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# Linz, Landestheater Linz, CHESS - Musical von Anderson, Ulvaeus, Rice, IOCO Kritik, 25.06.2019
- URL: https://www.ioco.de/linz-landestheater-linz-chess-musical-von-anderson-ulvaeus-rice-ioco-kritik-25-06-2019/
- Published: 2019-06-25T07:00:44.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:55:53.000Z
- Author: Marcus Haimerl
- Tags: Ballett, Tanz & Bewegungskunst, Strauss, Schwanensee, romeo und julia, johann sebastian bach, Pressemeldungen & Nachrichten, Kritiken, Linz

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[Landestheater Linz](http://www.landestheater-linz.at/?ref=ioco.de)

![Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2013/07/neues-musiktheater-linz-volksgarten-c-sigrid-rauchdobler.jpg)

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

# ***Chess* \- Musical von Benny Anderson, Björn Ulvaeus, Tim Rice**

***Wie damals Bobby Fischer - Gefangener im Ost-West Konflikt***

von **Marcus Haimerl**

Als 1962 **John F. Kennedy** und **Nikita Chruschtschow** bemüht waren, die Kuba-Krise zu bewältigen, kam **Tim Rice** die Idee zu einem Musical über den Ost-West-Konflikt. 10 Jahre später blickte die Welt gespannt nach Island, wo **Bobby Fischer** und **Boris Spasski** ebenfalls in einen Ost-West-Konflikt involviert waren: Der Schauplatz war diesmal ein Schachbrett. Schach wurde so auch zum Musicalprojekt.

1980 trug **Tim Rice** die Idee erstmals **Andrew Lloyd Webber** vor. Dieser war aber mit den Arbeiten an **Cats** ausgelastet. Auf der Suche nach Komponisten schlug der New Yorker Theaterproduzent schließlich **ABBA** vor. **Tim Rice** fand überdies eine logische Erklärung: „*Schach ist wunderbar, weil es Politik im Kleinen ist.“* Kein Wunder, dass **Björn Ulvaeus** und **Benny Andersson** von den vielen Ideen für ein Musical vom Thema Schach am meisten fasziniert waren.

![Landestheater Linz / Musical Chess -  hier :  Ensemble © Sakher Salmonem](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2019/06/landestheater-linz-_-cess-foto-sakher-salmonem-neu4.jpg)

Landestheater Linz / Musical Chess - hier : Ensemble © Sakher Salmonem

**Chess** wurde erst einige Male konzertant aufgeführt, ehe es im Londoner **Prince Edward Theatre** für mehrere Jahre seine szenische Heimat fand. **Chess** spielt an zwei Orten, den Austragungsorten der Schachweltmeisterschaften: Meran und Bangkok. Der amerikanische Titelverteidiger **Frederick Trumper** trifft in Begleitung seiner Sekundantin **Florence Vassy** in der Südtiroler Stadt Meran auf seinen Gegner **Anatoly Sergievsky.** Während sich die Bevölkerung Merans auf das Turnier vorbereitet, weist ***Molokov,*** der Sekundant ***Sergievskys,*** auf die Bedeutung des Turniers mitten im Kalten Krieg hin.

Bereits das erste Spiel wird unterbrochen: ***Trumper*** fühlt sich gestört, er verlässt wütend den Spielort. **Florence Vassy** wirft dem russischen Sekundanten ***Molokov*** vor, dass die Störungen durch die russischen Regierungsvertreter veranlasst wurden. ***Molokov*** erinnert Florence an ihre eigene osteuropäische Herkunft, diese erwidert entrüstet, sie habe als Fünfjährige ihre Eltern verloren, als die Russen in Ungarn einmarschierten.

***Trumper*** kündigt an, eine höhere Prämie ausgehandelt zu haben. Das Turnier geht weiter. An dessen Ende steht ***Anatoly Sergievsky*** als Gewinner fest. ***Trumper*** weist ***Florence*** die Schuld an seinem Versagen zu, da er beobachtet hatte, wie vertraulich ***Florence*** und **Anatoly** miteinander umgegangen sind. Gleichzeitig wird bekannt, dass **Sergievsky** im Westen um politisches Asyl angesucht hat.

