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# Künstler, Opern, Konzerte im Corona-Jahr 2020 - über Ländergrenzen, IOCO-Essay, 07.02.2021
- URL: https://www.ioco.de/kuenstler-opern-konzerte-im-corona-jahr-2020-ueber-laendergrenzen-ioco-essay-07-02-2021/
- Published: 2021-02-07T10:12:16.000Z
- Updated: 2023-09-06T13:06:06.000Z
- Author: Adelina Yefimenko
- Tags: Pressemeldungen & Nachrichten, Kritiken, Oper & Operette

![Opera House Lviv / Lemberg, Ukraine © Opera House Lviv](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2021/02/lvivoper_1neu.jpg)

Opera House Lviv / Lemberg, Ukraine © Opera House Lviv

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# **Künstler, Opern, Konzerte im Corona-Jahr 2020**

## *Über Ländergrenzen hinweg - eine Bewertung* 

von **Adelina Yefimenko**

Das vergangene Jahr 2020 war für die Opernwelt weitgehend digital. Die Unterbrechung der Festivals in Bayreuth, Lyon, München u.a. wurde teilweise durch die Salzburger Festspiele ausgeglichen, die im Sommer trotz der Gefahr des Virus anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens stattfanden. Online-Premieren, das Eintauchen in die Bühnen- und Klangillusion von Opernsendungen, digitale Konferenzen und Videokonzerte ersetzten oft die physische Präsenz und interessante Gespräche mit Künstlern. 2020 wird man an die Jahrestage von **A. Caldara, L. v. Beethoven, M. Beresowski (M. Berezovsky), M. Ravel, I. Pizzetti, B. Lyatoshynsky, E. Varèse** und vielen anderen Komponisten erinnert. Es gab viele Veranstaltungen, und so erwuchs die Motivation, diejenigen Musiker zu ehren, die mit ihrer Kunst dieses Jahr für das Publikum doch interessant und faszinierend gemacht haben, trotz beschwerlicher Arbeitsbedingungen, Quarantänebeschränkungen, halb leerer Hallen, Gebührenverlusten und fast täglichen Covid-Tests.

- **Adelina Yefimenko,** Autorin dieses Berichts, Professorin, lehrt als Musikwissenschaftlerin an der **Nationalen M.-V.-Lysenko-Musikakademie** **Lviv** (Lemberg) und der **Ukrainischen Freie Universität München** (UFU)

Jeder Künstler\*in kultiviert "menschlich, allzu menschliche" Hoffnungen auf Anerkennung und Bewunderung durch das Publikum, hofft auf Applaus, Applaus, Applaus! Ach, wie Applaus dies Jahr vermisst wurde! Aber neue Namen, Ereignisse und Artefakte bleiben nicht im Schatten, sie werden nicht zu einer Durchlaufseite des Pandemiejahres. Die Bewertung der Musikwissenschaftlerin **Adelina Yefimenko,** auch ***IOCO*** – Autorin, würdigt die herausragenden Phänomene des Jahres 2020, erhebt jedoch wie jede Bewertung keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern ist nur eine subjektive Erfahrung des Erlebten und Gehörten sowie ein wichtiges Ergebnis des vergangenen Jahres und ein Dank an die Künstler\*innen für ihre Arbeit.

![The Claguers © The Claguers ](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2021/02/bild_the-claguersneu-1.jpg)

The Claquers © The Claquers

***MEDIA*** **\-** **Aufbruch** **des** **Jahres** **2020** 

**Ukraine - The Claquers.** Die Internetplattform [https://theclaquers.com/](https://theclaquers.com/?ref=ioco.de) junger ukrainischer Musikkritiker\*innen (**Stas Nevmerzhytsky, Lisa Sirenko, Dzvenislava Safyan, Oleksandr Ostrovskyi)** informiert umgehend und provoziert, wie sie es ausdrückten, eine kritische Sicht auf klassische Musik in der Ukraine und darüber hinaus. Die jungen Musikkritiker drangen schnell in den Informationsraum der Ukraine ein "und nicht nur das" (die Texte werden zweisprachig veröffentlicht – Ukrainisch, Englisch). Sie zeichneten sich in der Zone der aufregenden Kommunikation mit prominentenMusiker\*innen, Musikwissenschaftler\*innen, und Komponisten\*innen aus – **Valentin Silvestrov, Leonid Hrabovsky, Nina Gerasymova-Persydska, Alexander Shchetynsky, Alla Zagaykevych, Mykola Kovalinas, Zoltan Almashi, Andrey Merkhel, Roman Grygoriv, Illia Razumeiko**. Musikwissenschaftler beleuchten und diskutieren künstlerische Themen, die alle Musiker\*innen interessieren und betreffen "*und nicht nur das":* [https://theclaquers.com/](https://theclaquers.com/?ref=ioco.de)

**Deutschland - [ioco](http://ioco-wordpress-production-assets.s3.eu-central-1.amazonaws.com/?ref=ioco.de),** ist ein überregionales, deutschsprachiges Internet-Portal, welches mit über 30 Korrespondenten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, von Hamburg bis Graz, von Aachen bis Berlin und durch seine ***IOCO Kultur community*** bei **Facebook** (über 2.700 Mitglieder) die vielseitig, breite Kultur unserer Region, unseres Lebens abbilden möchte. Schwerpunkt von ***IOCO*** sind die Theaterproduktionen, Sprech- und Musiktheater und Festspiele, so die [**Bayreuther Festspiele,**](https://www.bayreuther-festspiele.de/?ref=ioco.de) die [**Salzburger Festspiele**,](https://www.salzburgerfestspiele.at/?ref=ioco.de) die Festspiele der [**Arena di Verona**.](https://www.arena.it/arena/de?ref=ioco.de) Doch ***IOCO*** sucht nicht allein die „ernste“ Kultur; auch Shows oder Varieté-Theater, so die großartigen Shows im Berliner ***Friedrichstadtpalast,*** aber auch der emotionsreiche[ **Pariser Park-Friedhof Père Lachaise,**](https://ioco.de/2020/03/31/paris-pere-lachaise-oscar-wilde-kultstaette-in-paris-ioco-31-03-2020/?ref=ioco.de) wo den Besucher das Grab von **Gioacchino Rossini** kurz hinter dem Eingang "begrüßt", werden gerne besprochen. Die ***IOCO-***Serien über Kunst und Künstler bilden einen interessanten Rahmen: Gerade endete eine spannende 4-teilige Serie über Geschichte und Hintergründe der Kunstfigur [***La Barbe-Bleue, Blaubart.***](https://ioco.de/2020/12/12/blaubart-oder-der-schluessel-zur-verdammnis-ioco-serie-teil-3-12-12-2020/?ref=ioco.de) Eine 6-teilige ***IOCO-***Serie **über *Salome*** folgt in Kürze. CD-, DVD-, Buchbesprechungen sind auch Teil des ***IOCO*** Alltags. ***IOCO*** (Latein "*ich spiele"* \- geschützter Name) möchte durch sein Internet Portalund in seiner Facebook ***IOCO Kultur community*** die Vielfalt unseres Lebens abbilden, vom düsteren Alltag bis zur inspirierend belebenden Bühnenkultur; doch – dem tieferen Wortsinn von ***IOCO*** folgend – schwebt über ***IOCO*** immer ein positiver, frohsinniger Ton. [**https://ioco.de/**](https://ioco.de/?ref=ioco.de)

