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# Hamburg, Staatsoper Hamburg, HÄNSEL UND GRETEL - Engelbert Humperdinck, IOCO Kritik, 17.12.2022
- URL: https://www.ioco.de/hamburg-staatsoper-hamburg-hansel-und-gretel-engelbert-humperdinck-ioco-kritik-17-12-2022/
- Published: 2022-12-17T16:24:53.000Z
- Updated: 2023-09-06T13:12:07.000Z
- Author: Wolfgang Schmitt
- Tags: Oper & Operette, Kritiken, Hamburg

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[Staatsoper Hamburg](http://www.staatsoper-hamburg.de/?ref=ioco.de)

![Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2013/01/hamburgische-staatsoper-c-kurt-michael-westermann.jpg)

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

## ***HÄNSEL UND GRETEL* \- Engelbert Humberdinck**

#### **Ein romantischer Klassiker - Fünfzig Jahre alt und noch immer frisch**

von **Wolfgang Schmitt**

Es ist kaum zu glauben, daß diese von **Peter Beauvais** inszenierte Märchenoper von **Engelbert Humperdinck** nun schon seit 50 Jahren auf dem Spielplan der Hamburger Staatsoper steht - somit die „dienstälteste“ Inszenierung - und alljährlich zur Weihnachtszeit wiederaufgenommen wird. Noch immer wirkt das klassisch-naturalistische, wunderschön anzuschauende Bühnenbild von **Jan Schlubach** märchenhaft romantisch und zeitlos und verzaubert zwei Stunden lang das zahlreich erscheinende ganz junge Publikum und deren Eltern. Auch die zweckmäßigen, im Falle der Hexe und des Sand- und Taumännchens phantasievollen Kostüme, von **Barbara Bilabel** und **Susanne Raschig** entworfen, können sich noch sehen lassen.

**Hänsel und Gretel** hatte am 6\. Dezember 1972 Premiere unter der musikalischen Leitung von **Marek Janowski.** Die Premierenbesetzung war damals **Elisabeth Steiner** und **Regina Marheineke** als **Hänsel** und **Gretel**, **Arlene Saunders** und **Franz Grundheber** als das Elternpaar **Gertrud** und ***Peter Besenbinde***r, **Edith Lang** als ***Hexe,* Cvetka Ahlin** als **Sandmännchen,** und **Yoko Kawahara** als **Taumännchen.**

****Trailer - Olivia Boen ist *Gretel* in *HÄNSEL UND GRETEL***youtube Staatsoper Hamburg **\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

Die jetzige Wiederaufnahme anläßlich des 50\. Geburtstages dieser Produktion ward wiederum perfekt und sorgfältig einstudiert. Geleitet wurde das **Philharmonische Staatsorchester** von **Mark Wigglesworth**, es wurde der reichhaltigen Partitur vollauf gerecht, spielte klar und lebendig und bestach durch einen wunderschön ausgebreiteten spätromantischen Klangteppich, in dem sich volkstümlich-eingängige Passagen mit lebhaft aufbrausenden Orchesterwogen abwechselten. Insbesondere die Hörner in der Ouvertüre erzeugten einen herrlich warmen Wohlklang, auch die Zwischenspiele und die romantischen Stellen mit weichen Streichern gelangen feinsinnig und wunderbar klangschön.

**Jana Kurucova** mit ihrem hell eingefärbten lyrischen Mezzosopran sang und spielte den ***Hänsel*** wie ein echter Lausbub. **Olivia Boen** glänzte als **Gretel** mit warmen lyrischen Sopran, strahlender Höhe, und darstellerisch waren beide fabelhaft. Es war herrlich anzusehen, wie sie tanzten, fröhlich und übermütig über die Bühne tollten, sich stritten, und die sich im Laufe der Zeit zu echten Volksliedern entwickelnden Duette „*Brüderchen komm tanz mit mir“, „Suse liebe Suse was raschelt im Stroh“* sangen, sowie später auch **Gretels** *„Ein Männlein steht im Walde“*. Anrührend und stimmungsvoll war die Szene im dunklen Wald, als sie den Abendsegen beteten.

![Staatsoper Hamburg / HÄNSEL UND GRETEL hier Szenefoto © Hans-Joerg Michel](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/wp-content/uploads/2022/12/hansel-und-gretel-c-hans-joerg-michel-neru1.png)

Staatsoper Hamburg / HÄNSEL UND GRETEL hier Szenefoto © Hans-Joerg Michel

Das Elternpaar waren **Katja Pieweck** als sorgenvolle und gestresste **Mutter Gertrud** mit klangvollem dramatischen Sopran, und **Chao Deng** als leicht beschwipster **Peter Besenbinder** mit seinem warmen, volltönenden Bass-Bariton. Besonderen Spaß hatte das Publikum an der Hexe von **Hellen Kwon**, die aus ihren Auftritten grandiose Kabinettstückchen machte. Szenisch und auch stimmlich überaus präsent setzte sie ihren Sopran sowohl ironisch-schmeichlerlisch als auch schrill und scharf ein. Ihr Hexenritt über den Bühnenhimmel wurde vom Publikum gebührend beklatscht.

![Staatsoper Hamburg / HÄNSEL UND GRETEL hier Schlussapplaus © Wolfgang Schmitt](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/wp-content/uploads/2022/12/hansel-gretel-3neu2.jpg)

Staatsoper Hamburg / HÄNSEL UND GRETEL hier Schlussapplaus © Wolfgang Schmitt

Das **Sandmännchen** wurde von **Claire Gascoin** mit samtenem lyrischen Mezzosopran gesungen, und als **Taumännchen** präsentierte **Yeonjoo Katharina Jang** ihre helle, in der Höhe strahlende Soubrettenstimme. Diese beiden jungen Sängerinnen sind seit dieser Spielzeit Mitglieder des Internationalen Opernstudios der Hamburgischen Staatsoper, und man darf gespannt sein, wie sich diese beiden Stimmen weiter entwickeln werden. Der Kinder- und Jugendchor der Hamburger Staatsoper, von **Luiz de Godoy** einstudiert, als erlöste **Lebkuchenkinder** stimmte strahlend mit ins Finale ein.

**Auch nach 50 Jahren ist die Inszenierung in dem stimmungsvollen Bühnenbild noch durchaus sehenswert; es bleibt der Wunsch, sie noch weitere Jahre zur Weihnachtszeit auf dem Spielplan der Staatsoper zu erleben.**

#### [***HÄNSEL UND GRETEL* an der Staatsoper Hamburg - Termine, Karten - link HIER!**](https://www.staatsoper-hamburg.de/de/spielplan/stueck.php?AuffNr=183624&ref=ioco.de)

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