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# Mannheim, Nationaltheater Mannheim, Musikalische Akademie - 2020/21, IOCO Aktuell, 16.05.2020
- URL: https://www.ioco.de/mannheim-nationaltheater-mannheim-musikalische-akademie-202021-ioco-aktuell-16-05-2020/
- Published: 2020-05-16T09:00:13.000Z
- Updated: 2023-09-06T13:03:03.000Z
- Author: Redaktion
- Tags: Premiere, Pressemeldungen & Nachrichten, Premieren, Mannheim

![Nationaltheater Mannheim](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2013/01/nationaltheater_annheim_.jpg)

[Nationaltheater Mannheim](http://www.nationaltheater-mannheim.de/?ref=ioco.de)

![NTM Nationaltheater Mannheim © Christian Kleiner](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2020/05/ntm-_-nationaltheater-mannheim-foto-christian-kleiner-neu.jpg)

NTM Nationaltheater Mannheim © Christian Kleiner

# ***MUSIKALISCHE AKADEMIE*  \- Nationaltheater Orchester Mannheim**

 **Spielzeit 2020/21 -** ***Flexibilität - in diesen Zeiten besonders gefordert*** 

von **Uschi Reifenberg**

Das wissen auch **Fritjof von Gagern,** Präsident der **Musikalischen Akademie** und 1.Solocellist des **Mannheimer Nationaltheater Orchesters** in Personalunion und Generalmusikdirektor **Alexander Soddy,** die nun das aktuelle Programm der **242\. Saison** der ***Musikalischen Akademie,*** welche 1778 gegründet wurde, vorgestellt haben.

 **Musikalische Akademie Mannheim**youtube Trailer Musikalische Akademie **\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

Die Unsicherheit in der derzeitigen Krise zwingt die Künstler in eine besondere Situation und nötigt ihnen aus ihrer Planungswerkstatt verschiedene Lösungsmöglichkeiten ab. Der fehlende Austausch mit dem Publikum und der derzeitige Verlust des gemeinschaftlichen Erlebens von Musik verstärkt die Sehnsucht nach künstlerischer Normalität und beflügelt die Hoffnung auf eine bessere Zeit nach dem Ausnahmezustand.

*„Wir arbeiten mit verschiedenen Szenarien - einem Plan A, so wie die Saison eigentlich gedacht ist, und einem Plan B, C und D, in welchen wir alternative Veranstaltungsformate durchspielen“,* so **von Gagern**. *„Die letzten abgesagten Konzerte (...) sind ein unfassbarer künstlerischer Verlust. Gerade deshalb benötigen wir aus der Stille der Krise die Perspektive (...). Wir sehen es als unsere Aufgabe, Konzerte zu ermöglichen und durch die Musik Halt und Zuversicht gerade in diesen Zeiten zu geben“.*

Der thematische Schwerpunkt der kommenden **Programmgestaltung 2020/21** liegt in der Entwicklung romantischer und spätromantischer Kompositionen des 19\. Jahrhunderts hin zur Auflösung konventioneller musikalischer Strukturen im 20\. Jahrhundert, der atonalen Musik der Moderne, sowie deren Repräsentanten der **2\. Wiener Schule.**

Geplant sind acht Doppelkonzerte, die einen weiten Bogen von **Joseph Haydn** bis **Enrico Chapelá**  spannen und wie immer im **Mozartsaal** des Rosengarten stattfinden werden. Ergänzt werden die Konzerte durch das Konzertformat der Kammerakademie im Opernhaus des Nationaltheaters, das alljährlich besondere Akzente setzt und diesmal ein spannendes Bläserprogramm verspricht.

Wie in jedem Jahr sind auch in der **Saison 20/21** wieder hochkarätige Solisten bei der Musikalischen Akademie zu Gast.

![NTM Nationaltheater Mannheim / Bühne und Besucherraum für kommende Konzerte der Musikalischen Akademie © Christian Kleiner](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2020/05/akademiekonzert4_26-c-christian-kleiner-scaled-150.jpg)

NTM Nationaltheater Mannheim / Bühne und Besucherraum für kommende Konzerte der Musikalischen Akademie © Christian Kleiner

GMD **Alexander Soddy** wird allein vier der acht Doppelkonzerte dirigieren. Den Auftakt macht GMD **Alexander Soddy** im ersten Akademiekonzert am **19./20\. Oktober 2020**, mit einem breit gefächerten und kontrastreichen amerikanisch- russisch- englischen Programm. **John Adams** Orchesterstück *„Short Ride in a fast machine*“ von 1986, das in atemberaubendem Tempo dahin jagt, wird dem populären **2\. Klavierkonzert** des russischen Komponisten **Sergej Rachmaninow** vorangestellt, interpretiert vom russisch-amerikanischen Pianisten **Kirill Gerstein. Edward Elgars *Sinfonie Nr.1,*** ein Meilenstein der englischen Sinfonik, dürfte beim Briten **Alexander Soddy** in den besten Händen liegen.