![IOCO - Kultur im Netz © IOCO ](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2021/02/ioco-logoneu.jpg)

IOCO - Kultur im Netz © IOCO

## **MUSIKALISCHE RARITÄTEN des Jahres 2020**

**Ukraine - Musica sacra Ukraina:** die **Partes Dimension** besteht in der Erinnerung an eine der ersten Forscherinnen der alten orthodoxen kirchlichen Tradition des Partes-Gesangs **Prof. Dr. Nina Gerasimova-Persidskaya.** Das Team der **Open Opera Ukraine** hat die ukrainische Barockmusik konsequent erforscht. Im Jahr 2020 wurde ein Partes-Labor eingerichtet, zehn Partes-Konzerte von **Mykola Diletsky** und drei Konzerte anonymer Autoren des 18\. Jahrhunderts wurden aufgeführt und aufgezeichnet. Eine Website und eine Audio-CD wurden erstellt. Die Projektleiter sind die Programmdirektorin **Anna Gadetska,** die wissenschaftliche Beraterin, ukrainische Partesforscherin **Yevgeniya Ignatenko** und die künstlerische Leiterin **Nataliia Khmilevska.** So das Team von ***Musica sacra Ukraina*:** Partes Dimension habe eine Plattform entwickelt, für die Interaktion von Wissenschaftlern, Musikern, Kulturmanagern und Kuratoren, deren gemeinsame Aktivitäten bei der Präsentation von Partes Singing das Interesse und die gebührende Aufmerksamkeit für diese Musik fördern. Die wissenschaftliche Arbeit solle in das umgewandelt werden, was die Zuhörer hören werden – fasst **Yevgeniya Ignatenko** zusammen, die seit mehr als zwanzig Jahren über Partes forscht. Beispiele des Partes-Gesangs sind auf der Web-Sites **Musica sacra Ukraine* –* siehe Link: [***http://lab.openopera.com.ua/***](http://lab.openopera.com.ua/?ref=ioco.de)

![Musica sacra Ukraina © Open Opera Ukraine](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2021/02/abc-1.jpg)

Musica sacra Ukraina © Open Opera Ukraine

 *Carlo il Calvo -* Nicola Antonio Porpora

**Deutschland -   *Carlo il Calvo,*** eine selten gespielte Opernproduktion im Jahr 2020 beim ***Bayreuth* *Baroque* *Opera* *Festival:*** mit **Franco Fagioli, Julia Lezhneva** und dem künstlerischen Leiter des Festivals **Max Emanuel Cencic** (Countertenor) in der Hauptrolle des ***Lottario*.** Die Oper wurde zum ersten Mal seit 300 Jahren im **Markgräflichen Opernhaus Bayreuth (Foto oben)** aufgeführt*,* das kürzlich nach der Restaurierung eröffnet worden ist. (Regie: **Max Emanuel Cencic,** Musikalische Leitung: **George Petrou** *)*. **Cencic** faszinierte in seiner neuen Interpretation der verwirrenden Geschichte **Karls des Kahlen**, des Enkels **Karls des Großen**. Die Geschichte ist absolut verrückt, eine Art *Telenovela,* in der die Familie um das Erbe kämpft. Der Haupterbe ist ein kleiner Junge, der von seinem Halbbruder entführt wird, um ihn zu töten. Die Mutter ist verzweifelt. Mit einem Wort, eine verrückte Geschichte.

 **Carlo il Calvo - Nicola Antonio Porpora - im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth**youtube Trailer Niels U. Kristiansen **\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

##   **I** **II. WELTPREMIEREN** **DES** **JAHRES** **2020 - Ukraine**

Zum ersten Mal wurden in **Lviv (Lemberg)** Werke von **Stefania Turkevych** (offiziell als erste ukrainische Komponistin anerkannt) im Zusammenhang mit der Rückgabe des verlorenen Erbes an die Ukraine aufgeführt. Die Aufführung einer Reihe unbekannter Werke von **Stefania Turkevych** wurde durch das Studium der Manuskripte des Künstlers möglich, das der ukrainischen Musikwissenschaftlerin **Prof. Stefania Pavlyshyn** zu verdanken ist. Und, wie die moderne ukrainische Komponistin **Bohdana Frolyak,** Autorin der neue Redaktion der Kinderoper ***Zar Oh oder Oksanas Herz,*** feststellte, haben **Pavlo** **und Larysa Hunka** großartige Arbeit geleistet, um das Werk der Komponistin in die Ukraine zurückzubringen. Der ukrainisch-britische Bariton und seine Gattin **Larysa** digitalisierten das gesamte Archiv von **Stefania Turkevych** und präsentierten es in Lemberg. Die Reihe der Weltpremieren im Jahr 2020 umfasste u.a.: ***Die erste Symphonie*** von **Stefania Turkevych** (1937) wurde im Rahmen des Kulturprojekts ***Ukrainian Live Classic*** (Präsentation der klassischen Musik der Ukraine / erste ukrainische mobile Anwendung, Förderung ukrainischer Klassiker im globalen Aspekt) aufgeführt.

