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# Lübeck, Theater Lübeck, LE NOZZE DI FIGARO - Wolfgang A. Mozart, IOCO Kritik, 01.07.2023
- URL: https://www.ioco.de/lubeck-theater-lubeck-le-nozze-di-figaro-wolfgang-a-mozart-ioco-kritik-01-07-2023/
- Published: 2023-07-02T09:00:30.000Z
- Updated: 2023-09-06T13:14:06.000Z
- Author: Wolfgang Schmitt
- Tags: Oper & Operette, Kritiken, Lübeck

![Theater_luebeck.jpg](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/io/wp-content/gallery/opern_logos/theater_luebeck.jpg "Theater Lübeck")

[Theater Lübeck](http://www.theaterluebeck.de/?ref=ioco.de)

![Theater Lübeck © Olaf Malzahn](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2017/06/theater_fassade_c-olaf-malzahnneu.jpg)

Theater Lübeck © Olaf

## ***LE NOZZE DI FIGARO* \- Wolfgang Amadeus Mozart**

#### ***\- Ein toller Tag zum Saison-Ausklang -***

von **Wolfgang Schmitt**

![Wolfgang Amadeus Mozart hier vor dem Salzburger Festspielhaus © IOCO](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2018/01/salzburg-mozart-festspielhaus-foto-danielaneu2.jpg)

Wolfgang Amadeus Mozart hier vor dem Salzburger Festspielhaus © IOCO

Ein gern gesehener Gast am [**Theater Lübeck**](https://www.theaterluebeck.de/start/index.html?ref=ioco.de) ist der britische Regisseur **Stephen Lawless**, der an diesem Hause bereits die **Benjamin Britten** Opern [**Owen Wingrave** ](https://www.ioco.de/2021/09/11/luebeck-theater-luebeck-owen-wingrave-bejamin-britten-ioco-kritik-12-09-2021/)und [**The Turn of the Screw**](https://www.ioco.de/2022/03/15/lubeck-theater-lubeck-the-turn-of-the-screw-benjamin-britten-ioco-kritik-16-03-2022/) inszeniert hatte. In dieser jetzt zu Ende gehenden Spielzeit wurde er gleich mit zwei Regieaufgaben betraut, nämlich mit **Brittens** [**Albert Herring**](https://www.ioco.de/2023/04/27/lubeck-theater-lubeck-albert-herring-benjamin-britten-ioco-kritik-27-04-2023/) und mit **Mozarts** Da-Ponte-Oper **Le Nozze di Figaro,** und mit beiden Opern hat er dem **Theater Lübeck** wieder einmal bedeutende Publikumserfolge beschert.

Als Vorlage zu seiner Oper diente **Mozart** die fünfaktige Komödie ***La folle journée où Le mariage de Figaro*** von **Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais** und einen wahrlich tollen Tag hatte das Lübecker Publikum am 25\. Juni 2023, diesem letzten Tag in der nun zu Ende gehenden Spielzeit.

Mit viel Liebe zum Detail und einer ausgefeilten Personenregie zeichnete **Stephen Lawless** in seiner herrlich klassischen Inszenierung die turbulente komödiantische Handlung von sexueller Begierde, aufkeimender Eifersucht, Macht und Besitzanspruch, der Vernachlässigung im Eheleben, Verwirrung, Verirrung und Verwechselung wunderbar augenzwinkernd nach.

***Trailer - Die Hochzeit des Figaro***youtube Theater Lübeck

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**Adrian Linford** schuf ein schön anzuschauendes Bühnenbild unter Ausnutzung der Drehbühne, auf der das gräfliche Anwesen in weiß mit antikem Mobiliar oder das Boudoir der ***Gräfin*** mit einer pittoresken Landschaftstapete dargestellt war. Auch das große breite Bett mit Baldachin für **Figaro** und **Susanna,**hinter dem und unter dem sich der **Graf** und **Cherubino** verstecken konnten, durfte nicht fehlen. **Adrian Linford** kreierte auch die klassischen, der damaligen Zeit entsprechenden Rokoko-Kostüme, z.B. eine elegante zartblaue Robe für die **Gräfin** oder ihren rosa Spitzen-Morgenmantel über dem weißen Nachthemd, bestickte Jacketts und Reitstiefel für den **Grafen,** während **Figaro, Susanna, Cherubino, Barbarina** und die Bediensteten in dunkles Rot gekleidet waren.

**Figaros Hochzeit** wird heutzutage als **Mozarts** stilistisch gelungenste Oper angesehen. Die Musik unterstreicht nicht nur das amüsante Bühnengeschehen, sie treibt die Handlung sogar noch an. Gleich die Ouvertüre klingt geradezu feuerwerksartig, und das **Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck** unter der inspirierten Leitung von **Jan-Michael Krüger** setzte denn auch temporeich und energiegeladen ein und beeindruckte im rasanten Fortgang dieser Matinee-Vorstellung mit vollem und sattem Klang. Den Solisten und Choristen war er ein aufmerksamer Begleiter. Die Rezitative wurden von **Takahiro Nagasaki** virtuos am Hammerklavier begleitet und mit kurzen Passagen aus der kleinen Nachtmusik und der Champagner-Arie aufgepeppt.