Im 2\. Akademiekonzert am 16\. und 17\. November, das sich deutschen Komponisten des 19\. und 20\. Jahrhunderts widmet, steht nach längerer Zeit als Instrument wieder das Horn im Mittelpunkt. Das 2\. Hornkonzert von **Richard Strauss,** das zu den schwierigsten Hornkonzerten überhaupt zählt, wird gespielt von **Radek Baborák,** dem ehemaligen Solohornisten der **Berliner Philharmoniker.** Mit **Carl Maria von Webers** Ouvertüre ***„Die Beherrscher der Geister***“ und der **2\. Sinfonie** von **Robert Schumann** taucht das Programm tief in die Epoche der Früh- und Hochromantik ein.

Das **3\. Akademiekonzert** am **14./15\. Dezember** unter der Leitung von **Ingo Metzmacher,** trägt durchweg märchenhafte Züge. Dem besonders zur Weihnachtszeit beliebten Vorspiel aus **Humperdincks** Märchenoper ***Hänsel und Gretel*** folgt das Konzert für Viola und Orchester von **Paul Hindemith *Der Schwanendreher*,** das auf alten Volksliedern basiert. Als Solist konnte der Solo-Bratschist der **Berliner Philharmoniker Amihai Grosz** gewonnen werden.

In **Alexander Zemlinskys** Orchesterstück ***Die Seejungfrau*** wird die Geschichte der sich nach der Menschenwelt sehnenden Meerjungfau von **Hans Christian Andersen** lebendig, Ein reines russisches Programm verspricht das **4\. Akademiekonzert** am **8./9\. Februar 2021**, das von der französischen Dirigentin **Ariane Matiakh** geleitet wird.

**Dmitri Schostakowitschs *1\. Cellokonzert,*** das für **Mstislaw Rostropowitsch** geschrieben wurde, wird hier von der Cellistin **Tatjana Tetzlaff** gestaltet, flankiert von **Michail Glinkas *Kamarinskaya*,** einem bahnbrechenden russischen Orchesterwerk und **Sergej Rachmaninows** faszinierender „Toteninsel“, inspiriert von **Arnold Böcklins** berühmten Gemälde.

Als letzter Programmpunkt setzt **Modest Mussorgski** mit seinem Meisterwerk ***Eine Nacht auf dem kahlen Berge*** einen phänomenalen Schlusspunkt unter die Reihe der russischen Schauerromantik.

Das **5\. Akademiekonzert** am **8./9\. März 21** bewegt sich im Spannungsfeld des Franzosen **Claude Debussy,** dem deutschen Komponisten **Ludwig van Beethoven** und dem Dänen **Carl Nielsen.**

Geleitet wird das Konzert vom dänischen Dirigenten **Michael Schønwandt,** der Komponist **Hans Abrahamsen,** ebenfalls Däne, orchestrierte 2011 **Debussys** bekannte Klavierminiaturen ***Childrens Corner***, die **Debussy** seiner geliebten Tochter widmete.

Mit **Beethovens *1.Klavierkonzert*** wird **Kit Armstrong** zu erleben sein, ein ersehnter **Beethoven**  Programmpunkt nach dem stark reduzierten **Beethoven** Jubiläumsjahr 2020\. **Michael Schønwandt,** dessen besondere Verbundenheit der Musik **Carl Nielsen** gilt, stellt die **Sinfonia espansiva** seines Landsmanns nun erstmalig dem Mannheimer Publikum vor.

![Nationaltheater Mannheim / Generalmusikdirektor Alexander Soddy © Gerard Collett](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2019/09/alexander-soddy_gerardcollett1neu.jpg)

Nationaltheater Mannheim / Generalmusikdirektor Alexander Soddy © Gerard Collett

Das **6\. Akademiekonzert** am **12./13\. April 21** steht ganz im Zeichen **Anton Bruckners**. Mit seiner **5\. Sinfonie,** der sogenannten „katholischen“ setzt der italienische Dirigent **Antonello Manacorda** den Mannheimer **Bruckner** Zyklus fort. **Bruckner** schuf mit dieser Sinfonie wohl sein persönlichstes Werk, eine Art Glaubensbekenntnis nach einer für ihn schweren Zeit. Vom großen Vorbild **Richard Wagner** hatte er sich in dieser Sinfonie endlich emanzipiert.