![Stefania Turkevychs © Orgelsaal von Lviv](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2021/02/stefaniya-turkevychneu.jpg)

Stefania Turkevychs © Orgelsaal von Lviv

Die ukrainische Live-Strategie wurde in fruchtbarer Zusammenarbeit zwischen dem *Orgelsaal* von Lviv, dem *Collegium Management* und dem *Galizischen Musik Verein* (*Galician Music Socety* (Leitung: **Taras Demko**) mit Unterstützung der ***Ukrainian Cultural Foundation*** (UKS) entwickelt. Die erste Symphonie **Stefania Turkevychs,** aufgeführt vom ***Ukrainian Festival Orchestra*,** Dirigent **Ivan Ostapovych.**

**Die** **Kinderoper** ***Zar*** ***Oh, oder*** ***Oksanas*** ***Herz*** (1960) fand auf der Bühne des Stanislav-Lyudkevych-Konzertsaals statt (**Lviv** **National** **Myroslav-Skoryk-Philharmonic**). Die Oper wartete 60 Jahre auf ihre Aufführung. Mitwirkende: Instrumentalensemble des **Lviv** **National** **Philharmonic** **Symphony** **Orchestra**, 8 Solisten, Kinder- und Jugendkammerchor ***Zhayvir*** und Ballettschultheater *L.Stage*, Dirigent: **Serhiy** **Khorovets,** Regisseur: **Oleh Oneshchak.** Das Projekt wurde mit Unterstützung des Wettbewerbs *Lviv 2020 – Fokus auf Kultur* durchgeführt. Aufzeichnung der Oper **Zar Oh, oder Oksanas Herz** – siehe den folgenden Film

 **Kinderoper - Zar Oh, oder Oksanas Herz - im Lemberg aufgeführt**\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]

Das Ballett ***Hands* or *The Girl with the Withered Hands*** (***Das Mädchen mit den verdorrten Händen***, 1957, Bristol) wurde im Rahmen des Projekts *Symphonie-Premieren* des Orgelsaals von Lviv mit Unterstützung der öffentlichen Organisation *Collegium Management* und mit Unterstützung der ***Ukrainian Cultural Foundation*** (UKF) Der Regisseur der Aktion ist **Taras Demko.** Art Director und Dirigent – **Ivan Ostapovich.**

![Ballett _ Hands or The Girl with the Withered Hands © Lviv Opera _ Orgelsaal LViv](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2021/02/handsneru.jpg)

Ballett \_ Hands or The Girl with the Withered Hands © Lviv Opera \_ Orgelsaal LViv

**Zum ersten Mal** wurden **in Kyjiw** drei Sinfonien des bedeutenden ukrainischen Komponisten **Maksym Berezovsky** (1745-1777) im Zusammenhang mit der Rückgabe des verlorenen Erbes an die Ukraine aufgeführt. Das Konzert leitete der ukrainische weltweit bekannte Dirigent **Kirill Karabitz** anlässlich **Berezovskys** 275.-Jubiläum. Vor einigen Jahren stellte die Musikwissenschaftlerin **Larisa Ivchenko** die Hypothese auf, dass die Manuskripte der Sinfonien Nr. 11 und Nr. 13 aus den Archiven des **Fürsten Rasumowsky** in der *Wernadskyj-Nationalbibliothek* *der Ukraine* von **Maksym Berezovsky** sind (signiert als Beresciollo). **Kirill Karabitz** fand die vollständigen Originalpartituren dieser Sinfonien im *Nationalarchiv Paris,* brachte sie nach *Kyjiw und* studierte sie mit Musikern des Nationalen Kammerensembles ***Kyiv Soloists*** ein. Das Konzert mit **Berezovskys** Sinfonien fand am 31.12.2020 in einer der schönsten Kirchen des ukrainischen Barock-Stils statt, der St.-Andreas-Kirche, die zu den Meisterwerken der ukrainischen Baukunst des 18\. Jahrhunderts und in der sogenannten Tentativliste der **UNESCO** als nominierte Welterbestätte eingetragen ist. Das Konzert ***#Berezovsky275*** wurde in der Ukraine zum historischen Ereignis des Jahres 2020.

***#Berezovsky275* \- Konzert** youtube Trailer **Kirill Karabitz \[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

## **IV. FESTIVAL & KONZERT 2020 - Deutschland**

**Bayreuth Baroque** – das erste **Bayreuth** ***Baroque* *Opera*** **Festival** im 1748 erbauten ***Markgräflichen*** **Opernhaus* Bayreuth*. Das Opernhaus gehört seit 2012 zum UNESCO-Weltkulturerbe und wurde 2018 komplett renoviert. Der künstlerische Leiter des Festivals **Max Emanuel Cencic** ist ein herausragender Opernsänger und Countertenor. Neben Solokonzerten der Stars **Joyce DiDonato, Vivica Genaux,** des Gambisten und Historikers **Jordi Savall,** der Accademia Bizantina und der Bratschistin **Delphine Galou** gipfelt das Festival in den Opern **Antonio Porporas *Carlo il Calvo*** und **Leonardo Vincis *Gismondo, Rè die Polonia*.** In der Oper ***Gismondo, Rè die Polonia*,** basierend auf der historischen Geschichte von **Sigismund II. –** König und Großfürst von Polen-Litauen, der Unterzeichnung der Lubliner Union zwischen dem Königreich Polen und dem Großfürstentum Litauen, wurde **Otton** von dem ukrainischen Kontertenor **Yuri Minenko** In beiden Opernproduktionen des Festivals sang **Max Emanuel Cencic** in der Titelrolle. Das {oh!} ***Orkiestra Historyczna!*** leitete die polnische Dirigentin **Martyna Pastuszka.** Das Festivalprogramm.

