginnt danach Violonist **Barnabas Kelemen** das ***Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 op. posthum*** von **Bela Bartok**. Fein, ganz zart führt **Kelemen** den Bogen seiner Geige. Nach mehreren Takten stellt sich das Orchester an seine Seite und begleitet die Solovioline. **Bartok** schrieb dieses Violinkonzert mit 26 Jahren, für die damals beste Geigerin der Zeit, für die Ungarin **Stefi Geyer** (1888 – 1956). **Geyer** war nicht nur sehr musikalisch, sie war auch hübsch. Das Wichtigste: **Bartok** war in sie verliebt. So ist der 1\. Satz seines Konzertes eine aufrichtige Liebeserklärung voll Aufrichtigkeit, Leidenschaft und Hoffnung. Der 2\. Satz drückt **Bartoks** Ahnungen aus, dass seine Liebe unerfüllt bleibt und setzt Geyer darin ein Denkmal. Dieser Satz ist kommunikativ: Geige und Orchester setzen sich auseinander. Mit dem 2\. Satz wollte Bartok zeigen, welch wunderbare Kompositionen er schaffen kann, sollte „*sein Flehen nicht erhört werden*“. Eine Musik, die aus dem Herzen **Bartoks** kommt und ein Herz der geliebten *"Stefi Geyer zwingen“ soll.* Doch **Geyer** hielt dieses Konzert ihr Leben lang unter Verschluss. Erst nach ihrem Tod wurde es öffentlich gespielt. **Edusei** führt sein Orchester mit festem Griff Es ist mitreißend, **Bartoks** Liebeshoffen, sein Sehnen in Klängen zu hören. Zu erleben, wie lebendig, ergreifend **Edusei,** die **Münchner Symphoniker** und **Kelemen** die Seelenstimmungen wiedergeben.

![Münchner Symphoniker © Marco Borggrefe](https://ioco-wordpress-production-assets.s3.eu-central-1.amazonaws.com/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2015/03/M%C3%BCnchner-Symphoniker-MarcoBorggreve-2.jpg "Muenchner Symfoniker, Münchner Symphoniker © Marco BorggrefeMarco Borggrefe")

Münchner Symphoniker © Marco Borggrefe

Von Liebe, Sehnsüchten, Träumen, Enttäuschung und schließlich Rache handelt **Hector Berlioz** 1830 komponierter Welterfolg, die sinfonische Dichtung **Symphonie fantastique**. Fünf Episoden aus dem Leben eines Künstlers schildert dies vielleicht bedeutendste Werk der romantischen Musik: In der ersten Episode schwelgt das Largo die Träumereien eines jungen Musikers; die fünfte Episode, im wilden Hexensabbat, mischt Totenglocken, Höllenorgien mit Totenmessen. Die **Münchner Symphoniker** zeichnen die so gegensätzlichen Episoden mit Klangvirtuosität und Präzision. Wohltuend, sensibel doch klanglich massiv wie ausgewogen führt **Chefdirigent Edusei** durch die extremen Stationen des seit über 180 Jahren bleibend populärem sinfonischem Gefühlsepos.

Das Publikum im ausverkauften **Herkulessaal** zeigte sich begeistert von **Edusei, Kelemen** den **Münchner Symphonikern** und dem von Romantik und Liebe geprägten Konzertabend. Lauter und stürmischer Beifall.

**IOCO /** D.H. Zimmermann / 10.03.2015

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