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# Hamburg, Staatsoper Hamburg, Georges Delnon und Kent Nagano: Die neue Führung, IOCO Aktuell,
- URL: https://www.ioco.de/hamburg-staatsoper-hamburg-george-delnon-und-kent-nagano-neue-fuhrung-ab-2015-ioco-aktuell/
- Published: 2012-10-23T18:00:57.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:04:14.000Z
- Author: Redaktion
- Tags: Sonstiges, Hamburg

![oper_hamburg.jpg](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/io/wp-content/gallery/opern_logos/oper_hamburg.jpg "Staatsoper Hamburg")

[Staatsoper Hamburg](http://www.staatsoper-hamburg.de/?ref=ioco.de)

![Staatstheater Hamburg © Staatstheater Hamburg](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2014/06/staatstheater_hamburg_588_auss.jpg "Staatstheater Hamburg © Staatstheater Hamburg")

Staatstheater Hamburg © Staatstheater Hamburg

 **Neue Macher an Bord - Inhalte bleiben im Verborgenen**! **Mit festem Schritt in die 2\. Reihe!**

**Ioan Holender**, langjähriger Chef der **Wiener Staatsoper**, erklärte 2011 zur Bestellung des neuen Intendanten am **Stadttheater Klagenfurt** eindeutig wie bestimmt: "*Ein aktiv tätiger Regisseur (NB: oder Dirigent) kommt für diese Position nicht in Frage*.* Das ist nicht mehr zeitgemäß".* Das **Aalto-Theater** in Essen wurde mit seinem Führungskonstrukt, Intendanz und Generalmusikdirektor in einer Hand, nicht glücklich: Der Niederländer [**Hein Mulders, aus dem Kultu**rmanagement kommend, beerbt den unbestritten guten Dirigenten](https://ioco.de/2011/08/21/essen-aalto-theater-stefan-soltesz-ara-endet-2013-hein-mulders-neuer-doppelintendant-2/?ref=ioco.de) **Stefan Soltesz** 2013 in dessen Funktion des **Aalto**\-Intendanten. **Mulders** sucht, möglichst zum Herbst 2013, auch einen **Soltesz**\-Nachfolger als GMD. **Peter Gelb**, unumstrittener Chef der New Yorker **Metropolitan Opera**, trat weder als Regisseur oder Dirigent je in Erscheinung. Moderne Theaterstrategien aus New York, Essen oder Klagenfurt lauten**: *Erst das Konzept, dann der Kopf.*** Umso auffälliger die neuen personellen Entscheidungen zur **Staatsoper Hamburg**,

Die **Hamburgische Staatsoper** hat eine große Vergangenheit: 1686 bis 1738 ist die **Hamburger Oper** ein führendes Musikzentrum in Europa; geprägt von großen Barock-Komponisten wie **Reinhard Keiser, Johann Mattheson, Georg Philip Telemann** und **Georg Friedrich Händel**. Künstlerisch fett waren auch die Jahre mit **Rolf Liebermann**, **Christoph von Dohnányi, Ingo Metzmacher.** Doch sind sind spätestens seit 2005 vorbei. Seither bewegt sich die **Staatsoper** in der zweiten Reihe deutscher Musiktheater. Nur das **Hamburg Ballett** unter dem langjährigen Tanzchef **John Neumeier** bewahrte sich ein regional wie international herausragendes Ansehen.

Bei spartanischem Beifall stellte Hamburgs Kultursenatorin **Barbara Kisseler** am 25.9.2012 fest: **Kent Nagano** wird 2015 bis 2020 neuer Generalmusikdirektor der **Hamburgischen Staatsoper**. **Georges Delnon**, noch nicht bestätigter aber designierter neuer *Intendant* der **Staatsoper** ab 2015, wurde auf dieser Pressekonferenz ebenfalls öffentlich präsentiert. Als Intendanten werden **Delnon** und **Nagano** das **Philharmonische Staatsorchester** gemeinsam leiten. **Kissele**r, voll Stolz ob ihrer Personalrochaden erwartet von der neuen Leitungsstruktur, daß die **Hamburgische Staatsoper** und die **Hamburger Philharmoniker** national wie international ihren Ruf deutlich ausbauen werden. Selbst die Opposition in der **Hamburger Bürgerschaf**t begrüßte einhellig ihre Entscheidungen: "...freue mich schon jetzt auf die musikalischen Impulse für unsere Stadt", klang der **CDU**\-Fraktionsvorsitzende **Wersich**. **Die Grünen** lobten eine "exzellente Wahl". Und doch besitzen die Hamburger Personalentscheidungen alle Merkmale dafür, daß der **Staatsoper** im Theater-Ranking die 2\. Reihe sicher bleibt. Stilloses Detail der PK: Danksagungen an **Simone Young**, welche 2015 immerhin 10 Jahre Intendantin und GMD der **Staatsoper** gewesen sein wird, fielen in dieser Pressekonferenz dürftig aus. Die Erfahrungen des **Aalto-Theater** mit künstlerisch aktiven Intendanten klingen durch.

