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# Lübeck, Theater Lübeck, L'Amore dei tre Re - Italo Montemezzi, IOCO Kritik, 27.05.2022
- URL: https://www.ioco.de/lubeck-theater-lubeck-lamore-dei-tre-re-italo-montemezzi-ioco-kritik-27-05-2022/
- Published: 2022-05-27T19:42:54.000Z
- Updated: 2023-09-06T13:10:14.000Z
- Author: Wolfgang Schmitt
- Tags: Pressemeldungen & Nachrichten, Kritiken, Oper & Operette, Lübeck

![Theater_luebeck.jpg](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/io/wp-content/gallery/opern_logos/theater_luebeck.jpg "Theater Lübeck")

[Theater Lübeck](http://www.theaterluebeck.de/?ref=ioco.de)

![Theater Lübeck © Olaf Malzahn](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2017/06/theater_fassade_c-olaf-malzahnneu.jpg)

Theater Lübeck © Olaf Malzahn

# ***L'AMORE DEI TRE RE* \- Italo Montemezzi**

#### ***\- Bezaubernde italienische Verismo-Wohlklänge eines wenig bekannten Komponisten -***

von **Wolfgang Schmitt**

![Komponist Italo Montemezzi © Wikimedia Commons](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/wp-content/uploads/2022/05/italo-montemezzineu.jpg)

Komponist Italo Montemezzi © Wikimedia Commons

Insgesamt sieben Opern komponierte **Italo Montemezzi** (1875 – 1952), leider sind sie alle mehr oder weniger in Vergessenheit geraten, lediglich **L'Amore dei tre Re** (***Die Liebe der drei Könige***) schafft es gelegentlich noch auf die Opernbühnen, so zuletzt 1998 bei den Bregenzer Festspielen. Umso mehr ist es dem **Theater Lübeck** zu danken, daß man sich dieses Werkes nun angenommen hat.

**Montemezzi** komponierte diese Oper 1912 nach einem Theaterstück von **Sam Benelli,** der ihm auch das Libretto schrieb. Sie erlebte ihre Uraufführung unter der Leitung von **Tullio Serafin** an der Mailänder Scala am 10\. April 1913, also im Jahr vor Ausbruch des ersten Weltkrieges, und möglicherweise liegt darin die Erklärung, warum dieser Oper in Europa so wenig Beachtung geschenkt wurde. In Amerika war ***L'Amore die tre Re*** deutlich erfolgreicher, so wurde sie 1918 an der New Yorker **Metropolitan Opera** unter der Leitung von **Arturo Toscanini** aufgeführt und verblieb etwa 25 Jahre lang im Spielpan der MET. Auch in Chicago gab es Aufführungen dieser Oper, ebenso in London, Paris und Buenos Aires. Eine weitere Oper **Montemezzis,** **La Nave**, wurde 1918 ebenfalls an der **Mailänder Scala** uraufgeführt, ein großer Erfolg blieb jedoch auch diesem Werk versagt.

****Die Liebe der drei Könige - L'amore dei tre re - Trailer**youtube Theater Lübeck **\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

Immerhin gibt es von **L'Amore die tre Re** einige Gesamtaufnahmen, so spielte RCA diese Oper 1977 mit **Anna Moffo, Placido Domingo, Pablo Elvira** und **Cesare Ciepi** unter der Leitung von **Nello Santi** ein. Auch ist der Rundfunk-Mitschnitt der Aufführung aus der MET vom 15\. Februar 1941 mit **Grace Moore** und **Ezio Pinza**, dirigiert von **Italo Montemezzi** höchstpersönlich als CD erschienen.

Das Lübecker Opernhaus präsentierte am 21.5.2022 diese Oper in einer spannenden Inszenierung von **Effi Mendez** und in einem ansprechenden Bühnenbild von **Stefan Heinrichs.** Es bestand aus vier hohen, bedrohlich wirkenden Monolithen an den Seiten, in der Bühnenmitte gab es ein gondelartiges Konstrukt, welches einen Brunnen im Innenhof des Anwesens darstellen sollte und später in ein großes Bett umgewandelt werden konnte. Die von **Ilona Holdorf-Schimanke** entworfenen Kostüme waren klassisch-elegant und zeitlos.

![Theater Lübeck / L*Amore dei tre Re, Oper von Italo Montemezzi © Olaf Malzahn](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/wp-content/uploads/2022/05/lubeck-tre-re-colaf-malzahn1neu.jpg)

Theater Lübeck / L\*Amore dei tre Re, Oper von Italo Montemezzi © Olaf Malzahn

Die Handlung der Oper bewegt sich um den mittlerweile erblindeten nordischen **König Archibaldo,** der vor vielen Jahren das Land **Altura** erobert hatte. Als Bedingung für den Frieden mußte sich die schöne junge **Fiora** mit seinem Sohn **Manfredo** verheiraten, die eigentlich die Auserwählte von **Avito,** dem Prinzen von **Altura** war. **Archibaldo** ist selbst besessen von **Fiora,** spioniert ihr nach und findet heraus, daß **Fiona** einen Liebhaber hat, er weiß nur nicht, daß es **Avito** ist. Er erwürgt sie, bestreicht ihre Lippen mit Gift. **Avito** nähert sich ihrem Totenbett, küßt sie und stirbt. Auch **Manfredo,** der **Fiora** ehrlich geliebt hat, gibt ihr einen letzten Kuß und stirbt ebenfalls.