![ Landestheater Linz / Musical Chess - hier :   Lynsey Thurgar und Gernot Romic als Freddy Trumper © Sakher Salmonem](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2019/06/landestheater-linz-_-chess-_-foto-sakher-slamonemneu.jpg "Landestheater Linz / Musical Chess hier  Lynsey Thurgar und Gernot Romic als Freddy Trumper © Sakher Salmonem")

Landestheater Linz / Musical Chess - hier : Lynsey Thurgar und Gernot Romic als Freddy Trumper © Sakher Salmonem

Bei der Weltmeisterschaft in Bangkok berichtet **Frederick Trumper** als TV-Experte. **Anatoly Sergievsky** spielt gegen den Russen **Leonid Viigand. Florence** und **Anatoly** sind mittlerweile ein Paar, jedoch haben die Russen seine Frau **Svetlana** nach Bangkok gebracht. **Molokov** setzt **Svetlana** unter Druck: Sie soll **Anatoly** zum Verlieren überreden. Gleichzeitig soll auch **Florence’** Vater, der beim Einmarsch der Russen in Ungarn verschwand, aus der Haft entlassen werden.

***Anatoly Sergievsky*** gewinnt trotz aller Versuchungen das Spiel gegen **Leonid Viigand** und nimmt in Kauf, **Florence** zu verlieren. Er kehrt aber freiwillig nach Russland zurück, um sich gegen ***Florence‘*** Vater austauschen zu lassen, auch wenn niemand weiß, ob dieser tatsächlich noch lebt.

Das **Landestheater Linz** brachte das mit Ohrwürmern gespickte Musical halbszenisch zur Aufführung. **Tom Bitterlich** dirigierte das **Bruckner Orchester Linz** mit Zusatzband und bewies die Vielseitigkeit dieses außerordentlichen Orchesters mit einer einzigartigen Partitur zwischen Klassik, Pop und Rock. Für die unauffällige Inszenierung zeichnete **Petra Jagušic** verantwortlich, die Choreografie lag in den Händen von **Lynsey Thurgar.**

Den amerikanischen Schachspieler **Freddy Trumper** verkörperte ***Gernot Romic*** mit der notwendigen Egomanie und Arroganz; besonders feinfühlig bei seinem Song *„Pity the Child“* im zweiten Teil, welches mit einem der bekanntesten Hits dieses Musicals, *„One Night in Bangkok“*, eröffnet. **Anais Lueken** begeisterte das Publikum in der zwischen zwei Männern hin- und hergerissenen **Florence Vassy** und konnte besonders mit dem Hit dieses Musicals, „*Heaven Help My Heart“*, punkten.

In der Partie der ***Svetlana*** erlebt man die gebürtige Linzerin **Hanna Kastner,** die nicht nur mit ihrem Song „S*omeone Else’s Story*“ überzeugte, sondern vielmehr im gemeinsamen Duett *„I Know Him So Well“* gemeinsam mi**t Anais Lueken** begeisterte.

![Landestheater Linz / Musical Chess - hier :  Ariana Schirasi-Fard als Schiedsrichter © Sakher Salmonem](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2019/06/landestheater-linz-_-chess-foto-sakher-salmonem-neu2.jpg)

Landestheater Linz / Musical Chess - hier : Ariana Schirasi-Fard als Schiedsrichter © Sakher Salmonem

Als **Schiedsrichter (Arbiter**) verabschiedete sich **Ariana Schirasi-Fard** aus dem Musical Ensemble des **Landestheater Linz** und bewies hier nochmals ihr ganzes Können. Den größten Eindruck hinterließ sie bei ihrem Lied *„Story of Chess“.*

Großartige Leistungen erlebte man auch bei **Darian Anderson Worrell** als ***Alexander Molokov*** und **Rafael Helbig-Kostka** als ***Walter de Courcey.*** Mit der witzigsten Einlage des Abends sorgten **Domen Fajfar** und **Christof Messner** für vergnügliche Momente in ihrer ausgesprochen glaubwürdigen Darstellung skuriller Beamter der britischen Botschaft.

Mit der beeindruckendsten Leistung des Abends begeisterte **Christian Fröhlich** in der Rolle des ***Anatoly Sergievsky.*** Seine intelligente Rollengestaltung gepaart mit nobler Gesangskultur war das absolute Highlight dieses Abends. **Christian Fröhlich** war nicht nur vollkommen glaubhaft als der zwischen zwei Frauen und zwischen zwei Welten zerrissener Schachspieler, sondern auch zutiefst berührend bei den beiden Hits *„Where I Want to Be*“ und *„Anthem“.*

Das in jeder Hinsicht begeisterte Publikum dankte mit Standing Ovations und lange anhaltendem Applaus für einen insgesamt gelungenen Musicalabend, dessen viele weitere man sich wünscht.

**CHESS** am **Landestheater Linz;** am **1\. Juli 2019** zum letzten Mal in dieser Spielzeit

\---| IOCO Kritik Landestheater Linz |---