![Markgräfliches Opernhaus Bayreuth / Der Zuschauerraum nach der Restaurierung, Blick zur Bühne mit neu rekonstruiertem Bühnenbild © Bayerische Schlösserverwaltung](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2017/12/markgraefl-besucherraumfoto_150.jpg "Markgräfliches Opernhaus Bayreuth / Der Zuschauerraum nach der Restaurierung, Blick zur Bühne mit neu rekonstruiertem Bühnenbild © Bayerische Schlösserverwaltung")

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth / Der Zuschauerraum nach der Restaurierung, Blick zur Bühne mit neu rekonstruiertem Bühnenbild © Bayerische Schlösserverwaltung

##   **IV. FESTIVAL & KONZERT 2020 - Ukraine**

**Pro et Contra.** ***Die Bühne für neue Musi*k** ist eine Konzertreihe, die das zehntägige Festival ***Contrasts*** mit regelmäßigen Projekten das ganze Jahr über fortsetzt. ***Pro et Contra, die Bühne der neuen Musik*** wird ausgezeichnet für ihre Aufführung des Melodramas für Gesang und Instrumentalensemble ***Pierrot Lunaire*** von **Arnold Schönberg** 21 (1912). Die Übersetzung ins Ukrainische des französischen Gedichtzyklus von **Albert Giraud** (1884), in der freien deutschen Übertragung von **Otto Erich Hartleben,** (1892) – **Maxim Rymar** (2020). Mitwirkende: **Liliya Nikitchuk** (Mezzo-Sopran) – Gesang, **Maksym Rymar** – Cello, **Natalya Kozhushko-Maksymiv** – Flöte & Piccoloflöte, **Taras Hamar** – Klarinette & Bassklarinette, **Iryna Kirchanova** – Klavier, **Olena Kravets** – Geige, **Serhiy Havryliuk** – Bratsche, **Roman Kreslenko** – Dirigent, Kurator der Konzertreihe ***Pro et Contra*** – **Bohdan Sehin;** Philharmonie-Direktor – [**Volodymyr Syvokhip.** Siehe link HIER!:](http://mus.art.co.ua/mystetski-pidsumky-roku-2020-muzychnyy-reytynh-vid-adeliny-yefimenko/?ref=ioco.de)

## **V. JUBILÄUM 2020 – Fest trotzt** **Covid**

Das Jahr 2020 wird als Pandemie-Krise tragisch in die Geschichte der Menschheit eingehen. Es lohnt nicht, darüber nachzudenken, warum Covid-19 zu einem für wichtige Jahrestage so ungünstigen Zeitpunkt ausbrach. Die beiden Festivalstädte **Lviv (Lemberg)** und **Salzburg** hatten jedoch keine Angst vor dem Virus und feierten ihr Jubiläum auf brillante Weise. Wahrscheinlich haben die Seelen von **Wolfgang Amadeus Mozart** – der Vater und **Franz Xaver Mozart** – der Sohn die Jubiläumsfeiern, die Künstler und die Öffentlichkeit unter ihre Schirmherrschaft genommen. Die Feierlichkeiten waren bezaubernd, alle blieben gesund**.**

**Ukraine - Der 120\. Jahrestag der Nationalen Akademischen Oper und des Balletttheaters** **Solomiya Krushelnytska**

Das Informationsportal der Oper von Lemberg berichtete: „Der Höhepunkt der Feierlichkeiten war ein festliches Grand-Konzert. Die Produzenten der Aktion – Regisseur **Vasyl Vovkun,** Dirigent **Ivan Cherednichenko**, Chorleiter **Vadym Yatsenko** haben das Programm so zusammengestellt, dass sie die wichtigsten historischen Premieren in der 120-jährigen Geschichte der Lemberger Oper widerspiegeln. Von der Grundsteinlegung für den Bau des Theaters, während der Pilgerchor aus **Richard Wagners** Oper ***Tannhäuser*** erklang, bis zur jüngsten Premiere der Volk-Oper des zeitgenössischen ukrainischen Komponisten **Yevhen Stankovychs** *Wenn der Farn blüht* – ein zweistündiger musikalischer Ausflug überwand die Zeit malte die wichtigsten Ereignisse auf die Bühne. Das Musikprogramm wurde durch interessante Fakten aus der Geschichte der Lemberger Oper ergänzt, die von den Gastgebern – dem Regisseur der Aktion **Vasyl Vovkun** und den Solisten der Lemberger Bühne – **Liudmyla Ostash** und **Daryna Lytovchenko** geteilt wurden. Schöne visuelle Projektionen, Bild- und Lichtdesign dekorierten pathetisch die Bühne (**Dmitry Tsyperdyuk**). Es erklangen die berühmtesten Fragmente aus *Faust* von **Charles Gounod,** *Manon* von **Jules Massenet,** *Manru* von **Jan Paderewski,** *Madame Butterfly* und *La Boheme* von **Giacomo Puccini,** *Il trovatore* von **Giuseppe Verdi,** *Lohengrin* von **Richard Wagner**. Zu den Programm-Perlen zählten die Arien und Ouvertüren aus den ukrainischen Opern *Bogdan Khmelnytsky* von **Kostiantin Dankevych,** *Das gestohlene Glück* von **Julij Mejtus,** Moses von Myroslav Skoryk, ***Die Goldene Krone*** von **Boris Lyatoshynsky,** *Wenn der Farn blüht* von Yevhen Stankovych. Neben den ukrainischen Kammersängern der LvivOpera (**Olesia Bubela, Daryna Lytovchenko, Liubov Kachala, Liudmyla Ostash, Liudmyla Savchyk,** (Sopran), **Tetiana Vakhnovska** (Mezzosopran), Oleh Lanovyi, Roman Trokhymuk (Tenöre), **Roman Strakhov, Orest Sydir** (Baritone), **Yurii Trytsetskyi** (Bass) –nahmen im (am) Konzert viele Gastsänger aus Europa teil: die Solisten der Nationaloper der Ukraine **Valentyn Dytiuk** (Tenor) und **Serhii Magera** (Bass), ukrainische Koloratursopranistin, Gastsolistin der Metropolitan Oper, Pariser Oper, Züricher Oper u.a. **Olga Kulchynska.**