Das **7\. Akademiekonzert** am **10./11\. Mai 21,** unter der Leitung von **Alexander Soddy,** spannt den Bogen von der Frühklassik **Joseph Haydns** über **Gustav Mahler** bis zur **2.Wiener Schule** **Alban Bergs** im 20\. Jahrhundert, dessen „*3 Stücke aus der Lyrischen Suite“,* bearbeitet für Streichorchester, zu hören sein werden. Alle drei Komponisten verbindet der Bezug zur Stadt Wien. Der 1.Solo-Trompeter des **Nationaltheater** Orchesters **Lukas Zeilinger,** der ebenfalls aus der Nähe von Wien stammt, wird mit **Haydns** Trompetenkonzert eines der bedeutendsten Kompositionen für dieses Instrument interpretieren. Eine schöne Tradition der **Musikalischen Akademie,** Solisten aus „den eigenen Reihen“ in ihren Konzerten vorzustellen.

**Gustav Mahlers *1.Sinfonie,*** reich an Gegensätzen und Bezügen, setzt den spannenden Schlusspunkt in diesem vielfältigen Programm.

Das **8\. Akademiekonzert** am **22./22\. Juni 21**, wiederum dirigiert von **Alexander Soddy,** mit einem kontrastreichem französisch- lateinamerikanischen Programm, bringt ein Wiedersehen mit dem Violinisten **August Hadelich**, der teilweise in Mannheim aufwuchs und auf allen großen Konzertpodien der Welt zu Hause ist. Er wird mit **Édouard Lalos** **Sinfonie espagnole** zu hören sein. Mit Spannung erwartet wird die Uraufführung von Enrico Chapellas genreübergreifender Komposition, einem Auftragswerk für die Musikalische Akademie. Zwei exemplarische Werke des Impressionismus bilden den Rahmen für diesen Abend, **Maurice Ravels *Alborada del grazioso*,** aus dem Klavierzyklus **Miroirs**, der hier als Orchesterwerk erklingt und **La mer** von **Claude Debussy.**

Am **6./7\. Juni** setzen dann die Bläser in der Kammerakademie mit **Richard Strauss,** **Antonin Dvorák** und **Friedrich Gulda** ganz besondere Akzente. **Joseph Bastian** dirigiert, **Benedict Kloeckner** ist der Solist in **Guldas** Konzert für Violoncello und Blasorchester, einem energiegeladenem Crossover-Stilmix, der unter die Haut geht. Die Bläserserenaden von **Strauss** und **Dvorák** sind absolute Meisterwerke ihres Genres und lassen einen Hauch von Mozart‘schem Geist durchs Programm wehen.

## **Die Musikalische Akademie Mannheim - Akademiekonzerte**

Mit nunmehr 242 Jahren sind die **Akademiekonzerte** in Mannheim weltweit eine der traditionsreichsten Konzertreihen weltweit. Gegründet wurde sie **1778** im Geiste der **Mannheimer Schule** \- und damit an der Speerspitze der damaligen Avantgarde - von den Musikern der **Kurfürstlichen Hofkapelle**, des heutigen **Nationaltheater - Orchesters.** Es ist bemerkenswert, dass diese Institution auf ihrem Weg zum Traditionsorchester durch die Jahrzehnte und Jahrhunderte immer vom außergewöhnlichen Zuspruch der Mannheimer Bürgerinnen und Bürger getragen wurde und heute wird.

**Brahms, Furtwängler, Strauss, Kleiber, Hindemith, Rostropowitsch, Stein, Argerich, Zimmermann** \- die Liste der ganz großen Namen, die als Dirigenten und Solisten bei den Akademiekonzerten zu Gast waren, ließe sich lang fortsetzen. Den in der **Musikalischen Akademie** organisierten Musikern des **Nationaltheater- Orchesters** ist es immer gelungen, einige der interessantesten Musiker\* innen ihrer Zeit nach Mannheim zu holen.

Heute ist die künstlerische und finanzielle Eigenständigkeit der **Musikalischen Akademie** einzigartig in Deutschland. Nach wie vor prägen Authentizität, Vielfalt und Ideenreichtum die Auswahl von Programmen und Gastkünstlern. Jährlich wird ein Kompositionsauftrag vergeben. (Zitiert aus dem Jahresprogramm).

\---| IOCO Aktuell Nationaltheater Mannheim |---