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# Meiningen, Meininger Staatstheater, DAS SCHLOSS DÜRANDE - Othmar Schoeck, 08.05.2019
- URL: https://www.ioco.de/meiningen-meininger-staatstheater-das-schloss-duerande-08-05-2019/
- Published: 2019-05-03T13:00:52.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:54:37.000Z
- Author: Redaktion
- Tags: Oper & Operette, Kritiken, Meiningen

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[Meininger Staatstheater](https://www.meininger-staatstheater.de/?ref=ioco.de)

![Meininger Staatstheater © Marie Liebig](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2018/11/meininger-staatstheater-klein-web-_liebig-2.jpg)

Meininger Staatstheater © Marie Liebig

# *DAS SCHLOSS DÜRANDE* \- Othmar Schoeck (1886 - 1957)

*nach einer Novelle von *Joseph von Eichendorff*, Szenische Uraufführung der Neufassung,* *Libretto *Francesco Micieli,* musikalische Adaption *Mario Venzago**

***„So lebe und liebe! Bis du sattgeküsst." -*** **Renald** ertappt seine Schwester bei einem Stelldichein mit einem jungen Mann, den er als den ***Grafen Armand*** erkennt. Er glaubt nicht an aufrichtige Absichten des ***Grafen*** und bringt ***Gabriele*** in ein Kloster.

![Meininger Staatstheater / Das Schloss Dürande - Yücel, Sailings © Sebastian Stolz](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2019/05/schloss_yuecel_salingcs_stolz.jpg)

Meininger Staatstheater / Das Schloss Dürande - Yücel, Sailings © Sebastian Stolz

Bei einem Erntefest, zu dem auch die gräflichen Herrschaften erscheinen, erfährt ***Gabriele,*** wer der Geliebte ist. Als Gärtnerbursche verkleidet folgt sie ihm nach Paris. ***Renald*** glaubt seine Schwester entführt und reist hinterher. In Paris gerät er in den Kreis populistischer Agitatoren und schließt sich ihnen an. Die Französische Revolution wird nicht von politischen Ideen motiviert, sondern von einer Horde Gewaltbereiter ins Rollen gebracht. Während draußen die Walze der Revolution über das Land hinwegfegt, liegt der Adel in Agonie. Der Alte ***Graf von Dürande*** spielt lieber seine Spieluhr und sein Sohn Armand zieht sich in einen poetischen Elfenbeinturm zurück. Die Zeichen der Zeit, die wie Wetterleuchten am Horizont aufblitzen, bleiben unverstanden. Die Liebe von ***Gabriele*** und dem Grafen bleibt in diesen Zeiten eine chancenlose Utopie.

Als **Joseph von Eichendorff** (1788 - 1857) 1837 seine Novelle ***DAS SCHLOSS DÜRANDE*** schreibt, stand er unter dem Eindruck des politischen wie sozialen Umbruchs, der seit der Französischen Revolution in Wellen der Gewalt, der Restauration und neuer Gewaltausbrüche Europa schließlich neu formte. Selbst dem Adel entsprossen, steht Eichendorff diesem kritisch gegenüber. Was er im alten Regime sieht ist nicht so sehr eine Willkürherrschaft, sondern die völlige Gleichgültigkeit gegenüber der Welt und damit auch gegenüber den Menschen. Der **Alte Graf von Dürande** verkörpert dieses Bild: ein alter Schlossbesitzer, der von früheren Festen träumt und die Gegenwart nicht mehr versteht.

Die Oper wurde 1943 in Berlin uraufgeführt mit einem stark der Zeit verhafteten Libretto, das eine Aufführung nach 1945 schlichtweg unmöglich machte. Ein Projekt der Hochschule der Künste in Bern ersetzte nun den Text und führte ihn zurück zur Poesie von **Eichendorff.** Als Uraufführung dieser textlichen Neufassung am **Meiniger Staatstheater** setzt **Ansgar Haag** das politisch brisante Werk mit seiner emotionalen, packenden Musik unter der musikalischen Leitung von GMD **Philippe Bach** für die Bühne um.

**Musikalische Leitung:** GMD Philippe Bach, Regie: Ansgar Haag, Bühne & Kostüme: Bernd Dieter Müller/Annette Zepperitz, Chor: André Weiss, Dramaturgie: Corinna Jarosch Besetzung, Armand: Ondrej Šaling

**Mit:** Der alte Graf: Matthias Grätzel, Priorin: Anna Maria Dur, Gräfin Morvaille: Sonja Freitag, Renald Dubois: Shin Taniguchi, Gabriele: Mine Yücel/Sophie Gordeladze, Nicolas: KS Roland Hartmann, Wildhüter: Mikko Järviluoto, Volksredner: Remy Burnens, Wirt Buffon: Daniel Pannermayr/Giulio Alvise Caselli, Advokat: Robert Bartneck, Gärtnerbursche: Sanjun Lee, 1\. Helferin: Heejoo Kwon/Imogen Thirlwall, 2\. Helferin: Kylee Slee/Dana Hinz, Kommissar: Youngkyu Suh, Ein anderer Revolutionär: Pedro Arroyo, Ein Soldat: Lars Kretzer, Polizist: Kuk Sung Han, Wachtmeister: Sang-Seon Won, 1\. Jäger: Thomas Lüllig, 2\. Jäger: Steffen Köllner, 3\. Jäger: Gerhard Goebel, Pariser: Silvio Wild/Sanjun Lee, Eine Stimme: Axel-Michael Thoennes

\---| Pressemeldung Meininger Staatstheater |---