##   **Österreich - 100 Jahre Salzburger Festspiele** 

Die Präsidentin der Salzburger Festspiele, **Helga Rabl-Stadler,** und Intendant **Markus Hinterhäuser** haben ihr Bestes getan, um diese "rein österreichische" musikalisch-theatralische, luxuriös modische Kreation Salzburgs, einer Weltbühne, zum wichtigsten Datum ihres Lebens zu machen. Zwei Opernpremieren – *Elektra* von **Richard Strauss** und *Cosi fan tutte* von **Wolfgang Amadeus Mozart** – waren die einzigen Aufführungen, die stattfanden. Das Programm wurde gekürzt. Von den für 2020 geplanten Produktionen fanden **Mozarts** *Zauberflöte* **, Puccinis** *Tosca* **, Mussorgskys** *Boris Godunov* und *Don Giovanni* in der Version von **Romeo Castellucci** nicht statt. Unter den Raritäten wurden aus dem Programm *Intolleranza* von **Luigi Nono,** *Neither* von **Morton Feldman** Die verbleibenden Aufführungen im Programm reichten jedoch für die Salzburger Festspiele aus, um ihr 100-jähriges gebührend zu feiern

***Cosi fan tutte*** – **Wolfgang Amadeus Mozart**. 100 Jahre Salzburger Festspiele – **Mozart** als Erfolgsgarantie: [**Eine Besprechung zu Cosi hier von Adelina Yefimenko / IOCO !**](https://ioco-wordpress-production-assets.s3.eu-central-1.amazonaws.com/2020/08/11/salzburg-salburger-festspiele-2020-cosi-fan-tutte-wolfgang-a-mozart-ioco-kritik-11-08-2020/?ref=ioco.de)

 **Cosi fan Tutte - Salzburger Festspiele 2020**youtube Trailer Salzburger Festspiele **\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

## **VI** **.** **S** **Ä** **NGERIN** **DES** **JAHRES** **2020**

**Ukraine - Sofia** **Soloviy, Sopran** – für die Hauptrolle ***Rusalka*** in Antonin Dvoraks Oper ***Rusalka*** im Theater St.Gallen (Regie: **Vera** **Nemirova,** Musikalische Leitung: **Modestas** **Pitrenas** / Stéphane Fromageot); für ihr Debüt als *Rusalka* an der Wiener Staatsoper (Regie: **Sven-Eric** **Bechtolf,** Dirigent: **Tomáš Hanus**); für die Hauptrolle *Jane* *Seymour* in Donizettis ***Anna* *Bolena*** (Regie: **Stefano Mazzonis di Pralafera,** Regie: **Giampaolo Bisanti**) in der Opéra Royal de Wallonie (Lüttich, Belgien), in der **Royal Opera House Muscat** (Maskat, Oman), sowie für die Aufführung der Werke ukrainischer Komponisten bei der Konzertpräsentation *Your* *Taras* *Schewtschenko* in der Lviv National Philharmonic unter Beteiligung des Lviv State Academic Male Choir *Dudaryk* (Chorleiter: **Dmytro Katsal**) und des Academic Symphony Orchestra vor Lviv National Philharmonic (Direktor und Dirigent: **Volodymyr** **Syvokhip**). Im Konzert *Your* *Taras* *Schewtschenko* sang **Sofia Soloviy** Werke von **Mikola** **Lysenko** und **Yakiv Stepovy*.*** [Aufzeichnung der **Konzertpräsentation – siehe Link HIER!:**](http://mus.art.co.ua/mystetski-pidsumky-roku-2020-muzychnyy-reytynh-vid-adeliny-yefimenko/?ref=ioco.de)

![Sofia Soloviy © Bruno Severini](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2021/02/foto-bruno-severinineu.png)

Sofia Soloviy © Bruno Severini

Außerhalb des italienischen Repertoires trat **Sofia Soloviy** in Europa erfolgreich in den Rollen von ***Vitellia*** und ***Elettra*** (*La Clemenza di Tito* und *Idomeneo* von **W. A. Mozart**), in den Sopranstimmen *Elias* von **F. Mendelssohn** u.a. auf. Zum Repertoire gehört auch *Elsa* (**Wagners** *Lohengrin*). Das moderne Konzert- und Kammergesangsrepertoire der Sängerin umfasst Werke von **Krzysztof Penderecki** bis **Yuri Laniuk** sowie eine Vielzahl ukrainischer Sololieder. **Sofia Soloviy** ist davon überzeugt, dass *cantilena belcanto* in jedem Repertoire eine endlose Melodie ist, die mit dem Herzen gesungen werden soll.

**Italien, Frankreich - Lea** **Desandre (Mezzo-Sopran)** – für die Rolle von Page Urban in **Giacomo Meyerbeers *Les* *Huguenots*** an der Grand Théâtre de Genève (Regie: **Jossi Wieler, Sergio Morabito,** Musikalische Leitung: **Marc Minkowski**); für die Rolle von *Despina* in **Mozarts** ***Così fan* *tutte*** (Regie: **Christoph Loy,** Musikalische Leitung: **Joana Mallwitz,** Salzburger Festspiele), für die Rolle der Priesterin Diana, Schäferin, Jägerin in der Oper *Hippolyte* *et* *Aricie* **Jean-Philippe Rameaus** (Inszenierung von **François Roussillon** et Associés der Pariser Opéra Comique am11\. 2020, Regie: **Jeanne Candel,** Musikalische Leitung: **Raphael Pishon**); für die Kammerkonzerte mit *Les Arts Florissants* unter der Leitung von **William Christie.**

**Presseberichte:** *Eine junge schlanke Schönheit in einem roten Faltenrock verursachte einen Blitzschlag mit ihrer charmanten Stimme wie eine Bergquelle*. *Die Luftkoloratur der jungen Französin Lea Desandre wurde zu einem unvergesslichen Auftakt des Opernabends*.

