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# Linz, Landestheater Linz, Musical Lazarus - David Bowie, Enda Walsh, IOCO Kritik, 09.11.2018
- URL: https://www.ioco.de/linz-landestheater-linz-musical-lazarus-david-bowie-enda-walsh-ioco-kritik-09-11-2018/
- Published: 2018-11-09T09:00:21.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:50:05.000Z
- Author: Marcus Haimerl
- Tags: Oper & Operette, richard wagner, Kritiken, Wagner, Linz

![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2017/03/logo_linz.jpg)

[Landestheater Linz](http://www.landestheater-linz.at/?ref=ioco.de)

![Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2013/07/neues-musiktheater-linz-volksgarten-c-sigrid-rauchdobler.jpg "Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler")

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

# ***Lazarus* \- Musical von David Bowie und Enda Walsh**

Von **Marcus Haimerl**

Mit ***Lazarus*** von **David Bowie** (Musik) und **Enda Walsh** (Buch) fand die erste Musicalpremiere im **Musiktheater Linz** statt. ***Lazarus*** ist vom Roman „*The Man Who Fell To Earth“* von **Walter Tevis** inspiriert und stellt eine Fortsetzung dar. **David Bowie** spielte in der Verfilmung des Romans unter der Regie von **Nicolas Roeg** die Hauptrolle des humoid-reptiloiden Außerirdischen **Thomas Jerome Newton**, der auf die Erde kommt um Wasser für seinen vor dem ökologischen Ende stehenden Heimatplaneten zu suchen. In menschlicher Gestalt baut ***Newton*** ein Wirtschaftsimperium auf, um eine Rakete zu konstruieren, mit der er sein Volk nachholen kann.

**Musical *Lazarus* \- David Bowie, Enda Walsh** **Youtube Trailer des Landestheater Linz** **\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

In einer Kleinstadt lernt er **Mary-Lou** kennen und lieben, zerbricht schlussendlich aber an der Oberflächlichkeit und Rücksichtslosigkeit der menschlichen Zivilisation und endet missbraucht und desillusioniert in einem New Yorker Apartment, gefangen in seinen Erinnerungen an **Mary-Lou** und seine Familie auf seinem Heimatplaneten. Die Handlung des Musicals setzt Jahre später ein: **Newtown** sitzt noch immer auf der Erde fest und betäubt seine Depression mit Gin. Erst eine junge Frau, die ebenso am Leben verzweifelt ist wie er, kann ihm neue Hoffnung bringen. Die Uraufführung am 7\. Dezember 2015, beim **New York Theatre** Workshop am Off-Broadway, konnte **David Bowie** noch miterleben, ehe er am 10\. Januar 2016 verstarb.

![Landestheater Linz / Lazarus © Robert Josipovic](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2018/09/lazarus_300dpi_robert_josipovic.jpg)

Landestheater Linz / Lazarus © Robert Josipovic

**Bowie** schuf neue Figuren um den gestrandeten Alien und 17 seiner Songs bilden die musikalische Grundlage des Musicals. Die österreichische Uraufführung fand im Volkstheater Wien statt, für die Produktion in Linz übernahm **Johannes von Matuschka** die Regie. Er lässt die Handlung in der Pathologie stattfinden. **Thomas Jerome Newtown** entsteigt nackt dem Leichensack, vielleicht auch als Hinweis auf den biblischen ***Lazarus.*** Der Rest der Handlung bleibt dann eher vage, verliert sich in Traum und Realität. Ihm erscheint ein Mädchen, es existiert offensichtlich nur in seiner Einbildung. Gemeinsam wollen sie eine Rakete bauen, mit der er wieder nach Hause fliegen kann. Der Massenmörder **Valentine** überredet Newtown schließlich, **dem Mädchen** dabei zu helfen, aus dem fiktiven Leben zu scheiden. Gemeinsam reisen ***Newton*** und das Mädchen zu den Sternen. Daneben tauchen auch andere Figuren auf: **Elly**, die von **Newtown** als Assistentin engagiert wird und ihr Ehemann **Zach**; **Michael**, **Newtons** ehemaliger Mitarbeiter und **Ben**, welche beide von **Valentine** ermordet werden.

Leider hilft die Regiearbeit von **Johannes von Matuschka** nicht, die ohnehin verwirrende Handlung dem Zuschauer verständlicher zu machen, dennoch finden sich immer wieder einzelne starke Bilder, die in Verbindung mit Bowies Musik den Abend zu einem Erlebnis machen.

![Landestheater Linz / Musical Lazarus - hier : Ariana Schirasi-Fard als Elly und Riccardo Greco als Newton © Reinhard Winkler](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2018/11/lazarus-ariana-schirasi-fard_-riccardo-greco-foto-reinhard-winkler.jpg)

Landestheater Linz / Musical Lazarus - hier : Ariana Schirasi-Fard als Elly und Riccardo Greco als Newton © Reinhard Winkler

Die Partie des ***Newton*** gestaltet **Riccardo Greco,** der sich zunehmend steigernd am Ende zum Höhepunkt aufläuft. Hoch anzurechnen ist ihm, dass er nie versucht **David Bowie** gesanglich zu imitieren. **Ariana Schirarsi-Fard** als seine im 70er Jahre Look gestylte Assistentin **Elly**, beeindruckte erneut mit ihrer erstklassigen Gesangskunst. Als das Mädchen kann **Hanna Kastner** nicht ganz so überzeugen, aber auch ihr gelang es, sich zunehmend gesanglich zu steigern. **Carsten Lepper** gestaltete den Mörder **Valentin** sehr intensiv. Aber auch das restliche Ensemble, darunter **Christian Fröhlich** als **Michael**, **Christof Messner** als **Zach** und **Ben**, oder aber die Mädchen **Aoi Yoshida**, **Daniela Dett** und **Lynsey Thurgar** lieferten hervorragende Leistungen ab.

Unter der musikalischen Leitung von Christopher Mundy interpretiert eine kleine Band aus Keyboards, Posaune, E-Bass, Saxophon, Schlagzeug und Gitarren neue Arrangements von Bowie-Hits wie „*Lazarus“, „This is not America“, „Changes“, „Absolute Beginners“* oder *„Heroes“*. Grundsätzlich kann man ***Lazarus*** wahrscheinlich nicht direkt als Musical bezeichnen. Es ist eher ein musikalisches Vermächtnis des Künstlers **David Bowie** und davon zeigte sich das Publikum auch dementsprechend begeistert.

\---| IOCO Kritik Landestheater Linz |---