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# Hildesheim, Theater für Niedersachsen, Tristan und Isolde - Richard Wagner, 19.11.2019
- URL: https://www.ioco.de/hildesheim-theater-fuer-niedersachsen-tristan-und-isolde-richard-wagner-19-11-2019/
- Published: 2019-11-18T16:00:21.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:59:45.000Z
- Author: Redaktion
- Tags: Oper & Operette, Kritiken, Hildesheim

![TFN_Logo neu.jpg](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/io/wp-content/gallery/opern_logos/tfn_logo-20neu.jpg "Theater für Niedersachsen")

[Theater für Niedersachsen](http://www.tfn-online.de/?ref=ioco.de)

![Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2015/02/stadttheater_hildesheim_foto_andreas_hartmann_2.jpg)

Theater für Niedersachsen / Stadttheater Hildesheim © Andreas Hartmann

# **Tristan und Isolde**   **\- Richard Wagner**

## ***\- IM TODE MEIN -*** 

Von **Randi Dohrin**

*“Dieser *Tristan* wird was Furchtbares.“…*, schrieb **Wagner** 1858 an seine Muse **Mathilde Wesendonck** von der er sich verstanden fühlte in seinem künstlerischen Schaffen.

Mit seiner Gattungsbezeichnung *„Eine Handlung in 3 Aufzügen“*, wie sie **Wagner** dem Erstdruck der Partitur und dem Klavierauszug hinzufügte, setzte er mit dieser Oper **Mathilde Wesendonck** ein musikalisch literarisches Denkmal unerreichten Ausdrucks. Die Oper wurde zu einem Höhepunkt romantischer Musik, in der er seine genauen Klangvorstellungen umsetzte.

Die umjubelte Uraufführung dieses Werkes fand am 10\. Juni 1865 im **Königlichen Hof- und Nationaltheater** in München unter der Leitung von **Hans von Bülow** statt und wäre ohne die großzügige Unterstützung von **König Ludwig II von Bayern** nicht möglich gewesen, denn trotz der großen Erfolge und Hilfe seiner Freunde gelang es **Wagner** nicht, sein Leben wirtschaftlich abzusichern.

![Theater für Niedersachsen / Tristan und Isolde - hier :  Ensemble © T.Behind-Photographics](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2019/11/658_tfn_tristan_ensemble_tbehindneu.jpg)

Theater für Niedersachsen / Tristan und Isolde - hier : Ensemble © T.Behind-Photographics

Im Jahre 1857 unterbricht **Wagner** die Komposition des ***Siegfried*** und wendet sich während seines Züricher Asyls (1849 – 1858) ganz seiner Oper ***Tristan und Isolde*** zu. Entsprechend seiner Biographie, überträgt **Wagner** die leidenschaftliche, aber nicht erfüllbare, Liebe zwischen ihm und **Mathilde Wesendonck** auf die Hauptgestalten seines Musikdramas, **Tristan und Isolde*.*

Zum ersten Mal in der Geschichte des **Hildesheimer Theaters** öffnete sich - nach umfangreichem Umbau - der Vorhang für **Wagners *Tristan und*** **Isolde*.* Dieses monumentale Meisterwerk zur festlichen Wiedereröffnung auf die Bühne zu bringen, offenbarte wieder einmal eindrucksvoll die Stärke des **Theaters für Niedersachsen** in Hildesheim

Voller atmosphärischer Spannung, Dynamik und Dramatik breitete das **Orchester** unter der musikalischen Leitung von Operndirektor **Florian Ziemen,** einen farbenprächtigen Klangteppich und Spannungsbogen bis zur letzten Minute aus.

Durchsichtig, fließend gelang den hervorragend spielenden Musikern packend die Gestaltung, auch in den zuhauf vorkommenden, glanzvollen Soli der verschiedenen Instrumentengruppen. Gefühlstief und berührend erklang das lange Englischhorn-Solo im 3\. Aufzug.

In den Vorspielen des 1\. und 2\. Aufzuges verdeutlichte das **Orchester** im ruhigen und langsamen Tempo das sehnsuchtsvolle Liebesverlangen von **Tristan und Isolde*,* deren Erfüllung sie nur im gemeinsamen Tode zu finden glauben, da die gesellschaftlichen Bedingungen auf Erden ihre Liebe nicht zulassen.

![Theater für Niedersachsen / Tristan und Isolde - hier :  Julia Borchert als Isolde, Neele Kramer als Brangäne © T.Behind-Photographics](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2019/11/265_tfn_tristan_borchert_isolde_kramer_brangaene_.tbehindneu.jpg)

Theater für Niedersachsen / Tristan und Isolde - hier : Julia Borchert als Isolde, Neele Kramer als Brangäne © T.Behind-Photographics

Das Schicksal von **Tristan und Isolde* f*and vor allem in der Musik des fantastisch aufspielenden **Orchesters** in Originalbesetzung statt (trotz erforderlicher Teilabdeckung des Grabens). Chapeau!

Besessen vom Rachegedanken „*Tod für *Tristan“** **,** gestaltete **Julia Borchert** überzeugend den äußerst schwierigen Part der **Isolde**, die von Liebestränken so gar nichts wissen will und **Tristan**, glaubwürdig gespielt und gesungen von **Hugo Mallet**, den vermeintlichen Todestrank überreicht. ***Brangäne,*** die Vertraute **Isoldes*,* stimmlich überragend und glänzend besetzt durch **Neele** **Kramer**, vertauschte den Todestrank jedoch in einen Liebestrank.

Der Hass **Isoldes** verwandelt sich in vorhandener, aber noch nicht eingestandener Liebe und somit entreißt sie **Tristan** den Sühnetrank sofort wieder, um ihn selbst zu trinken. Im Angesicht des vermuteten Todes gestehen sich beide ihre Liebe ein und sind davon überzeugt, nur im Jenseits zusammenkommen zu können.

Unter der weitgehend Libretto treuen Inszenierung von **Tobias Heyder** und adäquat gelungenen Bühnen- und Kostümausstattung von **Pascal Seibicke**, gelang die Premiere im **Theater für Niedersachen** berückend ausdrucksstark voller Leiden, Leidenschaft, Liebe und Schmerz, Verzweiflung, Sehnsucht, Todessehnsucht und Tod.

Weshalb **Tobias Heyder** im 3\. Aufzug **Isolde*,* neben dem verstorbenen **Tristan**, im Stehen sterben lässt, vermag sich mir allerding partout nicht zu erschließen.

Unverkennbar bewährt setzte **Uwe Tobias Hieronimi** seinen sonoren Bass in der Rolle des **König Marke** ein, während **Levente György** als **Kurwenal** und helfender Diener des **Tristan,** seinen recht hohen Baritonpart mit Bravour meisterte.

Gut besetzt waren auch der intrigante **Melot** mit **Roman Tsotsalas** und dem temperamentvollen **Julian Rohde** als **Hirte**. Neben dem gut disponierten, voluminös erklingenden **Herrenchor**, Einstudierung **Achim Falkenhausen**, boten **Chun Ding** als junger **Seemann** und **Jesper Mikkelsen** als **Steuermann**, ausgezeichnete stimmliche und darstellerische Leistungen.

Das beeindruckte Publikum bedankte sich mit Bravorufen, stehenden Ovationen und langem anerkennenden Applaus für alle Mitwirkenden auf, unter und hinter der Bühne im noch recht ungewohnten, neuen Ambiente des **Theaters für Niedersachsen** in Hildesheim.

\---| IOCO Kritik Theater für Niedersachsen |---