Die junge Sängerin arbeitet mit dem Ensemble ***Les Arts Florissants*** von **William Christie**, den Festivals für Alte Musik von Innsbruck und Aix-en-Provence zusammen. In der Victoires de la Musique Classique-Bewertung wurde sie als *Vokalfund* von 2017 ausgezeichnet. Im Jahr 2020 spielte sie neben Produktionen von *Così fan tutte* und *Les* *Huguenots* die Rollen von *Rosina* (Rossinis *Il barbiere di Siviglia*), Annio (**Mozarts** *La clemenza di Tito*), *Sesto* (**Händels** *Giulio Cesare in Egitto*) u.a. Sie gab die Konzerte mit dem berühmten Lautenspieler **Thomas Dunford** und seinem Ensemble *Jupiter*.

 **ArtsFloWinter #1: Lambert, Couperin, d'Ambruys, Matteis, Eccles @ La Grange**youtube Trailer Les Arts Florissants **\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

## **VII** **.** **SÄNGER DES JAHRES 2020**

**Ukraine - Bohdan** **Volkov (Tenor)** – für die Rolle von ***Ferrando*** in **Mozarts** ***Così fan*** ***tutte*** (Regie: **Christoph** **Loy,** Musikalische Leitung: **Joana** **Mallwitz** (100 Jahre der **Salzburger Festspiele**) und **Lensky** in der Tschajkowskijs Oper ***Eugene*** ***Onegin*** (Regie: **Dmitri Tschernjakov,** Dirigent: **Tomáš Hanus**). Absolvent des R.Glier Kyiv Institute of Music (Ukraine). Er arbeitet regelmäßig mit **Dmitri Tschernjakov** zusammen: *Die* ***Verlobung*** ***im*** ***Kloster*** (Antonio) von Sergei Prokofjew an der Berliner Staatsoper, ***The*** ***Tale*** ***of*** ***Tsar*** ***Saltan*** von N. **Rimsky-Korsakov (Tsarevich** **Gvidon**) am **Théâtre** **Royal** **de** **la** **Monnaie,** Brüssel. Im Jahr 2021 soll **Bohdan Volkov** sein Debüt als ***Fenton*** in der Neuproduktion *Falstaff* an der **Bayerischen Staatsoper.**

 ***Eugen Onegin* \- Bohdan Volkov als *Lensky***youtube Trailer **nexie aden \[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

Die Oper ***Eugene Onegin*** mit **Bohdan Volkov** als ***Lensky*** (Regie: **Dmitri Tschernjakov,** Regie: **Tomáš Hanus**)

**Deutschland - Vincent Wolfsteiner** **(Tenor)** – für die Aufführung von ***Tristan*** in Richard Wagners Oper [***Tristan und Isolde*** **(Frankfurter Oper**](https://ioco.de/2020/01/29/frankfurt-oper-frankfurt-tristan-und-isolde-richard-wagner-ioco-kritik-29-01-2020/?ref=ioco.de) **( link HIER**) unter der Regie von **Katharina Thoma** unter der Direktion von **Sebastian Weigle**) und von *Herodes* in der Oper *Salome* von Richard Strauss in der Berliner **Staatsoper *Unter den Linden*** unter der Regie von **Hans Neuenfels und** der Direktion von **Thomas Guggeis**). Einer der führenden Tenöre des Wagner-Strauss-Repertoires: er sang in Bayreuth, Berlin, Frankfurt, Massachusetts, New York, Florida, Nürnberg, Hannover, Freiburg und der **National Taichung Theater** (Taiwan). Darüber hinaus umfasst das Repertoire des Sängers alle führenden Tenorstimmen: ***Andrea Chénier, Othello, Kalaf, Siegmund*** und ***Siegfried, Eric*** in ***Fliegender Holländer*,** ***Lohengrin, Peter Grimes, Bacchus*** in ***Ariadne auf Naxos*.** Das Interview der[ Autorin mit **Vincent Wolfsteiner** – siehe ***IOCO*  Link HIER!:**](https://ioco.de/2020/02/11/frankfurt-oper-frankfurt-vincent-wolfsteiner-tenor-im-gespraech-ioco-aktuell-11-02-2020/?ref=ioco.de)

![Vincent Wolfsteiner © Ludwig Olah](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2021/02/vincent-wolfsteiner-neu.jpg)

Vincent Wolfsteiner © Ludwig Olah

## **VIII. DIRIGENTIN DES JAHRES 2020**

**Deutschland - Joana Mallwitz** – für die Musikalische Leitung und hervorragende Interpretation von **Mozart** Oper ***Così fan tutte*** zum 100\. Jahre der Salzburger Festspiele. Die neue Mozart-Interpretation von **Joana Mallwitz** wird als brillantes Beispiel für die Mitautorschaft von **Mozart-Mallwitz-Loy** in die Geschichte eingehen. Kritiker lobten die Interpretation von **Joanna Mallwitz** als *„Höhepunkt des modernen Verständnisses von Mozarts Stil, ein herausragender Moment der Salzburger Festspiele, als Herzstück dieser Produktion, als raffinierte Eleganz und unendliche Energie des Pulses der Musik“.* Ihr Dirigat wurde als „*Sternstunde in Sachen Mozart-Interpretation*“ (von **Friedemann Leipold,** BR-Klassik) wahrgenommen. Sie war wirklich phänomenal in ihrer Selbstverständlichkeit, mit der sie Mozarts musikalischen Kosmos interpretiert. Die **Wiener Philharmoniker** unter der Leitung der brillanten Dirigentin des 21\. Jahrhunderts sind nicht nur das Hauptereignis, sondern ein einzigartiges Ereignis von Salzburg 2020\. Die Tatsache, dass das 100-jährige Jubiläum von einer der besten Interpretationen von **Mozart** der letzten Jahre geprägt war, ist ein gutes Zeichen, das Hoffnung und Vertrauen in den erfolgreichen Abschluss und die weitere Entfaltung des außergewöhnlichen Festivals gibt, das seine Geschichte mit großen Künstlern schreibt.

**Joanna Mallwitz** wurde auch zur Dirigentin des Jahres 2020 für ihre Interpretation von Beethoven und Schubert gekürt. In diesem Jahr startete sie mit dem **Staatstheater Nürnberg** eine Reihe von selbstgeschaffenen Videotouren zur 6\. Symphonie in F-Dur, ***Pastorale*** und zur 7\. Symphonie in A-Dur von Ludwig van **Beethoven** (zum 250\. Jahrestag) auf BR-KLASSIK. Die bildeten zusammen mit der Interpretation von Franz **Schuberts** letzter *Großer* Symphonie in C-Dur mit dem **Berliner Konzerthausorchester** den speziellen Inhalt der Sendung "*Reingehört!",* die live auf den Websites ***rbbKultur*** und dem **Konzerthaus Berlin** sowie im **rbb Fernsehen** übertragen wurde.