Die Partie des **König Archibaldo** sang **Runi Brattaberg**, ein großer stattlicher, Autorität ausstrahlender Charakterbass in blauem, mit Tressen und Orden behangenem Uniform-Mantel, vom Typ und auch stimmlich geradezu eine Idealbesetzung für diese Partie. Seine sonore Bass-Stimme versteht er sehr differenziert, mal herrisch, gebieterisch, sehr oft Angst einflößend einzusetzen. Er wird stets begleitet von seinem Diener ***Flaminio*** – **Noah Schaul** mit ausdrucksvollem lyrischen Tenor – der die Brutalitäten seines Herrn ertragen und sich schon mal mit dem Blindenstock schlagen lassen muß.

Sein Sohn **Manfredo,** doppelt leidend unter seinem übermächtigen Vater und unter der mangelnden Zuwendung seiner Frau **Fiora,** ist mit **Anton Keremidtchiev** und seinem ausdrucksstarkem Bariton trefflich besetzt. Besonders eindrucksvoll gelangen die Szenen des eigentlichen Liebespaars **Fiora** und **Avito.** **Maria Fernanda Castillo** war eine ausgezeichnete **Fiora,** darstellerisch anrührend und intensiv, sie überzeugte mit ihrer technisch perfekt geführten Stimme, dem aufblühenden Höhenregister, den sanften lyrischen Passagen und den dramatischen Attacken. Auch **Yoonki Baek** in der Partie des ***Avito*** bot sowohl stimmlich als auch in seiner Darstellung ein eindrückliches Portrait des heimlichen Geliebten. Die Liebesszenen der Beiden auf dem mit goldenen Kissen drapierten großem Bett vor dem Perlenvorhang, auf den das Gustav-Klimt-Gemälde *„Der Kuss“* projiziert wurde, klangen äußerst gefühlvoll und mit fein dosierter Stimmführung. Auch seine große drastische Sterbeszene im Schlußbild an ***Fioras*** Totenbett war ergreifend.

![Theater Lübeck / L*Amore dei tre Re, hier das Ensemble zum Schlussapplaus © Wolfgang Schmitt](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/wp-content/uploads/2022/05/lubeck-tre-reschlussapplaus-w-s-neu.jpg)

Theater Lübeck / L\*Amore dei tre Re, hier das Ensemble zum Schlussapplaus © Wolfgang Schmitt

Die kleinen Partien waren mit **Rosa-Dongeun Kim**, **Gustavo Mordente Eda** und **Frederike Schulten** angemessen besetzt. Auch der von **Jan-Michael Krüger** einstudierte Chor beeindruckte im letzten Akt mit oratorienhaftem Gesang an **Fioras** Totenbett.

**Montemezzis** facettenreiche, fesselnde Komposition fand ihre Entsprechung in dem bestens disponierten **Philharmonischen Orchester** unter der energetischen Leitung des 1\. Kapellmeisters **Takahiro Nagasaki.** Diese herrliche Musik – in einigen Passagen fast schon ätherisch wie etwa bei **Debussy,** oder raffiniert wie bei **Richard Strauss** gepaart mit Wagnerischer Üppigkeit – und der italienische Verismo-Wohlklang fließen geradezu durch die Handlung und verschmelzen wundervoll mit dem Bühnengeschehen, einerseits filigran und poetisch, andererseits bedrohlich und dramatisch wie beispielsweise in der Mordszene, wenn **Archibaldo** seine Schwiegertochter erwürgt.

Nach dem Genuß dieser Aufführung kann man nur konstatieren, **Italo Montemezzi** hätte es wirklich verdient, eine „Renaissance“ zu erfahren, sicherlich findet sich unter seinen sechs anderen Opern noch ein ähnliches Meisterwerk. Möglicherweise würden diese, wie z.B. **Giovanni Gallurese** oder die drei Einakter **La Notte di Zoarima, La Nave** und ***L'Incantesimo*** für weitere schöne Überraschungen sorgen.

#### [**L'Amore dei tre Re** \- **Theater Lübeck;** die nächsten Vorstellungen 12.6.; 19.6.2022](https://www.theaterluebeck.de/produktionen/die-liebe-der-drei-koenige%5F2021-22.html?ref=ioco.de)

\---| IOCO Kritik Theater Lübeck |---