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# München, Bayerische Staatsoper, Premiere Judith - Konzert / Herzog Blaubarts Burg, 07.02.2020
- URL: https://www.ioco.de/muenchen-bayerische-staatsoperr-premiere-judith-konzert-herzog-blaubarts-burg-07-02-2020/
- Published: 2020-02-07T09:00:16.000Z
- Updated: 2023-09-06T13:01:24.000Z
- Author: Redaktion
- Tags: Konzert & Liederabend, Aktuelles aus der Theaterwelt, richard wagner, Wagner, Beethoven, Philharmonie, Igor Strawinsky, Nozze di Figaro, Salome, johannes brahms, Richard Strauss, tschaikowsky, wolfgang amadeus mozart, johann sebastian bach, Pressemeldungen & Nachrichten, Mozart, München

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[Bayerische Staatsoper München](http://www.bayerische.staatsoper.de/?ref=ioco.de)

![Bayerische Staatsoper München © Wilfried Hösl](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2014/07/bayerische_staatsoper_muenchen_588_auss.jpg)

Bayerische Staatsoper München © Wilfried Hösl

# **Judith - Konzert für Orchester /Herzog Blaubarts Burg**

**Premiere 7\. Februar 2020**

***„Judith, willst du mir noch folgen?“***

In **Béla Bartóks** erschütternder Version des sagenhaften ***Blaubart***\-Stoffes lässt der titelbegebende Herzog seiner Neuvermählten noch dreimal die Möglichkeit zur Umkehr. Dann schließen sich die Tore von **Herzog Blaubarts Festung** hinter den beiden, und **Judiths** Schicksal ist besiegelt. **Béla Balázs** Libretto verdichtet mit großer poetischer Kraft das Verhängnis einer Liebe: Durch deren Kraft will **Judith** die Finsternis und Kälte von **Blaubarts** Feste erhellen und erwärmen und so ***Blaubart*** selbst vor der Verzweiflung retten, die ihn umgibt. Weil sie ihn liebt, so sagt sie, will **Judith** alle Geheimnisse des Herzogs kennen, und darum verlangt sie auch von ihm die Schlüssel zu den verschlossenen Türen der Festung, einen nach dem anderen. Mit jeder Tür gibt **Blaubart** den Blick auf einen Teil seiner Burg, seines Reiches, seiner Persönlichkeit frei, und überall sind Spuren, die auf etwas Schreckliches und Unausweichliches verweisen: ***Auf das Geheimnis hinter der siebten Tür.***

 **Judith - ein Opernsteckbrief zur Produktion in München** youtube Trailer Bayerische Staatsoper **\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

**Béla Bartók** schrieb seine einzige Oper im Alter von dreißig Jahren, noch unter hörbarem Einfluss von Zeitgenossen wie **Claude Debussy.** Die Musik ist dabei immer ganz nah an der Sprache – auch dort, wo diese versagt. Die sieben Zimmer in **Herzog Blaubarts Burg** und das Grauen dahinter komponiert und orchestriert **Bartók** bis zur Fühlbarkeit.

## ***IOCO wird über diese Produktion im Nationaltheater berichten***

In seinem Konzert für Orchester, das unmittelbar nach der Flucht aus Europa in den USA als existenzsicherndes Auftragswerk entstand, verwendete **Bartók** mehr als dreißig Jahre später wiederum Motive aus ***Herzog Blaubarts Burg*.** Kurz vor seinem Tod überarbeitete **Bartók** das Konzert noch einmal entscheidend. In der Produktion von Katie Mitchell wird diese letzte Fassung zu hören sein.

## Zum Werk und Komponisten

Über drei Jahrzehnte liegen zwischen **Bartóks** beiden Werken, aus denen sich die Neuproduktion zu ***Judith*** zusammensetzt – der Operneinakter ***Herzog Blaubarts Burg*** entstand 1911 in Ungarn, das *Konzert für Orchester* 1943 im US-amerikanischen Exil. Dennoch finden sich in **Bartóks** spätem Orchesterwerk Elemente seiner ersten und einzigen Oper wieder. Dirigentin **Oksana Lyniv,** ehemals musikalische Assistentin von Generalmusikdirektor Kirill Petrenko, sieht eine starke musikalische Verbindung zwischen beiden Stücken, die das ***Konzert für Orchester*** zu einer „dramatisch perfekten Einstimmung“ auf die darauffolgende Oper macht.

![Bayerische Staatsoper / Judith hier Judith: Nina Stemme als Judith, John Lundgren als Herzog Blaubart Statisterie © Wilfried Hoesl](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2020/02/judith_2020_gp_c_w_hoesl__6_-1neu.jpg)

Bayerische Staatsoper / Judith hier Judith: Nina Stemme als Judith, John Lundgren als Herzog Blaubart Statisterie © Wilfried Hoesl

## Zur Inszenierung

Die britische Regisseurin **Katie Mitchell** kehrt nach **George Benjamins *Written on Skin*** (2013) an die **Bayerische Staatsoper** zurück und erarbeitet eine radikale Relektüre des Blaubart-Stoffes.

So hat sich **Mitchell** gegen die sonst übliche Verbindung von ***Herzog Blaubarts Burg*** mit einem zweiten Einakter und für die Verbindung der Oper mit einem orchestralen Werk **Béla Bartóks** entschieden. Der erste Teil des Abends wird so zu einer spannenden filmischen Exposition ihres speziellen Regiezugriffes auf die Oper. Ein Film, den der britische Regisseur **Grant Gee** im Vorfeld der Produktion in Berlin und London gedreht hat und zu dem **Oksana Lyniv** das Konzert für Orchester dirigiert, stellt die Protagonistin ***Anna Barlow* (Nina Stemme**) vor. Sie arbeitet als verdeckte Ermittlerin an einem Fall um drei verschwundene Frauen. Ihr Verdacht fällt auf den Unternehmer **Michael Hayworth* *(John Lundgren**); um sein Interesse zu erwecken, nimmt sie eine Identität an, die jener der verschwundenen Frauen ähnelt: Sie bietet online ihre Dienste als Escort an. Als Pseudonym wählt sie den Namen ***Judith.*** Die Falle schnappt zu, und bald sieht sich **Judith** dem Mann gegenüber, der sich selbst **Blaubart** nennt. *Damit beginnt ein Opernthriller, für den *Mitchell* die Judith-Figur völlig neu gedacht hat: „Keine Frau würde sich freiwillig in eine solch unmittelbar lebensbedrohliche Situation bringen. Bei uns wird die Frau daher vorgeben, diese Fantasie zu bedienen, um die anderen Frauen zu finden.“* **Musikalische Leitung**  Oksana Lyniv, **Inszenierung** Katie Mitchell, Bühne Alex Eales, Kostüme Sussie Juhlin-Wallén, Filmregisseur Grant Gee, Videodesign Ellie Thompson, Licht James Farncombe, Dramaturgie Nikolaus Stenitzer

**Mit: *Herzog Blaubart* \- John Lundgren, *Judith*  \- Nina Stemme**

**Premiere Judith: 1\. Februar 2020**, weitere Vorstellungen 7.2.; 9.2.; 13.2.; 16.2.; 27.2.; 29.2.2020 und mehr

\---| Pressemeldung Bayerische Staatsoper München |---