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# Lyon, Opéra de Lyon, Guillaume Tell Gioachino Rossini, 05.-17.10.2019
- URL: https://www.ioco.de/lyon-opera-de-lyon-guillaume-tell-gioachino-rossini-05-17-10-2019/
- Published: 2019-08-05T09:00:07.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:56:57.000Z
- Author: Redaktion
- Tags: Oper & Operette, Konzert & Liederabend, Lyon

![Opéra de Lyon in Lyon © Stofleth](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2018/11/operaarchitecturefacade21_copyrightstoflethneu.jpg)

Opéra de Lyon in Lyon © Stofleth

[Opéra de Lyon](https://www.opera-lyon.com/fr?ref=ioco.de)

# Guillaume Tell Gioachino Rossini

Oper in vier Akten, 1829 (Pariser Oper) Libretto von Victor Joseph Étienne de Jouy und Hippolyte Louis Florent Bis

Nach dem Theaterstück von Friedrich von Schiller  
In französischer Sprache

Dauer: ca. 4 Stun  
Ticketpreise von 10 bis 110€  
Koproduktion mit dem Staatstheater Karlsruhe

**Schwanengesang und Geburt einer Nation**Nach der Uraufführung von Guillaume Tell am 3\. August 1829 zieht sich der „Schwan von Pesaro“ im Alter von 37 Jahren von der Opernbühne zurück. Das Libretto zu diesem Auftragswerk der Pariser Oper wurde von dem Königtreuen Etienne de Jouy nach Schillers Schauspiel (1804) bearbeitet, von dem Liberalen Hippolyte- Louis-Florent Bis vereinfacht und von dem Republikaner Armand Marrast nochmals leicht verändert. Wie bereits in der gleichnamigen Oper von Grétry aus dem Jahr 1791 bediente sich der legendäre Schweizer Held auch hier der französischen Sprache. Adolphe Nourrit sang den Arnold. Das Entstehen der Schweizer Eidgenossenschaft unter österreichischer Herrschaft am Ende des 13\. Jahrhunderts bildet den tragischen Hintergrund einer einfachen Familien- und Liebesgeschichte, bei der das fiktive Trio Tell/Arnold/Mathilde zwischen den beiden historischen Lagern Schweiz/Österreich aufgerieben wird. Das Werk tritt vehement für das Selbstbestimmungsrecht der Völker ein und schließt mit einem mitreißenden Ruf nach Freiheit.

**Wagners Einfluss auf Rossini**Trotz der Begeisterung von Presse, Publikum und seinen Auftraggebern (Charles X. verlieh dem Komponisten die Ehrenlegion) wurde kaum je ein Werk in der Musikgeschichte so stark verstümmelt wie Rossinis längste Oper. In der Pariser Oper singt Nourrit, der von Asile héréditaire überfordert ist, die Arie schon bei der dritten Aufführung nicht mehr. Die fünf Akte werden auf drei gekürzt und schließlich bleibt nur der zweite Akt („Was? Der ganze Akt?“, soll Rossini ironisch gefragt haben), aus dem man ein Ballett macht. Im Italien unter österreichischer Herrschaft wird Tell 1833 nach Schottland verlegt und in Mailand in Guglielmo Vallace umbenannt, in Rom in Rodolfo di Sterlinga (und sogar Giuda Maccabeo), während man in London als Titel Hofer or the Tell of Tyrol wählt und in Sankt Petersburg Karl der Kühne! 1831 wurde Guillaume Tell in italienischer Fassung in Lucca aufgeführt. Gilbert-Louis Duprez gab dort den Arnold, und den Anstoß zu einer von den Pro-Nourrit und den Pro-Duprez-Lagern angeheizten Rivalität. Diese gewaltige, überlange Oper, die große Ansprüche an Solisten, Choreographie und Chor stellt, hebt sich durch ihre getragenen Tempi von den sprühend leichten Werken ab, die den Ruf des Komponisten begründeten. Wagner bewunderte dieses einzigartige Werk und meinte zu Recht: „Sie haben da eine Musik für alle Zeiten geschrieben“, dessen beeindruckende Länge schon auf Bayreuth vorauswies.

**Eine Inszenierung für alle Zeiten**Tobias Kratzer, der nach einer erstaunlichen Götterdämmerung gerade vom Grünen Hügel zurückkommt, wo er den Tannhäuser inszenierte, verlegt dieses packende Manifest für die heutige Zeit, die auch vom Schrecken der Barbarei bedroht ist, in einen beinahe von jeglicher Folklore befreiten Rahmen. Das Werk wird in die Zeitlosigkeit einer Kulisse von Fotografien von Kohlezeichnungen einer erdrückenden und geschundenen Natur verlegt. Die Erwartungen an Tobias Kratzer, der den vierstündigen, in Originalversion gesungenen Guillaume Tell auf die Bühne bringt, sind hoch. Auch er ist wie Tell ein Günstling des Schicksals, ein Meister der Personenführung, der vor seiner großartigen Arbeit am Ring in Karlsruhe lautstark verkündete: „Der erste Fehler bestünde darin, sich vor der Länge des Werkes zu fürchten.“ Jean-Luc Clairet

Musikalische Leitung: Daniele Rustioni Regie: Tobias Kratzer Bühnenbild und Kostüme: Rainer Sellmaier Licht: Reinhard Traub Dramaturgie: Bettina Bartz Chorleitung: Johannes Knecht Guillaume Tell: Nicola Alaimo Hedwige, seine Gattin: Enkeledja Shkoza Jemmy, ihr Sohn: Jennifer Courcier Arnold, Freier Mathildes: John Osborn Gesler, L andvogt: Jean Teitgen Mathilde, Geslers Schwester: Jane Archibald Rodolphe, Anführer der Bogenschützen: François Piolino Walter Fürst: Patrick Bolleire Ruodi, ein Fischer: Philippe Talbot Orchester und Chöre der Opéra de Lyon

**Oktober 2019**  
Samstag 5\. 19 Uhr  
Montag 7\. 19 Uhr  
Mittwoch 9\. 19 Uhr  
Freitag 11\. 19 Uhr  
Sonntag 13\. 15 Uhr  
Dienstag 15\. 19 Uhr  
Donnerstag 17\. 19 Uhr

**Begleitveranstaltungen:**  
Go Maestro!

Eine Entdeckungsreise in die Welt der Opernmusik  
2\. Oktober um 18 Uhr  
Amphitheater

Einführung:  
7\. Oktober um 17:30 Uhr  
Amphitheater

\---| Pressemeldung Opéra de Lyon |---