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# Mannheim, Rosengarten, EYOA-Galakonzert, IOCO
- URL: https://www.ioco.de/mannheim-rosengarten-eyoa-galakonzert-ioco/
- Published: 2026-09-17T05:07:38.000Z
- Updated: 2026-09-17T05:07:38.000Z
- Description: Europas musikalischer Nachwuchs begeistert in Mannheim: Beim EYOA-Galakonzert verbinden junge Musiker aus 17 Ländern Klassik und Jazz. Tschaikowsky, Beethoven und Thomas Sifflings „HOME“ werden im ausverkauften Musensaal zum eindrucksvollen Plädoyer für Europas Vielfalt.
- Author: Uschi Reifenberg
- Tags: Konzert & Liederabend

**EYOA‑Galakonzert am 12.9.26 im Musensaal des Rosengarten Mannheim**  
  
von Uschi Reifenberg

![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/2026/09/IMG_2228.JPG)

Michel Maugè & Mannheims OB Christian Specht © EYOA / Paolo Kropp

**Der Klang Europas**

In einem glanzvollen Abschlusskonzert im **Musensaal des Rosengarten** präsentierten sich die jungen Musiker:innen des europäischen Erfolgsprojekts **EYOA** mit einem fulminanten Konzertprogramm zwischen Klassik und Jazz und ließen den europäischen Gedanken von Vielfalt und Einheit eindrucksvoll erlebbar werden. Sie alle verbindet eine große Leidenschaft für die Musik, der Wunsch nach gemeinsamem Musizieren, aber auch, durch grenzüberschreitende Erfahrungen, neue Begegnungen und unterschiedliche Kulturen im gemeinschaftlichen Erleben über sich hinauszuwachsen.

Nach einer intensiven Probenphase entwickelten 76 hochbegabte junge Instrumentalist:innen aus 17 Ländern eine außergewöhnliche Exzellenz und Professionalität, die sie zu einem homogenen Klangkörper zusammenschweißte, sei es als opulentes Sinfonieorchester oder als mitreißendes Jazzensemble, das im erweiterten Festivalformat neu mit ins Boot geholt wurde.

Sechs Konzerte in der Metropolregion in unterschiedlichen Besetzungen lagen bereits hinter ihnen. Für die herausragenden Ergebnisse zeichnen maßgeblich die künstlerischen Leiter verantwortlich: Dirigent **Jan-Paul Reinke** für das Sinfonieorchester und der Jazztrompeter **Thomas Siffling** für das Jazzensemble.

Den Auftakt machten **Aurora Blanco** aus Spanien (Saxofon) und **Juhani Smolander** (Posaune) aus Finnland mit einem herrlich jazzig improvisierten Thema der Europahymne.

**Thomas Siffling**, populäre Mannheimer Jazzgröße, lobte die jungen Jazzmusiker im Alter von elf bis achtzehn Jahren in den höchsten Tönen, ihren Enthusiasmus und die unbändige Spielfreude, plauderte gut gelaunt mit dem Publikum und gab einige witzige Anekdoten zum Besten. Die 19 jungen Musiker:innen rockten in der Folge den ausverkauften **Musensaal** und führten mit coolen Big-Band-Arrangements durch die stilistische Vielfalt – von Klassikern der Swing-Ära bis zu zeitgenössischen Sounds. Werke von **Duke Ellington**, **Cole Porter** und **Neal Hefti** trafen auf moderne Kompositionen wie die von **Gordon Goodwin** und **Michel Camilo**. Da wurde gegroovt und geswingt, was das Zeug hält. Großartige Solos von Saxofon, Trompete, Posaune und Schlagzeug in schneller Folge versetzten das Publikum in Euphorie, das die jungen Musiker lautstark feierte. Hier waren unzweifelhaft die Jazzprofis von morgen zu erleben.

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Thomas Siffling & Jan-Paul Reinke © EYOA / Paolo Kropp

Dann gehörte die Bühne dem **EYOA‑Sinfonieorchester**, seinem Dirigenten **Jan-Paul Reinke** und dem Violin-Solisten **Hannes Wagner**, Gewinner des SINFONIMA‑Wettbewerbs. Sie präsentierten mit dem ikonischen Violinkonzert von **Peter Tschaikowsky** einen Meilenstein des romantischen Repertoires. Das Violinkonzert gilt als eines der anspruchsvollsten in der Konzertliteratur. Es erfordert vom Solisten höchstes technisches Können, Reife, Gestaltungskraft und Klangfarbenreichtum.

Der 23‑jährige **Hannes Wagner** überzeugte mit hoher Spielkultur, Eleganz und technischer Geschmeidigkeit. Auf die feinsinnige Einleitung des Orchesters antwortet **Wagner** mit einem sensibel ausgestalteten Thema, in dem er seine Violine – eine Giovanni-Baptista-Rogeri von 1678 – aufs schönste leuchten ließ. Den vielfach wechselnden Stimmungsverläufen spürte der junge Solist intensiv nach. Sie klangen mal rhapsodisch, mit feiner Agogik, dann wieder gestrafft, was der Dirigent **Jan-Paul Reinke** jederzeit einfühlsam mittrug. Mit wunderschönen Holzbläser-Einwürfen, homogenen Streichern und opulenten Tutti-Stellen bewies das Orchester seine hohe Qualität. Die Kadenz des ersten Satzes mit ihren immensen Schwierigkeiten wie Doppelgriffen, Läufen, Arpeggien und Flageoletts, meisterte **Hannes Wagner** in beeindruckender Weise.