![Joanna Mallwitz © Lutz Edelhoff](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2021/02/mallwitzneu.jpg)

Joanna Mallwitz © Lutz Edelhoff

**Joanna Mallwitz** war die jüngste Dirigentin und Musikdirektorin des **Theater Erfurt** und Nürnberg. Die Fachzeitschrift *Opernwelt* zeichnete sie als *Dirigentin des Jahres 2019* aus. Im Jahr 2020 wurde **Joanna Mallwitz** mit dem *Bayerischen Kulturpreis* ausgezeichnet. Videotouren und Interpretationen der Beethovens und Schuberts Symphonien – siehe den Links:

 **Joanna Mallwitz mit "Ihrem" Rundgang durch die "Pastorale"**youtube Trailer BR - Klassik **\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

## **IX** **.** **DIRIGENT DES JAHRES 2020**

**Ukraine - Kirill Karabits (Kyrylo Karabyz) -** für die Suche nach Partituren und die Rückgabe des verlorenen musikalischen Erbes an die Ukraine, insbesondere für die Suche nach Partituren von ***Maksym Berezovsky*** Symphonien (ein Konzert zum 275\. Jahrestag der Geburt des ukrainischen Genies – Autor der ersten ukrainischen Symphonie, erster ukrainischen Oper (*Demofonte*), Chorkonzerte, Sonaten für Violine und Cembalo usw.). Auszug aus dem Interview **Yefimenko - Karabits**: „*Es gibt eine interessante Hypothese von *Larisa Ivchenko* über einen Fund von Manuskripten von Symphonien Nr. 11 und Nr. 13, unterzeichnet von einem* ***Beresciollo (*Berezovsky).** *Die Musikwissenschaftlerin verweist auf den Ort der Aufbewahrung einzelner Seiten dieser Symphonien in der *Wernadskyj-Nationalbibliothek* der Ukraine mit Anweisungen zum Ort der Veröffentlichung – Paris und Lyon (Simphonie Periodique? ?iu Stromenti Composte del Signor Beresciolo ? XI. – A Paris: chez Mr De La Chevardiere, aux Adresses Ordinaires; A Lyon: Les Freres Le Goux). Die russische Forscherin* ***Aljoschina*** *bestätigt diese Hypothese und analysiert diese Beispiele als frühe russische Symphonien. Wenn diese Symphonien tatsächlich aus der Feder von *Berezovsky* stammen, wo wirst Du diese Werke zuerst aufführen?“*

![Kyryll Karabyts © Kyryll Karabyts ](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2021/02/kyryl-karabytsneu.png)

Kyryll Karabyts © Kyryll Karabyts

Der Titel des *Dirigent des Jahres 2020* wird dem **Kirill Karabits (Kyrylo Karabyz)** auch für die Musikalische Leitung einer pandemie-adaptierten Produktion **Mussorgskys** Oper ***Boris Godunov*** an der Zürcher Oper (Regie: **Barrie Kosky**) verliehen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Opernproduktion hat Zürich ein hochmodernes Soundsystem wie digitale Kinogeräte erfolgreich getestet. Die technische Unterstützung der Aufführung – 60 Mikrofone im Proberaum, 100 Monitore im Auditorium des Theaters, synchronisierter Ton, der mit Lichtgeschwindigkeit virtuell über Glasfaserkabel an das Opernhaus geliefert wurde – all dies garantierte eine perfekte Verbindung und eine koordinierte Klangqualität. Der Dirigent leitet das Orchester und den Chor nicht aus dem Orchestergraben, sondern aus dem Proberaum in der Nähe des Opernhauses. Nur die Solisten traten auf der Bühne auf. Die Produktion wurde von Kritikern hochgelobt und vom Publikum feierlich bejubelt.

**Kirill Karabits dirigiert Boris Godunow**youtube Trailer Opernhaus Zürich**\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

## **X.** **REGISSEURIN** **DES** **JAHRES** **2020**

**Deutschland - Vera Nemirova** – für die Inszenierung der Oper ***Fidelio*.** Im Jahr 2020 war die Produktion dem 250-jährigen Jubiläum von Ludwig van Beethoven und der Eröffnung des Gebäudes der Prager Staatsoper nach dreijähriger Restaurierung am 5\. Januar 2020 gewidmet. Auf derselben Bühne wurde am 21\. November 1814 unter der Leitung von **Carl Maria von Weber** die erste Prager Inszenierung von ***Fidelio*** aufgeführt, die den europäischen Triumph von **Beethovens** Opus Magnum ankurbelte (Berlin und Weimar 1815, Pesth – heute Budapest – und Kassel 1816, St. Petersburg 1818 und 1819, Wien 1822, Dresden 1823). Die Regisseurin arbeitet seit 2018 mit dem Musikdirektor der **Prager Staatsoper** **Andreas Sebastian Weiser** **Vera Nemirova** erhielt auch den Titel der Regisseurin des Jahres 2020 für eine scharf psychologische Inszenierung der Oper ***Rusalka*** von **Antonín Dvo?ák** in St. Gallen, die das aktuelle Thema „Inklusion und Künstler“ aufwirft. Das Stück wurde im Oktober 2019 uraufgeführt und im Jahr 2020 bis zur Ankündigung der globalen Sperrung fortgesetzt. Die Titelrolle ***Rusalka*** (die Meerjungfrau) in dieser Produktion sang **Sofia Soloviy.**

![Vera Nemirova © Lutz Edelhoff](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2021/02/vera-nemirova-lutz-edelhoffneu.jpg)

Vera Nemirova © Lutz Edelhoff

Die gebürtige Bulgarin **Vera Nemirova** lebt in Berlin und ist ein gern gesehener Gast in vielen europäischen Opernhäusern: in den Wiener, Berliner, Hamburger Staatsopern, der Bonner Oper, im Magdeburger und Weimarer Theater, in der Bukarester Nationaloper, der Grazer Oper, der Luzerner Oper. Die Regisseurin gilt als eine der besten Interpretinnen von Wagners Werken, darunter ***Der Ring des Nibelungen*** (Frankfurter Oper, 2010-2012) und *Die Meistersinger von Nürnberg* (Erfurt, Weimar, Regie in Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Dirigenten Kirill Karabits, 2016).