So bleibt es offen, ob das neue Führungsduo ab 2015 der **Staatsoper Hamburg** sehnsüchtig erhofften neuen Glanz einhauchen wird. Dem nur gebrochen deutsch sprechenden, introvertierten Feingeist   **Kent Nagano** geht der Ruf eines hervorragenden, aber sehr spezialisierten Dirigenten voraus: Mit großen Stärken im Konzertbetrieb und deutlichen Problemen im Alltagsgeschäft eines Musiktheaters. An der **Bayerischen Staatsoper** verlor der durchsetzungsschwache GMD **Kent Nagano** neben Intendant **Nikolaus Bachler** jede Kontur, ihre Beziehungen gelten seit Jahren als zerrüttet. **Naganos** deutsche Karriere ist seither insgesamt begrenzt: Sein Nachfolger in München, **Kirill Petrenko,** wird dagegen in 2013 den *Jubiläums-„Ring“* in Bayreuth dirigieren. So sieht denn die Zeitschrift ***Die Welt*** **Nagano** als „den falschen für den Opernbetrieb in Hamburg“. Die ***Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung*** bemängelte bei **Nagano** “die *Schmalheit seines Repertoires im Kernrepertoire*”. Bei **Mozart, Verdi, Strauss, Wagner** habe **Nagano** Defizite. Mit dem in Hamburg populären NDR-Chefdirigenten **Thomas Hengelbrock** stehen **Nagano** weitere Abstimmungen ins Haus. **Naganos** zukünftiges Pendant an der **Staatsoper, Georges Delnon**, eher blasser Intendant des **Theater Basel**, eines Mehrspartenhauses mit 1000 Plätzen, schaffte als Regisseur im zeitgenössischen Musiktheater (*Das Lachen der Schafe* von **J. Demierre**) nur seltene Schlagzeilen. Die wiederholt prämierte Opernsparte des **Theater Basel** wurde von **Dietmar Schwarz** geleitet, nicht von **Georges Delnon**.

**Nagano** und **Delnon** kennen sich persönlich bisher kaum. Doch schwerwiegender: Ein künstlerisches Konzept für die zukünftige Ausrichtung de**r Staatsoper Hamburg** haben weder **Nagano**, **Delnon** noch ihre Chefin, die Kultursenatorin **Barbara Kisseler**, bisher offenbart. In kürzlichen Interviews (**Die Welt**) zu Ihrer Zukunft in Hamburg überwiegen Allgemeinplätze, welche auch den **HSV** betreffen könnten: **Georges Delnon** "*Wir wollen versuchen,...gemeinsam..zu denken, ...uns gegenseitig zu beflügeln*". **Kent Nagano**: "*Ich vertraue *Georges Delnon*. Wir sind mit unseren Planungsgesprächen noch am Anfang*". Gemeinsam: **Nagano** wie **Delnon** von "*Ehre in Hamburg arbeiten zu dürfen, Potential, internationaler Ausrichtung*". Das Fehlen einer halbwegs konkreten Vision zur Zukunft der **Staatsoper** war in allen Presseauftritten schmerzhaft spürbar. Beste Voraussetzungen, der **Staatsoper Hamburg** sich dauerhaft einen Stammplatz in der zweiten Reihe deutscher Musiktheater zu sichern.

**Ioan Holender** würde granteln ob des seitenverkehrten Hamburger Auswahlverfahrens. Doch **Barbara Kisseler**, **Kent Nagano** und **Georges Delnon** haben noch Zeit bis Herbst 2015, eine moderne Vision für die **Staatsoper Hamburg** zu entwickeln. Ob **Nagano** und **Delnon** für die Neuausrichtung des großen Musiktheater dann auch die richtigen Macher sind? Egal, denn sie sind angeheuert. Bis mindestens 2020 steuern sie die **Staatsoper Hamburg. Wohin? So genau weiß dies wohl niemand.**

**IOCO** / Viktor Jarosch / 22\. Oktober 2012

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