In der Canzonetta des zweiten Satzes war der Solist dann ganz bei sich. Hier blühte sein Instrument farbenreich, fand zu Intimität und Innerlichkeit und brachte **Tschaikowskys** Poesie der russischen Seele zum Ausdruck.

**Jan-Paul Reinke** ließ das Orchester frei atmen, weiche Kantilenen, wunderschön gestaltet von Flöte und Klarinette, ließen im Dialog mit der Violine tief empfundene Melancholie und Einsamkeit spürbar werden. Im scharfen Kontrast, attacca, bricht der dritte Satz herein. Kraftvoll entlädt sich das Thema. Endlich geht der junge Geiger aus sich heraus und wagt den energischen Zugriff. Mit tänzerischer Leichtigkeit, temporeich, sprudelten die virtuosen Spielfiguren, die im besten Einklang mit dem Orchester zu einem furiosen Finale geführt wurden.

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Big Band Jazz, Künstlerische Leitung: Thomas Siffling © EYOA / Paolo Kropp

Großer Jubel.

Nach der Pause begrüßte **Michel Maugé**, Gründer der **EYOA**, die europäischen Vertreter des konsularischen Korps sowie die Honoratioren der Stadt Mannheim und bedankte sich bei den Sponsoren und Stiftern für die herausragende Unterstützung dieses Ausnahmeprojektes. Oberbürgermeister **Christian Specht** dankte ebenfalls den Gästen, insbesondere der beispielhaften Organisation von **Michel Maugé**, und drückte seine Begeisterung aus über die künstlerischen Leistungen der jungen Musiker:innen. Er erinnerte scherzhaft an Kurfürst Carl Theodor, der schon vor 300 Jahren die gefragtesten Musiker an seinem Mannheimer Hof versammelt hatte. So sei auch heute der beste musikalische Nachwuchs in Mannheim zu finden.

In **Thomas Sifflings** Uraufführung „***HOME***“ gingen Jazz- und Sinfonieorchester eine perfekte Symbiose ein und ließen faszinierende Klangwelten entstehen. In seiner lyrisch-melancholischen Komposition setzt sich **Siffling** mit der emotionalen Bedeutung von Heimat und dem Gefühl des Ankommens auseinander. Über den weich grundierten Orchestersound breitete **Siffling** mit seiner Solotrompete soulig-warmes Jazzmelos in vielfältigen Schattierungen. Eine Komposition, die Raum lässt für Orchester-Soli, eine große dynamische Bandbreite aufweist und Geborgenheit, Vertrauen und Hoffnung ausstrahlt.

Den Abschluss bildete **Beethovens** vorletzte 8\. Sinfonie in F-Dur, ein Werk, das als kürzeres zwischen der beliebten 7\. und der bahnbrechenden 9\. Sinfonie weniger im Fokus steht. Heiterkeit, Leichtigkeit und unkonventionelle Formbehandlung kennzeichnen die von **Beethoven** besonders geschätzte Sinfonie. **Jan-Paul Reinke** und die EYOA‑Musiker:innen gingen mit Spielfreude und jugendlichem Elan ans Werk und bewiesen eine hohe Affinität zu Beethovens Form- und Klangsprache. Schwungvoll, mit konzertantem Gestus, behauptete sich das Hauptthema, die expressiven Kontraste wurden spannungsreich gesetzt, kraftvoll kam der klangstarke Höhepunkt des Satzes zur Geltung. Im zweiten Satz mit seiner rhythmischen Akkuratesse gerieten die heiteren, tänzerischen Bläserrepetitionen bisweilen etwas zu laut. Überzeugend und spannend gestaltete **Reinke** die Pausen und Verzögerungen, welche den steten Duktus der fein artikulierten Streichermotive konterkarierten, und inspirierte die Jugendlichen zu Höchstleistungen.

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Sinfonieorchester mit Solist Hannes Wagner, Künstlerische Leitung: Jan-Paul Reinke © EYOA / Paolo Kropp

Das ungewöhnlich rustikale Menuett setzt **Beethoven** hier sowohl parodierend, als auch respektvoll ein. Den Akzentverschiebungen gab **Reinke** augenzwinkernd eine humorvolle Note. Kantabel und innig intonierten die Hörner den Mittelteil. Der Finalsatz sprüht vor Lebensfreude und Ausgelassenheit. Die EYOA‑Musiker:innen spielten „auf der Stuhlkante“. Präzise perlten die Sechzehntel-Ketten, die Dynamikwechsel gelangen bestens, im Vordergrund Pauke und Fagott, die das Geschehen mit Energie vorantrieben, fast als sollten die Schlussakkorde gar kein Ende finden.

Bravo! Stehende Ovationen, restlose Begeisterung.

## [**Infos und Karten: Link hier**](https://eyoa.de/?ref=ioco.de)