![Theater Lübeck / DIE HOCHZEIT DES FIGARO hier das Ensemble und Dirigent zum Schlussapplaus © Wolfgang Radtke ](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/wp-content/uploads/2023/07/neu-1-lubeck.jpg)

Theater Lübeck / DIE HOCHZEIT DES FIGARO hier das Ensemble und Dirigent zum Schlussapplaus © Wolfgang Radtke

Auch sängerisch bot die Lübecker Oper wieder einmal ein erfreulich hohes Niveau. **Evmorfia Metaxaki** bot ein anrührendes Portrait der vernachlässigten, betrogenen **Gräfin** und verströmte mit ihrem warm timbrierten lyrisch-jugendlichen Sopran Momente der Melancholie und Traurigkeit in ihren großen Arien *„Porgi amor“* und „*Dove sono“*. Von kraftvollem Forte bis zu feinsten Pianotönen bot sie die gesamte Palette von Emotionen und wirkte besonders in ihrer blassblauen Robe elegant und aristokratisch.

**Andrea Stadel** sang die Partie der quirligen, sich selbstbewußt gebenden **Susanna** mit ihrem klaren geschmeidigen, schön timbrierten Sopran, den sie besonders in ihrer Rosenarie gut zur Geltung bringen konnte, aber auch in ihren Szenen und Duetten mit der Gräfin, Figaro oder dem Grafen konnte sie deutliche Akzente setzen. Ihr **Figaro** war **Florian Götz**, der mit seinem bodenständigen, natürlichem Spiel schnell die Sympathien des Publikums auf seiner Seite hatte. Seinen nicht allzu dunkel gefärbten Bass-Bariton setzte er kraftvoll ein. In seiner Darstellung gab er sich ohne irgendwelche Diener-Unterwürfigkeit. Seine Arien gestaltete er temperamentvoll, *„Se vuoi ballare“* präsentierte er herrlich schlitzohrig.

![Theater Lübeck / DIE HOCHZEIT DES FIGARO hier das Ensemble zum Schlussapplaus © Wolfgang Radtke ](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/wp-content/uploads/2023/07/lu-neu2.jpg)

Theater Lübeck / DIE HOCHZEIT DES FIGARO hier das Ensemble zum Schlussapplaus © Wolfgang Radtke

**Jacob Scharfman** brachte für den **Graf Almaviva** seinen kraftvollen virilen Bariton auf und warf sich mit großem Engagement in die Partie des Herrn, der sehr gern sein „*jus primae noctis“* ausüben würde. Seine mehr als schulterlange rote Perücke war recht gewöhnungsbedürftig und wirkte nicht unbedingt aristokratisch, sie gab ihm eher das Aussehen eines Hippies der Endsechziger Jahre. Sängerisch und schauspielerisch ließ er jedoch keine Wünsche offen, und seine große Bravour-Arie „*Hai gia vinta la causa*“ geriet famos.

In der Rolle des androgynen **Cherubino** glänzte **Laila Salome Fischer** mit heiterem Spiel und gefiel mit ihrem dunkel timbrierten Mezzosopran besonders in der Arie „*Non so piu cosa son“*, die sie mit zusätzlichen Verzierungen darbot. Originell war die Szene, in der **Cherubino** vom **Grafen** übers Knie gelegt und versohlt wird.

Der lyrische Tenor **Noah Schaul** als **Gesangslehrer** sah in seinem Kostüm und der Perücke aus wie **Mozart** persönlich, er übernahm auch den kurzen Auftritt des **Don Curzio.**

**Virginia Felicitas Ferentschick** war eine agile, jung gebliebene **Marcellina** von fröhlicher Ausstrahlung und mit klangvollem Mezzosopran. **Runi Brattaberg** als vergnügter **Bartolo** gefiel in dieser Rolle mit seinem sonoren Bass.

**Natalya Bogdanova** in der Partie der **Barbarina** präsentierte ihren funkelnden lyrischen Sopran in der kleinen Arie *„L'ho perduta, me meschina“*, und **Steffen Kubach** als ihr Vater und **Gärtner Antonio** wertete diese Rolle durch verschiedene eingefügte Aktionen auf. Auch der ganz in weinroten Kostümen gewandete Chor des **Theater Lübec**k hatte seine starken Momente.

Es war die letzte Opernvorstellung dieser Spielzeit am [**Theater Lübeck,**](https://www.theaterluebeck.de/start/index.html?ref=ioco.de) die von einem dankbaren Publikum mit nicht enden wollendem Applaus bedacht wurde. Am 2\. September 2023 geht es weiter mit der Saison-Eröffnungspremiere **Eugen Onegin**, wir freuen uns schon darauf.

#### [**THEATER LÜBECK - Spielplan 2023/24 - Termine, Karten - link Hier!**](https://www.theaterluebeck.de/start/index.html?ref=ioco.de)