## XI. REGISSEUR DES JAHRES 2020

![Tobias Kratzer © Tobias Kratzer](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2021/02/tobias-kratzer_photo2018neu.jpg)

Tobias Kratzer © Tobias Kratzer

**Deutschland - Tobias** **Kratzer** – für die Inszenierung der Oper ***Fidelio*** am **Royal Opera House** in London. Die Oper wurde einige Tage vor der Ankündigung der weltweiten Sperrung Covid19 (1\. März 2020) uraufgeführt. ***Fidelio*** sollte am 17\. März live übertragen werden. Führende Kinos auf der ganzen Welt bereiteten sich auf diese Veranstaltung vor. Gleichzeitig sollten die Produktionen auf DVD aufgenommen werden. Leider sind diese Pläne nicht verwirklicht worden, aber die Aufzeichnung der Generalprobe, die am 26\. Juli 2020 auf der BBC ausgestrahlt wurde, ist erhalten geblieben. In Großbritannien kann die Aufzeichnung 9 Monate lang kostenlos angesehen werden. Hier ist ein Auszug aus der Presse: „*Die Freude, den 250\. Jahrestag der Geburt eines Genies zu feiern, wird durch einen einzigen göttlichen Funken (Freude, schöner Götterfunken) entzündet“.* **Tobias Kratzers *Fidelio*** flammte wieder auf – nach seiner genialen (kein Kompliment, sondern eine objektive Einschätzung) und unübertroffenen Regie von Wagners *Tannhäuser* bei den Bayreuther Festspielen 2019\. Meine Auszeichnung für **Tobias Kratzer** als Regisseur des Jahres ist weder neu noch originell. Der Regisseur hat laut einer Umfrage unter 50 verschiedenen unabhängigen Journalisten und Musikkritikern bereits zweimal den Titel *Der beste Regisseur 2020* des beliebten Hochglanzmagazins Oper! und den Titel *Regisseur des Jahres 2020* des professionellen deutschen Opernmagazins *Opernwelt* gewonnen.

Ich vermeide grundsätzlich Superlative wie "höchste" oder "beste" bei der Nominierung und Aufzeichnungen. Während des Pandemiejahres scheiterten viele Produktionen, darunter Opernpremieren vieler sehr guter Regisseure wie **David Bösch, Dmitri Tcherniakov, Martin Kušej, Claus Guth, Axel Ranisch, Tatjana Gürbaca** und **Katie Mitchell.**

**Krzysztof Warlikowski** und **Barrie Kosky** haben es in diesem Jahr geschafft, auf dem Höhepunkt der modernen Opernregie zu bleiben. Höhepunkte des Jahres 2020 waren **Warlikowski** ***s*** Inszenierung von *Elektra* von **Richard Strauss** zu 100\. Jahre der Salzburger Festspiele unter der musikalischen Leitung von **Franz Welser** ***\-*** **Möst** und **Barrie Koskys** Inszenierung von ***Boris Godunov*** von **Modest** **Mussorgski** an der Zürcher Oper unter der Leitung von **Kirill Karabits.** Die Inszenierung von **Katie Mitchell** im Jahr 2020 war leider zum ersten Mal enttäuschend. Trotz ihrer großartigen und unumstrittenen Regiebegabung war ihre *Judith* – *Konzert für Orchester* / *Herzog Blaubarts* *Burg* auf der Bühne der **Bayerischen Staatsoper** eine alarmierende Botschaft des radikalen Feminismus der Polizistin *Judith,* welche die von *Herzog Blaubart* ermordeten Frauen rettet, aber den *Blaubart* selbst, ohne Gerichtsverfahren, ermodet. Das symbolische Mysterien-Drama von **Béla Bartók** hat **Katie Mitchell** in ihrem Opern-Thriller wie zu dem Filmspiel *Kill the Maniac* heruntergestuft. Ich werde die Arbeit dieser außergewöhnlichen Künstlerin weiterhin mit Interesse verfolgen, denn die Inszenierungen der Opern *Written on Skin*, *Lessons in Love and Violance* von **George Benjamin** u.a. sind ihre großen Regie-Leistungen.

***Fidelio* \- Tobias Kratzer:** Der Regisseur des Jahres über die Inszenierung des ***Fidelio*** in London am 30.10.2020.

**Kirill Fidelio am Royal Opera House, Regie Tobias Kratzer; hier "*Mir ist so wunderbar*" mit Forsythe, Davidsen, Zeppenfeld, Tritschler**

youtube Trailer Royal Opera House**\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

Und Misserfolge sowie Erfolge auf dem Weg zu einer langfristigen kreativen Bildung sind flüchtig, wenn sich der Künstler der sozialen Auswirkungen von Kunst auf Menschen bewusst ist.

**Tobias Kratzer** hat meine Aufmerksamkeit mit der Produktion von *Fidelio* erschüttert, nicht nur, weil 2020 ein Jubiläumsjahr war, das beethovensche. Der Regisseur gab zu: *„Es geht um das Prinzip Leonore. Es geht mir um das Grundmuster, wie funktioniert eine Gesellschaft, wie kriegt man eine Gesellschaft zum Handeln. Also es ist ja immer einer, der startet, das kann 'Fridays For Future' sein oder der Arabische Frühling. Das braucht sozusagen einen Funken, und daraus kann eine Bewegung entstehen, die plötzlich größer wird als die Figur, die es gestartet hat.“* Deshalb ist es so wichtig, dass sich sein „Bild des Publikums“ weiterentwickelt: Die passive Masse der Zuschauer des sakralen Dramas erhält so etwas wie einen „*Durchbruch des Bewusstseins“.*

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