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# Kirsten Flagstad, Eine Hommage zum 50. Todestag, IOCO Portrait, 30.11.2012
- URL: https://www.ioco.de/ioco-portrait-kirsten-flagstad-eine-hommage-zum-50-todestag-30-11-2012/
- Published: 2012-11-30T17:00:50.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:05:19.000Z
- Author: Redaktion
- Tags: Interview, Portraits, richard wagner, Wagner

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# **Portrait** 

# **Kirsten Flagstad - Eine Hommage zum 50\. Todestag**

[Kirsten Flagstad Museum](http://www.kirsten-flagstad.no/?ref=ioco.de)

![Kirsten Flagstad © Kirsten Flagstad Museum, Hamar](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2012/11/kfm-00122.jpg "Kirsten Flagstad © Kirsten Flagstad Museum, Hamar")

Kirsten Flagstad © Kirsten Flagstad Museum, Hamar

Am 7\. Dezember 1962 starb **Kirsten Flagstad**,

die

Wagner-Interpretin schlechthin und eine der größten Sopranistinnen des 20\. Jahrhunderts, in Oslo.

Sie wurde 1895 in Hamar, einer Kleinstadt in Ostnorwegen, geboren. Die Eltern waren beide Musiker, der Vater Dirigent und Geiger, die Mutter Pianistin.

![Kirsten Flagstad © Kirsten Flagstad Museum, Hamar](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2012/11/kfm-000841.jpg "Kirsten Flagstad © Kirsten Flagstad Museum, Hamar")

Kirsten Flagstad © Kirsten Flagstad Museum, Hamar

Sie studierte im heimatlichen Oslo und debütierte schon 1913 in der kleinen Rolle der Nuri, in **D\`Alberts** “**Tiefland**“. Nach weiteren Studien in Oslo und an der **Königlichen Musikakademie** im schwedischen **Stockholm** bekam sie eine Verpflichtung an das **Mayol-Theater** in **Oslo** als Soubrette, vorwiegend in Operetten.

Von 1928 – 1932 war sie an der **Oper in Göteborg** verpflichtet und machte Tourneen durch **Frankreich**. Nach einem kurzen Rückzug ins Privatleben bekam sie durch Fürsprache der norwegischen Sopranistin **Ella Gulbranson**, ein Engagement nach **Bayreuth** zu den Richard **Wagner Festspielen**.

Sie sang dort 1933 zwei kleine Rollen in “**Die Walküre**“ und “**Götterdämmerung**“. Schon 1934 verkörperte sie **Gutrune** und **Sieglinde** bei den dortigen Festspielen.

Ihren absoluten Durchbruch hatte sie mit der Rundfunkübertragung ihres Debüts an der **Metropolitan Opera** in **New York** 1935 als **Sieglinde**. Weitere Auftritte an der **MET** und in anderen amerikanischen Städten, wie **San Francisco** und **Chicago**, schlossen sich an. Sie galt fortan als die bedeutendste Wagnersängerin ihrer Zeit. An der New Yorker **MET** war sie die Nachfolgerin von Frida Leider. Häufig trat sie auf als Partnerin der Tenöre **Lauritz Melchior** und Set **Svanholm**.

Aber sie war nicht nur in Wagnerpartien zu erleben, sondern auch als **Beethovens Fidelio-Leonore** und **Glucks Alceste**.

1936 sang sie ihre erste **Isolde** an der **Royal Opera Covent Garden** in **London**. Eine Rolle, die ihre Schicksalspartie wurde und die man noch immer mit ihrer Interpretation in Verbindung bringt.

Es hat wunderbare Nachfolgerinnen in dieser Rolle gegeben, wie **Martha Mödl**, die **Varnay**, **Birgit Nilsson** und andere, aber keine hatte diesen königlichen Habitus, die imposante Erscheinung, die bronzene Stimmfarbe, sowie die satte Tiefe. Die strahlende, jubelnde Höhe der frühen Jahre erfuhr allerdings später gelinde Einbußen.

Legendär ist die **EMI**\-Einspielung unter **Wilhelm Furtwängler** von Wagners “**Tristan und Isolde**“, die im Juni 1952 in London aufgenommen wurde. Einige exponierte Töne, die **Flagstad** nicht mehr zur Verfügung standen, “lieh“ ihr **Elisabeth Schwarzkop**f. Eine geschickte Schnitttechnik machte es möglich. Diese Gesamtaufnahme ist auch heute noch, wie einige andere Aufnahmen von **Flagstad**, eine Referenzaufnahme.

1940 ging **Kirsten Flagstad** zurück nach **Norwegen**, wo sie bis zum Ende des Weltkrieges blieb.

Nach dem Krieg setzte sie ihre Laufbahn fort. 1948-50 sang sie ihr ganzes Repertoire am **Londoner Opernhaus Covent Garden**. Bei den **Salzburger Festspiele**n 1949 und 1950 war sie die Leonore in **Beethovens** “**Fidelio**“ unter **Furtwängler**.

Ihren Bühnenabschied gab sie am 1\. Oktober 1951 im Londoner Mermaid-Theatre als Dido in **Henry Purcells** Oper “**Dido and Aeneas**”. Im März 1952 wurde dieses Werk auch im Studio eingespielt. Im gleichen Jahr entstand die legendäre Aufnahme der Schlussszene der **Brünnhilde** aus Wagners “**Götterdämmerung**“ unter **Furtwängler**.

Die Uraufführung der ”**Vier letzten Lieder**”, dem Schwanengesang des greisen Komponisten **Richard Strauss**, sang Kirsten Flagstad unter der Leitung von **Wilhelm Furtwängler** im Mai 1950 in der **Royal Albert Hall**.

Sie gab noch viele Konzerte in aller Welt. So auch im Mai 1952 in Berlin, bei dem sie auch tief berührend einen Ausschnitt aus “**Elektra**“ von **Strauss** sang.

1955 zog sie sich ganz von den öffentlichen Auftritten zurück und übernahm 1958 die künstlerische Leitung der **Norwegischen Nationaloper** in **Oslo**, die sie bis 1960 leitete.

Beachtlich viele Tondokumente hat **Kirsten Flagstad** hinterlassen, die nach wie vor zu bekommen sind. Von den ersten Aufnahmen in den 1930er Jahren mit dem **Philadelphia Orchestra** unter **Eugene Ormandy**, über den kompletten “**La Scala-Ring**“ unter **Furtwängler** 1950, bis hin zu den späten Aufnahmen für die **DECCA**, **Lieder von Sibelius, Grieg, Brahms, Mahler und Wagner.**

Noch 1960, zwei Jahre vor ihrem Tod am 7\. Dezember 1962, sang sie auf Wunsch von **Georg Solti** die **Fricka** im “**Rheingold**“ in dessen Aufnahme des kompletten **Wagner-Rings** mit den **Wiener Philharmonikern**.

Der Journalist und Autor **Berndt W. Wesseling** ließ in seinem Klappentext zu **Flagstads** **Mahler-Album** ihren langjährigen Partner **Lauritz Melchior** zu Worte kommen: “Mit ihr sinkt die bedeutendste Wunschmaid **Richard Wagners** in der ersten Hälfte des 20\. Jahrhunderts ins Grab. Ihre Runen sind überdeutlich in die Weltesche eingeschnitzt und werden dort von ihrem Leben und von ihrem Ruhm künden, so lange die Menschheit an den Werken Wagners Gefallen und durch sie Erfüllung findet.“

**IOCO** / UGK / 30.11.2012